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review 2018-03-25 09:44
Ein Gedenken
Ein Held dunkler Zeit - Christian Hardinghaus

2. Weltkrieg. Wilhelm Möckel ist Arzt in der Panzer-Aufklärungs-Abteilung 16 und kämpft um das Eiserne Kreuz I an Front. Er ist aber nicht von heroischer Verbohrtheit getrieben, sondern es ist der einzige Weg, wie er Leben retten kann: Das Leben seiner Frau, die Halbjüdin ist. 

"Ein Held dunkler Zeit" ist ein historischer Roman, der den gesamten 2. Weltkrieg umspannt. Der Autor geht auf die vorherigen Entwicklungen ein, schildert detailliert das Kampfgeschehen und schließt in der Gegenwart ab.

Wilhelm bleibt nur eine Chance, um seine Frau Annemarie und die Kinder zu retten. Ihm wird eine Ausnahmeregelung der Nationalsozialisten ans Herz gelegt, um seiner Frau arisches Blut zu bescheinigen. Wenn er das Eiserne Kreuz I für seinen Heldenmut im Krieg erlangt, wird Annemaries Status heraufgesetzt. Wilhelm setzt alles daran, diese Auszeichung zu erhalten. Daher meldet er sich als Arzt an die Front, wo Helden gebraucht werden.

Über den 2. Weltkrieg und all seine Dramen wurden schon viele Bücher geschrieben. Ich glaube, dass es noch lange nicht genügend sind. Das Besondere an diesem Roman ist, dass er auf wahren Ereignissen basiert, die zeigen, dass es eben keine Geschichten sind.

Autor Christian Hardinghaus schafft einen wunderbaren Roman, der auf dieser realen Begebenheit basiert. Allerdings wird sie nicht aus erster Hand erzählt, sondern vom greisen Friedrich im Altersheim niedergeschrieben. Friedrich war einst mit Wilhelm an der Front und hat dadurch seine Geschichte miterlebt. 

Dabei erhält man einen Überblick über das Gesamtgeschehen. Man lernt Wilhelm und Annemarie kennen, erfährt, wie sie zueinander gefunden haben, und wie sich langsam der Schatten der Nationalsozialsten über Deutschland legt.  

Denn die Schrecken des Krieges werden sehr detailliert geschildert. Hier bewegt sich der Leser meistens mit Wilhelm und Friedrich im Kampfgeschehen, das aus unerbittlichen Gefecht und trister Langeweile besteht. 

Außerdem gefällt mir, dass Hardinghaus nicht mit Schmach und Freuden des Soldatenlebens spart und dabei stets authentisch bleibt. So lernt man neben den vielen Kameraden auch die Hündin Norka kennen, die ich ins Herz geschlossen habe und niemals vergessen werde. Man erfährt wie menschlich es trotz der Gräuel oft zugegangen ist, wenn sich Russen und Deutsche tatsächlich gegenseitig bei der Verwundetenversorgung geholfen haben. 

Hardinghaus vermittelt ein Gefühl für die Situation und man merkt, dass er über bemerkenswertes Wissen verfügt. Stellenweise hat es sich einen Hauch zu sehr wie ein Sachbuch gelesen, wenn etliche Informationen ins Geschehen eingeflossen sind. Einerseits hat mir das gefallen, weil ich auf diese Weise sehr viel dazu gelernt habe, andrerseits hat es meinem Gefühl nach die Handlung etwas aus dem Fluss gebracht.

Nichtsdestotrotz hat mich „Ein Held dunkler Zeit“ getroffen, gepackt und schockiert. Es war mir eine Ehre von diesen Schicksalen zu erfahren und ich freue mich, dass sie nicht vergessen sind. 

Christian Hardinghaus hat aus einer bewegenden Geschichte einen ergreifenden Roman gemacht, den ich sehr gerne gelesen habe und der mir die Schrecken dieser Zeit vor Augen geführt hat. Meiner Meinung nach ist es ein Buch gegen das Vergessen, um Annemarie, Wilhelm, Friedrich, Norka und den vielen Menschen der Kriegsgeneration zu gedenken. Es lohnt sich sehr!

Source: zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at
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review 2018-02-21 00:00
Beneath Ceaseless Skies Issue #245
Beneath Ceaseless Skies Issue #245 - Sco... Beneath Ceaseless Skies Issue #245 - Scott H. Andrews,Rich Larson,R. Z. Held,Milo James Fowler,Josh Pearce The theme of this issue based on the 4 stories is post-apocalyptic dystopian.

PENITENTS by Rich Larson 4.5 stars

This cautionary tale about abusing and destroying one's planet gave me goosebumps. Sadly, except for the tiniest thread of hope it is too late for the inhabitants of the destroyed world in the story. The author painted a detailed picture of the planet and it's remaining people which I could easily visualize and almost feel the desolation. Really liked it even though reading it was quite disquieting!

RED DREAMS by R.Z. Held 4 stars

This story was pretty awesome! Loved the character development as well as the unique take on the whole supposed "blood-craving" thing. Also the relationship between Tarn and Sol was incredible. Lastly love the ending with this quote, "She'd take it, without accounting, and consider lucky to be one of her personal words."

THE LAST HUMAN CHILD by Milo James Fowler 4.5 stars

OK... this one got to me big time... lots of tears at the end. it is definitely the one with the most hopeful end of the 3 I have read thus far. Also the characters really got to me, they were so well-crafted that they quickly felt very real. So much evil had been perpetuated by so many... yet there were still a few who resisted labeling whole groups as good or evil and looked realistically at each individual for who they were and not what group they belonged to.

SUCH WERE THE FACES OF THE LIVING CREATURES by Josh Pearce 4 stars

This story is fascinating, bizarre, creepy and disturbing for me on a lot of levels. To those I can add a bit confusing as well. The writing is exquisite and something I had to finish despite all the previous. Still trying to wrap my head around it.
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review 2017-12-20 23:45
Review: Held for Ransom
Held for Ransom - Russell Atkinson

The first in the Cliff Knowles series, Held For Ransom is a nail-biting thriller following the FBI’s investigation into the kidnapping of a wealthy tech executive. Written by a retired FBI Special Agent, what really sets this series apart from the usual police-thrillers is the ultra-realism and attention to detail that puts the reader right in the middle of an FBI investigation, watching the events unfold like you’re right there in the middle of the action. Told from the perspective of Special Agent Cliff Knowles and the victim, Carl Fischer, it’s a gripping story that will keep you on the edge of your seat.

 

I really enjoy this series, so I picked this one up to “see how it all started” after reading several of the later books, and I and wasn't disappointed. Cliff is a likable, unflappable investigator (I loved the patience he had while trying to keep the victim’s wife on track to get information. I’d have lost my marbles!) The story unwinds bit by bit, drawing me into the heart of the investigation and it reads like one of those docu-crime shows on cable, where each clue teases just a bit more of the story. I loved all the FBI terminology and procedures, it really enhanced my understanding of the actions and reactions of the characters and the story feels like it plays out in real time, moving at just the right pace and the exciting ending kept me frantically turning pages.  This is the perfect series for any fans of gritty police procedurals or docu-crime shows on cable and one I definitely recommend.

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review 2017-11-29 10:36
Charakterstudie eines Antihelden
Emperor of Thorns - Mark Lawrence

Mark Lawrence ist nicht nur Autor mehrerer erfolgreicher Fantasy-Romane aus der Grimdark-Ecke, er betätigt sich darüber hinaus als Dichter. Unerwartet, oder? Ich hätte ihm eine Ader für Gedichte nicht zugetraut. Während ich seine Werke auf seiner Website las, legte sich meine Überraschung. Diese Art der Lyrik passt wie die Faust aufs Auge. Melancholische Formulierungen, die in mir Assoziationen von Trauer und Depression wecken, ein düsterer Grundtenor, Naturthemen – Lawrence bleibt seinem grundlegenden Stil treu, obwohl seine Gedichte selbstverständlich keinerlei Gewaltdarstellungen enthalten, im Gegensatz zu seinen Romanen. „Emperor of Thorns“ ist das Finale der „The Broken Empire“ – Trilogie und schließt die Geschichte rund um den ehrgeizigen, fragwürdigen Protagonisten Jorg von Ancrath ab.

 

Man könnte behaupten, der Thron des Zersplitterten Reiches sei verwaist. Jorg von Ancrath bevorzugt es, ihn als „frei“ zu betrachten – der Thron wartet nur darauf, von ihm in Besitz genommen zu werden. Leider kann die Würde des Imperators nicht erobert werden. Es handelt sich um ein gewähltes Amt. Wie unwillkommen. Um Imperator zu werden, muss Jorg genügend Stimmen für sich unter den Königen und Königinnen während des Kongresses in Vyene sammeln. Bereits Jahre zuvor schloss er unwahrscheinliche Allianzen, die seinen Sieg garantieren sollen. Als König von sieben Nationen stehen seine Chancen überraschend gut. Vorausgesetzt, er erreicht Vyene gesund und munter. Die lebenden Toten bedrängen die Ländereien des Reiches. Nekromantie breitet ihre giftigen Klauen aus. Der Einfluss des Toten Königs erstarkt. Niemand kennt seine Identität oder Ziele. Doch eines ist deutlich: sein rätselhaftes persönliches Interesse an Jorg…

 

Die Lektüre des Finales eines Mehrteilers ist für mich normalerweise mit einer latenten Anspannung verbunden. Gelingt es dem Autor bzw. der Autorin, einen würdigen Abschluss zu konstruieren? Im Fall von „Emperor of Thorns“ empfand ich diese Anspannung nicht. Ich zweifelte nicht daran, dass Mark Lawrence diese Aufgabe zufriedenstellend meistern würde, obwohl ich mir nicht vorstellen konnte, in welche Richtung er Jorg schicken wollte. Ich behielt Recht. „Emperor of Thorns“ ist ein voll und ganz rundes, befriedigendes und überraschendes Finale, das in mir die Gier nach mehr schürte, wie von Lawrence beabsichtigt. Erstaunlicherweise erlitt ich trotz dessen keinerlei Abschiedsschmerz. Es fiel mir nicht schwer, Jorg gehen zu lassen, weil ich mich niemals mit ihm identifizieren konnte und – wenn überhaupt – lediglich eine sehr vorsichtige, komplizierte Form von Sympathie für ihn empfand, die sich hauptsächlich aus seiner brutalen Ehrlichkeit sich selbst gegenüber speiste. Meiner Meinung nach kann man Jorg nicht einfach mögen. Auch im letzten Band der „The Broken Empire“ – Trilogie erwischte mich seine grenzenlose Skrupellosigkeit kalt. Ich hätte nicht mehr verblüfft sein sollen, hätte wissen müssen, dass er niemals zögert, harte, bedenkliche Entscheidungen zu treffen, um seine Ziele zu erreichen – und doch war ich es. Vielleicht hegte ich noch immer einen Funken Hoffnung für ihn, den Lawrence durch die beeindruckende Entwicklung unterstützte, die er seinen Protagonisten durchleben ließ. Die Handlung ist erneut in Gegenwart und Vergangenheit unterteilt: in der Gegenwart beobachten die Leser_innen Jorgs Reise nach Vyene, in der Vergangenheit begleiten sie ihn auf einer erschöpfenden Solo-Expedition über die Grenzen des Zersplitterten Reiches hinaus, das als erschreckendes Spiegelbild und beklemmende Zukunftsvision unserer Realität fungiert. Diese Expedition veränderte ihn. Er reifte deutlich, fand zu einer gewissen inneren Balance und kann der gewalttätigen Abwärtsspirale seines Lebens doch nicht entfliehen. Jorg ist ein anschauliches, überzeugendes Beispiel dafür, dass Menschen dieselben Muster stetig zwanghaft wiederholen. Er wird vom Schlüsselmoment seiner persönlichen Vergangenheit, dem Mord an seinem kleinen Bruder, gnadenlos eingeholt. Paradoxerweise sind sein kaltblütiger Charakter und seine verkrüppelte Seele allerdings genau die Eigenschaften, die ihn als beste Chance der Welt im Kampf gegen den Toten König kennzeichnen. Sein einzigartiges Talent, ausweglose Situationen zu seinen Gunsten zu drehen, seine Bereitschaft, genau das zu tun, was diese Situationen seiner Ansicht nach von ihm verlangen, egal wie verrückt oder abstoßend die Anforderungen sein mögen, versetzen ihn in „Emperor of Thorns“ in die Position des Helden. Diese Verschiebung seines Status in der übergreifenden Geschichte ist Mark Lawrences brillanter Geniestreich. Natürlich ist Jorg die Verkörperung des ultimativen Antihelden, der eher versehentlich selbstlos und niemals ehrenhaft handelt – aber er rettet die Welt, daran gibt es nichts zu rütteln.

 

„The Broken Empire“ ist eine ungemein figurenzentrierte Trilogie. Oh, selbstverständlich sind Worldbuilding und Handlungskonstruktion bemerkenswert, feinsinnig und intelligent. Doch all diese Elemente verblassen neben dem einnehmenden Protagonisten. Meiner Meinung nach ist Jorg von Ancrath mehr als die Hauptfigur der Romane, er ist ihr (schwarzes) Herz und Anker. Ich glaube, Mark Lawrence wollte Jorgs Geschichte erzählen, um gezielt dessen Entwicklung zu untersuchen. Er wollte sein Potential gemeinsam mit den Leser_innen erforschen, experimentieren und herausfinden, wie er auf die Herausforderungen seiner Welt reagiert. Betrachtet man die Trilogie aus dieser Perspektive, erschließt sich, dass es sich dabei um eine umfangreiche Charakterstudie handelt. Deshalb ist es kein Hindernis, dass Jorg kein Sympathieträger ist. Erst seine seelischen Abgründe eröffnen zahllose Möglichkeiten. Er faszinierte mich und brannte sich in mein Gedächtnis. So schnell werde ich Jorg nicht vergessen: Prinz, König, abschreckendes Beispiel und Held wider Willen.

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2017/11/28/mark-lawrence-emperor-of-thorns
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review 2017-11-15 11:04
Ein Held mit Brüsten
Bloody Bones - Laurell K. Hamilton

In Großbritannien und den USA weckt der Titel des fünften „Anita Blake“-Bandes, „Bloody Bones“, vermutlich ganz bestimmte Assoziationen. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass deutsche Leser_innen hingegen keine Ahnung haben, welche Anspielung sich darin versteckt. Im englischsprachigen Raum ist Bloody Bones als Kinderschreck bekannt, der nahe Gewässern lebt und unartige Kinder ertränkt. Die Legende variiert natürlich. Alternativ lebt das Monster in einem Schrank unter der Treppe; in neueren Versionen treibt es in Abflussrohren sein Unwesen. Obwohl ich das Buch schon einmal auf Deutsch gelesen habe, erinnerte ich mich nicht an diese Sagengestalt. Insgesamt war meine Erinnerung an Band 5 vollkommen verschwunden, sodass ich „Bloody Bones“ gänzlich unbelastet beginnen konnte.

 

Jeder andere Animator hätte den Auftrag, einen ganzen Friedhof voller 200 Jahre alten Leichen zu erwecken, um einen Streit über die Besitzverhältnisse des Landes beizulegen, ablehnen müssen. Doch Anita Blake ist nicht wie ihre Kolleg_innen. Ist das Opfer mächtig genug, könnte sie es schaffen. Sie ist neugierig; will wissen, ob sie den Auftrag meistern kann, ohne menschliches Blut zu vergießen. Sie sagt zu und kurz darauf sitzt sie, begleitet von Larry, bereits in einem Helikopter, der sie nach Branson, Missouri bringen soll. Dort angekommen, bekommt sie es allerdings nicht nur mit gierigen Anwälten und der dubiosen Familie Bouvier zu tun, sondern auch mit einer rätselhaften Mordserie. Alle Opfer sind jung und nahezu blutleer. Für Anita ist der Fall klar: der Täter ist ein Vampir. Sie ahnt nicht, dass sich in den Wäldern rund um Branson noch ein ganz anderes Wesen verbirgt. Ein Wesen, das schlimmer und gefährlicher ist als ein Nest skrupelloser Vampire…

 

Vor rund zwei Jahren habe ich einen Artikel gelesen, der die Rolle der weiblichen Heldin in der Urban Fantasy aus der Gender-Perspektive heraus analysiert. Die These lautete, dass die Entscheidungen der Heldin festlegen, ob sie sich wahrhaft als Heldin mit weiblichem Gender qualifiziert oder ob sie eher als „Held mit Brüsten“ kategorisiert werden muss. Anita Blake ist ein Held mit Brüsten, das schlussfolgerte der Artikel einwandfrei und „Bloody Bones“ belegt diesen Ansatz zweifellos. Im fünften Band benimmt sich Anita äußerst maskulin, ist unfähig, Verantwortung abzugeben, Vertrauen zu schenken und zeigt extremes, teilweise aggressives Konkurrenzverhalten. Sie ging mir auf die Nerven, weil ihre Tendenzen zum obsessiven Kontrollfreak stark zu Tage treten. Sie muss alles selbst machen, kann nichts delegieren und reagiert wütend, stößt sie an Grenzen. Den armen Larry würde sie, wenn sie könnte, sogar auf die Toilette begleiten, da sie ihm nicht zutraut, sich selbst zu schützen. Selbstverständlich verfügt Larry weder über ihr Wissen, noch über ihre Erfahrung, aber sie ist nicht seine Mutter und hat kein Recht, ihn wie ein Kind zu behandeln und ihm Vorschriften zu machen, so sehr sie sich auch um seine Sicherheit sorgen mag. Er ist ein erwachsener Mann, verflixt noch mal. Durch ihr Verhalten stellt sie seine Kompetenz, seine Fähigkeiten und seine Autorität in Frage, was insofern paradox ist, dass sie selbst es nicht erträgt, wird mit ihr ebenso umgesprungen. In Branson, Missouri ist Anita kaum mehr als eine Zivilistin. Sie möchte der Polizei bei den Ermittlungen in der Mordserie helfen, hat jedoch keinerlei Handhabe, als ihr Ablehnung entgegenschlägt. Außerhalb von St. Louis besitzt sie keinen offiziellen Status, was sie verständlicherweise als frustrierend empfindet. Auf diese Weise unterstreicht Laurell K. Hamilton elegant die Notwendigkeit eines potentiellen Gesetzes, das Vampirhenkern die Befugnisse der Bundespolizei verleihen würde. Noch wird dieses Gesetz allerdings lediglich diskutiert, weshalb Anita in „Bloody Bones“ ordentlich tricksen muss, um in die Ermittlung involviert zu werden. Ich fand den Fall verworren und unübersichtlich, da wieder einmal mehrere Antagonisten vorgestellt werden und ich nur mit Mühe auseinanderhalten konnte, wer sich jetzt welcher Missetaten schuldig machte. Das unausweichliche Vampirchaos überstrahlt sowohl die Ausgangssituation der Erweckung eines ganzen Friedhofs, als auch die Etablierung einer neuen Spezies, die dadurch beiläufig und enttäuschend unspektakulär daherkam. Es wirkte, als hätte Hamilton während des Schreibprozesses den Fokus der Geschichte verschoben, damit die Vampire und somit auch Anitas Verbindung zu Jean-Claude erneut im Mittelpunkt stehen, was meiner Ansicht nach unnötig war. Ich sehe zwar ein, dass die Veränderung der Beziehung zwischen Anita und Jean-Claude für die übergreifende Handlung bedeutsam ist, doch meiner Meinung nach hätte sie dieses Element nicht zwangsläufig in „Bloody Bones“ hineinquetschen müssen. Es hätte Zeit gehabt. Ich hätte eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Erweckungsszenario und der damit einhergehenden Eingliederung besagter neuer Spezies definitiv bevorzugt.

 

Ich hatte leider nur mäßig Spaß an der Lektüre des fünften „Anita Blake“ – Bandes „Bloody Bones“. Einerseits fand ich das unglücklich wirre Handlungskonstrukt langatmig und gestreckt, andererseits manifestieren sich Anitas negative Eigenschaften so dominant, dass sich die Distanz zwischen uns, die sich bereits im letzten Band „The Lunatic Cafe“ aufzubauen begann, weiter vertiefte. Ich gebe es ungern zu, aber Anita ist in „Bloody Bones“ keine Sympathieträgerin – sie ist eine nervige, kontrollsüchtige, waffenschwingende Irre. Zum Glück weiß ich, dass diese Facetten lediglich einen Aspekt ihrer Persönlichkeit darstellen und bessere Zeiten nahen. Diese werden mich daran erinnern, warum ich sie trotz oder gerade aufgrund ihrer Fehler gernhabe, weshalb ich nicht einmal ansatzweise darüber nachdenke, die Reihe abzubrechen. Einfach durchhalten und diesen durchschnittlich überzeugenden Band erneut vergessen.

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2017/11/15/laurell-k-hamilton-bloody-bones
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