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review 2016-10-07 19:12
Inbetween – Zwischen Bühne und Bordell
Inbetween - Zwischen Bühne und Bordell - Svea Lundberg

Story:
Für Jerik ist es Liebe auf den ersten Blick als er in einem Musical den Tänzer Alexej sieht und sich in den Bachstage-Bereich schleicht, um ein Date mit dem jungen Mann auszumachen. Auch dabei läuft alles bestens – die beiden kommen sich näher und Alexej scheint Jeriks Gefühle zu erwidern. Recht schnell kommen jedoch auch erste Probleme ans Licht – Alexej verdient nicht nur mit dem Tanzen sein Geld, hin und wieder verkauft er sich auch an andere Männer. Jerik ist entsetzt, hält er doch an einer rein monogamen Beziehung fest. Richtig problematisch wird es jedoch erst, als er bemerkt, dass Alexej ihm einen weiteren wichtigen Punkt verschwiegen hat: er verkauft sich nicht nur an andere Männer, er konsumiert auch Drogen, um den Akt mit Fremden erträglich zu machen. Und zwischen Kontrolle und Sucht verläuft eine dünne Grenze, die Alexej schon längst nicht mehr erkennen kann. Für Jerik, der seiner großen Liebe helfen will, überschlagen sich nach und nach die Ereignisse, da ihn Alexejs Probleme selbst immer tiefer hinabziehen …

 

Eigene Meinung:
Mit dem Gay Drama „Inbetween – Zwischen Bühne und Bordell“ legt Svea Lundberg ihren zweiten Roman bei deadsoft vor, der im kommenden Jahr mit einem Spin-Off fortgesetzt werden soll. Im Gegensatz zu ihrem Krimi „Kristallschnee“ handelt es sich bei „Inbetween“ um ein waschechtes Drama, bei dem sowohl Alexej als auch Jerik einiges zu bewältigen haben.

 

Die Geschichte wird komplett aus Jeriks Sicht erzählt, der als Student ein halbwegs solides Leben führt. Durch Alexej Auftauchen gerät Jerik ziemlich aus dem Gleichgewicht, was an dem unsteten Leben des Tänzers liegt und den vielen Geheimnissen, die er vor dem jungen Studenten zu verbergen versucht. Das Thema Drogen und die Auswirkungen regelmäßigen Konsums finden spätestens am der Hälfte Erwähnung und nehmen einen großen Teil der Handlung ein. Dabei zeigt Svea Lundberg sehr authentisch, was Kokain und Heroin mit einem Menschen macht und welche Konsequenzen sie haben können. Schön ist dabei, dass auch auf Jerik eingegangen wird, an den die Sucht seines Freundes nicht spurlos vorbei geht und die dafür sorgt, dass die Beziehung der beiden mehrfach auf der Kippe steht. Hier entwickelt sich natürlich sehr viel Drama, da beide Charaktere an ihre Grenzen getrieben werden. Svea Lundberg nimmt dabei kein Blatt vor den Mund, zeigt ungeschönt, wie Alexej abbaut und welche unschönen Höhen sein Drogenkonsum erreicht.


Hin und wieder wird zu viel Wert auf Erotik gelegt, denn „Inbetween – Zwischen Bühne und Bordell“ enthält mehrere explizite Szenen. Hier wäre weniger mehr gewesen, zumal Svea Lundberg einige Passagen überspringt (z.B. die Reise nach Russland zu Alexejs Familie), die eigentlich wichtig gewesen wären, um Alexej näher zu beleuchten und ihm mehr Tiefe zu geben. Es ist schade, dass gerade dieser wichtige Handlungsbogen nur grob in einer Rückblende erzählt wird.
nichtsdestotrotz ist die Geschichte in sich stimmig und realistisch, da Svea Lundberg darauf achtet die Beziehung und die Entwicklung der Charaktere authentisch darzustellen.

 

Die Charaktere sind in sich schlüssig und handeln logisch, wenngleich sie dem Leser ein wenig fremd bleiben. Sicherlich lernt man sie gut kennen, doch gerade die Nebenfiguren können unerwartet viele Punkte sammeln. Allen voran Max und Ilian, die beide mit Jerik befreundet sind. Sie sind lebendig und bleiben dem Leser in Erinnerung. Jerik als Ich-Erzähler bleibt ebenfalls im Gedächtnis, doch mitunter handelt er unlogisch, was jedoch an den Ereignissen und dem großen emotionalem Stress liegen könnte, dem er ausgesetzt ist.
Einzig Alexej bleibt recht blass, da man nur wenig über ihn erfährt und ihn kaum näher kennenlernt. Das ist schade, da es (wie erwähnt) durchaus Möglichkeiten gegeben hätte, um ihm mehr Tiefe zu verleihen.

 

Stilistisch legt Svea Lundberg einen gelungen Roman vor, der durch schöne Beschreibungen, tolle Dialoge und gelungene erotische Szenen besticht. Gerade die Beschreibungen von Jeriks Heimat Schweden ist sehr gut gelungen und wirkt wunderbar authentisch, ebenso die vom Hamburger Leben. Sie hat sich  seit ihrem Debüt „Kristallschnee“ spürbar gesteigert, so dass man das Buch nur schwer aus der Hand legen kann und mit den Figuren mitfiebert.

 

Fazit:
„Inbetween – Zwischen Bühne und Bordell“ ist ein gelungenes Gay Drama, das durch eine solide, authentische Handlung und einen schönen Schreibstil besticht. Die Charaktere mögen dem Leser ein wenig fremd bleiben, doch man kommt mit ihnen klar und schließt den die Nebencharaktere ins Herz. Hin und wieder wäre weniger Erotik mehr gewesen, doch wer sich daran nicht stört und sich für das Thema Drogen und Sucht interessiert, sollte Svea Lundbergs Roman eine Chance geben. Er kann überzeugen und macht Lust auf mehr.

Source: www.like-a-dream.de
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review 2016-07-11 13:28
This ain’t Love
This ain't love - Rosha Reads

Story:
Für den jungen Arbeiter Finn sind One-Nights-Stands ein absolutes No-Go. Für ihn gehört zum Sex Vertrauen und ein fester Partner, dem er sich ohne Bedenken hingeben kann. Da solche Männer eher eine Seltenheit sind, ist Finn zumeist allein und geht im Gegensatz zu seinem besten Freund nach einem Barbesuch meist allein nach Hause. Sein neuer Nachbar Kyle ist in vielerlei Hinsicht das genaue Gegenteil: gutaussehend, souverän und gut betucht. Zudem hat er einen ungewöhnlichen Nebenjob: er ist Luxus-Callboy und schläft gegen Geld mit Männern.

 

Gegen alle Bedenken und trotz aller Unterschiede werden die beiden Freunde – Finn genießt die Nähe zu seinem Nachbarn, Kyle kann sich Finns rauer Attraktivität nur schwer entziehen. Selbst als sie miteinander im Bett landen, weigern sich beide zuzugeben, dass mehr Gefühle im Spiel sind, als sie wahrhaben wollen …

 

Eigene Meinung:
Der lockerleichte Roman „This ain’t Love“ von Rosha Reads erschien als „Cock Lit“- Veröffentlichung bei Deadsoft. Die Veröffentlichung ist nicht die erste Publikation der Autorin – unter ihrem richtigen Namen erschienen bereits diverse Kurzgeschichten und Romane, u.a. der Roman „Into Blackness – Die Schwärze hinter dem Licht“, der 2015 beim Deadsoft-Label Tensual Publishing erschien.

 

Die Geschichte bietet grundsätzlich wenig Neues – es ist eine reine Liebesgeschichte, in der es vorwiegend darum geht, wie Finn und Kyle zueinander finden. Dies macht auch das Sublabel deutlich, in dem der Roman erschienen ist – Cock Lit (Anlehnung an Chick Lit). Dementsprechend sollte man keine dramatische und schwere Kost erwarten, denn Rosha Reads legt eher einen lockerleichten Sommerroman vor, der einfach nur unterhalten soll. Dies gelingt ihr sehr gut – man ist schnell in der Handlung und kann sich gut mit den Charakteren identifizieren. Glücklicherweise verzichtet sie auf allzu viel Erotik, denn es dauert, bis sich Finn und Kyle zum ersten Mal näherkommen. Stattdessen begleitet man die beiden unterschiedlichen Männer, die zunächst Freunde werden und gemeinsam entdecken, wie gut sie miteinander klarkommen. Natürlich dürfen auch ein paar Eifersüchteleien am Rande und einige kleinere und größere Probleme nicht fehlen, denen sich die beiden Protagonisten stellen dürfen.
Allerdings hinterlässt die Geschichte keinen bleibenden Eindruck – sie ist eine schöne Zwischendurch-Lektüre, bleibt jedoch nicht dauerhaft im Gedächtnis haften.

 

Die Charaktere sind sehr sympathisch und wirken sehr authentisch. Finn ist der etwas rauere, handwerklich begabte Arbeiter, der sein Geld mit „echter Männerarbeit“ verdient und sich nach einer festen Beziehung sehnt – Kyle ist das komplette Gegenteil. Er wechselt regelmäßig seine Partner, hat kein Problem damit seinen Körper zu verkaufen und ist überhaupt nicht an etwas Festem interessiert. Für ihn zählt das kurzweilige Vergnügen, weswegen es lange dauert, bis er einen Versuch bei Finn wagt und damit für reichlich Chaos sorgt.
Auch die übrigen Figuren können überzeugen – sei es Finns bester Freund oder seine Schwester nebst Familie. Sie geben den beiden Hauptcharakteren den passenden Rahmen um zu agieren und sich weiterzuentwickeln.

 

Rosha Reads hat einen angenehmen, sehr flüssigen Schreibstil, der dafür sorgt, dass man schnell in die Handlung eintaucht und das Buch binnen weniger Stunden lesen kann. Die Perspektive der Geschichte wechselt zwischen Fin und Kyle, was dem Leser die Möglichkeit gibt, beide Charaktere kennenzulernen. Sowohl Dialoge, als auch die Einblicke in die Gefühlswelten der Figuren und Beschreibungen der Szenerien sind sehr gut gelungen, ebenso angenehm lassen sich die erotischen Szenen lesen. Die Autorin versteht ihr Handwerk und passt stilistisch sehr gut zu dem leichten Cock Lit-Roman.

 

Fazit:
„This ain’t Love“ ist ein schöner, lockerleichter Liebesroman, der mit sympathischen Charakteren und einem angenehmen Schreibstil aufwarten kann. Wer ernstere Themen und spannende Hintergründe sucht, ist bei Rosha Reads Roman falsch – der Cock Lit bietet eher leichte Sommerunterhaltung und kurzweiliges Lesevergnügen. Er mag zwar nicht dauerhaft in Erinnerung bleiben, liest sich jedoch angenehm, so dass „This ain’t Love“ die ideale Lektüre für Zwischendurch ist.

Source: www.like-a-dream.de
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review 2016-06-02 11:56
Sie Sturmfalken von Olbian
Die Sturmfalken von Olbian - Amber Leann Porter

Story:
Als Sidhe Metra (Zwitterwesen) ist Jaweds Leben auf Kronnor nicht leicht – als Mädchenjunge verspottet, mag er zwar der illegitime Sohn des Magoden sein, hat aber nur Kaylin, die zu ihm steht und ihn vor den Angriffen Gleichaltriger beschützt. Sein Leben nimmt eine rasante Wendung, als der Kämpfer Caron von Olbian ihn seinen Schwestern vorzieht und mit ihm eine eheähnliche Bindung eingeht. Jawed hat anschließend gar keine andere Wahl, als Caron nach Sanka zu begleiten – der Hauptstadt der Sidhe, wo die Sankanischen Spiele stattfinden, an denen sein Ehemann teilnehmen will. Auch Kaylin findet (als Junge verkleidet) ihren Weg in die Goldene Stadt, kommt dort jedoch bei dem Norrlänischen Kämpfer Thore unter, der sie als Knappen anstellt.

 

Während Jawed seinen Mann besser kennenlernt und sich recht schnell in den wortkargen Mann verliebt, entdeckt er, dass Sidhe Metra keine Seltenheit sind und nicht überall verfolgt werden. Allerdings werden die Tage vor den großen Wettkämpfen durch eine grausame Mordreihe getrübt, der fremdländische Teilnehmer der Sankanischen Spiele zum Opfer fallen und die schon bald Jawed, Kaylin und ihre neuen Gefährten in Atem halten …

 

Eigene Meinung:
„Die Sturmfalken von Olbian“ ist der erste Band einer längeren Fantasy-Reihe, die aus der Feder Leann Porters stammt. Bereits in ihrem Debüt „Die Rache des Sidhe“ entführt die Autorin in die Fantasywelt Danu, mit dem vorliegenden Buch wagt sie sich jedoch in ein anderes Land. Zudem wagt sie sich mit Jawed an einen intersexuellen Charakter, da er sowohl weibliche, als auch männliche Geschlechtsmerkmale hat.

 

Inhaltlich wartet Leann Porter mit einer sehr farbenprächtigen, gut durchdachten und sehr komplexen Fantasywelt auf, in die man schnell Eintauchen kann. Wer ihr Debüt bereits kennt, weiß um die Halbsidhe, die in den meisten Ländern aufgrund ihrer besonderen Fähigkeiten gejagt und versklavt werden. Auch Jawed, der heilen kann, und Kaylin, die auf Tiere einwirken kann, wachsen als unfreie Halbsidhe in Kronnor auf, wenngleich Jawed als Sohn des Magoden ein paar wenige Freiheiten genießt. Erst das Auftauchen der Olbianer markiert den Anfang größerer Abenteuer, da beide ihre Heimat verlassen, um in Sanka ihr Glück zu finden. Die Goldene Stadt ist ebenfalls sehr lebendig und gut nachvollziehbar gestaltet – die unterschiedlichen Viertel, die Bewohner und das politische System im Hintergrund. Leann Porter gelingt es, die Stadt greifbar zu machen und man hat mehr als einmal das Gefühl mit Kaylin durch die Straßen zu streifen.

 

Die Mordreihe, die ab der zweiten Hälfte zunehmen Raum einnimmt, sorgt für Spannung, kommt aber insgesamt ein wenig zu kurz. Gerade Gespräche und Überlegungen über die Vorfälle werden oftmals rückblickend oder zusammenfassend erzählt, was schade ist – es wäre schöner gewesen, wenn dieser Punkt stärker ausgearbeitet worden wäre. Stattdessen konzentriert sich die Autorin auf Jaweds Gefühle für Caron und deren Beziehung, die zu Beginn durch Missverständnisse geprägt ist. Dementsprechend lange dauert es, bis sich die beiden zusammenraufen. Wesentlich spannender und interessanter ist es jedoch Kaylin und Thore zu begleiten, die zunächst Freunde und später ein Paar werden. Es macht einfach Spaß die beiden Dickköpfe zu begleiten und an ihrer Seite die Stadt zu entdecken.

 

Ein großer Pluspunkt sind die toll ausgearbeiteten Charaktere – der sanfte, sehr schüchterne Jawed, der im Laufe der Geschichte Selbstvertrauen gewinnt und lernt seine Natur als Sidhe Metra zu akzeptieren. Seine Partner Caron ist ebenfalls sympathisch, wenngleich ruhiger und ernster, was an den Geheimnissen liegt, die er vor Jawed verbirgt. Die freche, selbstbewusste Kaylin kann ebenfalls durch ihre Stärke und ihr offenes Naturell überzeugen, ebenso der offenherzige, lockere Thore, der mit fast der ganzen Stadt befreundet ist und Wein, Weib und Gesang liebt.
Auch die Nebenfiguren sind sehr authentisch und bleiben dem Leser im Gedächtnis: Gared, der Lehrmeister von Jawed und Kaylin, Moran Al’Thane – Anführer der Wache und Hauptmann bei den Mordermittlungen, die übrigen Sidhe Metra, die Jawed im Laufe der Zeit kennenlernt. Sie geben den passenden Rahmen, wenngleich es fast zum Ende hin ein wenig zu viele Sidhe Metra gibt, die mit ihren Männern in Sanka sind. Da vermisst man fast ein wenig schwule, lesbische und heterosexuelle Pärchen, denn davon lernt man im Grunde keine kennen.

 

Stilistisch bewegt sich Leann Porter auf gewohnt hohem Niveau. Gerade die Beschreibungen der Goldenen Stadt und der einzelnen Stadtviertel ist wirklich toll – man kann sich Sanka beinah bildlich vorstellen. Auch die Figuren werden natürlich beschrieben und sind sehr gut nachvollziehbar. Das betrifft sowohl die Dialoge untereinander, als auch die einzelnen Aktionen und Reaktionen, und natürlich die erotischen Szenen. Letztere haben genau die richtige Länge – sind nicht zu lang, aber dennoch sehr gefühlvoll beschrieben. Zudem scheut sich die Autorin nicht auch Hetero-Erotik zu beschreiben, was in einem Gay Fantasy eher selten der Fall ist (wobei ich „Die Sturmfalken von Olbian“ nicht einmal als Gay Fantasy bezeichnen würde, da im Grunde kein wirklich schwules Paar vorkommt. Vielmehr handelt es sich bei dem Roman um einen queeren Fantasy, der mehr zu bieten hat als die üblichen stereotypen Geschlechterrollen).

 

Fazit:
„Die Sturmfalken von Olbian“ ist ein gelungener, gut geschriebener Fantasy, der mit ungewöhnlichen Charakteren und einer spannenden Handlung aufwartet. Ein wenig mehr hätte sich Leann Porter zwar auf den Kriminalfall konzentrieren können, anstatt auf die Beziehungsprobleme der Charaktere, doch das stört nicht, da man Jawed, Kaylin und ihre Freunde gerne begleitet und Spaß daran hat die Entwicklung der Helden zu erleben. Wer ungewöhnliche Fantasy mag und kein Problem mit queeren Figuren hat, sollte sich „Die Sturmfalken von Olbian“ nicht entgehen lassen. Zu empfehlen.

Source: www.like-a-dream.de
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review 2016-05-19 11:20
Blutzoll der Wölfe (Band 1 und 2)
Blutzoll der Wölfe Band 1 - Alegra Cassano
Blutzoll der Wölfe Band 2 - Alegra Cassano

Story:
Morgans Leben scheint beendet, als der Wolfswandler Waydar mit seinem Rudel in das Dorf des jungen Mannes kommt und ihn als Blutzoll fordert. Doch während die anderen ausgewählten Menschen schnell von den übrigen Wölfen gefressen werden, verzichtet Waydar darauf Morgan zu jagen, da der junge Mann starke Anziehungskraft auf ihn ausübt. Schon bald sind Gefühle im Spiel, denn nicht nur Waydars Interesse an Morgan wächst, dieser fühlt sich ebenfalls zu dem Wolf hingezogen. Allerdings beginnen damit die Probleme, denn Waydar ist auf dem Weg zu seiner eigenen Hochzeit mit der ältesten Tochter der Silberfelle – ein Bündnis, das von seinem eigenen Vater bereits vor Jahren geschlossen wurde. Zudem erwachen in Morgan Kräfte, die schnell zeigen, dass in ihm das Erbe eines Bestadors schlummert, des einzigen Wesens, das in der Lage ist einen Wolfswandler zu töten …

 

Eigene Meinung:
Mit den ersten beiden Romanen zu „Blutzoll der Wölfe“ legt Alegra Cassano den Auftakt ihrer Gestaltwandler-Fantasy-Reihe vor, die den Leser bereits nach wenigen Seiten in den Bann zieht. Derzeit arbeitet die Autorin am dritten Buch der Reihe, in der es Morgan und Waydar über das Meer in ein unbekanntes Land führt. Wer abgeschlossene Geschichten bevorzugt, sollte vor dem Lesen mindestens die ersten beiden Bände kaufen, denn die Handlung von Band 1 geht nahtlos in Band 2 über und wird weitestgehend abgeschlossen.

 

Inhaltlich erwartet den Leser eine sehr komplexe, intrigenreiche Geschichte, die ungemein fesselnd ist und sich dadurch angenehm von den üblichen Gay Fantasy Romanen abhebt. Die Autorin fordert damit den Leser heraus, hellwach zu sein und selbst mitzudenken, denn eine simpel gestrickte Liebesgeschichte, in der es nur darum geht, dass Morgan und Waydar zusammenkommen, gibt es hier nicht. Während er Anfang der Geschichte noch recht seicht anmutet, wird es spätestens mit dem Auftauchen von Waydars zukünftiger Braut und ihrem Clan, dem Rudel um Waydars ehemaligen Lehrmeister Alasar und der Nebenhandlung zu Morgans Vater spannender und komplexer. Alegra Cassano baut eine Menge Seitenstränge ein und wirft etliche Fragen auf, die erst nach und nach beantwortet werden. Das liegt zum einen an der Vielzahl verschiedener Charaktere, die im Laufe der knapp 800 Seiten auftauchen, zum anderen an den vielschichtigen Hintergründen. Zudem folgt sie dem Motto: „Keine Aktion ohne Reaktion“, denn viele Dinge, die die Handlung vorantreiben, passieren nachdem die Figuren agiert haben. Hin und wieder passt sie jedoch diese Aktionen der Handlung an, da einige Charaktere unlogisch handeln und Dinge tun, die überhaupt keinen Sinn ergeben. Glücklicherweise halten sich derartige Schnitzer in Grenzen, so dass man trotzdem mitfiebert- und rätselt.

 

Schade ist ein wenig, dass man so wenig über die Fantasywelt von Morgan und den Wolfswandlern erfährt. Es wäre schön gewesen, mehr von dem Land zu erfahren, den Wesen, die dort leben und den Gesetzen außerhalb der Wölfe. Doch gerade die Menschen und ihre Probleme kommen ein wenig kurz. Vielleicht kommt ja im dritten Band mehr zu den unterschiedlichen Ländern und dem großen Ganzen der Welt (Lebewesen, Gesetze etc.).

 

Ein großer Pluspunkt sind die unterschiedlichen Charaktere, die im Laufe der Geschichte eine Rolle spielen. Die Autorin konzentriert sich nicht auf Morgan und Waydar, sondern beleuchtet nach und nach alle relevanten Figuren bzw. lässt sie selbst zu Wort kommen. Erst dadurch gelingt es Alegra Cassano die komplexe Geschichte nachvollziehbar zu erzählen, denn die Menge an Ereignissen, die ineinander greifen und für die ein oder andere Überraschung sorgen, wären ansonsten für den Leser kaum in Einklang zu bringen. Dazu muss man schon alle Figuren und deren Beweggründe kennen und ihre Aktionen direkt miterleben. Hin und wieder handeln die Charaktere zwar unlogisch, doch alles in allem kann man die einzelnen Protagonisten sehr gut nachvollziehen. Auch wachsen sie dem Leser ans Herz – ganz besonders Nebencharaktere wie Bastor oder Dood.

 

Stilistisch legt Alegra Cassano ein solide geschriebenes Werk vor, das durch einen hohen Wortschatz und tolle, sehr umfangreiche Beschreibungen besticht. Die Perspektive springt zwischen den Figuren, sprich die Autorin nutzt eine auktoriale Erzählweise um die Geschichte zu erzählen. Das ist wichtig, denn nur so kann man die Handlungen der Charaktere nachvollziehen. Wer es gewohnt ist, Bücher zu lesen, die aus Sicht einer Figur geschrieben sind, wird anfangs eventuell Probleme haben, doch man findet sich schnell ein und lässt sich gefangen nehmen. Ein weiterer Pluspunkt ist auch, dass Alegra Cassano auf übermäßig viele erotische Szenen verzichtet – natürlich schlafen Morgan und Waydar immer mal wieder miteinander, doch Sexszenen sind eher kurz gehalten, werden teilweise sogar ausgeblendet, da sich die Autorin vollkommen auf die Geschichte konzentriert.

 

Fazit:
„Blutzoll der Wölfe“ ist ein solider, gut geschriebener Fantasy-Roman, der durch eine sehr komplexe, gut durchdachte Handlung und eine Vielzahl lebendiger Charaktere besticht. Alegra Cassano ist ein wundervoller, fesselnder Auftakt gelungen, den Fans aufwendiger und verstrickter Handlungsbögen auf jeden Fall lesen sollten. Da beide Bände ursprünglich zusammengehören, sprich „Butzoll der Wölfe“ aufgrund des Umfangs getrennt wurde, sollte man Band 2 griffbereit haben, wenn man den ersten Teil ausgelesen hat. Es lohnt sich auf jeden Fall der Geschichte um Waydar und Morgan eine Chance zu geben. Zu empfehlen!

Source: www-like-a-dream.de
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review 2016-05-02 10:07
Schweiß und Blut
9mm - Schweiß und Blut - Tanja Meurer

Story:
Der junge Punk Jens ist wegen Mordverdacht auf der Flucht, als ihn der Fernfahrer Christoph bei einem Rasthof aufgabelt und mit nach Berlin nimmt. Schnell wird klar, in welche Schwierigkeiten sich Christoph gebracht hat, zumal er selbst Undercover bei der Zollpolizei arbeitet. Einzig die Tatsache, dass hinter dem Polizistenmord, in den Jens verwickelt ist, mehr steckt als es den Anschein hat, veranlasst Christoph während der Fahrt die Wahrheit zu ergründen. Nach und nach dringt er zu Jens vor, dessen Erinnerungen stark verwaschen sind. So entwickelt sich zwischen den beiden Männern mit der Zeit eine explosive Atmosphäre, die sich in mehrfacher Hinsicht entlädt …

 

Eigene Meinung:
„Schweiß und Blut“ ist der erste Kurzroman der Gay Crime- Reihe „9 mm“ und erschien Dezember 2015 im Deadsoft Verlag. Er wurde von Tanja Meurer verfasst, die auch den dritten Band der Reihe („Verborgener Feind“) schreiben wird. Der zweite Band „Rotten Games“ stammt von Juliane Seidel und behandelt eine gänzlich andere Geschichte – die des Aussteigers Jay, der in „Verborgener Feind“ neben Christoph die Rolle des Hauptcharakters übernehmen wird. Die beiden Kurzromane überschneiden sich am jeweiligen Ende der Bücher.

 

Inhaltlich geht Tanja Meurer einmal mehr in die Vollen – direkt zum Anfang wird es blutig und actionreich, denn die Autorin startet direkt mit dem Mord an einem jungen, schwulen Mann. Recht schnell schreitet die Geschichte voran und man lernt sowohl Christoph als auch Jens kennen – zwei Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten. In einem perfekt inszenierten Kammerspiel erfährt der Leser die Hintergründe zu den Charakteren und den Ereignissen, kommt der Wahrheit auf die Spur und erlebt die Entwicklungen hautnah. Dabei spielt der Mord ab einem gewissen Zeitpunkt eher eine untergeordnete Rolle, denn die Spannung, die sich zwischen den Charakteren aufbaut und auf verschiedene, teils erotische Art entlädt ist wesentlich interessanter. Dabei entwickeln sich keinerlei romantischen Gefühle zwischen Chris und Jens – vielmehr geht es recht aggressiv und hart zur Sache. Daher sollte man sich vorab genau überlegen, ob man mit einer solch realistischen Geschichte ohne Happy End leben kann, denn sowohl die Geschichte, als auch der Sex zwischen den Charakteren ist sehr authentisch, fast schon dreckig. Das liegt zum einen an den Beschreibungen, zum anderen an der Tatsache, dass „Schweiß und Blut“ im Hochsommer spielt, sprich man kann die Hitze förmlich greifen.

 

Ein großer Pluspunkt sind die authentischen, gut ausgearbeiteten Charaktere. Sowohl Chris, als auch Jens sind sehr gut ausgearbeitet und lebendig. Sie haben Ecken und Kanten, Geheimnisse und die ein oder andere Leiche im Keller. Sie sind nicht stereotyp, sondern durchweg anders: Jens ist der abgerissene, motzige Punk, der sein Leben nur schwer auf die Reihe bekommt, Christoph der nicht weniger ruppige Trucker, der in seiner Vergangenheit ebenfalls öfters einstecken musste. Zwischen den beiden Männern entwickelt sich für kurze Zeit etwas, was man schwer in Worte fassen kann. Auf jeden Fall kann man sich gut in die beiden hineindenken und fiebert dem dritten Band entgegen, in dem Christophs Vergangenheit eine große Rolle spielen soll.

 

Neben der intensiven und fesselnden Handlung und den authentischen Charakteren, vermag Tanja Meurer auch stilistisch zu überzeugen. Sie hat eine sehr direkte, raue Sprache, die gut zu den Figuren und der schnellen, spannungsgeladenen Geschichte passt. Als Leser findet man leicht in die Geschichte, dank der detaillierten und greifbaren Beschreibungen hat man das Gefühl mitten in der sommerlichen Hitze zu sein und zwischen den Männern im Truck zu sitzen. Auch zeigt sich, dass die Autorin Ahnung hat, von dem was sie beschreibt: sowohl die Darstellungen des Trucks und der Straßenverhältnisse, als auch die Angaben zu den polizeilichen Ermittlungen wirken authentisch. Das macht „Schweiß und Blut“ sehr greifbar.

 

Fazit:
„Schweiß und Blut“ ist ein gelungener Kurzroman, der mit starken, authentischen Charaktere und einem soliden, fesselnden Schreibstil punkten kann. Wer keinen Wert auf Romantik legt und kein Problem mit einem „dreckigen“, rauen Krimi-Kammerspiel hat, sollte auf jeden Fall zugreifen. Tanja Meurers Buch bietet auf jeden Fall eine angenehme Abwechslung zu den üblichen Gay Romance Stoffen. Zugreifen!

Source: www.like-a-dream.de
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