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review 2017-07-16 05:51
Horrorgruselvergnügen mit Gänsehautfaktor aber auch leichten Schwächen
Es - Alexandra von Reinhardt,Stephen King

Aus aktuellem Anlass habe ich endlich erstmals dieses Werk von Stephen King gelesen. Da im September der neue Film herauskommen soll, ist hier auch eine Book2Movie Rezension geplant. Bin mal gespannt, wie dieses Thema glaubwürdig cineastisch mit Spezialeffekten umgesetzt wird.

Zum Buch:
Ein sehr guter sehr gruseliger Thriller und hervorragende Charakterstudien aller Protagonisten, so beurteile ich diesen Roman von Stephen King. Als Meisterwerk ohne Kritik und Tadel kann ich die Geschichte aber aus meiner Sicht aber auf keinen Fall bezeichnen, denn da gibt es schon einige Punkte, die mich gestört haben.

Da wäre zuerst mal die typische enorme epische Breite - man könnte es auch bösartig als Geschwätzigkeit in Form eines Modetrends bezeichnen - die amerikanische Autoren sehr gerne an den Tag legen. Bei über 1200 Seiten halte ich es aber als Leser schon für angebracht, bei jeder Szene einzeln zu überprüfen, ob diese wirklich notwendig ist und für den Plot und den Handlungsaufbau tatsächlich etwas tut. Hier kann ich mit gutem Gewissen nicht für alle die Hand ins Feuer legen, was somit den Roman vor allem bei den Zwischenspiel-Kapiteln in der Mitte manchmal ein bisschen spröde und zäh macht. Nicht dass ich mich sehr gelangweilt hätte, aber ein paar Szenen rauszustreichen, hätte dem Stoff eheblich mehr Tempo, Rasanz und Spannung beschert. Ich merke bei meinem Leseverhalten so einen Umstand immer daran, dass ich nach vorne blättere und abzuschätzen beginne, wieviele Seiten noch zu lesen sind und wie lange ich noch brauchen werde. Wenn sowas passiert, ist irgendwas definitiv episch zu ausladend.

Der Grusel- und Monsterfaktor ist aber tatsächlich als einzigartig grandios herauszuheben. Der Autor  bedient permanent elementarste Kindheitsängste. Jeder Leser kann sich hier mit mindestens einer uralten Phobie identifizieren und wiederfinden, seien es Mörder, Alpträume oder Monster, Clowns, Vögel, grausliche Viecher, Abwässer, Scheiße, Leichen.... . Bei mir war z.B. es nicht nur der Keller, sondern das Böse lauerte auch hinter den Türen in der Wohnung, die alle kontrolliert werden mussten, wenn ich abends immer ganz alleine war. Eine weitere Phobie meinerseits wird auch noch hervorragend stimuliert. Da ich einen sehr ausgeprägt guten Geruchssinn habe, treffen mich erstens unangenehme Gerüche wie ein Keulenschlag und ich kann sie mir sogar bildlich so gut vorstellen, dass mich alleine die Vorstellung schon zum Würgen bringt. Mammamia King kann grausliche Gerüche wirklich gut beschreiben - so anschaulich habe ich so etwas noch nie gelesen. Manchmal scheint es mir, dass dieser Roman durch ein völlig neues Medium transportiert werden müsste - nämlich das Geruchskino, das in Aldous Huxleys Schöne neue Welt beschrieben wurde.

Der prinzipielle Plotaufbau, der zwischen den zwei Zeitebenen Kindheit in den 50er Jahren und Erwachsenenalter der Gruppe der Verlierer in den 80er Jahren hin und her switcht macht den Roman vom dramaturgischen Aufbau her sehr ansprechend. King entwickelt wundervolle Psychogramme aller handelnden Personen - sowohl der Hauptfiguren als auch der Nebenfiguren, dabei wird so en passent vermittelt, wie sich das Leben aller Einwohner von Derry seit den 50er Jahren entwickelt hat - quasi wird das 25-jährige Klassentreffen einer gesamten Stadt abgewickelt. Alles wird thematisiert, die Mobber, die Verlierer, die Reichen, die Mitläufer, das elterliche Umfeld aller Protagonisten, die Beziehungen untereinander: Freundschaften, kleine Animositäten und riesige Antipathien, das Gewaltpotenzial jedes einzelnen ausgelotet, die Entwicklung der Persönlichlichkeiten aller Beteiligtern, die unterschiedlichen Biografien nach 25 Jahren, die Lügen und der Selbstbetrug...... nichts bleibt unaufgedeckt. Das ist wirklich wundervoll konzipiert. Auch habe ich mich sehr gewundert, wie gut und eindringlich die Charaktäre beschrieben und voneinander abgegrenzt werden, denn bei derart viel Personal in diesem Roman, habe ich tatsächlich nur einmal ganz kurz bezüglich einer Namensgleichheit - es gab zwei Eddies - den Faden verloren und wusste nicht, wen der Autor meinte. In Anbetracht der Tatsache, wieviele Figuren hier in den Roman eingeführt werden - King beschreibt ja fast eine ganze Kleinstadt - ist dies wirklich sehr ungewöhnlich.

Auch sprachlich kann der Thriller anderen literarischen Romanen sowohl von teilweise humoristischen Auswüchsen als auch an Weisheiten durchaus das Wasser reichen.

"... aber Fußnoten sind eine komische Sache, wissen Sie, wie Trampelpfade durch ein wildes, zügelloses Land. Sie teilen sich, dann teilen sie sich wieder; man kann an jeder Stelle in eine Sackgasse einbiegen, die einen zu einem mit Brombeersträuchern überwucherten Ende führt, oder in sumpfigen Treibsand. "Wenn Sie eine Fußnote finden", hat ein Prof. für Bibliothekswissenschaften einmal zu einer Klasse gesagt, an der ich auch teilgenommen habe, "dann zertreten Sie sie, bevor sie sich vermehrt.""

 "Kinder konnten das Unerklärliche besser in ihr Leben integrieren. [..] Als Erwachsener lag man nicht wach im Bett und war überzeugt davon, dass im Schrank etwas lauerte oder unermüdlich am Fenster kratzte... aber wenn dann tatsächlich etwas passierte, etwas außerhalb einer vernünftigen Erklärung, war man völlig überfordert, geriet ins Schleudern, die Vorstellungskraft versagte. Man konnte das unerklärliche Ereignis nicht so ohne weiteres mit der Lebenserfahrung in Übereinstimmung bringen. Es war unverdaulich. Der Verstand beschäftigte sich immer wieder damit... bis man schließlich entweder verrückt oder zumindetst völlig unfähig zum Handeln wurde."

Gleichzeitig hatte er auch begonnen, jenes wichtige Prinzip zu begreifen das die Welt regiert - zumindest wenn es um Karriere und Erfolg geht: Man muss den verrückten Kerl in seinem eigenen Inneren finden, der einem das Leben schwermachte. Man musste ihn in die Ecke teiben und packen. Aber man durfte ihn nicht umbringen, o nein. Für kleine Bastarde dieser Art wäre der Tod viel zu gut gewesen. Man musste ihm ein Geschirr anlegen und dann anfangen zu pflügen. Der verrückte Kerl legte sich mächtig ins Zeug, sobald man ihn erst in die Spur gebracht hatte. Und er hielt einen bei Laune, amüsierte einen. Das war eigentlich auch schon das ganze Erfolgsgeheimnis."


Die ganze Geschichte steigert sich dann für meinen Geschmack eben ein bisschen zu gemächlich zu einem Finale indem ES sowohl in der Vergangenheit durch die Kindergruppe gestoppt als auch in der Gegenwart vernichtet wird. Die permanenten Zeitsprünge und Analogien zwischen Vergangenheit und Zukunft passen punktgenau.

Und dann kommt noch eine Szene, die wieder einmal für den Plot überhaupt nichts tut und zudem aus einem anderen Grund völlig fatal und daneben ist. Nachdem die Kindergruppe ES zurückgeschlagen hat, haben alle das Gefühl, der Zusammenhalt würde zerbrechen. Also "opfert" sich die 12-jährige Beverly - ihres Zeichens bisher auch noch Jungfrau - und schnackslt gleich einer Gang-Bang Orgie mit all ihren Freunden aus dem Club der Verlierer gleich in einem Aufwaschen hintereinander, um quasi als Gruppenkleber den Zusammenhalt zu gewährleisten.
Ich bin ja gar nicht zart besaitet und hab zum Beispiel schon mehrere derartige Bücher gut gefunden wie Mc Evans Zementgarten, aber was hier so nebenbei an Pädophilie und männlichem Täter-Opfer-Umkehr-Stereotyp von einem Autor wie King vermittelt wird, lässt mich bei all dem fiktionalen Horror erstmals ernsthaft erschaudern.  
Dies liegt vor allem daran, dass Beverly ja bis zu diesem Zeitpunkt noch keine sexuellen Erfahrungen hatte - nicht mal wusste, worum es genau beim Sex ging -  aber von Ihrem Vater, der seine sanft sprießenden pädophilen Neigungen durch Gewaltorgien kompensierte, beschuldigt wurde, eine Schlampe zu sein. Dann entscheidet sich Bev autonom - und wir reden hier nicht von einer 14-jährigen in der Pubertät sondern einer 12-jährigen, die noch nicht mal weiß worum es geht, spontan diesem Bild zu entsprechen und Sex mit all ihren Freunden zu haben? Echt jetzt? Dass ist wirklich psychologisch völlig irreal. Derart sexualisiert verhalten sich nämlich nur kleine Mädchen, die wirklich bereits vom Vater missbraucht wurden, oder eben nur in einer männlichen Vorstellung, wie sich das erwachsene Täter gerne in der typischen Täter-Opfer-Umkehr zurechtreden: Das Kind hat dies auch so gewollt.

Seid mir nicht bös, auch wenn wir hier über Fiktion reden, einen derartigen Humbug braucht man weder unter die Leute bringen noch solchen Fake unterstützen, das machen die pädophilen Täter eh schon seit Jahrhunderten selber, indem sie so einen Dreck vor der Gesellschaft und ihren Frauen behaupten, um die Schuld abzuwehren. Und dann hat die Szene ja nichts mit Gruselfaktor oder mit sonst irgendwas zu tun. Sie schwebt irgendwie frei im Plotkonzept und wird auch noch so beiläufig in die Handlung eingefügt. Das ist meiner Meinung nach total daneben.
Eine meiner Goodreads Freundinnen hat mir gesteckt, dass King sich zu dieser berechtigten Kritik rechtfertigte, dass er dieses Kapitel total bekifft geschrieben hat.

Fazit: Ein guter Horrorroman, mit hohem Gruselfaktor der aber auch meiner Meinung nach einige Schwächen aufweist.

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review 2017-07-14 15:25
Uneingeschränkte Leseempfehlung
Wiederbelebung: Ein Dr.-Hoffmann-Krimi -... Wiederbelebung: Ein Dr.-Hoffmann-Krimi - Christoph Spielberg

Ein Krimi mit viel Spannung und einer Portion Humor. Ausführliche Rezension auf meinem Blog.

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review 2017-06-16 09:53
Mäßig schlauer und spannungsbefreiter ›Psychothriller‹
Blauer Montag - Nicci French,Birgit Moosmüller

Ich weiß gar nicht so genau wo ich anfangen soll. Blauer Montag war leider eine herbe Enttäuschung. Es fing ganz gut an, die Hauptfigur versprach interessant zu werden und der Plot, rund um entführte Kinder über Jahrzehnte hinweg, hätte spannend werden können. Stattdessen zog sich die Handlung zunächst nur ewig in die Länge. Man ahnt natürlich, dass die vielen wechselnden Perspektiven am Ende irgendwie miteinander verbunden sein müssen, aber es gab auch etliche Figuren, die einfach überflüssig waren und der Story nichts beisteuern konnten.

 

Frieda fand ich als Hauptfigur nicht direkt unsympathisch, aber völlig unzugänglich. Man erfährt über sie praktisch nichts persönliches. Sie ist kalt und emotionslos. Da gibt es einfach nichts, woran ich als Leserin anknüpfen konnte.
Dann gibt es da noch Inspector Karlsson, der die Ermittlungen in Matthews Fall leitet, und dessen Charakter man wohl nur als inkonsequent bezeichnen kann, wenn es um Frieda geht. Beide arbeiten letztlich gemeinsam an dem Vermisstenfall, aber die Dynamik zwischen ihnen ist irgendwie unstet. Im einen Moment schätzt Karlsson Friedas Expertise, im nächsten bringt er zum Ausdruck, wie lächerlich ihre Annahmen sind. Er bittet Frieda um Hilfe, nur um dann festzustellen, wie nutzlos sie für seine Ermittlungen ist und wird regelrecht feindselig, wo er zwei Minuten zuvor noch charmant gelächelt hat. Mehrfach. Von Zusammenarbeit kann da eigentlich nicht gesprochen werden. Auf mich wirkten die beiden gestelzt und inkompetent.

 

Schlimmer als die Ausarbeitung der Charaktere war der Plott selbst. Oben schrieb ich ja schon, dass er sich sehr langsam entwickelt, leider aber auch ohne Spannung und Überraschungen. Schon mit Auftauchen der letzten Figuren war mir sofort klar was wie abgelaufen ist, wer wer ist und was mir am Ende noch als gewitzter Twist verkauft werden würde. Und es kam alles ganz exakt so, wie ich es erwartet hatte. Das ließ mich nicht nur an dem Buch an sich zweifeln, ich fand es auch fast frech, einen so vorhersehbaren Mist noch als Twist vorgesetzt zu bekommen. Darüberhinaus ließ das Ende, also die letzten 40 Seiten etwa, Frieda und Karlsson noch einmal so richtig unfähig erscheinen. Ich kann es jetzt nicht im Detail erklären, falls doch noch jemand Blauer Montag lesen möchte, aber wer bei der Entwicklung nicht wenigstens einen leisen Zweifel bekommt, der gehört zurück auf die Schulbank geschickt. Ich möchte mir lieber nicht vorstellen, dass solche leichtgläubigen »Experten« unsere Therapiezimmer und Polizeistationen besiedeln und dann nicht mal auf die einfachsten Ideen kommen.

 

Und zum Schluss: Warum ›Blauer Montag‹? Was hatte der Wochentag mit der ganzen Sache zu tun, außer dass es sich als guter Titel für eine neue, 7-teilige Reihe machte? Genau: nichts.

 

Also, Thriller? Fehlanzeige. Psychothriller? Schon gar nicht. Macht das Buch hungrig auf den nächsten Teil der Reihe? Eher nicht. Es hatte gute Ansätze, mehr aber auch nicht. Das hat schon Mord ist ihr Hobby besser hinbekommen – und das will was heißen.

Source: moyasbuchgewimmel.de/rezensionen/titel/b/blauer-montag
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review 2017-05-14 13:46
Mord auf Steirisch
Steirerpakt: Sandra Mohrs siebter Fall (Kriminalromane im GMEINER-Verlag) - Claudia Rossbacher

In Anbetracht der Tatsache, dass die steirischen Krimis von Claudia Rossbacher mit der Ermittlerin Sandra Mohr unter dem Label Landkrimis (Trailer hier) nun alle nach und nach verfilmt werden sollen, habe ich mir ihren neuesten Roman wieder genauer angeschaut.

Der Beginn war schon mal ganz nach meinem Geschmack - sehr skurril: So ähnlich wie beim Wolf Haas sitzt auf dem alten Präbichl-Sessellift ein Toter, der zudem auch noch semifachmännisch seines Skrotums beraubt wurde.

Sowohl die steirische Region inklusive Wetterkapriolen und das soziale Gefüge der eingeborenen, etwas sonderbaren Bergbevölkerung als auch aktuelle Tourismusprobleme, wie die Einstellung des alten Sesselliftes inklusive Unterstützergruppe auf Facebook und teilweise an Korruption grenzende Verflechtung der Lift-Betreiber mit der Lokalpolitik, werden erstens gut dargestellt und zweitens von der Autorin perfekt in die Dramaturgie des Krimis eingewoben.

Die aus dem Landeskriminalamt der Hauptstadt Graz stammenden Ermittler Sandra Mohr und Sascha Bergmann haben alle Hände voll damit zu tun, überhaupt irgendwas Substantielles aus der Dorfgemeinschaft herauszubekommen, was zu Anfang des Romans ein wundervolles Spannungsfeld erzeugt. Nachdem der Tote endlich als ein vor Jahrzehnten nach Kanada ausgewanderter Sohn des Ortes identifiziert wird, passiert leider gar nix. Alle, inklusive der Gerichtsmediziner des LKA, der sich auch als ehemaliger Dorfbewohner entpuppt, mauern derart, dass über weite Strecken der Geschichte nicht das kleinste Fitzelchen eines Hinweises weder bei den Ermittlern noch beim Leser ankommt. So komplett ganz ohne Spuren mag der Plot einer realistischen Polizeiarbeit in einer derartigen Umgebung zwar sehr nahekommen, aber mein lustiges Mörderraten wurde mir somit völlig vergällt. Hey, das ist ein Roman, ich hätte gerne hier mehr Fiktion, mehr Spuren und mehr Tempo, denn Realität genossen. Am Ende, als endlich einer die Mauer des Schweigens durchbricht, ging es mir dann gar zu schnell mit der Auflösung des Falles.

Für die Damen in dieser Runde, die bei Krimis von weiblichen Autoren etwas Romantikfaktor erwarten, ist auch ein klitzekleines bisschen gesorgt. Sandra Mohr ist wieder Single, flirtet, macht sich beziehungstechnische Gedanken über ihren Chef und hängt auch noch ein bisschen im Tränenerstickungsmodus ihrem Ex-Freund nach. Bei mir rollen sich ob des Wortes romantisch und dieser Gefühlsduselei zwar gleich die Zehennägel auf, aber was soll's, das weibliche Zielpublikum erwartet anscheinend immer ein paar schmalztriefende Szenen und hat anscheinend nie ein Problem mit der Ambivalenz der Figuren:  beinharte(r) Politzist(in) – vs. romantisches Sensibelchen. Gar so schlimm wie in vielen anderen Romanen war dann diesmal die Diskrepanz auch nicht, insofern konnte ich es gerade noch ertragen. :-)

Fazit:Guter regionaler Krimi - aber kein sehr guter - mit Stärken in der Beschreibung von Land und Leuten. Eben nicht schlecht für die Landkrimi-Reihe, wenn man beim Plot und der Äktschn* noch a bissal auf das Gas drückt.

*frei nach der steirischen Eiche Arnold Schwarzenegger … Action auf Steirisch

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review 2017-05-11 20:03
Feuernacht - Dóra Guðmundsdóttir (5) | Yrsa Sigurðardóttir
170511 Feuernacht

Autorin: Yrsa Sigurðardóttir
Titel: Feuernacht
Reihe: Dóra Guðmundsdóttir (5)
Übersetzerin: Tina Flecken
Genre: Island-Krimi
Verlag: Argon Verlag [23.06.2014]
Spieldauer: [781 Minuten], ungekürzt
Sprecherin: Christiane Marx
gehört über die Audible-App
auch als eBook und TB verfügbar

 

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Inhaltsangabe (Audible):

Jakob, ein junger Mann mit Down-Syndrom, soll einen Brand in seinem Behindertenheim gelegt haben, bei dem fünf Menschen ums Leben kamen. Er lebt inzwischen in einer Psychiatrischen Einrichtung für Straftäter, zusammen mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jósteinn. Ausgerechnet der engagiert die Reykjavíker Anwältin Dóra Guðmundsdóttir, weil er Jakobs Unschuld beweisen will. Bald erhält sie kryptische SMS, Angehörige legen ein verdächtiges Verhalten an den Tag und eine junge Mutter glaubt, dass ihr Sohn von seinem toten Kindermädchen heimgesucht wird. Eine heiße Spur führt die Anwältin schließlich ins isländische Justizministerium.

©2011 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main. Aus dem Islandischen von Tina Flecken. Die isländische Originalausgabe erschien 2009 unter dem Titel "Horfðu á mig" im Verlag Veröld, Reykjavík. 2009 Yrsa Sigurðardóttir. (P)2014 Argon Verlag GmbH

Meine Meinung:

 

Obwohl ich eine Aversion gegen Eis und Schnee, ja Kälte schlechthin habe (bin halt ne Frierhippe), lese oder höre ich unheimlich gern Krimis, die in den nordischen Regionen spielen, vor allem, wenn sie so gut eingelesen werden, wie die isländischen Krimis von Christiane Marx. Ich ziehe den Hut vor so viel Sprachtalent. Selbst die behinderten Menschen in diesem Buch spricht sie so glaubhaft, dass man sie bildlich vor sich sieht.

 

Die Idee zu diesem Buch ist ebenfalls etwas Besonderes, denn all die verschiedenen Spuren, die so unscheinbar sie scheinen mögen, immer mal wieder auftauchen, ergeben am Ende ein rundes Ganzes. Es ist ein Vergnügen, die Anwältin bei ihrer Arbeit zu erleben, hier unterstützt von ihrem deutschen Freund, und im Gegenzug nicht zu begreifen, dass sie sich nicht längst eine andere Sekretärin gesucht hat. Man hätte doch sicherlich mit dem Vermieter einig werden können…

 

Was allerdings die Spannung angeht, so dümpelt sie lange einfach vor sich hin und nimmt fast erst im letzten Drittel wirklich an Fahrt auf. Es gab auch einige Aussagen, die mich schon viel früher als Dóra auf Ideen gebracht haben, worum es sich handeln könnte, wenn ich auch das gesamte Ausmaß noch nicht überblicken konnte.

 

Wie in all ihren Büchern lässt sie auch hier wieder das Übernatürliche zu, wenn es auch mehr oder weniger eine Randerscheinung bleibt, denn es geht ja in erster Linie darum, den Brand des Behindertenheims aufzuklären.

 

Mir hat das Hörbuch gut gefallen. Ich gebe 07/10 Punkte für den 5. Band der Reihe.

 

07-10

 

Bücher der Reihe:

 

  1. Das letzte Ritual – rezensiert am 26.12.2012 – 07/10 Punkte
  2. Das gefrorene Licht – beendet 28.11.2014 – 07/10 Punkte
  3. Das glühende Grab – beendet 11.08.2015 – 06/10 Punkte
  4. Die eisblaue Spur – beendet 07.06.2016 – 07/10 Punkte
  5. Feuernacht – beendet 11.05.2017 – 07/10 Punkte
  6. Todesschiff

 

Feuernacht (Dóra Guðmundsdóttir 5) - Argon Verlag,Christiane Marx,Yrsa Sigurðardóttir 

Source: sunsys-blog.blogspot.de/2017/05/gehort-feuernacht-yrsa-sigurardottir.html
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