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review 2018-04-15 14:21
Schrulligkeit gewinnt
Die Vermessung der Welt (Rachuba świata) - Daniel Kehlmann

In irgendeinem Zusammenhang hat man die die Namen "Gauß" und "Humboldt" sicherlich schon gehört. Und vermutlich hat man dann nur sehr weise Wissenschaftler vor seinem inneren Auge gesehen. Mir ging es zumindest so. Jegliche Genies aus den vorangegangen Zeiten sind für mich immer anständige, weise und gesetzte Herren. 

Doch bei Daniel Kehlmann strotzen Gauß und Humboldt nur so vor Eigenarten, Eigensinnigkeit und Schrullen. Es ist herrlich menschlich. Nur allein deswegen würde ich dieses Buch jedem empfehlen. 

Man begleitet sowohl Gauß als auch Humboldt auf ihren jugendlichen Wahnsinn. Ist dies ein Tatsachenroman? Sicherlich nicht. Aber darum geht es auch gar nicht. Es wirft ein sehr menschliches Licht auf zwei große Wissenschaftler. Gerade das finde ich sehr erfrischend und bezaubernd. Lesen! 

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review 2018-04-15 14:08
und es gab sie doch
Die Päpstin - Donna Woolfolk Cross,Wolfgang Neuhaus

Nun gut, diese Geschichte ist mir nicht neu: Angeblich soll im 9. Jahrhundert für zwei Jahre eine Frau auf dem Thron der katholischen Kirche gesessen haben. Mit dieser Legende (oder laut Autorin diesem Fakt) beschäftigt sich die Geschichte. Zum Glück gipfelt das Buch erst in der Tatsache, dass Johanna Papst wird. Denn zu diesem Zeitpunkt kann ich sie nicht mehr unbedingt leiden. Als Johanna ein Kind ist, ist sie wissbegierig, neugierig und trotzig, weil sie nicht einsehen kann, dass nur Jungs lernen dürfen. Da darf man schon mal bockig sein. Und auch wie sie für sich einsteht und für ihre Bildung kämpft fand meine Sympathie. Doch je weiter Johanna, mittlerweile verkleidet als Mann, in der Kirchenhierarchie kommt, desto mehr finde ich sie anstrengend. In meinen Augen verliert sie ihre Ideale. Es geht nicht mehr unbedingt darum viel Wissen zu erlangen, sondern auch Macht. Natürlich verstehe ich die Argumentation dahinter - nur wer Einfluss hat, kann auch sein Wissen anwenden. Aber was ist für Johanna vorrangig? Da bin ich mir nicht immer so sicher... Außerdem kann Johanna immer alles, ihr gelingt alles und sie trifft immer die besten Entscheidungen. Ein wenig zu unfehlbar für mich.

Aber vermutlich widerstrebt mir auch einfach die Ansichten eines streng religiösen Zeitalters. Das vehemente Machtgehabe und das Unterdrücken von jeglichen Menschen, das nervt meine emanzipierte Persönlichkeit.

Nichtsdestotrotz war es unterhaltsam, dass eine Frau die ganze Kirche an der Nase herumgeführt hat. Allein deswegen möchte ich an die Päpstin glauben!

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review 2018-03-29 10:50
Von Herzschmerz und Mord
Eine Studie in Scharlachrot - Arthur Conan Doyle

Der gute Mister Sherlock Holmes. In "Eine Studie in Scharlachrot" begegnen wir ihm und Mr. Watson zum ersten Mal. Eine kuriose Begegnung, die gleich zeigt, was für ein verquerer und verschrobener Vogel doch Holmes ist. Aber nicht ganz so bizarr wie ich ihn mir manchmal vom Hörensagen vorgstellt habe. Sicherlich, so richtig gesellschaftskonform ist er auch nicht ("Wen interessiert schon das Sonnensystem? Es hat ja doch keinen direkten Einfluss auf mein Leben"). Manchmal frage ich mich sogar, ob er nicht einige autistische Züge hat mit seinen Inselbegabungen. Aber das sei mal so dahin gestellt.

Die Geschichte verliert keine Zeit und springt quasi direkt in den Fall, der die Londoner Polizei und Watson vor lauter Rätsel stellt. Nur Holmes scheint gleich den Durchblick zu haben. Daran lässt er Watson, und somit auch den Leser, beschränkt teilhaben - genug um an der Stange und neugierig zu bleiben. Und plötzlich ist der Mörder geschnappt und man sich nur fragt: "Hä?? Wie jetzt?" und wird damit allein gelassen. Denn spontan wechselt der Spielort und alle Figuren. Zunächst etwas verwirrend, bis man schnallt, dass das die Vorgeschichte ist. Aber eine kleine Vorwarnung wäre schon nett gewesen. Nichtsdestotrotz ist auch die Vorgeschichte spannend und mit Herzschmerz versehen. Am Ende finden die beiden Geschichten doch noch zusammen und Sherlock Holmes bietet seine grandiose Schlussfolgerung (war ja fast selbsterklärend und offensichtlich... ;-D).

Eine schöne, kurzweilige Geschichte, die ein gutes Maß an Spannung und Liebeskummer bietet. Man bleibt ein Holmes-Fan

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review 2018-02-25 12:18
Nein zum Staubsauger
Die Teppichvölker - Terry Pratchett,Andreas Brandhorst

Ich habe es schon immer gewusst: staubsaugen bringt nichts Gutes! Und mit "Teppichvölkern" wurde mir dies bestätigt.

Terry Pratchett beschreibt Völker, die in einem Teppich wohnen. Wer hätte das bei diesem Titel ahnen können. Nun ist die Vorstellung aber gar nicht so weit hergeholt, denn wer weiß schon, was da alles so kreucht und fleucht. Somit findet dies schon mal meine Begeisterung. Einzig und allein verwirrte mich zu Beginn die Vermischung von Fantasie und Realität. Es gibt fiktionale Tiere im Teppich wie "Snargs", aber auch gut bekannte Silberfischchen (Vorsicht. Superböse!), ist die Holzwand nur eine Holzwand oder bekommt man irgendwann raus, dass es sich tatsächlich um ein Streichholz handelt. Dementsprechend muss man ziemlich gut aufpassen und immer wieder die Dinge hinterfragen. Aber man gewöhnt sich dran und erfreut sich an den Abenteuern, die die Demii, Defmeten und Konsorten miteinander und gegeneinander erleben. Und stetig leben sie und der Leser in der Angst vor dem Großen Scheuerer, der alles vernichtet.

Besonders hübsch finde ich das Nachwort. "Die Teppichvölker" beruhen nämlich auf einer Kolumne von Pratchett aus dem Jahr 1965, und die bekommt man mal nebenbei auch ausschnittsweise präsentiert. Nett finde ich das. Und zusätzlich ist das Buch auch mit Illustrationen "vom Großmeister höchstselbst" gespickt.

Man merkt aber, dass die Scheibenweltromane später entstanden sind und der spitzfindige Humor, den ich so sehr bei Pratchett liebe, noch Raum zum Entwickeln hatte. Schön ist es dennoch!

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text 2018-02-25 11:27
Der Kocht kocht
Der Koch - Martin Suter

Martin Suter und ich werden glaube ich nie die besten Freunde.

Kurzweilig zu lesen. Unterhaltsam diese feinen Unterschiede beim Schweizer Deutsch. 

Aber... Der Plot? Meine heimische Bibliothek war sehr optimistisch und hat einen kleinen Sticker mit dem Wort "Thriller" auf den Rücken geklebt. Und in der "Thriller und Krimi" Abteilung war der Roman auch zu finden. Das allein hatte ohne Frage schon einen nicht geringen Unterhaltungswert. Vielleicht war der Sticker nötig, weil man sonst nicht drauf gekommen wäre, oder die Damen und Herren der Bibliothek das Buch konsequent immer zu den Romanen und Erzählungen sortiert hätten.

 

Es wird viel gekocht, es gibt Menschen mit und ohne Moralvorstellung, viele brisante und aktuelle, politische Themen die wichtig sind. Aber all das hat mich nicht ergriffen. Zu viel Klischee, zu flach erzählt. Und das Ende? Abrupt. Natürlich "schockierend", theoretisch, aber der Weg dahin war dann doch zu sachte, und die Reflektion danach zu non Existent, dass es irgendeinen Eindruck hinterlassen würde.  

 

Next, please. 

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