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review 2017-11-14 06:50
Ein toller Start in Colorado
Die Perlenschwester: Roman - Die sieben Schwestern 4 - - Lucinda Riley,Sonja Hauser

Inhaltsangabe

Die neue Serie aus der Welt der »Mythos Academy«!

Mit ihrer »Frost«-Reihe begeisterte Jennifer Estep unzählige Fans in Deutschland. Doch ist der Kampf gegen Lokis Schnitter wirklich vorüber? Auf der Mythos Academy in Colorado geschehen besorgniserregende Ereignisse, aber nur wenige erkennen die Zeichen. Rory Forseti ist eine von ihnen. Trotz ihres jungen Alters hat sich die Spartanerin bereits im Kampf gegen Loki bewiesen. Dennoch ist sie eine Außenseiterin an ihrer Schule, denn ihre Eltern waren Schnitter – Verbrecher im Dienste Lokis. Rorys Vorsätze, endlich Freunde zu finden, werden über den Haufen geworfen, als sie Zeugin eines Mordes wird. Und wie sich herausstellt, stecken auch noch Lokis Schergen dahinter! Rory kann nicht zulassen, dass erneut Menschen durch die Schnitter leiden. Als eine Spezialeinheit sie für den Kampf gegen den Feind rekrutiert, gibt es für Rory kein Zurück mehr. 

 

Meine Meinung 

Nie hätte ich damit gerechnet, dass Jennifer Estep mit dieser Grundidee nochmal in die Vollen greifen würde. Nun geht es von der Mythos Academy in North Carolina zu der bereits bekannten Academy in Colorado. Bereits im Buch „Frostfluch“ mochte ich dieses kühle Setting, mit seinen Holzelementen und nordischen Gottheiten sehr gerne.

Absolut gern war ich mit Rory und den Greifen an den Eir-Ruinen.

 

Auch die neue Prota, Rory Forseti kenne ich bereits als Gwens Cousine, der sie bei dem entscheidenden Kampf gegen Loki zur Seite stand.

Anfänglich glich mir dieser Reihenauftakt zu sehr dem Reihenauftakt um Gwen. Rory alias Gwen, Rory’s Tante Rachel nahm die Rolle von Gwen’s Großmutter ein und dann begegnet auch Rory an ihrem ersten Tag nach den Ferien einen mysteriösen und gutaussehenden Jungen.

 

Aber die Autorin ließ diese Gemeinsamkeiten Gott sei Dank im Sand verlaufen. Sobald der Mord passierte und Rory der neuen Gefahr gegenüberstand, konnte man merken, dass Estep einen anderen Weg nimmt.

Toll finde ich die Idee der Spezialeinheit namens Midgard.

Dieses Wort hat in der Mythologie eine tolle Bedeutung und passt perfekt.

 

Natürlich lernen wir durch diese Gruppe neue Schüler und Lehrer kennen.

Team Midgard besteht aus dem Samurai Takeda, dem Wikinger Ian, dem Römer Mateo und der Walküre Zoe. Wie mir bereits der Kreis um Gwen Frost sehr gut gefiel, so konnte ich auch hier gleich jeden Charakter ins Herz schließen. Vor allem Ian, der anfänglich stark gegen Rory ist, hat in diesem Band seine ganz eigene Geschichte zu erzählen.

 

Die neue Gefahr im Leben der Mythos Academy Schüler ist eine neue Art von Wesen und ein Mann namens Sisyphus. Wer ist er? Wer sind seine Helfer? Schüler dieser Schule? Was will er?

Natürlich sind die überlebenden Schnitter wieder auf der Jagd nach einem Artefakt. Sehr schnell fasst das Team Midgard jemanden ins Auge, der die Verbindung zu Sisyphus darstellen könnte.

 

Und dann kommt Schwung in die Geschichte. Die Bösewichte zeigen sich. Erste Kämpfe werden ausgetragen und es gibt Verletzte und Tote.

 

Am Ende des Buches gibt es sogar ein kleines Wiedersehen mit Gwen.

Allerdings wünsche ich mir für die Fortsetzung der Reihe, dass Rory als Charakter vorherrschend auftritt. Der Auftritt der Heldin Gwen stellte ihre Cousine Rory wieder ein wenig in den Schatten, das fand ich schade.

 

Mein Fazit

Es war mir eine Ehre, wieder an einer Mythos Academy zu sein.

Mir gefällt der Standort in Colorado noch besser und auch Rory und ihr Team Midgard gefallen mir sehr. Für die Folgebände erhoffe ich mir, dass sie sich weiterhin hinsichtlich der Story von der bekannten Reihe entfernt und weiterhin spannende Geschichte, viel Mythologie und Action vorkommen werden.

 

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review 2017-11-06 19:53
Die kleinen besonderen Dinge
Das Glück an Regentagen - Marissa Stapley,Katharina Naumann

Inhaltsangabe

Wenn Geheimnisse eine Liebe zerstören, kann die Wahrheit sie wieder heilen?
Tausend Inseln unter einem Himmel voller Tropfen. Das ist Maes Heimat, ein kleiner Ort am St. Lorenz Strom. Hier in Alexandria Bay hat Mae nicht nur als Kind ihre Eltern verloren, sondern auch ihre erste große Liebe Gabe. Eines Tages war er einfach verschwunden. Und so ist auch sie gegangen.
Zehn Jahre später: Mae kehrt zurück nach Alexandria Bay, in das Inn ihrer Großeltern, um sich von einer schlimmen Trennung zu erholen. Aber ihre Großeltern haben sich verändert. Geheimnisse werden gelüftet, die ein neues Licht auf Gabes Verschwinden werfen. Lässt sich die Vergangenheit zurückerobern, und damit die Chance auf das Glück?

 

 

Meine Meinung 

Das Cover konnte mich von Anfang an total begeistern und daher werde ich dieses Buch auch nicht aus den Händen geben.

Vielleicht lese ich es in ein paar Jahren ein zweites Mal und empfinde den Inhalt des Buches ganz anders.

 

Aber nun von vorne. Neben dem Cover finde ich den Klappentext unheimlich gut gewählt. Er macht aufgrund der Erwähnung von Geheimnissen neugierig, diese aufzudecken und auch das Setting, Alexandria Bay mit seinen Inseln konnte mich gleich begeistern. Ein weiterer gut gewählter Punkt ist der Erscheinungstermin des Romans. Kann ich immer sehr schwer nachvollziehen, warum im September schon so viele Winter-/Weihnachtsbücher im Buchhandel einziehen, so finde ich, passt „Das Glück an Regentagen“ perfekt in den Herbst. Sowohl Titelbild, als auch Inhalt können diese hübsche Jahreszeit widerspiegeln.

Und dann kommen wir auch schon zu meinem Highlight.

Über jedem Kapitel befindet sich ein Satz, der Dinge nennt, die man an Regentagen tun kann. Im Buch handelt es sich hier um eine Liste, welche Virginia, Mae’s Mutter geschrieben hat.

 

„Tu für jemand anderen etwas Nettes – selbst wenn es nur etwas Kleines ist. Manchmal sind die Menschen traurig, wenn es regnet.“ (S. 100)

 

Mae sollte sich diese Liste immer bei Regentagen vor Augen führen. Dass diese Liste so in den Roman eingearbeitet wurde, finde ich klasse.

 

„Geh spazieren. Im Regen? Unbedingt. Es macht ungeheuren Spaß, im Regen spazieren zu gehen, wenn man aufhört, darüber nachzudenken, dass man nass werden könnte.“ (S. 121)

 

Warum es mein Highlight ist?

Manche Sätze sind zwar eindeutig auf Alexandria Bay und deren Umgebung ausgelegt, aber nicht alle! Und auch ich verkrieche mich bei Regen gern drinnen.

Wieso nicht rausgehen und es genießen?

Einige Punkte möchte ich gerne umsetzen.

Regen, du kannst kommen!

 

„Tanze im Regen.“ (S. 213)

 

Die Grundidee des Buches fand ich gut, aber meiner Meinung nach ging das Buch in eine andere Richtung, als von mir erhofft. Dies mag Geschmackssache sein, daher möchte ich den Inhalt keineswegs schlecht reden.

Mae verliert in jungen Jahren ihre Eltern.

Ihre große Liebe Gabe lässt sich einfach zurück.

Als sie nach 10 Jahren heimkehrt, ist ihr Großvater bei ihrer Großmutter ausgezogen.

Hat sie in der Gegenwart auf weniger Probleme gerechnet, zeigt die Autorin auf, dass das Leben kein Zuckerschlecken ist. Auch in der Gegenwart heißt es für Mae nicht genießen, sondern kämpfen.

Sie kämpft um die Liebe und um ihre Familie.

 

„Irgendwann wird der Regen aufhören, dass tut er immer. Warte einfach ab, wenn du zu nichts anderem Lust hast. Schau einfach hinaus und warte.“ (S. 291)

 

Der Titel „Das Glück an Regentagen“ fand sich meiner Meinung nach wirklich eher in den Regentagen-Tipps wieder, als in der Geschichte selbst.

Glück spielt schon eine Rolle, aber die Regentage wurden hier eher sinnbildlich für die schlechten Tage im Leben dargestellt.

 

Zum Ende hin konnte mich die Autorin noch mit der Message des Buches zufriedenstellen. Diese Geschichte wird nicht nur erzählt. Hinter der Geschichte steckt einiges an Bedeutung und das finde ich gut. Der Epilog war mir zwar zu weit hergeholt, aber er spricht wahre Worte, über die jeder Leser und jede Leserin ein paar Minuten drüber nachdenken sollte.

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Da ich in meinen Rezensionen auch immer auf die Punkte eingehe, die mir persönlich nicht so gefallen haben, möchte ich das an dieser Stelle tun.

Das Thema Geheimnisse wurde mir von der Autorin zu oberflächlich angekratzt. Auf einiges wurde nur nebenbei eingegangen, andere Sachen wurden für mich viel zu schnell verraten. Gerade den Part um Mae’s Großmutter Lilly fand ich schwach. Da hätte Marissa Stapley viel mehr rausholen können. Vor allem an Emotionen waren mir diese Teile des Buches zu verarmt.

Emotionen kamen für mich in diesem Buch allgemein zu kurz.

Mit Verlusten wurde nicht realitätsnah umgegangen und das fand ich sehr schade.

Dieser nicht nachvollziehbare Umgang mit Gefühlen kann ich sowohl auf Mae, als auch auf ihren Großvater beziehen.

 

Mein Fazit

Das Romandebüt von Marissa Stapley wird mir nicht unbedingt wegen der Story im Gedächtnis bleiben, aber auf jeden Fall bleibt es immer ein traumhaft schöner Anblick und für mich zählen, die kleinen Dinge im Buch. Die Liste „was man an Regentagen tun kann“ hat mein Herz berührt und auch die wichtigen Sätze, die man aus dem Buch am Ende mitnimmt, machen dieses Buch lesenswert.

Hier sollte wohl jeder einen eigenen Versuch wagen und sich sein eigenes Urteil bilden.

Ich würde mich freuen, wenn weitere Bücher der Autorin übersetzt werden.

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review 2017-10-13 15:50
Lucinda Riley von einer ganz anderen Seite
Der verbotene Liebesbrief: Roman - Lucinda Riley,Ursula Wulfekamp

Inhaltsangabe

Als der berühmte Schauspieler Sir James Harrison in London stirbt, trauert das ganze Land. Die junge Journalistin Joanna Haslam soll in der Presse von dem großen Ereignis berichten und wohnt der Trauerfeier bei. Wenig später erhält sie von einer alten Dame, die ihr dort begegnet ist, einen Umschlag mit alten Dokumenten – darunter auch einen Liebesbrief voller mysteriöser Andeutungen. Doch wer waren die beiden Liebenden, und in welch dramatischen Umständen waren sie miteinander verstrickt? Joannas Neugier ist geweckt, und sie beginnt zu recherchieren. Noch kann sie nicht ahnen, dass sie sich damit auf eine Mission begibt, die nicht nur äußerst gefährlich ist, sondern auch ihr Herz in Aufruhr versetzt – denn Marcus Harrison, der Enkel von Sir James Harrison, ist ein ebenso charismatischer wie undurchschaubarer Mann...

 

 

Meine Meinung 

Ein ganz großer Teil der Leser kennt und liebt die Romane von Lucinda Riley.

Auch ich zähle mich dazu.

Bisher habe ich Merkmale, wie Familiengeschichten, große Emotionen und die zwei verschiedenen Zeitebenen geliebt. Mit ihrem neu in Deutschland veröffentlichten Roman, „Der verbotene Liebesbrief“, welchen die Autorin bereits im Jahr 2000 schrieb und veröffentlichte, zeigt sie eine andere Seite von sich und ihrem Können.

Ich hätte tatsächlich nicht damit gerechnet, dass die Autorin auch anders schreiben kann, doch in diesem Werk beweist sie es.

 

Lässt der Klappentext noch auf die altbekannten Merkmale schließen, so kommt es doch ganz anders. Denn der Roman ist von vielen krimitechnischen Kennzeichen durchzogen. Dies stellt den Punkt Emotionen zwar in den Hintergrund, aber hebt den Fakt Spannung enorm herauf. Ich war begeistert mit welchem Tempo uns Riley durch dieses Werk treibt. Zu keiner Sekunde hätte ich aufhören wollen zu lesen.

Wer nun denkt, dass es schade um die großen Gefühle ist, welche die Autorin sonst so gezielt in Szene zu setzen weiß, der brauch absolut nicht enttäuscht sein. Die verschiedenen Geheimnisse und die Vielzahl an Charakteren, bringen Verluste und Vereinigungen mit sich, dies bedeutet also auch Emotionen.

 

Joanna war für mich die Protagonistin, weil ihr ziemlich zu Beginn die Aufgabe zu kam, das Geheimnis um diesen mysteriösen Liebesbrief zu lüften.

Waren die Geheimnisse in den bisher erschienen Büchern der Autorin nie leicht zu lösen, stellt Riley ihre Figur Joanna vor eine schwierige Aufgabe, welche nicht nur mit Zeit und Mühe, sondern auch mit großer Gefahr verbunden ist.

 

In diesem Werk gilt es Freundschaften zu erkennen und schätzen zu wissen, aber auch skeptisch zu sein, wer denn nun ein Freund und wer sich als Feind herausstellt. Auch die Liebe ist in den Riley-Romanen kein einfaches Spiel, so auch hier. Sowohl die Prota Joanna, als auch Zoe Harrison, die Enkeltochter des verstorbenen Schauspielers, welcher im Klappentext erwähnt wird, haben es alles andere als leicht, DIE Liebe zu finden.

Ich habe beide auch unheimlich gern auf diesem Weg begleitet.

 

Für mich das absolute Highlight war allerdings der Weg zur Lösung des Geheimnisses. Riley schafft es, diese Auflösung fast über das gesamte Buch im Schatten stehen zu lassen. Man hat Ahnungen, aber so richtig weiß man erst am Ende Bescheid.

 

Schreibstiltechnisch hatte ich bei Lucinda Riley noch nie etwas zu bemängeln, so auch hier nicht. Es liest sich nahezu perfekt und ist für mich und wahrscheinlich auch für euch ein absoluter Pageturner.

 

Ob ich die zweite Zeitebene vermisst habe?

Wenn ich ganz ehrlich bin, nicht wirklich. Die durchgängige Spannung hat es absolut wett gemacht. In Bezug auf die Geschichte hätte es mit zwei Zeitebenen sogar funktionieren können, aber ich denke, dass die Autorin sich dabei etwas gedacht hat. War ich mir ziemlich sicher, dass dies ihr erstes Werk ist und sie sich dort noch in einem anderen Stil versucht hat, war ich überrascht, dass „Seeing Double“ (Originaltitel) erst 8 Jahre nach ihrem ersten Roman erschien.

Da bleibt mir nun dafür eine umso größere Hoffnung, dass Riley irgendwann nochmal zu diesen Spannungselementen greifen wird.

 

Mein Fazit

„Der verbotene Liebesbrief“ überraschte mich total, aufgrund des ganz anderen Stils der Autorin. Umso mehr konnte sie mich mit dieser spannenden und actionreichen Geschichte um den Finger wickeln. Es ist sehr schön zu sehen, wenn Autoren plötzlich eine ganz andere Art zu schreiben zeigen.

Ich bin begeistert und freue mich, dass diesen Monat bereits ein weiteres Buch von ihr in Deutschland erscheint.

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review 2017-10-12 19:55
Ist es so einfach zu manipulieren?
Der Junge auf dem Berg - John Boyne,Ilse Layer

Inhaltsangabe

Als Pierrot seine Eltern verliert, nimmt ihn seine Tante zu sich in den deutschen Haushalt, in dem sie Dienst tut. Aber dies ist keine gewöhnliche Zeit: Der zweite Weltkrieg steht unmittelbar bevor. Und es ist kein gewöhnliches Haus: Es ist der Berghof – Adolf Hitlers Sommerresidenz.
Schnell gerät der Junge unter den direkten Einfluss des charismatischen Führers. Um ihm seine Treue zu beweisen, ist er zu allem bereit – auch zum Verrat.

 

 

Meine Meinung 

Viele Leser mögen das Buch „Der junge im gestreiften Pyjama“ kennen. Mit diesem Buch konnte der Autor John Boyne große Erfolge erzielen. Das Thema berührt und Boyne konnte mich mit dem Buch vor Jahren für sich gewinnen.

Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich erfuhr, dass er sich nochmal an das Thema 2. Weltkrieg wagt.

Wieder steht ein kleiner Junge im Mittelpunkt.

 

Pierrot lernen wir im Jahre 1936, im Alter von 7 Jahren kennen.

Sein Vater deutscher Kriegsveteran, seine Mutter französischer Herkunft.

Pierrot wächst in Frankreich auf und schließt eine enge Freundschaft mit dem jüdischen Nachbarsjungen Anshel. Die intensive Verbindung zwischen den beiden, kann der Autor auf wenigen Seiten sehr gut darstellen. Da Anshel taub ich, verständigen sich die beiden mit Gebärdensprache, was sie nur noch mehr verbindet.

Als sein Vater die Familie verlässt und seine Mutter erkrankt und zeitnah stirbt, bleibt Pierrot nichts anderes übrig als ein Waisenhaus. Er muss die Wohnung, seine Nachbarn und Freunde, Anshel und seinen geliebten Hund, ja eigentlich sein ganzes bisher wundervolles Leben zurücklassen.

Im Waisenhaus erreicht ihn dann ein unerwarteter Brief. Die Schwester seines Vaters möchte Pierrot zu sich holen. Mit dem Zug macht sich Pierrot auf den Weg in die bayrischen Alpen, wieder mal eine Reise ins Ungewisse.

 

Der Empfang im Berghof auf dem Obersalzberg ist alles andere als herzlich. Pierrot wird mit Regeln und Zurechtweisungen in das Leben auf dem Berg konfrontiert.

 

Anfangs kann Pierrot diese Dinge überhaupt nicht begreifen.

Wieso gibt seine Tante ihm einen neuen Namen?

Wieso darf er nie über seinen jüdischen Freund Anshel reden?

Und vom wem spricht seine Tante als Herr und Herrin?

 

In den Jahren 1937 – 1940 kehrt der Herr des Hauses, Adolf Hitler immer öfters in seinen Berghof ein. Pierrot lernt in kennen und als einziges Kind im Haus bekommt er ungemein viel Aufmerksamkeit von Hitler.

 

Sehr schnell schaut Pierrot zu ihm auf, versucht seine Gedankengänge nachzuvollziehen und vergisst nach und nach die Erinnerungen an sein altes Leben in Frankreich.

 

„Er wusste nicht so recht, ob er so ein Mensch werden wollte wie sie. Andererseits hatten diese Jungen vor nichts Angst gehabt und gehörten zu einer Gruppe – genau wie auch die Musketiere, dachte er. Pierrot mochte die Vorstellung, vor nichts Angst zu haben. Und auch die Vorstellung, irgendwo dazuzugehören.“ (S. 180f.)

 

Seiner Tante wird sehr schnell klar, was sie mit ihrer Entscheidung, ihren Neffen zu sich zu holen, angerichtet hat.

Welche Folgen wird diese Sympathie für Hitler vor allem für Pierrot haben?

 

„Mir graut vor dem Gedanken, was für ein Mensch aus ihm wird, wenn das so weitergeht.“ (S. 217)

 

Dieses Buch erzählt nicht nur einen Teil unserer deutschen Geschichte, nein, es geht vor allem auf die zwischenmenschlichen Geschehnisse auf dem Obersalzberg ein. Hier steht vor allem der Versuch Hitlers, den unschuldigen Jungen Pierrot von seinem Gedankengut zu überzeugen im Vordergrund. Geschickt weiß er ihn von seinen Ansichten zu überzeugen, so dass Pierrot eine gewaltige Veränderung widerfährt.

 

Das Thema Manipulation ist eine sehr schwerwiegende Problematik.

In Verbindung zu seinem Roman „Der Junge im gestreiften Pyjama“ konzentriert er sich mit dieser Thematik nochmals auf die Zeit des Nationalsozialismus.

Aber nicht nur Hitler war ein guter Manipulator. Die im Buch angesprochenen Inhalte können auf sehr viele Persönlichkeiten historischer Ereignisse angewandt werden.

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Im Vergleich zu „Der Junge im gestreiften Pyjama“ fehlt es mir in diesem Buch tatsächlich an Emotionen. Das Thema Hitler ist zum einen eine sehr kühle Thematik, aber gerade da menschliche Beziehungen im Buch eine große Rolle spielen, hätte der Autor in dieser Hinsicht noch mehr herausholen können.

Des Weiteren wurden mir viele Situationen, vor allem diese, in denen der Punkt Beeinflussung eine große Rolle spielten, zu schnell abgehandelt. Eine Vertiefung in manche Sichtweisen hätte mir besser gefallen.

 

Mein Fazit

John Boyne hat hier wieder einen Roman geschrieben, deren Inhalt mehrere wichtige Themen behandelt. Neben Verlusten und Freundschaften, geht er auf eine völlige Wesensveränderung eines Kindes, aufgrund von manipulativem Verhalten, Gesprächen und Aufmerksamkeit ein. Der Autor konnte bei mir mit sehr treffenden Zitaten punkten.

Aber ich weiß, dass er viel intensiver mit Emotionen umgehen kann.

Ein Thema, welches zur damaligen Zeit, aber auch heute, kein Einzelfall war.

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review 2017-08-05 07:15
Wer kennt die Wahrheit?
Der Tag, an dem wir dich vergaßen - Marion Ahl,Diane Chamberlain

Inhaltsangabe

Nach dem Tod ihres Vaters kehrt Riley MacPherson nach North Carolina zurück. Jahrelang hat sie diesen Ort gemieden – zu zerrüttet war ihre Familie seit dem Selbstmord ihrer Schwester vor über 20 Jahren. Als Riley ihr Elternhaus ausräumt, findet sie eine Schachtel mit alten Zeitungsartikeln und macht eine schockierende Entdeckung: Lebt ihre totgeglaubte Schwester etwa noch?  Was ist damals geschehen? Doch bei ihren Nachforschungen stößt Riley auf eine undurchdringliche Mauer des Schweigens… 

 

Meine Meinung 

Das Buch der Autorin Diane Chamberlain teilt sich in drei Teile ein, wobei mir persönlich der erste Teil am besten gefallen hat, was bei Büchern ja eigentlich immer selten der Fall ist. Da die meisten Bücher eine gewisse Anlaufphase benötigen. Dieses hier jedoch überhaupt nicht! Der erste Teil konnte mich total in die Geschichte hineinziehen. Zu dem schreibt die Autorin sehr lebendig und meine Vorstellungskraft musste nicht viel dafür tun, dass dieses Buch in meinem Geiste wie ein Film ablief. Eine grandiose Wirkung!

 

Als ich dieses Buch in der Verlagsvorschau von HarperCollins gesehen habe, ist mir hier nicht sofort das Cover, aber der Titel ins Auge gesprungen. „Der Tag, an dem wir dich vergaßen“ klingt für mich sehr traurig und emotional. Des Öfteren sehne ich mich nach solchen Geschichten, weil man den eigenen Emotionen einfach mal freien Lauf lassen kann. Zu dem verbirgt dieses Buch ein Rätsel. Das Rätsel um Riley’s Schwester Lisa, welche sich vor 23 Jahren das Leben nahm.

 

Mittlerweile ich Riley 25 Jahre alt, frisch getrennt und nach dem Tod ihres Vaters wieder mit ihrem Elternhaus konfrontiert. Ihr älterer Bruder Danny, welcher auf einem Campingplatz lebt, hatte nie ein gutes Verhältnis zu seinem Vater, daher steht Riley mit den zu erledigenden Dingen nach dessen Tod so ziemlich allein da. Als die beim Ausräumen diesen Karton mit den alten Zeitungsartikeln findet, stößt sie auf Dinge zum Selbstmord ihrer Schwester, die ihr bisher nicht bekannt waren. Beziehungsweise weiß sie nun, dass ihre Eltern ihr einiges verschwiegen haben.

Was ist damals passiert?

Wieso wählte Lisa, welche eine talentierte Violinistin war diesen Ausweg?

Oder war dies nur eine Täuschung und Lisa lebt?

 

Die Grundidee fand ich sehr interessant und auch der Verlauf der Geschichte. Um das Rätsel zu lösen, tauchen wir in die gesamte Lebens- und Familiengeschichte der MacPhersons ein. Nach und nach bringt die Suche nach der Wahrheit immer mehr Unklarheiten, Lügen und Geheimnisse ans Licht. Ich habe jede Seite des Buches sehr gern umgeblättert. Da ich bei diesem Buch absolut nichts vorwegnehmen möchte, werde ich gar nicht auf das Ende eingehen. Lasst euch überraschen.

 

Dieses Buch bringt Spannung und Emotionen mit sich und regt sehr zum Nachdenken an.

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Nachfolgender Punkt ist eine persönliche Meinung und sollte euren Leseentschluss nicht verstimmen. Bereits im Prolog fiel mir als wachsame Leserin etwas auf und als ich den zweiten Teil des Buches erreichte, bestätigte sich meine Meinung. Diesen Aufbau wird die Autorin mit Bedacht gewählt haben. Ich, als Leserin, hätte mir einen anderen gewünscht. Aber sowohl der eine, als auch der andere Aufbau haben seine Vor- und Nachteile und ebenso seine Absichten.

 

Mein Fazit

Wortwörtlich werden hier auf 400 Seiten mehrere Lebensgeschichten erzählt, die mich in ihren Bann ziehen konnten. Vor allem Rileys Parts habe ich sehr gerne gelesen und mit ihr gefühlt. Der Titel ist im Buch Programm und das Thema Vergessen wurde von der Autorin durch eine besondere und berührende Geschichte dargestellt. Allen Lesern und Leserinnen, welche die Geheimnisse der Familie MacPhersons ergründen möchten, kann ich nur sagen, tut es!

 

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