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review SPOILER ALERT! 2017-12-15 05:57
Gro├čartige Geschichte der gescheiterten Selbstbestimmung einer Frau
Die Vegetarierin: Roman - Han Kang,Dr. Ki-Hyang Lee

Dieses Buch hat mich überhaupt nicht verstört, sondern restlos begeistert. Auch finde ich gar nicht, dass der Roman Veganismus thematisert, und wohin ein solches Verhalten führen kann. Für mich ist es die Geschichte einer Frau, die verzweifelt um ein kleines bisschen persönliche Autonomie in einer komplett übergriffigen Umgebung kämpft und permanent von der gesamten Familie mit Gewalt und mit Hilfe des Systems wieder auf "Linie" gebracht wird.

Der erste Versuch eines Befreiungsschlages passiert tatsächlich über die Ernährung und den Veganismus, ein kleiner, sehr eng gezogener Teilbereich in dem die Protagonistin bis zum Start der Geschichte zumindest ein Fünkchen selbstbestimmt leben konnte.
Ich setze auch in dieser Rezension eine Spoilerwarnung, denn ich möchte die Aussage und meine Interpretation des Buches genauer analysieren, weil es mir so gut gefallen hat.

Yeong-Hye führt ein völlig fremdbestimmtes furchtbares Leben. Ihr Vater hat sie sich in ihrer Kindheit im Gegensatz zu ihren Geschwistern als fast ausschließliches Opfer seiner Gewaltorgien ausgesucht, weil sie erstens so duldsam war und weniger aufmuckte und als jüngeres Kind zu wenig Nutzen in die Famile einbrachte. Der Bruder war ja scho seit Geburt per se als zukünftiges Familienoberhaupt unentbehrlich und die ältere Schwester war auch nützlich, da sie den besoffenen Vater bedienen konnte. Auch ihre Ehe ist furchtbar sie hat sich am Rollenbild des Vaters orientiert und einen gefühlskalten Mann gefunden, der sie nicht liebt, sie als Dienstbotin und Fickfetzn missbraucht. Er sagt selbst, dass er sich eine unscheinbare duldende graue Maus zur Ehefrau genommen hat, weil er meint, sich deshalb in der Beziehung nicht anstrengen zu müssen und glaubt, sich komplett gehenlassen zu dürfen.

Nun nimmt sie sich auf Grund eines Traumes ein kleines Fünkchen Automomie entgegen der üblichen gesellschaftlichen Konventionen heraus, obwohl im Roman auch mehrmals betont wird, dass es bereits einige Vegetarier in Korea gibt. Und wie reagiert ihre Umgebung darauf, dass sie sich ein bisschen anders ernnährt? Ich war sehr fassungslos, wieviel menschenverachtende übergriffige Gewaltakte hier von den Männern ihrer Familie stattfanden: Der Ehemann ist zuerst konsterniert, da sie es wagt, ihm zum Frühstück kein Fleisch zuzubereiten, stachelt dann ihre ganze Familie auf, die sie zwingen soll, so zu essen wie er will und vergewaltigt sie auch noch, weil sie sich ihm im Bett verweigert, da er nach Fleisch riechen soll. Der Vater prügelt sie und versucht, ihr mit Gewalt, Fleisch in den Mund zu schieben, die restliche Familie schaut zu, alle finden nichts dabei und keiner schreitet bei diesen Übergriffen ein. Im Gegenteil unter dem Deckmantel der "Sorge"  in unbedingter Anpassung an die Norm der Familie und das patriachalische System werden diese Schandtaten sogar noch als Akte der Liebe schöngeredet. Im Prinzip geht es hier nicht um Veganismus, sondern um die Abwehr von permanenter Vergewaltigung von Frauen, sexuell, geistig, und emotional. Eine Art von Emanzipation in einem patriachalischen System, das auf dem Brechen von weiblichen Seelen beruht. Der erste eigentlich sehr harmlose Ausbruch der Emanzipation scheitert an der gesamten Umgebung und ihrer Gewalttätigkeit und endet mit einem Selbstmordversuch und einem kurzen Aufenthalt in der Psychiatrie.

In Teil zwei versucht Yeong-Hye wieder in einem ganz beschränkten Autonomiebereich auszubrechen, nämlich ihre sexuelle Selbstbestimmung auszuleben. Ihr Mann hat sie verlassen und sie schläft - selbstverständlich wieder mal gegen alle gesellschaftlichen Konventionen, die so in Korea herrschen - mit ihrem Schwager, was zwar nicht nett aber sicher nicht kriminell und verrückt ist, so wie es die Familie darstellt. Die geschilderten Szenen im Roman waren wundervoll und sehr erotisch wie die beiden als bodygepaintede Pflanzen sowohl ein Kunstwerk kreieren als auch den Akt vollziehen. Leider werden sie wieder erwischt und die Familie versucht erneut mit staatlicher Gewalt, Verhalten etwas abseits der strengen Normen völlig unverhältnismäßig zu bestrafen. Der Schwager wird angezeigt und muss vor der Polizei flüchten Yeong-hye wird wieder in die Psychiatrie gesteckt.

Im letzten Teil bleibt Yeong-Hye permanent eingesperrt und von der Familie und Schwester abgeschoben - kein Fünkchen Selbstbestimmung mehr. Als sie aus der Anstalt rauswill, wird ihr das verweigert, also hört sie konsequenterweise irgendwann ganz mit dem Essen auf und wird zwangsernährt. Das gruseligste ist, dass sogar ihre Schwester, die ihr natürlich auch grollt, weil sie mit ihrem Mann geschlafen hat, aber dennoch ein Mensch mit ein bisschen Gefühlen ist, nicht nachvollziehen kann und will, dass nicht die Familie auf Yeong-hye mit mehreren moralisch nicht ganz so korrekten Aktionen reagiert hat, sondern ihr Verhalten immer eine Folge der vorausgehenden Gewaltakte der Familie war. Hier wird permanent die Täter-Opfer-Umkehr betrieben.

Lediglich das Ende gefällt mir nicht so gut, ich hätte mir gerne einen Abschluss gewünscht. Entweder die letzte Konsequenz den Tod von Yeong-hye oder dass wenigstens ihre Schwester irgendeine Entwicklung durchmacht. Aber dass ist eine Petitesse, die die 5 Sterne-Bewertung des Werkes absolut nicht trüben kann.

(spoiler show)



Fazit: Großartig! Für mich eines der drei besten Bücher, die ich heuer bisher gelesen habe zusammen mit  Report der Magd von Margaret Atwood und Eine allgemeine Theorie des Vergessens von Jose Eduardo Agualusa. Jetzt muss ich grad schmunzeln, denn alle drei haben irgendwann mal den  Man Booker Prize oder den Man Booker Interntational Prize gewonnen.

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review 2017-10-15 16:47
A Beautiful Poison
A Beautiful Poison - Lydia Kang

[I received a copy of this book through NetGalley.]

Loved the backdrop in this book. World War I (with the reader knowing it’s nearing its end... but not the characters). The dreadful influenza reaching American shores and starting a war all of its own. Socialites in their own little world, feeling the bigger world as an intrusion that may or may touch them (whether draft or flu). Murders in those ‘higher spheres’, with the reminder that with a little money, nobody will try and look further. The early times of another type of poisoning, too, for the girls who painted clock dials with magic glowing in the dark (if you haven’t done so yet, read The Radium Girls, it’s really interesting).

I liked the beginning well enough: an engagement party, one of the guests falling to her death on the stair, and it turns out the fall isn’t what killed her—poison did. This murder, more than the party itself, reunites the three main characters, who got separated four years prior to these events, due to various reasons, but mostly selfish ones, such as falling out of favour (God forbids your daughter keeps associating with the child of people who committed suicide, right, this is so vulgar and out of taste); and considering the latter, there’s no wonder this relationship is tainted, poisoned, from the start, simmering with both happiness at having friends back yet also with resentment and bitter memories. Which in turn made Allene, Birdie and Jasper unreliable narrators to the power of ten, because in a mystery with murders aplenty, they were part of the pool of potential culprits just as much as other people at the engagement party.

There was a lot of unhealthy tension in this book, because of the characters’ past, and because of other secrets that got revealed later. Although in a way, I liked it, I wasn’t too keen on how it all unfurled; the characters weren’t very likeable, but for me that wasn’t even due to their personalities (I can enjoy a ‘non-likeable’ character), more to the fact they were somewhat inconsistent with what was told of them at first. For instance, Allene is presented as loving chemistry, but this didn’t play as much of a part as I expected (mostly she still remained the socialite totally oblivious to the people around her, unless what affected those people affected her as well). Perhaps Birdie was, all in all, the most consistent of all. I’m not sure where the line was, that line that would’ve made me like these characters more; it just didn’t click with me here.

The narrative, I think, was also poised between too little and too much. Part of me wanted more of the setting (New York, descriptions, parties, how the flu claimed people—horrifying symptoms, and so many deaths), yet at the same time, the setting plus the murders didn’t mesh fully, and the plot felt too convoluted when nearing the end. And, of course, what’s happening to Birdie—as the author mentioned at the end (and I agree), historical accuracy demanded there could be no closure on that specific point, but this means that, well, either you already know about that bit of history, or you don’t, and it makes no sense. Tricky.

Conclusion: It was an OK read for me: mildly entertaining in general, but not a gripping mystery. Here I preferred the setting to the characters.

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review 2017-08-31 14:49
Uneven Book from Beginning to End
A Beautiful Poison - Lydia Kang

I think that this book was a bit all over the place for me to get a very good handle on. We have a lot of characters whose motivations we are not too sure of throughout the book. I think that Kang was trying for some tension to build about who was the murderer, but it was telegraphed at least to me pretty early about who was doing what. I will say that I was a surprised by the ending. I thought for sure that two of the characters were being set up to run away together, so that was a pleasant surprise.

 

Taking place during the Spanish Influenza in New York, we have a series of murders that revolves around three childhood friends: Allene, Jasper, and Birdie. At one time Jasper and Birdie were extremely close with Allene. But one day, Allene's parents sent Birdie and her mother away (they were companions to Allene's mother's family for generations) and then Jasper was "not our kind dear" when his family left him in financial ruins. When a member of their circle is poisoned, the three friends band together to find out who murdered this person and why. Pretty soon the body count starts to rise and you are left wondering if these three people really know each other at all.

 

I didn't have a favorite character to root for while reading this. Kang really does not try to develop any of the characters until almost the very end. Maybe it would have worked if she had given us a prologue to them as children all playing together. Instead we start in the middle of a story and we are left to just get that the three characters are friends and know each other so well. 

 

Also I have to say that Kang doesn't paint any of them very well. When you get to the end and get to the final reveal about a lot of people I ended up feeling very sympathetic to Birdie's mother of all people. 

 

The writing was okay, I just wish that there had been more there, there you know. I just found a lot of the bits about chemistry, cyanide, the Spanish flu to be boring. And that should have been the most interesting part of the story. 

 

The flow wasn't great. We kind of shuffle around to Allene, Jasper, and Birdie and back and forth again and again until the end. 

 

Even though the book takes place during the early 1900s, I didn't get a very good sense of New York during this time period. The author mentions clothes, how the young women behave, etc. But I really didn't get a true sense of the time period which was a shame.


As I already said the ending was a surprise so that was nice. 

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text 2017-08-31 01:47
Reading progress update: I've read 100%.
A Beautiful Poison - Lydia Kang

This took me awhile to get through I just found it very uneven from beginning to end. I will give the author Kudos though for having an unexpected ending.

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text 2017-08-28 21:17
Reading progress update: I've read 10%.
A Beautiful Poison - Lydia Kang

If this doesn't pick up and I mean soon I am DNFing at 25 percent. Seriously bored. And think that the cover is more interesting than any of the characters I am reading about. Maybe it just threw me that three young adults (Allene, Jasper, and Birdie) are able to realize that a friend (or frenemy) who has just died was poisoned by cyanide. How you ask? Cause they can all smell it. Let's not forget though that only 20 to 40 percent of the population (I assume that's worldwide) can even smell cyanide. These three can.

 

Eyeroll.


And then there seems to be the fact that Allene is obsessed with her two friends and making sure that they never leave her. I just have no patience for this book right now.

 

I was hoping a book taking place in the Gilded Age in New York would be more interesting. No such luck. 

 

 

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