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review 2018-02-17 12:22
Kann mit historischen Fakten glänzen
Die Liebenden von Leningrad - Paullina Simons

Inhaltsangabe

An einem warmen Sommertag 1941 begegnet Tatiana dem jungen Offizier Alexander - der Liebe ihres Lebens. Heimlich treffen sie sich und träumen von einer gemeinsamen Zukunft. Doch werden Tatiana und Alexander jemals ihre Gefühle offenbaren können? Denn Alexander verbirgt ein Geheimnis, das so lebensgefährlich ist wie der Krieg, der vor den Toren Leningrads auszubrechen droht. 

 

Meine Meinung 

Wer sich für Liebesromane, welche in der Zeit des Zweiten Weltkrieges interessiert, hat mit Sicherheit schon von der Geschichte von Tatiana und Alexander gehört. Ich habe mich sehr gefreut, als ich erfuhr, dass diese Trilogie vom Heyne Verlag neu aufgelegt wird. Der perfekte Anlass, um die Liebesgeschichte selbst kennenzulernen.

 

An die 752 Seiten stellte ich die Erwartung an eine große Liebesgeschichte vor der Kulisse des Zweiten Weltkrieges. Leider konnte der Reihenauftakt meine Erwartungen nicht ganz erfüllen.

 

Zu Beginn des Buches lernt man die 17-jährige Tatiana und ihre Familie, um Großeltern, Eltern und die Geschwister Pascha und Dascha kennen.

Tatiana erschien mir anfänglich sehr jung und naiv. Ihren Eltern spürt man durchweg die Enttäuschung an, dass die nur einen Sohn haben. Ihre beiden Töchter bringen sie nur sehr wenig Liebe entgegen. So kommt es auch, dass vor Kriegseintritt Russlands lediglich der Sohn Pascha, welcher gleichzeitig Tatianas Zwillingsbruder in Sicherheit gebracht werden soll. Die Eltern schicken ihn in ein Ferienlager außerhalb von Leningrad.

Dascha, die 7 Jahre älter ist als Tatiana genießt ihr Leben und bändelt gerne mit jungen Soldaten an. Auch sie erschien mir naiv. Keine der beiden ahnte, welche Schrecken der Kriegseintritt ihres Heimatslandes mit sich bringen wird.

 

Sehr früh in der Geschichte tritt die junge Tatia dann auf Leutnant Alexander Below. Da die Reihe deren Namen trägt, ist dem Leser schnell klar, dass hier die große Liebesgeschichte auf uns wartet und sehr früh ihren Beginn nimmt.

Doch dann kommt es zu einen überraschenden Wende.

Auch Dascha will ihrer Familie ihren neuen Freund vor stellen, einen Soldaten namens Alexander Below. Für Tatia ein Schock.

An dieser Stelle sei schon zu verraten, dass es keine typische Liebesgeschichte wird. Wer Dreieckskonstellationen nicht mag, sollte sich ebenso im Klaren sein, dass „Die Liebenden von Leningrad“ eben diese mit sich bringt.

Alexander steht zwischen zwei Schwestern, obwohl er doch ganz klar nur eine liebt. Diesen Part habe ich so einfach nicht erwartet. Demnach entwickelte sich die Geschichte ab dieser Wende für mich ganz anders als erwartet.

 

Russland tritt in den Krieg ein und nach dem ersten Drittel des Buches konnte mich dieser mittlere Teil der Story am meisten packen. Er überzeugt mit sehr gut recherchierten Details. Die Einkesselung Leningrads, die täglichen Bombardierungen und vor allen die kaum vorstellbaren Beschreibungen der Hungersnöte des Winters 1941/1942 sind für mich das Highlight des Buches.

Da Russland tatsächlich mein Lieblingssetting in Büchern ist und ich mich sehr für die Kriegsgeschehnisse in diesem Land interessiere, kann ich sagen, dass ich die Jahre 1941 und 1942 in noch keinem anderen Roman so authentisch und erschreckend dargestellt gelesen habe.

 

Das letzte Drittel des Buches spielt ab Juni 1942.

Die Geschichte um Tatiana und Alexander geht weiter, allerdings bekam die Autorin leider nicht die Kurve. Vor allem die Liebesgeschichte konnte mich einfach nicht packen. Es gab den ein oder anderen Moment, in denen ich gebangt und gehofft habe, aber im Großen und Ganzen blieb mir die Romanze zu emotionslos, zu unromantisch und vor allem herrschte ein zu großes Hin und Her, welches mich immer wieder aus der Liebesgeschichte riss.

 

Viele interessiert bestimmt noch, ob ich die Reihe nun weiterlesen werde oder ob ich die Reihe unbeendet lasse, da mich Band 1 einfach nicht so begeistern konnte, wie gedacht. Dazu kann ich aktuell nur sagen, dass ich Band 2 bestimmt nicht gleich zur Erscheinung im Juli 2018 lesen werde, aber ich doch schon wissen möchte, ob die Autorin es im zweiten Band für meinen Geschmack besser macht.

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Absolut nicht überzeugen konnte mich in diesem historischen Roman die Liebesgeschichte. Sowohl im ersten Drittel war mir alles zu verwirrend und durcheinander. Die beiden Akteure verhielten sich meiner nach wie zwei Jugendliche. Und auch das letzte Drittel war für mich alles andere als fesselnd.

Vor allem die intimeren Beschreibungen zwischen den beiden erschienen mir schlecht übersetzt und dadurch total kindisch und nicht der Zeit entsprechend.

 

Mein Fazit

Auch wenn dieser Roman mich nicht mit der großen Liebesgeschichte packen konnte, so waren es die historischen Beschreibungen, welche mir einen Schauer über den Rücken gejagt haben und welche ich nicht vergessen werde.

Band 2 werde ich lesen, allerdings frage ich mich hier schon, ob es wieder einen historischen Part geben wird oder die Autorin sich hauptsächlich auf die Liebesgeschichte der beiden konzentrieren wird.

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review 2018-02-04 08:20
Tragik vor der rauen Kulisse Islands
Das Seelenhaus: Roman - Hannah Kent

Inhaltsangabe

"Sie sagen, ich soll sterben. Sie sagen, ich hätte Männern den Atem gestohlen und jetzt müssten sie mir den meinen stehlen."
Island 1828. Agnes ist eine selbstbewusste und verschlossene Frau. Sie wird als hart ­arbeitende Magd respektiert, was sie denkt und fühlt, behält sie für sich. Als sie des Mordes an zwei Männern angeklagt wird, ist sie allein. Die Zeit bis zur Hinrichtung soll sie auf dem Hof eines Beamten verbringen. Die Familie ist außer sich, eine Mörderin beherbergen zu müssen – bis Agnes Stück um Stück die Geschichte ihres Lebens preisgibt. 

 

Meine Meinung 

Auch um dieses Buch bin ich jahrelang herumgeschlichen. Eine LR hat es dann endlich geschafft, dass ich dieses Buch zur Hand nehme.

Zu Beginn möchte ich gleich sagen, dass ich aus Zeitgründen auch mal in das Hörbuch reingehört habe. Dazu wird es am Ende noch eine kleine Bewertung geben. Hauptsächlich bewerte ich dieses Buch als geschriebenes Werk.

 

Das Cover war für mich zunächst nichtssagend. Der Titel könnte meiner Meinung nach in die Irre führen. Liest man den Klappentext hier nicht, vermutet man eventuell, dass die Geschichte in einer Art Seelenhaus spielt. Ich musste hier sogleich an eine Irrenanstalt denken. Aber damit erklärt sich der Titel nicht.

Gut fand ich aber, dass die Autorin im Verlauf des Buches mit einer Erklärung zur Titel auftritt. Leider war der Moment so nebensächlich, dass ich die Wahl des Titels somit nicht ganz nachvollziehen kann.

 

Das Buch spielt hauptsächlich in der Zeit um 1828 und endet um 1830, das heißt die Geschichte ist sehr gebündelt, finde ich gut, da ich sonst sehr häufig Bücher mit großen Zeitsprüngen lese.

 

Agnes Magnúsdóttir ist 33 Jahre alt und man merkt ihrem Charakter sofort an, welch Leid sie in ihrem bisherigen Leben erfahren hat. Dennoch ist sie des Mordes an zwei Männern angeklagt. Im Verlauf des Buches tauchen immer wieder Parts aus ihrer Erzählperspektive auf. Diese schockierten mich vor allem zu Beginn des Buches mit purer Düsternis, Schrecken und mit wenig Hoffnung auf Besserung.

Ihren Einstieg in die Geschichte wird von ihr folgenermaßen beschrieben:

 

„Das ist kein Leben, dieses Verharren in vollkommener Dunkelheit, in völligem Schweigen, in einem Raum, der so heruntergekommen und schmutzig ist, dass ich den Geruch von frischer Luft nicht mehr erinnere.“ (S. 27)

 

Sie wird gehalten wie ein Tier und ich als Leserin war ab dieser Szene gebannt zu erfahren, wie es mit ihr ausgehen wird. Ich habe mit Schrecklichem gerechnet.

 

Da es zu dieser Zeit nicht üblich war Verurteilte in Gefängnissen unterzubringen, machte sich der Landrat Björn Blöndal auf den Weg zum Kornsáhof, welcher von der Familie Jónsson bewohnt wird. Die Familie um Vater Jón, Mutter Margrét und den beiden Töchtern Steina und Lauga (eigentlich Steinvör und Sigurlaug) war natürlich alles andere als begeistert, einer Mörderin bis zur Urteilsvollstreckung Unterschlupf zu bieten. Auf die Sicht des Vaters Jón legt die Autorin keinen allzu großen Wert, dafür erfahren wir als Leser deutlich mehr über die Gefühle und die Gedanken von Margrét und ihren Töchtern.

 

Als Agnes am Kornsáhof ankommt, erfährt man, dass sie Erinnerungen an diesen Hof hat. Die Autorin beschrieb ausführlich ihren schrecklichen physischen Zustand und den wenig herzlichen Empfang der Familie.

Einzig ihr geistiger Beistand durch den jungen Pfarrvikar Thorvardur (kurz Tóti) Jónsson stellt anfänglich einen Lichtblick dar, der allerdings sehr schnell wieder schwindet. Denn Tóti fühlt sich alles andere als sicher, der Angeklagten geistigen Beistand zu geben. Dies ist seiner wenigen Erfahrung zuzuschreiben und sogleich stellt sich die Frage, wieso Anges gerade ihn erwählt hat.

 

Im Verlauf gibt Agnes vor allem in Gesprächen mit Tóti nach und nach immer mehr von ihrer Geschichte Preis. Ihren Anfang nimmt diese im Kindesalter, als ihre Mutter sie zurücklässt. Dann erfahren wir, wie Agnes Natan, eines der Mordopfer kennenlernt. Und nach und nach trägt uns die Autorin dem Ausgang der Geschichte entgegen.

Bei diesem Buch konnte ich während des Lesens wirklich gar keinen Ausgang ausmachen. Wird Agnes begnadigt? Hat sie die beiden Männer gar nicht getötet? Oder wird sie am Ende doch hingerichtet?

 

Ein Punkt, der mir wieder einmal sehr gut gefallen hat, ist der isländische Flair. Ich liebe dieses Land. Dass die Autorin es hier vor allem als kalt und rau beschrieben hat, passte perfekt zur Geschichte. Mir hat es zu dem sehr gefallen mehr über die Handlungsweisen der Isländer zu jener Zeit zu erfahren. Wie haben sie gelebt, was waren ihre Lebensinhalte und vor allem wie in solchen Situationen vorgegangen wurde. Des Weiteren habe ich einen absoluten Hang zu isländischen Namen. Ich liebe sie. Mein Namenshighlight in diesem Buch war Sigurlaug Jónsdóttir.

 

Mehr möchte ich an dieser Stelle zum Verlauf der Geschichte nicht sagen.

Greift selbst zum Buch und erfahrt die Geschichte der verurteilten Agnes Magnúsdóttir.

 

Wie zu Beginn bereits erwähnt, habe ich dieses Buch auch zu einem Teil gehört.

Agnes wird an dieser Stelle von Vera Teltz und Tóti von Tobias Kluckert gesprochen. Beide Sprecher passten unheimlich gut zur Geschichte. Vera Teltz verkörpert die erwachsene und gezeichnete Agnes sehr gut. Und Tobias Kluckert kann aufgrund seiner recht jung wirkenden Stimme ebenso gut den noch unerfahrenen Pfarrvikar darstellen.

Durch die sehr häufige Verwendung der isländischen Namen und Ortschaften kommt auch als Hörer das passende Feeling auf.

 

Am Ende des Buches erfährt man noch, dass die Geschichte um Agnes Magnúsdóttir einer wahren Begebenheit zu Grunde liegt.

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Ein Punkt, der mir zum Ende hin immer mehr gefehlt hat, war das Dramatische. Vor allem herübergebracht durch passende Emotionsbeschreibungen und einer düsteren Darstellung der situativen Gegebenheit in der Geschichte. Vor allem dem Zusammenspiel von Agnes und Tóti konnte ich zum Ende nicht mehr so begeistert folgen, wie zu Beginn des Buches.

 

Mein Fazit

Wer die isländische Kultur mag und die eher fremden Namen und Begriffe als landestypisch akzeptieren kann, dem kann ich dieses Werk nur ans Herz legen.

Hätte ich zu Beginn schon gewusst, dass diese Geschichte einer wahren Begebenheit zu Grunde liegt, wäre ich wahrscheinlich mit noch anderen Empfindungen an das Buch herangetreten. Aber auch so bin ich auf meine Kosten gekommen. „Das Seelenhaus“ ist für mich ein sehr atmosphärischer Roman, in dem die Autorin die Zeit um 1828 mit seinen Figuren und mit der typischen Sprache sehr gut darstellt.

 

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review 2018-01-28 07:35
Eine Familiengeschichte, die neugierig macht
Geschrieben im Wind (Sturmzeiten, #1) - Judith Pella

Inhaltsangabe

1941: Keagan Hayes, der mächtigste Zeitungsmogul Kaliforniens, ist ein harter und verbitterter Mann. Was seine drei Töchter auch tun – die Anerkennung ihres dominanten Vaters können sie nicht erreichen. So versucht jede auf ihre Art, mit ihrem Schicksal ins Reine zu kommen.
Blair geht den Weg der Rebellion, Jackie sucht Kraft im Glauben und Cameron flieht in die Karriere. Als ehrgeizige Journalistin schlägt sie sich auf die Seite des schärfsten Konkurrenten ihres Vaters. Er schickt sie als Korrespondentin nach Europa. Für Cameron wird ein Traum wahr. 

 

Meine Meinung 

Wenn ich von solcher Familiensituation, bin ich immer gleich in meinem Element.

Der Vater, der keine Liebe und Anerkennung gibt und dann diese drei sehr unterschiedlichen Schwestern. Dies ist der erste von vier Bänden.

Sofort im ersten Band fällt auf, was Keagan Hayes für eine harte Nuss ist.

Das Problem ist sehr schnell erklärt: er hat sich immer einen Sohn gewünscht und seine Frau gebar ihm drei Töchter. Mein erstes Kopfschütteln trat auf, als ich las, dass es bewusst so gewollt war, dass alle drei Töchter einen Jungennamen erhalten sollen. In Amerika mag das noch einigermaßen zu ertragen sein, bei uns wäre dies schon etwas unschöner ausgegangen.

Wirklich gut finde ich, dass es keinen Sohn gibt und der Vater gegen alle Töchter ist. Ein Sohn hätte hier seine Aufmerksamkeit zu hundert Prozent bekommen und die Ausgangslage meiner Meinung nach zerstört.

Wer denkt, dass der Vater hier in irgendeiner Situation nachgeben wird, der wird eines besseren belehrt. Jegliche Annäherung weiß er abzuschmettern.

Fakt ist, die Töchter haben es nicht leicht und ich verstehe es vollkommen, dass jede hier ihre eigene Flucht anstrebt.

 

Drei Töchter und vier Bände, da war es gleich anzunehmen, dass die Autorin hier nicht vorhatte, jeder Schwester gezielt einen Band der Reihe zuzusprechen.

Zwar steht die Geschichte um Cameron im ersten Teil im Vordergrund, aber die Autorin stellt gekonnt die ersten Weichen für die Geschichten von Blair und Jackie.

 

Cameron Hayes ist mit 24 Jahren die älteste und arbeitet zu Beginn  des Buches in der Zeitungsbranche. Ihr Chef ist ihr eigener Vater, der einer Frau in diesem Geschäft keine Aufstiegschancen entgegenbringen wird, auch seiner Tochter nicht.

Nach einem Streit kündigt Cameron und will ihrem Vater zeigen, dass sie es auch ohne ihn in dieser Branche zu Etwas bringen kann.

Der größte Konkurrent ihres Vaters, Max Arnett möchte, dass sie für ihn arbeitet und er stellt ihr ihren größten Traum in Aussicht. Sie darf nach Europa.

Cameron nimmt den Job an und wir begleiten sie als Auslandskorrespondentin nach Italien, Jugoslawien, Griechenland, Ägypten und zu guter Letzt landen wir in Russland des Jahres 1941. Diese kurzen, aber doch sehr intensiven Einblicke in die beginnenden Kriegsjahre der verschiedenen Länder haben mir sehr gut gefallen.

Das Russland zum Schluss den größten Part einnimmt, damit kann ich noch besser leben. Über die Kriegsjahre in Russland lese ich sehr gerne, weil man sich einfach nicht vorstellen kann, wie dieses große Land von Deutschland förmlich überrannt wurde.

Die Autorin Judith Pella legt hier aber noch Wert auf ein anderes wichtiges Thema. Ein Thema, welches sie dem Leser mit der Figur Cameron sehr gut näher bringen konnte. Journalismus und allgemeine Informationsweitergabe.

Erst dachte ich, dass es langweilig wird, wenn man ständig darüber liest, über was Cameron gern schreiben und berichten würde, diese Worte Russland jedoch niemals verlassen dürfen. Jedes Wort wurde kontrolliert, gekürzt und gestrichen.

Wenn man sich dieses Punkt heutzutage vor Augen führt, ist es erschreckend zu erkennen, wie ahnungslos der Rest der Welt damals war, wenn einfach nichts nach außen drang.

 

Bei Familiengeschichten kommt natürlich auch die Liebe nicht zu kurz.

Alle drei Schwestern machen hier Begegnungen, die uns weiterhin begleiten werden.
Die jüngste, Jackie, freundet sich an der Uni mit einem Japaner an. Wer sich ein wenig in der Geschichte auskennt, ahnt, was da auf die beiden zukommen wird.

Blair lernt einen Soldaten kennen und lieben. Jedoch wachsen diese Gefühle mit einem Grundgerüst aus Lügen, welche sich Blair stellen muss.

Um Cameron steht in diesem Band sogar zwischen zwei Männern, wobei meine Sympathiepunkte ganz klar nur einem gehören.

 

Dieses Buch bringt mir im Gesamten wieder viel Neues mit sich.

Die Zeit in Russland des Jahres 1941 wird sehr gut dargestellt, was meiner Meinung nach mit einer sehr guten Recherchearbeit zusammenhängt.

 

Das Buch endet Gott sei Dank nicht mit einem Cliffhanger, aber das letzte Datum im Buch ist der 7. Dezember 1941 und schreckliches steht bevor, so dass ich mich dennoch kaum zurückhalten kann, Band 2 zur Hand zu nehmen.

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Nicht ganz perfekt war das Ende um die Geschichte von Cameron.

Wenn man die Ausnahmesituation in Russland bedenkt, gab es hier hinsichtlich ihrer Ausreise einen Logikfehler oder ich als Leserin achte zu explizit auf die Details.

 

Mein Fazit

Dennoch bringt dieses Buch so viele interessante Momente, eine spannende Geschichte und eine unheimlich viel Potenzial für weitere Bände mit sich, dass ich eine ganz klare Leseempfehlung aussprechen möchte, für alle, die sich für die Zeit des Zweiten Weltkrieges interessieren und auch von Familiengeschichten nicht abgeneigt sind.

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review 2017-10-10 07:03
Ein Wiedersehen mit den Hohensteins
Das Erbe der Hohensteins: Roman (Hotel Hohenstein 2) - Anna Balbusso;Elena Balbusso;Ann Jonas

Inhaltsangabe

Ein leuchtendes Spektakel an Emotionen und Intrigen vor der opulenten Kulisse des Siebengebirges

Im Jahr 1925 strahlt das Hotel am Drachenfels in bewährter Pracht. Die Goldenen Zwanziger bescheren dem Grand Hotel eine Schar illustrer Gäste und schillernder Abendveranstaltungen. Auch Valerie, die schöne Tochter des Hoteliers, genießt das Leben in vollen Zügen und verdreht zahlreichen Männern die Köpfe. Ihr Bruder Ludwig dagegen hadert mit seinem Schicksal als Hotelerbe. Viel lieber würde er nach Amerika aufbrechen und dort sein Glück als Ingenieur versuchen. Doch seine Verlobte Charlotte von Domin schreckt vor keiner Heimtücke zurück, um ihn von seinen Plänen abzubringen…

 

 

Meine Meinung 

Ich habe den ersten Band geliebt. Dass die Autorin mit dem zweiten Band der Reihe einen Zeitsprung von 20 Jahren macht, wusste ich nicht, einfach weil ich mich immer wieder bremse Klappentexte zu lesen. Auf den ersten Seiten war ich dementsprechend verwirrt und auch ein wenig enttäuscht, da ich Angst hatte, die liebgewonnenen Charaktere aus dem ersten Band zu verlieren.

Aber da sie zur Familie gehören und diese Reihe eine Familien-Saga ist, war diese Angst unbegründet. Zwar stehen die bekannten Charaktere, wie Julia, Konrad und Johanna nicht mehr im Mittelpunkt der Geschichte, sie gestalten die Geschehnisse dennoch weiter mit.

 

Der erste Weltkrieg ist vorbei und standen die Namen Emma, Ludwig und Valerie im ersten Band für den Nachwuchs der Hohensteins, so beherrschen sie nun die Geschichte. „Das Erbe der Hohensteins“ ist also Programm. Und sie stehen ihren Eltern in nichts nach.

Jeder Charakter bringt auf seine Art und Weise Schwung in die Geschichte.

 

Valerie, die mit ihrer Schönheit so manchen Hotelgästen den Kopf verdreht, erscheint zwar sehr schnell naiv, dennoch konnte mich ihre Geschichte fesseln.

Da ist dieser neue Koch im Hotel ihres Vaters, dem sein Ruf voraus geht und dennoch kann Valerie es nicht lassen mit dem Feuer zu spielen.

Wird dieses Spiel Folgen haben? Und welches Geheimnis verbirgt der Neue?

 

Emma nimmt für mich in diesem Teil die Rolle von Julia aus dem ersten Band ein. Sie war mir sofort sympathisch, erscheint sehr erwachsen und hat große Pläne.

Spannend war es auch mitzuerleben, dass es Frauen in den 20er Jahren nicht einfach gemacht wurde, ihre Wünsche zu verfolgen bzw. diese in die Tat umzusetzen.

 

Karl Hohenstein’s Sohn Ludwig spiegelt für mich in diesem Buch den Zwiespalt zwischen Erwartungen und Wünsche wider. Auch seinen Werdegang und seine Entscheidungen habe ich sehr gerne verfolgt.

 

Und auch in diesem Teil gibt es ein Sorgenkind. Hans, der Neffe von Karl Hohenstein lässt sich mit den falschen Leuten ein und dies hat fatale Folgen. Seine Figur versprühte von vornherein den Part der Sehnsucht.

 

Im ersten Band habe ich den sehr flüssigen Schreibstil positiv erwähnt, daran kann Anna Jonas auch im zweiten Band festhalten. Einen Punkt, der „Das Hotel am Drachenfels“ zu etwas ganz Besonderem gemacht hat, waren die Beschreibungen der Umgebung. Die Autorin konnte dem Leser die Region des Siebengebirges unheimlich gut vor Augen führen. Dieser Punkt tritt im Folgeband nicht mehr allzu oft auf. Hier wird mehr Augenmerk auf die Entwicklung der Charaktergeschichten gelegt.

 

Ein weiterer Punkt, der nicht ganz an Band 1 anschließen kann, ist die Spannung.

Gewisse Geheimnisse und deren Umgang damit, konnte eine gewisse Spannung über das komplette Buch aufrechterhalten. In diesem Band gab es auch Geheimnisse, aber entweder wurden sie sehr schnell aufgedeckt oder es wurde sehr spannungslos damit umgegangen. Als Leser habe ich mir zwischen den Figuren mehr Action gewünscht.

 

Da ich bei dem dritten und abschließenden Band der Reihe wieder mit einem großen Zeitsprung rechne, bin ich sehr gespannt, welche Charaktere uns dann durch die Geschichte begleiten.

 

Mein Fazit

Band 2 kann nicht ganz an die Besonderheiten des ersten Teils anknüpfen, konnte mich dennoch gut unterhalten. Aufgrund der vielen Geschichten der einzelnen Familienmitglieder ist es zu jeder Zeit interessant weiterzulesen.

Klare Leseempfehlung.

 

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review 2017-08-08 14:38
Geheimnisse zur viktorianischen Zeit
Die Reise der Amy Snow: Roman - Tracy Rees,Elfriede Peschel

Inhaltsangabe

Als Baby wurde Amy Snow ausgesetzt. Mittellos und von allen gehasst wird sie auf dem noblen Hatville Court aufgezogen. Die schöne Tochter des Hauses, Aurelia Vennaway, ist Amys einzige Freundin und der wichtigste Mensch in ihrem Leben. Als Aurelia jung stirbt, bricht Amys Welt zusammen. Aber Aurelia macht ihr ein letztes Geschenk: ein Bündel Briefe, das Amy auf Schatzsuche schickt. Einen Code, den nur Amy entschlüsseln kann. Am Ende erwartet Amy ein Geheimnis, das ihr Leben verändern wird. Amy Snow begibt sich auf eine Reise quer durch England.

 

 

Meine Meinung 

Ein Buch, welches viel zu lange auf meinem ungelesenen Stapel lag.

Zur Buchmesse 2015 ist es zu meiner Buchfamilie dazu gestoßen und aufgrund eines Zusammenschlusses zu einer Leserunde mit anderen Bloggerinnen wurde es endlich gelesen.

Viele mögen die Epoche des viktorianischen Zeitalters nicht, bekannt ist diese Zeitepoche zum Beispiel aus den Büchern von Jane Austen. Natürlich gibt es einiges an Geplänkel und Gefühlsduseleien, aber diese Zeit war halt so. Für mich ist es aufgrund des totalen Bruchs zu unserer heutigen Zeit immer sehr schön, in dieser zu lesen. Tracy Rees konnte dieses Vorsichtige und Zurückhaltende der Zeit in ihrer Geschichte um die junge Amy Snow sehr gut herüberbringen.

 

Amy Snow, deren Herkunft unbekannt ist, wird an einem eisigen Wintertag von Aurelia Vennaway im Garten des elterlichen Anwesens gefunden. Dieser Wintertag war für Aurelia und für Amy ein Geschenk, welcher im Nachnamen von Amy verankert bleiben sollte. Für Aurelia’s Eltern hingegen, war Amy ein Dorn im Auge, wuchs nun ein fremdes Kind bei ihnen auf. Ihrer einzigen Tochter zu Liebe, duldeten sie Amy und dulden spricht hier Worte. Die Eltern waren für mich die Figuren, die am wenigsten Sympathiepunkte verdient haben. Die Ansichten mögen zur Zeit so gewesen sein, aber von Herzlichkeit und Menschlichkeit war bei beiden nichts zu spüren.

 

Aurelia war das Lebendige dieser Familie und mir ihr wurde auch Amy zu einem Wirbelwind. Die beiden werden beste Freundinnen und im Herzen waren sie Geschwister. Doch nur 17 Jahre später soll diese Freundschaft ein Ende finden, Aurelia stirbt und hinterlässt ihrer treuen Freundin ein Erbe, viele Geheimnisse, aber auch viele Stolpersteine.

Im Buch geht es vor allem um die Geheimnisse. Aurelia schickt Amy ante mortem geschriebene Briefe, welche Amy auf eine Reise schicken sollen, eine Reise ins Ungewisse.

 

Wie für Amy war auch für mich als Leserin das ungewisse dieser Reise sehr spannend zu verfolgen. Immer wieder lernt Amy neue Leute kennen, reist zu verschiedenen Orten und jedes Mal wartet sie auf die Zeit, zu der ein neuer Brief und somit ein neuer Hinweis von Aurelia auftaucht.

Gerade die verschiedenen Orte und Charaktere belebten meiner Meinung nach dieses Buch. Der Schreibstil ließ sich sehr gut lesen und passt hervorragend zu dieser Zeit, in der die Geschichte spielt.

 

Welches Geheimnis soll Amy auf die Spur kommen?

Geht es um ihre Herkunft?

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Nun folgender Punkt kann an meiner weiblichen Intuition liegen oder doch daran, dass gewisse Geheimnisse fast zu offensichtlich in die Geschichte eingebaut wurden. Einiges war mir sofort klar und mit diesen Gedanken geht man solch einer Geschichte natürlich nicht mehr ganz unvoreingenommen entgegen.

 

Mein Fazit

Im Großen und Ganzen hat mir die Reise mit der jungen Amy Snow Spaß gemacht.

Es gab Freude und Leid. Viele neue Bekanntschaften und eine Aufgabe, der Amy sich stellen muss, um hinter die Lösung der vielen Rätsel zu kommen.

Für alle Leser, denen der Lebensstil und den typischen Umgangsformen des viktorianischen Zeitalters nichts ausmachen, sollten sich unbedingt auf die Reise mit Amy begeben.

 

 

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