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review 2015-06-28 07:44
Krieg und Liebe
Léon und Louise - Alex Capus

Léon und Louise verlieben sich während des 1. Weltkriegs ineinander, doch ein Fliegerangriff trennt sie und jeder denkt, der andere sei tot.

Doch 1928 in der Métro in Paris sehen sie sich wieder und stellen fest, dass ihre Liebe die Jahre überdauert hat, obwohl Léon mittlerweile Ehemann und Vater ist.

Es war mein erstes Buch von Alex Capus und ich war sehr neugierig auf die Geschichte von Léon und Louise, dem Liebespaar, das gegen die Widrigkeiten zweier Weltkriege kämpft. Mit seinem unglaublichen Charme hat mich Capus sofort gefangen, denn er lässt die Geschichte tatsächlich beim Begräbnis von Léon beginnen, während sich Louise mitten in der altehrwürdigen Notre Dame mit einer Fahrradhupe von ihrem Geliebten verabschiedet.

Wie es in all den Jahren zu dieser skurrilen, aber liebevollen Geste des Abschieds kam, wird von Léons Enkel erzählt, der sich mit herzerwärmender Liebenswürdigkeit der Lebensgeschichte des Großvaters widmet.

Diese Lebensgeschichte erstreckt sich über 2 Weltkriege und natürlich spielt in beiden Kriegen seine große Liebe Louise die Hauptrolle. Und genau wie sich die Dramen des 1. Weltkriegs im 2. Weltkrieg wiederholen, wiederholt sich das Drama dieser Liebe ein weiteres Mal, denn während der Besetzung Paris’ durch die Nationalsozialisten wird das unkonventionelle Paar erneut voneinander getrennt.

Meiner Meinung nach handelt es sich um eine nette Liebesgeschichte, die vom zeitgeschichtlichen Bezug zu den Weltkriegen lebt. Mehr war es für mich allerdings nicht. Anfangs empfand ich Léon und Louise durch ihre charmante Eigenart noch als besondere Protagonisten, aber spätestens nach der ersten flüchtigen Begegnung in der Métro hat sich dieser Zauber in Alltagsbanalitäten verabschiedet.

Außerdem hat mir die Rolle der Ehefrau - Yvonne - überhaupt nicht gefallen. Obwohl es damals andere Zeiten waren, kann ich mir nicht vorstellen, dass man sich als Ehefrau auf diese Weise behandeln lässt und damit auch noch zufrieden ist. Teilweise kam es mir vor, als würde Léon als Opfer seiner Ehe dargestellt werden, wobei hier eigentlich er der Täter war. Denn aus Pflichtergebenheit hält er zu Yvonne, und da fragt man sich schon, warum er sie überhaupt geheiratet hat. Ähnlich erging es mir mit der Protagonistin Louise, die zwar als aufregende und selbstbewusste Frau erscheint, aber meiner Meinung nach gar nicht dementsprechend gehandelt hat.

Nichtsdestotrotz ist „Léon und Louise“ eine nette Liebesgeschichte und ein interessanter Blick auf die Weltkriege aus französischer Perspektive, die sich durch den ungewöhnlichen Charme des Autors trotz der genannten Kritikpunkte gut lesen lässt.

 

© NiWa

Source: zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at
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review 2014-05-14 19:13
Alex Capus - Mein Nachbar Urs ~ Geschichten aus der Kleinstadt
Mein Nachbar Urs: Geschichten aus der Kleinstadt - Alex Capus
Beschreibung auf dem Buchrücken: 
Alex Capus hat fünf Nachbarn, die alle Urs heißen. Eigentlich sind es sechs, aber einer will nicht, dass man über ihn schreibt. An lauen Sommernächten stehen sie auf dem Vorplatz zusammen und besprechen die wirklich wichtigen Dinge des Lebens. 
 
Details:
Gebundene Ausgabe: 128 Seiten
Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 4 (24. Februar 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3446244689
ISBN-13: 978-3446244689
Größe: 18,8 x 11,8 x 1,4 cm
 
Eigene Meinung: 
Alex Capus ist mir als Autor schon mal bei „Léon und Louise“ begegnet und ich mag diese Geschichte total und deshalb war ich froh, als der liebe Hanser Verlag mir ein Exemplar seines neuen Buches "Mein Nachbar Urs" zu Rezension überlassen hat. Vielen Dank an dieser Stelle schon mal dafür.
 
Alex Capus lebt also in Olten, einer Kleinstadt in der Schweiz und genau um sein Leben da dreht sich "Mein Nachbar Urs". Seine 5 Nachbarn namens Urs, die eigentlich 6 sind, aber einer verweigert das Schreiben über sich, bereichen der Leben von Alex Capus und somit auch das kleine Buch.
 
Die Kurzgeschichten lassen sich wirklich gut lesen und manchmal sollte man das Geschrieben etwas mit einem Augenwinkern sehen, dann werden die Geschichte rund um Olten und seine Einwohner noch lustiger. 
 
Man erfährt viel über die Urse in Alex Capus´ Leben, aber auch über Alex Capus selbst.
Man taucht praktisch ein in einen Kleinstadt, die man so vielleicht übersehen würde, aber die trotzdem voller Geschichten in ihrem kleinen Kosmos steckt. 
 
Was mir besonders gefallen hat, war, dass es eben nicht nur um die alltäglichen Probleme der Menschen geht, sondern man auch in die Geschichte der Stadt abtaucht oder sogar mal ausserhalb von Olten Menschen aus Olten trifft. Was im Endeffekt wieder nur zeigt, wie klein die Welt sein kann. 
 
Die Geschichten, die sie in kleinen oder kleinsten Momenten abspielen, lassen ein Blick zu, der einem sonst sicherlich verborgen bleiben würde, aber leider bleibt man etwas hungrig zurück, weil die 128 Seiten einfach zu schnell weggelesen sind.
 
Fazit: 
Ein kleines Buch über eine kleine Stadt, aber eben kein Stadtanzeiger, sondern ein Buch voller Humor und Witz, der in kleinen und kleinsten Geschichten erzählt wird.
Es ist ein literarischer Quickie, der einen aber etwas hungrig zurücklässt.
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review 2013-09-30 10:39
Ein Wortfeuerwerk aus der Feder Alex Capus'
Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer - Alex Capus

- Ende -

 

Wehmütig blicke ich auf diese vier Buchstaben. Dieses Wort, so unscheinbar und kurz, beendet zu meinem Bedauern eine Reise durch ein wunderbares Buch, welches mich gleichermaßen faszinierte, großartig unterhielt und einen tiefen Blick in die Lebensgeschichte dreier Personen gewährte. Personen, die wirklich gelebt und erlebt haben, und deren Geschichten in ihrer Einzigartigkeit bis heute unvergesslich überlebt haben. Nun fanden sie Einzug in das neueste Werk des Schweizer Wortvirtuosen Alex Capus, welcher einem Nobelpreisträger der Physik, einer attraktiven Spionin und einem talentierten Kunstfälscher die Hauptrollen in seinem Roman »Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer« aus dem Hanser Verlag verlieh.

 

Drei Helden wider Willen

 

Ein Tanz durch die Geschichte, auf den Spuren eines jungen Mädchens, die Sängerin werden wollte und am Ende mitten in die Wirren des Krieges gezogen wurde. Ein Rebell, welcher schon früh seine blaue Jacke tragen wollte, sich nicht in eine Schublade schieben ließ und als Erbauer einer Kriegsmaschine mit seinem Gewissen zu kämpfen hat. Eine Ode an die Kunst, deren Wege manchmal auf ungewöhnliche Weise zum Erfolg führen, einen Künstler begleitend, der sein Talent nutzt, um Geschichte lebendig werden zu lassen – wenn auch recht frei interpretiert.

 

Ein wahrer Meister der Erzählkunst

 

Während ich die Zeilen dieses Buches lese, messe ich in Wahrheit eine Flut von Photonen – Schwingungen des Lichtspektrums reizen Sinneszellen in meinen Augen – und verschiedene Regionen meines Gehirns setzen Buchstabe für Buchstabe elektrisch in eine greifbare Geschichte um. Eine Geschichte, die von Möglichkeiten lebt, von Lücken im Kontinuum – ein abstraktes ´Vielleicht´ durchzieht mich ebenso wie die Charaktere in diesem Buch. Ich beginne nachzudenken – meine Phantasie formt Bilder, und ich frage mich, ob eben diese Bilder vielleicht gar nicht existieren, solange sie kein Anderer wahrnimmt? In den drei metaphorisch stark beseelten Geschichten um Felix Bloch, Emile Gilliéron und Laurea d‘Oriano ist ein Zusammentreffen dieser Drei theoretisch möglich – lediglich beweisbar durch die unmittelbare Anwesenheit eines Augenzeugen, welcher hier jedoch stumm bleibt – bleiben muss, denn so obliegt es dem Leser eben jene Lücken zu füllen, welche auch die Protagonisten auf ihrem Lebensweg zu füllen haben.

 

Des Menschen Wissen ist immer lückenhaft, das ist unser Schicksal. Nur deshalb tragen wir letztlich Glaube, Liebe und Hoffnung in unseren Herzen – damit wir diese Bruchstücke unseres Wissens in Beziehung zueinander bringen und daran glauben können, dass das alles hienieden einen Sinn hat. – Seite 148

 

So wie ich nach dem Zuklappen des Buchdeckels auf die erlebte Geschichte zurückblicke, so schwermütig schweift der Blick der auf dem Cover abgebildete junge Dame in die Ferne, während sie auf einem Geländer an einer Hafenanlage sitzt, Schiffe beobachtet und sich vielleicht wünscht, an einem ganz anderen Ort zu sein – oder es gar schon ist, und nun auf Vergangenes zurückblickt. Ich weiß es nicht, werde es nie wissen – und das ist gut so. Mein Verstand akzeptiert beide Realitätszustände, bis der unmittelbare Beweis des Gegenteils meine Ansicht – meine Realität – verändert. Es ist bereits vor dem Lesen des Buches offensichtlich, dass der Verlag die Spionin als Covermotiv auswählte, der einzigen weiblichen Figur des Buches. Warum? Auch das weiß ich nicht. Ich weiß nur: diese Szene wirkt authentisch, verströmt eine nostalgische Atmosphäre, was durch die bläuliche Farbgebung noch unterstrichen wird. Ein Cover, das den Sinnen schmeichelt und Appetit auf den Hauptgang zwischen den Seiten macht.

 

Wortpoesie

 

2013-08-20_1377013168

Bevor ich in die Leserunde startete, informierte ich mich ein wenig über den Autor, sah mir seine Buchtrailer zum Roman an, schmunzelte über seinen Humor und empfand sogleich großes Interesse für diesen Mann und seine Ideen. Alex Capus’ Leser schwärmten von »Leon & Louise« und empfahlen mir, auch diesen Roman zu lesen und so ist dies dann auch mein erstes Buch des sympathischen Schweizers geworden und es wird sicher nicht mein letztes sein, denn dieser Mann versteht es mit einprägsamen Worten, feinen Metaphern, eleganten und eloquenten Formulierungen und bildgewaltiger Sprache zu schreiben und darüber hinaus hat er eine ausgeprägte Vorliebe für Sätze, die sich schon mal ohne Unterbrechung über eine halbe Seite ausdehnen. Na? War der letzte Satz schwierig zu lesen? Ist euer Gehirn nach dem dritten Komma ausgestiegen und hat sich auf einer Wolke des Vergessens niedergelassen? Alex Capus kann das noch länger – und viel besser, so dass es trotz allem ein Leichtes ist, dem Inhalt folgen zu können. Er fesselte mich an seine Worte, ließ mich nicht los und konnte meine volle Aufmerksamkeit in jeder Sekunde des Lesens voll für sich verbuchen. Eine sehr anheimelnde Form von Tiefgründigkeit schwimmt auf der Oberfläche seiner Sätze und sorgt für intensiven Lesegenuss, Seite um Seite. Wort für Wort. Schon lange nicht mehr sah ein Buch nach dem Beenden so wie auf diesem Foto aus, über und über vollgespickt mit meinen Buchdarts, welche interessante Textstellen markierten. Interessant, einprägsam und auf das eigene Leben anwendbar. Kostprobe gefällig?

 

Sie ist eine erfahrene Reisende und weiß, dass man einander normalerweise nur einmal im Leben begegnet, weil jede vernünftige Reise in möglichst gerader Linie vom Ausgangspunkt zum Ziel führt und zwei Geraden sich nach den Gesetzen der Geometrie nicht zweimal kreuzen. – Laura d’Oriano, Seite 12

 

Die variable Konstante

 

Doch was macht dieses Buch – diese Erfahrung – so einzigartig? Ist es die Perspektive des Erzählers, welche so wirkt, als ob ein Urgroßvater in seinem Ohrensessel sitzt, die Enkelkinder und Urenkel vor ihm auf dem Fußboden, und der alte Mann beginnt damit, aus seinem reichen Erfahrungsschatz zu plaudern? Oder sind es die sehr lose wirkenden Handlungsfäden, welche aber durch abstrakte Ähnlichkeiten doch enger verbunden sind, als man vielleicht auf dem ersten Blick zu ergründen vermag? Das geniale Spiel mit Metaphern, welche ihre wahre Bedeutungskraft dadurch entfalten, weil  sie ursprünglich in den Gedankenwelten der jeweils anderen Protagonisten wurzeln – gepaart mit dem nicht Greifbaren, den Lücken. Theoretische Physik, Wunschträumerei und das Rekonstruieren partiell zerstörter Kunstobjekte liegt eine Gemeinsamkeit zugrunde, die aus Leere besteht – der Unwissenheit darüber, was Wahrheit ist und was nicht, füllen alle drei Protagonisten auf ihre ganz eigene, aber doch so universelle Weise aus. Alles ist verbunden – selbst das, was wir nicht wissen.

 

Anfangs fiel mir der Sprung zwischen den drei Hauptfiguren, zumindest auf den ersten 150 Seiten, ein wenig schwer. Doch spätestens, nachdem ich alle Drei kennengelernt hatte, spürte ich förmlich den Atem der Geschichte. Ich reiste mit dem Fälscher vom kleinen Dörfchen Villeneuve in die weite Welt, atmete den Staub der aräologischen Ausgrabungsstätten Schliemanns ein und hörte eine Melodie im Kopf, wenn Laura d’Oriano des Abends in einer verrauchten Kneipe ihre Gesangskünste zum Besten gab. Ich erfreute mich gleichermaßen an der Musikalität der Familie d’Oriano wie an der sanften Brise, die am Hafen von Nizza wehte. Ich nahm mit Begeisterung Anteil an Felix Blochs Forschungen der theoretischen Physik und konnte mit gutem Gewissen sagen, dass mir die Naturwissenschaften noch nie auf so interessante Art und Weise vermittelt bekommen habe.

 

Dieses Gefühl nämlich, in das sie so lange ihre Zukunftshoffnungen gesetzt hatte, war nichts weiter als das Betriebsgeräusch der Seele, das jeder lebendige Mensch in sich vernimmt, wenn er im Weltengetümmel mal kurz innehält und ein bisschen auf sich achtgibt. – Laura d’Oriano, Seite 87

 

Von den späten Folgen des einen, und dem Aufkeimen und Ausbruch eines neuen Krieges umrahmt, werden die Schicksale der drei Hauptfiguren in Bahnen gelenkt, welche wir als Beobachter – und wenn wir uns mit den Figuren auch im richtigen Leben beschäftigt haben sogar Wissende – wahrnehmen können. Wir tauchen in ihre Gedankenwelten und werden Zeuge moralischer Abwägungen im Kontext dieser einzigartigen Zeit. Besonders die Geschichte um den jungen, intelligenten Bloch, welcher mit seinen Gedanken hadert, sie verwirft – neu überdenkt und sich dann seinem Schicksal fügt, ist sehr gelungen und fast möchte ich behaupten, dass dieser Charakter in dem Buch eine stärkere Präsenz besitzt als die anderen zwei. Aber das mag nur ein Gefühl sein, welches ich persönlich so empfunden habe. Der Physiker wirkte auf mich einfach am interessantesten, eben jenen Mann, der “im Leben unbedingt etwas Schönes, Nutzloses und ganz und gar Zweckfreies zu machen” (Seite 57) gedachte. Ich erinnere mich gut an die Stelle, als Alex Capus die entsetzlichen Verbrechen der Nazis auf seine metaphorische, und doch stellenweise sehr direkte Art zu Papier brachte und mir ein, zwei Mal bedrückende Übelkeit in den Magen steigen ließ.

 

Es war für den Jüngling eine Offenbarung, dass es in dieser aus den Fugen geratenen Welt etwas so Klares und Schönes wie das Verhältnis von Zahlen zueinander gab. – Felix Bloch, Seite 16

 

Ich könnte noch eine ganze Weile weitere Zitate aus diesem wunderbaren Buch niederschreiben, doch würde ich euch den Kern des Buches vorwegnehmen und das möchte ich natürlich nicht. Ich kann es nur sagen: Genießt diesen Roman, erlebt ihn!

 

Mein Fazit: Was ist der Wert der Wahrheit? Gibt es sie im Angesicht so vieler Lücken in dem was wir Wissen nennen überhaupt, oder können wir uns ihr nur annähern? Alex Capus breitet in diesem anspruchsvollen Buch sein Metapherngeflecht aus und lässt seine historischen Figuren darunter handeln, fühlen – und vor allem denken. Es ist keine leichte Zwischendurch-Lektüre, welche einfache Antworten parat hat, sondern ein stark konstruiertes Märchen, dass sich Fragen stellt wie: Was könnten sie in jenen Momenten gedacht haben? Welche Pfade könnten sie beschritten – welche ausgelassen haben? Mit überlangen Sätzen und genialen Metaphern erschafft der Autor einen spannenden Zugang in die Geschichte(n) und lässt sie durch bildgewaltige Sprache lebendig wirken. Ein Roman, wie geschaffen für Freunde des Autors, für Leser abspruchsvollerer Literatur, die gleichsam in Worten versinken und gleichzeitig intellektuell unterhalten werden wollen. Göttliche Lektüre!

 

Meine Wertung: 5of5

 

Prädiakt »Besonderes Buch« der Büchernische – Kategorie Roman

Source: www.buechernische-blog.de/lesehighlight-2013-alex-capus-der-faelscher-die-spionin-und-der-bombenbauer-buchrezension
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review 2013-09-18 17:16
Léon und Louise - Alex Capus
Léon und Louise - Alex Capus

Alex Capus
Léon und Louise
historischer Liebesroman
Carl Hanser Verlag, 2011
HC, 320 Seiten, 19,90 €
TB, 9,90 €
Kindle-Edition: 9,99 €
auch als gekürztes HB bei Audible erhältlich
gelesen auf dem Kindle Paperwhite

 

Bewertung: 

 

Inhaltsangabe (Amazon):

 

Zwei junge Leute verlieben sich, aber der Krieg bringt sie auseinander: Das ist die Geschichte von Léon und Louise. Sie beginnt mit ihrer Begegnung im Ersten Weltkrieg in Frankreich an der Atlantikküste, doch dann trennt sie ein Fliegerangriff mit Gewalt. Sie halten einander für tot, Léon heiratet, Louise geht ihren eigenen Weg - bis sie sich 1928 zufällig in der Pariser Métro wiederbegegnen. Alex Capus erzählt mit wunderbarer Leichtigkeit und großer Intensität von der Liebe in einem Jahrhundert der Kriege, von diesem Paar, das gegen alle Konventionen an seiner Liebe festhält und ein eigensinniges, manchmal unerhört komisches Doppelleben führt. Die Geschichte einer großen Liebe, gelebt gegen die ganze Welt.

 

Das Cover zeigt ein junges Paar Anfang des 20. Jahrhunderts, das augenscheinlich sehr glücklich ist und trifft damit den Inhalt zumindest teilweise, denn Léon und Louise verlieben sich in einander und scheinen das Yang und Ying zu sein, das ein Ganzes bildet. Doch verlieren sie sich aus den Augen, als der Krieg sie einholt.

 

Die Story spielt in Frankreich, und ich habe mich ein ums andere Mal gefragt, ob es nicht vielleicht sogar eine gehörige Portion Authentizität enthält. Geschrieben ist das Buch jedenfalls aus der Person des Enkels heraus auf Briefen und Erzählungen aufbauend und basierend. An der Lebensgeschichte seines Großvaters hat sich Alex Capus tatsächlich orientiert, allerdings ist die Liebesgeschichte selbst reine Erfindung, das verrät uns Wikipedia.

 

In die historischen Geschehnisse vor allem des 2. Weltkrieges in Frankreich lässt Alex Capus eine Liebe erblühen, die weder kitschig, abgedroschen, noch konventionell ist, sondern etwas Einzigartiges darstellt. Automatisch ist man von ihr fasziniert, von den Begebenheiten gepackt und neugierig darauf, was weiter geschieht. Interessant und merkwürdig fand ich die seltsamen Verwandlungen von Yvonne, die anscheinend imstande war, ihre Psyche von einem auf den anderen Tag vollkommen zu verändern – und das nicht nur einmal. Auch ihr Arrangement bereits in jungen Jahren mit Louise ist bemerkenswert.

 

Doch am meisten hat mich Louise fasziniert. Sie setzt sich bereits 1918 über sämtliche Konventionen hinweg und scheint mir sehr emanzipiert. Sie geht ihren Weg, der nie langweilig ist und nimmt die Distanz zwischen sich und Léon nicht nur in Kauf, sondern begrüßt sie sogar, kann sie ihm doch gerade dann wirklich nahe sein.

Dieses Buch in seiner einfachen Direktheit hat keinen großen Spannungsbogen und doch berührt diese wahre Liebe unser Innerstes.

 

Mir hat das Buch wirklich gut gefallen – 8/10 Punkte oder 2+ :)

Source: sunsys-blog.blogspot.de/2013/09/kurzrezi-leon-und-louise-alex-capus.html
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url 2013-08-18 11:33
lesemanie.blogspot.com/2013/08/leon-louise.html
Léon und Louise - Alex Capus

Rundum schön: schöne Sprache, schöne Geschichte, schönes Leseerlebnis.

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