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review 2017-01-17 10:04
Täuschungen, Tricks und Würstchen
Tricked - Kevin Hearne

Was lange währt, wird endlich gut. Im April 2015 verkündete Kevin Hearne auf einer Lesung, die ich besuchte, dass er an einer High Fantasy – Trilogie schreibe. Das ist so lange her, dass ich nicht mehr so recht daran glaubte, dass er dieses Projekt verwirklichen würde, doch nun gibt es endlich konkrete Informationen: der erste Band „A Plague of Giants“ wird voraussichtlich am 03. Oktober 2017 erscheinen! Ich freue mich riesig darauf! Höchste Zeit, mit „The Iron Druid Chronicles“ zu Potte zu kommen, schließlich nähert sich diese Reihe ihrem Ende. 2017 möchte Hearne am neunten, angeblich finalen Band arbeiten. Nach der Lektüre des vierten Bandes „Tricked“ fehlen mir damit noch fünf Bände und diverse Kurzgeschichten rund um den letzten Druiden.

 

Atticus O’Sullivan muss sterben. Wer in Asgard ein Blutbad anrichtet, kann man nicht erwarten, unbehelligt weiterzuleben. Atticus hat keine Lust, ewig vor den Asen und jedem dahergelaufenen Donnergott zu fliehen. Also inszeniert er mithilfe des Trickster-Gottes Coyote seinen eigenen tragischen Tod. Ausgerüstet mit einer neuen Identität plant er, sich im Navajo-Reservat niederzulassen und sich dort in Ruhe der Lehre seiner Auszubildenden Granuaile zu widmen. Zuvor ist er Coyote allerdings einen Gefallen schuldig. Der Gott verlangt von ihm, die Goldvorkommen unter dem Reservat zu bewegen. Doch Coyote wäre nicht Coyote, hätte seine Bitte nicht einen Haken. Plötzlich steckt Atticus in einem Kampf mit wildgewordenen Skinwalkern, ohne zu wissen, wie er sie besiegen kann. Seine Magie wirkt bei den Gestaltwandlern nicht. Atticus muss sich etwas einfallen lassen, will er sein neues Leben beginnen, ohne unerwünschte Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Schon jetzt sind ihm die Asen auf der Spur. Was er braucht, ist ein Plan – und vielleicht ein paar Würstchen für Oberon.

 

Was für eine Erleichterung. Atticus ist endlich wieder er selbst. Wisst ihr, während der Lektüre des letzten Bandes „Hammered“ habe ich mich oft gefragt, was eigentlich in ihn gefahren ist. Was war los mit ihm? Wieso ließ er sich von Leif erpressen, ihn nach Asgard zu begleiten und die Asen anzugreifen? Ich verstand nicht, welcher Teufel ihn da geritten hat. Ich hielt ihn immer für zu clever, um sich aus falschem Stolz auf so ein Himmelfahrtskommando einzulassen. Was auch immer es war, der Spuk ist vorbei. Atticus ist wieder Atticus und bereut die Entscheidung, Leif zu unterstützen, im Nachhinein zutiefst. Man kann ihm vieles vorwerfen, aber seinen eigenen Fehlern gegenüber ist er garantiert nicht blind. Er weiß, dass der Preis, den er für das Einhalten seines Versprechens zahlen muss, viel zu hoch ist. Nicht nur, weil die Mission unnötige Opfer forderte, sondern auch, weil diese gravierende Konsequenzen für das gesamte Universum hat. Ich bin Kevin Hearne sehr dankbar, dass er diese Konsequenzen in „Tricked“ konkret benennt. Ich habe mich mit der Vorstellung eines Einschnitts dieser Größenordnung ohne Auswirkungen sehr schwer getan und bin froh, dass der Autor diese Lücke nachträglich füllt. Atticus hat eine unfassbar große Schuld auf sich geladen und muss nun damit zurechtkommen. Leider kann er es sich im vierten Band nicht leisten, sich mit den Ausmaßen seiner Verantwortlichkeit auseinander zu setzen. Er hat keine Zeit, sich mit seinen Gefühlen zu befassen. Das fand ich nachvollziehbar, aber sehr schade, weil es mir geholfen hätte, meine Beziehung zu ihm weiter zu vertiefen. Ich hätte gern eine andere Seite von ihm kennengelernt. Ich hoffe, dass Hearne seine emotionale Situation im nächsten Band vielleicht rückblickend thematisiert. All die Aufregung, die Atticus in „Tricked“ erlebt, hat er sich natürlich ebenfalls selbst zuzuschreiben. Die Ereignisse im Navajo-Reservat sind eine direkte Folge seiner Eskapaden in Asgard – ein weiterer Beleg dafür, dass sich die Mission für ihn nicht im Mindesten auszahlte. Hier begegnet Atticus zum ersten Mal Gegnern, die ihm keinerlei Angriffsfläche für seine Fähigkeiten bieten. Nachdem Kevin Hearne im letzten Band verdeutlichte, dass Atticus trotz seines Alters nur ein fehlbarer Mensch ist, betont er in „Tricked“, dass auch seine Magie nicht allmächtig ist, was mir sehr gut gefiel. Er nutzt die nicht ganz so unschuldige Schülerin-Lehrer-Beziehung zwischen Atticus und Granuaile elegant für einen intensiven Einblick in die Funktionsweise druidischer Magie. Atticus erklärt Granuaile praktisch jeden seiner Schritte; er zeigt ihr, wie er mit Verbindungen auf Molekularebene arbeitet und diese manipuliert, um seine Ziele zu erreichen. Die Kräfte der Skinwalker entstammen dem Glaubenssystem der Navajo; sie sind eine magische Symbiose, die so anders ist als alles, was Atticus kennt, dass er diese Verbindung nicht auflösen kann. Er hat keinen Kniff auf Lager, um ihre einzige Schwachstelle auszunutzen. Letztendlich bleibt ihm nur die physische Auseinandersetzung – ein Garant für ein actiongeladenes Buch, das mir wie immer aufgrund der Mischung aus greifbar umgesetzter Religiosität und lockerem Witz unheimlich viel Spaß bereitete.

 

„Tricked“ ist eine Überleitung. Der vierte Band schließt den bisherigen Handlungsbogen ab und öffnet die Tür für neue Entwicklungen. Da Kevin Hearne allerdings nichts davon hält, die Dinge leise auströpfeln zu lassen, verabschiedet er sich von Atticus‘ altem Leben würdig mit einem Knall. Der nächste Band „Trapped“ macht einen gewaltigen Zeitsprung von 12 Jahren – persönlich glaube ich, dass es jetzt erst so richtig rundgehen wird. Ich kann es kaum erwarten! Soweit ich weiß, wird Atticus auf Reisen gehen, neue Figuren treffen und sich mit den Superstars diverser Götterpantheons anlegen. Für mich klingt das nach einem ganz neuen Level und ich freue mich wie Bolle darauf, Atticus bei seinen zukünftigen Abenteuern zu begleiten. Er ist und bleibt eben mein Lieblingsdruide, mit dem zweitbesten Hund der Welt an seiner Seite.

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2017/01/17/kevin-hearne-tricked
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text 2017-01-05 20:00
My December 2016
Goddess of Poison - Tödliche Berührung - A. M. Grünewald,Melinda Salisbury
Girl Online Going Solo - Zoe Sugg
Die Stille vor dem Tod: Thriller (Smoky Barrett 5) - Cody McFadyen,Axel Merz
The Fearless Travelers' Guide to Wicked Places (Capstone Young Readers) - Pete Begler
Manga Classics: Jane Eyre - Charlotte Brontë
Manga Classics: Les Miserables - Victor Hugo,Luke Mehall;Gaelen Engler;Drew Thayer;Ashley King;Stacy Bare;Chris Barlow;Erica Lineberry;Brendan Leonard;Teresa Bruffey;D. Scott Borden

Stopping the Noise in your Head - DNF

Shopaholic - Die Schnäppchenjägerin - DNF

Here I Am - DNF

Goddess of Poison - Tödliche Berührung - 4 stars
Girl Online Going Solo - 4.5 stars
Die Stille vor dem Tod - 5 stars
The Fearless Travelers' Guide to Wicked Places - 4 stars
Manga Classics: Jane Eyre - 4 stars
Manga Classics: Les Miserables - 5 stars

 

Favorite book(s) of the month: Girl Online Going Solo, Die Stille vor dem Tod, Manga Classics: Les Misérables

 

Books started this month but haven't finished yet: none

 

Well, this took me forever to post.

But here it is. December was the month I finally gave up on somebooks I kept dragging from one month to the next. I also read lots of great books and dove into some more Manga's. Great reading month.

 

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review SPOILER ALERT! 2017-01-02 19:08
Saving Grace - Bis Dein Tod uns scheidet
Saving Grace - Bis dein Tod uns scheidet: Psychothriller - R B Paris,Wulf Bergner € 9,99 [D] inkl. MwSt. € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empf. VK-Preis) Taschenbuch, Klappenbroschur ISBN: 978-3-7341-0263-9 NEU Erschienen: 21.11.2016 Zum Buch: https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Saving-Grace.-Bis-dein-Tod-uns-scheidet/B.A.-Paris/Blanvalet-Taschenbuch/e480050.rhd Niemand glaubt dir. Niemand hilft dir. Du gehörst ihm … Grace und Jack Angel sind das perfekte Paar. Die dreiunddreißigjährige Grace ist warmherzig, liebevoll, bildhübsch. Jack sieht gut aus, ist charmant und kämpft als renommierter Anwalt für die Rechte misshandelter Frauen. Aber sollte man Perfektion jemals trauen? Warum zum Beispiel kann Grace auf Dinnerpartys so viel essen und nimmt doch niemals zu? Warum umgibt ein hoher Zaun Jacks und Graces wunderschönes Haus? Doch wenn man Grace danach fragen möchte, stellt man fest, dass sie nie allein ist. Denn Jack ist immer – wirklich immer – an ihrer Seite … Meine Meinung: Ich bin durch den interessanten Klappentext auf das Buch aufmerksam geworden, Titel und Cover passen im nach hinein auch total gut zum Buch. Von der ersten Seite herrschte eine totale Beklommenheit und Spannung, die sich durch das ganze Buch hindurch gezogen hat. Ich bin direkt sehr gut in die Geschichte rein gekommen, der Schreibstil war sehr flüssig. Man lernt das Ehepaar Jack und Grace kennen. Ausserdem wird Graces Lebensgeschichte erzählt, in der ihre behinderte Schwester Millie eine große Rolle spielt. Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, andererseits traute ich mich teilweise gar nicht, weiter zu lesen. Das Buch konnte mit einigen unerwarteten Wendungen begeistern sowie mit der bereits erwähnten sehr fesselnden Beklommenheit, für mich genau so, wie ein Psychothriller sein sollte. Denn schon in der Hochzeitsnacht zeigt Jack sein wahres Gesicht und es beginnt ein Martyrium für Grace, welches sehr spannend war, zu erfahren. Auch auf den letzten Seiten gab es für mich auch noch einen Wow-Moment, so dass ich diesem Buch nichts anderes als 5 Sterne geben kann und es damit auch noch in meine Jahreshighlights 2016 geschafft hat. Ich kann hier einfach nur eine klare Kauf- und Leseempfehlung geben für alle, die gerne Psychothriller lesen, die auch wirklich eine beklemmende düstere Stimmung haben, dennoch überraschende Wendungen bereit halten. Die Autorin werde ich auf jeden Fall im Auge behalten.
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review 2016-12-23 13:17
Die Stille vor dem Tod // The Truth Factory!!!
Die Stille vor dem Tod: Thriller (Smoky Barrett 5) - Cody McFadyen,Axel Merz

First things first: I received this book through NetGalley.

German and english review

 

Es sind vier Jahre her, seit dem ich den vierten Teil in der Serie gelesen habe. Jetzt war es endlich so weit und ich konnte den fünften Teil erleben. Und was für ein Erlebnis das war. Mir zittern immer noch die Knie und mir ist ganz schwindlig von den Wendungen, die es in dem Buch gab. Aber es war unglaublich schön wieder über Smoky, ihre Familie und ihr Team zu lesen. Ich hab die ganzen Charaktere echt vermisst.

 

Allgemein, werde ich nicht viel über die Story in dem Buch reden. Gerade weil es ein Thriller ist und die lassen sich einfach am Besten genießen, wenn man garnicht so genau weiß, was passiert und was auf einen zu kommt. Aber ich gebe eine kurze Inhaltsangabe:

 

An einem kalten Oktobertag werden Smoky Barrett und ihr Team nach Denver, Colorado, gerufen. Im Haus der Familie Wilton ist Schreckliches geschehen: Die gesamte fünfköpfige Familie wurde ermordet, und der Täter hat durch eine mit Blut geschriebene Botschaft Smoky mit der Lösung des Falles beauftragt. Doch das Unheil ist weit größer, denn die Wiltons sind nicht die einzigen Opfer. Insgesamt drei Familien wurden in der gleichen Nacht und in unmittelbarer Nähe voneinander getötet. "Komm und lerne", lautet die Botschaft an Smoky. Es wird ein grausamer Lernprozess, das Böse in seiner reinsten Form, in seiner tiefsten Abgründigkeit zu spüren. Smoky gelangt an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Und weit darüber hinaus. (von goodreads ausgeliehen)

 

Sind wir mal ganz ehrlich, nicht nur Smoky kam in diesem Buch an ihre Grenzen, sondern ich auch. Heiliges Kanonenrohr. Das war ja eine reinste Achterbahn bei der man die meiste Zeit einfach nur in den Abgrund gestürzt ist und man kaum eine Pause gegönnt bekam. Schlag auf Schlag, sind Dinge passiert, die ich nicht habe kommen sehen. Und dann alles was zum Ende hin passiert ist?! Ich komme damit immer noch nicht klar und bin so erschrocken. Außerdem war ich unheimlich nervös, weil die Seite immer weniger wurden ich einfach wusste, dass wir keinen richtigen Abschluss bekommen werden, sondern, dass wir auf einiges im nächsten Buch warten müssen.

 

Ich bin echt auf den nächsten Teil gespannt und wie die Dinge sich weiterhin entwickeln, auf der Jagd nach den großen Bösen. Hoffentlich müssen wir nicht wieder so lange warten.

 

***

 

It's been four years since I have read the forth book in this series. Now it finally happened and I could experience the fifth book. And what an experience it has been. My knees are still shaking and I'm still a bit dizzy from all the twists and turns that the book had to offer. But it was just amazing to read about Smoky, her family and her team again. I really missed all these characters.

 

Overall, I won't say really that much about the story. It's a thriller and I think they are much more enjoyable when you know nothing much about what is happening and what's in store for you. But a short summary:

 

As THE TRUTH FACTORY opens, Smoky is pregnant and happily remarried. She and her team have just been summoned to a baffling scene in Denver: In a suburban cul de sac, two seemingly happy families have been slaughtered and carefully displayed. This leads Smoky into an enormous underground bunker and a plot that threads through the entire community. And then…well, this is a crime that will grip the world. (borrowed from goodreads.)

 

Smoky went through some serious stuff in this book. And not just she did, but I as a reader felt like being there with her every step of the way. Holy shit, batman. That was a rollercoaster ride where most of the time you just keep rushing towards the ground and you can't seem to get a break to catch your breath. Blow upon blow, things happened so fast, that I didn't see coming at all. And everything that happened towards the end?! I still can't deal with some of the things that happened and I'm so shoked. Although, I got really nervous when I realized there weren't enough pages left for us to get real closure at the end, that there were still some things left open that will have to wait until the next book.

 

I'm so excited for the next book and how things will develope on the hunt for big bad. Hopefully we won't have to wait that long again.

 

 

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review 2016-12-17 00:34
Klasse, dachte Zorn. Wir haben einen Fall.
Zorn - Tod und Regen (Zorn #1) - Stephan Ludwig

»Du musst die 'Zorn'-Reihe lesen!«, erzählen SIE mir seit Monaten mit schöner Regelmäßigkeit.
»...muss ich?«
»Unbedingt!«

Dann folgen für gewöhnlich kleine Anekdoten über Stephan Ludwig, seine tollen Lesungen oder die amüsanten FB-Beiträge seines fiktiven Hauptkommissars. Der ist übrigens Kettenraucher, faul und mürrisch, und trotzdem ein Hit bei den Frauen.

Klasse.

Bei mürrischen, faulen Kettenrauchern bin ich ja immer erstmal skeptisch. So rein aus Prinzip, weil mir von Zigarettenrauch schlecht wird. Aber SIE bestehen darauf, dass die Zorn-Krimis einfach verdammt guter Stoff sind, Zigaretten hin oder her. Wer SIE sind? Die Teilnehmerinnen des illustren Krimi-Lesekreises, den die Buchhandlung zwei Orte weiter einmal im Monat ausrichtet. Krimi-Expertinnen, sozusagen.

Jaja.

Schon gut. Ihr hattet ja recht.

In meinen Augen ist das Buch eine gelungene Mischung aus Spannung, unerwarteten Wendungen, lebendigen Charakteren und einem trockenen, ein bisschen bösen Humor. Keines dieser Elemente alleine würde mehr als einen passablen Krimi abgeben, aber in der originellen Kombination ist die Geschichte unschlagbar und macht eine Menge Spaß, ist aber trotzdem was zum Miträtseln und Mitfiebern.

Es gibt für einen Krimileser einerseits nichts Enttäuschenderes, als auf Seite 100 schon zu wissen, wer gemordet hat und warum, andererseits will man aber auch nicht das Gefühl haben, dass die Lösung vom Himmel gefallen ist. Insofern ist "Zorn" für mich ein gut konstruierter Krimi, denn im Rückblick sind die Hinweise alle da, beim Lesen konnte ich die Puzzleteilchen* jedoch bis zum Schluss nicht zu einem vollständigen Bild zusammensetzen.

* Die Autokorrektur wollte gerade 'Leichenteilchen' daraus machen, ohne Scherz!

Also: Spannend? Ja. Logisch? Auch. Und so nach und nach stellt sich die Geschichte als vielschichtiger heraus, als man am Anfang vermutet hätte.

Die Gewalt ist brutaler, als ich erwartet hatte, bleibt aber meist (nicht immer!) eher angedeutet und wird nicht detailliert beschrieben. Das macht sie jedoch nicht weniger erschreckend und nimmt ihr auch nichts ihrer Bedeutung, und deswegen finde ich das auch verdammt gut geschrieben.

Bei Formulierungen wie "kurz darauf barsten die Wände, der Wahnsinn stand brüllend im Raum, öffnete dem Horror die Tür" läuft es mir schon kalt den Rücken runter. Danach brauche ich keine detailliertere Beschreibung mehr als diese:

"Und er hatte nicht nur das Messer, sondern andere, ebenso spitze, chromglänzende Werkzeuge.
Und er benutzte sie alle. Es dauerte drei Stunden, bis sie den Verstand verlor, und weitere zwei, bis sie endlich sterben durfte."

(Leichenteilchen? Als hätte die Autokorrektur es geahnt.)

Der Schreibstil ist großartig, denn der Autor beherrscht die verschiedensten Tonarten. Eine Szene kann erschreckend und grausam sein, mit Beschreibungen voller Atmosphäre, und trotzdem irgendwie auch witzig - wobei einem das Lachen dann doch oft im Halse stecken bleibt. Was der Schreibstil jedenfalls nie ist, ist abgedroschen oder langweilig.

Das Großartigste an diesem Buch sind für mich der Humor und die liebevoll beschriebenen Charaktere, allen voran der mürrische Zorn und sein fröhlicher Kollege Schröder. Zorn würde sich ja lieber ins Bein beißen als es zuzugeben, aber er hegt tatsächlich viel Zuneigung und später auch Bewunderung für den kleinen Mann. Während Zorn seine Arbeit hasst und faul seiner Rente entgegensicht, ist Schröder einer, der anpackt und den man niemals unterschätzen sollte, und das erkennt Zorn insgeheim widerwillig an. Die Zwei sind ein witziges, aber auch erstaunlich gut funktionierendes Ermittlerteam.

Auch die anderen Charaktere fand ich gut und glaubhaft geschrieben, und der ein oder andere enthüllt im Laufe des Buches unerwartete Seiten.

Zitat:
"»Keine Leiche?«, fragte er über die Schulter, betrat den Fahrstuhl und drückte, ohne auf Schröder zu warten, den Knopf für die oberste Etage.
»Nichts, Chef.«
Zorn schwieg. Leise surrend fuhr der Fahrstuhl nach oben, und da Schröder die Stille in dem engen Raum zunehmend unangenehm wurde, meinte er nach kurzem Überlegen: »Keine Spur. Nix.«
Zorn schwieg noch immer.
»Niente!«, sagte Schröder. Ab und zu verspürte er das unerklärliche Bedürfnis, mit seinen Fremdsprachenkenntnissen zu protzen, und fügte deshalb hinzu: »Nothing, Chef!«
Zorn hob die Augenbraue.
»Nada!«, ergänzte Schröder.
»Pling!«, erwiderte der Fahrstuhl.
»Nitschewo!«, sagte Schröder.
Die Türen öffneten sich. »Ein einfaches Nein hätte genügt«, brummte Zorn und wappnete sich innerlich gegen seinen ersten Gegner."

Was ich übrigens erfrischend fand: in vielen Krimi-Reihen könnte man den Eindruck gewinnen, die Stadt, in der sie spielen, müsse bestimmt bald aussterben, weil die Ermittler am laufenden Band Mordfälle bearbeiten. Dabei gab es im Jahr 2015 in ganz Deutschland 296 Mordfälle - da kann man sich ja ausrechnen, dass nicht auf jeden Ermittler in jeder Stadt eine Leiche pro Woche kommt. Und so denkt Claudius Zorn hier auch ganz realistisch darüber nach, dass er seit drei Jahren keinen Mordfall mehr bearbeitet hat!

Fazit:
Die Mitglieder unseres Krimi-Lesekreises empfehlen mir die "Zorn"-Reihe seit Monaten.

Immer wieder. Unermüdlich.

Und jetzt weiß ich auch, warum: Hauptkommissar Zorn ist mürrisch, faul, Kettenraucher, eitel, angeberisch - und auf skurrile Art sympathisch und witzig. Dazu gesellt sich sein Kollege, der kleine, dicke, immer gut gelaunte Schröder, der in einigen Szenen zeigt, dass auch die Schröders dieser Welt wahre Helden sein können. Zusammen ermittelt das ungleiche Team in einem Mordfall, der sich als zunehmend verschachtelt und kompliziert erweist, und das kann in einem Satz noch zum Schreien komisch sein und im nächsten gruselig und spannend.

Gut geschrieben, gut konstruiert und definitiv was ganz Eigenes, von dem ich jetzt alle Bände lesen will. Ich kann mich meinen "Kolleginnen" vom Krimi-Lesekreis nur anschließen: Daumen hoch!

Source: mikkaliest.blogspot.de/2016/12/zorn-tod-und-regen-zorn-1-von-stephan.html
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