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review 2013-08-07 07:09
Etwas überzogen
Oberwasser - Jörg Maurer

Wer drunten schwimmt, ist länger tot: Kommissar Jennerweins vierter Fall
Nachts in einem idyllischen alpenländischen Kurort: Dunkle Gestalten schleppen eine leblose Person zur Höllentalklamm. Kommissar Jennerwein erhält einen heiklen Auftrag. Er muss einen verschwundenen BKA-Ermittler finden, aber niemand darf wissen, dass er nach ihm sucht. Während er mit seinem bewährten Team offiziell einem Wilderer nachstellt, forscht er in Gumpen und Schluchten nach dem Vermissten. Derweil erzählen die Einheimischen düstere Legenden von Flößern, die einst das Wildwasser in eine Höhle sog, ein neugieriger Numismatiker entdeckt kryptische Zeichen auf einer alten Goldmünze, und ein Scharfschütze lauert am Bergbach. Kommissar Jennerwein gerät beinahe ins Strudeln.

 

Als ich las, dass ein neuer “Kommissar Jennerwein”-Krimi erscheinen würde, war ich sofort Feuer und Flamme. Denn bislang haben mir diese Krimis sehr gut gefallen. Deshalb war das Buch in dem Moment gekauft als ich es bei Thalia entdeckte. Wenige Tage später hatte ich auch schon die Nase drin.

Grundsätzlich hat mir “Oberwasser” wieder prima gefallen. Die Charaktere sind mir mittlerweile vertraut geworden und diese Mischung aus cleveren Kommissaren, einer sehr bodenständigen Psychologin und den sehr folkloristisch erdachten Polizisten am Ort ist jedes Mal wieder reizvoll und ausgesprochen spaßig.
Auch der Fall ist nicht verkehrt. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, dass in diesem bayerischen Nest offenbar alles haust und Geschäfte betreibt, was das internationale Schwerverbrechen auffahren kann. Dieses Mal streckt es seine Klauen sogar  in die Reihen des BKA aus. Ein BKAler ist verschwunden, und Jennerwein und seine Kollegen bekommen den Auftrag, ihn wiederzufinden und den Grund für das Verschwinden aufzuklären. Davon dürfen die Einwohner des Ortes natürlich nichts mitbekommen, ansonsten könnte es zu Unruhe kommen und vor allem auch dazu, dass die Verbrecherbande Wind davon bekommt, dass man ihr auf der Spur ist.
Die Lösung: man konstruiere einen öffentlichkeitstauglichen weiteren Fall. Hier den um einen Wilderer. Man schicke einen “Schauspieler” dafür ins Rennen und beauftrage die Ermittler damit, vordergründig nach dem Wilderer zu jagen.
Das klingt unterhaltsam und das ist es zweifelsfrei auch. Mir haben diese Episoden oft mehr Spaß bereitet als der tatsächliche Fall. Allerdings ist das Geschehen und das Gewese um diesen Wilderer selbst für die humorigen “Jennerwein”-Krimis etwas  weit hergeholt. Ich will gerne glauben, dass die Polizei bei Bedarf solche Vordergrund-Fälle einsetzt um von den richtigen Ermittlungen abzulenken, doch in diesem Falle wird für meinen Geschmack etwas übertrieben. Gelegentlich hatte ich das Gefühl, die cleveren Ermittler machen sich gut zum Deppen.
Der Fall um den verschwundenen BKAler bleibt glücklicherweise immer im Mittelpunkt und der ist wirklich spannend und intelligent angelegt. So wechselt die Geschichte immer mal wieder den Blickwinkel. Meistens ist man mit Jennerwein und seinen Kollegen “unterwegs”, dann begleitet man einen jungen Abiturienten, der im Urlaub einen besonderen Fund gemacht hat, ihm auf den Grund gehen möchte und sich damit ins Schussfeld der Verbrecher manövriert. Dann widerum erhält man  Einblicke hinter die Fassade so unschuldig wirkender Dorfbewohner, von denen aus auch eine Verbindung zu Jennerweins Falls besteht. Mitermitteln ist bei diesem Krimi -genau wie bei den Vorgängern- eher schwierig bzw man muss schon ein geübter Krimileser sein. Es bleibt aber übersichtlich, so dass man den Ermittlungen gut folgen und den Zusammenfluss der Handlungsstränge nachvollziehen kann.
Wie man es von Jörg Maurers Krimis gewöhnt ist, ist “Oberwasser” mit sehr viel Lokalkolorit und der damit  einhergehenden Komik gewürzt. Mit den Bergnamen und den Bergstandorten tue ich mich zwar selbst beim vierten Buch noch schwer, aber diese Schilderungen der Gegend und Nennung der Berge und Ortschaften vermittelt einem den Eindruck, man stehe ebenfalls mitten im Werdenfelser Land. Das bringt Alpen-Atmosphäre rein, und regionaler als die “Jennerwein”-Krimis geht es kaum. Der Witz der Geschichte rührt im Wesentlichen von Jörg Maurers feinem Blick auf die Einheimischen und ihre Eigenarten her, die er amüsant in Worte fasst. Ich kann darüber jedes Mal mindestens schmunzeln, oft auch lachen. Und obwohl mir solche Eigenarten in der Realität eher weniger sympathisch sein würden, erscheinen mir die Leute in der Geschichte genau deshalb als liebenswert. Diese Kauzigkeit ist eben auch ein Merkmal dieses Genres.

 

Jörg Maurers Krimis sind nicht so leicht zu lesen, wie man es angesichts des Humors und der interessanten Handlung vielleicht denkt. Er schreibt sprachlich sehr gewitzt und intelligent, und da sollte man ganz bei der Sache sein um stets durchzublicken und es genießen zu können. Es lohnt sich in jedem Fall und so nehme ich mir für diese Krimis immer gerne etwas mehr Zeit. Man muss sie einfach in Gänze auskosten.

 

Wer mich ein wenig kennt, der ahnt schon: ich bin schrecklich verliebt in dieses Cover. Das Eichhörnchen ist einfach  goldig, wie es in “Seenot” auf dem durchlöcherten Wildererhut im Wasser treibt. Niedlich und witzig. Das seetüchtige Kerlchen mit dem buschigen Schwanz begegnet einem außerdem an jedem Kapitelanfang unten auf der Seite. Mit etwas Überlegung kann man sogar eine Verbindung zwischen Motiv und Geschichte herstellen. Eichhörnchen und Hut für die “Wilderer-Show” und die Berge und das Wasser für den Fall um den verschwundenen BKAler.

Im Buch lag übrigens dieses goldige Lesezeichen, das ich gerne benutzt habe und sicher behalten werde :D

 

 

Fazit: Für meinen Geschmack wurde bei dieser Geschichte ein wenig übertrieben in Sachen Skurrilität. Dies betrifft  glücklicherweise den vorgeschobenen Fall um den Wilderer und dem sehe ich das nach. Immerhin ist er nur eine Farce. Der Fall um den verschwundenen BKAler ist dagegen clever aufgezogen und spannend. Und das Ende reicht manchem Krimi mit Actioneinschlag zur Ehre. In Summe also ein klein wenig schwächer als die drei Bände zuvor, aber immer noch ein feines Lesevergnügen.

Source: leserattz.wordpress.com/2012/03/07/rezension-oberwasser-jorg-maurer
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review 2013-08-06 12:49
Damit begann meine Begeisterung für Jörg Maurers Regiokrimis
Föhnlage - Jörg Maurer

Bei einem Konzert in einem idyllischen bayerischen Alpen-Kurort stürzt ein Mann von der Decke ins Publikum tot. Und der Zuhörer, auf den er fiel, auch. Kommissar Jennerwein nimmt die Ermittlungen auf: War es ein Unfall, Selbstmord, Mord? Er schlägt sich mit widersprüchlichen Zeugenaussagen herum, die Einheimischen spekulieren genussvoll bei Föhn und Bier. Was hatte der Gestürzte oben auf dem Dachboden zu suchen? Und warum ist der hoch angesehene Bestattungsunternehmer Ignaz Grasegger auf einmal so nervös? Derweil muss Jennerwein einen verdächtigen Trachtler durch den ganzen Ort jagen und stößt unverhofft auf eine heiße Spur.

 

Ich habe mir dieses Buch ganz spontan gekauft. Einfach, weil ich ein Faible für solche Regionalkrimis habe und weil der Klappentext ganz lustig klang. Dass Jörg Maurer Kabarettist ist, das wusste ich nicht. Hätte ich es gewusst, wäre das Buch wohl im Ladenregal geblieben. Mit Kabarett kann ich nur ganz bedingt etwas anfangen.
Kurz gesagt: “Föhnlage” hat mir Spass gemacht, denn es erfüllt die für mich wichtigsten Kriterien solchen “Lesefutters”.
Erstens ist es sehr witzig. Jör Maurers Schreibtstil ist äußerst gewitzt und er nimmt auf diese Weise gleich ein ganzes bayrisches Dorf und speziell die Bewohner aufs Korn. Aber auch andere Gruppen bekommen auf treffende, aber nie verletztende Art “ihr Fett weg”. Und selbst der Mord an sich ist vom Ablauf und den sonderbaren Kreisen, die er zieht, manchen Lacher wert.
Gleichzeitig hat man aber auch einen echten Krimi vor der Nase, der trotz alles Komik spannend geschrieben und gut und sorgfältig durchdacht ist. Ich habe mich einige Male aufs Glatteis führen lassen und später staunend dagesessen. Das hat “Föhnlage” gleich noch etwas reizvoller gemacht. Denn so war ich umso gespannter auf die Überraschungen, die das Ende noch bereithalten würde.

 

Ein weiteres Merkmal von diesem Krimi-Genre scheint es zu sein, dass man sich erst in den Schreibstil einfinden muss um die Bücher leicht lesen zu können. Das ging mir auch bei “Föhnlage” so. Denn so humorig, treffend und überspitzt es auch zugeht, es ist stets sehr wohlformuliert. Hat man den Dreh raus, steht dem Lesevergnügen nichts mehr im Weg.

 

Beim Anblick des Covers muss ich jedes Mal an die Jägermeister-Hirsche denken. Ein ungewöhnliches Motiv vor einem kleinbürgerlichen Tapetenhintergrund und darüber gleich mehrere Einschusslöcher. So schlicht das Motiv ist, es vereint doch alles, was die Story dahinter ausmacht.

 

Fazit:  Spannend wie ein “echter” Krimi, witzig wie Kabarett. Eine schöne Mischung, die mich gut unterhalten hat.

Source: leserattz.wordpress.com/2010/08/21/rezension-fohnlage-alpen-krimi-jorg-maurer
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review 2013-07-09 00:00
Niedertracht (Kommissar Jennerwein, #3) - Jörg Maurer Die Jörg Maurer Romane garantieren mir immer vergnügliche Krimi-Unterhaltung, wobei der Fokus mehr auf Unterhaltung als auf Krimi liegt. Auch diesmal sind wieder traumhafte Ideen verarbeitet. Beispielsweise wird ein analoges biologisches Abhörsystem mittels der Gelsenart (Kriebelmücken) sorgsam in den Plot eingewoben, indem es unter Realbedingungen in den Bergen über 1000m getestet wird, der österreichische Serienkiller und Problemlöser Swoboda ist diesmal richtig menschlich und hilft bei den Ermittlungen und die hochfliegenden Regionalentwicklungspläne in Garmisch sind auch wieder sowohl kurios als auch grenzgenial. Das Bergvölkchen in der bayrischen Kleinstadt ist wie eh und je renitent, ungewollt schräg komisch, verschlagen und latent kriminell, die Sprache des Autors inkl. bayrischem Idiom wie üblich grossartig.

Neben den vorhandenen Stärken wurden die typischen Schwächen auch wieder nicht ausgemerzt, der Krimiplot taugt gar nix, von Anfang an ist der Täter bekannt, die Story hat damit keinen Spannungsbogen und sogar bei der Auflösung wurden nicht mal alle Erzählstränge finalisiert - es fehlt die Geschichte des ersten "Opfers" - wenn man sich wieder an den Tathergang erinnert, unternimmt man normalerweise irgendwas.

Fazit: Maurer ist die perfekte Strandlektüre für den alpenländischen Liebhaber der Sprachfabulierungskunst: unterhalsam, witzig, gut geschrieben, leicht ohne seicht zu sein, und man braucht nicht nachzudenken, wenn einem die Sonne auf das Dach brennt ;-)
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review 2012-10-15 00:00
Föhnlage - Jörg Maurer It was not half as funny as I thought. Being from Bavaria, I hoped for some nice, maybe ironic writing about the odd locals and a good crime story. The crime part was well constructed, but it was not overly entertaining.
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review 2012-10-06 00:00
Hochsaison: Alpenkrimi - Jörg Maurer Wunderbar kuriose dramaturgische Ideen verbünden sich in diesem Kriminalroman mit dem herben bayrischen Humor und witzigen Dialogen, dass es eine Freude ist. Allein als Krimiplot hat der Roman wieder einmal gar nicht so gut geklappt. Bereits beim ersten Auftauchen des Serientäters relativ bald im Buch, wusste ich sofort, dass er/sie der Gesuchte ist. Leider wieder einmal zu durchsichtig konzipiert und deshalb mein massiver Punkteabzug, den sich das witzige Buch eigentlich gar nicht verdient hat. Warum schreibt der Herr Maurer nicht gleich eine bayrische Kommödie mit ein bisschen Korruption, dann würde ich ihn weit besser bewerten, ins Genre Krimi passt er jedenfalls nicht so gut.

Dabei möchte ich Euch noch ein paar der kuriosen Ideen, die mir so gefallen haben, vorstellen, ohne Euch zuviel zuszuspoilern, denn die sind wirklich traumhaft: Manager-Überlebenstrainigs im Setting der Jungsteinzeit organisiert in den Bergen durch eine Eventagentur, Ein Geschäftsmann und Lobbyist aus Dubai mit Visionen, der die olympischen Winterspiele (ja ihr hört richtig :D) mit echtem Schnee in sein Heimatland holen will, sehr überambitionierte Chinesen, Pseudo Prominente und richtig wichtige VIP's mit ihren Marotten und Leibwächtern in den alpenländischen Lounges auf der Schisprungschanze..... aus diesen Konstellationen werden total witzige Gschichtln rund um den Wintersportzirkus und Olympia gewoben. Freilich kann nicht jeder mit dem bayrischen Humor und den alpinen Gebräuchen - ich als Östereicherin bin da aber sehr schnell zu begeistern.

Fazit: Gute witzige Geschichte, aber schlechter Kriminalroman
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