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review 2015-02-11 15:44
Und wer gibt mir jetzt meine verschwendete Zeit zurück?
Never Let Me Go - Kazuo Ishiguro

Kathy H. ist mit ihren Freunden Ruth und Tommy in Hailsham aufgewachsen. Sie gehören zu einer Gruppe besonderer Kinder, deren spezieller Platz im Leben erfordert, dass sie von der Außenwelt lange Zeit getrennt leben. Zum Zeitpunkt ihrer Entlassung wissen sie, dass die Welt aus Spendern und Empfängern besteht. Kathys Erzählungen liefern Einblicke in das System dieses modernen Organhandels und seine Abläufe.

My donors have always tended to do much better than expected. Their recovery times have been impressive, and hardly any of them have been classified as “agitated”, even before fourth donation.



Wenn man sich andere Rezensionen anschaut, dann scheine ich mit meiner Meinung zu Never Let Me Go (Alles was wir geben mussten) wohl eher in der Minderheit zu stehen. Denn das Buch war leider eine absolute Verschwendung meiner Lebenszeit und nur die vielen Lobeshymnen haben mich hoffen lassen, dass es irgendwann anfängt interessant zu werden während ich mich durch die Seiten kämpfte. Doch Fehlanzeige.

Kathys Geschichte ist in drei Teile gegliedert und beginnt als Rückblende mit ihrer Kindheit in Hailsham, einer Art englischem Internat, geht weiter zu den »Hütten«, was in etwa dem Ausbildungs-/Studentenalter entspricht und endet im dritten Teil, wo die inzwischen erwachsenen Charaktere ihre eigentliche Aufgabe beginnen. Doch Kathy erzählt derweil eine belanglose Anekdote nach der anderen und die wollen einfach kein Ende nehmen. Sie nehmen mal hierauf, mal darauf Bezug, springen wild in der zeitlichen Abfolge herum. Ab und an streut der Autor einige wenige echte Informationen in die Handlung ein, macht dies aber derart nebensächlich, dass einfach kein Interesse für die Geschichte aufkommen kann. Das ist relativ ermüdend, da zwar einerseits sofort klar ist, worauf Kathys Geschichte hinausläuft, andererseits tut der Autor aber so, als hielte er eine große Überraschung für den Leser bereit, in dem er immer nur diese angeblich wenig sagenden Brotkrumen einstreut.

Vermutlich war es die Intention des Autors mit all diesen Kindheitsgeschichten den Leser dazu zu bringen, eine emotionale Brücke zu den Spendern aufzubauen. Vielleicht funktioniert das bei anderen Lesern sogar, ich dagegen habe einfach gar nichts für die Figuren empfinden können. Der Grund dafür? Sie verhalten sich stockdumm und vor allem seelenlos. Letzteres ist besonders ironisch, weil es in dem Buch bzw. in Hailsham gerade darum geht zu beweisen, dass diese »besonderen« Kinder eine Seele haben und echte menschliche Wesen sind. Die Charaktere sind aber leider mehr als schlecht gelungen. Kathy hat absolut kein Rückgrat, ist duckmäuserisch, eine Mitläuferin ohne eigene Meinung. Das ist im Grunde auch schon alles was man über sie sagen kann. Ihre beste Freundin ist ein Mädchen Namens Ruth, die ich persönlich als Vollblutarschloch bezeichnen und mit einem saftigen Tritt aus meinem Leben befördern würde. Sie ist manipulativ, verletzend, verlogen und egozentrisch ohne Rücksicht auf Verluste. Kathy verteidigt sie trotzdem regelmäßig, auch nachdem sie gerade erst wieder von Ruth in irgendeiner Weise schlecht behandelt wurde und man hat das dringende Bedürfnis sie für ihre Dummheit link sund rechts zu ohrfeigen. Dann gibt es noch Tommy, einen impulsiven und schnell zornig reagierenden Jungen mit dem sich Kathy anfreundet, der dann aber eine Beziehung mit Ruth eingeht. Von diesen drei Hauptfiguren ist Tommy der einzige, den man halbwegs ertragen kann und der etwas Charakter zeigt. Was aber alle Figuren miteinander Teilen ist eine völlige Gleichgültigkeit gegenüber ihrem Schicksal. Sie dienen als Ersatzteillager, aber das scheinen sie total in Ordnung zu finden. Niemand wehrt sich, niemand kämpft, niemand rebelliert. Nicht mal stumm und leise für sich selbst. Sie alle nehmen ihr Schicksal wortlos an. Wenn es selbst den Protagonisten schnuppe ist, dass sie einfach nur Dinger sind, wie soll man da als Leser Mitleid haben? Mein Gedanke: Wenn es ihnen so egal ist, nehme ich auch ein Nierchen oder zwei! Das ganze Konzept in diesem Roman ist konfliktlos und so einfach nicht überzeugend.

Gerade wenn man denkt jetzt kommt kurz vor dem Ende doch endlich die ersehnte Wendung, der Moment der Spannung, dann liefert einem der Autor eine derart lauwarme Erklärung für alles, dass nicht einmal die Protagonisten überrascht sind. Wer trotzdem bis zum Ende des Buches durchhält, der wird sicherlich zu dem Schluss kommen, dass die Dinge die dort geschehen eigentlich moralisch vollkommen verwerflich sind. Sie sind abstoßend, traurig und unheimlich. Trotzdem ist einem all das letztlich völlig egal, weil das Buch langweilig ist, die Figuren furchtbar unliebsam sind, übermäßig sexualisiert agieren und gleichzeitig kaum mit der geistigen Auffassungsgabe eines Kindes mithalten können. Schade.

Source: moyasbuchgewimmel.de/rezensionen/titel/n/never-let-me-go
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review 2014-05-17 15:53
konnte mich nicht von sicher überzeugen - zu irreal
Verdorbenes Blut: Roman - Geoffrey Girard

Mit eigenen Worten

Aus einer angeblichen Jugendbesserungsanstalt sind 6 Jugendliche geflüchtet. Castillo, der ehemals der Army gediente, bekommt den Auftrag die Jugendlichen aufzuspüren und wieder zu bringen. Das Problem ist, die Jugendlichen sind Klone der bekanntesten Serienmörder und sie schrecken vor nichts zurück.

 

Wirkung

Das Buch hat mich im Laden sofort angesprochen, deswegen musste ich es auch ganz schnell ganz dringend lesen. Das geplatzte und mit Blut gefüllte Reagenzglas sieht einfach mega cool aus und passt perfekt zum Titel! Der ist meiner Meinung nach übrigens auch wunderbar passend, wegen den Klonen der Serienmörder.

 

Positives

Ich beginne einfach mal mit dem Schreibstil, der mich zwar nicht wirklich umgehauen hat, aber er war schon okay. Anfänglich fand ich es ein bisschen schwierig hineinzukommen in die Schreibweise, aber ich habe mich im Laufe des Buches immer mehr daran gewöhnt. Es wurde der auktoriale Erzähler gewählt, was so seine Vor- und Nachteile hatte. Ich denke für den Leser wäre es ein ruhigeres Lesen gewesen mit dem Ich-Erzähler, aber andererseits hatte man so einen guten Überblick über das gesamte Geschehen und geschehen ist wirklich viel. Ich kann mich diesmal wirklich nicht über das Tempo oder den Verlauf beschweren, es ist immer was passiert, man musste immer dabei bleiben und aufmerksam lesen, damit man nicht etwas verpasst oder auch durcheinander bringt (bei den ganzen Klonen). Der Verlauf war halbwegs nachvollziehbar, teilweise hatte ich jedoch das Gefühl, dass ich vielleicht Sätze überlesen habe, weil ich nicht wusste warum manches so passierte wie es war. Über das Setting kann ich diesmal nicht viel sagen, weil es keine große Rolle gespielt hat. Es hätte für mich auch in Sonstewo spielen können und es wäre genau das gleiche gewesen. Was ich aber hervorheben will, ist das Thema des Buches. Heutzutage wird so viel geforscht und geklont (Tiere), es werden vorgeburtliche Tests gemacht, um zu erfahren ob das Kind vielleicht behindert ist .. wieso sollte es nicht dazu kommen, dass Menschen geklont werden? Ich fand das Thema wirklich sehr spannend und war gespannt auf die Umsetzung. Was ich außerdem gut fand, war die Gestaltung der einzelnen Abschnitte mit den Erklärungen und Ausschnitten aus dem Buch - wirklich toll gestaltet.

 

Negatives

Ich habe den Anfang des Buches als sehr schwierig empfunden, somit wurde mir das Einsteigen in die Geschichte ziemlich erschwert. Ich konnte mich nicht auf die Geschichte einstimmen, der Prolog begann in einem anderen Land, es gab zu viele Namen und ich habe allgemein den Sinn nicht wirklich verstanden (auch wenn es sich im Laufe des Buches noch geklärt hat). Die Charaktere waren mir im Allgemeinen zu oberflächlich beschrieben. Ich konnte mich in keinen wirklich hineinversetzen, auch wenn ich Jeff sehr gemocht habe, weil er nicht war wie all die anderen. Castillo war mir zu undurchsichtig, was ich sehr schade finde, weil er der Hauptprotagonist war. Die Klone-Kids konnte ich auch nicht wirklich einschätzen. Waren sie so, weil es von ihnen erwartet wurde oder waren sie wirklich so? Ich glaube, da hätte ein Ich-Erzähler mehr Licht ins Dunkel bringen können. Das Ende hat mich wirklich so richtig genervt. Ich kann nicht verstehen, was das für ein Ende gewesen sein soll. Ich verstehe nicht, wie Castillo das geschafft haben soll und das war mir auch etwas zu reibungslos, dafür dass es davor immer so schwierig war. Es gab zu wenig Erklärungen für dieses Ende. Ich will nicht spoilern, deswegen schreib ich so komisch. Wer gerne logische und nachvollziehbare Enden mag, dem empfehle ich dieses Buch nicht zu lesen. Wem das egal ist, der wird verstehen was ich meine, wenn ers gelesen hat. Den Sinn des Epilog habe ich auch nicht verstanden. Sollte es mir zeigen, dass wir alle das Gute und das Böse in uns tragen, oder dass böse Gene auch weiterhin vererbt werden/sich ausbilden? Ich weiß es wirklich nicht.

 

Zitat

Er fragte sich allerdings, ob sein ständiges Wippen mit dem Bein eine Zwangsstörung war. Oder dass seine Bücher nach einem ganz bestimmten Schema in den Regalen standen. Oder dass er seine Milch niemals ganz austrank, sondern einen Rest in den Ausguss kippte. Zählte das alles? Er hatte nie ein Tier getötet. Aber er hatte einmal eine Schlange gefunden und sie mit einem Stock hochgehoben. Zählt das auch als abnorm?

 

Bewertung

Note 4 {ausreichend}

Ich konnte mich nicht wirklich mit dem Buch anfreunden. Erst wurde mir der Einstieg so schwer gemacht, dann habe ich nicht mal transparente Charaktere zur Verfügung und dann immer wieder diese Elemente, bei denen ich so dachte "Was bitte?". Manches kam mir einfach zu sehr aus der Luft gegriffen vor, als dass ich mich wirklich in die Welt hätte hineinversetzen können. Andererseits war der Verlauf bis kurz vor Ende ziemlich gut und auch das Thema hatte mich brennend interessiert. Leider konnte mich die Umsetzung nicht wirklich von sich überzeugen. Ich würde dieses Buch Lesern empfehlen, die sich für das Thema interessieren und die keine -wenigstens etwas- realistische Beschreibung des Ganzen erwarten. 

Source: www.lottasbuecher.de/2014/05/geoffrey-girard-verdorbenes-blut.html
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