logo
Wrong email address or username
Wrong email address or username
Incorrect verification code
back to top
Search tags: Historische-Romane
Load new posts () and activity
Like Reblog Comment
review 2018-09-10 07:06
Familie Lejongård lüftet weitere Geheimnisse
Die Frauen vom Löwenhof - Mathildas Geheimnis: Roman (Die Löwenhof-Saga, Band 2) - Corina Bomann

Inhaltsangabe

Südschweden, 1931. Mathilda ist 16 und nach dem Tod ihrer Mutter Waise. Völlig überrascht steht sie plötzlich der beeindruckenden Agneta Lejongård gegenüber. Die ihr unbekannte Gutsherrin ist ihr Vormund und nimmt sie mit auf den Löwenhof. Mathilda ahnt nicht, dass Agneta ihre Tante ist. Und noch bevor sie die Wahrheit über ihre Herkunft erfährt, bricht in Europa ein neuer Krieg aus. Das Leben auf dem Löwenhof verändert sich für immer, und Mathilda muss auf der Suche nach ihrem persönlichen Glück ganz neue Wege gehen. 

 

Meine Meinung 

An erster Stelle ein ganz großes Lob an die Sprecherin Karoline Mask von Oppen.

Wer sich noch unsicher ist, ob er zum Buch oder zum Hörbuch greift, sollte den Hörbuchgenuss nicht außer Acht lassen.

Die Sprecherin haucht sowohl Mathilda, als auch der Geschichte so viel Leben ein.

Interessant ist auch, dass für jeden Teil der Reihe eine andere Sprecherin gewählt wurde. Agneta im ersten Band wurde von Nora Jokhosha gesprochen und hat mir auch sehr gut gefallen.

 

Seit dem Ausgang des ersten Bandes sind 16 Jahre vergangen.

So glücklich wie Band 1 endete, so traurig beginnt der zweite Teil der Reihe. Die junge Mathilda verliert ihre Mutter, welche man bereits aus Band 1 kennt und wird zur Waise. Sie sieht sofort ihr zukünftiges Leben den Bach hinunter gehen, möchte sie doch mit Paul glücklich werden und mit ihm gemeinsam ein Möbelhaus eröffnen. Bei der Testamentseröffnung ihrer Mutter erwartet Mathilda dann eine überraschende Wendung ihres Schicksals. Vor ihr steht Agneta Lejongård, zu deren Mündel sie werden soll. So kommt es, dass wir als Hörer/Leser gemeinsam mit Mathilda zurück an den Löwenhof kehren.

 

Dort wird Mathilda allerdings nicht von allen herzlich empfangen. Agneta’s Söhne Ingmar und Magnus reagieren sehr unterschiedlich auf die neue Bewohnerin des Hauses. Vor allem der ruhige Magnus hat im Verlauf des Buches noch einiges in petto. Seinen Unmut gegenüber Mathilda konnte ich von Anfang bis Ende nicht verstehen und durch sein nicht nachvollziehbares Verhalten nimmt er sehr schnell die Rolle des unsympathischsten Charakters ein. Sein Verhalten habe ich während des Hörens auf Eifersucht geschoben, ob es wirklich so ist, wird in diesem Teil nicht bestätigt.

 

Ansonsten gibt es einige Wiedersehen mit bereits bekannten Hausangestellten, was mir an Buchreihen immer besonders gut gefällt. Wie bereits im ersten Band herrscht unterschwellig eine geheimnisvolle Stimmung. Sobald man den ersten Band der Reihe kennt, ist man Mathilda hier im Vorteil. Man ahnt, mit welcher Wahrheit sie im Verlauf konfrontiert wird, kann lediglich ihre Reaktion nicht abmessen.

 

Auch im zweiten Teil darf es nicht an Liebe, Intrigen, Geheimnissen und Schicksalsschlägen mangeln und das tut es auch nicht. Corina Bomann zeigt ihr Händchen diese Geschichte fortzusetzen. Als Hörer/Leser hat man durch etwas größere Zeitsprünge auch das Gefühl im der Story voran zu kommen.

 

In diesem Band schlittert man als Hörer/Leser in die Zeit des 2. Weltkrieges hinein. Einige interessante Themen schneidet die Autorin in ihrer Geschichte an, aber konstant bleibt die Geschichte um Mathilda und Agneta auf dem Löwenhof im Fokus. Gerne hätte ich noch ein wenig mehr von der Rolle Schwedens in dieser Zeit erfahren, aber das war nicht das Vorhanden von Corina Bomann und daher werde ich schauen, ob sich dazu vielleicht andere Lektüre finden lässt.

 

Was mir während des Lesens immer gefehlt hat, war ein zeitlicher Überblick. Die Autorin versucht die Jahreszahlen geschickt zu umgehen und als Hörer/Leser aber ich versucht mich sehr stark auf den Jahreszeitenwechsel und den Jahresübergang durch die Silvesterfeier zu orientieren. Enden tut dieser zweite Teil der Löwenhof Saga im Mai 1945 und mit dem Weg der Sonne.

_____________________________________________________________

 

Hinsichtlich eines Punktes wählte die Autorin ebenfalls eine andere Herangehensweise, wie ich es mir gewünscht hätte. Im ersten Band lernen wir einen Mann kennen, der im zweiten Band nochmal eine sehr interessante Rolle gespielt hätte, leider nur in der dritten Person erwähnt wird und keinen eigenen Auftritt mehr hat.

 

Mein Fazit

Auch Band 2 konnte mich mitnehmen an den Löwenhof. Corina Bomann konnte mich wieder durchgängig mit Interesse an der Geschichte packen. Ein großes Lob ist auch in meinem Fazit der Sprecherin zu zukommen, welche mir die Geschichte wirklich sehr schön vorgetragen hat.

Mit Aussicht auf den dritten und letzten Band der Reihe bin ich gespannt auf die Protagonistin, die Zeit in der das Buch spielen wird und auf die Ereignisse, die auf die Familie Lejongård warten.

Like Reblog Comment
review 2018-08-31 16:34
Deutsche Geschichte grandios verpackt
Flug der Träume: Roman - Ariel Lawhon,Annette Hahn

Inhaltsangabe

Eine Gruppe von Passagieren wird im Mai 1937 zur Schickalsgemeinschaft. Der letzte Flug der Hindenburg und sein tragisches Ende markieren das Ende einer Ära. Ariel Lawhon entfaltet eins der größten Rätsel des 20. Jahrhunderts und erzählt von dieser Reise mit einer emotionalen Intensität, die noch lange nachwirkt.

Am Abend des 3. Mai 1937 gehen in Frankfurt 97 Menschen an Bord des Zeppelins Hindenburg, für den letzten, schicksalhaften Flug nach Lakehurst, New Jersey. Unter ihnen eine ängstliche Stewardess, die etwas zu verbergen hat, der zuverlässige Navigator, der ihre Zuneigung gewinnen will, ein naiver Kabinenjunge, der eine dauerhafte Position im größten Luftschiff der Welt anstrebt, eine vorlaute Journalistin, die in Deutschland auf einer schwarzen Liste steht, und ein geheimnisvoller amerikanischer Geschäftsmann, der eine offene Rechnung begleichen möchte. Im Laufe der drei champagnerseligen Tage ihrer Reise lichtet sich allmählich der Dunst um ihre Lügen, Ängste, Pläne und Hoffnungen für die Zukunft. 

 

Meine Meinung 

Wer meinen Blog ab und zu verfolgt, der hat mit der Zeit mitbekommen, dass ich mich unheimlich für geschichtliche Aspekte interessiere. Gerne auch im Sachbuchformat, aber vor allem mittels historischen Romanen.

 

Da musste ich nicht lang überlegen, als dieses Buch in unserer Leserundengruppe vorgeschlagen wurde. Das größte Luftfahrzeug der Geschichte, welches nach dem deutschen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg benannt wurde, war mir bis dato natürlich ein Begriff, aber als Bescheid wissen, konnte ich es nicht bezeichnen.

Dieser Punkt sieht nun nach dem Lesen ganz anders aus.

 

Als >>Titanic der Lüfte<< ging sie in die Geschichte ein und Kenner bringen das Datum des 6. Mai 1937 mit der Hindenburg in schreckliche Verbindung.

Ein tragischer Tag für die Luftfahrt, aber auch für viele Menschen auf der ganzen Welt.

 

Der Roman von Ariel Lawhon, eine Autor, deren Name man sich auf jeden Fall merken sollte und von der ich mir noch viele weitere Bücher erhoffe, startet drei Tage vor dem großen Unglück.

Am 3. Mai 1937 gehen 97 Menschen (36 Passagiere, 61 Crewmitglieder) an Bord und erhoffen sich eine 3-tägige, reibungslose und entspannte Überfahrt nach Lakehurst, New Jersey, USA.

Im Fokus der Geschichte stehen zwei Flugpassagiere und drei Besatzungsmitglieder der Hindenburg, welche bereits kurz, aber prägnant im oben eingefügten Klappentext vorgestellt werden.

Um jedem Leser von der Geschichte rein gar nichts vorweg zu nehmen, möchte ich an dieser Stelle nur verraten, dass alle fünf Perspektiven über das gesamte Buch hinweg fesseln. Jede Sichtweise mal mehr und mal weniger, aber im Großen und Ganzen erzählt jede Figur eine geheimnisvolle oder spannende Geschichte.

Konnten mich anfänglich vor allem die junge Stewardess Emilie und der Navigator Max überzeugen, rückten zur Mitte des Romans vor allem der Kabinenjunge Werner und die Journalistin Gertrud in meinen Fokus.

 

Der Aufbau des Buches gefiel mit super. In sehr regelmäßigen Abständen wechseln die Kapitelüberschriften, welche gleichzeitig die Perspektive der Stewardess oder zum Beispiel des ominösen Amerikaners ankündigen. Die einzelnen Abschnitte haben anfänglich eine sehr gute Länge, um die Charaktere besser kennen zu lernen und einzuschätzen. Gegen Ende nutzt Ariel Lawhon einen so rasanten Wechsel der Erzählperspektive, dass mir förmlich schwindelig wurde, aber eine spürbare Spannung produziert wird, die den großen Showdown ankündigt.

 

Neben den Ereignissen um die Personen schafft es die Autorin dem Leser das Luftschiff näherzubringen. Egal ob Details zu technischen Daten oder zur Einrichtung und Aufteilung des Zeppelins, hier werden sämtliche Fakten erklärt und fließend in die Geschichte eingebracht.

Über die Beantwortung folgender Fragen bin ich im Nachhinein unheimlich dankbar:

Warum flog dieser Zeppelin mit 200.000m3 entflammbarem Wasserstoff durch die Luft?

Wie fanden 97 Passagiere und die Besatzung darin Platz?

Wie war der Alltag auf diesem Luftriesen?

Was bedeutet die Nummer 091091-K-455(-)6(-)8 auf einer militärischen Erkennungsmarke?

Und wie viel Zeit benötigte es, dass die Hindenburg ausbrannte?

 

Ob die Autorin mit ihrer Geschichte den wahren Grund für die Zerstörung der >Hindenburg< gefunden hat, werden wir wohl nie erfahren. Dies bleibt eine unbeantwortete Frage.

 

In dieser Rezension möchte ich mal wieder erwähnen, wie wichtig es ist, auch das Nachwort bzw. die Anmerkungen von Autoren zu lesen. Ariel Lawhon berichtet, dass sie in ihrem Buch einzelne reale Begebenheiten eingearbeitet hat. Zum Beispiel sind einzelne Personengeschichten nicht an den Haaren herbeigezogen, sondern in Wirklichkeit so geschehen. Einige der fünf Figuren lebten wirklich und gingen an dem Tag im Mai 1937 tatsächlich an Bord des Luftschiffes.

Lediglich die Verflechtungen der Geschichte selbst bezeichnet die Autorin als ihren Versuch einer Theorie zum Absturz des Zeppelins.

 

Mein Fazit

Für mich ein Buch, dessen Geschichte ich für lange Zeit verinnerlichen werde.

Der Unglückstag des größten Luftschiffes aller Zeiten ging in die Geschichte ein und für die heutige Generation ist es kaum vorstellbar, dass solche Gewalten vor 80 Jahren durch die Lüfte flogen. Auch für mich ein besonderer Teil in der Geschichte der Luftfahrt und ein Denkmal gegenüber den 36 Toten, welches nicht in Vergessenheit geraten sollte.

Für dieses Buch würde ich wohl fast jedem Leser unter euch eine Leseempfehlung aussprechen. Und ich kann in keinerlei Hinsicht verstehen, dass diesem Buch in der großen Leserschaft bisher so wenig Beachtung zugekommen ist. Unbedingt lesen!

Like Reblog Comment
review 2018-07-12 10:20
Das historische Schweden und seine Frauen
Die Frauen vom Löwenhof - Agnetas Erbe: Roman (Die Löwenhof-Saga, Band 1) - Corina Bomann

Inhaltsangabe

Ein schwedisches Landgut, eine mächtige Familie, eine Frau zwischen Liebe und Pflicht: Die große Saga von Corina Bomann

Agneta kämpft mit den Tränen. Ein Telegramm hat sie nach Hause gerufen, ihr Vater ist bei einem Brand ums Leben gekommen. Dabei hatte sie sich schweren Herzen von ihrer mächtigen Familie losgesagt und in Stockholm ein freies Leben als Malerin geführt. Eine Aussöhnung schien unmöglich. Jetzt werden ihr Titel, Glanz und Vermögen zu Füßen gelegt, sie soll das Erbe ihres Vaters antreten als Gutsherrin vom Löwenhof. Ihre Wünsche und Träume sind andere, sie sehnt sich nach einem Leben an der Seite von Michael, einem aufstrebenden Anwalt. Selbstlos stellt Agneta sich der Pflicht und Familientradition. Ihr Herz jedoch kann nicht vergessen und sehnt sich nach Liebe … 

 

Meine Meinung 

Es gibt neues von Corina Bomann. Noch dazu ist es eine Trilogie und die Autorin nimmt den Leser mit ins historische Schweden um 1913.

Für mich eine Zeitepoche, in der ich sehr gern lese, am vorfreudigsten war ich allerdings auf das Land Schweden. Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich dieses unparteiische Land sehr sehr selten als Setting in meinen Büchern.

Vor allem geschichtlich war ich sehr gespannt, mit welchen Fakten die Autorin ihre Geschichte umwebt.

 

Als Protagonistin lernt man gleich zu Beginn die 28-jährige Agneta Lejongård kennen. Um als Freigeist und Malerin zu leben, verließ sie den Gutshof Löwenhof und somit auch ihr Elternhaus. In Stockholm lebt sie ihr Leben mit ihrem Freund und zukünftigem Anwalt Michael und ihrer Suffragettenfreundin Marit.

Bis ein Telegramm ihrer Mutter alles verändern soll…

 

Auf dem Gutshof hat es einen Unfall gegeben und Agneta soll unverzüglich die Reise zu ihrem Elternhaus auf sich nehmen. Scheint es für Agneta anfänglich lediglich ein Pflichtbesuch zu sein, ist für sie klar, dass sie nach dem Abschätzen der Unfallfolgen nach Stockholm und ihrem freien Leben zurückkehrt, aber auch dieses Vorhaben soll sich in Luft auflösen.

 

Der Schicksalsschlag bringt die Folge mit sich, dass Agneta Gutsherrin des Löwenhof sein soll. Für den Leser ist schnell klar, dass eine schwerwiegende Entscheidung vor dieser jungen Frau steht. Hat sie sich ihr Leben doch ganz anders vorgestellt.

Zu dem ahnt man als Leser, welches historische Ereignis bevorsteht und ich finde es für die Zeit eher ungewöhnlich, dass eine Frau das Oberhaupt eines Hauses ist. Umso neugieriger war ich auf die weitere Fortsetzung des Romans.

 

Zurück am Hof lernt man weiter Figuren kennen, welche die Geschichte in seinem Fortgang unterstützen. Dazu gehören zum Beispiel Agneta’s Mutter Stella Lejongård, welche im Buch als Schneekönigin bezeichnet wird, sowie viele Angestellte des Löwenhofs. Für mich kristallisierte sich hier sehr schnell heraus, dass die Mutter keine Sympathieträgerin wird und auch welchen Angestellten eventuell eine größere Rolle in der Geschichte zugesprochen wird.

 

In einem historischen Roman darf die Liebe meist nicht fehlen, aber die Autorin würde es dem Leserpublikum zu leicht machen, wenn Agneta denjenigen lieben dürfte, dem ihr Herz gehört. Ihre Mutter sieht keine unverheiratete Frau als Herrin des Löwenhofs und schmiedet ihre ganz eigenen Pläne.

Im Verlauf des Buches ist Agneta des Öfteren gezwungen ihrer Vernunft und weniger ihrem Herzen zu folgen.

 

Des Weiteren ist dieser Roman bestückt mit vielen Geheimnissen um die Familie Lejongård, sowie weiteren Schicksalsschlägen und Überraschungsmomenten.

Der geschichtliche Aspekt, auf den ich sehr gespannt war, wird hier lediglich angeschnitten, aber Corina Bomann kann einen Ausblick geben, inwieweit Schweden sich versucht aus dem 1. Weltkrieg herauszuhalten.

Sehr reizvoll macht sie für mich das schwedische Königshaus, um den Kronprinzen Gustav VI. Adolf und seine Gemahlin Margaret, welche einige Rollen im Buch einnehmen.

 

Wer andere Bücher der Autorin kennt, wird auch im Schreibstil einen Unterschied erkennen. Allerdings kam ich auch mit ihrer historischen Seite gut zurecht.

Die Autorin findet ein ansprechendes Maß an Charakter- und Umgebungsbeschreibungen.

 

Ein Reihenauftakt wäre nicht perfekt, wenn er dem Leser nicht einige Fragen offenlassen würde. So ist es auch hier. Am Ende des Romans befindet man sich in den ersten Zügen des Jahres 1915.

Meine offen gebliebenen Fragen sind notiert und ich bin gespannt, auf welche die Autorin in den beiden Folgebänden eingehen wird.

_________________________________________________________________

 

Zwei Punkte möchte ich an dieser Stelle meiner Rezension noch ansprechen.

Zum einen wird Agneta anfänglich als starke und selbstbewusste Frau dargestellt, haben die Veränderungen in ihrer Lebensführung dahingehend Folgen. Agneta kann ihre Stärke im Verlauf nur stellenweise ans Licht bringen. Hinsichtlich dieses Punktes bin ich gespannt, ob es ein Wiedersehen mit dieser Figur geben wird und wie ihre Charakterentwicklung fortgesetzt wird.

Wenn Liebe im Spiel ist, kommt es gelegentlich aus zu romantischen Sexszenen. Sexszenen enthält dieses Buch, aber mir gefielen die Beschreibungen leider gar nicht. Auch wenn es nur einen winzigen Teil der gesamten Geschichte ausmacht, fiel es mir sofort auf. Von Romantik keine Spur und die Beschreibungen waren meiner Meinung nach nicht ganz passend für die Zeit, in der der Roman spielt.

 

Mein Fazit

Mich macht der Auftakt der „Löwenhof- Saga“ auf jeden Fall neugierig und ich freue mich, dass die Planung der Folgebände bereits abgeschlossen ist und man als Leser nicht allzu lange auf die Weiterführung der Geschichte warten muss.

Corina Bomann schafft es interessante Figuren zu erschaffen, das Leben auf dem Löwenhof durch intensive Beschreibungen darzustellen und einen geschichtlichen Ausblick auf Schweden als Land zu geben.

Bomann Fans sollten diese Reihe in ihrem Erfahrungsschatz nicht auslassen.

Like Reblog Comment
review 2018-04-15 09:46
Verwirrend und verstörend
Seht, was ich getan habe: Roman - Sarah Schmidt,Pociao

Inhaltsangabe

Ein ungeklärter Mordfall, der bis heute die Gemüter erhitzt

»Vater ist tot!« Zutiefst verstört starrt Lizzie Borden ihren Vater an, der blutüberströmt auf dem Sofa liegt. Auch ihre Stiefmutter wird tot aufgefunden – ebenfalls hingerichtet mit einer Axt. Eindeutige Spuren sind an jenem schicksalhaften Morgen des 4. August 1892 kaum auszumachen, dafür häufen sich die Fragen. Denn während die Nachbarn in Fall River, Massachusetts, nicht begreifen, wie einer so angesehenen Familie etwas derart Grausames zustoßen kann, erzählen diejenigen, die den Bordens wirklich nahestehen, eine ganz andere Geschichte: von einem jähzornigen Vater, einer boshaften Stiefmutter und zwei vereinsamten Schwestern. Schnell erklärt die Polizei Lizzie zur Hauptverdächtigen, deren Erinnerung jedoch lückenhaft ist. Wo war sie zum Zeitpunkt der Morde? Saß sie wie so oft unter den Birnbäumen und träumte vor sich hin? Oder ist sie doch verantwortlich für diesen Albtraum? 

 

Meine Meinung 

Es war der 4. August 1892 als die 32- jährige Lizzie Borden ihren toten Vater im Wohnzimmer entdeckt. Blutüberströmt liegt er da. Lizzie geht näher, betrachtet seine Leiche, berührt seine blutige Hand. Sie geht langsam und völlig ruhig aus dem Zimmer, schließt die Tür und ruft:

„Schnell! Jemand hat Vater getötet!“ (S. 12)

 

Bereits auf diesen ersten Seiten wird dem Leser durch die eindringlichen Beschreibungen um den Charakter Lizzie Borden klar, dass man es hier mit einer sehr seltsamen Frau zu tun haben.

 

Der historische Name Lizzie Borden und der Fall waren mir natürlich bekannt.

Die Präsenz darum ist meiner Meinung auch heute dank Internet und fachspezifischen Büchern noch immer sehr aktuell.

Allerdings füllte dieser Roman noch einige meiner Lücken zu diesem Fall.

Was wohl ein jeder schon mal gehört oder gelesen hat, ist folgender Abzählreim.

 

Lizzie Borden took an axe
And gave her mother forty whacks.
When she saw what she had done,
She gave her father forty-one

 

Denn im Haus der Bordens wurde an diesem Tag nicht nur eine Leiche entdeckt.

Das Hausmädchen Bridget entdeckt kurze Zeit später im Gästezimmer des Hauses den leblosen Körper von Abby Borden, Lizzie’s Stiefmutter.

 

„Seht, was ich getan habe“ ist der Debütroman der australischen Autorin Sarah Schmidt. In ihrem Roman erzählt sie die Geschichte um den oben genannten Doppelmord aus vier Erzählperspektiven.

Lizzie, 32 Jahre, Tochter des Hauses Borden

Emma, 42 Jahre, ebenfalls Tochter des Hauses Borden

Bridget, 26 Jahre, Hausmädchen der Familie Borden

Benjamin, Bekannter des Onkels der beiden Bordengeschwister

 

Der Roman wird in drei Teile unterteilt und enthält insgesamt 17 Kapitel, welche hauptsächlich den Zeitraum um die Tat behandeln. Als Leser bekommt man sehr viele Einsichten in dem 4. August des Jahres 1892. Aus allen vier Perspektiven beschreibt die Autorin eingehend die Geschehnisse, die Handlungsweisen und die Emotionen einer jeden Figur.

Jedes Kapitel ist durch eine optisch sehr ansprechende Überschrift mit Name der Person und einem Datum versehen.

 

Die Autorin schafft es trotz der Verbindung von historischen Fakten und fiktiven Fakten eine sehr authentische Atmosphäre zu erschaffen. Man erhält sehr detaillierte Einblicke in die handelnden Personen. Sie kann sehr bildhaft das Haus der Bordens und das gesamte Umfeld beschreiben. Und sehr eindringlich und gleichzeitig empfand ich die Beschreibungen um die familiären Verbindungen.

Lizzie Borden war mit Sicherheit keine einfache Persönlichkeit, umso spannender fand ich die Beziehung zu ihren Eltern und ihrer älteren Schwester Emma.

Die besondere und gesonderte Rolle in der Familie nahm eindeutig Lizzie ein.

 

„Sie gab mir dasselbe Gefühl wie Vater, ich schämte mich dafür, was ich war: das ewige Kind.“ (Lizzie, S. 277)

 

„Als ich Lizzie ansah, meine sonderbare, fremde Schwester…“ (Emma, S. 343)

 

Da es ein Debüt ist, fiel mir beim Lesen sofort der besondere Schreibstil auf.

Eine meiner Überlegungen dazu war, ob sich die Autorin ihrer Geschichte mit diesem historischen Aspekt angepasst hat oder ob sie diesen Stil auch bei folgenden Werken einbringen wird. Vor allem die Verwendung von personifizierenden Adjektiven ist mir beim Lesen sehr stark ins Auge gefallen. Für mich eine Seltenheit in letzter Zeit und umso bewegender konnte ich mir die einzelnen Personen situativ vorstellen.

 

Der Mordfall der Eheleute Borden konnte nie geklärt werden.

Lizzie Borden wurde zwar angeklagt und am 5.6.1883 begann die Gerichtsverhandlung, allerdings wurde sie freigesprochen. Lediglich von den Anwohnern der Stadt Fall River wurde sie bis an ihr Lebensende verachtet.

Auch Sarah Schmidt lässt in ihrem Roman alles offen.

Dass sie den fiktiven Charakter Benjamin in die Geschichte eingebracht hat, machte es beim Lesen umso spannender und undurchsichtiger.

Beim Lesen fiel mir durch den Wechsel in der Erzählperspektive immer wieder erst im Nachhinein auf, dass die Autorin immer noch denselben Tag beschreibt.

Dass ihr dies möglich war, lag einer sehr guten Recherchearbeit zu Grunde. Dieser Punkt könnte aber bei einigen Lesern auch eine Langatmigkeit hervorrufen. Dazu schreibe ich im unteren Teil noch ein wenig mehr.

 

Positiv zu erwähnen, ist, dass man zum Ende des Buches noch einen kurzen Einblick in das Danach bekommt. Ein Kapitel bespricht die Zeit 13 Jahre nach den Geschehnissen und die letzten Seiten umfassen eine sehr ausführliche Zeitleiste, die es lohnt, durchgelesen zu werden.

____________________________________________________________

 

„Seht, was ich getan habe“ kann ich nicht als leichte Lesekost bezeichnen.

Man muss sich auf die Geschichte und den Schreibstil einlassen können.

Auf einer Seite konnten mich die sehr ausführlichen Beschreibungen den Figuren näher bringen, auf der anderen hätte ich mir manchmal einen ständigeren Wechsel der Sichtweisen gewünscht. Zum einen um die Spannung noch ein wenig zu steigern, zum anderen, weil es manchmal doch schwer war, dem erzählenden Charakter über 30 Seiten lang zu folgen.

Diese Einschätzung ist aber subjektiv. Hier sollte sich jeder Leser seine eigene Meinung bilden.

 

Mein Fazit

Dieser Roman wird mir als sehr bedrückend in Erinnerung bleiben.

Die Autorin setzt hier auf sehr viel kühle Emotionen, die der Fall an sich, aber auch die Charaktere im Buch mit sich bringen. Mit einem sehr speziellen Schreibstil und einer sehr gut recherchierten Geschichte kann sie den Lesern den ungelösten Fall im Hause Borden näherbringen lässt einen jeden mit der Frage zurück, was damals wirklich in Fall River passierte.

Nach diesem eindrücklichen Roman bin ich sehr gespannt, auf weitere Werke der Autorin. Vor allem, ob sie in diesem Genre bleibt oder ob man als nächstes etwas völlig anderes von ihr lesen wird.

 

 

Like Reblog Comment
review 2018-03-14 12:58
Hamburger Trümmermorde 1947
Trümmerkind: Roman - Mechtild Borrmann

Inhaltsangabe

Hamburg 1946/47 - Steineklopfen, Altmetallsuchen, Schwarzhandel. 
Der 14jährige Hanno Dietz kämpft mit seiner Familie im zerstörten Hamburg der Nachkriegsjahre ums Überleben. Viele Monate ist es bitterkalt, Deutschland erlebt den Jahrhundertwinter 1946/47. 
Eines Tages entdeckt Hanno in den Trümmern eine nackte Tote - und etwas abseits einen etwa dreijährigen Jungen. Der Kleine wächst bei den Dietzens in Hamburg auf. Monatelang spricht der Junge kein Wort. Und auch Hanno erzählt niemandem von seiner grauenhaften Entdeckung. Doch das Bild der toten Frau inmitten der Trümmer verfolgt ihn in seinen Träumen.
Erst viele Jahre später wird das einstige Trümmerkind durch Zufall einem Verbrechen auf die Spur kommen, das auf fatale Weise mit der Geschichte seiner Familie verknüpft ist… 

 

Meine Meinung 

Zu Beginn möchte ich ein paar Worte zum Klappentext loswerden.

Nicht immer lese ich sie, da viele Inhaltsangaben bereits zu viel verraten.

Bei diesem Buch habe ich mir den Klappentext durchgelesen und ich muss sagen, dass er doch ein wenig unpassend wirkt. Ein paar Details sind in der Geschichte einfach anders verwoben worden.

 

Ein Punkt, der mich gleich auf den ersten Seiten überraschte war, dass die Autorin in ein Buch mit knapp 300 Seiten drei Handlungsstränge packt.

Dieses stilistische Mittel hätte Verwirrung stiften können, tat es aber nicht.

Durch den Wechsel der Erzähler und der Jahreszahl konnte Mechtild Borrmann eine gewisse Spannung und Neugierde aufbauen.

Im Buch enthalten ist der Erzählstrang von Clara Anquist im Jahre 1945.

Der Erzählstrang von Hanno Dietz im Jahre 1947.

Und der Part um Anna Meerbaum im Jahre 1992.

 

Im Jahre 1945 begegnet man als Leser der Familie Anquist auf deren Gutshof in der Uckermark. Als Mitglied der NSDAP steht dem Familienoberhaupt Heinricht Anquist seine Grundstücksenteignung bevor. Er will seine Familie und deren Erbe schützen, aber sehr schnell muss er auf seine Tochter Clara Anquist vertrauen.

 

Der kleine Hanno Dietz erzählt seine Geschichte im Nachkriegs-Hamburg.

Nachdem der Vater im Krieg geblieben ist, liegt es an ihm und seiner kleinen Schwester für einen gewissen Lebensstandard zu sorgen. Zusätzlich versucht seine Mutter die Familie mit Näharbeiten über Wasser zu halten. In diesem Strang wird die Geschichte einer Familie erzählt, welche am Existenzminimum lebt. Aber die Familie Dietz kämpft und das macht sie sympathisch. Eines Tages macht Hanno in den Trümmern der Stadt eine schreckliche Entdeckung, die ihn seines Lebtages nicht mehr loslässt. Schnell wendet er sich ab und entdeckt einen kleinen Jungen bei seiner Schwester. Sie nehmen ihn mit nach Hause und Agnes Dietz kann nicht anders, als den kleinen Jungen bei sich aufzunehmen.

 

Und in der Gegenwart macht sich Anna Meerbaum 1992 auf der Suche nach der Vergangenheit ihrer Mutter Clara Meerbaum, geborene Anquist. Sehr schnell schließt sich hier also der Bogen und ich war sehr gespannt, ob man durch diese Suche mehr über den Strang im Jahre 1945 erfährt. Sogleich war vor allem meine Neugierde um den Verbleib der Familie Anquist entfacht.

Wie die Geschichte um Familie Dietz ins Bild passte, blieb ein wenig länger im Unklaren. Allerdings hatte ich auch hier sehr schnell eine Vermutung.

 

Die Autorin Mechtild Borrmann schickt den Leser hier also auf eine Reise in die Vergangenheit, in der es einige Geheimnisse zu geben scheint. Die einzelnen Handlungsstränge wurden meiner Meinung nach durch einen tollen Schreibstil und einem gelungenen Aufbau des Buches miteinander verbunden.

 

Das Ende, welchem ich von Anfang an entgegengefiebert habe, kam nicht ganz überraschend, aber es passt zur Geschichte. Denn man sollte nicht vergessen, dass es sich hier um einen Kriminalroman, nicht um einen Thriller handelt.

 

Ein besonderer Punkt ist für mich immer nach Nachwort. Hier hörte ich zum ersten Mal von den tatsächlich geschehenen Trümmermorden in Hamburg. Die Autorin nahm den Tatsachenbericht als Grundlage für ihr Buch und fügte es durch eine fiktive Geschichte zusammen.

 

Als Fazit bin ich dankbar über dieses Buch. Es greift eine Thematik auf, welche es nun einmal gab. Der Schrecken und die Nachwehen des Zweiten Weltkrieges waren da und die Autorin nimmt in vielerlei Hinsicht Bezug zu dieser schwierigen Zeit. Ob es das Thema Armut, Enteignung oder Familientrennung ist, dieses Buch ist themenspezifisch sehr kompakt. Und es zeigt, was Menschen in schwierigen Zeiten in der Lage sind zu tun.

____________________________________________________________

 

Im letzten Drittel des Buches wurde mit ein Thema allerdings zu schnell abgearbeitet. Es kam überraschend, wurde für meinen Geschmack aber zu schnell abgehandelt, so dass es sehr kühl und emotionslos wirkte. Für die Geschichte hätte ich mir an dieser Stelle ausführlichere Beschreibungen gewünscht. Dies mag Geschmackssache sein, aber im Nachhinein hätten es gerne 50 Seiten mehr sein dürfen.

 

Mein Fazit

Ein Buch, welches ich nicht missen möchte.

In „Trümmerkind“ wird um eine Tatsache eine spannende Geschichte erfunden.

Vor allem der stete Wechsel der Erzählstränge brachte zu keinem Zeitpunkt Längen in die Geschichte.

Für alle historisch Interessierten kann ich eine ganz klare Leseempfehlung aussprechen.

More posts
Your Dashboard view:
Need help?