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review 2017-04-03 10:19
Book2movie-Rezension eines guten Suspense-Thrillers
Shutter Island - Dennis Lehane

Da ich den Film schon vorher gesehen habe, und die Meinung bzw. das Vorwissen sich durchaus auf meine Bewertung des Romans auswirkte, ist eine Book2movie-Rezension in diesem speziellen Fall unerlässlich.

 

Buch: 3,5 Sterne

Sehr wohlwollend aufgerundet auf 4 Sterne

 

Dieser Roman hat von der Atmosphäre und der Sprache enorme Schwächen. Die Insel, die Anstalt und die Szenen werden mit einer relativ großen Spracharmut und in sehr klinisch-sterilem Stil beschrieben. Solche Umgebungen passen zwar durchaus zum Ambiente einer sehr gut geführten Irrenanstalt, aber einfach nicht zum mysteriösen Verwirrspiel des Plots, in dem viele Geheimnisse und Hintergründe sich dem Leser in diesem Krankenhaus, in dem irgendetwas nicht stimmen kann, einfach nicht offenbaren. Hier bin ich schon bei der eigentlichen Stärke des Romans: Der Plot und die Auflösung des Rätsels sind grandios und suchen ihresgelichen in der Literatur, konnten von mir aber nicht mehr so ausführlich genossen werden, da ich die Handlung durch den Film schon kannte.

 

Film: 4,5-5 Sterne

Martin Scorsese märzt die atmosphärischen Schwächen des Romans komplett aus und lässt den Cineasten in einem optisch opulenten Meisterwerk des Suspense im Kreis stolpern. Kameraeinstellungen, Effekte und Symbolik geben immer wieder Hinweise auf den Plot und das überraschende Ende, werden aber vom Zuschauer genauso wie von der Hauptfigur ignoriert, da Sie mit der vorgefassten Meinung nicht übereinstimmen. Erst nach der Auflösung schlägt man sich auf den Kopf, dass man so blind hatte sein können - ein wundervoller psychologischer Trick. Die Hauptdarsteller, allen voran Leo di Caprio, spielen grossartig. Der einzige Kritikpunkt den ich gelten lasse ist, dass Scorsese manchmal mit den Effekten und Symbolen ein bisschen zu sehr übertrieben hat, aber das ist Jammern auf höchstem Niveau, was zwar einem Kino-Profi den Verdienst einer Oscarnominierung kosten möge, aber mich persönlich noch immer sehr erfreut hat.

 

Fazit: Der Film ist wesentlich besser als das Buch.

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review 2017-02-12 10:45
Book2movie-Rezension des alten Schinkens
Rebecca - Daphne du Maurier,Karin von Schab

Schon zu Beginn baute sich eine schwierige Hürde für dieses Buch auf: Da ich den Film schon als Kind gesehen habe, konnte mich daher der Plot bedauerlicherweise nicht mehr überraschen. Aus diesem Grunde drängt sich eine Book2movie-Rezension nahezu auf und ist unvermeidbar.

 

Buch 3,5 Sterne wohlwollend aufgerundet auf 4

Die Hauptprotagonistin nervt ganz schön mit ihren ermüdenden Selbstzweifeln, der anstrengenden Unsicherheit und ihrer naiv romantischen Attitüde, aber sie ist derart authentisch und konsistent gezeichnet, dass es eine Freude ist. Leider sind die Zweifel des Charakters dieser dummen Gans und ihre schmalztriefenden romantischen Anwandlungen viel zu ausufernd beschrieben. Gottseidank steht ihr als Antagonistin gegenüber die verschlagene Haushälterin Mrs. Danvers, die grandios beschrieben ihre fiesen Spielchen inszeniert, man sieht sie förmlich hinter den Türen lauern. Die böse alte Vettel mit dem Totenkopfgesicht lässt Mrs. De Winter Numero 2 anlässlich des Balls so richtig grandios auflaufen - das ist herrlich. Max, der Mann dazwischen ist eher ein ambivalenter Charakter, der irgendwie gar nix checkt und hin und wieder brummig dahinspinnt.

 

Daphne Du Maurier hat die Hauptcharaktäre und auch alle Nebenrollen sehr liebevoll entwickelt und tief gezeichnet, leider hat sie bei der Handlung nicht so ein gutes Händchen bewiesen. Immer wenn etwas spannendes passiert, wird sehr schnell über das Ereignis hinweggegangen, und eher die entbehrlichen Gedanken und Kommentare der Mrs. de Winter fokussiert, die eh keiner mehr hören kann. Dieser Stilgriff nimmt dem gesamten Plot, der übrigens ausgezeichnet innovativ und grandios konzipiert ist, die Spannung, wenn alles aus der Sicht der naiven Gans beleuchtet wird, die ewig in ihren Zweifelen egozentrisch um sich und ihren Angebeteten kreist. Leider konnte ich natürlich die Überraschungen in der Handlung nicht mehr genießen, denn ich kannte ja die Geschichte schon durch den Film.

 

Die Sprache kann sich aber sehen lassen: Sehr stimmungsvolle Beschreibungen schon der erste Satz (sowohl im Buch als auch im Film) reißt einem vom Hocker.

"Gestern nacht träumte mir, ich sei wieder in Manderley....."

 

Der Schluss ist übrigens das größte Übel an diesem Roman. Da fackelt die fiese Haushälterin diesen alten Kasten Manderley aus Bosheit ab, und wenn nicht das vorletzte Wort des gesamten Romans Asche gewesen wäre, hätte ich gar nicht gecheckt, dass die Bude brennt. Wie kann man sich als Autorin nur ein derartiges, durch den Spannungsbogen selbst konzipiertes Ereignis, das man perfekt beschreiben und inszenieren könnte, entgehen lassen. Das ist handwerklich, schriftstellerisch, sprachlich und dramaturgisch einfach komplett idiotisch!

 

Film 4 Sterne wohlverdient

Grandios vom good old Meister Alfred Hitchcock umgesetzt. Schwarzweiss, wundervoll gemacht, a bissi Grusel, die Musik punktgenau inszeniert, Nebel, Dunkelheit etc. schaffen die perfekte Atmosphäre.

 

Durch das Genre Film wird der Cineast zudem von den entbehrlichen Gedanken der Mrs. de Winter 2 verschont. Klar sieht man durch die gute schauspielerische Leistung der Darstellerin, dass sie unsicher, naiv verliebt und von Selbstzweifeln geplagt ist, aber man muss gottseidank nicht das Innere in ihrem Hirn über sich ergehen lassen.. Mrs. Danvers der alte Drache klatscht übrigens den gesamten restlichen Cast an die Wand: so gut gespielt, das versteinerte Gesicht ohne irgendeine Muskelregung, die sanfte Stimme, herrlich. Die beiden Frauen bleiben im Gedächtnis haften, alle männlichen Rollen überhaupt nicht.

 

Und dann wurde auch noch die Handlung - im Drehbuch genau dort umgeschrieben, wo der Roman gravierende Schwächen aufwies. Der Mord war ein Unfall und das Ende wird wirklich auszelebriert inklusive lebendiger Abfackelung der Haushälterin im Zimmer von Rebecca. So geht ein Finale mit Paukenschlag! Das einzige, das ich mich die ganze Zeit frage: Als Kind hatte ich den Film wesentlich gruseliger in Erinnerung. Warum wohl?

 

Fazit: Wieder mal einer jener Fälle, die Buchliebhaber gerne verdrängen möchten, aber der Film ist einfach besser.

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review 2015-04-27 09:52
Book2Movie Rezension
Das ewige Leben - Wolf Haas

Jetzt ist schon wieder was passiert....

..wenn dieser Satz erscheint bzw. ertönt, sollte Österreich aufpassen, denn die Leichen fliegen tief und der laaangsame phlegmatisch- sympathische Ermittler Simon Brenner stolpert meist tollpatschig und oft leicht- bis schwerverletzt auf manchmal gruselige aber meist amüsante Weise über eine Vielzahl von Toten.

Aus aktuellem Anlass, da der Film gerade in den Kinos läuft, möchte ich Euch eine Book2Movie Rezension vorstellen, in der das Buch mit dem Film verglichen wird. Dies ist bei verfilmten Wolf Haas Romanen auch insofern interessant, als oft nicht buchgetreu umgesetzt wird, sondern der Plot sogar stark von der Romanvorlage abweicht (wie z.B. beim Knochenmann)

Buch: 4 Sterne
Ehrlich gesagt, finde ich die dialektartige Schreibe des Autors, wie beispielsweise die unvollständigen Sätze, gar nicht österreichisch charmant sondern eher primitiv, aber das liegt wahrscheinlich an meiner eigenen Nähe zu diesem Idiom. Diesmal ist der Brenner zurück in seiner Heimatstadt Graz/Puntigam im Glasscherbenviertel rund ums Stadion und wird mit den Geistern seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert. Ein „angeblicher“ Selbstmordversuch vom Brenner fungiert als Auslöser eines schrägen Dramas und verzwickten Krimis, der im Plot aber nicht effektheischend spektakulär sondern sehr behäbig realistisch aufgebaut ist. In kleinen Nebensätzen drückt uns Wolf Haas eine Wuchtel nach der anderen rein. Beispielsweise ist der Brenner davon überzeugt, dass er für den Welterfolg vom Schwarzenegger verantwortlich zeichnet, da er den damals schmächtigen Kerl als Dreizehnjähriger ordentlich verdroschen und dieser ob der Schmach zu trainieren begonnen hat. Der Krimiplot ist grandios, sogar die kriminologischen Nebenhandlungen sind Graz-typisch gesellschaftskritisch angehaucht, wie Drogenhandel mit Polizeispitzeln (aber sicher nicht so schlimm wie in Wien), Rassismus gegen Zigeuner und eine komplett durchgeknallte, aus den Fugen geratene selbst ernannte Bürgerwehr, die xenophob-gewalttätig alles Unbekannte attackiert. Die Vergangenheit in der Polizeischule und eine wirklich selten dämliche Jugendsünde sind perfekt in die Geschichte eingewoben, die Figuren der alten Jugendfreunde sind sehr genau und liebevoll entwickelt – also großes Kino zwischen den Buchdeckeln.

Film: (Trailer) 4 Sterne
Wie schon vermutet, ist der Film im Plot so anders, dass er auf den ersten Blick gar nicht unbedingt mit dem Roman in Verbindung gebracht werden muss. Fast alle Szenen und Dialoge wurden umgeschrieben oder neu entwickelt. Eine der wesentlichsten Adaptionen erscheint sinnvoll, denn einen grandiosen Schauspieler wie den Tobias Moretti, der die Figur des Grazer Kripochefs Aschenbrenner verkörpert, kann man nicht nach den ersten fünf Szenen sterben lassen. Durch diese Änderung in der Geschichte verschiebt sich aber auch bei der Täterkonstellation einiges, was aber dem Film überhaupt nicht schadet – im Gegenteil, er wird dadurch zu einem völlig anderen Genuss als das Buch. Moretti spielt das verlebte, versoffene, todkranke Arschloch so überzeugend, dass es eine Freude ist. Der Hader als Brenner ist gut, eigentlich ja die typische Verkörperung dieser Figur. Die Kameraführung ist atemberaubend – wo sonst als in einem österreichischen Film schleckt ein Katzerl in Nahaufnahme behäbig und lustvoll aus einer überdimensionalen Blutlache – das ist so abartig böse lapidar und gruseliger als jeder effektheischende Psychothriller mit nervenzerfetzendem Hintergrundsound.

Leider gibt es im Film Änderungen, die ich überhaupt nicht goutiere. Warum wurde jede gesellschaftskritische Äußerung im Film geändert? Warum wurden die verhassten, seit Jahrhunderten in Österreich ansässigen Zigeuner zu klassischen Ausländern gemacht, die Drogenproblematik völlig rausgeschrieben und die Bürgerwehr gar nicht thematisiert? Das verstehe ich einfach nicht. Fast könnte man vermuten, die Stadt Graz hätte dem Filmteam die Drehgenehmigung nicht erteilt, wenn solche heißen Eisen angefasst worden wären. Das macht den Film zwar noch immer zu einer ausgezeichneten privaten Krimitragödie, nimmt ihm aber auch viel vom Witz und der Schärfe.

Fazit Buch gegen Film: Dieses Mal ist das Match sehr ausgeglichen. Beide Varianten des Stoffes sind höchst unterschiedlich, jedes für sich sehr gut und deshalb absolut zu empfehlen.

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