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review 2013-10-22 15:36
Fulminantes Finale!
Ashes - Pechschwarzer Mond - Ilsa J. Bick

Die Welt, die wir kannten, existiert nicht mehr. Ein entsetzlicher Anschlag hat alles verändert. Nur wenige Städte sind verschont geblieben, hinter deren Schutzwällen nun zweifelhafte Rädelsführer ihr Unwesen treiben. Die unheilbringenden Anhänger der Stadt Rule sind unter den angrenzenden Gemeinden berühmt-berüchtigt, und man rüstet sich zum Krieg gegen sie. Alex und ihre Freunde geraten zwischen die Fronten von machtgierigen Anführern, einer gefährlichen Miliz und einer Horde von menschenfressenden Bestien – jenen Jugendlichen, die sich seit der Katastrophe verwandeln und zur tödlichen Gefahr geworden sind. Die letzte Schlacht ums nackte Überleben hat begonnen. Doch lohnt sich ein Kampf für ein Leben in dieser totgeweihten Welt überhaupt noch? Wenn nur noch eins zählt: Er oder ich?

 

Mitte September war es soweit: ich hielt den letzten Band der “Ashes”-Reihe in den Händen. Und so deutlich ich sah, dass es tatsächlich eine letzte Seite gab, so wenig konnte ich mir noch immer vorstellen, wie das Ende darauf aussehen würde.
Soweit war es zunächst aber natürlich nocht nicht.
Obwohl die Pause zwischen dem Vorgängerband und “Pechschwarzer Mond” nicht besonders lang war, musste ich mich doch erst wieder einfinden. So richtig präsent hatte ich bis zuletzt nur Alex, Tom und Ellie. Bei allen anderen Charakteren musste ich mich auch hier erst wieder orientieren. Wer wo ist, warum, mit wem und was er vor hat bzw was auf ihn wartet.  Daher beneide ich alle, die erst jetzt mit der Reihhe beginnen und alle Bände hintereinander weg lesen können. Ihr werdet es wohl etwas leichter haben. Allerdings war mir die Reihe diese Mühe absolut wert.
Erfreulicherweise wendet sich “Pechschwarzer Mond” wieder mehr Alex und Tom zu. Sie sind nun mal die Figuren, deren Schicksal mich am meisten interessiert. Deshalb habe ich gespannt verfolgt, wie sie sich durchs Leben schlagen, und mich immer gefragt, ob sie einander nochmal wiedersehen würden. Es warten so viele Grausamkeiten und lebensgefährliche Situationen auf sie, dass man da schon mal ins Zweifeln geraten kann. Beeindruckend, wie sie sich dem entgegenstellen!
Natürlich ergeht es auch den übrigen Charakteren, die nach und nach Teil der großen und ganzen Geschichte geworden sind, kein Stück besser. Auch sie erleben reihenweise Schicksalsschläge, die einen schlicht sprachlos machen. Das muss man sich klar machen, wenn man mit “Ashes” beginnt: diese Serie ist nichts für Zartbesaitete! In Sachen Gewalt und Brutalität schöpft Ilsa J. Bick wahrlich aus dem Vollen! Im Jugendbuchgenre ist mir da noch nichts Vergleichbares begegnet! Für mich zeichnet genau das aber die Serie aus. Sie ist kein Einheitsbrei, ganz sicher nicht.
Ab einem bestimmten Punkt fand ich es sehr interessant zu verfolgen, wie sich die verschiedenen Handlungsstränge allmählich aufeinander zu bewegten. Das ist ein wenig verrückt, denn -ganz ehrlich- eine Chance darauf hatte ich kaum gesehen. Aber es funktioniert und ist dabei völlig logisch und nachvollziehbar. Wie oft hätte ich gerne einem Handlungsstrang einen ordentlichen Schubs gegeben, damit er schneller auf einen anderen trifft! Doch das funktioniert selbstverständlich nicht. Die Spannung bis es soweit ist, muss man durchstehen. So unglaublich schwierig es auch ist. Die Cliffhanger an den Kapitelenden sind oft sowas von fies!
Gegen Ende findet aber alles Geschehen schließlich zusammen und es geht noch einmal richtig rund! Für mich als Leser war das ein grausiges Gefühl: endlich war eigentlich wieder alles zusammen, was -meiner Meinung nach- zusammengehörte, und doch war weit und breit kein Happy End in Sicht! Stattdessen ging es noch einmal auf Leben und Tod.
Das Ende selber ist gut gemacht. Wenn auch im Vergleich zur Geschichte zuvor eher unspektakulär. Bis hierher hat man eine ganze Reihe Fragen beantwortet bekommen, die sich einem bis dahin gestellt haben, aber ein paar Fragen bleiben doch noch offen. Und einige davon bedeuten tatsächlich einen Hoffnungsschimmer für die Überlebenden aus “Ashes”. Dass das bei der Reihe möglich ist, hätte ich niemals erwartet.

 

Einmal mehr sorgen kurze Kapitel mit den besagten Cliffhangern dafür, dass sich das Buch wegliest wie nichts. Das spiegelt gut das Tempo der Handlung wider. Inzwischen bremsten mich auch die beschreibenden Passagen nicht mehr aus. Dennoch, bei allem Tempo sollte man stets aufmerksam bleiben. Es gibt viele Details, die einem dabei helfen, der Story auf den Grund zu gehen und ein Stückchen besser zu verstehen.

 

Das vertraute Covermotiv ist dieses Mal in ein sattes Dunkelgrün getaucht. Mit den schwarzen Bäumen und Vögeln im Hintergrund wirkt das schön düster. Und wie immer bin ich begeistert davon, dass auch die Buchdeckel in dieser Richtung gestaltet sind. Das ist so viel schöner als ein nacktes Buch in Händen zu halten. Jedenfalls für Leser wie mich, die ihren Büchern die Umschläge vor dem Lesen ausziehen.

 

Fazit:  “Pechschwarzer Mond” ist ein absolut würdiger Abschluss für die “Ashes”-Reihe. Rasant, super spannend und erschreckend brutal. Kaum zu glauben, dass am Schluss dann doch noch ein Fünkchen Hoffnung durchschimmert. “Ashes” ist nichts für schwache Nerven und empfindliche Mägen und in diesem Genre sicher gewagt, doch genau das hebt die Reihe für mich von ihren Kollegen ab. Ich habe seit Langem bei keiner Reihe mehr so sehr dem nächsten Band entgegengefiebert wie bei “Ashes”. Sie ist einfach etwas ganz Besonderes!

Source: leserattz.wordpress.com/2013/10/22/rezension-ashes-3-2-pechschwarzer-mond-ilsa-j-bick
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