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review 2017-06-30 15:42
Sprachlich kunstvolle Kurzgeschichten rund um die Liebe
Liebe wird überschätzt: (und andere menschliche Geschichten). Erzählungen - Valeria Parrella,Annette Kopetzki

„Liebe wird überschätzt“ ist eine kurzweilige Sammlung von acht Erzählungen, die sich mit verbotener, später, unerfüllter und alltäglicher Liebe beschäftigen. Obwohl sie die vielen Fassetten der Liebe behandelt, fällt Valeria Parrella nicht in die Kitschfalle. Besonders gut haben mir ihr einfühlsamer, aber nüchterner Schreibstil und die vielseitigen Protagonisten gefallen. Bei jeder Kurzgeschichte stehen interessante Charaktere im Mittelpunkt, von scheinbar unauffälligen älteren Paaren, die sich gegenseitig betrügen, über Eltern mit kranken Kindern bis hin zu einer Äbtissin. Liebe in all ihren Formen durchzieht die Kurzgeschichten: Liebe zwischen Partnern, Liebe zwischen Eltern und Kindern, Liebe zwischen Freunden und Liebe zur Freiheit. Damit widerlegt die Autorin im Grunde ihren eigenen Buchtitel, denn die Liebe ist der zentrale Erzählgegenstand.

 

Mit nur 140 Seiten fällt das Buch etwas kurz aus, jedoch habe ich jede Seite genossen.

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review 2016-11-24 05:13
Rezension | Gestorben wird immer von Alexandra Fröhlich
Gestorben wird immer: Roman - Alexandra Fröhlich,Roger Keil

Beschreibung

 

Die 91-jährige Agnes Weisgut führt bereits seit Jahrzehnten den erfolgreichen einen Steinmetzbetrieb in Hamburg. Immer getreu dem Motto „Gestorben wird immer“. Außerdem kümmert sie sich um alle Belange und Schwierigkeiten in der Familie. Nun möchte Agnes die Geheimnisse der Vergangenheit mit dem ganzen Familienclan teilen. So beauftragt sie ihre Enkelin Birte, die ganze Familie an einen Tisch zu bringen. Gar kein so leichtes Unternehmen, denn es gibt so einige Zwistigkeiten zwischen den Familienmitgliedern.

 

Meine Meinung

 

Der neue Roman von Alexandra Fröhlich, „Gestorben wird immer“, ist mein erster Roman der Autorin. Darin erzählt sie eine mitreisende Familiengeschichte, die vor allem durch den zweiten Weltkrieg geprägt ist.

 

"Ihre Enkelin war ein Mensch, der seine Ziele mit verzweifelter Hartnäckigkeit verfolgte und ein Scheitern schlichtweg ausschloss. Sie war ihr nicht unähnlich." Seite 15, Agnes

 

Sehr spannend finde ich die Einteilung des Romans. Zum einen springt man in der Zeit und von Ort zu Ort, was durch die Kapitelüberschriften leicht nachzuvollziehen ist, zum anderen ist die Geschichte in drei Perspektiven eingeteilt, die der 91-jährigen Agnes Weisgut, die der Tochter Martha und die der Enkelin Birte. Durch diesen Aufbau erzählt die Autorin immer nur Häppchen für Häppchen die spannende Familien-Geschichte der Weisgut’s. Die Spannung bleibt also bis zum Ende hin erhalten und lies mich das Buch kaum aus der Hand legen.

 

"Schatz. Liebling. Auch mein Häschen. Oder mein Mäuschen. Wie sie das hasste, diese nach außen, mit den immer gleichen Worthülsen demonstrierte Liebe. Thomas, der Gute. Martha, die Verrückte." Seite 54, Martha

 

Im Vordergrund stehen die bewegende Erlebnisse von Agnes Weisgut, sie hat die entbehrungsreichen Jahre des zweiten Weltkriegs miterlebt, was ihre Vergangenheit zu einer ganz besonders schwermütigen und ergreifenden Geschichte macht. Sie hat das beste aus ihrem Schicksal gemacht und dabei Schuld auf sich geladen. Nun möchte Sie ihrer Familie die ganze Wahrheit über die Vergangenheit erzählen, dabei hofft sie nicht auf Vergebung, sondern nur auf das Verstehen.

 

Alexandra Fröhlich’s Roman ist geprägt von den einschneidenden Erlebnissen des zweiten Weltkriegs, dabei stehen aber immer die drei Hauptprotagonisten Agnes, Martha und Birte im Vordergrund. Wirklich jeder dieser besonderen Charaktere hat eine ganz spezielle Persönlichkeit die im Laufe des Buchs verständlich dargelegt wird. Für mich glich das einer spannenden und berührenden Reise durch die Menschlichkeit! Ein wirklich toller Roman den ich euch ganz besonders ans Herz legen möchte.

 

"Eine Tochter ohne Mutter. Eine Mutter ohne Tochter. Das passte zusammen, fand Birte. Da konnte doch die eine der anderen geben, was sie beide brauchten." Seite 154, Birte

 

Über die Autorin

 

Alexandra Fröhlich lebt als Autorin in Hamburg und arbeitet als freie Textchefin für verschiedene Frauenmagazine. Ihr Roman „Meine russische Schwiegermutter und andere Katastrophen“ (2012) stand wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Auch in ihrem neuen Buch, „Gestorben wird immer“, erzählt sie augenzwinkernd eine ungewöhnliche Familiengeschichte.(Quelle: Penguin Verlag)

 

Fazit

 

Eine bewegende Familiengeschichte, die bis heute durch die schlimmen Jahre des zweiten Welkriegs geprägt ist.

Source: www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-gestorben-wird-immer-von-alexandra-froehlich
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review 2016-11-06 14:11
Herzliche Teenie-Liebe
Mein Herz wird dich finden - Jessi Kirby,Anne Brauner

400 Tage ist es her, dass Jacob gestorben ist. Was für den einen den Tod bedeutete, hat vielen anderen Menschen das Leben gerettet. Auch Noah wurde doch Jacobs Tod ein neues Leben geschenkt, denn er hat sein Herz bekommen. Obwohl dies ein tröstlicher Gedanke für Mia ist, kann sie ihre große Liebe Jacob einfach nicht gehen lassen und will unbedingt in der Nähe seines Herzens sein.

Mia macht sich also daran, die Organempfänger ausfindig zu machen und stößt via Internetrecherche auf Noah, in den sie sich zu verlieben beginnt. 

Das Thema Organspende verarbeitet in einem emotionalen Jugendroman hat mich sofort angesprochen. Zwar hatte ich befürchtet, dass es etwas kitschig werden könnte, aber es hat mir wirklich gut gefallen, denn Jessi Kirby nimmt sich des ernsten Themas auf behutsame Weise an.

Wenn man an Organspende denkt, ergeben sich gleichzeitig so viele Fragen. Welche Körperteile können gespendet werden? Wohin gehen diese? Ist es in Ordnung, wenn nur mehr - im wahrsten Sinne des Wortes - eine Hülle begraben wird? Und wie ist es für Angehörige, wenn sie die Organe eines Menschen, den sie liebten, lebendig an einem anderen sehen? 

Mit diesen und anderen Fragen arbeitet die Autorin und bettet sie in eine schöne Liebesgeschichte für Jugendliche ein. 

Protagonistin Mia ist mit ihrem Freund Jacob gemeinsam gestorben. Sie verkriecht sich in ihrem Schneckenhaus und schafft es einfach nicht raus. Sie hängt zu sehr an Jacob, sie kann sich nicht von ihm lösen und empfindet jede Geste des Vorwärtsschauens als Verrat an ihm. Wer leider schon einmal einen Menschen verloren hat, weiß, dass diese Gefühle natürlich sind und es seine Zeit braucht, bis man sie ausblenden kann.  Aber Mia hängt sich selbst an Jacobs Organen auf. Es ist eine lebende Verbindung zu ihm. Einerseits ist es ein Trost, weil sein Tod so viel Leben gespendet hat, andrerseits gibt es ihr einen Stich ins Herz, wenn sie bedenkt, dass Teile von ihm noch am Leben sind.

Aber sein Herz verweigert sich ihr. Der Organempfänger Noah reagiert nicht auf sie und daher nimmt sie selbstständig Kontakt zu ihm auf, wodurch aus einer bedenklichen Notlüge eine sanfte Liebesgeschichte entsteht.

Es gibt sehr schöne, lebensbejahende Szenen und trotz des ernsten Themas sprudelt die Geschichte vor purer Lebensfreude. Passend dazu ist sie im Sommer in Kalifornien angesiedelt und zog mich dadurch in ein angenehmes Sommer-Sonne-Feeling rein. 

Die Geschichte legt  ein gemächliches Tempo vor. Zuerst steht Mias Schmerz im Vordergrund, danach ihre Versuche, den vielen Empfängern nahe zu sein, bis endlich das Abenteuer Noah beginnt, dass Mia und den Leser gute Laune bringt. 

Zwar ist es sofort absehbar, wie die Geschichte enden wird, aber es ist meiner Meinung nach ein Wohlfühlbuch, dass wenig von Spannung, sondern von Stimmung und Thematik lebt.

Das Ende fand ich recht gedrängt. Seitenweise ist man in Schritttempo unterwegs und auf einmal ist man am Schluss angelangt.

Insgesamt ist „Mein Herz wird dich finden“ eine nette Liebesgeschichte, die sich mit dem ernsten Thema Organspende beschäftigt und den Leser gleichzeitig in das sonnige Kalifornien mit seinem Sommer-Sonne-Feeling versetzt.

 

© NiWa

Source: zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at
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review 2016-09-30 06:26
Psychogramm einer traumatisierten Jugendlichen
Es wird keine Helden geben - Anna Seidl

Was als normaler Schultag beginnt, endet in einem Loch aus Trauer, Unverständnis und absoluter Fassungslosigkeit. Zu Beginn der Pause fällt der erste Schuss, der dem unbeschwerten Alltagstrott von Schülern, Lehrern und Familien ein knallhartes Ende setzt.

Miriam wird vom Amoklauf an ihrer Schule brutal aus ihrem bisherigen Leben katapultiert. Sie sieht ihren Freund Tobi, der mit einer Schusswunde am Boden liegt, ihren Schulkollegen Phillipp, der wimmernd vor der Klotür kniet, und den Jungen mit der Waffe in der Hand, für den niemand ein nettes Wort übrig hat.

Die ersten Seiten sind packend, schockierend und lassen einen sprachlos den Boden unter den Füßen verlieren. Man ist mit Protagonistin Miriam mitten im Amoklauf. Es ist laut und leise zugleich, ein Schuss knallt, während angestrengt versucht wird, Atemgeräusche zu unterdrücken und man sich im Versteck nicht zu bewegen wagt. Doch so mitreissend diese ersten Seiten und das Schlüsselereignis des Romans geschrieben sind, so schnell flaut die Handlung im eher lauen Psychogramm einer Jugendlichen ab.

Vielleicht bin ich mit den falschen Erwartungen an dieses Buch gegangen, aber mich konnten Miriams Seelenqualen im Anschluss nicht so richtig bei der Stange halten.

Miriam ist nach diesem einschneidenden Erlebnis erstarrt und weiß nicht, ob und wie sie danach weitermachen kann. Der Großteil der Geschichte beschäftigt sich mit Miriams Geisteszustand und wie dieses erschütternde Erlebnis ihr Leben aus den Angeln gehoben hat.

Hier war es interessant zu erfahren, dass danach nichts mehr weitergeht wie es davor gewesen ist. Ob es nun der Freundeskreis, die Familie oder einfach der Weg zum Supermarkt ist, die Person die man zuvor war, ist mit den anderen mitgestorben und Miriam muss als Überlebende ihr neues Ich entdecken.

„Es ist wie bei einem Puzzle. Jeden Tag nehme ich ein Puzzleteil und füge es hinzu. Jeden Tag lerne ich mich wieder ein bisschen besser kennen.“ (S. 144)

Wie man an meiner kurzen Ausführung schon sieht, dreht sich die Handlung um Miriams Seelenpein. Es ist egal, ob man einen lieben Angehörigen verliert oder von einem Schicksalsschlag anderer Art gezeichnet wird, die Person, die man vorher war, wird man nie wieder sein. Der Amoklauf dient lediglich als Auslöser von Miriams Gefühlsleben und ist von der erzählerischen Umsetzung her, relativ leicht austauschbar.

Ich hätte gern mehr über den Amoklauf selbst erfahren und darüber, wie sich Schüler, Lehrer und Eltern in ihrer Gesamtheit fühlen, anstatt einen derart tiefen Einblick in die Seele eines gepeinigten Mädchens zu erlangen. Es gibt Szenen, da sitzt Miriam über Seiten hinweg in ihrem Zimmer und denkt über alles Mögliche nach. Ich bin mir sicher, dass es Leser gibt, die darauf ansprechen, für mich war es schon fast eine Qual.

Allerdings hat mir die Beziehungsebene gut gefallen. Die Autorin hat gezeigt, dass durch einen Amoklauf Menschen, Gemeinschaften und Freundeskreise zerbrechen, weil jeder für sich immer wieder durch die Hölle geht und sich nicht mehr auf andere einlassen kann.

Obwohl der Amoklauf als Aufhänger dient, driftet mir die Geschichte zu sehr in die Psyche einer traumatisierten Jugendlichen ab. Trotzdem hat Anna Seidl ein brisantes Thema aufgegriffen und ein gutes Debüt geschrieben, das mich zwar nicht vollkommen überzeugt aber dennoch zum Nachdenken angeregt hat.

 

© NiWa

Source: zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at
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review SPOILER ALERT! 2016-03-11 21:07
Mein Herz wird dich finden
Mein Herz wird dich finden - Jessi Kirby,Anne Brauner

Beschreibung

Als Mia und Noah sich zum ersten Mal begegnen, spüren beide, dass sie füreinander bestimmt sind. Es ist, als wäre plötzlich alles wieder in Ordnung. Als wäre Mia nicht der traurigste Mensch auf der Welt. Als wäre ihre große Liebe nicht bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Und als hätte sie Noah nicht verschwiegen, dass sie einander nur begegnet sind, weil sie wissen wollte, wer das Spenderherz ihres Freundes bekommen hat. Doch wie glücklich darf sie eigentlich sein? Und wann wird aus Schweigen Verrat?

 

 

 

Meine Meinung 

Ich habe letzten Monat die Sprecherin durch ein anderes Hörbuch kennen gelernt. Als ich dann gesehen habe, dass dieses Buch auch von ihr gesprochen wird, fiel die Entscheidung leicht, es auch als Hörbuch zu hören. Die Sprecherin ist sehr gut geeignet für Jugendbücher wie ich finde. Sie kann die Emotionen der Protagonisten auch sehr gut vermitteln. 

 

Das Thema an sich ist ja schon sehr interessant. In diesem Buch wurde auch richtig deutlich, dass Mia es sich nicht leicht gemacht hat. Einerseits hat sie schnell Gefallen an Noah gefunden, andererseits hatte sie Gewissensbisse gegenüber ihrer ersten großen Liebe und findet auch nicht den richtigen Moment, um Noah die Wahrheit zu sagen. 

 

Die Charakter waren auch sehr sympathisch, vor allem haben mir Mias Oma und Noahs Schwester gefallen. 

 

Allerdings muss ich sagen, dass ich anfangs das Gefühl hatte, das könnte ein 5 Sterne Buch werden, aber das hat sich doch relativ schnell gelegt. Der Mittelteil hatte meiner Meinung nach ziemliche Längen und das Ende kam mir dann auf einmal doch etwas zu schnell. 

 

Alles in allem hat mir das Hörbuch gut gefallen, ich kann eine Kauf- und Hörempfehlung aussprechen, ich bewerte dieses Buch mit 4 Sternen. 

 

 

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