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review 2018-03-18 14:12
Inside Israel - Alltag in einem zerrissenen Land
Fast ganz normal: Unser Leben in Israel - Ben Segenreich,Daniela Segenreich-Horsky

Die ORF-Israel-Korrespondenten Ben und Daniela Segenreich geben einen Einblick in das fast ganz normale Land Israel, in dem das Leben sich aber eben nur fast normal abspielt. Bereits im Vorwort wird dem Leser versprochen, dass vor allem der Alltag in diesem ständig im Krieg befindlichen Landstrich voller politischer Wirren näher beleuchtet wird, und das fand ich sehr innovativ, denn eine Innensicht auf das tägliche Leben im modernen Israel habe ich noch nie gelesen und finde ich sehr spannend.

 

Natürlich kenne und liebe ich die Romane von Amoz Oz vor allem die mit den ausufernden historischen Geschichten und Bezügen, habe auch einige Shoa-Romane unterschiedlicher Autoren und einige politische Analysen gelesen, aber moderne, alltägliche Geschichten über das ganz normale Leben in diesem Land wollte ich schon immer kennenlernen. Im Vorwort wurde zudem versprochen, Politik nur so nebenbei zu erwähnen, sofern sie notwendig für die Geschichten sei.

 

Bezüglich der näheren Beleuchtung des Alltages wurden meine Erwartungen exzellent erfüllt. Ganz wundervoll beschreibt vor allem Daniela Segenreich, wie es ist, mit kleinen Kindern ständig die Gasmasken bereitzuhalten, wie man sich kaum zu längeren Autofahrten motivieren kann, denn „die Vorstellung“ auf der Straße schutzlos einem Giftgasangriff ausgesetzt zu sein, lässt jeden Busfahrer und Verkehrsteilnehmer immer fast hypnotisch das Autoradio in Hörweite behalten. Auch die Erinnerungskultur der Nazizeit in der Schule wird sehr ausgewogen analysiert. Da fast alle 17-jährigen mit ihren Schulklassen eine Exkursion nach Ausschwitz unternehmen, wird hier diskutiert, ob es nicht eigentlich kontraproduktiv ist, seine eigenen Kinder derartig zu traumatisieren, man muss ja berücksichtigen, dass diese Kinder – zumindest ihre Großeltern – direkt als Opfer betroffen waren. Am großartigsten war das Kapitel der Armee, wie es für eine Mutter ist, ihre beiden Töchter mit 18 Jahren zur Armee und mitten in einen Krieg zu schicken. Aber sogar die Vorteile, nämlich dass die jungen Erwachsenen sehr schnell Selbständigkeit lernen, werden ausführlich erörtert. Auch Ben Segenreich analysiert die deutschen Wörter, die in die Slang-Sprache des modernen Hebräischen Eingang gehalten haben, die Innovationskultur der Israelis und die Küche des kleinen Landes mit all ihren Besonderheiten und Improvisationsnotwendigkeiten.

 

Und dann zwischendurch verliert das Buch plötzlich komplett seine Mitte, seinen Schwerpunkt, da Ben Segenreich doch wieder Politik in den Alltag hineinbringt. Da ist das für mich völlig unnötige politische Analyse-Kapitel der Beziehung von Österreich – respektive Bruno Kreisky – und Israel, das in mehrfacher Hinsicht nicht in dieses Werk passt. Erstens weil es nichts zum Alltag beiträgt, zweitens als politische Analyse ist es weder Fisch noch Fleisch, da es den gesamten Kontext anderer Länder bzw. der Politik nicht berücksichtigt und als ordentliche politische Analyse einfach viel zu kurz greift. Drittens gibt es umfassendere und bessere politische Analysen zu diesem Thema, das ist nichts Neues. Viertens interessieren sich wenig Leser auf dem deutschen Buchmarkt für Kreisky, einige werden ihn wahrscheinlich gar nicht mehr kennen, über das alltägliche Leben in Israel möchten aber wahrscheinlich sehr viele etwas wissen, und last but not least widerspricht es einfach dem Ziel und dem Versprechen des Sachbuchs an den Leser, die Politik weitestgehend außen vor zu lassen, was ich einfach für den gravierendsten Fehler halte.

 

Die fehlenden Seiten nach der Streichung wüsste ich durchaus aufzufüllen, denn ein paar Fragen, die ich mir schon immer gestellt habe, könnten auch noch geklärt werden: Wie ist das in den unterschiedlichen Kibbuz(en) heute wirklich? (Wie ist eigentlich die Mehrzahl von Kibbuz?) Ich habe da ganz außergewöhnliche Geschichten von gelebtem Sozialismus und sexueller Freizügigkeit vernommen. Sind diese Geschichtln, Anekdoten und Mythen der Zeit der 70er-Jahre geschuldet, in denen sie entstanden sind, oder gibt es die heute vereinzelt noch wirklich irgendwo? Funktioniert dieses Lebensmodell und wenn ja, wie? Oder wie lebt sich der Alltag als radikaler Siedler mitten im Feindesland, aber beleuchtet fernab von politischer Propaganda, die Entbehrungen, die Einsamkeit, …? Das wären noch Alltagsgeschichten gewesen, die mich sehr interessiert hätten. Den ganz normalen Alltag eines „Palästinensers“, der für die Arbeit zwischen den Grenzen pendelt, hätte ich dann auch noch gerne gelesen.

 

Fazit: Viel mehr Politik raus aus diesem Sachbuch und mehr Alltag rein. Ansonsten hat es mir gut gefallen.

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text 2018-01-31 12:00
January 2018 Reading Wrap Up
Dark Tide: The Great Molasses Flood of 1919 - Stephen Puleo
Hamilton's Battalion: A Trio of Romances - Alyssa Cole,Rose Lerner,Courtney Milan
Ms. Marvel Volume 1: No Normal - G. Willow Wilson,Adrian Alphona
The Lotus Palace - Jeannie Lin
The Jade Temptress - Jeannie Lin

Pretty average month, mostly in the 2.5-3 stars range; however it was productive, thanks to COYER, BoB Cycle 21, and 24 in 48 challenges. The books attached to this post are my highlights for the month.

 

Challenges

BL/GR: 13/52 (25% completed)

COYER Winter Switch

              The Strict: 6 read this month; 10 books read overall for this phase

               The List: 6/30 (5% complete); 2 DNF

Participated in Bout of Books Cycle 21

Participated in 24in48 Read-a-thon

 

Read:

1. Beyond Belief: My Secret Life Inside Scientology and My Harrowing Escape by Jenna Miscavige Hill - 3 stars

 

2. Full Body Burden: Growing Up in the Nuclear Shadow of Rocky Flatts by Kristen Iverson - 3 stars

 

3. The Good Girls Revolt: How the Women of Newsweek Sued Their Bosses and Changed the Workplace by Lynn Povich - 3 stars

 

4. Dark Tide: The Great Molasses Flood of 1919 by Stephen Puleo - 4 stars

 

5. The Little Book of Hygge by Meik Wiking - 2 stars

 

6. Triangle: The Fire that Changed America by David von Drehle - 2.5 stars

 

7. A Right Honorable Gentleman by Courtney Milan - 1 star

 

8. Ms. Marvel, Volume 1: No Normal by G. Willow Wilson - 4 stars

 

9. Love is Love by Various Authors - 3.5 stars

 

10. Hamilton's Battalion: A Trio of Romances by Rose Lerner, Courtney Milan, and Alyssa Cole - 4.5 stars

 

11. The Lotus Palace (Pingkang Li Mystery #1) by Jeannie Lin - 4 stars

 

12. The Jade Temptress (Pingkang Li Mystery #2) by Jeannie Lin - 4 stars

 

13. Agnes Moore's Wild Knight by Alyssa Cole - 2.5 stars

 

DNF:

Something True by Karelia Stetz-Waters at 18% because I only liked one MC and the side characters were extremely annoying or stereotyped.

 

Currently Reading:

Gambled Away by Various Authors

The Bollywood Affair by Sonali Dev

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review 2018-01-13 22:02
Ms. Marvel, Volume 1: No Normal by G. Willow Wilson et al
Ms. Marvel Volume 1: No Normal - G. Willow Wilson,Adrian Alphona

This was a fun read. I like that this book takes us through Kamala's processing her new powers and trying on different costumes - I liked that this wasn't simple for her. I liked Bruno, I just wished he and Kamala had a friendship that didn't include Bruno being secretly in love with her. Nakia was great balance to Kamala, showing how different Muslim physically express their religion. Zoe the concern troll was pitch perfect - I like how everyone saw through her bullshit. I loved Kamala's dad.

 

I will continue with this series, but I am also going to suggest this series to my library, because I think many teens would like reading about Kamala, her friends and family, and her superhero adventures.

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text 2018-01-12 12:11
Friday Reads - January 12, 2018
Triangle: The Fire That Changed America - David von Drehle
Ms. Marvel Volume 1: No Normal - G. Willow Wilson,Adrian Alphona
A Right Honorable Gentleman - Courtney Milan
Love is Love - Phil Jimenez,Various
Hamilton's Battalion: A Trio of Romances - Alyssa Cole,Rose Lerner,Courtney Milan

I have 40% left in Triangle, so that is the first one to read. There may be less left due to the index, sources, etc. taking up a big part of the page count.

 

Starting tomorrow, I will be reading off my COYER Winter Switch reading list, kicking off with volume one of Ms. Marvel and A Right Honorable Gentleman by Courtney Milan (previously published in RWA's anthology Premiere).

 

I will also begin reading Love is Love edited by Phil Jimenez, a graphic novel anthology that was created to raise money for Pulse Nightclub victims and survivors.

 

To round out the end of BoB cycle 21, I might get to Hamilton's Battalion anthology.

 

Happy first 3 day weekend of 2018!

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review 2017-12-27 20:10
Fascinating!
Everything is Normal: The Life and Times of a Soviet Kid - Sergey Grechishkin

An amazing story of growing up in the Soviet Union during the 1970-80's. The author very capably describes what it was like to be a child and teenager during this time.
I was surprised to read that his childhood was much like mine (in the U.S.) in some ways. School, friends, crazy hijinks. But different in so many other ways. Shortages of food and other goods, standing in lines, and limited news to mention a few. He describes how the country dealt with the death of Brezhnev, and on through the next several short lived rulers, to the freshness of Gorbachev.
For example, a few lines stood out to me.....
"She got me an awesome present: a piece of chewing gum. Had I been given such a thing several years later, I would have squirreled it away to share with my friends on some meaningful occasion".
"Many foodstuffs Westerners take for granted didn't exist in the Soviet universe even as a concept. There was no such thing as breakfast cereal, peanut butter, or ready-made-and-eat meals of any kind. We had never heard of yogurt, burgers, french fries, marshmallows, tea bags, popcorn, cookies with fillings, or a hundred other delicious items".
I was surprised at the rigors of their schooling. "In fifth grade, we began to study organic and inorganic chemistry, astromony, physics and ever more advanced math. These were mutli-year courses, and none of them were optional".
There was also "basic military training", taught in grade school. It was taught in the classroom, and "taught us simple and useful life skills, such as how to assemble and disassemble a Kalashnikov, an AK-47 assault rifle, in less than thirty seconds".
As far as basic rights, the author described it well when he stated, "In the Soviet Union, there is freedom of speech. But it's not written anywhere that one should be free after his speech".
I found this book to be fascinating, enlightening, and easy to read. I really hope that it is a big success, so others can learn about what it was like growing up in the Soviet Union.

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