logo
Wrong email address or username
Wrong email address or username
Incorrect verification code
back to top
Search tags: Fiction
Load new posts () and activity
Like Reblog Comment
show activity (+)
review 2018-02-25 08:57
Keine Science in der Science-Fiction
Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten - Becky Chambers,Karin Will

Gleich mal zu Beginn eine Positionsbestimmung meinerseits. Ich lese seit den 80er Jahren Science Fiction und bin ein Fan und Nerd in dieser Community von meiner ersten Stunde an. Ich habe von Lem und den Herberts (Vater und Sohn) nahezu alles verschlungen, von meinem Superstar Philip K. Dick auch sehr viel gelesen, Douglas Adams sowieso, und dann natürlich noch ein bisschen Heinlein und Strugatzki und so weiter ....auch ein paar modernere Autoren habe ich gelesen und alle filmischen Umsetzungen wurden von mir selbstverständlich inhaliert.

 

Insofern bin ich SF-Purist und mir ist die Science in diesem Genre - die ja auch im Namen steht und deshalb ein wesentlicher Bestandteil ist - sehr wichtig. Wir haben früher stundenlang falsche Konzeptionen an Zeitschleifen kritisiert, über mögliche Antriebstheorien diskutiert und die fiktionalen Theorien auf Wisschenschaftlichkeit abgeklopft. Deshalb war ich als Frau auch sehr gespannt, was denn die vom Verlag propagierte neue Weiblichkeit in der Science Fiction von Becky Chambers zu bedeuten hätte. Prinzipiell ist es mir sowieso ein Dorn im Auge, dass in manchen Genres so gut wie keine Frauen sichtbar sind.

 

Vermeidung von technologischen Erklärungen

Der neue Stil begann schon mal sehr irritierend. Die Autorin warf völlig inflationär technologische Ausdrücke unkommentiert die Arena. Als Leserin musste ich mich mit Wörtern und neuen Technologien anfreunden, von denen mir nicht erklärt wurde, wie sie in diesem Roman funktionieren sollten. Wie zum Beispiel der Algenantrieb, die Stasetruhe, die Medbots... Zuerst dachte ich mir noch -

"Ok gemach Du SCIFI-Nerd, warte mal ab. Die Autorin spielt einfach nicht sofort und vordergründig den Erklärbären für die erwähnten Technologien, die genaue Funktionalität wird dem Leser nach und nach offenbart."

 

.... Und dann passierte nichts. Im Gegenteil, weitere Technologien wurden eingeführt und wieder nicht erklärt, wie sich die Autorin das vorstellt. Neben dem verwirrenden Beginn des Roman hat mich am meisten der Umstand gestört, dass in einem plotrelevanten Teil der Raumfaltung - das ist ja das Kerngeschäft der Wayfarer - nicht mal im Ansatz thematisiert wurde, was die Crew hier überhaupt macht. Ok da ich schon genug andere SCIFI gelesen habe und mit den älteren Theorien der Raumfaltung zumindest ganz gut vertraut bin, kann ich mir vieles denken, aber wie zum Beispiel die Käfige zur Stabilisierung des Bohrerlochs fungieren ist mir völlig schleierhaft - oder dienen sie vielleicht als Bojen, damit man sich im Hyperraum nicht verirrt? Keine Ahnung - ganz typisch wie im Rest des Romans - ein paar Begriffe in die Geschichte geworfen, ein paar wissenschaftliche Andeutungen und dann wird wieder drauf gepfiffen.

 

Auch hier wird bereits ein bisher fundamentaler Grundsatz des SCIFI-Genres in Frage gestellt. Die Frage ist nämlich, ob technische Erklärungen integraler Bestandteil von guter Sci-Fi Literartur sein müssen oder nicht. Soll die SCFI- komplett zur Fiktion verkommen und die wissenschaftlichen Erklärungen werden ab nun ignoriert und ausgelassen- Hautpsache die Figuren sind nett entwickelt und eine Geschichte wird erzählt?

 

Ich sage schon in diesem Bereich nein, denn auch hier und jetzt auf der Erde interessieren mich grad die neuen Elektro- Speicher- und Wasserstofftechnologien. Als halbe Technikerin ist mir ist gar nix wurscht hauptsach die Karre fährt oder der Compi funzt. Ich will wissen wie, und griff und greife auch öfter zum Schraubenschlüssel weil ich die Technik dahinter erforschen will - SEHRRRR SCHLECHT FÜR DIE GEWÄHLEISTUNG BEI APPLE PRODUKTEN!!!

 

Das Privatleben der Aliens

Stattdessen fokussiert sich Frau Chambers sehr intensiv auf die Figurenentwicklung, die einzelnen Alienrassen, deren Taxonomien und biologische Eigenschaften, ihre Gebräuche, wie sie essen, wie sie Sex haben, wie sie kommunizieren, wie ihre Familienverbände strukturiert sind. Also sie zentriert den Roman auf biologische, soziologische und ethnografische Aspekte der Science Fiction.

 

Das ist eigentlich der Punkt, wo sie wirklich frischen Wind in das Genre bringt, ohne es durch einen Tsunami völlig auf den Kopf zu stellen, der mir zudem am besten am Roman gefallen hat. Bei allen wissenschaftlichen Lücken muss gesagt sein: Dieses breite Feld, das mich seit den 80ern in der Science-Fiction umtreibt und das noch nie geklärt wurde, wird hier doch ein bisschen genauer beleuchtet und das hat der Science Fiction auf jeden Fall gefehlt. Ein Mad-Bild zum Krieg der Sterne drückt nämlich sehr deutlich aus, was ich schon immer wissen wollte, mich aber nie getraut habe zu fragen:

Ok wie die Aliens auf die Toilette gehen, wurde nicht beschrieben, aber die private Lebensrealität von Aliens wurde sehr genau thematisiert.

 

Wissenschaftliche Korrektheit von Analogien und Wendungen im Plot

Da Becky Chambers ja eh so gut wie nie detaillierte technische Erlärungen abgibt, sondern sich nur in Andeutungen ergeht, wäre die Wahrscheinlichkeit, wissenschaftliche Fehler zu begehen eher gering, aber sebst hier schafft sie es, auf wissenschaftliche Recherche und Korrektheit zu verzichten und kapitale Schnitzer zu produzieren. Das ist sehr ärgerlich. Kann die Vermeidung von Wissenschaftlichkeit im Roman noch als lässlicher Fehler gesehen werden, so sind Analogien und Plotwendungen basierend auf uralten falsifizierten Theorien einfach ein NO-GO im Genre.

 

Da sie sich auf biologische Aspekte der Aliens kapriziert, sollte zumindest dieses wissenschaftliche Gebäude ihrer Analogien auf dem letzten Stand der Forschung sein, aber nicht mal das schafft sie. Sie vergleicht eine zweibeinige fleischfressende KALTBLÜTLER-Echse mit einem zweibeinigen Saurier der seit dem Stand der Wissenschaft ab 2005 definitiv als WARMBLÜTLER bestätigt wurde. Außerdem wurde auch impliziert, das 2-beinige Raubsaurier keine Federn hattten. Nun könnte man ja bei der indirekten Konzeption der Figuren einwenden, dass die Figur der Echse so etwas nicht wissen kann, aber eine menschliche Spezialistin für Aliens und Aliengesetze also für Rassen und Taxonomien, die auch ständig in der Datenbank rechcheriert, zieht den Vergleich und das ist Figurenkonzeptionell total unlogisch.

 

Ein bisschen Recherche (und mehr als 10 minuten Aufwand ist das nicht) des aktuellen Standes der Wissenschaft würde sowohl für die Autorin als auch für den SCIFI-Verlag absolut notwendig sein. Sogar in Krimis müssen die Autoren auf dem aktuellen Stand der Forensik und der Technik schreiben und demgemäß die aktuellen Entwicklungen permanent recherchieren.

 

Mein Lesefreund Marcus hat mir dann auch am Ende noch ziemlich klar vor Augen geführt, dass der Roman auch im Plot bei der Raumfaltung bzw. beim Bewegen des Raumschiffs im Raum und in der Zeit des Universums, am wissenschaftlichen Stand von vor 2005 steckengeblieben ist. Auch hier wurden die neueren Erkenntnisse der Forschung der letzten Jahre einfach ignoriert bwz. uralte, mittlerweile falsifizierte Theorien auf den Plot angewandt. Das wäre nun bei einem Buch von 2000 gar kein Beinbruch, aber die Erstausgabe des Romans wurde 2014 verlegt und das Genre heißt SCIENCE-Fiction.

 

Der Plot

Auch im generellen Plot verstößt der Roman gegen alle Regeln des Genres. Es existiert auf 550 Seiten bis auf ein paar Ausnahmen so gut wie keine ÄKTSCHN was eigentlich doch ganz schön langweilig ist.

 

Resumee und Fazit

Drei fundamentale Regeln und Grundpfeiler des SF-Genres werden hier in diesem Roman auf den Kopf gestellt und ignoriert.

- 1) Die fehlende Wissenschaftlichkeit im Roman durch Auslassung fast aller Erklärungen (die geht für mich ja noch, denn möglicherweise ist die manische technokratische Fokussierung des Plots im Genre ohnehin zu ausgeprägt, dennoch möchte ich manchmal wissen, wie etwas funktioniert und will mich nicht durch leere technische Worthülsen verwirren lassen)

- 2) FAKE-Wissenschaftlichkeit durch uralte falsifizierte wissenschaftliche Theorien im Roman (für mich absolut nicht zu tolerieren denn das Genre heißt SCI-Fi und ohne Science führt es sich schon alleine in seiner Existenz ad Absurdum)

- 3) kaum Action im Plot (für mich sehr langweilig)

+ 4) Demgegenüber steht auf der positiven Seite eine gute und intensive Figurenentwicklung die doch sehr erfrischend in das ansonsten technokratische Genre, das sich bisher wenig mit Figuren und Aliens beschäftigt hat, eingeführt wird.

 

Am Ende meiner Bewertung, wenn ich die Minuspunkte und Pluspunkte zusammenrechne, stehen 2,5 Sterne in der Bewertung eines sehr mediokren SCI-FI Romans, der einfach mit Gewalt versucht, anders und innovativ zu sein und dabei die fundamentalen Pfeiler des Genres total verloren bzw. sie bedauerlicherweise bewusst ignoriert hat.

Like Reblog Comment
review 2018-02-24 23:17
The Innkeeper's Daughter by Michelle Griep
The Innkeeper's Daughter - Michelle Griep

What a unique work of Christian historical fiction! With “The Innkeeper’s Daughter”, Michelle Griep crafts a fascinating story that combines romance, suspense, and hardship against the backdrop of Dover in 1808. The dialect immerses the reader in this Regency world, and the realistic challenges and situations which the characters face reinforce this connection. Moral quandaries and tests of faith feature prominently and demonstrate that despite the passage of time, some things do not change. Be it two hundred years in the past or contemporary society, faith and trust in God are essential, especially in trying circumstances.

“The Innkeeper’s Daughter” beautifully illustrates this through the story’s main conflict. Intrigue and adventure flow as a steady undercurrent that swells toward the end of the narrative, with no predictable ending to spoil the ride. The hero, Alexander Moore, accepts a covert assignment to get to the bottom of a deadly conspiracy and lands at the Blue Hedge Inn, which is run by the comely Johanna Langley and her aging mother. Plagued by financial difficulties and concerns for her mother and young brother, Johanna tries to take the world upon her shoulders, trusting in herself above all, as do so many of us today.

Part of what makes this novel so captivating is the quirky and unusual characters. They are unlike any I have come across in other Christian fiction, especially the peripheral characters. Not only do they add depth to the story, but they also offer a perspective on physical disability and mental illness. The villains, who are not always easy to pick out here, are handled cleanly in spite of their actions. Overall, this story reminded me in certain ways of “The Scarlet Pimpernel”. Gambling played a substantial role in the narrative, and this is another example of how Griep’s book proves its distinctiveness. Rather than portraying betting as inherently evil, “The Innkeeper’s Daughter” demonstrates that it can be done honestly as long as you never gamble what you can’t afford to lose. The question becomes how far the characters are willing to go to uphold their convictions and their loyalties.

I received a complimentary copy of this book from Barbour Publishing and was under no obligation to post a review.

Like Reblog Comment
show activity (+)
review 2018-02-24 19:50
If I Were Your Monster by Scott Nicholson
If I Were Your Monster - Scott Nicholson,Lee Davis

How cute!!
Great illustrations accompany the cutest stanzas, all about what each monster would do if they were owned by you. It was fun and I breezed through the short pages. I even re-read it! It was just that adorable!
Grab this one for your kids when its nearing Halloween time. It would be perfect during that season.

 

 

Source: www.fredasvoice.com/2018/02/if-i-were-your-monster-by-scott.html
Like Reblog Comment
show activity (+)
review 2018-02-24 18:05
All Aunt Hagar's Children by Edward P. Jones
All Aunt Hagar's Children - Edward P. Jones

I think I am done with this one, at least for now. I've read the first 5 out of 14 stories (132 pages) and am finding it a drag, though I loved The Known World years ago and later on liked Lost in the City. The going felt slow, and the stories felt cluttered and sometimes confusing. Not all readers will share my short story preferences - I like them to be streamlined and to end with a bang - but that didn't really fit with these stories, which tend to meander along with two or three subplots that often don't reach any resolution or have much to do with the main plot. They're well-written and I'd hardly say they were objectively bad, but I'm not feeling it right now.

Some commentary on the individual stories, because I always want to see more of that in reviews of collections:

"In the Blink of God's Eye" - a young couple moves from Virginia to D.C. at the beginning of the 20th century, and begins to grow apart after she adopts a baby abandoned in their yard. I liked this one, though I felt it was a little padded out with the stories of secondary characters.

"Spanish in the Morning" - a young girl starts at Catholic school and skips ahead to first grade. The ending of this one baffled me.

She falls at her desk when standing up and thinking about how she's not happy about the treatment of a couple of other students, and then we rejoin her in bed at home with a wound in her hand and her family saying she doesn't have to return to that school. I couldn't tell whether she'd had a seizure or medical episode - which would make sense practically but not thematically and wouldn't explain the wound - or whether she spoke up and the teacher stabbed her in the hand, fitting in with a story an older relative told her earlier about a teacher who had a pitchfork like the Devil. Which would make sense thematically but is bizarre.

(spoiler show)


"Resurrecting Methuselah" - an American soldier in Korea is diagnosed with breast cancer, and his wife decides to leave him. In this one it was the motivations that confused me. We spend a lot of time with the wife, including a long sequence in Hawaii on the way to Korea in which she buys some candy she remembers from her childhood to find it completely different.

Then for some reason that was unclear to me, she immediately gives up on visiting her husband and flies home instead. My guess is that, having spent her adolescence as an invalid, she wasn't willing to have sickness in her house or around her daughter. But what does the candy have to do with it?

(spoiler show)


"Old Boys, Old Girls" - a young man is imprisoned for the second of two murders he's committed, does his time, and once on the outside, has to figure out how his family and an old lover fit into his life. I liked this one, which is interesting and doesn't have room for random subplots.

"All Aunt Hagar's Children" - a Korean war vet wants to head out to Alaska to pan for gold, but the older women of his family ask him to look into the murder of one of their sons instead, and he does. This was interesting but the end unconvincing.

He sees the murdered man's wife strike a powerful pose and concludes that she was the murderer, although there are plenty of other suspects.

(spoiler show)

And this one too grew weeds: it spends a lot of time on a stranger who died in front of the narrator getting off a streetcar, which does nothing in the story other than to haunt him, and I didn't believe for a minute that he somehow memorized her last words when they were full sentences in a language he didn't speak. Strings of unfamiliar words are unmemorable gibberish to me, and I'm good at foreign languages.

At any rate, I'm certainly not denying that there's merit here, but this wasn't the right time for this book, so it's heading back to the library.

Like Reblog Comment
show activity (+)
review 2018-02-24 16:07
Lonesome Dove
Lonesome Dove - Larry McMurtry

I spent the last eight weeks with the Hat Creek Cattle outfit, going with them on their epic adventure, a cattle track from Texas to Montana. And what a journey it was. At times funny, at times exciting and at times heart breaking. This book made me feel so emotional and I caught myself welling up with tears more than once while reading this novel.

 

It isn´t a perfect book by any means. It takes about 200 pages before the story hits its stride and the way the (few) women gets treated in this novel didn´t sit well with me, although the depiction might be a realistic one for the time the novel is set in. And in one way I loved the bittersweet ending, but I would have wished for a more satisfactory ending for some of the characters.

 

Despite these faults, Lonesome Dove is one of the best books I have ever read and immersed myself in the world of Lonesome Dove.

More posts
Your Dashboard view:
Need help?