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review 2016-07-15 09:52
Rezension | Schmidt, Eva: Ein langes Jahr
Ein langes Jahr: Roman - Eva Schmidt

Ein kleiner Ort in Österreich am See und seine Bewohner. Ein Blick in fremde Wohnzimmer, hinter die Kulissen. Man kennt sich, gut oder flüchtig; man begegnet sich kurz und geht wieder auseinander. 

Es ist als würde man für kurze Zeit in diesen Ort ziehen und nach und nach all die kleinen und großen Stärken und Makel der Menschen dort kennen lernen.

Eine echte Geschichte gibt es nicht, eher viele kleine, wie das Leben so spielt. Das ist manchmal interessant, manchmal banal, oft auf eigentümliche Weise erschreckend. Erschreckend zu sehen welche Päckchen die unterschiedlichen Menschen zu tragen haben; erschreckend, wie realistisch die Wahl der Probleme ist. 

Ich hätte die Lektüre nicht unterbrechen sollen, denn mit einer Pause dazwischen hatte ich Mühe die Figuren auseinander zu halten; wer wen und warum und wie kennt. 

Kapitel zu Kapitel wechselt die Sicht; das fehlen der wörtlichen Rede ist gewöhnungsbedürftig, ebenso die fehlenden Absätze. 

Kinder kann sie nicht, Eva Schmidt. Ihre Kinder lesen sich wie Erwachsene; das hat mich ein wenig gestört. Im Nachhinein glaube ich, die Unterscheidungsschwierigkeiten lagen nicht nur an der Lesepause, sondern weil ich mehr und mehr meine die Autorin im Vordergrund gelesen zu haben, nicht ihre Figuren.

Trotzdem eine Abwechslung auf dem Buchmarkt.  

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text 2016-07-14 21:23
Letzter Satz | Schmidt, Eva: Ein langes Jahr
Ein langes Jahr: Roman - Eva Schmidt

Ich gehe von der Wohnung auf den Balkon und wieder zurück. Im Wohnzimmer läuft eine CD von Laurie Anderson. Muddy River. Wenn ich mich über das Balkongeländer beuge, sehe ich mein neues Wohnmobil. Natürlich ist es nicht neu, ich habe es gebraucht gekauft. Es ist ein hellblauer VW-Bus mit aufklappbarem Dach. An einem der nächsten Tage werde ich losfahren. Vielleicht nur ein paar Tage, in die Berge.

 

 

Vielleicht auch ein bisschen weiter weg. 

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text 2016-07-03 22:08
Erster Satz | Schmidt, Eva: Ein langes Jahr
Ein langes Jahr: Roman - Eva Schmidt

Über Nacht hatte es etwas abgekühlt. 

 

Die Luft war klar, keine Wolke am Himmel über dem See. Nur über dem Berg ein paar weiße Wolken, wie Rauch. Die Sonne war noch nicht aufgegangen. Es gab wenig Wind, das Wasser plätscherte kaum hörbar an die Pfähle der in den See gebauten Badeanstalt, die früher zu einem Militärstützpunkt gehört hatte, inzwischen aber öffentlich zugänglich war. 

Der Steg zum Eingang der Badeanstalt war erneuert worden, die Planken waren heller als die verwitterte Holzfassade des Gebäudes. Noch war die Kasse nicht besetzt. Im Wasser, wie kleine Türmchen aufragend, trieben drei Bierflaschen. 

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review 2014-05-21 15:05
Gestohlene Zeit? Sicher nicht!
Die gestohlene Zeit - Heike Eva Schmidt

*Worum geht's?*
1987: Die 21-jährige Lehramtsstudentin Emma begleitet eine 12. Klasse als Betreuerin auf einer Fahrt in die Dolomiten. Dabei ahnt sie nicht, welche folgenschweren Konsequenzen dieser Ausflug für sie haben wird! Als sie im Gebirge einen Ring findet, von dem eine magische Macht auszugehen scheint, wird Emma plötzlich von zwei Schülern überfallen und schwer verletzt zurückgelassen – an einem Ort, über den der grausige Zwergenkönig Laurin herrscht, den Emma immer nur für eine Märchengestalt gehalten hat. Er hält Emma für seine Geliebte Similde, sperrt sie in seine unterirdischen Höhlen und will sie in drei Tagen zur Braut nehmen. Emma muss fliehen – koste es, was es wolle! Nur Laurins menschlicher Gefangener Jonathan ist an Emmas Seite, um ihr zu helfen. Gemeinsam überlisten die beiden den Zwergenkönig und sein Volk, doch nach ihrer Flucht sind sie noch lange nicht in Sicherheit. Laurin hat sie mit einem grausamen Fluch belegt! Und als wäre das noch nicht schlimm genug, muss Emma feststellen, dass innerhalb der kurzen Zeit im Zwergenreich fast 30 Jahre in der Menschenwelt vergangen sind… 

*Meine Meinung:*
Mit „Die gestohlene Zeit“ legt Autorin Heike Eva Schmidt, die sich bereits mit Werken wie „Purpurmond“ oder „Schlehenherz“ einen Namen gemacht hat, ein neues Buch vor, für das sich vor allem junge Erwachsene mit einem Herz für Märchen begeistern können werden. Zwar handelt es sich bei „Die gestohlene Zeit“ nicht um eine Märchenadaption, wie sie zurzeit noch immer gerne geschrieben werden, aber im Großen und Ganzen dreht sich die Handlung um geheimnisvolle Sagen und Flüche. Eine märchenhafte Atmosphäre ist dem Roman, der verschiedene Genres in sich vereint, keinesfalls abzusprechen.

Die Geschichte beginnt mit einem Prolog, in dem die Autorin ihren Lesern die alte Legende vorstellt, auf die der gesamte Roman aufbaut. Auf eigentümliche, aber Interesse weckende Weise lernen wir zunächst den Antagonisten und seine Hintergründe kennen: den grausamen und hässlichen Zwergenkönig Laurin. Erst im nächsten Kapitel begegnen wir Emma, die uns durch die Geschichte führen wird. Heike Eva Schmidt hat sich für „Die gestohlene Zeit“ eine wirklich außergewöhnliche Handlung ausgedacht, die amüsante Lesestunden garantiert. Spaß und Spannung wechseln sich ab und sorgen mit der sagenhaften Stimmung für echtes Pageturner-Feeling.

Heike Eva Schmidt hat zahlreiche altbekannte Fantasy-Elemente in ihren Roman einfließen lassen, die sich zu einem gelungenen Gesamtbild zusammenfügen, dem man so noch nicht begegnet ist. Neben einem grausigen Zwergenkönig, einer alten Sage, einem verzwickten Fluch und einem mächtigen Ring bekommt man sogar einen Hauch Zeitreise geboten. Was auf den ersten Blick wie ein wilder Haufen zusammengewürfelter Fantasy-Elemente aussehen mag, sorgt durch ein gekonntes Zusammenspiel für abwechslungsreiche und mitreißende Magie zwischen den Buchdeckeln.

Was „Die gestohlene Zeit“ leider immer wieder ein wenig ins Wanken geraten lässt, sind die langatmigen Sequenzen, die sich zwischen die bedeutsamen Kapitel drängen. Oftmals ertappt man die Handlung dabei, wie sie es Protagonistin Emma und ihren Freunden durch seltsame Zufälle und glückliche Fügungen einfacher macht als geplant. Dass nimmt dem Roman nicht nur einen Teil seiner Spannung, es macht ihn auch vorhersehbarer. Hier und da hätte Heike Eva Schmidt ihrer Geschichte mit einer kleinen Hürde für die Charaktere mehr Würze verleihen können.

Die 21-jährige Emilia, genannt Emma, ist die Protagonistin und Erzählerin der Geschichte. Die Lehramtsstudentin, die tief in ihrem Herzen den Wunsch von einem eigenen Café hegt, ist eine schlagfertige junge Frau, die die Leser mit ihrer sarkastischen Art schnell für sich gewinnen kann. Sie ist eine liebenswerte Protagonistin, die man gerne auf ihrem Abenteuer begleitet, aber sie macht es einem als Leser auch nicht immer leicht. Manchmal handelt Emma so unbedarft und unüberlegt, dass man darüber nur den Kopf schütteln kann. Alles in allem machen ihre Fehlentscheidungen Emma aber nicht unsympathischer, sondern facettenreicher und plastischer. 

Die Liebesgeschichte, die sich zwischen Emma und Jonathan entwickelt, spielt eine wichtige Rolle, kam mir persönlich aber zu kurz. Obwohl ich in gewisser Weise nachvollziehen kann, wieso Emma so schnell dem Charme des sympathischen Jonathan verfällt, entwickelten sich ihre Gefühle zu abrupt. Ich hätte gerne mehr gefühlvolle Momente zwischen den beiden erlebt, da sie als Paar nochmals neue, intimere Seiten von sich zeigen. An dieser Stelle spricht allerdings ganz klar die Romantikerin aus mir! Heike Eva Schmidt drängt die Liebesgeschichte nicht in der Vordergrund des Geschehens und tut dem einen oder anderen Leser damit sicherlich einen großen Gefallen.

Heike Eva Schmidt hat einen tollen Schreibstil, der die Seiten nahezu davonfliegen lässt. Sie schreibt mit einer natürlichen Leichtigkeit, einer lockeren Unbefangenheit, sodass man voll und ganz in die Geschichte abtauchen kann. Was an ihrem Stil besonders auffällt, ist die Authentizität, mit der sie ihren Figuren die Worte in den Mund legt. Heike Eva Schmidt wechselt je nach Charakter und Persönlichkeit problemlos zwischen altertümlichem und modernem Sprachgebrauch, zwischen humorvoller und märchenhafter Schreibe und lässt dabei niemals einen aufgesetzten oder befremdlichen Eindruck aufkommen.

*Cover:*
In Wirklichkeit sieht das Cover noch viel schöner aus als es ein Foto einfangen kann. Denn das Gold wurde mit einer speziellen Farbe auf das Buch gedruckt, dass das Cover glitzern und strahlen lässt. Im Kontrast zum dunklen Hintergrund ergibt sich ein tolles Bild, das neugierig macht.

*Fazit:*
„Die gestohlene Zeit“ von Heike Eva Schmidt ist ein toller Einzelband, der mit einer gelungenen Mischung aus Fantasy-, Sagen- und Zeitreise-Elementen für tolle Lesestunden sorgt. Dank des tollen Schreibstils der Autorin und der großartig konzipierten Handlung gerät man schnell in einen Leserausch, der einen durch die Seiten von Emmas Abenteuer fliegen lässt. „Die gestohlene Zeit“ bietet abwechslungsreiche und amüsante Unterhaltung, macht es den Charakteren für meinen Geschmack allerdings ein bisschen zu leicht. Etwas mehr Tiefe und ein paar zusätzliche Hindernisse hätten dem Roman sicherlich keinen Abbruch getan, aber auch so bietet die Geschichte alles in allem herrlichen Lesespaß. Für „Die gestohlene Zeit“ vergebe ich 4 Lurche.

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review 2014-05-18 12:20
Rezension: Heike Eva Schmidt - Die gestohlene Zeit
Die gestohlene Zeit: Roman - Heike Eva Schmidt

Nachdem mich das Debüt der Autorin ("Purpurmond") damals leider ein wenig enttäuscht hatte, obwohl ich ihre Ideen durchaus gut fand, hoffte ich, dass es mir mit diesem Buch nicht ebenso gehen würde. Glücklicherweise hat Heike Eva Schmidt dieses Mal meinen Geschmack schon viel eher getroffen. Die Idee, einen Teil der Geschichte in der Zwergenwelt spielen zu lassen, finde ich wirklich toll. Dieses kleine Volk ist absolut faszinierend und die Sagen, die in diese Geschichte verflochten wurden, haben mir gut gefallen. Der Autorin ist es sehr gut gelungen, die verschiedenen Zeitebenen hier unterzubringen. So werden die Protagonisten aus ihrer gewohnten Zeit mal eben in die Zukunft katapultiert, nachdem sie gefühlt nur ein paar Tage im unterirdischen Reich von Zwergenkönig Laurin leben mussten. Dieser Zwergenkönig ist ein ziemlich bösartiger und hässlicher Wicht, genau wie seine Untertanen auch. Sein größter Wunsch ist es, Emma für sich zu gewinnen (und das zur Not auch mit Gewalt), weil diese seiner großen Liebe Similde (die vor vielen Jahrhunderten ebenfalls vor ihm geflüchtet ist) zum Verwechseln ähnlich sieht. Emma möchte sich in dieses Schicksal natürlich nicht so ohne weiteres fügen und flüchtet gemeinsam mit Jonathan, der schon seit langer Zeit ein Gefangener Laurins ist. Zurück aus den Höhlen der Zwerge erwartet die beiden jedoch eine große Überraschung und es sind noch einige Hindernisse zu bewältigen.
Glücklicherweise hat Heike Eva Schmidt dieses Mal ihre Charaktere nicht ganz so jung ausgewählt. Bei "Purpurmond" war ich sehr genervt von der jungen Protagonistin, was hier jedoch glücklicherweise nicht der Fall war. Emma ist mutig und nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand. Ein wenig zu schnell kam mir nur die Zeit vor, die Emma und Jonathan benötigten, um sich an die neue Zeit zu gewöhnen, in der sie gelandet sind. Das hätte man vielleicht noch ein wenig mehr in den Vordergrund rücken können.
Der Schreibstil der Autorin lässt sich flüssig lesen und man kann sich gut in die Umgebung hineinversetzen, die sie hier beschreibt.
Die Geschichte ist fast durchgängig spannend und ganz besonders gut gefallen haben mir hier die garstigen Zwerge. Diese sind toll beschrieben und ganz besonders Laurin sorgt immer wieder für Gänsehaut. Interessante Nebencharaktere sind ebenfalls vertreten, denn nicht nur die Zwerge machen Emma und Jonathan das Leben schwer.
Fazit:
"Die gestohlene Zeit" gefällt mir viel besser als das Debüt der Autorin. Die Mischung aus märchenhaften Sagen, Fantasy und Zeitreise hat mir sehr gut gefallen. Die Zwerge sind ganz anders, als man sie sonst oft beschrieben bekommt und gerade das fand ich absolut faszinierend. Eine wirklich tolle Geschichte.

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