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review 2014-09-19 23:42
Die Macht der Psyche
Blick in die Angst - Chevy Stevens

Psychologie ist schon lange eines meiner Steckenpferde. Der menschliche Geist, die menschliche Seele faszinieren mich. Abnorme Psychologie, Schutzmechanismen, Manipulation – ist es nicht unglaublich, was unser Geist alles leisten und in welche Richtung er sich entwickeln kann?
Sekten sind in diesem Zusammenhang ein spezielles Thema. Ich glaube, was mich an Sekten interessiert, ist ihre Technik, durch Gedankenmanipulation und emotionale Erpressung Menschen von alldem zu überzeugen, was ihnen nutzt, egal wie verwerflich oder schrecklich das ist. „Blick in die Angst“ von Chevy Stevens ist ein Psychothriller, der sich mit dieser Thematik beschäftigt und landete genau deswegen auf meiner Wunschliste.

 

Heather Simeon wollte sich selbst töten. Doch glücklicherweise wurde sie rechtzeitig gefunden und befindet sich nun in der Klinik, in der Dr. Nadine Lavoie als Psychiaterin arbeitet. Nadine möchte der jungen Frau helfen und schnell bemerkt sie, dass sie und Heather eines gemeinsam haben: sie verbachten beide eine erhebliche Zeitspanne in der Sekte „Fluss des Lebens“. Als Kind lebte Nadine dort mit ihrer Mutter und ihrem Bruder. Aber warum kann sie sich nicht mehr vollständig an die Kommune erinnern? Warum leidet sie seit dieser Zeit an Klaustrophobie? Und warum wollte Heather sterben? Nadine dachte, sie hätte ihre Vergangenheit überwunden und hinter sich gelassen. Doch nun kommen die Erinnerungen Stück für Stück zurück. Etwas Furchtbares ist damals geschehen. Schwebt Nadine jetzt, 40 Jahre später, noch immer in Gefahr?

 

Als ich „Blick in die Angst“ ausgelesen hatte, wollte ich für diesen Roman vier von fünf Sternen vergeben. Doch jetzt, etwa einen Monat später, muss ich diese Einschätzung etwas zurückstufen. Chevy Stevens‘ Psychothriller bekommt von mir nur noch gute 3 Sterne; würde ich mit halben Werten arbeiten, wäre es wohl eine 3,5. Wie kam es dazu?
Es ist so: „Blick in die Angst“ gefiel mir wirklich gut, hinterließ aber so gut wie keinen Eindruck auf mich. Nach jedem Buch stelle ich Rezensions-Notizen zusammen, meist sofort, wenn ich es beendet habe und die Eindrücke noch frisch sind. Für mich ist das die beste Strategie, weil es mir auch hilft, mit einer Lektüre abzuschließen. Doch bei „Blick in die Angst“ hatte ich massive Probleme, überhaupt etwas aufzuschreiben, weil es meiner Meinung nach nur wenig über den Roman zu sagen gibt. Das hat mich selbst überrascht, denn eigentlich war ich zufrieden, mal wieder einen Thriller gelesen zu haben, der mich nicht völlig enttäuscht hat. Chevy Stevens baute eine fesselnde Geschichte mit einer beklemmenden Atmosphäre auf, deren Zugkraft vom intensiven Fokus auf die Psyche ausgeht. Da ihre Protagonistin Nadine keine Polizistin ist, sondern Psychiaterin, geht es nicht darum, herauszufinden, wer der Mörder ist. Stattdessen beobachten die LeserInnen Nadine beim Kampf mit ihren Erinnerungen und dem tiefen Bedürfnis, Beweise für das Unrecht aufzudecken, das ihr damals angetan wurde. Ich empfand diesen Ansatz als originelle Abwechslung und kam auch mit Nadine selbst sehr gut zurecht. Zwar ist sie als Hauptfigur etwas schwierig, weil sie eine Menge Fehler hat, die ihr Handeln des Öfteren bestimmen, aber genau das machte sie mir sympathisch. Sie weiß sehr gut, dass sie sich anders verhalten sollte, kann jedoch einfach nicht aus ihrer Haut. In vielen Szenen ist sie von unglaublich intensiven und starken Gefühlen geschüttelt, durch die ich eine feste Verbindung zu ihr aufbauen konnte.
Sie ist eine wirklich runde Figur, doch überstrahlt dadurch – wie so oft bei starken ProtagonistInnen – jegliche Nebencharaktere. Vermutlich ist das einer der Gründe, warum es kaum Faktoren gibt, die mich wirklich beeindruckt haben: inhaltlich ist „Blick in die Angst“ nicht sonderlich komplex. Da ist Nadine und ihre Vergangenheit beziehungsweise die ihrer Familie – und das war es. Sehr viel mehr wird nicht thematisiert.

 

Sicher werde ich Chevy Stevens damit nicht gerecht, doch im Nachhinein betrachtet hinterließ „Blick in die Angst“ bei mir nur das emotionale Pendant eines Schulterzuckens. Ja, es ist ein guter, solider Thriller mit einer sympathischen Protagonistin, nachhaltig ist er meiner Empfindung nach allerdings nicht. Eine flüssige, interessante Lektüre für zwischendurch, nicht sehr anspruchsvoll und selten überraschend. Zwischen Oberfläche und Tiefe besteht keinerlei Spannung, man muss als LeserIn nicht mit dem Buch arbeiten.
Nehmt „Blick in die Angst“ mit in den Urlaub, gönnt euch damit eine mentale Auszeit oder lest es unterwegs, denn wenn ihr Psychothriller mögt, wird es euch bestimmt gefallen. Große Lektüre dürft ihr jedoch nicht erwarten.

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2014/09/18/chevy-stevens-blick-in-die-angst
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review 2010-05-06 00:00
Dunkler Fluß des Lebens
Dunkler Fluß des Lebens. - Barbara Neuwirth

These thirteen stories cover nearly all the subgenres of the fantastic, from science fiction of several sorts, to supernatural to literary fairy tale to psychological fantastic. They have more thematic than stylistic unity. Barbara Neuwirth zeroes in on issues of sexuality and the way it fits into social relations, gender and power relationships. Her observations of the means of women’s powerlessness are merciless; there is little relief or consolation here, though the epilogue, “Das wertvolle Geschenk”, ends the volume on an optimistic note. In a tale of political machinations, “Der schwarze Gold”, the protagonist attempts to do her job as a member of an investigative committee, but is thwarted because the people involved, men to whom she’s wife, lover, object of desire, can’t think of her in other than sexual terms. The husband in “Eklige Egel allerorts” is driven to violence against his wife because of his feeling of losing power in his life. Sex is not a mutual relation. In particular, for Neuwirth, science is entirely an extension of male exploitation (there are no female scientists in this volume). This is laid out in a somewhat heavy-handed, but well-crafted, fashion in “Die Stille Stadt”, and even more heavy-handed in “Columbina”; Neuwirth repeatedly equates scientific investigation with rape. In “Vertumnus”, a man leads (drugs?) a woman into becoming his wife so that he can use her as an unwitting vessel for development of a new technology, starkly showing that for him her pregnancy is a matter of ownership. For me, this portrayal of science was one of the few downsides of the book, as I consider it far too one-sided, and missing the point of science; but her observations of the attitudes of people involved are often acute, here as elsewhere in the book.

Very rarely are there decent men to be found in these stories, and any there are, are invariably killed during the course of the story. It’s a bleak vision, indeed; there are a few stories in which women end by gaining the upper hand, but only by killing their exploiters and abusers (except in the epilogue). But I don’t want to make the book sound unreadably unpleasant; it’s always involving because Neuwirth’s writing skill populates it with living characters, and brings their inner life so clearly into focus. There are a few weak stories, but on the whole the themes are interestingly explored. Besides the gender issues mentioned above, another constant thread running through the volume is the place of love and mutual sympathy in the characters’ lives. Lack of love dooms characters in “Unter dem Äquator” and “Besitzgier”; emotional generosity is never requited, and is a dangerous weakness. The main character of “Sieh mich an mit deinen gelben Augen” fears that she’s a freak, which the rest of humanity will destroy, because she’s capable of strong love. “Nimm diese Rosen, Schöne” is an attempt to explore the nature of love in lyrical, generalizing terms, probably less successful than the more grounded stories. “Der Tochter der Künstlerin” is an interestingly ambiguous investigation of the emotional costs totted up at the end of a childless writer’s life.

These are intelligent, varied, and occasionally excellent stories. Neuwirth has rarely been translated into English; some of them would definitely merit it. She wrote most of her short works in the early nineties, and has been involved in other sorts of literary projects since then. Furthermore, she was involved in running a feminist publishing company, and in editing anthologies; perhaps that’s where her main influence lies. Hers is a name I’ll watch out for in the future.

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