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review 2016-10-04 04:00
Letztendlich geht es nur um dich
Letztendlich geht es nur um dich - David Levithan,Martina Tichy

Story:
Rhiannons Leben ist simpel und überschaubar – sie geht zur Schule, hat einen festen Freundeskreis und in dem Mitschüler Justin ihre große Liebe gefunden. Dass dieser sie mitunter ignoriert und nur selten wirklich auf sie eingeht, nimmt sie in Kauf, da sie sich sicher ist, dass Justin sie im Inneren wirklich liebt, auch wenn er dies nicht zeigen kann. Alles ändert sich, als Justin eines Tages vollkommen anders ist – er ist aufmerksam, hört ihr zu und nimmt sie mit ans Meer, wo die beiden über Gott und die Welt reden. Rhiannon glaubt endlich am Ziel zu sein, hofft auf eine glückliche Zukunft mit ihrem Freund – doch dieser kann sich an diesen besonderen Tag nicht erinnern. Als plötzlich ein Junge/Mädchen namens A auftaucht und ihr erzählt, dass er/sie jeden Tag im Körper eines anderen Jungen/Mädchen aufwacht, glaubt Rhiannon an einen Scherz. Schnell muss sie jedoch erkennen, dass A recht hat, da er/sie jeden Tag in einer anderen Form auftaucht und vor einiger Zeit in Justins Körper steckte. Und dass er/sie sich in Rhiannon verliebt hat – Gefühle die diese mit der Zeit erwidert, so schwer es ihr auch fällt, sich auf jemanden einzulassen, der keine feste Form haben kann …

Eigene Meinung:
David Levithan ist einer der bekanntesten amerikanischen Jugendbuchautoren der heutigen Zeit. Seine Romane wurden mit mehreren Preisen ausgezeichnet und finden sich immer wieder in den Bestsellerlisten. Da er selbst schwul ist, findet man häufig queere Elemente in seinen Romanen (z.B. „Will & Will“, „Noahs Kuss“ oder „Two Boys kissing“). Auch „Letztendlich geht es nur um dich“ greift das Thema Homosexualität (in einer ungewöhnlichen Form) auf und passt dich damit dem „ersten“ Band der Reihe „Every Day“ an, in dem die Geschichte aus A’s Sicht erzählt wird. Daher ist der vorliegende Roman keine Fortsetzung von „Letztendlich sind wir dem Universum egal“, sondern vielmehr eine Ergänzung – es ist dieselbe Geschichte aus einer anderen Perspektive.

Die Grundidee der Geschichte ist sehr interessant und bietet eine Menge Stoff zum Nachdenken und Diskutieren. Allein Levithans Idee, dass eine Seele jeden Tag in einen anderen Körper schlüpft und einen Tag lang das Leben der jeweiligen Person führt ist wahnsinnig spannend und originell. Die Tatsache, dass A sowohl in weibliche als auch männliche Körper fährt, sorgt dafür, dass er mit den üblichen Vorurteilen nur wenig im Sinn hat – Gefühle sind für ihn/sie wesentlich elementarer und haben nichts mit der körperlichen Erscheinung zu tun. Dies sorgt auch dafür, dass sich Rhiannon über viele Dinge klarwerden muss und viele Sachen in Frage stellt. Die Vergleiche, die Levithan an diesen Stellen anbringt, sind sehr gut nachvollziehbar und regen zum Nachdenken an, so dass sich beide Bücher der Reihe hervorragend als Schullektüre eignen würden. Auch sind die Gedanken und Gefühle der jungen Heldin glaubwürdig dargestellt, so dass man sich gut mit Rhiannon identifizieren kann (auch wenn man ihr manchmal Vernunft eintrichtern möchte).
Dennoch muss man sagen, dass das Buch nur schwer gegen „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ ankommen kann – für sich allein stehend funktioniert Rhiannons Geschichte durchaus, da sie interessante Aspekte liefert und durch eine gute Handlung überzeugen kann. Kennt man jedoch den Roman um A, so fällt es schwer die beiden Bücher miteinander in Einklang zu bringen. Das liegt natürlich daran, dass Fans des ersten Bandes keine wirkliche Fortsetzung in den Händen halten, sondern dieselbe Geschichte aus einer anderen Perspektive präsentiert bekommen. Das macht das Buch mitunter langweilig, da A’s Sicht wesentlich spannender ist und mehr Drama bietet – Rhiannon bleibt ein wenig blass (gerade im ersten Drittel) und da man die Geschichte schon kennt, erfährt man nur wenig Neues. So sind Leser von „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ zu recht enttäuscht, da man keinerlei Auflösung präsentiert bekommt und die Geschichte um Rhiannon an derselben Stelle endet, wie zuvor. Das frustriert ein wenig, da man doch gehofft hat, dass David Levithan die Handlung weiterführt und ein paar Erklärungen liefert.

Nichtsdestotrotz sind die Charaktere und ihre Aktionen gut nachvollziehbar – man mag mit Rhiannon und ihrer unterwürfigen Art am Anfang seine Probleme haben, aber man kann sie gut nachvollziehen und versteht, warum sie tut, was sie tut. Ihre Gedanken sind auf jeden Fall interessant und ihre Sicht auf die Ereignisse sorgt dafür, dass man „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ auf eine ungewohnt dreidimensionale Art und Weise begreift.
Dennoch stellt A sie mühelos in den Schatten, da er/sie eine solch schillernde und außergewöhnliche Figur ist, dass Rhiannon in seiner Gegenwart fast immer untergeht. Er/sie ist etwas Besonderes und es ist toll, ihm/ihr in diesem Buch wieder zu begegnen und ihn/sie durch Rhiannons Augen zu betrachten.
Auch die übrigen Charaktere sind toll – seien es Justin, Rhiannons Freunde oder deren Familie. Man merkt, dass authentische, jugendliche Charaktere zu David Levithans Stärken gehören, die seine Bücher erst zu dem machen, was sie sind. Er kann sich hervorragend in die Gedanken junger Menschen hineinversetzen und bringt diese sehr überzeugend zu Papier.

Stilistisch legt der Autor ein wundervolles, gut geschriebenes Jugendbuch vor, das in vielfacher Hinsicht überzeugen kann. David Levithan trifft den Nerv der Zeit und die Sprache der Jugend. Es macht einfach Spaß seine Bücher zu lesen und mit den verschiedenen Figuren mitzufiebern, auch wenn „Letztendlich geht es nur um dich“ die ein oder andere Länge enthält und nicht ganz so mitreißend ist wie seine anderen Werke.

Fazit:
„Letztendlich geht es nur um dich“ ist ein schönes Jugendbuch, das durch eine tolle Thematik und eine gut nachvollziehbare Heldin besticht. Wer den Vorgänger „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ kennt, wird von der Geschichte aus Rhiannons Sicht enttäuscht sein, wartet David Levithan doch nicht mit einer Fortsetzung auf, sondern wärmt die Ereignisse aus Rhiannons Sicht noch einmal auf. Daher ist das vorliegende Buch bei weitem nicht so gut, wie „Letztendlich sind wir dem Universum egal“, für sich allein stehend kann es aber dennoch überzeugen. Wer A’s Geschichte schon kennt, sollte sich überlegen, ob er die Geschichte wirklich noch einmal aus Rhiannons Perspektive lesen muss (denn es gibt leider keine neuen Antworten), wer David Levithans ungewöhnliche Liebesgeschichte noch nicht kennt, kann sich überlegen, welche erzählende Figur ihm mehr zusagt – ich persönlich rate eher zu „Letztendlich sind wir dem Universum egal“, da dieses Buch wesentlich spannender und fesselnder ist.

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review 2016-08-01 11:38
Das Morgen ist immer schon jetzt
Das Morgen ist immer schon jetzt - Patrick Ness,Petra Koob-Pawis

Story:
Mickey ist ein ganz normaler Jugendlicher, der mit den üblichen kleinen und großen Problemen kämpft – sein Schulabschluss, das Auf und Ab mit seinen Freunden, und seine erste große Liebe Henna. Darüber hinaus leidet er unter einer Zwangsstörung, die ihn dazu zwingt bestimmte Dinge wie Händewachsen, Anziehen oder das Abschließen einer Tür endlos zu wiederholen. Er gehört nicht zu den Finns, Dylans und Sachtels, die in regelmäßigen Abständen die Welt vor der Vernichtung durch Vampire, Göttern, Seelenfressern und Zombies retten und die in regelmäßigen Abständen die Schule in die Luft jagen. So bekommen er und seine Freunde zwar am Rande mit, dass sich eine neue Bedrohung ankündigt, doch glücklicherweise betrifft es sie nicht direkt, so dass sie sich ihrem Alltag stellen können.

 

Eigene Meinung:
Patrick Ness ist einer der bekanntesten, englischen Kinder- und Jugendbuchautoren, der mit seinen Büchern unzählige Preise gewinnen konnte, darunter auch den Deutschen Jugendliteraturpreis für „Sieben Minuten nach Mitternacht“ (dessen Filmadaption im Herbst 2016 in die Kinos kommt). Er widmet sich oftmals queeren Themen und baut schwule und lesbische Haupt- und Nebenfiguren in seine Geschichten ein.

 

Der Autor fasziniert von Anfang an durch eine ungewöhnliche Idee – wie leben, handeln und reagieren die Menschen, die nicht Teil der großen Abenteuer sind, die in so vielen Büchern beschrieben werden? Welche Sorgen und Probleme haben diejenigen, denen es nicht bestimmt ist ein großer Held zu sein? Mickey und seine Freunde gehören zu denen, die die Ereignisse nur am Rande mitbekommen und versuchen sich um ihre eigenen kleinen, persönlichen Probleme zu kümmern. Zwar werden sie oftmals Zeuge der Kämpfe der sogenannten Indie-Kids gegen die übermächtige Bedrohung, oder sind auch mal direkt betroffen, doch das Buch behandelt ihre Geschichten. Die Abenteuer und Heldentaten der Indie-Kids werden lediglich am Anfang jedes Kapitels grob zusammengefasst.


Patrick Ness gelingt es auf diesem Weg sehr subtil die vielen Weltrettungsgeschichten, Urban Fantasy und All Age Romane auf die Schippe zu nehmen, die es seit einigen Jahren gibt. Als Vielleser fallen einem gleich die Parallelen zu den vergangenen Buchhypes auf, die in den letzten Jahren das Leben der Menschen in „Das Morgen ist immer schon jetzt“ bedroht haben: Romantische Vampire („Twilight“), Götter („Percy Jackson“), Zombies („Warm Bodies“). Auch einen kleinen Hint auf „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ kann sich der Autor nicht verkneifen. Im Laufe der Handlung findet man es allerdings doch ein wenig schade, dass Mickey und seine Freunde (fast) gar keinen Einfluss auf die Ereignisse haben, die um sie herum passieren. Nicht, dass das unpassend wäre – im Gegenteil. Als Leser wartet man nur fast darauf, dass die Charaktere Teil der großen Weltrettungs-Geschichte werden.

 

Lässt man die fantastischen Aspekte weg, bleibt eine solide Jugendbuch-Handlung, die mit den üblichen Problemen einhergeht: erste Liebe, Probleme mit den Eltern, Erwachsen werden. Mickey ist der typische, leicht unsichere Hauptcharakter, der seit Jahren in Henna, ein Mädchen in seiner Clique verliebt ist, sich aber nicht traut es ihr zu sagen. Nathan, den gutaussehenden Neuzugang, mag er weniger, da dieser (nicht nur) Henna gefällt und er sich gerne in den Mittelpunkt drängt. Sein bester Freund Jared ist zwar schwul, doch mit ihm verbindet Mickey eine Menge, wenngleich ihre Beziehung zumeist rein platonisch bleibt. Seine Schwester Mel, die ebenfalls mit einigen Problemen zu kämpfen hat, komplettiert die Gruppe.
Die Figuren sind sehr lebendig und authentisch. Da die Geschichte aus Mickeys Sicht beschrieben wird, kann man sich gut in ihn hineinversetzen und seine Gedanken und Gefühle sehr gut nachvollziehen. Auch die übrigen Charaktere sind in sich schlüssig und passen gut zur Handlung.

 

Stilistisch legt Patrick Ness gewohnt solide Kost vor. Er hat keinen wundervollen, sehr authentischen und angenehm lesbaren Schreibstil. Er hat ein Händchen dafür Bücher für Jugendliche zu schreiben, denn seine Sprache passt sehr gut zu seinen jungen Hauptcharakteren. Zu Beginn braucht man zwar etwas, um in die Geschichte zu kommen, da zunächst die Zusammenfassungen der Indie-Kids vor den Kapiteln verwirren und die Szene mitten in einem Gespräch von Mickeys Clique einsetzt, doch mit der Zeit kommt man damit klar. Es lohnt sich auf jeden Fall bei der Sache zu bleiben und sich auf die zeitgleich stereotype, wie auch ungewöhnliche Geschichte einzulassen.

 

Fazit:
„Das Morgen ist immer schon jetzt“ ist ein ungewöhnlicher Jugendroman, der sowohl durch die typischen Stereotype eines Jugendbuches besticht, als auch mit einer ungewöhnlichen und interessanten Grundidee aufwarten kann. Die Figuren sind sympathisch und machen im Laufe der Zeit eine spürbare Wandlung durch. Auch stilistisch kann Patrick Ness überzeugen und beweisen, dass er zu Recht zu einem der bekanntesten Jugendbuchautoren gehört. Wer seine Romane „Sieben Minuten nach Mitternacht“ oder „Mehr als das“ kennt, sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren. Es lohnt sich.

Source: www.like-a-dream.de
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review 2016-06-08 11:21
Viel verschenktes Potenzial
Du und ich? Ohne mich! - Kristi Cook,Christa Prummer-Lehmair,Heide Horn,Sonja Schuhmacher

Originaltitel: Magnolia
Verlag:           cbj
Format:         Taschenbuch, EBook
Umfang:        288 Seiten
Erschienen:  08.02.2016

Inhalt:
Romeo und Julia hatten ein schweres Los mit ihren aufs Blut verfeindeten Familien. Aber andersherum ist es auch nicht einfach: Die Eltern von Ryder und Jemma verstehen sich großartig, seit Generationen sind die Familien befreundet. Und ihre Sprösslinge scheinen wie füreinander geschaffen. Finden ihre Eltern. Ryder und Jemma sind allerdings ganz anderer Meinung. Die beiden können sich nicht ausstehen und versuchen verzweifelt, den Kuppelversuchen der Eltern zu entgehen. Insofern ist es eine doppelte Katastrophe, als ein Hurrikan die beiden von der Außenwelt abtrennt …
(Quelle: randomhouse.de)

Meine Meinung:
Ryder  und Jemma wären ein Traumpaar - wenn es nach ihren Eltern ginge. Doch Ryder und Jemma sind Teenager und was machen diese? Genau! auf keinen Fall das, was sich ihre Eltern wünschen.

Du & Ich? ist eine nette Teenager-Romanze der auf der aktuelle Drama-Welle mit schwimmen möchte. Dabei verschießt sie leider viel Potential und landet in der Mittelmäßigkeit. Das fängt schon bei den Protagonisten an - Ryder ist natürlich der Star-Quaterback und Jemma Cheerleaderin. Als sich Jemma endlich bei ihren Eltern zwecks Berufswunsch und Traum-Uni durchzusetzen versucht, zerstört ein Familiendrama ihre Familie. Und ganz brav zieht Jemma sich zurück. Dann gibt es den obligatorischen  Todesfall, der jedes aufkeimende Gefühl im Keim zu ersticken droht und das dasTraumpaar scheinbar für immer trennt. Am Ende kommt ein zäher Anfang auf einen sehr gut gelungenen Mittelteil und einem übertrieben kitschigen Abschluss. Die Autorin ist mit dieser Geschichte zu sehr auf Nummer sicher gegangen. Es fehlt ein Highlight, ein i-Tüpfelchen - das die Geschichte hervorhebt.

Fazit: Schade. Die Autorin ist mit dieser Geschichte zu sehr auf Nummer sicher gegangen. Es fehlt ein Highlight, ein i-Tüpfelchen - das die Geschichte hervorhebt. Hier wurde viel Potenzial verschenkt.

Source: schnuffelchensbuecher.blogspot.de/2016/03/kristi-cook-du-ich-ohne-mich.html
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review 2016-03-23 10:10
Lockwood& Co - Die raunende Maske
Lockwood & Co. - Die Raunende Maske - Katharina Orgaß,Gerald Jung,Jonathan Stroud

Story:

Englands Geister spielen verrückt – genauer gesagt kommt es mitten in Chelsea jeder Nacht zu Dutzenden gefährlichen Erscheinungen, die Leib und Leben bedrohen. Während die Menschen evakuiert wurden, versuchen nahezu alle namenhaften Agenturen mit dem Problem des plötzlichen Geisterschwarms fertig zu werden. Lediglich Lockwood & Co wird nicht eingeschaltet. Stattdessen dürfen sich Lockwood, Charles und Lucy um die alltäglichen Probleme kümmern. Letzterer ist ganz besonders die neue Kollegin Holly ein Dorn im Auge, denn sie bangt um das Vertrauen, das sie sich zu Lockwood aufgebaut hat.


Als sie schließlich doch nach Chelsea gerufen werden, liegen Lucys Nerven blank, denn neben ihren Problemen mit Holly, bringt sie ihre Gabe verstärkt in Schwierigkeiten. Wirklich kompliziert wird es jedoch erst, als George die Ursache des Chelsea-Problems herausgefunden hat und sich das Team zusammen mit ihrem Konkurrenten Kipps zu einem alten Kaufhaus begibt, um der Sache auch den Grund zu gehen.


Eigene Meinung:

Jonathan Strouds Jugendbuchreihe „Lockwood & Co“ geht in die dritte Runde. Einmal mehr entführt der Autor den Leser in „Die raunende Maske“ in ein alternatives London, das nachts von Geistern beherrscht wird und in dem nur Kinder und Jugendliche der neuartigen Bedrohung entgegen treten können. Mit diesem Buch endet die Reihe jedoch noch nicht – im Herbst 2016 soll mit „The Creeping Shadow“ der vierte Band in Englisch erscheinen.

 

Die Geschichte setzt ein paar Wochen nach dem Cliffhanger von „Der wispernde Schädel“ an, in dem endlich mehr über Lockwood verraten wurde. So muss man sich gedulden, bis die Sache rund um seine Schwester wieder zur Sprache kommt und stattdessen den üblichen Einstieg ins Buch über sich ergehen lassen. Denn so spannend die Geisterjagd in der Pension Levendel ist, sie ähnelt doch einfach zu sehr den Anfängen der bisher erschienen Bücher – dasselbe Chaos bei der Geisterjagd, fast dieselben Sprüche unter den Agenten. Dadurch fällt schon der Einstieg in die Geschichte schwerer, da dem Leser vieles bekannt vorkommt. Auch in den Folgekapiteln dümpelt die Handlung ein wenig unmotiviert vor sich hin – Hollys Auftauen, Lucys Eifersüchteleien, Lockwoods Arroganz und Georges Ignoranz sorgen dafür, dass keine Spannung aufkommt. Sicher, in einem Jugendbuch sind auch die Gefühlswelten der Protagonisten wichtig und Lucys Gefühle für Lockwood sind ein zentrales Element, da es sie vermehrt in Bedrängnis bringt, aber es nimmt dem Buch den Schwung. Erst im letzten Drittel, wenn „Lockwood & Co“ endlich in das Chelsea-Problem einbezogen wird, kommt endlich wieder Spannung auf. Ein wenig seltsam ist es zwar, dass ausgerechnet George das Problem löst, woran gefühlt Hunderte Agenten und BEBÜP-Beamte gescheitert sind, aber das kann man in einem Jugendbuch noch verschmerzen. Die Tatsache, dass sich die Teams um Lockwood und Kipps zusammentun, um die Ursache zu erforschen und zu beseitigen, wiegt die anderen Logiklücken wieder auf, wenngleich es dieses Mal mehrere davon gibt. So richtig rund wirkt die Geschichte dieses Mal nicht, dafür wird man mit Andeutungen und Hinweisen auf die wahren Drahtzieher der Ereignisse versorgt, auch wenn das im Buch zu knapp abgehandelt wird.

 

Schade ist auch, dass die Hintergrundgeschichte fast stagniert. Man erfährt minimal mehr zu Lockwood, hat eine vage Ahnung, wer hinter der Sache steckt und welches Komplett im Hintergrund gesponnen wird, doch einmal mehr lässt Jonathan Stroud nur wenig davon nach außen dringen. Die Charaktere sind zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um mehr als ihre eigenen Probleme zu realisieren, so dass sie auch nicht nachforschen. Dadurch geht viel Potenzial verloren, doch in Band 4 scheint ja einiges davon aufgegriffen zu werden.

 

Charakterlich entwickeln sich die Figuren bedingt weiter, nehmen aber verstärkt negative Züge an: Lucy ist ungemein zickig und schnippisch, was jedoch zu ihrem Alter und den damit einhergehenden Problemen passt. Lockwood wirkt noch arroganter und überheblicher als zuvor und George ist der typische, pummelige Sidekick, der mit seinen Recherchen die meiste Arbeit leistet. Der Neuzugang Holly kann den Leser ebenfalls nicht gänzlich überzeugen, da man die ganze Zeit auf ihren Verrat wartet.
Einziger Lichtblick ist der Schädel, mit dem Lucy kommunizieren kann – er ist wie Bartimäus aus den gleichnamigen Büchern: zynisch, giftig und sarkastisch.

 

Stilistisch legt Jonathan Stroud einen soliden, fesselnden Roman vor, der durchaus Spaß macht, wenn man sich erst einmal durch die ersten Kapitel gekämpft hat und tiefer in das alternative London eingetaucht ist. Er hat eine sehr schöne, stimmungsvolle Sprache, die auf Jugendliche ab 14 Jahre abgestimmt ist und durchaus zu unterhalten weiß. Hin und wieder schleichen sich Längen ins Buch, doch man kann sich sowohl die Umgebung, als auch die Figuren sehr gut vorstellen.

Fazit:

Mit „Die raunende Maske“ legt Jonathan Stroud den 3. Teil seiner Jugendbuch-Reihe „Lockwood& Co“ vor, kann jedoch nicht ganz an die ersten beiden Teile seines Erfolgs anknüpfen. Zu lange dauert es, bis man in der Handlung ist, zu viele Logiklücken offenbaren sich dem Leser im Laufe der Zeit und auch die Charaktere werden einem zunehmend unsympathischer. Dennoch macht das Buch Spaß, wenn man erst einmal die erste Hälfte hinter sich hat und der Ursache des Chelsea-Problems auf den Grund geht. Fans der Reihe sollten sich auch den solide geschriebenen 3. Band nicht entgehen lassen, allerdings bleibt zu hoffen, dass Band 4 nicht nur spannender wird, sondern endlich auch offene Fragen beantwortet und Geheimnisse gelüftet werden, die bisher nur sehr zögerlich aufgedeckt werden.

 

Source: www.splashbooks.de
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review 2015-08-17 16:59
Großbritannien hat ein Problem
Die Seufzende Wendeltreppe - Katharina Orgaß,Gerald Jung,Jonathan Stroud

 

 

 

Der Anfang
Zu den ersten Fällen , an denen ich bei Lockwood & Co. mitgearbeitet habe, möchte ich hier nicht viel sagen. Einerseits, weil die Opfer anonym bleiben sollen, andererseits, weil die Einzelheiten all zu grausig sind, aber vor allem, weil wir es tatsächlich fertig gebracht haben, diese Aufträge allesamt gründlich zu vermasseln. 

 

 

 

 

 

Eines der Bücher, die ich mir irgendwann einmal vorgemerkt hatte, dann vergessen habe und nun nun endlich aufgeschlagen. Ich hatte auch vergessen warum ich mir das Buch vorgemerkt hatte, aber ich dachte mir: Pudel, du wirst einen Grund gehabt haben. Ja, hatte ich.

Angefangen also mit keine Ahnung von nichts. Weder vom Inhalt, noch vom Thema. Das liebe ich; es ist ein bisschen wie einen Film in der Sneak Preview schauen. Mit Jonathan Stroud macht das Spaß. Bei Lockwood & Company schafft er es herrlich leicht seinen Hintergrund zu etablieren. 

Es gibt keine ellenlangen Erklärungen, bei denen ich das Gefühl  habe dem Autor geht es nur darum damit anzugeben wie viel er recherchiert oder wie viel er sich ausgedacht hat. Ich werde nicht mit Informationen zugeworfen und beladen bis Oberkante Unterlippe sondern in die Welt des Buches geworfen als wäre diese Welt eine Selbstverständlichkeit. Ich erfahre genug, um zu wissen wie diese Welt tickt und bekomme genug Anker, um alleine darin zu schwimmen. Das finde ich wichtig als Leser, das ich ernst genommen werde. Gerade bei Jugendbücher. Man muss nicht alles haarklein erklärt bekommen, es reicht, wenn der Autor die Hand ausstreckt, einen in die Geschichte zieht und dann kann man alleine laufen. 

Großbritannien hat ein Problem. Das Problem. Und das Problem sind Geister. Geister aller Art und Größe, die irgendwann einfach anfingen aufzutauchen und nun den Lebenden das Leben schwer machen. Wahrgenommen werden können diese Geister nur von einigen Kindern und Jugendlichen, weswegen diese auf unterschiedliche Art in der Gesiterbekämpfung tätig sind. Es ist eine Welt, in der Geister völlig real sind und das ganze Leben sich danach richtet denen möglichst gründlich aus dem Weg zu gehen oder sie zu jagen. Es ist eine Welt, in der kleine Kinder nachts zur Arbeit geschickt werden, eine Arbeit, die obendrein lebensgefährlich ist und für die Erwachsenen ist dies völlig normal. Es ist eine Welt, in der Kinder und Jugendliche in gesellschaftlich hoch angesehen Agenturen arbeiten, um Geister zu jagen und sie unschädlich zu machen. 

Es geht um die kleinste Agentur in London, Lockwood & Company. Gegründet und geleitet von Anthony Lockwood. Weitere Mitarbeiter : George Cubbins, Recherche, und Lucy Carlyle, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird.

Ich liebe Lucy. Zu Beginn war mir nicht einmal klar, das die Ich-Erzählerin ein Mädchen ist. Und das sagt viel aus. Normalweise betrachten sich weibliche Protas innerhalb der ersten zwei Seiten im Spiegel, damit der Leser ja ja mitbekommt wie hübsch sie ist. Oder wie angeblich nicht hübsch, damit der Protagonistin dann jeder andere Hauptcharakter und jede Nebenfigur erzählen kann wie hübsch sie ist. Außerdem werde ich Leser gern mit Fakten zugeballert über Namen, Freundinnen, Klamotten und Jungs. Ganz wichtig, JUNGS! 

Nicht so bei Lucy. Ihren Namen erfährt man erst recht spät, über Jungs redet sie gar nicht, über Klamotten auch nicht. Sie ist eine Geisterjägerin und zufällig ein Mädchen. Basta. So muss es sein. Kein Glitzer/Klamotten/Jungs - Klischee sondern ein ganz normales Mädchen von nebenan die nicht nur die Interessen hat, die ein "typisches Mädchen" laut Werbespezialisten haben muss/soll.  Und sie ist auch nicht speziell. Besser gesagt: SPESCHÖÖÖL!!!einself!!!  Ihr wisst, was ich meine. ;) Gut, sie hat eine etwas ausgeprägtere Gabe als andere, doch das ist für eine Protagonistin angemessen, und es wird nicht hundertfufzigtausendmal erwähnt wie  b-e-s-o-n-d-e-r-s sie ist. 

Lockwood an sich ist ein bisschen, aber nur ein bisschen Klischee. Groß, schlank, tolle Haare, lässig und geheimnisvoll, aber mit einem Hang zur Übermotivation und manchmal ein wenig zu optimistisch, was ihn einen schönen Handlungsantreiber macht. George hat keine Modelfigur und Schlabberklamotten an und ist einfach bequem, aber effektiv. Überhaupt sind die Figuren hier erfrischend normal. Sie gehen auch mal aufs Klo, sie stapeln dreckiges Geschirr und sie laufen daheim in Klamotten durch die Gegend, die nicht durchgestylt sind und sie sehen nach dreckigen Einsätzen auch aus wie gesengte Säue und ihre Verletzungen heilen nicht auf wundersame Weise innerhalb von zwei Sätzen. 

Alle sind Handlungsträger, alle haben Stärken und Schwäche die mal gut, mal weniger gut sind und den Plot vorantreiben. Die Konstellation erinnert mich ein bisschen an Sherlock Holmes, wenn man Lockwood als eine Art Sherlock betrachtet und Watson in Lucy und George teilt. Eine Art Lestrade gibt es auch. Nur ohne die absolute Überlegenheit von Lockwood/Sherlock. Er ist clever, aber er versaut auch viel. ^^

Es gibt mehrere Handlungsstränge, die miteinander verwoben sind und sich in gutem Tempo zusammenfügen und entfalten. Es gibt ruhige Passagen, aber auch viel Aktion und eine kontinuierliche Spannungskurve mit auf- und abschwellendem Crescendo und eine doppelte Klimax, die Sinn macht und nicht künstlich das Ende zieht. 

Alles in allem eine richtig positive Überraschung für mich und unterm Strich ein super unterhaltsames Leseerlebnis.  Ich hoffe, dass diese Serie genau so weiter geht und vor allem lange weiter geht. 

 

 

Der letzte Satz
Mit einem Karton voller zerdrückter Donuts trat ich aus der Kälte und Dunkelheit in die warme, hell erleuchtete Küche. 

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