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review 2017-09-16 09:07
Rezension | Das Sündenhaus von Antonia Hodgson
Das Sündenhaus: Historischer Thriller - ... Das Sündenhaus: Historischer Thriller - Antonia Hodgson,Sonja Rebernik-Heidegger

Beschreibung

 

Tom Hawkins ist nur knapp dem Galgen entgangen und nun reist er auf Bitte von Queen Caroline, Königin Englands, zum Herrenhaus des ehemaligen Schatzkanzlers John Aislabie in Yorkshire. Denn dieser erpresst die Königin mit einem Buch in dem die mitverantwortlichen des Finanzskandals um die »Südseeblase« auftauchen.

 

John Aislabie hat währendessen ganz andere Probleme, denn er erhält blutige Botschaften in dem seiner Familie gedroht wird. Tom Hawkins möchte so schnell es geht den Auftrag der Königin erfüllen, doch er gerät zwischen die Fronten und steckt schon bald in einem rätselhaften Fall.

 

Meine Meinung

 

Der historische Thriller „Das Sündenhaus“ von Antonia Hodgson hat mich auf den ersten Blick durch das mystieröse und unheilverkündende Cover in seinen Bann gezogen. Die dunklen Farben, das Herrenhaus im Hindergrund und der Umriss des Gentlemans lassen das Versprechen einer dramatischen und gruseligen Geschichte entstehen.

 

Die beiden vorherigen Romane über Tom Hawkins „Das Teufelsloch“ und „Der Galgenvogel“ habe ich nicht gelesen. Die Angst bezüglich möglicher Verständnissprobleme kann ich gleich vorweg ausräumen, denn für den Fall in Antonia Hodgsens neuesten Roman benötigt man keinerlei Vorkenntnisse. Lediglich wenn man die Vergangenheit und die genaueren Umstände um Tom Hawkins in Erfahrung bringen möchte, ist es wohl ratsam auch noch diese Geschichten zu lesen.

 

Wirklich gelungen ist das Setting des 18. Jahrhunderts, das Herrenhaus auf dem Landsitz und die dazugehörigen Protagonisten. Das dynamische Trio aus Tom Hawkins, seiner Frau Kitty und dem jungen Sam hat mich einfach in seinen Bann gezogen. Dabei habe ich besonders den jungen Sam durch seine außergewöhnliche Persönlichkeit schnell in mein Herz geschlossen. Auch die weiteren Protagonisten der Geschicht wurden mit einer feinen Feder gezeichnet, so dass man sie sich bildlich vorstellen kann. Im Gegensatz zu den bestechenden Charakteren hat es dem Handlungsverlauf etwas an Tempo und Explosionskraft gefehlt.

 

Antonia Hodgson hat mit ihrem historischen Thriller „Das Sündenhaus“ mein Interesse durch ihre tolle Erzählweise und geschickte geknüpfte Intrigen aus dem 18. Jahrhunderts geweckt, so dass ich mir die beiden Vorgängerbände sicherlich auch noch vornehmen werde.

 

Ein Nachwort mit Informationen zu den geschichtlichen Hintergründen wie z. B. die Finanzkrise (Südseeblase) und historische Persönlichkeiten runden die Geschichte zusätzlich ab.

Fazit

 

Ein schauderhaft guter Thriller der die Atmosphäre des 18. Jahrhunderts herauf beschwört.

Source: www.bellaswonderworld.de/rezensionen/das-suendenhaus-von-antonia-hodgson
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review 2016-06-14 10:43
In der Warteschleife
Die weiße Flamme - Richard Schwartz

Richard Schwartz ist nicht der Geburtsname des Autors der Zyklen „Das Geheimnis von Askir“ und „Die Götterkriege“. Er ist ein Pseudonym – eines von fünf. Es ist nicht öffentlich bekannt, wie der Mann tatsächlich heißt. Offiziell bestätigt ist nur, dass es sich bei Richard Schwartz und Carl A. deWitt um ein und dieselbe Person handelt. Seit diesem Jahr veröffentlicht Piper „Die Lytar-Chronik“ unter dem Namen Richard Schwartz, obwohl diese Trilogie ursprünglich als Zweiteiler von Carl A. deWitt bei blanvalet erschienen ist. Ich werde mir die drei Bände irgendwann von Piper zulegen, weil die Ausgaben überarbeitet wurden. Zuerst liegen jedoch noch einige Bände von „Die Götterkriege“ vor mir.

 

Havald, Engel des Soltar, ist aus seinem Schlaf erwacht, doch sein Gedächtnis kehrt nur langsam zurück. Solange er sich lediglich vage daran erinnert, wer er ist, ist jede Hoffnung, die Askir in ihn setzt, vergeblich. Leandra und Serafine sind enttäuscht, haben mit ihren Pflichten allerdings alle Hände voll zu tun. Leandra muss schnellstmöglich nach Illian reisen, um ihren Thron einzunehmen und den Rat daran zu hindern, die Stadt an den feindlichen thalakischen Kriegsherren Corvulus zu übergeben. Vorher hat sie jedoch ein Versprechen zu erfüllen: sie versprach, Byrwylde zu erschlagen, die riesige Schlange, die sich durch die Umleitung des Weltenstroms befreien konnte. Währenddessen befinden sich Wiesel und Marla bereits in Illian und müssen feststellen, dass die Stadt mit Intrigen verseucht ist und jeden Tag Unschuldige auf den Scheiterhaufen der Weißen Flamme brennen. Leandras Leben steht auf dem Spiel, finden Wiesel und Marla vor ihrer Ankunft keine Verbündeten, die sie unterstützen. Werden sie die Stadt gemeinsam vor sich selbst schützen können?

 

Kennt ihr diese Bücher, die man liest, für gut befindet und danach fast sofort wieder vergisst? So ergeht es mir bisher mit den Bänden von „Die Götterkriege“. Mir gefiel der Auftakt „Die Rose von Illian“ und ich mochte auch den zweiten Band „Die Weiße Flamme“, aber bleibenden Eindruck haben sie leider kaum hinterlassen. Es fällt mir schwer, Positives und Negatives zu definieren, weil mich die Geschichte emotional nicht richtig berührt. Irgendetwas fehlt. Es fühlt sich an, als könnte ich ein objektives Urteil abgeben, aber kein subjektives. Möglicherweise hängt das damit zusammen, dass ich den Eindruck habe, dass diese beiden Bände nur das Vorgeplänkel der eigentlichen Handlung darstellen. Die Geschichte nimmt sehr langsam Fahrt auf. Meiner Meinung nach zielt Richard Schwartz darauf ab, Havald erneut als ihr Zentrum zu etablieren, konnte damit allerdings noch nicht beginnen, weil er ihn selbst ins Aus geschrieben hat. Da Havald durch die Ereignisse am Ende des ersten Zyklus „Das Geheimnis von Askir“ zwischen Leben und Tod schwebte, musste er ihn erst zurückholen und sich erholen lassen, bevor er ihm in den nachfolgenden Bänden abermals die führende Rolle der Geschichte auf den Leib schneidern kann. Ich finde nicht, dass ihm das besonders elegant gelungen ist. „Die Rose von Illian“ und „Die Weiße Flamme“ hinterließen bei mir den Nachgeschmack einer Warteschleife. Obwohl ich die Figuren der Reihe mag und ihnen gern folge, weist keine die gleiche Zugkraft wie Havald auf. Vielleicht liegt mir die gradlinige Zuschreibung von Gut und Böse nicht; normalerweise sind es gerade die ambivalenten Charaktere, die mich am meisten faszinieren. Ich bin nicht überzeugt, dass Schwartz in der Lage ist, zwiespältige Persönlichkeiten zu konzipieren, denn selbst Marla und Wiesel verfolgen ehrenwerte Ziele. Mir erschienen sie aus genau diesem Grund mit der Situation in Illian überfordert, gleichwohl man meinen sollte, zwei Diebe kämen mit einer Schlangengrube voller Intrigen zurecht. Ich denke, Schwartz hat sich mit dieser Darstellung der Stadt keinen Gefallen getan, denn auf mich wirkte sie etwas ungelenk. Erst die Auflösung des Intrigengeflechts durch Leandras Ankunft konnte mich richtig fesseln.
Was mir hingegen sehr gut gefällt, ist die Tatsache, dass Schwartz das Militär Askirs als gleichberechtigte Institution beschreibt. Viele hochrangige Positionen werden von Frauen bekleidet. In der High Fantasy trifft man selten auf eine so fortschrittliche Streitmacht, doch zu Askir passt es hervorragend, schließlich wird das Reich von einer Frau regiert. Lustigerweise habe ich trotzdem Schwierigkeiten, Desina als Kaiserin wahrzunehmen. Ich empfinde sie primär als Eule und glaube, dass ihr das selbst ähnlich geht. Die Magie nimmt in Schwartz‘ Universum einen interessanten Stellenwert ein. Sie ist ein mächtiges Werkzeug mit vielen Einsatzmöglichkeiten, beinhaltet aber nicht die Antwort auf jedes Problem. Weder Desina, noch Leandra oder Asela verlassen sich uneingeschränkt auf sie. Es gefällt mir, dass in Schwartz‘ Welt sowohl Platz für Magie als auch für rudimentäre Technik ist, denn ich fand nie, dass das eine das andere ausschließt.

 

Ich hoffe sehr, dass „Die Götterkriege“ im nächsten Band „Das Blutige Land“ endlich richtig durchstarten. Es wäre zu schade, würden sie weiter vor sich hinplätschern, denn ich möchte mich begeistern lassen. Das Potential ist da und ich habe das Gefühl, dass die Geschichte erzählt werden will, doch bisher fehlt einfach das gewisse Etwas, diese spezielle Anziehungskraft, die sie unwiderstehlich werden ließe. Vielleicht braucht es dafür erst Havald, der in „Das Blutige Land“ wieder in den Fokus rückt. Ich bin äußerst neugierig, in welche Richtung er die Geschichte führen wird und ob Richard Schwartz aus ihm tatsächlich die zentrale Figur macht, die ich in ihm vermute.
„Die Weiße Flamme“ ist ein solider, unterhaltsamer High Fantasy – Roman voller klassischer Elemente. Daran gibt es nichts zu rütteln. Ich wünschte nur, zwischen den Seiten würde sich ein wenig mehr emotionaler Zauber verstecken.

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review 2016-05-04 10:06
High Fantasy auf allerhöchstem Niveau
Die Gärten des Mondes (Das Spiel der Götter, #1) - Tim Straetmann,Steven Erikson

„Die Gärten des Mondes“ von Steven Erikson ist ein längst überfälliger Reread. Ich besitze das Buch seit Dezember 2012 und habe es etwa zur gleichen Zeit das erste Mal gelesen. Damals wusste ich noch nicht, dass es sich dabei um den Auftakt der sehr umfangreichen Reihe „Das Spiel der Götter“ handelt, die bis heute 15 Bände umfasst. Es dauerte, bis ich mich soweit vorwärts gekauft hatte, dass sich ein Reread des ersten Bandes lohnte, doch im März 2016 war es soweit. Ich holte „Die Gärten des Mondes“ aus dem Regal, bereit, erneut in Eriksons hochkomplexe High Fantasy – Welt abzutauchen.

 

Der Machthunger der malazanischen Imperatrix kennt keine Grenzen. Seit Jahrzehnten streckt sie ihren starken Arm nach Genabackis aus. Eine Perle fehlt noch in ihrer Sammlung: Darujhistan, die letzte freie Stadt Genabackis‘. Doch der entscheidende Feldzug wird von einer düsteren Erscheinung überschattet. Über Darujhistan thront die schwebende Festung Mondbrut und bietet der Stadt einen zweifelhaften Schutz. Um den Einfluss Mondbruts auszuhebeln, entscheidet die Imperatrix, eine Eliteeinheit nach Darujhistan zu schicken. Die Brückenverbrenner unter Sergeant Elster waren die Lieblinge des alten Imperators, die Imperatrix scheint jedoch alles daran zu setzen, Elsters Truppe loszuwerden. Darujhistan zu infiltrieren gleicht einem Selbstmordkommando. Nicht nur, weil der Herr von Mondbrut im Geheimen Intrigen mit den Meistern der Stadt schmiedet, sondern auch, weil sich die Götter selbst eingemischt haben. Unschuldige werden zu unberechenbaren Marionetten. Das Spiel um Macht zwischen Herrschern, Assassinen, Magiern und Göttern hat begonnen und niemand kann vorhersagen, wer überleben wird.

 

Ich muss etwas gestehen: die Aussicht auf die Rezension zu „Die Gärten des Mondes“ hat mich noch vor dem Lesen massiv eingeschüchtert. Da ich das Buch bereits kannte, wusste ich, dass ich niemals eine Rezension schreiben könnte, die diesem Reihenauftakt völlig gerecht wird. Also habe ich entschieden, es gar nicht erst zu versuchen, denn ich glaube, „Die Gärten des Mondes“ kann man sowieso nicht begreifen, indem man darüber liest. Man muss es erleben. Es gibt kein Buch und keine Reihe, mit dem oder der es vergleichbar wäre. Steven Erikson verleiht dem Genre der High Fantasy meiner Ansicht nach eine völlig neue Bedeutung und hebt es auf eine neue Stufe. Ich empfinde nichts als Ehrfurcht und tiefe Bewunderung für ihn. In meinem ganzen Leben habe ich noch nie einen Schriftsteller kennengelernt, der ähnlich komplex, intelligent und anspruchsvoll schreibt. Ich kann es nicht anders sagen: Steven Erikson ist der Beste. Sein Weltendesign ist extrem detailliert, er bietet massenweise Figuren an, mit denen ich mich mal mehr, mal weniger identifizieren konnte und verarbeitet darüber hinaus noch ein wahnsinnig kompliziertes Magiesystem, ohne jemals ins Stolpern zu geraten. Alles wirkt rund, im Fluss und perfekt aufeinander abgestimmt – ein deutliches Indiz für den enormen mentalen Aufwand, den der Autor bereits vor dem Schreiben betrieben hat. Die jahrelange Vorbereitung ist auf jeder Seite spürbar, die es Erikson wohl überhaupt erst ermöglichte, für „Die Gärten des Mondes“ eine Handlung zu konstruieren, die verschachtelt, unvorhersehbar und absolut konsequent ist. Er schenkt seinen Leser_innen nichts und verlangt von ihnen ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Aufmerksamkeit; schon ein einziger Moment der Ablenkung kann ausreichen, um den Faden zu verlieren. Ich war gezwungen, während der Lektüre in regelmäßigen Abständen innezuhalten, mich zurückzulehnen und erst einmal zu rekapitulieren, was ich bis dahin über die Vorgänge in „Die Gärten des Mondes“ gelernt habe, denn Erikson treibt seine Geschichte unbarmherzig voran. Zeit zum Durchatmen gibt es nicht, jede Szene zeichnet sich durch Signifikanz für das große Ganze aus. Ich kann mir vorstellen, dass dieser strenge, rücksichtslose, äußerst ambitionierte Entwicklungsprozess der Handlung nicht allen Leser_innen gefällt, aber ich bin davon hemmungslos begeistert. Ich möchte beim Lesen nicht immer in Watte gepackt werden; ich liebe die Herausforderung und freue mich darüber, wenn Autor_innen mir zutrauen, mich in ihrer Geschichte zurecht zu finden, ohne mir alles auf dem Silbertablett präsentieren. Natürlich war die Lektüre von „Die Gärten des Mondes“ anstrengend; all den Input zu verdauen, war beschwerlich, doch dafür habe ich mich auch unvergleichlich intensiv mit dem Buch beschäftigt. Ich konnte mich nicht weigern mitzudenken, ich konnte nicht faul sein und die Geschichte einfach auf mich einprasseln lassen. Ich musste mich aktiv mit dem Gelesenen auseinandersetzen, andernfalls hätte ich es nicht verstanden. Ich feiere „Die Gärten des Mondes“, denn in meinen Augen ist es mit Abstand der beste High Fantasy – Roman, den ich je gelesen habe. Unerreicht und unübertroffen.

 

„Das Spiel der Götter“ ist High Fantasy auf allerhöchstem Niveau. Die Handlung des ersten Bandes „Die Gärten des Mondes“ ist nur ein winziger, aber köstlicher Bruchteil dessen, was da noch kommen mag. In einer Fantasy – Reihe, die höchstwahrscheinlich auf Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte ausgelegt ist und gigantische geografische Dimensionen umspannt, kann einfach alles passieren und ich bin überzeugt, dass Steven Erikson jeden Winkel dieses Spielraums nutzen wird. Er ist so gut. Ich kann es kaum erwarten, mich dem zweiten Band „Das Reich der Sieben Städte“ zu stellen.
Ich empfehle euch vehement, eigene Erfahrungen mit „Das Spiel der Götter“ und Steven Erikson zu sammeln, denn nur so werdet ihr wirklich verstehen, warum ich mich außer Stande sah, eine angemessene Rezension zu „Die Gärten des Mondes“ zu schreiben. Mag sein, dass diese Reihe keinen Hype ausgelöst hat. Mag sein, dass sie nicht verfilmt wurde und vermutlich auch niemals verfilmt wird. Das spielt keine Rolle. Sie ist trotzdem das Beste, was die High Fantasy zu bieten hat.

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review 2016-04-04 17:37
Es hatte so gut angefangen ...
The Moon King - Neil Williamson

Glassholm, die Stadt unter dem Mond, hat ein Problem. Vor fünfhundert Jahren hat der Lunane den Mond eingefangen und damit die Entstehung von Glassholm ermöglicht. Doch nun scheint seine Macht zu schwinden. Das Gleichgewicht gerät immer öfter ins Wanken, ein Mord geschieht zur völlig falschen Zeit des Monats und es bahnt sich eine Rebellion an. Eines Morgens erwacht Anton im Palast des Lunane und jeder will ihm einreden, dass er der König von Glassholm sei. Die Reaktionen der Menschen scheinen die Behauptung zu bestätigen, doch Anton hat berechtigte Zweifel.

 

 

While the moon grows fat, we’re happy
While the moon grows thin, we cry
When the moon shines Full, we’ll party
And when Dark Day comes, we hide
For we are the people of the moon, the people of the moon are we.
This has been our way since the Founding days, and ever now shall be.
– (Popular Song)

 

In Sachen Weltenaufbau hat sich der Autor für sein Debütwerk etwas spannendes ausgedacht. Die Menschen von Glassholm reagieren sehr stark auf die Mondphasen. Zu Vollmond sind sie überglücklich, feiern ausschweifend und freuen sich des Lebens als wären sie auf Droge. Das geht so weit, dass sie am nächsten Morgen manchmal nicht mehr wissen, was sie in der Vollmondnacht getrieben haben. Auf der anderen Seite steigen Depression und Gewaltbereitschaft, sobald es auf den Neumond zu geht.
Daneben ist auch der technische Schnickschnack spannend. Es wirkt alles so, als wäre Glassholms Entwicklung irgendwo zu Beginn der Industrialisierung stehen geblieben. Nicht ganz Steampunk, aber doch recht nah dran. Hier kommt dann noch eine Prise Magisches dazu. Ein körperloser Verstand der Besitz von anderen Menschen ergreifen kann, Kinder, die nur aus Wasser, Muscheln und Seetang gemacht sind, Äffchen die das Glück verteilen und natürlich die Wirkung des Mondes selbst. Es ist ein Balance-Spiel das bis ins Extrem getrieben wird. Die Welt von Glassholm ist eine interessante Mischung aus altmodischen Maschinen und sagenhafter Phantasiegestalten.
Nachdem mich diese Eindrücke überzeugt und im ersten Viertel in erwartungsvolle Euphorie versetzt haben, kam aber nach und nach die Ernüchterung.

Es beginnt damit, dass die zahlreichen Rechtschreibfehler in The Moon King irgendwann einfach unglaublich nerven. Es geht da nicht nur um einzelne ausgelassene oder verdrehte Buchstaben, sondern um gänzlich fehlende Worte oder gar Wortverwechslungen. Wenn da in einem Satz zum Beispiel »ground« statt »groaned« steht, dann unterbricht das sehr zuverlässig den Lesefluss, weil man erst einmal verwirrt überlegen muss was gemeint ist. Damit alleine könnte man sich womöglich abfinden, wenn der Rest zu begeistern wüsste, doch so richtig kommt die Geschichte nicht in Gang, denn auch die Charaktere bieten einem keinen Halt.

Es gibt drei Hauptfiguren aus deren Perspektive die Geschichte abwechselnd erzählt wird: Erfinder Anton, Künstlerin Lottie und Polizist Mortlock. Obwohl sie alle interessant starten wird es im Verlauf schwierig mehr in ihnen zu sehen als dünne Worte auf dem Papier. Vor allem das Konzept des Lunane, des Königs von Glassholms, hätte großartig werden können, doch sein Umgang mit Anton macht ihn bald sehr unsympathisch und seine Entscheidungen sind stark konstruiert auf Kosten der Glaubhaftigkeit. Man kann das leider nicht näher erklären ohne dabei zu spoilern, darum nenne ich lieber keine Details, aber insbesondere am Schluss kann man dann wirklich nur noch den Kopf schütteln.

Als nächstes wäre da Lottie, die zur Heldin des Romans hätte werden können, wenn sie nicht mitten drin ihre bis dahin gezeigte Unabhängigkeit völlig vergessen würde und Hilfe bei ihrer Mutter suchen würde, die Lottie bisher verachtet hat, weil sie das fanatische Oberhaupt eines Blut-Kultes ist. Es ist sehr unglaubhaft, dass Lottie in ihrer Lage ausgerechnet dort Hilfe sucht, wo doch das zuvor geschilderte Verhältnis von Mutter und Tochter so gar keine Basis dafür liefert. Die ganze Episode die dann folgt ist bestenfalls abstoßend zu nennen, es sei denn man steht auf eine Menge (Menstruations-)Blut. Bei aller Liebe für einen offenen Umgang mit dem weiblichen Zyklus, solche Beschreibungen wie hier erzeugen eher ekel vor dem Thema und bauschen das Negative auf, das ohnehin in den Köpfen vieler Menschen verankert ist. Von der völlig realitätsfernen, demütigenden, unterdrückenden Vorgehensweise der Anhängerinnen dieses Kultes will ich gar nicht erst anfangen. Nach den Schilderungen hat Frau erstmal Lust ein ordentliches Schaumbad in einem weiß gefliesten Badezimmer zu nehmen…
Zum Schluss bleibt noch Polizist Mortlock, der den Mörder einer Kollegin suchen soll. Mortlock startet als ausgebrannter Cop-Noir mit der üblichen dunklen Vergangenheit und schon ein paar Seiten später werden einem die Hinweise in Leuchtschrift vorgesetzt, so dass hier nicht mehr viele Geheimnisse bleiben. Sein weiteres Tun kommt dann auch nicht überraschend. Tja, noch so ein Ding das für sich allein genommen nicht weiter tragisch gewesen wäre, in Kombination mit den restlichen Mängeln für das Buch aber ein weiterer Spatenstich ins eigene Grab wird.

The Moon King beginnt also spannend und endet frustrierend. Die tollen Ideen die sich am Anfang abzeichneten wurden gerade zum Schluss hin völlig vermurkst. Ich wollte das Buch wirklich mögen, weil der Anfang so vielversprechend war und die Stadt bzw. die Insel mit ihren Eigenarten wunderbar gezeichnet wurde. Doch was Handlung und Figuren angeht bleibt einfach nicht viel von der ersten Begeisterung übrig. Es ist auch letztlich nicht klar, wie es dann zu dem Ende gekommen ist, weil es keine echte Entwicklung dahin gibt. Plötzlich werden einem irgendwelche neuen Tatsachen um die Ohren gehauen die auch hinterher nicht logisch nachvollziehbar sind. In der Regel ist es ja toll, wenn einen ein Autor zu überraschen vermag, so allerdings war es nicht nur eine Überraschung sondern ein genervtes »Hä?«, das den Schluss von The Moon King ausmacht. Schade. Trotz Nominierung für zwei Buchpreise gibt es von mir leider keine Leseempfehlung.

Source: moyasbuchgewimmel.de/rezensionen/titel/m/the-moon-king
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review 2016-03-14 09:49
War mir zu Langatmig
Intrigen (Star Wars: Wächter der Macht, #1) - Andreas Kasprzak,Aaron Allston

 

Darth Vaders dunkles Erbe

 
Endlich herrscht Friede in der Galaxis. Doch die Ruhe ist trügerisch, denn Corellia fühlt sich von der Galaktischen Allianz bevormundet und strebt insgeheim nach Unabhängigkeit. Luke Skywalker schickt den Jedi Jacen Solo und seinen eigenen Sohn Ben nach Corellia, um das Schlimmste zu verhindern. Doch Corellia ist auch das Heimatsystem von Han Solo, dem er noch immer Loyalität entgegenbringt – und der sich anbahnende Konflikt droht, langjährige Freundschaften und selbst Familienbande zu zerstören ...
 
Über dreißig Jahre Star Wars und eine Ende der Erfolgsgeschichte ist nicht in Sicht!

 

 
 Eine neue Reihe der Star Wars Geschichte.
Ich muß aber sagen ich mag einfach die Sith Seite mehr, das habe ich bei dem Buch bemerkt, aber trotzdem war es interessant e zu lesen.
Man trifft bekannte wie Han, Leia , Skywalker usw aber dennoch.
Man begleitet in dem Buch Jacen Solo und Ben nach Corellia um dort zu erfahren was eigentlich los ist und man wird in das Geschejen mit einbezogen.
Man muß Star Wars mögen um es zu lesen das muß ich wirklich betonen und das viele hin und her der einzeln Personen kann echt stressig werden.
Ich werde mir d nicht den zweiten Teil nicht holen da mir die Reihe nicht so zusagt, aber andere werden es wieder drum lieben. 
 
Pluspunkte:
- Die Orte werden toll beschrieben
-  Die Planeten sind Hammer
- Man trifft alte bekannte wieder
 
Minuspunkte:
- Man muß schon Grundkenntnisse von Star Wars haben um zu wissen wer wer ist.
- Die Seitenzahl hätte weniger sein können , ab und an hat es sich gezogen
- Jedis sind langweilig ;)
 Aaron Allston wurde 1960 in Corsicana, Texas, geboren. Er ist der Autor mehrerer Romane und Erfinder von Rollenspiel-Szenarien.
 
 
Cover : 1 / 2
Klappentext: 1 / 3
Personen: 1 / 3
Schreibstil: 2 / 3
Spannung: 1 / 3
Gefühle: 1 / 3
Handlung: 2 / 3
 
 
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