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review 2017-09-23 16:25
Bedrückende Geheimnisse
Die Geheimnisse der Welt: Roman (Taschenbücher) - Lisa O'Donnell,Stefanie Jacobs

Michael ist elf als seine Welt aus Fußball und Freunden durch ein Erwachsenengeheimnis aus den Fugen gerät. Ein Geheimnis, das der Grund für die Verletzungen seiner Mutter ist.

Lisa O’Donnell geht in diesem Roman den Geheimnissen der Welt auf den Grund. Sie thematisiert Familienbande, den Zusammenhalt, und wie rasch diese ins Wanken geraten können.

Zuerst lernt man als Leser den 11jährigen Michael kennen und der ist richtig süß. Er ist ein normaler Junge, der gern Fußball spielt, mit seinen Freunden für einen Talent-Wettbewerb probt und den wässrigen Eintopf seiner Großmutter runterwürgt. Er mag Schokolade und ‚Dirty Alice‘ hat es ihm auch angetan, obwohl er das garantiert abstreiten wird.

Weitere Figuren sind Michaels Eltern und Großmutter, die eine kleine, feine Familie bilden. Zwar rauchen alle wie ein Schlot und schauen sich fluchend die Politik von Margaret Thatcher im Fernsehen an, dennoch haben sie es ganz gut im Leben und können Michael ein gutes Zuhause geben.

Diese unbeschwerte Kindertage sind vorbei als seiner Mutter etwas Schreckliches geschieht, worüber sie nicht reden will. Michael kommt nach und nach den Geheimnissen des Lebens auf die Spur und merkt, dass die Erwachsenenwelt manchmal sehr beschwerlich ist. 

Es wird von Michael aus der Ich-Perspektive erzählt, wodurch einnehmende Authentizität geschaffen wird. Lisa O’Donnell hat ein eigenes Talent ihren Charakteren Leben zu geben. Sie fühlt sich einzigartig in die Gedankenwelt von Kindern ein und schafft es, die Welt aus ihren Augen zu sehen. Dabei lässt sie Graustufen zu und räumt ein, wie verwirrend die Erwachsenenwelt auf einen kleinen Menschen wirkt.

Viele Äußerungen und Ereignisse kann Michael nicht einordnen und natürlich kann er mit 11 Jahren keine Prioritäten setzen. Er schätzt etliche Situationen nicht richtig ein und weiß eben nicht, ob etwas auf ihn nur bedrohlich wirkt oder tatsächlich bedrohlich ist. Auf der anderen Seite tut er sich schwer, die Erwachsenen und ihr Verhalten zu verstehen. Warum lacht seine Granny Mas Freundinnen ins Gesicht und spricht hinterher so schlecht über sie?

Die Handlung an sich ist sehr gut erzählt und unvorhersehbar aufgebaut. Mit vielen Vermutungen lag ich genau wie Michael falsch und manches Mal konnten wir beide die Welt nicht verstehen. Nur zum Ende hin ist der Spannungsbogen zwischenzeitlich mal abgeflaut, was sich aber im Showdown wieder gefangen hat.

Ich habe sehr gern Michaels Familie kennengelernt, bin mit ihm und seinen Freunden spielen gegangen, habe verwundert den Erwachsenen zugesehen oder mich mit ihm kurzerhand in sein Zimmer verzogen.

Meiner Meinung nach ist es ein Buch, das für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen geschrieben ist, mit ernsten Themen besticht und Offenheit gegenüber Kindern vertritt. 

Source: zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at
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review 2016-09-25 12:48
Ein toller Zeitvertreib für Zwischendurch mit ein paar kleinen Schwächen
Nachtvogel oder Die Geheimnisse von Sidwell - Alice Hoffman,Sibylle Schmidt

Inhalt:

 

Unsichtbar für alle zu sein ist für Twig etwas Leichtes, denn seit sie denken kann wurde sie so erzogen um schwierigen Fragen und Erklärungen aus dem Weg zu gehen. Warum ist einfach, denn seit etwa zweihundert Jahren ist ihre Familie mit einem düsteren Fluch belegt welcher die männlichen Nachkommen mit einem schwarzen Federnkleid zur Welt kommen lässt.

 

Doch seit einiger Zeit schwelgt Sidwell in einem Gefühl aus Angst und Hass, den ein geflügeltes Ungeheuer wurde gesichtet und für unzählige Straftaten als Täter ausgemacht. Doch wie soll Twig diese Missverständnisse aufdecken um ihren Bruder und das Familiengeheimnis zu schützen ohne selbst alles offenzulegen?

Ein schweres Unterfangen aus dem es kein Entkommen scheint und dennoch eine der stärksten Freundschaften erblühen lässt!

 

Meine Meinung:

 

Das Hörbuch hat mich mit seiner einfühlsamen und sehr lieblichen Erzählweise total in seinen Bann gezogen. Nur zögerlich und bruchstückchenhaft kommt man hinter das Geheimnis von Twig und ihrer Familie, die seit zweihundert Jahren von einem dunklen Fluch belegt wurden.

 

Allmählich stellen sich einige Geschehnisse ein, die nach Klärungsbedarf eifern und allein die kleine Twig kennt die wahren Gründe hinter diesen, jedoch ist sie mit Verschwiegenheit erzogen worden und kommt so in einen persönlichen Konflikt.

Einfacher wird die Sache nicht, als das einst leerstehende und marode Haus in der Nachbarschaft auf Vordermann gebracht wird und eine doch sehr sympathische Familie dort einzieht.

 

Twig ist wundervoll beschrieben und ihre ganze Situation sehr greifbar geschildert. Man kann sich sehr leicht in sie hineinempfinden und versucht zweifelhaft an ihrer Seite nach einer Lösung zu suchen, die alle Beteiligten zufrieden stellen sollte. Es ist jedoch leichter gesagt als getan, besonders erschwert wird die Sache durch ihren Bruder, der die Luft der Freiheit und der Liebe geschnuppert hat und allmählich flügge zu werden scheint.

 

Die Handlung ist sehr leichtfüßig, dennoch hat es durch seinen mit Metaphern gespickten Verlauf einen hohen sprachlichen und schwer verständlichen Beigeschmack, der jedoch das Hörbuch so auch für die „ältere“ Generation absolut hörbar gestaltet.

 

Mit Gabriele Pietermann hat das Hörbuch eine sehr bekannte und hochrangige Sprecherin gewonnen. Ist sie bekannt als Stimme von Hermine Granger aus den Harry Potter – Verfilmungen. Man merkt ihr die Leidenschaft mit der sie ihren Beruf ausübt an und dies macht sich auch bei diesem Hörbuch bemerkbar und das Ganze so sehr hörenswert.

 

Obwohl ich eher ein Befürworter von herausgezögerten Handlungen bin, so muss ich hier sagen, dass es zwar immer ein paar Häppchen gab, die zur Lösung des Problems beitragen, aber an manchen Stellen sich somit eine langatmige Phase einschlich, die dazu führte, dass ich manchmal mit den Gedanken abzuschweifen drohte.

 

Fazit:

 

Ein fantastisches Abenteuer um einen uralten Familienfluch der sich langsam an Tageslicht zu schleichen droht und ein langgehütetes Geheimnis zu enttarnen. Aber auch das Thema Freundschaft und Zusammenhalt nimmt einen hohen Stellenwert ein und somit wurde das Hörbuch ein toller Zeitvertreib für Zwischendurch mit ein paar kleinen Schwächen.

Source: verlage.westermanngruppe.de/audiomedia/artikel/978-3-95639-129-3/Nachtvogel-oder-Die-Geheimnisse-von-Sidwell-4-Audio-CDs
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review 2016-09-05 21:06
etwas zu wirr
Unser Kunterboot - Sommer der Geheimnisse (Die Kunterboot-Reihe, Band 1) - Stephanie Schneider,Nina Dulleck
Jonna lebt zusammen mit ihren Eltern und Geschwistern auf einem Hausboot. Aber auch ihre besten Freundinnen leben in den Nachbarbooten und so haben alle ganz viel Spaß, weil sie alle stolz darauf sind, nicht in normalen Häusern zu leben. Auch Karl und sein Vater leben auf der "Lorella", die jedoch ziemlich baufällig ist. Und so bleibt den beiden nur eins, die "Lorella" zu verschrotten und in eine normale Wohnung zu ziehen. Doch Jonna und ihre Freundinnen wollen dies nicht akzeptieren und suchen nach einem Weg, dass Karl und sein Vater doch noch weiter auf dem Fluss in ihrem Hausboot leben können.
 
Der Klappentext des Buches hat sich für mich recht witzig angehört. Eine Schar von Kindern, die mit ihren Eltern auf Hausbooten wohnen und jede Menge Spaß dabei haben. Schließlich ist es ja ungewöhnlich, dass man auf dem Wasser wohnt, statt in einer Wohnung auf dem Land.
 
Der Anfang hat dann auch noch recht witzig angefangen. Und ich versprach mir, dass es auch genauso weitergeht. Doch dann ließ die Geschichte recht schnell nach. Es wird zwar weiterhin versucht, dass die Verschrottung des alten Hausbootes verhindert wird, aber doch schien dies etwas in den Hintergrund zu rücken. Auch dass sich die Kinder plötzlich eines Aberglaubens bedienen und Elfen mit ins Spiel kommen, hat mich dann auch verwirrt.

 



Irgendwie passte dies nicht so recht zu den doch bodenständigen Kids. Außerdem schien es, dass den Erwachsenen die Situation nicht so wichtig war und sie sich eher um andere Dinge kümmern wollten. 
 
Auch fand ich den Schreibstil der Autorin etwas wirr. Mir kam es vor, als hätte sie verzweifelt versucht so viele Abenteuer wie möglich in der Geschichte unterzubringen. Und so ergibt sich eine doch recht zusammenhanglose Story, die sich erst am Ende sammeln kann und so zu einem Abschluss kommt.
 
Einzig die Illustrationen haben die Geschichte retten können. Mit niedlichen Zeichnungen wird die Geschichte neben dem gedruckten Wort erzählt. So wird das Buch ordentlich aufgewertet. Nina Dulleck hat hier ganze Arbeit geleistet. 
 
Süß fand ich die Ideen der ganzen Kinder. Die Kreativität ist grenzenlos und zeigt, dass die Kids einfach Spaß haben und sich in ihrer Hausbootsiedlung auch pudelwohl fühlen. Und dass sie sich für Freunde so einsetzen, zeugt von einem tiefen Gefühl der Freundschaft untereinander.
Dies fand ich persönlich sehr gut ausgearbeitet.
 
Fazit:
Ein mit süßen Zeichnungen versehenes Kinderbuch, das mich persönlich nicht so überzeugen konnte. 
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review SPOILER ALERT! 2016-07-31 16:16
Nun ist die Reihe zuende :(
Die Rache des Wyrm (Die Spiderwick Geheimnisse #8) - Holly Black,Anne Brauner,Tony DiTerlizzi

 

 Nicolas Vargas hatte seinem Vater eine ganze Palette schreckliche Strafen erwartet, nachdem er mit Jules und Laurie die ganze Nacht fortgeblieben ist.
   Titel: Die Spiderwicks Teil 8
Autor: Holly Black
Seiten: 208
Buchart : TB
Verlag: -
Bestellcode:  978-3-570-22341-3
 
Erhältlich :  09 / 2012
 
Kosten : € 5,99
Alter: -
Buchrichtung: Kinder und Jugendbuch
Vorgängerbände: 
  • 1. Die Spiderwick Geheimnisse - Eine unglaubliche Entdeckung
  • 2. Die Spiderwick Geheimnisse - Gefährliche Suche
  • 3. Die Spiderwick Geheimnisse - Im Bann der Elfen
  • 4. Die Spiderwick Geheimnisse - Der eiserne Baum
  • 5. Die Spiderwick Geheimnisse - Die Rache der Kobolde
  • 6. Die Spiderwick Geheimnisse - Das Lied der Nixe
  • 7. Die Spiderwick Geheimnisse - Die Rückkehr der Riesen
Folgebände: -
 
  • Verfilmung: ja
 Eigentlich dachten Nick und Laurie, sie hätten das Richtige getan, als sie die wiedererwachten Riesen hinaus ins Meer lockten. Doch nun stellt sich heraus: Das war ein fataler Fehler! Die Riesen waren dazu bestimmt, ein noch weitaus gefährlicheres Wesen abzuwehren – den schrecklichen WYRM! Nun aber ruhen die Giganten unten auf dem Meeresgrund, die Meerjungfrauen weigern sich, sie wieder herauszugeben, und nichts kann den Angriff des Wyrm-Königs mehr verhindern. Nichts, außer … Psst! Das wird noch nicht verraten!
 Nun ist es soweit die Reihe ist zu ende :(
In dem letzten Teil müssen die Kinder die Riesen aus dem Meer wieder zurück holen, auf der ganzen Welt entstehen tiefe Erdlöcher und dort drinne sind Wyrm die die Erde zerstören wollen. Aber das nicht das schlimme, die Eltern von Nicolas und Laurie wollen sich trennen, den sie geben sich für alles die Schuld was passiert ist, das Problem was die Kinder haben sie können den Eltern ja nichts erzählen.
So geht es wieder los und die Kinder treten ihre letzte Rettung an um die Erde zu erhalten und riskieren dafür sogar ihr leben.
 
Schade das es nun vorbei ist , ich liebe die Bücher, sie sind Optimal zum vorlesen , da dort auch viele Bilder mit vorhanden sind die immer Einblicke der Rettung zeigen.
 
Pluspunkte:
- Es ist wieder toll beschrieben, gerade die Geschichte das Nicolas und Laurie wieder zueinander finden.
- Die Informationen was das für Wesen sind werden hinten im Buch erklärt.
 
Minuspunkte:
- Es ist vorbei, das finde ich sehr schade
 
Cover:
-Das Cover zeigt Nicolas mit dem Riesigen Wyrm
Holly Black lebt mit ihrer Familie und vielen Tieren in New Jersey. Seit sie 2002 den Roman »Elfentochter« veröffentlichte, der von der American Library Association als »Best Book for Young Adults« ausgezeichnet wurde, lebt sie als freischaffende Autorin. Zusammen mit dem Illustrator Tony DiTerlizzi ersann und schrieb sie die Bestseller-Kinderbuchreihe »Die Spiderwick-Geheimnisse«. Holly Black schlägt die internationale Presse und ein riesiges Fanpublikum mit jedem ihrer Romanen und einem neuen Zauberkosmos in ihren Bann.
 

 

Tony DiTerlizzi lebt als freier Autor, Illustrator und Filmemacher in Massachusetts. Berühmt wurde er durch seine mit Holly Black geschriebene weltweite Bestsellerserie "Die Spiderwick Geheimnisse".
 
 

 

 

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review 2016-04-28 10:19
Ein stilistisches Meisterwerk
Rooms - Lauren Oliver

Als ich 2014 las, dass Lauren Oliver einen Roman für Erwachsene veröffentlichen würde, stellte sich mir gar nicht erst die Frage, ob ich mir diesen zulegen würde. Selbstverständlich wollte ich „Rooms“ lesen. Oliver beschränkte sich bisher sehr erfolgreich auf das Young Adult – Genre. Ihren Einzug in die erwachsene Domäne wollte ich unter keinen Umständen verpassen. Ich war neugierig, wollte an ihr Talent glauben, bewahrte mir jedoch eine gesunde Skepsis. Ein Wechsel der Zielgruppe ist schließlich eine Herausforderung; außerdem sollte „Rooms“ darüber hinaus das erste Mal paranormale Elemente enthalten.

 

Coral River ist ein Geisterhaus. Erbaut aus Holz und Stein sind es in Wahrheit Erinnerungen, die es zusammenhalten. Erinnerungen an Richard Walker, der dort seine letzten Tage verbrachte, bevor er den Tod fand. Erinnerungen an Leben, die voller Kummer und Geheimnisse waren und ihre Schatten bis in die Gegenwart werfen. Coral River war nie ein Haus der Freude und als Richards entfremdete Familie – seine Exfrau Caroline und seine Kinder Minna und Trenton – nach Jahren der Trennung zurückkehrt, müssen sie sich dem Schmerz stellen, der in die Räume eingesickert ist. Doch die Walkers sind nicht allein. Alice und Sandra sind an Coral River gefesselt, sehnen sich danach, es zu verlassen. Sie leben in den Wänden und sprechen durch die Geräusche des Hauses. Denn Alice und Sandra sind Geister, dazu verdammt, niemals gehört, niemals gesehen zu werden. Und doch sind sie ein Teil der Geschichte dieser Familie; über Jahrzehnte hinweg verbunden durch Tragödien, die sich in Coral River stets zu wiederholen scheinen.

 

„Rooms“ ist eine Geistergeschichte. Das ist nicht zu leugnen, es wäre allerdings ignorant und töricht, dieses wundervolle Buch auf diesen einen Aspekt zu reduzieren. Meiner Ansicht nach ist es eine Geschichte des Ungesagten, des Verborgenen und möchte man es genau nehmen, enthält „Rooms“ nicht nur eine Geschichte, sondern viele. Jede einzelne ist für sich bereits unsagbar traurig, doch an ihren Berührungspunkten steigert sich die Tragik ins Herzzerreißende. Coral River ist ein Haus des Kummers, ein Haus, in dem Generationen der Tragödie ihren unverkennbaren Abdruck hinterließen. Es ist kein Ort, an dem man sich wohlfühlen kann, alles dort wirkt bedrückend und schmerzgetränkt. Es ist aber auch eine hervorragende Metapher, an der Lauren Oliver eindrucksvoll schildert, dass eine Familie im gleichen Haus wohnen kann, ohne jemals wirklich zusammenzuleben. Räume, die isolieren, statt einzuladen. Oliver übertrug die Struktur des Hauses auf die Struktur ihres Buches. Statt in Abschnitte ist es in Räume unterteilt, in denen man je Kapitel eine der Figuren begleitet. Die dadurch entstehende Atmosphäre erinnerte mich an ein Krimidinner, das dem Publikum erlaubt, den Akteuren überallhin zu folgen. Ich fand diese Herangehensweise spannend und originell, weil die Geschichte auf diese Weise eine einzigartige, bewegliche Dynamik entwickelt. Ich hatte wirklich das Gefühl, unbemerkt von den Charakteren durch die Zimmer zu wandeln und sie beobachten zu können; ein kleines, offenes Fenster in ihre Leben. Es ist sicher kein Zufall, dass ich folglich eine Position einnahm, die die Rolle der beiden Geister Alice und Sandra spiegelte. Sie sind ebenfalls Beobachterinnen, zur Untätigkeit verurteilt, während sich die einzelnen Dramen der Walkers vor ihnen entfalten. Oliver gesteht ihnen eine Sonderstellung zu, hebt sie stilistisch ab, indem sie die Kapitel der beiden verstorbenen Frauen aus der Ich-Perspektive schrieb, für die Kapitel der Walkers jedoch die personale Erzählweise wählte. Meiner Meinung nach fiel diese Entscheidung, um die Bindung der Leser_innen bewusst zu steuern. Ich sollte mich Alice und Sandra näher fühlen als Caroline, Minna und Trenton. Ich sollte mich in ihre Lage versetzen; verstehen, wie sie die Familie, mit der sie ein Haus teilen, sehen und von dem Blickwinkel von außen profitieren, um die Beziehungen der einzelnen Mitglieder zueinander zu begreifen. Für mich funktionierte diese spezielle Strategie tadellos. Ich erreichte eine Verständnisebene, die mir bei größerer Nähe verwehrt geblieben wäre. Ich konnte deutlich sehen, dass alle Fäden in der Familie den gleichen Knotenpunkt besitzen: Richard Walker. Der Patriarch trug großen Anteil daran, dass die Walkers auseinanderdrifteten, doch er ist auch der gemeinsame Nenner, der sie wieder zusammenbringt. Seine Enttäuschungen und Verletzungen verbinden sie. Ihr Schmerz verbindet sie und lässt sie Wahrheiten offenbaren, die sie jahrzehntelang in sich begruben und sogar vor sich selbst versteckten. Trotz seines Todes ist er eine feste Präsenz in der Geschichte und macht seiner Familie ein letztes, unbezahlbares Geschenk: er schenkt ihnen Hoffnung und den zarten Willen, die Gräben zwischen ihnen zu überwinden.

 

Lauren Oliver hat den Wechsel ihrer Zielgruppe spielend bewältigt. Sie kann definitiv für Erwachsene schreiben. „Rooms“ ist meiner Empfindung nach ein stilistisches Meisterwerk, das psychologisch dicht und glaubhaft zeigt, dass eine Familie an allzu vielen Geheimnissen zerbrechen kann, es jedoch nie zu spät ist, die Vergangenheit ruhen zu lassen und einen Neuanfang zu wagen. Ihr ruhiger, unaufgeregter Schreibstil passt vortrefflich zu den zahllosen Dramen, die sich in Coral River abspielen. Die Entscheidung, eine Geistergeschichte zu schreiben, erscheint mir nach dem Lesen vollkommen naheliegend, denn Oliver arbeitete das paranormale Element überzeugend und natürlich als Rückgrat ein.
Ich finde „Rooms“ absolut empfehlenswert, denn es ist nicht nur ein stilistisches Highlight, es ist auch berührend und entwickelt eine beeindruckende emotionale Sogwirkung. Reist nach Coral River, lernt die Walkers und ihre geisterhaften Mitbewohnerinnen kennen und seht, dass auch die schwärzeste und schmerzhafteste Tragödie die Liebe einer Familie nicht auslöschen kann.

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