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review 2019-08-07 09:59
Film schlägt Buch klar
Alles, was wir geben mussten - Kazuo Ishiguro

Book2movierezension
2. die Verfilmung eines Literaturklassikers oder eines Literaturpreisträgers:


Im Fall dieser Book2movierezension habe ich ausnahmsweise einmal den Film zuerst gesehen, was eigentlich ein Glückfall war. Als der Film im Juli im Fernsehen nochmals gezeigt wurde, habe ich ihn nochmals angeschaut und parallel dazu das Buch ein paar Tage vorher begonnen.

Buch: ⭐️⭐️⭐️,5 Sterne aufgerundet auf ⭐️⭐️⭐️⭐️
Eines gleich vorweg, wenn man aufmerksam liest, spoilert der Roman bereits auf der ersten Seite ordentlich, denn schon da geht es ganz klar um das Thema Organspende - nicht verklausuliert sondern das Wort Spende wird sogar definitiv erwähnt. Als Rückblende rollt Ishiguru das Leben von Kath auf, eine ganz dumme Idee. Somit wird der gesamten Geschichte der Überraschungseffekt und der sich allmählich entwickelnde Plot genommen, der den Leser erst nach und nach in die beschriebene dystopische Welt einführt. Dass ich so was für ziemlich strunzdeppat halte, brauche ich Euch wahrscheinlich nicht erklären.

Weiters verliert sich Ishiguru in der episch breiten Auswalzung von Banalitäten wie z.B. dem ausufernd beschriebenen Tamtam um das Federmäppchen oder die Geheimwache. Als kurzes Schlaglicht für die Stimmung im Internat hätte es mich nicht so gestört, im Gegenteil ich hätte es sogar goutiert, aber eine so lange Perlenkette an für den Plot so nutzlosen Petitessen aufzufädeln, macht die Geschichte zäh und langweilig, wobei selbstverständlich alles atmosphärisch dicht und gut beschrieben arrangiert ist.

Kommen wir auch noch zu dieser unsäglichen ausufernden Beschreibungswut, die den sehr guten Plot selten unterstützt, teilweise total lähmt und alles bis zum Erbrechen zu Tode schildert. Ein Beispiel soll hier symptomatisch für extrem viele aufgezeigt werden:
Ruth und Kath führen ein wichtiges Gespräch über Tommy im Bushäuschen.
1. Zuerst ausladende Beschreibung der Haltestelle: aufgelassen, heruntergekommen, Fahrplan zerrissen und vergilbt etc.
2. Dann Schilderung des soeben stattfindenden Sonnenuntergangs, die Farben, der Wind, alles rundherum
3. Danach wird die Spinne im Häuschen thematisiert und ich frage mich die ganze Zeit, wo zum Teufel bleibt das Gespräch, das dann zudem sehr indirekt, kurz, verklausuliert und nicht ergiebig ist.
Ein bisserl mehr Tempo in der Handlung und weniger detektivisch genau ausgeführte Umfeldanalyse hätten dem Roman und der Spannung sehr gut getan. Normalerweise erledigt so etwas ein sehr gutes Lektorat.

Vom grundsätzlichen Plot her ist die Geschichte natürlich unheimlich innovativ und großartig konstruiert: das Internat, die wundervoll tief gezeichneten Protagonisten, die beschriebene Gesellschaft, die grandiosen ethischen Implikationen, da gibt es nix zu kritisieren.
Auch das Ende ist sehr traurig und lässt mich als Leserin sehr aufgewühlt zurück, was für die Erzählkunst des Autors spricht.

Fazit: Mit lektorischer Straffung, Einmischung und etwas mehr Mut, hätte sich der Roman durchaus 5 Sterne verdient, so hat er einfach zwischendurch enorme Längen und spoilert von Anfang an zu viel, was ich gar nicht goutiere und deshalb mit 3,5 Sternen abstrafe.

Film: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Sterne
Zuerst räumt der Film gleich mal mit dem größten Fehlern des Romans auf. Er spoilert nicht in der ersten Szene. Dem Cineasten erschließt sich erst nach und nach, was in diesem idyllischen Internat mit Enid Blyton Charme der 70er Jahre nicht stimmt.

Das beginnt mit einer leichten Irritation, weil die Waisenkinder durch elektronische Armbänder gescannt werden, sie dürfen das Gebäude nicht verlassen und bezeichnen die Erzieherinnen als Wärter. Da ich den Film erstmals zufällig im Fernsehen geschaut habe, konnte ich den Überraschungseffekt total auskosten, wähnte ich mich doch fälschlicherweise in einer Art Kinderknast und war sehr perplex, wozu sich diese Dystopie entpuppte, als eine der Aufseherinnen, Miss Lucy, die Kinder und somit auch mich nach und nach auf das Schicksal als Organspender vorbereitete. So geht das Herr Ishiguru, da hat das Drehbuch Ihren ersten Kardinalfehler schnell und simpel ausgemerzt.

Zudem wurde auch der Plot gestrafft, ein paar der unnötigen kindlichen Banalitäten beseitigt, aber nicht so viele, dass die Geschichte zu abgeklärt und antiseptisch wird.

Die Kameraführung und der Set sind wundervoll: der Nebel, die Englische Landschaft das alte Herrenhaus und Internat Hailsham, die grauen Kostüme der Wärterinnen, die Wolken all das unterstützt leise die Traurigkeit des Themas punktgenau. Hier werden die manieristisch ausufernden extrem langen Beschreibungen des Autors perfekt in kurze knackige Bilder übersetzt.

Was dann noch folgt, sind die schauspielerischen Leistungen. Ich kannte eigentlich nur Kira Knightley als Ruth und diese auch nicht gerade im Kontext von glänzender Performance. Die hat mich auf jeden Fall positiv überrascht, wahrscheinlich weil ihr kuhäugiges Minenspiel auch punktgenau zu Ruths Charakter als Erwachsene passt. Die anderen - weil mir unbekannt - konnten mich nicht enttäuschen, im Gegenteil sie waren sehr gut. Ein insgesamt durch und durch gelungener Cast sowohl bei den Kinderdarstellern als auch bei den erwachsenen Mimen.
Fazit Film: Ich war beim ersten Mal begeistert und beim 2. Mal Ansehen noch immer.

Buch gegen Film: Diesmal bin ich eindeutig für den Film der mit den Schwächen von Ishigurus Roman sowas von radikal aufgeräumt hat.

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review 2018-11-21 20:15
Ones-self: "The Unconsoled" by Kazuo Ishiguro
The Unconsoled - Kazuo Ishiguro


(Original Review, 1995-12-12)



I'm pretty respectful of other people's opinions and durable literary reputations. Reading Ulysses was bliss for me, but I have no harsh words for people who don’t like it. It is obviously something that has engaged reader’s minds, hearts, and souls, and perhaps more importantly influenced and engaged writers across generations, and I wish I could figure out why the rest of the world does not like it. As a reader one needs a little humility about one's little opinion, especially if it is “I like” or "I don't like".

 

 

 

If you're into stuff like this, you can read the full review.

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review 2018-10-15 00:36
What is said and unsaid
An Artist of the Floating World - Kazuo Ishiguro

This quiet book is supposedly about a man and his two daughters, but it is also a look at what happened and why memory is a funny thing.  The book is more for what is understand.  it is one of those books where the long silences actually carry the weight of the story.

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review 2018-05-30 13:23
The Remains of the Day by Kazuo Ishiguro
The Remains of the Day - Kazuo Ishiguro

The remains of the day was a meditative look at the life of an English butler in the Nineteenth century and one which I really enjoyed.

 

Previously I read Never Letting Go by the same author and although I liked it, it didn’t evoke much emotional engagement. I was therefore hesitant to try this, but at the same time eager to read it as it’s so highly regarded. If I try an author once and am not greatly enthused by their work, I seldom try them again. In this instance, though, I thought it was called for due to the aforementioned reason.

 

The novel follows Stevens, an older man who is one of the few real English butlers left. When we meet him he’s working for an American man who bought the house that Stevens has worked in for many years. The previous owner is dead and this American man kept Stevens on when he bought the estate. As he’s American he doesn’t understand the inner workings of a butler such as Stevens and as such tries to joke around with him. The fact that Stevens finds it hard to respond adequately to such banter, as he’s simply not used to it, is a cause of great concern to himself. He thinks about this and all that has happened over the course of his life when he takes a motoring trip, at the suggestion of his employer, who will be away for several weeks. The novel really begins when Stevens begins this trip across England, taking in the beautiful scenery at various locations. It ends, rather poignantly, when he meets with a female previous member of staff that he had a somewhat close relationship with.

 

Stevens is not so much a man of few words, but few visible emotions. He was a hard character to relate to, but was a product of his time and work. As the novel progressed his quiet emotional demeanour slipped and we got a glimpse into his inner world. The power of the novel was due to the infrequency of this show of emotion and it illustrated so well exactly who and what Stevens was.

 

I had reservations about the novel due to its apparent lack of plot. For all intents and purposes, it’s just a butler who takes a trip to the English countryside. However, it was so much more than this. It was a character study of the highest order. As I read the memories of his past unfolding in Stevens mind and how he reacted, or largely didn’t react, to each circumstance, I felt I got to know him a little bit more. This was very satisfying as it was slow to come.

 

At times the novel was infuriating as Stevens wouldn’t react to most stimulus, but over time the motivations behind this became clear and the magnitude of what he’d lost because of it showed.

 

A quiet, powerful novel.

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text 2018-05-19 19:36
Reading progress update: I've read 99%.
The Remains of the Day - Kazuo Ishiguro

I don't think I'll ever think of bantering in quite the same way. What a book. I didn't like all of it, but I appreciated virtually every word.

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