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review 2017-07-26 13:17
Das grandiose, runde Finale eines politischen Idealisten

„Hass“ ist der letzte Band der „Opcop“-Reihe von Arne Dahl. Das ist zwar schade, allerdings finde ich es erfrischend, dass eine Reihe mal keine zweistellige Anzahl von Bänden erreicht. Außerdem ist Dahls neustes Projekt bereits verfügbar: „Sieben Minus Eins“ ist sein erster klassischer Ermittler-Thriller und der Auftakt der Reihe „Berger & Blom“. Ich bin ein bisschen skeptisch, weil dieser angeblich komplett ohne politische Einflüsse auskommt, werde dieses Experiment aber vermutlich trotzdem wagen, denn ich bin neugierig und möchte mich nicht von Dahl verabschieden. Schlimm genug, dass ich nun der Opcop-Gruppe Lebewohl sagen musste.

 

Am Grab von Donatella Bruno leisten Paul Hjelm und die Opcop-Gruppe einen Schwur: sie schwören, Donatellas Mörder zur Rechenschaft zu ziehen und Fabio Tebaldi und Lavinia Potorac zu retten. Zurück in Den Haag stürzen sie sich in die Arbeit und sichten das Material, das Donatella über die ‘Ndrangheta zusammentrug. Unglücklicherweise finden sich in den Unterlagen keinerlei konkrete Hinweise, weder zu Donatellas Verdacht, dass nicht die Mafia Tebaldi und Potorac entführte, noch zu ihrem mysteriösen Informanten. Die Ermittlung steckt in einer Sackgasse. Als Opcop zusätzlich mit einem neuen Fall betraut wird, entscheidet Paul Hjelm schweren Herzens, ihre Kräfte zu splitten. Ein schwedisches Biotech-Labor wurde Opfer eines Cyberangriffs. Die Spur der Industriespionage führt nach China – und zu einem alten Bekannten der Operativeinheit. Skrupellose, höchst unethische, gefährliche Experimente mit menschlicher DNA zwingen die Teams, sich auf der ganzen Welt zu verteilen und parallel zu arbeiten. Aber sie werden nicht aufgeben. Sie werden ihre verlorenen Mitglieder finden und rächen. Denn dieses Mal ist es persönlich.

 

Bisher haben alle Bände der „Opcop“-Reihe vier Sterne von mir erhalten. „Hass“ schafft es aus einem ganz bestimmten Grund auf eine Spitzenbewertung von fünf Sternen. Noch nie – und ich meine wirklich noch nie – hat mich ein Thriller zu Tränen gerührt. Ich hätte am Ende tatsächlich fast geheult, weil ich so ergriffen war. Falls einige von euch glauben, politische Thriller wären grundsätzlich kühl, trocken und emotional distanziert, sollte euch diese Erfahrung das Gegenteil beweisen. Ich habe alle Mitglieder von Opcop ausnahmslos ins Herz geschlossen. In den Rezensionen zu den vorangegangenen Bänden „Gier“, „Zorn“ und „Neid“ habe ich vielleicht nicht ausreichend betont, wie stark meine Bindung an die Charaktere ist, weil ich mich von meiner Schwärmerei über Arne Dahls herausragendes politisch-wirtschaftliches Verständnis ablenken ließ. Das muss ich offenbar nachholen. Arne Dahl ist nicht nur der Meister der Recherche und des politischen Thrillers allgemein, er versteht es unnachahmlich, seine komplizierten, anspruchsvollen Kriminalfälle mittels sympathischer, lebendiger Figuren und geschickter, ungezwungener Perspektivwechsel zu transportieren. Auf diese Weise gelingt es ihm, die internationalen Ermittlungen in „Hass“ als stimmiges, klares Gesamtbild darzustellen, das ich ohne Schwierigkeiten nachvollziehen konnte, obwohl der Fall – wenn überhaupt möglich – noch verzwickter und komplexer ist als die Fälle der Vorgänger. Dahl greift Handlungsfäden auf, die ich für längst abgeschlossen hielt und überraschte mich mit umfangreichen Informationen über die Geschichte, Funktionsweise und Hierarchie der kalabrischen Mafia ‘Ndrangheta. Er wagt sich über die Grenzen Europas hinaus und schickt die Opcop-Teams nach Amerika und China, versäumt es jedoch nicht, die Schönheit der europäischen Länder deutlich herauszuarbeiten. „Hass“ inspiriert Fernweh, eine Sehnsucht, den landschaftlichen Liebreiz Europas zu erkunden. Ich hatte den Eindruck, dass Dahl diese Ebene seines Romans sehr wichtig war, als wollte er betonen, dass Europa wundervoll ist, obwohl kriminelle Organisationen es als Spielwiese für ihre Zwecke missbrauchen. Außerdem denke ich, dass er im Finale der „Opcop“-Reihe unmissverständlich klarstellt, dass er an die Idee eines geeinten Europa glaubt. Zwischen den Zeilen positioniert er sich pro-Europa und zeigt sich als politischer Idealist, der das (ungenutzte) Potential der Europäischen Union erfasst. Ich fühle mich ihm diesbezüglich sehr verbunden, weil es mir ganz genauso ergeht. Die EU könnte so viel erreichen, wäre sie nicht von Egoismus, Neid und Gier geprägt. Zusätzlich hat sie ein ernsthaftes Image-Problem. Ich bin fest überzeugt, bereits jetzt leisten einige Politiker_innen dort hervorragende, beachtliche Arbeit, doch in die Nachrichten schaffen es lediglich Meldungen über Gurken und Glühbirnen. Es ist unfassbar tragisch, dass dadurch viele Menschen annehmen, diese zugegebenermaßen überflüssig erscheinenden Richtlinien wären alles, was die EU leisten könnte und würde. Ich bin froh, dass Arne Dahl ein anderes Bild vermittelt, das der Realität vermutlich näherkommt als die Berichterstattung der Medien.

 

„Hass“ ist ein grandioses, rundes Finale. Es lässt keine Wünsche offen und wird der vierteiligen „Opcop“-Reihe mehr als gerecht. Arne Dahl schenkt seinen Figuren genau den Abschluss, den sie sich mit harter Arbeit und großen persönlichen Opfern verdienten. Ich bin traurig, mich von ihnen verabschieden zu müssen, sehe aber ein, dass der Reihe ein Ende zustand.
Ich weiß nicht, ob es im Geheimen tatsächlich eine internationale operative Einheit gibt, die Europol untersteht und Verbrechen aufklärt, die an Heimtücke, Boshaftigkeit und Habgier kaum zu übertreffen sind, ohne jemals die Anerkennung der Menschen zu erhalten, die sie schützen. Ich hoffe es sehr, denn der Gedanke an eine Gruppe moderner, sehr realer Held_innen lässt mich besser schlafen. Unsere Welt ist schlecht, doch wenn Menschen wie die Opcop-Mitglieder versuchen, sie jeden Tag ein bisschen besser zu machen, habe ich noch Hoffnung. Danke Arne Dahl, dass Sie mir Hoffnung gaben und meinen Glauben an Europa bestärkten.

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2017/07/26/arne-dahl-hass
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review 2017-04-12 07:30
Skandalös
Lasst uns schweigen wie ein Grab - Maximilian Meinzold,Eva Plorin,Julie Berry
"Und dürfte ich um etwas weniger Tohuwabohu bitten?" S.29
 Vor 1900 hatten es Frauen und solche die es erst noch werden wollten, nicht leicht. Kein Wunder: Frauenwahlrecht, Suffragetten und all diese schönen Errungenschaften, die dann schlussendlich zum Frauenparkplatz und der Frauenquote in Führungspositionen führten, davon können die sieben skandalösen Schwestern im Pensionat Saint Etheldreda nur träumen. Ihre Welt beschränkt sich auf: Französisch, Latein, Mathematik (immerhin!), Geschichte, Tanzen, Singen, Musizieren, (OT: Zombies killen), Etikette, Kochen, Gartenarbeit. Warum dieses feine Büchlein dennoch den Begriff Emanzipation exerziert, will ich euch gern verraten, wenn ihr wagemutig genug seid.

Machen wir also einen Ausflug nach England, in ein hübsches kleines Städtchen, direkt ins Speisezimmer des Internats an den Esstisch, an einem Sonntagabend. Zu Gast begrüßen wir Aldous, den Bruder unserer Internatsleiterin, ihres Zeichens Witwe (mit einem Faible für Seemänner). Und diese Szene können wir dann auch schon gleich wieder vergessen, die beiden sind nämlich zwei Sätze später Wurmfutter. (Das mit den Würmern ist später noch mal wichtig.)
So weit alles nicht neu, das steht im Klappentext. Auch der Kirschbaum findet dort schon Erwähnung, weshalb ich mich dann den interessanteren Details widmen werde, möglichst ohne zu spoilern.
 
"Eine dünne Mondsichel spitzte durch die Wolkendecke."S.52
Was haben Shakespeare, Sir Arthur Conan Doyle, Victor Hugo und Lewis Carroll gemeinsam? Sie werden in diesem Buch, von den Mädchen, genannt und sogar zitiert. Unsere sieben Gören (die jüngste 12 Jahre alt) sind nämlich allesamt aus einigermaßen gutem Elternhaus (nicht so gut um auf eine der anderen, noch viel tolleren Schulen gehen zu können, aber immerhin betucht genug, um in diese Einrichtung abgeschoben worden zu sein). Sie sind sogar recht klug, manierlich, talentiert und ansehnlich - größtenteils - nicht zwangsläufig gleichzeitig. Und deswegen wäre mein erstes Manko: Schade, dass auf dem Cover nur Platz für fünf von den Sieben war. Denn jedes der Mädchen, mitsamt charakteristischem Beinamen, wird gebraucht in der sich aufbauenden Scharade, auch wenn der Fojus auf Kitty Schlau liegt.

Die Aufgaben müssen verteilt, die Zugehfrau entlassen, die nahen Bekannten getäuscht, die aufstrebenden Bobbys ausgetrickst, Schmiere gestanden werden. Nebenbei muss der Haushalt gemacht, die Buchhaltung aktualisiert, Geld herbeigeschafft, eine Tischdecke mit Erdbeeren bestickt, ein paar junge Gentleman und Beaus angeflirtet, Nestlé Schokolade gefuttert, ein Pony gestreichelt werden - ja, wie unwichtig das doch alles klingt, wenn man weiß, dass es zwei Leichen zu beseitigen gibt! An deren Ableben die Mädchen übrigens unschuldig sind (können Leichen ableben - wohl eher nicht. Aber ihr wisst was ich meine).


"Tis not fine feathers make fine birds." S.150
Und darum geht es wirklich: die leichen wegschaffen, um bloß nicht nach Hause zu müssen (oder in ein anderes Internat). Sie wollen zusammenbleiben, sie sind Freunde, Familie. Sie ärgern sich, verdächtigen sich, treten sich auf die Füße und schimpfen - doch sie stehen als eine Frau hinter ihrer Entscheidung. Mrs Plackett muss weiter existieren, um den Anschein aufrecht zu erhalten, alles andere muss im Lügengespinst Bestand haben. Und ganz nebenbei muss auch noch das Rätsel um den Ebenholzelefanten gelöst und der Mörder gefunden werden. Zu diesem Zweck gibt es ein Notizbüchlein, in dem alle Spuren festgehalten werden.

Julie Berry gibt dem Leser dabei sämtliche Informationen an die Hand und überlässt es nicht dem Zufall, auf die Lösung zuzusteuern, ganz ohne Hirnverdreher. Damit will ich nicht sagen, es sei geradlinig. Das Buch ist spannend genug, dass ich es an einem Tag runterlesen kann, flüssig - süffig wie die Bowle. Von der man aber lieber nicht zu viel genießen sollte, es sei denn man möchte als Dame im Korsett Zustände kriegen. Ein bisschen Anbandelei und Tändelei gibt es auch. Wobei wahrscheinlich ein zaghafter Handkuss und ein wirklich böser, wirklich aufdringlicher Wangenkuss in der Zeit skandalös sind! Pfui Mädchen!


Fazit: 
Es gibt Punktabzug für’s Ende. Ich hätte den jungen Damen schlichtweg etwas anderes gewünscht, auch für die dargestellte Zeit. Ja, ich könnte mir eine ganze Serie vorstellen, die Mädchen in dem riesigen Haus, führen es weiter, müssen sich immer wieder Schnüfflern erwehren, um die Ecke denken, verplappern sich und kriegen die Kurve wieder. Nennt mich komisch, aber das Buch hatte nur in einer Hinsicht schwarzen Humor und das war der verbrannte Pudding. Wobei Elinor Düster mir zusammen mit Alice Robust am besten gefallen haben. Da wäre mehr drin gewesen, hätte man nicht alles aufgelöst und so viele verschiedene …

Ein schönes Buch, das viel richtig macht. Mit ein paar schönen Seitenhieben auf und gegen die Männlichkeit. Mit schönen Hinwendungen an romantische Piratenromane. Mit Hundewelpen, einem Pfau und einem Hahn.
Und das von mir über einen Krimi.
Daher mein Urteil in Preußischblau:
Source: lesekatzen.blogspot.de/2017/01/rezension-lasst-uns-schweigen-wie-ein.html
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review 2016-12-28 10:45
Exquisiter Lesegenuss
The Dark Defiles - Richard K. Morgan

Mit geblähten Segeln verließ die Expedition den Hafen von Yhelteth. Ihre Reise führte sie zu den Hironischen Inseln, wo der Legende zufolge das Grab des Illwrack Wechselbalgs sowie die sagenumwobene schwimmende kiriathische Stadt An Kirilnar liegen sollen. Im Norden angekommen bleiben jedoch sowohl das Grab als auch An Kirilnar unauffindbar. Handelt es sich lediglich um einen Mythos? Die Expedition entpuppt sich als gefährliche Enttäuschung. Archeth beginnt, den Kampf gegen ihre zunehmende Verzweiflung zu verlieren. Gils Geduld ist am Ende. Egar ist frustriert und gelangweilt. Erst der überraschende Überfall einer Einheit Soldaten aus Trelayne durchbricht die zermürbende Monotonie. In Abwesenheit der drei Helden erklärte das Imperium dem Bund ein weiteres Mal den Krieg. Plötzlich befinden sich Archeth, Egar und Gil auf der falschen Seite eines erbitterten Konflikts, in dessen Schatten jahrtausendealte Mächte Intrigen und Pläne schmieden. Schon einmal ließ das Ringen von Kiriath und Aldrain um das Schicksal der Menschheit die Welt erzittern. Doch jetzt ist es anders. Jetzt bieten ihnen ein schwarzer Magier, ein Halbblut und ein Drachentöter die Stirn. Hier endet es. Ein für alle Mal.

 

Was für ein Finale! Der letzte Band von „A Land Fit for Heroes“ lässt keine Wünsche offen. Ich bin hin und weg. Endlich ergibt alles einen Sinn! Während die beiden Vorgänger oft undurchschaubar und verwirrend wirkten, macht „The Dark Defiles“ Nägel mit Köpfen und klärt endlich auf, worum es in der Trilogie wirklich geht. Dafür verwendet Richard K. Morgan einen unvorhersehbaren Twist der Haupthandlungslinie, der die Geheimnisse der Geschichte offenlegt und die Fäden im Hintergrund entwirrt. Dieser Plot ist großartig und gewaltig, verschlungen und hinterlistig – eine Planung, die Göttern würdig ist. Die Seele der Menschheit steht auf dem Spiel und es braucht nicht weniger als gleich drei ungewöhnliche, düstere Helden, um sie zu retten. Ich verstehe jetzt, warum Morgan so viel Wert darauf legte, Archeth, Egar und Gil als unabhängige Individuen zu etablieren und ihrer jeweiligen Entwicklung große Bedeutung beimaß. Es durften keine Zweifel aufkommen, dass sie aufgrund ihrer Biografien, die so eng mit der Geschichte seines Universums verknüpft sind, die einzigen sind, die es vor dem Untergang bewahren können. Alle drei sind auf ihre Weise Grenzgänger, zerrissen zwischen zwei Welten und deshalb die einzigen, die die nötigen Voraussetzungen mit sich bringen, sich den hässlichen Wahrheiten der Vergangenheit und Gegenwart zu stellen und ihre Leben für eine Zukunft in Freiheit zu riskieren. Egar, der gradlinige, liebenswürdige Majak mit der herrlich polternden Persönlichkeit, gefangen zwischen Steppentraditionen und Urbanität, der beweist, wie viel ein mutiger, loyaler Mensch erreichen kann, verlässt er sich auf seine Instinkte. Gil, dieser eiskalte, schwarzmagische Dreckssack, dessen Existenz nur noch teilweise an die irdische Realität gebunden ist, weil er Macht aus den Grauen Landen bezieht und der seiner Rolle als Nemesis der Aldrain alle Ehre macht. Und natürlich Archeth, das Halbblut, die weder ganz Mensch noch ganz Kiriath ist. Oh wie habe ich mich für Archeth gefreut, weil sie im finalen Band endlich in der Lage ist, ihre Vergangenheit ruhen zu lassen. Sie lässt die wütende, trotzige, verletzte Archeth hinter sich und reift zu einer inspirierenden Führungsperson. Sie wächst über sich hinaus, entdeckt die Tiefe ihrer Fähigkeiten und ihrer Verbindung zu ihren Dolchen und lernt, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Es gefiel mir, wie viel Raum sie in „The Dark Defiles“ erhält, denn ich habe erst jetzt das Gefühl, sie richtig kennengelernt zu haben und glaube außerdem, dass ihre starke Präsenz einen positiven Einfluss auf die Atmosphäre hatte. Diese erschien mir weniger feindlich als in „The Steel Remains“ und „The Cold Commands“, einladender. Ich fühlte mich nicht länger wie ein Eindringling, sondern geduldet. Archeth ist unbestritten eine sehr harte Frau, nichtsdestotrotz aber noch immer weiblich und somit weniger testosterongesteuert. Sie stellt sich ihren Gefühlen anders als ihre beiden Gefährten – nicht unbedingt besser, doch für mich definitiv nachvollziehbarer. Ich denke, durch Archeth fand ich eine Brücke in die Geschichte hinein, die mir bisher verwehrt blieb. Umso mehr Spaß hatte ich mit den Details der Handlung, die mal schockierend, mal atemberaubend aufregend waren. Ich sage nur Kampf mit einem Drachen. Welches High Fantasy – Herz schlägt da nicht höher?

 

Ich gebe zu, ich bin ein bisschen traurig, dass die Trilogie „A Land Fit for Heroes“ mit „The Dark Defiles“ ihren Abschluss erreicht hat. Diese drei Bücher waren exquisiter Lesegenuss – nicht immer leicht zu lesen und ohne Frage fordernd, aber auch voller unkonventioneller Ideen und unwiderstehlicher, sündhafter Düsternis. Ein Teil von mir wünscht sich, dass Richard K. Morgan vielleicht eines Tages in dieses Universum zurückkehrt, denn das vorletzte Kapitel des finalen Bandes könnte man durchaus als offenen Spalt interpretieren, den er nicht so stehen lassen müsste. Archeth ist de facto unsterblich und hat gerade erst begonnen, ihren Platz in der Welt zu finden. Gil erfüllt sein Schicksal und beweist sich als heldenhaft, was er drei Bände lang erfolgreich vermied und garantiert richtigstellen möchte. Obwohl „The Dark Defiles“ ein vollkommen rundes Finale ist, finde ich, Morgan kann die Geschichte seines Universums so nicht enden lassen. Da ist einfach noch zu viel ungenutztes Potential, nach dem sicherlich nicht nur mein Herz giert. Soweit ich weiß, schreibt Morgan sonst ausschließlich Science-Fiction. Irgendwann wird ihm hoffentlich noch einmal der Sinn nach einem Genrewechsel stehen. Aktuell gibt es keine Informationen diesbezüglich, aber wenn es soweit ist, bin ich zur Stelle. Sofort.

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2016/12/28/richard-k-morgan-the-dark-defiles
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review 2016-10-25 13:30
Anspruch anstatt Brutalität und Sex
Das Grab in mir: Thriller - Patrick Sené... Das Grab in mir: Thriller - Patrick Senécal

Inhaltsangabe

Erinnerungen können tödlich sein!

Étienne, 28 Jahre, Dozent für Unheimliche Literatur, nimmt eines Abends den Anhalter Alex mit. Die beiden verstehen sich gut, doch irgendetwas an Alex ist seltsam. 
Und dann greift das reale Entsetzen nach Étienne: Beim Zwischenstopp in einer Werkstatt ereignet sich ein brutaler Mord. 
Als weitere Morde geschehen, wird es immer unheimlicher, denn alle Toten hatten irgendeine Verbindung zu Étienne. 
Könnte Alex der Mörder sein? Und kann es sein, dass die beiden sich aus der Kindheit kennen?

 

 

Meine Meinung 

Für viele wird meine Überschrift der Grund sein, dieses Buch zu lesen. Obwohl mich gerade Bücher anziehen, die eher auf Brutalität und Sex aus sind, wollte ich dieses Buch unbedingt lesen. Zum einen weil ich es immer noch nicht geschafft habe ein Buch von Patrick Senécal zu lesen und zum anderen haben mich dieses grandiose Cover und der Klappentext einfach neugierig gemacht.

Schwuppdiwupp habe ich noch zwei andere Leserinnen gefunden, die ebenso neugierig auf diese Story waren. Zusammen liest es sich einfach schöner und auch hier hat mir der Austausch gefallen.

 

Der Einstieg in das Buch hat mir wirklich bombastisch gut gefallen. Mit dem Hauptcharakter Étienne bekommen wir kurze Zeit einen Einblick in seine Dozententätigkeit. Unheimliche Literatur, besser hätte dieses Buch nicht starten können und meinetwegen hätte dieses Thema das ganze Buch behandeln können. Sowohl genannte literarische Beispiele, als auch Gedankenanrisse zu angesprochenen Themen in solcher Literatur haben einen förmlich in dieses Buch hineingezogen. Die Stimmung war nahezu perfekt!

Was ich noch hinzufügen möchte. Als Nichtstudentin würde ich zu solchen Vorlesungen freiwillig gehen!!!

 

Étienne, seit kurzem Single, will nochmal neu anfangen in seiner alten Heimatstadt. So ganz loslassen kann er allerdings nicht und bevor der Wohnsitz komplett geändert wird, will er mit dem Auto zwischen Wohnung und Uni pendeln.

Und dann ist das dieser Mann. Immer wieder an den gleichen Tagen, zur gleichen Uhrzeit steht er da und Étienne fragt sich, ob er anhalten soll oder lieber die Warnung seiner Eltern befolgen soll. Ein paar Mal fährt er an ihm vorbei, doch eines Tages hält er an…

Alex ist seltsam, aber andererseits empfindet Étienne, dass er ihn schon ewig kennt. Eine Verbundenheit ist sofort zu spüren. Nur woran liegt das?

Diese ganzen Fragen gilt es in dem Thriller zu lösen.

Étienne wird mit seiner Vergangenheit konfrontiert.

Eine Vergangenheit, an die er sich nicht mehr erinnern kann.

 

Und dann diese Morde.

Étienne ist verschreckt und weiß sich keinen Rat, wie das alles mit einander zusammenhängt. An wen kann er sich wenden? Oder kann er das Rätsel alleine lösen?

 

Mit dem sehr flüssigen Schreibstil und dieser konstanten unterschwelligen Spannung konnte mich der Autor absolut überzeugen auch die anderen erschienenen Bücher von ihm zu lesen. Ebenfalls ein Punkt, der dem Buch Charme einbringt, ist der französische Touch, den der Autor hier einbringt.

____________________________________________________________

 

Für mich steht aber fest, dass mir vor allem die Brutalität gefehlt hat. Vor allem bei seinem Buch „7 Tage der Rache“ habe ich allerdings sehr große Hoffnung diese zu finden.

Mein größerer Kritikpunkt war allerdings, dass die Geschichte zum Ende hin doch zu vorhersehbar war. Dies mag an der Vielzahl von Thrillern liegen, die ich bisher gelesen habe oder ich hatte einfach nur den richtigen Riecher.

 

Mein Fazit

Ein Thriller, der mich nicht total vom Hocker gerissen hat, der mich dennoch nicht unzufrieden zurücklässt. Gerade die Ansätze um das Thema Horrorliteratur und seine besonderen Inhalte konnte mich wirklich begeistern.

Allen Anspruchsvolleren, FESTA-Neulingen und Rätselfans kann ich dieses Buch nur empfehlen!

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text 2016-07-19 15:28
Smash & Grab by Amy Christine Parker
Smash & Grab - Amy Christine Parker
Are you looking for a fun read that will fly by? I'd definitely consider picking up a copy of Smash & Grab! Seriously, this book was a ton of fun to read. If you're willing to suspend disbelief for a bit, and just fall into the story head first, you're going to love reading this. Getting caught up in dangerous stunts and crazy heists is a really pleasant way to spend a few hours.
 
First off, I fell pretty hard for Lexi and Christian. As I said above, you kind of have to suspend disbelief a little bit to be able to fully appreciate their epic stories. Lexi is the rich girl, whose life is on the brink of falling apart. She seeks adrenaline rushes to deal with her anxiety, and does some fairly intense stuff. Base jumping terrifies me, but Lexi makes it sound like a walk in the park. Christian is the boy whose circumstances have kept his family down. His mom works hard to make money, he works hard to get good grades so he can get into college, but both of those things just aren't paying the bills. So he robs banks, to ensure his family's safety and cash flow.
 
These two were so different, but I could tell right from the start that Parker was working hard to make their chemistry real. In fact, the first time these two actually interacted I saw some sparks! It's wonderful when a story actually cares about making a relationship real, even if in this case the story itself might be a little over the top. The other wonderful part was that the romance aspect of this isn't even overwhelming. The focus is on Lexi, Christian, and the heist they need to pull off. If there's romance along the way, well that's just how it works.
 
My only real complaint about Smash & Grab was the ending. I had so much fun the entire ride, but that ending just wrapped things up much too succinctly and easily. It was a little too perfect to feel realistic. I mean, obviously the entire book is a bit like that. Christian and his buddies make robbing a bank feel like anyone could do it. Like it's just a small thing you do, and then escape. I was willing to let go of all that though, because I was enjoying the ride. I just wish the ending had a little more tension, after all the build up.
 
Still, this is a really solid read! As I said, if you're looking for something action packed and full of potential, this is one to add to your TBR.
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