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review 2018-01-19 13:38
Böser Krimi
Böses Kind: Der erste Fall für Kommissar Henry Frei - Martin Krist

In Berlin wird gemordet und ein Opfer wird gekreuzigt aufgefunden. Kriminalkommissar Frei und seine Kollegin Albers ermitteln in diesem Fall.
Währenddessen ist Suses Tochter Jacqueline spurlos verschwunden. Hat das Mädchen etwas mit den Morden zutun? Ist sie ein Opfer? Oder hängt sie einfach nur mit Freunden ab?

Martin Krists „Böses Kind“ ist einer der besten Krimis, die ich in letzter Zeit gelesen habe. 

Die Ausgangslage ist genial und der Roman wird auf zwei Haupt-Ebenen erzählt. Im Vordergrund steht Suse mit ihrer Situation als alleinerziehende Mutter. Sie hat drei Kinder, fühlt sich absolut überfordert und plötzlich fehlt von ihrer ältesten Tochter Jacqueline jede Spur. Ist der Teenager nur wieder einmal ausgebüchst? Oder hat Suse berechtigterweise ein ungutes Gefühl?

Die zweite Ebene beschäftigt sich mit dem Ermittlungsteam Frei und Albers in sehr angenehmer Form. Krist arbeitet die Ereignisse chronologisch ab, versieht sie mit Uhrzeiten und geht mit den Beamten ihren Alltag durch. Dieser nüchterne Stil hat mir außerordentlich gut gefallen, weil sich der Autor damit auf das Wesentliche konzentriert. Zwar zeigt er auch kleine Einblicke in ihr Privatleben, dennoch bleibt er in erster Linie am Fall dran, womit man bei mir immer punkten kann.

Henry Frei und Louisa Albers stehen als ermittelnde Polizisten abseits vom Klischee. Sie sind weder geschieden, noch Alkoholiker oder hängen mit ihrem Familien- oder Freundeskreis persönlich im Fall drin. Natürlich haben sie ihre Eigenheiten, die sie individuell machen, doch es bleibt im glaubwürdigem und nachvollziehbaren Bereich. Man kann sich einfach zurücklehnen und den Fall ‚genießen‘ - den Krist exzellent einfädelt hat.

Eigentlich glaubt man zu wissen, was geschehen ist. Ständig winkt Krist mit einer möglichen Lösung des Falles vor der Nase herum. Man glaubt, ihn durchschaut zu haben, während man sich plötzlich auf einem ganz anderen Weg bewegt. Diese Änderungen kommen langsam, sie schleichen sich in die Story rein, während man eine Vermutung nach der anderen abhaken kann.

Gleichzeitig fasziniert mich Krist mit seiner realitätsnahen Erzählweise. Ich war noch nie in Berlin. Es ist eine absolut fremde Stadt für mich, und trotzdem habe ich den Eindruck, als ob ich dort gewesen bin. Er beschreibt soziale Problemfelder, das Lebensgefühl, das die Berliner haben, und wie trist Deutschlands Hauptstadt für manche ist. 

Der Schluss kam sehr abrupt. In einem Moment hat man die Aufklärung des Falls erreicht und im nächsten ist tatsächlich das Buch zu Ende. Ich fand es befremdlich und habe mich überrumpelt gefühlt. Dennoch hat’s mir gefallen, weil es mal etwas anderes als endlose Epiloge ist.

Meiner Ansicht nach hat Martin Krist mit „Böses Kind“ einen richtig bösen Krimi geschrieben, der durch den realistischen Stil sehr besonders ist. Fazit: Wer Krimis mag, wird Krist lieben.

Source: zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at
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review 2017-12-08 16:28
Henry Frei - der Neue
Böses Kind: Der erste Fall für Kommissar Henry Frei - Martin Krist

Inhaltsangabe

JEDE LÜGE HAT IHREN PREIS. DIESE WIRD DICH TÖTEN.
Ein Mord mitten in der Hauptstadt. Das Opfer wurde erschlagen und gekreuzigt. Kriminalkommissar Henry Frei und sein Team ermitteln.
Suse, heillos mit ihren Kindern überfordert, seit ihr Mann sie verlassen hat, ist in Panik: Ihre Tochter Jacqueline ist verschwunden. Die alarmierte Polizei glaubt der Mutter kein Wort.
Wo ist Jacqueline? Wer zieht seine blutige Spur durch Berlin? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

 

Meine Meinung 

Martin Krist überrascht mich immer wieder mit seiner Ideenvielfalt.

Gerne würde ich diesen Autor mal eine Woche in seinem Alltag begleiten, schauen, wie er lebt und arbeitet und vor allem WIE ihm ständig diese neuen Ideen kommen.

Diese Aussage beziehe ich nicht nur auf die Fälle an sich, sondern Herr Krist ist für mich „der Meister der verbindenden Reihen“. Nachdem ich mich bereits in seine Bücher um David Gross und Paul Kalkbrenner eingelesen habe, war ich zunächst sehr überrascht mit „Böses Kind“ auf einen neuen Namen zu stoßen. Kriminalkommissar Henry Frei.

 

Nun ist der erste Fall gelesen und man kann es gar nicht in Worte fassen, aber der Autor ist ein Wunderwerk der Autorenkiste. Regelmäßig erscheinen neue Thriller aus seiner Feder. Ich würde bei drei verschiedenen Ermittlern mit der Zeit sowas von den Überblick verlieren, aber nicht Martin Krist.

Gekonnt schafft er es auch bei Henry Frei einen völlig eigenständigen, gut durchdachten und ausgearbeiteten Charakter zu erschaffen. Wenn ein Team in einem Thriller nicht passt, geht für mich das Licht schon beinahe aus. Da kann der Fall noch so spannend sein. An die Seite von Frei setzt der Autor die frisch gebackene Mutter Louisa Albers. In Kombination mit Frei gefiel sie mir sehr gut und das Team weist sowohl ergänzende, als auch völlig gegensätzliche Merkmale auf. Da freue ich mich schon sehr auf ein Wiedersehen.

Wie schon bei David Gross und Kalkbrenner möchte ich unbedingt mehr von Henry Frei erfahren. Interessant fand ich wieder den persönlichen Aspekt und Einblick in das Privatleben des Ermittlers. Seine Tochter steckt in einem schwierigen Alter und schwärmt gerade für den ersten Freund und sein Sohn hat das Asperger-Syndrom, eine Form des Autismus. Als Ergotherapeutin danke ich an dieser Stelle für das Wort Ergotherapie im Buch und für die sehr realitätsnahe Darstellung des Alltags mit einem autistischen Kind.

 

Wie zu erwarten, setzt uns der Autor nicht nur einen Fall oder eine Perspektive vor die Nase, sondern will die Gehirnzellen jedes Lesers zum Nachdenken motivieren.

Allein schon den Prolog wusste ich nirgends hinzustecken, dennoch bleibt er durch gekonnt eingesetzte Szenen immer im Hinterkopf.

Dann wäre da Suse, die dreifache Mutter, welche total überfordert ist. Nicht nur der kleine Hund Tapsi, nein, auch ihre 14 jährige Tochter Jacqueline ist verschwunden und Suse weiß sich keinen Rat, wo sie sein könnte.

Und dann wäre da noch der Mord an einer Frau in einem Hotel, der anfänglich gar keine allzu große Bedeutung zu haben scheint.

 

Das Krist der Meister der Verflechtungen ist, zeigt er in diesem Buch dadurch, dass wir auf einige bekannte Namen, wie Sackowitz oder Wittpfuhl treffen. Der Mann hat wirklich Großes vor, daher freue ich mich auf jegliche weitere Bucherscheinung.

 

Auch wenn Martin Krist immer wieder mit neuen Charakteren und Ideen auftrumpft, bleibt eins gleich: der Pageturner-Modus.

Man fliegt durch kurze, gekonnt in Szene gesetzte Kapitel förmlich durch dieses Buch. Zu erwähnen ist, dass fast jedes Kapitel einen Cliffhanger hat. Der Meister der Cliffhanger also auch noch. Hier einen Stopp einzulegen, ist als Thriller-Fan schon echt schwer.

 

Zum Fall selbst möchte ich gar nicht allzu viel verraten.

Mir gab er wieder sehr viele Rätsel auf, die erst am Ende zum Licht fanden.

Und wie er den Fall, inklusive Spannung wieder nach vorne trieb war wieder super.

 

Das berüchtigte Ende. Wie immer böse. Da heißt es nur Abwarten und Tee trinken.

_______________________________________________________________

 

Puh, der Teil unter dem Strich fällt mir hier gar nicht so leicht in Worte zu fassen.

Einerseits ist der Punkt, den ich an dieser Stelle ansprechen möchte mein kleines Highlight, aber auch der Punkt, zu dem mir in dem Reihenauftakt etwas gefehlt hat. Und zwar trägt das Buch nicht nur die Überschrift „Böses Kind“, sondern man findet auch den Schriftzug „Alanna“ auf dem Cover wieder. Im Buch wird dieser Name mit einem alten Vermisstenfall in Verbindung gebracht. Da Henry Frei eine Verbindung zum Fall hat, kam mir dies zu kurz. Ein Blick auf Band 2 zeigt mir, dass auch dort wieder Alanna auftaucht. Die Geschichte ist also eindeutig noch nicht erzählt. Da der Name im Buch für mich einen zu kurzen Part einnahm, fehlt mir an dieser Stelle etwas. Ich bin aber umso gespannter, wie ich in der Hinsicht auf Band 2 reagiere.

 

Mein Fazit

Martin Krist schafft es wieder mich für seine Charaktere und seinen Fall einzunehmen. Auf elektronischer Basis gelesen besteht hier fast die Gefahr eines wunden Fingers, aber das sollte man in Kauf nehmen.

Der kleine fehlende Wink im Buch macht es für mich nicht perfekt, aber alle Krist-Fans und die, die es noch werden möchten, kann ich „Böses Kind“ wärmstens empfehlen.

 

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review 2016-08-06 13:34
Ein Thriller für Jugendliche…
Mein böses Blut: . - Geoffrey Girard,Anja Hackländer

Inhaltsangabe

Jeff dachte immer, dass er ein Teenager ist wie jeder andere. Doch an seinem 16. Geburtstag erfährt er das Unglaubliche: Er ist ein Klon des Serienkillers Jeffrey Dahmer! Und es gibt weitere jugendliche Klone. Im Rahmen eines streng geheimen Regierungsprojekts, unter der Beobachtung von Wissenschaftlern, durften manche von ihnen wohlbehütet aufwachsen, andere erlebten dagegen die Kindheit ihres Originals. Nun sind einige von ihnen ausgebrochen. Gemeinsam mit  dem Polizisten Castillo, der die entflohenen Jugendlichen wieder einfangen soll, jagt Jeff den Killern quer durch die USA hinterher... 

 

Meine Meinung

Wem dieser Klappentext ein wenig bekannt vorkommt, der irrt sich nicht, denn dieses Buch gibt es bereits als Erwachsenenbuch. Bereits 2014 wurde „Verdorbenes Blut“ von Geoffrey Girard bei Bastei Lübbe veröffentlicht. In diesem Buch geht es um die Klone der Serienmörder, ihre Taten, ihre Opfer, ihre Charakterzüge. Man lernt auch den kleinen Jeff als einen der Klone kennen, dieser steht jedoch nicht im Fokus. In „Verdorbenes Blut“ verfolgt man die Geschichte um Castillo, der die Klone jagt.

 

Die Grundstory ist absolut die gleiche. Allerdings sind Faktoren, wie Gewalt und Blut in „Mein Böses Blut“ deutlich herabgesetzt. Auch die Informationen zu den einzelnen im Buch vorkommenden Serienmördern wurde nicht so explizit im Buch besprochen und wenn wurde brutale Details vorwiegend weggelassen. Es ist halt wirklich eine Young Adult Version von „Verdorbenes Blut“.

 

An dem Schreibstil und dem Aufbau des Buches selbst, hatte ich auch hier keinerlei Probleme während des Lesens. Ein flüssiger Schreibstil trifft auf kurze Kapitel und ein paar grafische Auflockerungen. Denn der liebe Jeff macht sich zur Aufgabe Castillo bei der Suche nach den anderen jugendlichen Klonen zu helfen. Um sie aufzuspüren muss er seltsame Zeichnungen seines Vaters lösen. Dieses Detail kannte ich schon, aber die Idee ist einfach gut gemacht und gut ins Buch eingebracht.

 

Natürlich hat dieses Buch nicht nur eine oberflächliche Handlung, sondern auch ein tiefgründiges Thema, welches behandelt wird.

Wird der Klon eines Serienmörders ebenso gewalttätig?

Ist eine gegebene DANN durch Erziehung und Umweltfaktoren zu beeinflussen?

Und allein der Gedanke, ob es dieses Klonen wirklich gibt?

 

Auch der 16-jährige Jeff stellt sich die Frage, ob er so werden wird wie der bekannte Serienmörder Jeffrey Dahmer oder ob er dagegen ankämpfen kann und ein ganz normales Leben führen wird. Vergleicht er die Wesenszüge, stellt er doch so einige Gemeinsamkeiten fest…

 

Eigentlich hatte ich vor, „Verdorbenes Blut“ noch einmal zu lesen, um meine fehlende Rezension auszuarbeiten, aber im Moment reizt es mich so gar nicht, weil die Story doch sehr identisch ist.

____________________________________________________________

 

Wie bereits im Erwachsenenband kann mich das Ende des Buches absolut nicht begeistern. Der Ausgang hätte realistischer sein können bzw. für mich sein müssen, denn so wird die Thematik fast ins Lächerliche und Unmögliche gezogen.

Bei einem Vergleich mit „Verdorbenes Blut“ kann dieses Buch natürlich nicht mithalten. ABER ein Jugendlicher liest wahrscheinlich lieber aus der Sicht eines Jugendlichen, als auch der Sicht eines erwachsenen Polizisten. Demnach werde ich es auch als Jugendbuch bewerten.

 

Beide Bücher direkt hintereinander sollte man nicht lesen, da sie sich doch sehr gleichen.

 

Mein Fazit

Allein stehend ist dieses Buch eine Leseempfehlung für alle Serienmörderfans wert.

Im Vergleich mit „Verdorbenes Blut“ schneidet es nicht ganz so gut ab. Ich entscheide mich dann doch für die Erwachsenenversion.

Dennoch bewerte ich es als Young Adult Version.

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review 2015-03-14 16:42
[Rezension] Nina Bruhns - Zero Unit 2 "Böses Erwachen"
Zero Unit - Böses Erwachen - Nina Bruhns,Dorothea Kallfass
Titel: Böses Erwachen
Serie: Zero Unit
Autorin: Nina Bruhns
Verlag: Egmont Lyx Verlag
Genre: Romantic Thrill
Erschienen: Juni 2012
Seitenzahl: 485 Seiten
Ausgabe: Taschenbuch, kartoniert mit Klappe
 
ISBN: 978-3-8025-8514-2
Preis: 8,99 Euro [E-Book]
    9,99 Euro [Print]
 
 
Vielen Dank an den Lyx Verlag für das tolle Rezensionsexemplar



Klappentext:

Im Bayou von Louisiana werden eine Reihe von Leichen gefunden. Widerstrebend heuert die Polizistin Tara Reeves den attraktiven Führer Marc Lafayette an, damit er ihr bei der Spurensuche in den Sümpfen hilft. Und der Fall ist verzwickter, als es zunächst den Anschein hat: Ausländische Terroristen planen einen Anschlag auf die USA und testen in der Wildnis der Sümpfe eine tödliche biologische Waffe. Doch während Tara und Marc nach dem gefährlichen Virus suchen, werden sie von einem ganz anderen Fieber erfasst -- einer alles verzehrenden Leidenschaft zueinander, die ihr Leben für immer verändern wird.

Grundidee der Handlung: 

Bevor man den zweiten Teil von "Zero Unit" liest, finde ich sollte man vorher den ersten Teil "Zero Unit Tiefer Fall" gelesen haben, da dieses Buch an das Erste anknüpft

Trooper Tara Reeves untersucht das mysteriöse Tiersterben in den Sümpfen von Louisiana. Sie heuert einen Führer an, der sie durch die Sümpfe begleiten soll. Dieser Führer ist kein anderer als Marc Lafayette von den STORM Corps (Strategic Technical Operations and Rescue Missions Corparation).
Denn Marc und sein Team untersuchen das Tiersterben ebenfalls, da sie davon ausgehen, dass Terroristen eine tödliche Biowaffe in den Sümpfen testen, um diese dann gegen die Menschen einzusetzen. Durch die Entführung der Wissentschaftler  Gina Cappozi im ersten Teil der Serie deutet alles darauf hin, das es dem Terroristen Tawhid, der im ersten Band entkommen konnte, gelungen ist die Biowaffe fertigzustellen
.
Marc Lafayette und das restliche STORM Team müssen nun alles daran setzen, die Terroristen aufzuhalten und die Frau, die sein Herz erobert hat, zu beschützen.
Durch eine Stürmung der Terrorzelle konnte Gina Cappozi befreit werden, aber die Terroristen konnten mit 3 Kanistern der Biowaffe entkommen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Das Buch enthält einen sehr großen Thrillanteil, obwohl es mehrere Liebesgeschichten gibt. So gibt es neben der Liebesgeschichte von Marc und Tara, auch bei Bobby Lee Quinn und Darcy Zimmermann, ebenfalls STORM Corps eine Liebesgeschichte, sowie bei der FBI Agentin Rebel Haywood, die sich ausgerechnet in den Verlobten ihrer besten Freundin, Alex Zane (auch bekannt aus dem ersten Teil) verliebt hat.
Auch die Beziehung von "Kick" und "Rainie"bleibt nicht unerwähnt.

Cover: 

Das Cover spiegelt für mich vieles wieder, das auf die Handlung im Buch zutrifft. Es ist schlicht, hat eine angenehme Farbe und gefällt mir sehr gut.

Fazit: 

Dieses Buch lässt auf viel Spannung hoffen, was im letzten Teil von "Zero Unit" passiert. Am meisten interessiert mich persönlich, ob Rebel und Alex eine Chance bekommen.
Die Autorin hat einen fantastischen Schreibstil, flüssig, angenehm und niemals langatmig.

Meine Bewertung: 5/5
Source: beatelovelybooks.blogspot.de/2015/03/rezension-nina-bruhns-zero-unit-2-boses.html
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review 2015-01-29 14:49
Abgründige Geschichte
Böses mit Bösem vergelten: Thriller - Patrizia S. Prudenzi,Timo Kümmel

Die Geschichte wird uns aus Sicht von Julia erzählt. Julia ist eine junge Frau, die sich selber nicht vertraut, weil ihr Gedächtnis riesige Lücken aufweist. Hat sie schreckliche Dinge vergessen, die ihr angetan wurden - oder hat sie schreckliche Dinge vergessen, die sie anderen angetan hat? Hat sie ihre Eltern umgebracht, als sie noch ein kleines Mädchen war, oder ist sie damals dem wahren Mörder gerade so entkommen? Eigentlich glaubt sie trotz ihrer Gedächtnislücken daran, dass sie unschuldig ist, aber sicher kann sie sich nicht sein...

 

Tatsache ist, dass in Julias Umfeld immer wieder grausame Morde geschehen, und Tatsache ist, dass ihre Tante alles daran setzt, Julia entmündigen zu lassen. Weil sie weiß, dass Julia schuldig ist? Oder weil sie ihre eigene finstere Agenda verfolgt?

 

Obwohl Julia für mich das ganze Buch hindurch ein lebendes, atmendes Rätsel blieb, war sie mir doch (meist) sympathisch und ich habe mit ihr mitgefiebert und mitgelitten. Auch David Nyomda, der junge Inspektor, der in ihrem Fall ermittelt und als einziger an ihre Unschuld glaubt, hat mir gut gefallen.

 

Schnell wird dem Leser klar, dass Nyomda nicht mehr unparteiisch ist, weil er sich in Julia verliebt hat, und diese Liebesgeschichte hat mich erstaunlicherweise wirklich angesprochen, obwohl oder gerade weil sie ethisch eine heikle Sache ist... Darf ein Inspektor das, sich in eine Frau verlieben, die möglicherweise ein sadistisches, mordendes Monster ist?

 

Die Liebesgeschichte drängt sich meines Erachtens nach selten in den Mittelpunkt; die Geschichte konzentriert sich trotz allem auf die Frage, ob Julia schuldig ist, und auf die Suche nach dem Mörder, und das fand ich auch gut so. Außerdem muss man sich auch bei der Liebesgeschichte fragen, was man als Leser eigentlich glauben darf...

 

Der Rest der Charaktere, von Julias ermordeten Eltern bis hin zu ihrer machthungrigen Tante, ist schwer zu durchschauen, und man kann nie wirklich sicher sein, dass sich nicht noch menschliche Abgründe hinter der gutbürgerlichen Fassade auftun. Denn Abgründe gibt es hier einige, die an Grausamkeit und Perversion kaum zu überbieten sind!

 

Ich möchte noch nicht zu viel über die Geschichte verraten, denn auch der Leser bleibt bis zum großen Finale im Unklaren, was Wahrheit ist und was Trug, und das trägt viel zur Spannung bei. Als ich erstmal richtig im Fluss drin war, konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen, und das Ende hat mich dann wirklich überrascht! Die Geschichte stellte sich als viel komplexer und verwinkelter heraus, als ich erst vermutet hatte, und dadurch auch als viel origineller.

 

Der Schreibstil gefiel mir eigentlich gut, und er liest sich auch unterhaltsam und flüssig - nur krankt das Buch leider trotz Lektorat doch noch an einigen Rechtschreibfehlern, fehlenden Wörtern und offensichtlichen Tippfehlern wie "Hautverdächtigte" statt "Hauptverdächtige", oder "behandelter" statt "behandelnder" Arzt. Menschen werden "zu tote" vergewaltigt, oder jemand macht der Polizei etwas "weiß" statt "weis"...

 

"Wieso hatte er es sich erst jetzt daran?"

 

Es gibt auch immer mal wieder Wortwiederholungen und seltsame Formulierungen, so wird z.B. Speichel des öfteren als "Mundwasser" bezeichnet, oder jemand "spitzt die Augen".

 

Auch inhaltlich gibt es in den letzten Kapiteln meines Erachtens ein paar kleinere Ungereimtheiten, so dass das Ende mich nicht so vollständig überzeugen konnte, wie ich es mir gewünscht hätte. Dennoch fand ich das Buch im Großen und Ganzen unterhaltsam und spannend.

 

Fazit:
Ein komplexer, abgründiger Thriller rund um eine junge Fran, die selber nicht weiß, ob sie eine brutale Mörderin ist oder nicht. Ich war schnell in der Geschichte drin und konnte das Buch dann gar nicht mehr aus der Hand legen! Einzig die Rechtschreibfehler und die kleineren Ungereimtheiten haben mich ein wenig gestört, aber ansonsten hat mir das Buch gut gefallen.

Source: mikkaliest.blogspot.de/2015/01/boses-mit-bosem-vergelten-von-patrizia.html
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