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review 2017-12-17 14:02
Rundum perfekt
Heilkraft von Obst und Gemüse: Wirkungsvolle Inhaltsstoffe – vielseitiger Genuss - Bernadette Bächle-Helde,Ursel Bühring

Inhaltsangabe

Einfach gesund essen? Heilkräuter kennt man, aber Heilgemüse, Heilobst? Und ob! Alle Pflanzen bilden Inhaltsstoffe gegen Bakterien, Viren, Pilze und andere Einflüsse. Diese Stoffe können wir nutzen: Sie schützen Zellen und Gefäße, beugen Diabetes und Krebs vor, unterstützen Haut und Augen. Sie werden erstaunt sein, wie viel Heilkraft in unserem Obst und Gemüse steckt. Ursel Bühring und Bernadette Bächle-Helde beleuchten in ausführlichen Porträts 36 regionale Obst- und Gemüsearten mit ihren einmaligen gesundheitlichen Wirkungen. Sie geben Tipps für saisonalen Einkauf und optimale Zubereitung. Eine Fülle von Heilzubereitungen und Genussrezepten machen Lust auf die tägliche Küchenapotheke.

 

 

Meine Meinung

Rundum perfekt

Das sind die ersten Worte, die mir zu diesem Buch aus dem Ulmer Verlag einfallen.

Neben Romanen und Krimis lese ich aus Interesse gern auch mal in einem ganz anderen Bereich: Leben und Gesundheit, wozu ich auch Kochbücher & Co. zähle.

Das Buch „Heilkraft aus Obst und Gemüse“ kann ich im Nachhinein in mehrere Bereiche einteilen. Wer etwas von seiner Gesundheit und seinem Leben hält, der kann auf jeden Fall einiges aus diesem Buch mitnehmen. Wer denkt, dass er sich in diesem Bereich bereits sehr gut auskennt, auch zu dem würde ich sagen, lese bitte dieses Buch und du wirst sehen.

 

Bei mir fiel dieses Buch in mein Beuteschema, da ich beruflich aus dem therapeutischen Bereich komme und Prävention für mich ein großes Thema ist. Sehr häufig werde ich mit Fragen von Patienten konfrontiert, die an Krankheiten wie Krebs, Arthrose oder Neurodermitis leiden, ob ich nicht ernährungstechnische Tipps hätte, wie sie ihrer Erkrankungen entgegentreten können.

Natürlich kennt man die einen oder anderen Lebensmittel, welche durch Zeitungen oder Medien ins Gespräch gekommen sind, aber so wirklich Aussagen treffe ich dahingehend nie. Somit fiel mir dieses Buch sofort in die Augen und ich war mehr als gespannt. Natürlich erhoffte ich mir eine Menge Informationen und tolle Rezepte. Dann kam aber hinzu, dass sich beide Autorinnen vorerst mit einer gewissen Aufklärung zum eigentlichen Thema beschäftigten. Im Nachhinein bin ich sehr dankbar über diesen Part, in dem Begriffe, wie Superfoods, freie Radikale oder auch sekundäre Pflanzenstoffe erst einmal erklärt wurden. Von mir selbst kann ich sagen, dass ich außer Superfoods noch keine dieser Einteilungen gehört habe, geschweige denn wusste, was sie bedeuten.

 

„Der Weg zur Gesundheit führt durch die Küche, nicht durch die Apothekte.“ (S. 8)

Sebastian Kneipp

 

Viele Menschen verdrehen sofort die Augen, wenn man das Thema Ernährungsumstellung anspricht. Ich persönlich weiß nach vielen Versuchen, dass es diese 100%ige Ernährungsumstellung für mich nicht gibt. Aber ich versuche nach und nach konsequenter zu sein, um immer mehr die gesunde, saisonale und sogar heilende Ernährung anzuwenden.

Positive Auswirkungen können sein: die Senkung erhöhter Blutdruck-, Gewichts- und Blutfettwerte.

 

Nach einigen Begriffserklärungen und dem Ankommen im Buch, beziehen sich die Autorinnen auf das Thema „Organe unterstützen“. Hier gehen sie zum Beispiel auf Augen, Magen-Darm, das Immunsystem oder auch auf Cholesterin ein. Ein sehr interessanter Part, in dem ich einige meiner persönlichen Probleme wiederfand.

 

Ab S. 44 gelangt man dann zu dem interessantesten Abschnitt des Buches. Man sieht also die Theorie wird hier in kurzer Form dargestellt. Im Folgenden erwarten den Leser nun die Vorstellung 36 regionaler Lebensmittel und viele tolle Rezepte. Wer viel Wert auf Farbabbildungen legt, darf sich hier über 120 Farbfotos freuen.

Besondern ansprechend fand ich den Aufbau auf den jeweiligen Seiten eines Lebensmittels.

Der Aufbau gliedert sich wie folgt:

Die Pflanze

Das ist drin

Einkaufen und Lagern

Zubereiten

So wirken (Kartoffeln)…

 

Dieser Aufbau gibt mir wirklich alle Informationen, die ich benötige und die mich interessieren. Perfekt.

 

Dass die Lebensmittel alle regionaler Herkunft sind, bemerkt man als erstes, wie viele Schätze man eigentlich direkt vor Augen hat. Ich selbst baue Obst und Gemüse in meinem eigenen Garten an und freue mich riesig auf die kommende Gartensaison. Dank dieses Buches weiß ich nun allerhand mehr mit meiner Ernte anzufangen.

Einmal habe ich alle Lebensmittel überflogen. Da wir nun in der Jahreszeit Winter stecken, gibt die Natur nicht alles saisonal her. Daher habe ich mich bei einem zweiten Lesen auf das saisonale Obst und Gemüse konzentriert, um erste Rezepte für mich zu entdecken.

 

Meine erste praktische Umsetzung war eine wärmende Zwiebelsuppe, die mein Mann genauso gerne gegessen hat. Der nächste Einkaufszettel wird geschrieben und ich werde in diesem Buch auf jeden Fall weiter fündig werden.

 

Mein Fazit

Ein Werk, welches mich hinsichtlich der Optik, des Aufbaus, der hineingesteckten Recherchearbeit und der Vielzahl von großartigen, einfachen Rezepten vollkommen begeistern konnte. Jedermann, der nur ein Fünkchen Interesse am Kochen und Zubereiten hat oder etwas für sich und seinem Körper tun möchte, dem lege ich dieses Buch wirklich ans Herz. Ein wichtiger Punkt mag für einige Käufer und Leser immer der Preis eines Buches sein. Hier kann ich sagen, das Buch ist sein Geld wert.

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review 2017-12-17 10:00
Rassismus zu klischeehaft dargestellt
Kleine große Schritte: Roman - Jodi Picoult,Elfriede Peschel

Inhaltsangabe

Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist…

 

 

Meine Meinung 

Der Klappentext gibt dem Leser hier einen sehr guten Einblick in das Anfangsgeschehen des Romans. Die hier dargestellte Grundidee, dass die Autorin das Setting in ein Krankenhaus legt, wir dort auf eine sehr gut ausgebildete schwarze Säuglingskrankenschwester treffen und diese wiederrum auf eine Familie trifft, welche eine rassistische Einstellung gegenüber Afroamerikanern hat, finde ich sehr gelungen. Allein diese Konstellation und dieses Ursprungssetting regen den Verstand zum Nachdenken an. Als Leser versucht man die verschiedenen Seiten in der Geschichte nachzuvollziehen bzw. zu verstehen, was mal leichter und mal schwerer fällt. Zu den verschiedenen Perspektiven zähle ich die der Krankenschwester und Prota im Roman Ruth Jefferson, die des Säuglingsvaters Turk Bauer und zu Beginn versuchte ich mich auch in die Sicht- und Handlungsweise der Chefin von Ruth hineinzuversetzen, welche Ruth den Umgang mit dem Baby sehr schnell untersagte.

 

Insgesamt bleiben drei Perspektiven im Buch. Jedoch geht es neben Ruth und Turk um die Geschichte und die Sichtweise von Kennedy McQuarrie, welche als Anwältin eine wichtige Rolle in dem Buch spielt.

 

Zu den Charakteren. Ruth kannte ich bereits aus der Vorgeschichte und ich habe mich gefreut, nun zu erfahren, was aus ihr geworden ist. Sie hat also gekämpft und ihren Weg gefunden. Bei ihrer Person wurde mir sehr schnell klar, dass diese aufkeimende rassistische Einstellung ihr gegenüber für sie komplett neu war. Ihren Umgang damit fand ich fast ein wenig emotionslos und nicht ganz so, wie ich es erwartet habe.

Turk Bauer und auch seine Frau Brittany vertreten hier ganz klar die Seite zweier Mitglieder der White Power Bewegung. Dank Turks Sichtweise bekommt man tiefere Eindrücke dieser Gruppierung. Sowohl ihre Denk- als auch ihre Handlungsweisen wurden dem Leser vor Augen geführt.

 

„Ich möchte einen Tag der Rache zu Ehren meines Sohnes.“ (S. 313)

 

Die Anwältin Kennedy McQuarrie war mir von Anfang an sehr sympathisch. Ich mochte den Einblick in ihre Privatsphäre, in der Mann auf ihren Mann und ihre kleine Tochter Violet trifft. Kurz gesagt wird Kennedy als chaotische und stressgeplagte Frau vorgestellt, die sich meiner Meinung nach in der Geschichte am meisten entwickelt.

 

Wer bereits einige Romane der Autorin kennt, weiß, dass Picoult die Meisterin der Gerichtsverhandlungen ist. Auch hier stehen eine Anklage und deren Prozess im Mittelpunkt des Buches. Ruth wird von der Familie Bauer wegen unterlassender Hilfeleistung gegenüber ihres Sohnes Davis angeklagt. Dem entgegengestellt wird die Aufforderung, dass Ruth sich von diesem Kind fernhalten soll, es nicht mal berühren soll. Als Davis eines Tages blaugefärbt im Säuglingszimmer liegt, weiß Ruth nicht, wie sie sich verhalten soll.

Dann nimmt der Roman seinen Verlauf.

 

Die Anfangspassagen und auch die Gerichtsverhandlung im mittleren Teil gefielen mir sehr gut. Dann entschied sich die Autorin meiner Meinung nach für den falschen Weg, diesen Roman zu einem Ende zu führen.

 

Dass sich die Autorin an diese immer noch aktuelle und wichtige Thematik herangetraut hat, halte ich ihr sehr zu Gute. Auch dass sie der Geschichte mit ihrem tollen Schreibstil und der charakteristischen Gerichtsverhandlung diesen speziellen Picoult-Touch gegeben hat, gefällt mir.

____________________________________________________________

 

Allerdings habe ich eben schon kurz angedeutet, kam ich mit dem letzten Drittel dieses Buches überhaupt nicht überein. Für mich war aufgrund der stark antisemitischen Einstellung von Turk Bauer klar, wie sich ein Gericht in dieser Situation zu verhalten hat.

Picoult setzte aber darauf, Turk Bauer mit Zitaten zu versetzen, die die White Power Bewegung sehr klischeehaft darstellt. Ich mag meinen, dass ein Großteil dieser Mitglieder gar nicht dumm ist, aber so werden sie hier dargestellt. Ausnahmen bestätigen die Regel. Sowohl optisch, als auch verhaltenstechnisch setzte die Autorin hier auf typische Skinheadbeschreibungen von Turk Bauer und anderen Mitgliedern. Im Nachwort erwähnt sie die Zusammenarbeit mit einigen Aussteigern aus der Szene. Aber mich hätte tatsächlich auch mal die Meinung eines Mitglieds der Szene interessiert. Viele Beschreibungen wurden meiner Meinung nach aus den sehr aktiven 90er Jahren herausgezogen. Für mich war es am Ende zu viel des Guten. Ich will nicht sagen, dass die Autorin vom eigentlichen Thema Ruth abwich, aber es artete beinahe in Hetze aus, was dieser Roman absolut nicht nötig gehabt hätte. Ausschlaggebend für meine anschließende Bewertung war der abschließende Part um Brittany Bauer, welche in die White Power Bewegung sozusagen hineingeboren wurde. Dazu mag ich an dieser Stelle allerdings nicht mehr sagen.

 

Mein Fazit

Ein Roman mit einem wichtigen, aktuellen Thema, welcher anfänglich alle Faktoren für einen interessanten, spannenden und nachdenklich machenden Roman bereithielt. Allerdings konnte ich vor allem gegen Ende nicht mehr mit den Ideen der Autorin umgehen. Zu viele Situationen erschienen mir zu realitätsfern.

Für mich ein Buch, dass jeder Leser wohl anders empfinden wird.

Ich habe lange über meine Worte nachgedacht und bin zu diesem Fazit gekommen.

Vor allem Picoult-Fans sollten sich ein eigenes Bild bilden.

 

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review 2017-12-10 13:38
Kim Stone führt meine Reihenlieblinge ab sofort an
Lost Girls - Angela Marsons

Inhaltsangabe

Als die Freundinnen Charlie und Amy nicht nach Hause kommen, beginnt für ihre Familien ein wahrer Albtraum. Eine SMS lässt wahr werden, was alle befürchteten: Die zwei neunjährigen Mädchen wurden entführt. Nur das Paar, das den höchsten Betrag zahlt, wird seine Tochter wiedersehen. Das andere nicht. Längst tickt die Uhr für Detective Inspector Kim Stone und ihr Team, doch die Täter sind ihr immer einen Schritt voraus. Von Stunde zu Stunde verringert sich die Chance, die beiden unversehrt zu ihren Familien zurückzubringen. Stone gibt ihr Äußerstes, um den Fall zu lösen. Sonst muss eines der Kinder den höchsten Preis für ihr Versagen zahlen – sein Leben.

 

Meine Meinung 

Das Positivste zuerst. Dieses Jahr habe ich mit dieser Reihe begonnen und nun Band 3 gelesen. Nach den ersten beiden Bänden war mir schnell klar, dass ich an Kim Stone nicht vorbeikomme. Umso mehr hat es mich gefreut, dass zum Jahresende noch ein dritter Teil in Deutschland erschienen ist.

 

Pluspunkte der ersten beiden Bände. Eine unheimlich starke und interessante Protagonistin, welche nicht davor zurückschreckt ihre Frau zu stehen und spannende Fälle, die den Leser an das Buch fesseln.

Diesen Standard gilt es also zu halten und eventuell noch zu toppen.

 

Kim Stone kann sich gleich auf den ersten Seiten wieder behaupten und schon da wusste ich, dass ich mit diesem Buch in der Hand wieder sehr richtig liege. Kim nagelt die Reporterin Tracy im Fitnessstudio an die Wand, weil Kim ihrer Schlagzeilengeilheit die Schuld am Tod eines Gangaussteigers gibt.

Der Prolog des Buches wies den Leser aber gleich in die Richtung, in die der hier beschriebene Fall gehen wird. Kindesentführung. Ein interessantes Thema, welches aber nicht zum ersten Mal in einem Buch besprochen wird.

 

Aber ich würde nicht so viel von der Autorin halten, wenn ich nicht gewusst hätte, dass Angela Marsons aus diesem Thema etwas Besonderes macht.

Als die beiden neunjährigen Mädchen Charlie und Amy entführt werden, ist es Kim, die diese Ermittlungen leiten soll, denn Charlies Mutter ist ein Schatten aus Kims prägender Vergangenheit und weiß, dass nur Kim Stone ihre Tochter unversehrt zurückbringen wird.

 

Zwei entführte Mädchen, zwei befreundete Familien, zwei Täter und diese eine SMS, in der die Entführer den Eltern mitteilen, dass nur diejenigen ihr Kind wiederbekommen, welche die höchste Summe für ihr Kind bieten.

Diese Idee, welche die Autorin meiner Meinung nach super in die Geschichte eingebaut und umgesetzt hat, war unheimlich interessant zu verfolgen. Denn hier kommen nicht nur die Emotionen und Reaktionen der beiden Elternpaare durch. Nein, auch das eigene Gewissen wird angeregt.

Wie würde man selbst in so einer Lage reagieren?

Kann eine Freundschaft zwischen den Elternpaaren so eine Situation überhaupt überleben?

Und das i-Tüpfelchen ist, dass es vor einem Jahr bereits einen sehr ähnlichen Entführungsfall gab und nur eines der Mädchen zu ihrer Familie zurückgekehrt ist.

Für Kim und ihr Team läuft ein erschreckender Countdown ab.

 

Wer einen Spannungsbogen erwartet, der bekommt ihn hier in mehrfacher Hinsicht. Durch den häufigen Perspektivwechsel zwischen Kim, den Tätern und den Opfern schafft Marsons eine fesselnde Atmosphäre. Ihr Schreibstil tut das Übrige.

Absoluter Pageturner!

 

Mein Fazit

Angela Marsons schafft es wieder mich total zu begeistern. Für mich ist dieser Fall mit seinem expliziten Thema sogar der bisher beste Band der Reihe.

Man konnte miträtseln, mitfiebern und vor allem mithoffen.

Meiner Meinung nach hätte nichts besser gemacht werden können.

Ich mag die besonderen Fälle und ich mag Kim Stone wie zur ersten Stunde!

Absolute Leseempfehlung des Buches bzw. der Reihe.

Wer das mehr zu Kim und ihrer Vergangenheit erfahren möchte, sollte meiner Meinung mit dem ersten Band der Reihe beginnen. Ruck zuck seid ihr dann bei Band 3.

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review 2017-12-08 16:28
Henry Frei - der Neue
Böses Kind: Der erste Fall für Kommissar Henry Frei - Martin Krist

Inhaltsangabe

JEDE LÜGE HAT IHREN PREIS. DIESE WIRD DICH TÖTEN.
Ein Mord mitten in der Hauptstadt. Das Opfer wurde erschlagen und gekreuzigt. Kriminalkommissar Henry Frei und sein Team ermitteln.
Suse, heillos mit ihren Kindern überfordert, seit ihr Mann sie verlassen hat, ist in Panik: Ihre Tochter Jacqueline ist verschwunden. Die alarmierte Polizei glaubt der Mutter kein Wort.
Wo ist Jacqueline? Wer zieht seine blutige Spur durch Berlin? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

 

Meine Meinung 

Martin Krist überrascht mich immer wieder mit seiner Ideenvielfalt.

Gerne würde ich diesen Autor mal eine Woche in seinem Alltag begleiten, schauen, wie er lebt und arbeitet und vor allem WIE ihm ständig diese neuen Ideen kommen.

Diese Aussage beziehe ich nicht nur auf die Fälle an sich, sondern Herr Krist ist für mich „der Meister der verbindenden Reihen“. Nachdem ich mich bereits in seine Bücher um David Gross und Paul Kalkbrenner eingelesen habe, war ich zunächst sehr überrascht mit „Böses Kind“ auf einen neuen Namen zu stoßen. Kriminalkommissar Henry Frei.

 

Nun ist der erste Fall gelesen und man kann es gar nicht in Worte fassen, aber der Autor ist ein Wunderwerk der Autorenkiste. Regelmäßig erscheinen neue Thriller aus seiner Feder. Ich würde bei drei verschiedenen Ermittlern mit der Zeit sowas von den Überblick verlieren, aber nicht Martin Krist.

Gekonnt schafft er es auch bei Henry Frei einen völlig eigenständigen, gut durchdachten und ausgearbeiteten Charakter zu erschaffen. Wenn ein Team in einem Thriller nicht passt, geht für mich das Licht schon beinahe aus. Da kann der Fall noch so spannend sein. An die Seite von Frei setzt der Autor die frisch gebackene Mutter Louisa Albers. In Kombination mit Frei gefiel sie mir sehr gut und das Team weist sowohl ergänzende, als auch völlig gegensätzliche Merkmale auf. Da freue ich mich schon sehr auf ein Wiedersehen.

Wie schon bei David Gross und Kalkbrenner möchte ich unbedingt mehr von Henry Frei erfahren. Interessant fand ich wieder den persönlichen Aspekt und Einblick in das Privatleben des Ermittlers. Seine Tochter steckt in einem schwierigen Alter und schwärmt gerade für den ersten Freund und sein Sohn hat das Asperger-Syndrom, eine Form des Autismus. Als Ergotherapeutin danke ich an dieser Stelle für das Wort Ergotherapie im Buch und für die sehr realitätsnahe Darstellung des Alltags mit einem autistischen Kind.

 

Wie zu erwarten, setzt uns der Autor nicht nur einen Fall oder eine Perspektive vor die Nase, sondern will die Gehirnzellen jedes Lesers zum Nachdenken motivieren.

Allein schon den Prolog wusste ich nirgends hinzustecken, dennoch bleibt er durch gekonnt eingesetzte Szenen immer im Hinterkopf.

Dann wäre da Suse, die dreifache Mutter, welche total überfordert ist. Nicht nur der kleine Hund Tapsi, nein, auch ihre 14 jährige Tochter Jacqueline ist verschwunden und Suse weiß sich keinen Rat, wo sie sein könnte.

Und dann wäre da noch der Mord an einer Frau in einem Hotel, der anfänglich gar keine allzu große Bedeutung zu haben scheint.

 

Das Krist der Meister der Verflechtungen ist, zeigt er in diesem Buch dadurch, dass wir auf einige bekannte Namen, wie Sackowitz oder Wittpfuhl treffen. Der Mann hat wirklich Großes vor, daher freue ich mich auf jegliche weitere Bucherscheinung.

 

Auch wenn Martin Krist immer wieder mit neuen Charakteren und Ideen auftrumpft, bleibt eins gleich: der Pageturner-Modus.

Man fliegt durch kurze, gekonnt in Szene gesetzte Kapitel förmlich durch dieses Buch. Zu erwähnen ist, dass fast jedes Kapitel einen Cliffhanger hat. Der Meister der Cliffhanger also auch noch. Hier einen Stopp einzulegen, ist als Thriller-Fan schon echt schwer.

 

Zum Fall selbst möchte ich gar nicht allzu viel verraten.

Mir gab er wieder sehr viele Rätsel auf, die erst am Ende zum Licht fanden.

Und wie er den Fall, inklusive Spannung wieder nach vorne trieb war wieder super.

 

Das berüchtigte Ende. Wie immer böse. Da heißt es nur Abwarten und Tee trinken.

_______________________________________________________________

 

Puh, der Teil unter dem Strich fällt mir hier gar nicht so leicht in Worte zu fassen.

Einerseits ist der Punkt, den ich an dieser Stelle ansprechen möchte mein kleines Highlight, aber auch der Punkt, zu dem mir in dem Reihenauftakt etwas gefehlt hat. Und zwar trägt das Buch nicht nur die Überschrift „Böses Kind“, sondern man findet auch den Schriftzug „Alanna“ auf dem Cover wieder. Im Buch wird dieser Name mit einem alten Vermisstenfall in Verbindung gebracht. Da Henry Frei eine Verbindung zum Fall hat, kam mir dies zu kurz. Ein Blick auf Band 2 zeigt mir, dass auch dort wieder Alanna auftaucht. Die Geschichte ist also eindeutig noch nicht erzählt. Da der Name im Buch für mich einen zu kurzen Part einnahm, fehlt mir an dieser Stelle etwas. Ich bin aber umso gespannter, wie ich in der Hinsicht auf Band 2 reagiere.

 

Mein Fazit

Martin Krist schafft es wieder mich für seine Charaktere und seinen Fall einzunehmen. Auf elektronischer Basis gelesen besteht hier fast die Gefahr eines wunden Fingers, aber das sollte man in Kauf nehmen.

Der kleine fehlende Wink im Buch macht es für mich nicht perfekt, aber alle Krist-Fans und die, die es noch werden möchten, kann ich „Böses Kind“ wärmstens empfehlen.

 

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review 2017-12-04 19:31
Artemis / Andy Weir
Artemis: A Novel - Andy Weir

Jazz Bashara is a criminal.  Well, sort of. Life on Artemis, the first and only city on the moon, is tough if you're not a rich tourist or an eccentric billionaire. So smuggling in the occasional harmless bit of contraband barely counts, right? Not when you've got debts to pay and your job as a porter barely covers the rent.

Everything changes when Jazz sees the chance to commit the perfect crime, with a reward too lucrative to turn down. But pulling off the impossible is just the start of her problems, as she learns that she's stepped square into a conspiracy for control of Artemis itself—and that now, her only chance at survival lies in a gambit even riskier than the first.

 

Well, we all knew that this second novel by Andy Weir couldn’t be as good as The Martian, didn’t we? Not that it’s a bad novel, but very few books could live up to the level of that his first effort. I think the author is brave to issue it and keep on writing. I’ll be willing to read his third novel, too. The Martian was great because the mission was pretty simple: Get the hell off Mars! This story has more complexities, as there are many other people involved and not all of them want our protagonist Jazz to succeed.

I’d also be willing to bet that Weir has read Heinlein’s The Moon is a Harsh Mistress more than once. Jazz is certainly a competent & independent woman, albeit a little less voluntarily subservient than Heinlein’s supposedly strong, independent women. (Weir credits a number of female friends & acquaintances for proof-reading to make Jazz more realistic—there are still hits & misses, I think, but overall it’s not an awful portrayal). And like Heinlein, Weir is really, really interested in technical details (welding in a vacuum, anyone?).

In Weir’s world, the Moon city Artemis is sort of a colony of Kenya—a surprising little twist that I really liked. I did wonder a little bit about the correspondence between Jazz and a pen-pal in Kenya—it was a moderately useful tool, but I also found it a bit confusing, until I figured out that Jazz really was unwilling to be honest with anyone, sometimes even herself. But I adored Fidelis Ngugi, the “mayor” of Artemis, with all her plotting & planning!

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