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review 2017-08-15 04:30
Rezension | Ich bin so gütig, Dir wieder zu schreiben von Jane Austen
Reclam Taschenbuch: Ich bin so gütig, Di... Reclam Taschenbuch: Ich bin so gütig, Dir wieder zu schreiben: Briefe - Jane Austen,Christian Grawe,Christian Grawe,Ursula Grawe

Meine Meinung

 

Einer der besten Wege um sich der englischen „Queen of Classic“ anzunähern besteht darin, in ihren persönlichen Briefen und Korrespondenzen zu schmökern. Leider sind nur noch Briefe aus den Jahren 1796 bis 1817 erhalten, der größte Teil davon sind Briefe an ihre innig geliebte ältere Schwester Cassandra, in denen vor allem persönliche Angelegenheiten besprochen werden. Die meisten Dokumente sind heute leider nicht mehr vorhanden, da vieles von ihrer Familie vernichtet wurde. Da lediglich Briefe aus Jane Austens Feder ab ihrem 20. Lebensjahr erhalten sind, gibt es nur wenig private Anhaltspunkte, wie ihre Kindheit ausgesehen hat und wie sie zu dieser wunderbaren Schriftstellerin heranwuchs.

 

Christian Grawe und seine Frau Ursula haben bereits alle Romane Austens in das Deutsche übersetzt und liefern mit dieser Sammlung von Jane Austens Briefen eine wunderbare Lektüre für alle Jane Austen Fans. Am besten lässt man sich die Briefe auf der Zunge zergehen, denn Jane Austens Spitzzüngigkeit und ihr Hang zur Ironie und Parodie, kommen auch hier zum Vorschein.

 

"Mrs. Hall aus Sherbourne kam gestern sechs Wochen vor der Zeit mit einer Totgeburt nieder, verursacht durch einen Schock – ich vermute, sie hat aus Versehen einen Blick auf ihren Mann geworfen." (Seite 29, Brief an Cassandra vom 17./18. November 1798)

 

"Miss Blachford ist ziemlich nett; ich möchte gar nicht, dass Leute zu nett sind, da es mir die Mühe erspart, sie besonders zu mögen." (Seite 41, Brief an Cassandra vom 24.-26. Dezember 1798)

 

Inhaltlich gesehen bekommt der Leser zudem noch einige Details über die Regency Zeit geliefert, z. B. wie musste man sich kleiden um in Mode zu sein, welche Haube war gerade angesagt, wie sah die Abendgestaltung aus, mit wem wurde getanzt und etliche weitere Informationen die das Herz eines Jane Austen Fans höher schlagen lassen.

Kaum zu glauben, dass der Schöpferin solch romantischer Klassiker selbst kein Happy End in Liebesangelegenheiten zum Teil wurde. Als kleines Trostpflaster gibt es zumindest eine mitreisende Flirterei mit dem Iren Tom Lefroy, die Jane eindrücklich in Briefen an ihre Schwester Cassandra schildert. (Basierend auf diesem Anhaltspunkt hat Jon Spence seinen Roman „Geliebte Jane“ gesponnen, zu dem es eine gleichnamige Verfilmung mit Anne Hathaway in der Rolle der Jane Austen gibt.)

 

"Du schimpfst mich in dem schönen langen Brief, den ich soeben von Dir erhalten habe, so sehr aus, dass ich mich gar nicht zu erzählen traue, wie mein irischer Freund und ich uns benommen haben. Mal Dir das verworfenste und skandalöseste Benehmen beim Tanzen und Zusammensitzen aus." (Seite 11, Brief an Cassandra vom 9./10. Januar 1796)

 

"Nun ist der Tag gekommen, an dem ich zum letzten Mal mit Tom Lefroy flirten werde, und wenn Du diesen Brief erhälst, ist alles vorbei." (Seite 15, Brief an Cassandra vom 14./15. Januar 1796)

 

Sehr gut gefallen hat mir vor allem ein Brief an ihre Schwester Cassandra, in dem Jane stolz über die ersten Eindrücke zu ihrem neu erschienen Roman „Stolz und Vorurteil“ berichtet, aus dem sie kurz nach Veröffentlichung ihrer Nachbarin Miss Benn vorlas, ohne dass diese eine Ahnung davon hatte das die Schriftstellerin persönlich anwesend ist.

 

"Sie fand es ganz witzig, die arme Seele, das konnte sie denn doch nicht verhindern bei zwei Leuten, die sie so zum Lachen anregten; aber sie bewundert Elizabeth anscheinend wirklich. Ich muss selber sagen, ich finde sie eine der hinreißensten Gestalten, die je gedruckt erschienen sind, und ich habe keine Ahnung, wie die Gnade vor mir finden sollen, denen nicht wenigstens sie gefällt." (Seite 143, Brief an Cassandra vom 29. Januar 1813)

 

Der letzte enthaltene Brief von Jane Austen ist auf den 27. Mai 1817 datiert und an ihren Bruder James Edward Austen adressiert. Janes Gesundheitszustand verschlechterte sich zusehends, bis sie dann am 18. Juli 2017 verstarb. Das Buch schließt mit einem traurigen Brief von Cassandra Austen an Janes Lieblingsnichte Fanny Knight, in dem sie Trost spenden möchte. Die Brief-Sammlung wird durch darauf folgende Anmerkungen zu den Texten, einer Karte Südenglands, einer Übersicht zu den familiären und freundschaftlichen Verhältnissen sowie einem Familienstammbaum der Austens abgerundet.

 

Fazit

 

Jane Austens Briefe vermitteln ein unglaublich persönliches Bild der berühmten Schriftstellerin. Vor allem für eingefleischte Jane Austen Fans ein MUST HAVE!

Source: www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-ich-bin-so-guetig-dir-wieder-zu-schreiben-von-jane-austen
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review 2017-08-08 04:30
Rezension | Jane Austen über die Liebe
Jane Austen über die Liebe (insel tasche... Jane Austen über die Liebe (insel taschenbuch) - Jane Austen,Felicitas von Lovenberg,Felicitas von Lovenberg,Angelika Beck,Margarete Rauchenberger

Meine Meinung

 

In diesem feinen Büchlein hat die deutsche Journalistin Felicitas von Lovenberg Auszüge aus Jane Austens Texten ausgewählt und zusammengestellt die sich mit dem schönen und vielseitigen Gefühl der Liebe beschäftigen. Für einen guten Lesefluss wurden die Texte in sechs Kapitel unterteilt, die perfekt die Irrungen und Wirrungen einer sich anbahnenden Liebe bis hin zur Heirat präsentieren.

 

Die wiedergegebenen Textstellen sind für Jane Austen Kenner natürlich nichts neues, beziehen sie sich doch meist auf die bekannten Romane der Autorin. Es sind allerdings auch Auszüge aus Jane Austens Jugendwerken und unvollendeten Romanen mit dabei (die aller Wahrscheinlichkeit nach noch nicht jedem Leser bekannt sind).

 

Abschließend gibt es ein sehr lesenswertes Nachwort von Felicitas von Lovenberg in dem sie Jane Austens Auffassung der Liebe und Heirat treffend darstellt. Liebe und Verstand gehen darin Hand in Hand, was sich wunderbar mit meiner Vorstellung vereint. Jeder der Jane Austen in die rosarote Romantikecke gestellt haben sollte, wird mit diesem Werk eines besseren belehrt. Faszinierend ist vor allem, dass Jane Austens Betrachtungen keineswegs veraltet sind – man könnte dieses Büchlein ebensogut als Ratgeber in Herzensangelegenheiten herausgeben.

 

"Jane Austens romantische Botschaft hat also mit Romantik wenig zu tun, dafür umso mehr mit Herzensbildung und gesundem Menschenverstand. Sie lautet, daß es nicht nur das Recht, sondern die Verpflichtung gibt, sich den Lebenspartner mit Bedacht auszusuchen und, falls sich kein geeigneter Kandidat findet, resolut allein zu bleiben." (Seite 135)

 

Diese gelungene Zusammenstellung von Texten aus austenscher Feder ist in meinen Augen vor allem etwas für richtige Liebhaber die sich für einen kurzweiligen Nachmittag in die mitreisende Welt der Regency träumen wollen, aber nicht gleich einen kompletten Roman lesen möchten. Außerdem eignet es sich auch super als Geschenk um die Austen-Liebe weiter zu reichen.

 

Fazit

 

Nie hat jemand die Liebe so schonungslos durchleuchtet und bloßgestellt wie Jane Austen! Eine herzerfrischende Lektüre mit Sinn und Verstand.

Source: www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-jane-austen-ueber-die-liebe-von-jane-austen
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review 2017-08-06 13:38
Konnte mich nicht überzeugen
Ein Haus voller Träume: Roman (insel tas... Ein Haus voller Träume: Roman (insel taschenbuch) - Fanny Blake,Katharina Förs,Sonja Schuhmacher

Hope, die Mutter von Tom, Lucy und Jo, ist verstorben und so machen sich die drei auf ins Haus ihrer Mutter. Zusammen mit ihren Familien und Freunden wollen sie zum letzten Mal den Geburtstag von Hope feiern und sich von ihr verabschieden. Hope, die Mutter von Tom, Lucy und Jo, ist verstorben und so machen sich die drei auf ins Haus ihrer Mutter. Zusammen mit ihren Familien und Freunden wollen sie zum letzten Mal den Geburtstag von Hope feiern und sich von ihr verabschieden. Hope wünscht sie, dass das Haus verkauft wird. Die drei Geschwister stoßen beim aufräumen auf so manches Geheimnis.


Der Schreibstil lässt sich angenehm lesen. Blake benutzt eine einfach Sprache, so kann man dem Geschehen sehr schnell folgen. Die Charaktere überzeugen durch ihr authentisches Handeln und ihre realistische Sprache. Die kleine vierjährige Ivy hat mich vollkommen überzeugen können. Es macht Spaß die Charaktere über die Woche zu beobachten und zu sehen, wie sie wachsen.


Die Geschichte, um die Überraschungen, hatte ich mir etwas spannender vorgestellt. Ich dachte, dass die Drei beim ausräumen auf dunkle Familiengeheimnisse stoßen. Mich konnte das Buch nicht recht von sich überzeugen. Aber eventuell ist diese Familienidylle auch einfach nicht mein Gerne.


Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde gewonnen und danke Autorin und Verlag dafür.

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review 2017-08-01 04:46
Rezension | Jane Austen. Ein literarischer Führer
Reclam Taschenbuch: Jane Austens Romane:... Reclam Taschenbuch: Jane Austens Romane: Ein literarischer Führer - Christian Grawe

Meine Meinung

"Zweihundert Jahre nach ihrem Tod ist sie eine internationale »Kultfigur« und wird auf erstaunliche Weise verehrt und…vermarktet: Jane-Austen-Handtücher, -Trinkbecher, -Einkaufstaschen, -Puppen sind nur einige der Devontionalien, die zum Kauf angeboten werden." (Seite 17)

Zuerst betrachtet Christian Grawe in seinem Sachbuch „Jane Austens Romane. Ein literarischer Führer“ das Œuvre der Autorin, welches Jugendwerke, die Romane und ihre unvollendeten Romanfragmente, einschließt. Nach einer kurzen Einführung lernt man Austens Epoche und ihre Welt im beschaulichen Süden Englands mit Hilfe von „kurz & knackig“ gehaltenen Artikeln kennen.

"Das Buch folgt keiner bestimmten interpretatorischen Richtung oder Schule. Es ist elektisch und nimmt auf, was immer die Lektüre von Austens Romanen bereichern könnte und zum Verständnis ihrer Kunst beiträgt." (Seite 19)

In den informativen Abschnitten geht es z. B. um die Dienerschaft, Alte Jungfern, Ehen, Erziehung, Umgangsformen, Tagesrythmus, Schauerromane, und vieles mehr das für den Austen-Leser von Interesse ist. Zuerst hatte ich meine Bedenken bei dieser Darstellungsform, doch je mehr ich gelesen habe, desto größer wurde meine Begeisterung. Christian Grawe hat es mit diesem Buch geschafft, die wichtigsten Fakten zusammen zu tragen und sie in einer angenehmen Kompaktheit zu präsentieren. Außerdem eignet es sich super als Nachschlagewerk, dass man beim Lesen eines Austen Romans zu Rate ziehen kann.

Die umfrangreichen Informationen bereiten vor allem Austen-Neuleser hervorragend auf die Lektüre von Austens Romanen vor, so dass Pointen und parodiestische Anspielungen sofort ins Auge fallen.

"Gerade in der Darstellung des Alltäglichen erreichte sie eine schwer zu überbietende Vollkommenheit, die schon ihr berühmtester früher Kritiker, Sir Walter Scott, erkannte: »Diese junge Dame hatte eine Begabung, die Probleme und Gefühle alltäglicher Charaktere zu schildern, wie ich es so ausgeprägt noch nie erlebt habe.«" (Seite 214)

Fazit

Die perfekte Vorbereitung und Ergänzung zu Austens Klassikern!

Source: www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-jane-austens-romane-ein-literarischer-fuehrer-von-christian-grawe
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review 2017-07-18 11:30
Spannender Post-Brexit-Thriller
Die Lieferantin: Thriller (suhrkamp tasc... Die Lieferantin: Thriller (suhrkamp taschenbuch) - Zoë Beck,Thomas Wörtche

Die Fronten in Zoë Becks aktuellem London-Thriller „Die Lieferantin“ sind von Anfang an klar definiert:

 

Auf der einen Seite stehen die alten Drogendealer, die klassische Unterwelt. Sie verkaufen ihre meist gestreckte) Ware vor allem auf der Straße. In ihrem Milieu herrscht Gewalt. Einschüchterung, Schutzgelderpressung und Auftragsmorde gehören zum Alltag.

 

Auf der anderen Seite steht Ellie Johnson, die online nur anonym als „die Lieferantin“ auftritt. Sie bringt den Drogenhandel ins Zeitalter der Digitalisierung. Wer ihre (hundertprozentig reine) Ware beziehen möchte, lockt sich ins Darknet ein, lädt sich anschließend ihre App herunter und erhält die Drogen per Drohne.

 

Diese beiden Seiten prallen im Buch auf spannende Weise aufeinander. Gleichzeitig schafft Zoë Beck einen interessanten politischen Hintergrund für ihren Thriller, in den sie die Rivalen einbettet: Wir befinden uns in der nahen Zukunft in einer Welt kurz nach dem Brexit. Wohnungskrise, ein schlechtes Gesundheitssystem und gewalttätige Ausschreitungen prägen Großbritannien. Die Regierung plant eine Verschärfung der Drogengesetze und will unter anderem die Unterstützung und Versorgung von Abhängigen beenden. Über diesen sogenannten Druxit soll das britische Volk demnächst in einem Referendum abstimmen.

 

Das gruslige an diesem fiktiven Szenario ist, dass ich mir ohne Probleme vorstellen kann, das es in der Realität passieren könnte. Zoë Beck hat das aktuell angespannte politische Klima sehr gut charakterisiert und treibt es auf die Spitze.

 

Die Lieferantin verbindet ihren Drogenverkauf mit sozialem Aktivismus, denn der Erlös finanziert zum Teil die Anti-Druxit-Kampagne. Es klingt paradox, dass der illegale Verkauf von Drogen die Legalisierung dieser erreichen soll. Diese Widersprüche machen den Thriller zu einem komplexen, gesellschaftskritischen Werk. Hier stehen sich nicht einfach nur Gut und Böse gegenüber, sondern vielschichtige Charaktere, die ihre eigene Agenda verfolgen.

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