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review 2016-11-29 14:53
Lesbisch für Anfängerinnen: Acht Frauen im Schnee
Lesbisch für Anfängerinnen: Acht Frauen im Schnee (Das Adventsbüchlein) - Celia Martin

Story:
Tina, ihre Stiefschwester Julia und ihre Freundinnen aus der WG fiebern dem Weihnachtsfest entgegen. Da in der heißen Vorweihnachtsphase die Heizung in der WG ausfällt beschließen die Frauen kurzerhand die Feierlichkeiten in eine Skihütte in den Bergen zu verlegen. Tina und Julia wollen später nachkommen, da zunächst Weihnachten mit der neuen Familie ansteht – zumindest dachten sie das, denn kurz vor dem Heiligabend werden all ihre Pläne über den Haufen geworfen. Ihre Eltern beschließen eine Überraschungsreise und Julia und Tina können doch schon früher zu ihren WG-Freundinnen stoßen. Allerdings geht bei der Reise in die Berge alles schief, was schief gehen kann …

 

Eigene Meinung:
Das Adventsbüchlein „Lesbisch für Anfängerinnen: Acht Frauen im Schnee“ erschien im November 2016 im Butze Verlag und ist eine schöne Alternative zum üblichen Adventskalender. Das vollfarbige Büchlein ist eine sehr schöne Idee, die auf jeden Fall kurzweiliges Vergnügen schenkt. Aufgebaut ist das Buch wie ein Adventskalender – auf dem bunten Cover findet man die Zahlen neben jedem weihnachtlichen Element – mit dem die 24 kurzen Kapitel gekennzeichnet sind. Daher muss man erst das passende Symbolbild im Buch finden, bevor man weiterlesen kann. So toll die Idee ist, es hapert ein wenig an der Ausführung, denn die Zahlen sind mitunter nur schwer lesbar (man hätte sie nicht hinter die Bilder setzen sollen) und einige Symbole einander zu ähnlich. Dennoch kommt man mit der Zeit mit dem ungewöhnlichen Adventskalender zurecht.

 

Die Geschichte wiederum ist Geschmackssache – man muss die Trilogie „Lesbisch für Anfängerinnen“ schon kennen, um sich wirklich in der Handlung zurecht zu finden. Gerade die vielen Figuren machen es dem Leser ansonsten schwer den Überblick zu behalten, ebenso wenn es darum geht herauszufinden, wer mit wem liiert ist. Daher ist das Büchlein eine schöne Ergänzung für Fans der Reihe. Ansonsten wirkt die Geschichte an einigen Stellen stark an den Haaren herbeigezogen – sei es die Sache mit dem Zug (welcher Zugbegleiter lässt zwei Frauen mitten in der Nacht in der Kälte zurück?) oder auch der Banküberfall, der Tina und Julia in Schwierigkeiten bringt. So witzig einige der Dinge sind, die den beiden Frauen auf ihrer Reise widerfahren, sie sind doch reichlich übertrieben. So ganz ernst kann man die chaotische Weihnachtsreise daher nicht nehmen, aber irgendwie musste die Autorin ja 24 kurze Kapitel inkl. Cliffhanger füllen.

 

Die Figuren lernt man anhand der kurzen Adventsgeschichte kaum kennen – dafür muss man dann doch die Trilogie gelesen haben. Allerdings verhalten sich Tina und Julia an einigen Stellen reichlich unlogisch und unbedarft, gerade als sie nach einer wahren Odyssee endlich in Salzburg ankommen und weiterhin an ihrer Überraschung festhalten – jeder andere hätte wahrscheinlich zum Handy gegriffen und sich von seinen Freunden einsammeln lassen.

 

Stilistisch ist „Lesbisch für Anfängerinnen: Acht Frauen im Schnee“ sehr lockerleicht geschrieben. Celia Martin hat einen eingängigen Stil, der mitunter ein wenig zu alltäglich daherkommt und nicht jedermanns Geschmack ist. Wer Gefallen an der „Lesbisch für Anfängerinnen“- Trilogie gefunden hat, dem wird gewiss auch dieses kleine Büchlein gefallen, alle anderen sollten im Vorfeld den ersten Band der Reihe anlesen, um herauszufinden, ob die Autorin den jeweiligen Geschmack trifft. Insgesamt sollte man sowieso die Reihe kennen, bevor man sich an diesen ungewöhnlichen Adventskalender wagt.

 

Fazit:
„Lesbisch für Anfängerinnen: Acht Frauen im Schnee“ bietet kurzweilige Unterhaltung, für die man jedoch die Reihe von Celia Martin kennen sollte. Inhaltlich wirkt die Geschichte an vielen Stellen arg überzogen und unlogisch, auch die Figuren kann man nur schwer auseinander halten, wenn man ihnen zum ersten Mal begegnet. Die Grundidee wiederum ist toll – ein Adventskalender in der Form ist wirklich eine tolle Sache, wenngleich man noch ein wenig an der optischen Ausfertigung feilen kann. Wer lockerleichte, lesbische Geschichten mag und nach einem passenden vorweihnachtlichen Buch ist, sollte „Lesbisch für Anfängerinnen: Acht Frauen im Schnee“ einen Chance geben – gerade wenn man die Frauen der WG kennt und liebgewonnen hat. Alle anderen sollten vorab die Trilogie lesen …

 

Insgesamt vergebe ich 4 Sterne für die Idee und 2 Sterne für den Inhalt bzw. die Geschichte, was im Mittel drei Sternchen ergibt.

Source: www.like-a-dream.de
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review 2016-05-15 19:56
Indianer im Kopf
Indianer im Kopf: Eine lesbische, humorvoll-spirituelle, kriminalistische Liebesgeschichte - Corinna Behrens

Story:
Als der alte Pfarrer der Gemeinde in Ruhestand geht und das evangelische Pastorenpärchen Huber vorgestellt wird, gerät Jackies Leben gehörig aus den Fugen. Nicht nur verliebt sie sich fast auf den ersten Blick in Mirjam Huber, ihr Mann scheint ihr nur wenig Sympathie entgegen zu bringen. Dementsprechend problematisch wird ihr Arbeitsverhältnis, denn sie arbeitet in der evangelischen Verwaltung, was bedeutet, dass sie permanent auf der Hut sein muss. Zu allem Überfluss sieht sie nach einer gemeinsamen Meditation (inkl. traditionellem Kiffen) mit ihrer spiritistischen Freundin Monika immer wieder Spirit Hawk und die alte Indianerin Mahpea, ganz besonders wenn es um Mirjam und deren Mann geht. Nur was haben ihre Träume und Visionen wirklich zu bedeuten?

 

Eigene Meinung:
Mit dem humorvollen Romane „Indianer im Kopf“ legt der Butze Verlag einen weiteren lesbischen Liebesroman vor. Dieses Mal stammt es aus der Feder Corinna Behrens, deren erste Romane im Eigenverlag erschienen sind.

 

Der Roman verspricht eine amüsante, chaotische Handlung und ungewöhnliche Charaktere, was die Autorin teilweise auch halten kann. Auf den ersten Blick wirkt das Setting dennoch außergewöhnlich, denn die Geschichte der gläubigen Jackie in Kombination mit dem spiritistischen Glauben der Indianer ist zunächst ein wenig gewöhnungsbedürftig. Dennoch kommt man recht schnell in die Handlung und freundet sich mit den unterschiedlichen Charakteren der kleinen Gemeinde an. Es macht Spaß Jackie zu begleiten, während sie tunlichst um Fettnäpfchen herummanövriert und versucht sich in die geänderten Bedingungen (neuer Pfarrer, ihre Liebe zu einer verheirateten Frau) klarzukommen. Dabei wird schnell klar, dass sie ein ziemlicher Feigling ist – weder steht sie zu ihrer Sexualität, noch lehnt sie sich gegen Ungerechtigkeiten auf, denn zumeist verkriecht sie sich oder kuscht vor den Leuten, die sie niedermachen. Mit ihren dreißig Jahren wirkt sie daher eher wie ein Kind, was nur bedingt glaubwürdig daherkommt. Ihre Feigheit zieht sich leider durch den Großteil der Handlung, was mit der Zeit doch ermüdend ist, da man fast zu lange darauf wartet, dass Jackie endlich aktiv wird. Besonders im letzten Viertel, wo noch ein kleiner Thriller eingebaut wird, wünscht man sich wirklich, die Heldin würde schneller schalten.

 

Was ebenfalls ein wenig schwer im Magen liegt, ist die Tatsache, das einmal mehr die Männer die Antagonisten sind – etwas, was in lesbischen Romanen sehr oft vorkommt (neben der neidischen Ex oder zickigen Kolleginnen). In diesem Fall ist Pfarrer Huber gleich so klischeehaft böse, dass man nur genervt den Kopf schüttelt. Das trifft auch auf seinen „Komplizen“ zu, was „Indianer im Kopf“ einen faden Beigeschmack gibt.

 

Dennoch sind die Charaktere liebenswert gestaltet – gerade Jackie schließt man schnell ins Herz, wenngleich sie zum Ende hin aufgrund ihrer Feigheit doch einige Sympathiepunkte einbüßt. Mirjam kommt leider ein wenig blass daher, da sie fast ausschließlich auf ihre Opferrolle reduziert ist. Es ist schade, dass ihr der Tiefgang fehlt und sie ihr Schicksal nicht selbst in die Hand nimmt. Sie ist einfach zu passiv. Dafür kann Monika bereits nach wenigen Seiten von sich und ihrer leicht abgehobenen Art überzeugen. Es macht Spaß die Passagen mit ihr zu lesen, insbesondere wenn es um ihre Meditation und die Sessions geht, in der sie mit den Geistern der Indianer kommuniziert.
Wie bereits erwähnt haben nahezu alle Männer (selbst der alte Pfarrer, der wie ein Vater für Jackie ist) einen recht negativen Touch. Huber ist natürlich der Schlimmste – arrogant, frauenfeindlich und gewalttätig. Einerseits gibt es (wahrscheinlich) solche konservativen Kirchenmänner, andererseits wirkt es hier einfach zu dick aufgetragen. Er ist der klassische „Bösewicht“, der keinerlei positive Eigenschaften zu haben scheint.

 

Stilistisch ist „Indianer im Kopf“ durchaus gelungen – Corinna Behrens hat einen angenehmen, lebendigen Stil, der den Leser einen direkten Einblick in Jackies Gedanken- und Gefühlswelt ermöglicht. Man merkt, dass die Autorin Ahnung von dem hat, was sie beschreibt – sowohl von Frauenfußball (Jackie spielt aktiv in einer Mannschaft), als auch was die Arbeit innerhalb der evangelischen Kirche anbelangt. Auch die Verknüpfung zur indianischen Kultur ist gelungen. Wer einen lockeren, humorvollen Schreibstil mag, sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren.

 

Fazit:
„Indianer im Kopf“ ist ein schöner, humorvoller Roman für Zwischendurch, der mit einem schönen Schreibstil und einer ungewöhnlichen Story punkten kann. Leider muss man einige Abstriche in Kauf nehmen, die das Lesevergnügen trüben – zum einen Jackies Feigheit, die die Geschichte zusätzlich in die Länge zieht, zum anderen die Tatsache, dass die Herren der Schöpfung fast komplett negativ rüberkommen. Das mag nicht jeden stören, mir missfiel es jedoch mit der Zeit. Dennoch sollte man dem Buch eine Chance geben, denn die Mischung ist auf jeden Fall innovativ und letztendlich bekommt man eine solide Liebesgeschichte präsentiert. Reinschauen.

Source: www.like-a-dream.de
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review 2016-02-19 11:36
Tanz ins Flutlicht
Tanz ins Flutlicht - Lina Kaiser

Story:
Aller Umstände zum Trotz sind Katinka und Emilia ein Paar geworden und könnten glücklich sein. Doch der Alltag holt sie beide schnell ein: das Abitur steht an, es gilt ihre Beziehung geheim zu halten (da Katinka ein Outing auf alle Fälle und Anfeindungen ihrer Mitschüler vermeiden will) und die jeweiligen familiären Probleme sorgen ebenfalls für Spannungen. Als Emilia auf ein Outing drängt, um bösen Gerüchten zuvor zu kommen, ist Katinka endgültig überfordert. In ihrer Panik trifft sie etliche falsche Entscheidungen, die dafür sorgen, dass sich die beiden jungen Frauen immer wieder voneinander entfernen. Als auch noch Britta aus Berlin zurückkehrt, die Frau, die Katinka immer bewundert und verehrt hat, und Emilia in Arvid einen glühenden Verehrer findet, wird ein Keil zwischen das Paar getrieben, der für ihre Beziehung das Ende bedeuten könnte …

 

Eigene Meinung:
„Tanz ins Flutlicht“ setzt dort an, wo Lina Kaisers Debüt „Im Abseits der Lichter“ endete: die beiden Mädchen sind ein Paar, was beide vor gänzlich neue Probleme stellt: Outing, Zusammenhalt und Erwachsenwerden. Auch die Fortsetzung erschien beim Butze Verlag.

 

Wie erwähnt führt Lina Kaiser die Geschichte nahtlos weiter. Der Leser begleitet Katinka, die sich noch immer nicht vollkommen mit ihrer homosexuellen Identität angefreundet hat und sich schwer damit tut, sich anderen gegenüber zu offenbaren. So bringt sie zwar das Outing innerhalb ihrer Familie halbwegs über die Bühne, will jedoch nicht in der Schule darüber reden oder sich zu ihrer Sexualität bekennen. Dies treibt nach und nach einen Keil zwischen Emilia und sie, was den Hauptteil des Buches ausmacht. Katinka hat leider die Eigenart die Dinge zu zerdenken und sich alle möglichen Horrorszenarien auszumalen, die sie von einem Outing Abstand nehmen lassen. Das ist durchaus sehr plausibel und nachvollziehbar geschrieben und Katinkas Ängste sind gewiss nicht aus der Luft gegriffen, doch mit der Zeit nervt ihre Feigheit immens. Dass ihre Homosexualität ein offenes Geheimnis ist, darauf kommt sie nicht einmal, dabei gibt es so viel Hinweise und Andeutungen seitens ihrer Mitschüler, dass man sich fragt, warum Katinka das nicht registriert. Dementsprechend zieht sich der Mittelteil - es dauert einfach viel zu lange, bis Katinka den Mund aufmacht und sich zur Wehr setzt. Warum Emilia das die ganze Zeit mitmacht, anstatt selbst das Ruder in die Hand zu nehmen, ist mir ebenso schleierhaft. So wirkt die Handlung ein wenig konstruiert, da sie nur um Katinka und ihre Probleme und Sorgen aufgebaut wird, während alle anderen brav ihrem Wunsch folgen und schweigen. Dabei wäre es nur logisch, wenn Emilia sich selbst outet und den ersten Schritt macht, wenn sie damit keine Probleme hat. Und selbst wenn sie Katinka nicht bloßstellen will, hätte sie ja auch verschweigen können, dass diese ihre Freundin ist.

 

Die Charaktere sind trotz ihrer Schwächen gut nachvollziehbar: Katinka ist die unsichere Heldin, die sich eher versteckt und nur selten für jemanden Partei ergreift; Emilia ist sehr introvertiert und hält sich ebenso zurück, wenn es darum geht eine Entscheidung umzusetzen. Die beiden sind damit zwar nachvollziehbar, denn sie dürften dem typischen Jugendlichen entsprechen, der sich schwer tut, eigene Entscheidungen zu treffen und erwachsen zu werden, sympathisch sind sie dem Leser aber nur bedingt. Gerade Katinka möchte man immer wieder schütteln und darauf hinweisen, dass sie weder für ihre Freundin, noch für ihre Freunde eine Hilfe und Stütze ist. Zwischendurch wünscht man ihr sogar, von Emilia sitzengelassen zu werden, denn im Grunde hat Katinka mehr Unterstützung seitens ihrer Familie und ihrer Freunde, als so manch anderer.

Die übrigen Charaktere sind wesentlich sympathischer – Katinkas Freund Milan kommt zwar etwas kurz, dafür kann man seine Auftritte aber besser genießen, dafür lernt man endlich Britta kennen, die in Band 1 nur am Rande erwähnt wird. Und man interessiert sich, wie die Sache für Arvid endet, denn seine Geheimnisse bieten Potenzial für eine eigene Geschichte.

 

Stilistisch kann „Tanz ins Flutlicht“ auf jeden Fall punkten. Lina Kaiser hat einen sehr schönen, aufwendigen und soliden Stil, der eine besondere Nähe zu den Charakteren aufbaut. Das Buch ist aus Katinkas Sicht geschrieben, dementsprechend intensiv lernt man sie, ihre Gedanken und Gefühle kennen. Dabei gelingt es Lina Kaiser nicht nur die Gefühle perfekt zur Sprache zu bringen und umzusetzen, Katinka wird im Laufe des Buches auch erwachsen. Dieser Reifeprozess ist der Autorin sehr gut gelungen – man erlebt Katinkas Weiterentwicklung direkt mit und kann sich daher sehr gut mit ihr identifizieren (auch wenn man sie immer wieder belehren möchte).

 

Fazit:
„Tanz ins Flutlicht“ ist eine gelungene Fortsetzung von „Im Abseits der Lichter. Lina Kaiser hat einen schönen Coming-of-Age Roman geschaffen, der hin und wieder seine Längen hat und dessen Heldin dem Leser nur bedingt sympathisch ist, die man aber dennoch irgendwie verstehen kann. Stilistisch gibt es nichts zu bemängeln, so dass man das Buch allen ans Herz legen kann, die bereits Lina Kaisers Debüt mochten oder sensible, realistische Jugendromane schätzen. Reinschauen.

Source: www.like-a-dream.de
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review 2014-11-10 11:51
Liebe ist käuflich – Rache auch!
Liebe ist käuflich - Rache auch! Von Verführung und Irreführung - Andri Cuort

Story:
Als der Anwalt Erik Hort von dem Multimillionär eines großen Pharmaunternehmens mit seinem persönlichen Nachlass betraut wird, schnuppert er das erste Mal in die Welt der Reichen und Mächtigen. Doch hinter dem Vorhang verstecken sich Korruption, erschreckende Abgründe und Verbrechen, die Kinderhandel, Mord und Prostitution umfassen. Schon bald muss Erik erstmals selbst unschöne Wege beschreiten, um einen Politiker zu erpressen und die Zukunft seiner Schwester und der Zwillingen Alexandra und Benjamin zu sichern. Mit der Zeit perfektioniert er dieses Spiel der Irrungen und Wirrungen, den Balanceakt zwischen Gewissen und Ehre, Lüge und Verblendung, denn nicht immer ist Gerechtigkeit auf legalem Wege zu erreichen.

 

Als er schließlich selbst ins Visier eines gnadenlosen Mannes gerät, der seine Familie und seine Freunde bedroht, muss Erik erstmals seine Fähigkeiten und Verbindungen nutzen, um sich gegen den unbekannten Gegner zur Wehr zu setzen …

 

Eigene Meinung:


Mit „Liebe ist käuflich – Rache auch!“ legt der Butze Verlag einen schwulen Roman von dem Schweizer Autoren Andri Cuort vor. Neben dem Taschenbuch existiert auch eine Hörbuchfassung, die von Peter Bieringer umgesetzt wurde.

 

Der Einstieg in den knapp 200 Seiten starken Roman ist nicht ganz so einfach, da man als Leser mitten in die Handlung geworfen wird. Gerade die ersten Seiten wirken etwas unzusammenhängend, allerdings erklärt der Autor in den letzten Sätzen des Buches, was es mit dem Einstieg auf sich hat. Erst dann machen die ersten Passagen von „Liebe ist käuflich – Rache auch!“ wirklich Sinn, so dass das Ende doch einiges aus dem Buch herausholen kann.


Die Geschichte ist prinzipiell spannend und die vielen Wirrungen und Verwicklungen fesseln mit der Zeit auch den Leser, allerdings ist das ganze Buch eher wie ein Film aufgebaut – Andri Cuort arbeitet mit vielen Rücklenden, in denen er Eriks Leben und seine vielen Aktionen offenbart und aufzeigt, wie der Charakter zu dem geworden ist, was er ist. Dadurch lernt man zwar die Figur kennen und verstehen und man erfährt eine Menge über die Hintergründe, doch man baut kaum eine Beziehung zu dem Geschehen auf. Der Mord an Salzmann, der das Bucheinläutet, rückt im Laufe der Geschichte vollkommen in den Hintergrund, was einen Großteil der Spannung herausnimmt. So faszinierend Eriks Entwicklung und die seiner Freunde ist, man vermisst ein wenig den Thriller und einen kontinuierlichen Spannungsaufbau. Es wirkt vielmehr wie eine nüchterne Nacherzählung der Ereignisse. Bei einem Film ist solch ein Aufbau spannend, da er den Charakter beleuchtet und mit einem Clou am Ende aufwartet – in einem Roman funktioniert dies nur bedingt. Sicherlich hat Andri Cour viele Ideen und einige Aspekte sind wirklich gut umgesetzt (die Darstellung der Alzheimer Krankheit, die Passagen in Indien und die vielen Verwicklungen der Figuren), doch ein wenig ausführlicher und aktiver hätte die Erzählstruktur schon sein dürfen.

 

Die Charaktere bleiben im Großen und Ganzen dem Leser fremd und wirken ein wenig unnahbar. So lebendig sie sind, so viel man über sie erfährt, man lernt sie selten direkt und hautnah kennen. Erik Hort ist durchaus sympathisch und mit seinem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn eine gute Identifikationsfigur, doch es ist schwer ihn wirklich zu greifen und zu erfassen. Man nimmt selten an seinen Gedanken und Gefühlen teil, tappt zumeist ebenso im Dunkeln, wie seine Gesprächspartner. Auch die anderen Figuren bewahren sich diese Art der Distanz, selbst wenn Andri Cuort einige Passagen aus ihrer Sicht erzählt. Dennoch wirken sie realistisch, egal ob es sich um Eriks Partner Michael, den Politiker Reitz oder den Geschäftsmann Salzmann handelt. Man lernt alle agierenden Personen auf dieselbe, schnörkellose Art kennen, so dass man sich selbst ein Bild von ihnen machen kann. Einerseits ist es gar nicht mal verkehrt, dass man die Charaktere selbst bewerten und einschätzen kann, andererseits fehlt einem der Zugang zu Eriks Gedanken und seiner Beurteilung.

 

Stilistisch ist „Liebe ist käuflich – Rache auch!“ sehr nüchtern und schnörkellos – Andri Cuort hat durchaus einen schönen Schreibstil und weiß mit Worten umzugehen, doch er lässt dem Leser keine Möglichkeit mit seinen Figuren und der Handlung auf Tuchfühlung zu gehen. Vielfach hat man das Gefühl einen wissenschaftlichen Bericht zu lesen, eine Zusammenfassung, die zwar spannend aufgebaut ist, doch selten berührt. Dazu wird zu viel zusammengefasst, in Rückblenden erzählt und nicht näher beleuchtet, so dass es schwer fällt richtig in die Handlung einzutauchen. Andri Cuort mag realistisch erzählen und logisch aufbauen, doch die Distanziertheit bleibt ein großes Manko und weder die spannende Hintergrundgeschichte, noch der Clou am Ende können diesen Punkt wirklich aufwiegen.

 

Fazit:
„Liebe ist käuflich – Rache auch!“ hinterlässt ein gespaltenes Gefühl, das es schwer macht das Buch wirklich zu bewerten. Als Film wäre der Stoff und der Aufbau klasse gewesen – als Buch funktioniert er einfach nicht. So interessant die Grundidee ist und so lebendig die Charaktere sind, es fällt einfach schwer sich mit ihnen zu identifizieren und die vielen Ereignisse zu erleben. Dazu ist der Stil zu distanziert gehalten und der Umfang wesentlich zu kurz. Es mangelt an aktiver Beschreibung, fesselnden Dialogen, Spannung und einem kontinuierlichen Handlungsbogen. Schade, hier hätte man mehr draus machen können.

Source: www.like-a-dream.de
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