logo
Wrong email address or username
Wrong email address or username
Incorrect verification code
back to top
Search tags: Liebesroman
Load new posts () and activity
Like Reblog Comment
show activity (+)
review 2017-09-03 12:59
Warum Seepferdchen im Sommer keine Schuhe tragen | Tracy Brogan
170903 Seepferdchen4
Autorin: Tracy Brogan
Titel: Warum Seepferdchen im Sommer keine Schuhe tragenReihe: neinÜbersetzerin: Diana BürgelGenre: Liebesroman, humorvolle FrauenliteraturVerlag: AmazonCrossing, [12.11.2013]Kindle-Edition: 355 Seiten, ASIN: B00E9G0ZREauch als TB und ungek. HB verfügbarWhispersync for Voice verfügbar hier: kostenlos als Amazon Prime-Mitglied geliehengelesen auf dem Kindle Paperwhiteklick zu Amazon

Inhaltsangabe (Amazon):

Sadies große Stärke ist es, Ordnung ins Chaos zu bringen. Als schließlich ihr eigenes perfektes Leben völlig durcheinandergerät, hofft sie, ein Sommer am See im Haus ihrer Tante könnte ihr dabei helfen, es wieder in den Griff zu bekommen. Sie möchte sich erholen und ihre Wunden lecken, die ihr Exmann hinterlassen hat. Was sie braucht, ist Ruhe vor den Männern.

Doch mit zwei Hunden und zwei Cousins – von denen einer Sadie unbedingt eine Rundumerneuerung verpassen möchte – ist es schwer, ein wenig Ruhe und Frieden im Hause ihrer exzentrischen Tante Dody zu finden. Besonders, weil alle entschlossen zu sein scheinen, sie mit dem attraktiven neuen Nachbarn Desmond zu verkuppeln.

Desmond ist Sadies schlimmster Albtraum: groß, sonnengebräunt, muskulös ... und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, versteht er sich auch noch blendend mit ihren Kindern. Aber irgendeinen Fehler muss er doch haben – schließlich ist er ein Mann.

Während der Sommer seinen Lauf nimmt, scheint Sadies Leben immer komplizierter zu werden: Ihr eröffnet sich eine neue Karrieremöglichkeit, ihr fieser Ex stellt ihr nach und Dody enthüllt ein trauriges Geheimnis. Aber vielleicht ist ein bisschen Chaos ja genau das, was Sadie braucht.

Meine Meinung:

 

humorvoll, rührend, bunt-schillernd

 

Pünktlich zum alljährlichen Datum der Fälligkeit meines Mitgliedsbeitrags hat Amazon sein inbegriffenes Angebot ausgeweitet. Künftig kann man nun nicht mehr nur ein eBook im Monat leihen und ausschließlich auf Amazon-Geräten lesen, nein, ich habe ganze drei auf einmal geliehen (keine Ahnung, wie viele tatsächlich möglich sind) und habe sie sofort auf sämtlichen Geräten in der Kindle-App entdeckt. Doch trotz alledem lese ich am allerliebsten auf meinem Kindle Paperwhite, wobei ich auch die Möglichkeit, auf dem iPhone weiterlesen zu können, wenn ich den Kindle liegengelassen habe, ganz hervorragend finde.

 

Dieses eBook habe ich beim Stöbern entdeckt. Allein der Titel hat mich schon neugierig gemacht. Das Cover vermittelte den Eindruck eines Sommerromans mit Herzfaktor und das war genau das, was ich gerade brauchte.

 

Anfangs hat es etwas gedauert, um in die Geschichte hineinzufinden, denn Sadie empfand ich als ein bisschen zu naiv, träumerisch und “rosa-blond”. Allerdings änderte sich meine Meinung zusehends, denn die buntgemischte Truppe, die bei ihrer Tante Dody lebt, hat sich ganz langsam in mein Herz geschlichen.

 

Das Buch handelt vom Leben, der Liebe, dem sich-Finden, dem Fallenlassen, Vertrauen und dem Zusammenhalt zwischen Freunden, wobei ich absichtlich nicht Familie gesagt habe, denn es gibt auch unter Familienangehörigen so ne und solche. Es hat mich doch tatsächlich zu Tränen gerührt.

 

Der Schreibstil ist genauso glitzern-schillernd wie die total verrückte Familie von Sadie, wobei – verrückt sind sie eigentlich nicht, nur “anders”. Ich mag sie total. Und durch diverse Überschuss-Reaktionen fängt Sadie an, Dinge anders zu sehen als bisher, sich an vielen kleinen Dingen zu erfreuen und schlussendlich glücklich zu werden, ganz einfach, weil sie lernt, glücklich sein zu wollen.

 

Ein fröhlich-humorvoller Sommer-Roman, der mich tief berührt hat. Ich gebe 09/10 Punkte.

 

Zitate:

170903 Seepferdchen1

 

Bücher der Autorin:

 

- Warum Seepferdchen im Sommer keine Schuhe tragen – beendet 03.09.2017 – 09/10 Punkte
- Ausgeliefert in den Highlands
- Wie man lernt, den ganzen Elefanten zu sehen
- Warum Drachentöter vor der Hochzeit Jetskis klauen
- Vom richtigen Umgang mit Bären

 

Warum Seepferdchen im Sommer keine Schuhe tragen - Tracy Brogan 

 

170903 Seepferdchen3
Source: sunsys-blog.blogspot.de/2017/09/gelesen-warum-seepferdchen-im-sommer.html
Like Reblog Comment
review 2017-05-29 10:16
Herrlich ironisch aber gefühlvoll, zwischen Emotionen und Vergangenheitsbewältigung
Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt - Kristina Günak
Dank der Bücherplattform Lesejury.de durfte ich mit diesem Buch an einer Leserunde teilnehmen. Der LYX-Verlag hat mir ebenfalls über Netgalley.de ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Ich möchte mich hiermit beim Verlag LYX - Bastei Lübbe noch mal herzlichst dafür bedanken. Die Leserunde auf Lesejury.de hat es mir allerdings schwer getan, da ich durch die langen Leseabschnitte gezwungen war, das Buch 2 mal für mehrere Tage zur Seite zu legen. Ich kann deswegen nur empfehlen das Buch in einem Rutsch zu lesen und sich von Beas Gefühlschaos mitreissen zu lassen.
 
Cover:
Ein schönes und lustiges Cover. Die schöne handgeschriebene Schrift ziert in der Mitte das Cover, drumherum Kringel, die Telefonkritzeleien sein könnten, oder wenn ein Autor gedankenverloren an seinem Plot arbeitet. Bei den gelben Tupfen bin ich mir nicht sicher, was sie darstellen sollen, goldene Konfetti? Ich finde es verspielt, aber trotzdem schlicht und schön.
 
Handlung:
Um den kleinen Verlag zu retten, muss Bea mit dem rüpelhaften Starautor Tim Bergmann auf Lesereise gehen. Nur wenn er einen wichtigen Leserpreis gewinnt, für den sie während der Reise viel Werbung machen müssen, kann der Verlag weiter existieren. Aber Tim schreibt Dystopien und passt so gar nicht in das Konzept eines Verlages für Liebesromane. Er ist launisch und expulsiv. Aber Bea muss die 4 Wochen kreuz und quer durch Deutschland mit diesem Mann überstehen, vor allem weil er doch immer wieder ungewohnte Gefühle in ihr hervorruft, die sie ziemlich aus dem Konzept bringen.
 
Buchlayout/Haptik:
Die 37 Kapitel sind recht kurz, was ich als ganz angenehm empfunden habe, zumindest hat es mich im Lesefluss nicht gestört. Zu jeder Kapitelnummer gibt es auch noch einen kurzen, aber prägnanten Titel.
 
Idee/Plot:
Beide Protagonisten haben eine sehr ähnliche Vergangenheit. Wobei Tim damit offener umgeht und diese Vergangenheit auch in seinem Buch verarbeitet. Bea hingegen flüchtet in akribische Kontrolle. Diese beiden Menschen prallen nun aufeinander und müssen unter erhärteten Bedingungen miteinander auskommen. Sie werden durch die Anwesenheit des anderen mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, was natürlich dann auch zu einigen Konfliktmomenten führt. 
 
Handlungsaufbau/Spannungsaufbau:
Die Handlung wird sanft aber stetig aufgebaut. Wir bekommen zunächst nur häppchenweise was von Beas und Tims Vergangenheit mit, erhalten aber im Laufe des Buches immer mehr Einblick. Die Spannung und das Prickeln werden auch sehr schön über das Buch aufgeteilt und steigt von Abschnitt zu Abschnitt, bis es in einen tollen Gänsehautmoment gipfelt. 
 
Szenerie/Setting:
Kristina Günak versteht die Umgebung knackig aber prägnant zu umschreiben. Sie hält sich nicht mit ausladenden Beschreibungen auf und setzt den Fokus vielmehr auf die Gefühls- und Gedankenwelt. Da wir uns auch in Deutschland befinden ist es für den Leser leicht, sich die Szenerien vorzustellen. Es passt auch gut zusammen: die Welt rund um Bücher, der Alltag in einem ums Überleben kämpfenden Verlag, der dystopische Schreiberling Tim und die selbstbeherrschte Bea. Eine gute Mischung, nicht zu viele Nebenschauplätze aber geschickte Nebenhandlungen.
 
Sprache/Schreibstil:
Das Buch lässt sich wunderbar locker und leicht lesen. Die Sprache ist absolut flüssig und herrlich spritzig und frech. Die Geschichte wird uns ausschließlich in der Ich-Perspektive von Bea präsentiert und gibt uns einen tiefen Einblick in ihre Gedanken und Gefühle. Witzige und ironische Sprüche wechseln sich ab mit immer wieder recht reflektierenden Gedankenblitzen.
„Sein Blick wird stechender, und ich halte mich unauffällig mit einer Hand an der Tischkante fest. Diana weiß, wo ich bin, Wenn ich nicht zurückkomme, wird irgendwann sicherlich jemand nach mir suchen. Spätestens wenn die Besprechungskekse alle sind, wird ihnen auffallen, dass der böse Autor mich erlegt hat.“
S. 53 (Kristina Günak: „Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt“, Taschenbuch © 2017 LYX by Bastei Lübbe AG, Köln)
 
Emotionen/Protagonisten:
Bea hat es in ihrer Kindheit nicht leicht gehabt. Es wird schnell klar, dass sie ein Pflegekind war und durch Glück an ihre Pflegeeltern gekommen ist, die sie aus dem „Ursumpf“ gezogen haben. Ihre bittere Erfahrungen von ihren leiblichen Eltern verbirgt sie hinter einer steinernen Maske aus Kontrollzwang und strengen To-Do-Listen. Ihr Schicksal ist ihr großes Geheimnis. Zusätzlich hat sie das enorme Problem, dass sie niemals „nein" sagen kann, und so an den Rand ihrer Kräfte gelangt. 
Sie ist ihrer Pflegefamilie extrem zu Dank verpflichtet und hat ihren Geschwistern gegenüber ein sehr weiches Herz. Trotzdem kann sie ganz schön gepfefferte Sprüche loslassen und steht Tim in Sachen Ironie kaum nach. Aber, sie ist auch unheimlich reflektiert, denkt viel über die Geschehnisse nach und beginnt sich aus ihrer Kontroll-Isolation zu befreien.
 
Tim ist zunächst der undurchschaubare Typ à la Bad-Boy. Tätowiert, schwarze Klamotten und ein absoluter Stinkstiefel. So wie man sich auch einen typischen Schriftsteller vorstellt, der nur dystopische Handlungen im Kopf hat. Und dazu ist er auch noch der begehrteste und heißeste Junggeselle auf dem Planeten. Aber sein Buch ist ganz klar die Verarbeitung seiner Vergangenheit, mit der er Bea gegenüber immer offener umgeht. Er ist oft unbeherrscht und aufbrausend, damit macht er Bea zusätzlich des öfteren auch Angst. Diese Angst spürt er, und beginnt zu verstehen, dass etwas mit Bea nicht stimmt. 
 
Aber Tim kann hinter Beas Fassade gucken und hält ihr auch ziemlich oft den Spiegel vor: 
„Tim Bergmann berührt mein Herz. Auf eine sonderbare, nicht fassbare Art und Weise. Dabei tut er gar nichts, um seine Gunst auch nur im Ansatz zu verdienen.“
S. 102 (Kristina Günak: „Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt“, Taschenbuch © 2017 LYX by Bastei Lübbe AG, Köln)
 
Durch die vielen inneren Dialoge, ihre Gedanken und Reflektionen konnte ich mit Bea unheimlich gut mitfühlen. Sie ist für mich absolut authentisch. Ihre Handlungen kann man zwar manchmal als etwas übertrieben sehen, aber sind dennoch nachvollziehbar. Und auch Tim ist für mich kein typischer Buchheld. Er ist oft ein Kotzbrocken, lebt in seiner eigenen Welt, und trotzdem blitzen immer wieder sanftmütige Momente durch, die einem das Herz zum Prickeln bringen.
 
Meine Meinung:
Es ist toll mit zu erleben, wie reflektiert Bea Tims Verhalten aufnimmt. Anfangs noch sehr verunsichert erkennt sie die Gleichheit zwischen ihnen. Beide, Tim und Bea, vollziehen während der Geschichte eine wunderbare Wandlung, die ich ganz wichtig finde. So baut sich das Buch auch wirklich gut auf und nimmt uns immer weiter in das Gefühlschaos der beiden. Wir selber lernen immer mehr die Protagonisten zu verstehen, so wie sie sich selber auch.
 
Der trockene Humor hat mir sehr gut gefallen. Es ist nicht nur ein Klamauk oder ein triefend rührendes Buch. Nein, ironisch komische Situationen und gefühlvolle Momente geben sich wirklich gekonnt die Hand. Ganz großartig geschrieben und wirklich sehr erheiternd!
 
Vor allem möchte ich die Messages, die Kristina Günak uns mit diesem Roman mitgibt, hervorheben. Eine wahre und ehrliche Beziehung beruht auf Vertrauen und Wahrheit. Es geht darum, den wahren Kern des Menschen zu erkennen und ihn so anzunehmen, egal welche Vergangenheit er durchlebt hat. Die wahre Liebe ist Sicherheit geben aber auch Hilfe einfordern. Und für sich selber auch Grenzen setzen und die Grenzen des anderen zu akzeptieren.
 
Eine tolle Idee einer Liebesgeschichte, die erst durch die gemeinsame Reise der Beiden in sehr emotionalen Szenen zu entstehen beginnt. Ab dem letzten Drittel des Buches hat es mich dann noch mal sehr bewegt und mitgenommen, es war ein stetiger Wechsel zwischen Weinen und Lachen. 
 
 
Fazit:
Ich hatte rundum ein tolles Leseerlebnis und habe mich mit diesem Buch auf niveauvolle Art und Weise unterhalten gefühlt. Von mir gibt es dazu eine klare Leseempfehlung
Like Reblog Comment
review 2017-05-15 10:14
Schade - Feinfühlige Idee ohne große Gefühlsachterbahn
Ava - Vera Kerick Ava - Vera Kerick
Coverbild
Sehr schlicht und dezent ist das Cover. Es gefällt mir gut. Der einfarbige graue Hintergrund mit den einfachen Blumen und Blütenblättern ist schlicht. In der Mitte wird der Buchtitel "Ava", der Name der Protagonistin, nüchtern in einer Serifenlosen Schrift angezeigt. Es ist schnörkellos aber nett ein bisschen wie das gesamte Buch.
 
Handlung
Nach einer Operation kann Ava, die in der Kindheit durch eine Krankheit ertaubt ist, wieder hören. Sie ist in die große Stadt gezogen und in ihrem Beruf als Universität-Bibliothekarin recht erfolgreich. Nun möchte sie ihre große Jugendliebe Peter wieder sehen und trifft ihn auf einem Besuch bei ihrer Mutter in ihrem Heimatdorf. Doch ihre Schwärmerei wird durch ein einschneidendes Familiengeheimnis getrübt. Ava begibt sich in ein Karussell von Lügen, Geheimnissen und Gefühlen, immer auf der Suche nach der Erfüllung ihrer wahren Liebe.
 
Buchlayout (eBook)
Das gesamte Buch ist in 4 Teilen eingeteilt. Dabei sind sie aber sinngemäß nicht voneinander getrennt, so dass sich mir diese Einteilung nicht erschließt. Die einzelnen Kapitel sind angenehm in der Länge, Rückblenden und Perspektivenwechsel werden leider kaum optisch voneinander getrennt. Als Titel eines Kapitels erscheint nur die Zahl. Insgesamt ist das eBook einfach gehalten.
 
 
Idee / Plot:
Die Autorin greift ein sehr feinfühliges Thema auf, das jedem von uns bestimmt in dieser oder ähnlicher Form schon begegnet ist:  Wie viel darf und soll man den Menschen, die man liebt, an Wahrheit sagen, wann ist es berechtigt zu Lügen? Haben diese Menschen nicht immer das Anrecht auf Wahrheit? Wie egoistisch darf man sein, auf die Gefahr hin die Lieben dadurch zu verletzen? Diese Idee gefällt mir sehr gut und regt einen zum Nachdenken an. Gesunde Beziehungen bauen auf Kommunikation, Verständnis und Ehrlichkeit. 
 
Handlungsaufbau / Spannungsbogen
Der Handlungsaufbau ist sehr durchwachsen und es gibt kaum Spannungsmomente. Die Erzählung plätschert so dahin, obwohl es sehr viele Zeitsprünge und Perspektivenwechsel gibt. Es hätte ein spannendes Zusammenspiel werden können, mich verwirrt es aber eher. Trotzdem ist die gesamte Handlung vorhersehbar. Es gibt einen Plottwist ziemlich am Anfang, danach geht es aber eintönig weiter. Einen richtigen Höhepunkt kann ich nicht erkennen und das Ende war zu erwarten.
 
Szenerie / Setting
Von der Umgebung und den Personen bekomme ich leider nur sehr wenig mit. Es wird wenig bildlich beschrieben und ich kann sie mir kaum vorstellen. Die große Stadt, in der Ava lebt, wird nicht namentlich genannt. So dass man nicht einmal weiß, in welchem Teil von Deutschland sie sich befindet, um sich ein gewisses Bild vom Umfeld machen zu können. Genannt wird nur München in Bayern, wobei die dort lebenden Personen ziemlich stereotypisch dargestellt werden. Dornfeld, Avas Heimatdorf, liegt an der Ostsee.
 
Emotionen / Protagonisten
Es ist unheimlich schwer einen Zugang zu Ava und Peter zu finden. Ich kann auch nicht mal besondere Eigenschaften der Personen hervorheben, weil ich sie mir gar nicht richtig vorstellen kann.
 
Ava ist mit 8 Jahren ertaubt und musste in ein spezielles Internat. Sie lernte mit der Behinderung umzugehen und hat die Liebe zu den Büchern entdeckt. Ihre Jugendliebe Peter hat sie nie vergessen und es ist für sie ein richtiger Zwang ihn wieder zu sehen.
 
Ihre beste Freundin Helen, die sie im Internat kennengelernt hat, gibt ihr den meisten Halt. Helen ist nach Bayern gezogen und bekommt mit ihrem Ehemann Leopold ein Kind.
 
Peter aus ihrem Heimatdorf, scheint ein sehr netter Junge zu sein, und lernt Ava auf einem der traditionellen Dornfelder Sommerfeste kennen. Danach verschwindet er aus ihrem Leben.
 
Avas Mutter ist nach dem Tod ihres Mannes alleine und lebt nicht mehr im gleichen Dorf. Zu Ava hat sie zunächst ein sehr inniges Verhältnis, das durch einen Streit sehr getrübt wird.
 
Zu erwähnen sind noch David und Konstantin. David spielt nur eine periphere Rolle, bekommt aber sehr viel Raum, genauso wie Konstantin. Es gibt weitere Personen die mehr oder weniger im Roman vorkommen, die man meines Erachtens etwas mehr zurück nehmen hätte können, da sie dem Handlungsstrang nicht wirklich dienlich sind.
 
Sprache / Schreibstil
Die Sprache ist ausgereift und gut geschrieben, aber viel zu nüchtern und emotionslos. Zunächst ist die Geschichte als personaler Erzähler aus Avas Perspektive dargestellt. Dann  gibt es plötzlich einen Wechsel zwischen Ava und Peter. Teilweise hüpft man auch in wenigen Sätzen in den auktorialen Erzähler. 
Sehr viele Nebengeschichten werden über das ganze Buch hinweg aneinandergereiht aufgezählt, ohne einen tieferen Einblick in die Gefühlswelt zu bekommen. Es gibt so gut wie keine Metaphern, keine bildliche Ausschmückung.
 
Meine Meinung:
Der Aufbau des Romans finde ich nicht so glücklich. Im ersten Teil gibt es einen häufigen Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Dann eine ganze Weile nicht. Die Rückblenden in Avas Jugend kommen gar nicht mehr vor, dafür dann Rückblenden in die nähere Vergangenheit, und plötzlich wechselt die Erzählperspektive zwischen Ava und Peter. Da ist das Konzept des ganzen Buches meines Erachtens nicht ganz geglückt. 
Vor allem beim Perspektivenwechsel fehlt mir ein optischer Anhaltspunkt, um wessen Perspektive es sich gerade handelt. Man braucht erst mal 2-3 Sätze - die man auch mehrmals lesen muss - bis man begriffen hat, welche Perspektive es gerade ist. Da hätte man ruhig eben den Namen drüber schreiben, oder tatsächlich jedes Kapitel nur in einer Perspektive erzählen lassen können. Ebenfalls sind mir die Zeitsprünge dazwischen zu heftig und man muss sich mühselig zusammenreimen, wie viel Zeit vergangen ist, wann und wo man sich gerade befindet.
 
Sehr schade finde ich die Oberflächlichkeit und Nüchternheit, mit der diese Geschichte erzählt wird. Erzählerisch ist es mir zu mau, kein Prickeln, keine Gefühle, die unter die Haut gehen.
Es wird viel erzählt wie etwas gemacht wird, also Handlungen aneinandergereiht, aber ich weiß nicht einmal wie die Personen aussehen, sich fühlen, wie es riecht, wie was schmeckt... Da fehlt mir die bildliche Ausschmückung um mehr Bezug dazu zu bekommen und es selber nachempfinden zu können. Und deswegen ist es mir zu oberflächlich. Viele Verhaltensweisen und Handlungen der Personen kann ich so auch nicht nachvollziehen, sie bleiben mir einfach verschlossen. Und die meines Erachtens sehr wichtigen Stellen in dem Buch werden in dem ebenso eintönigen plänkelhaften Stil beschrieben. Eigentlich große Gefühlszenen werden so nebenbei in einer halben Seite abgehandelt. Hier hätte für mich das Kopfkino anspringen müssen, werde aber schnell enttäuscht, und dann wird munter eintönig weiter geplappert ohne bei mir einen tieferen Eindruck zu hinterlassen.
 
FAZIT:
Als einfache Lektüre ist es eine nette Geschichte, aber ohne Gefühlsachterbahn oder Emotionskarussell. Wer mehr Kopfkino erwartet wird mit diesem Buch enttäuscht sein.
 
Like Reblog Comment
review 2017-04-11 07:27
Köstlicher Humor und blumige Romantik mit gefühlvollen Momenten!
Erst die Liebe, dann das Vergnügen - Col... Erst die Liebe, dann das Vergnügen - Colleen Oakes
Da mir die Leseprobe sehr großen Spaß gemacht hat, habe ich mich um ein Rezensionsexemplar beworben und von vorablesen.de und über NetGalley.de jeweils eines erhalten. Ich möchte mich hiermit noch bei beiden Plattformen dafür sehr bedanken. Nachdem ich doch etwas Bammel hatte, ich hätte mich mal wieder vergriffen und eine kitschige Liebesromanze ausgesucht, hat mich dieses Buch tatsächlich überrascht! 
 
 
Cover / eBook-Layout: 
Auf einem weißen, abgewetzten Holztisch tummeln sich Flieder- und Rosenblüten zu rosa Zuckerdekor in Herzfrom. In der Mitte zeigt ein Holzherz-Anhänger den Titel des Buches. Leider ist das Arrangement ziemlich kitschig. Zudem sind die einzelnen Bild-Elemente nicht sauber in das Bild montiert, der Schattenwurf und die Perspektive stimmen nicht überein. Hier hätte man doch ein eigenes Foto aufnehmen sollen, in dem alle Elemente direkt auf dem Set vorhanden sind. 


Das Buch ist in recht kurze Kapitel eingeteilt, so dass es insgesamt 36 Abschnitte gibt. Das macht das Lesen von dem recht großen Buch (über 500 Seiten) doch recht angenehm. Etwas schade finde ich, dass die Kapitelanfänge, außer der Nummer, keinen Titel tragen und/oder nicht hübsch verziert wurden. Gerade durch das Blumenthema hätte man die perfekte Möglichkeit gehabt, zu jedem Kapitel eine Illustration hinzusetzen zu können und hätte insgesamt das eBook damit aufpeppen können. 


Die Handlung: 
In St. Louis ist die etwas pummelige und unselbstsichere Elly Jordan eine gefeierte Floristin. Sie führt eine Edelblumenboutique und muss sich mit Brautzillas und ihren Müttern herumschlagen. Aber trotzdem geht sie in ihrem Beruf auf, da sie erfolgreich ihr altes Leben verdrängt hat und ihre Kreativität in ihrem Handwerk ausleben kann. Denn nur 2 Jahre zuvor ist sie von ihrem Ehemann geflohen, den sie mit einer Studentin im ehelichen Bett erwischt hat. In ihrem neuen Leben ist inzwischen alles perfekt, wäre da nicht der rassige neue Nachbar, und dieser neue Auftrag für die opulenteste Hochzeit, die sie sich je vorstellen konnte und all ihre Kapazitäten übersteigt. 


Plot / Handlungsaufbau: 
Die Handlung ist trotz der Dicke des Buches nicht langweilig. Zunächst kann man nicht ganz verstehen, warum Elly so an dem Ehebruch ihres Mannes innerlich zerbrochen ist. Doch durch geschickt eingefügte Rückblicke über das Buch verteilt, beginnt Elly ihr Leben selber zu reflektieren. Als Leser begreift man dann auch, warum Elly ihren Ehemann Aaron zu ihrem Anker in ihrem Leben gemacht hat und er durch die Affäre nicht nur die Ehe, sondern auch Ellys Vertrauen zerstört hat. 


Es gibt nicht nur romantische und amüsante Momente, sondern auch sehr schöne berührende Momente. Als Elly ihre Mutter in den Tod begleitet war ich sehr ergriffen. Der Wechsel ist spannend, man taucht immer mehr in Ellys Gefühle ein und wird selber in den Sog und die Spannung auf den Höhepunkt dieser Wahnsinns-Hochzeit hineingezogen. Die Katastrophen häufen sich und die Ausrichtung der Hochzeit ist eigentlich nur zum Scheitern verurteilt. 


Emotionen / Protagonisten: 
Elly ist unglaublich greifbar und ich kann ihr sehr nachempfinden. Sie ist pummelig, unsicher, aber auch in ihrem Herzen zerstört. Ihre Anerkennung bekommt sie von ihren neuen Freunden und ihren Kunden. Den Ehebruch hat sie nie wirklich verarbeitet sondern verdrängt jegliche Gefühle im Zusammenhang mit ihrem Ex-Mann. Aber trotz perfekten Neuanfang, trotz dem perfekten neuen Leben, fühlt sich Elly allein und ist innerlich sehr traurig. Auch wenn Sie versucht ihre Vergangenheit zu vergessen, ist sie immer allgegenwärtig. Und so tollpatschig sie ist, so schnell schlittert sie auch von einer Katastrophe in die Nächste! Mit dabei immer die innere Zerrissenheit zwischen gefeierter Floristin und verunsicherten Mauerblümchen. Dass das alles mal zum Ausbruch kommen muss, wird im Laufe des Buches klar und ich bin begeistert von Ellys explosionsartigen Wendepunkt! Auch ausgelöst durch Isaac, den rassigen neuen Nachbarn, der sie trotz ihrer Kurven als Muse begehrt, bei dem ich von Anfang an nicht sicher war, was er im Schilde führt. 


Ich liebe auch Ellys Freunde. Kim ist die beste neue Freundin und steht ihr in jeder Situation bei. Sie ist Ellys engste Vertraute und arbeitet zunächst mit in der Boutique. Von Anfang an haben sich beide gefunden und vertraut. Kim und ihr Ehemann Sean haben Elly nach ihrer Flucht aufgenommen und aufgepäppelt. 


Keith Carcelo, Besitzer des Delikatessengeschäfts mit den köstlichsten Sandwiches, ist immer da, der unsichtbare Halt und kümmert sich selbstlos um Elly. Er geht mit Ellys lethargischen Hund Cadbury spazieren, und stürmt das Geschäft mit dem Baseballschläger um potenzielle Einbrecher zu verjagen. Aber sein Potenzial erkennt Elly leider viel zu spät. Patzella ist köstlich! Ich könnte sie knutschen. Ellys jugendliche und ausgeflippte Mitarbeiterin macht eine wunderbare Wendung durch und entpuppt sich als absolut loyal. Obwohl sie mit ihrem extravaganten Auftreten immer für Aufregung sorgt. Beide habe ich im Laufe des Buches sehr in mein Herz geschlossen und finde sie wunderbar! 
Dann wäre da auch noch Sunny, die Mutter der Braut, deren opulenteste Hochzeit Elly mit Blumen versorgen muss. Sie ist ein Ruhepol und beginnt in Elly eine gewisse Rolle einzunehmen und wird ein wichtiger Teil für sie. Ich mag Sunny sehr. 


Szenerie / Setting: 
Unglaublich toll und bildhaft beschreibt Colleen Oakes die verschiedenen Blumenarrangements mit treffenden Wörtern. Man kann sich sofort in alles hineinversetzen und hat die Blüten und Bouquets direkt vor Augen und kann sie selbst riechen. Trotz sehr ausschweifenden Beschreibungen der Blütenexplosionen, nehmen sie aber nicht überhand. Man hätte teilweise hier reduzieren können, aber ich finde sie nicht störend und hatte auch nicht das Gefühl hier überspringen zu müssen. 


Sprache / Schreibstil: 
Collen Oakes schreibt großartig aus der Erzählperspektive der 3. Person. Die blumige und metaphornreiche Sprache hat mir sehr gut gefallen und auch immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Oft auch sehr witzig und pointiert, mit treffender und sarkastischer Wortwahl, aber ohne überspitzt zu wirken. Geholfen hat auch Ellys Tollpatschigkeit, mit der sie sich immer selber wieder in peinliche Situationen reitet. Colleen Oakes flechtet gekonnt Romantik, gefühlvolle Momente und urkomische Szenen ineinander und lassen das Buch kaum langweilig werden. Die Sprache ist flüssig und aber einfach gehalten, ohne komplizierter Satzgeflechte. Es liest sich trotz vieler Seiten schnell. 


Fazit: Das gesamte Buch hat mir wirklich richtig Spaß gemacht. Man fiebert am Schluss mit Elly dem Höhepunkt entgegen und möchte selber aufschreien, als immer mehr Katastrophen ihren Auftrag zu scheitern drohen. Man weint mit ihr, man flucht und man lacht mit ihr. Ganz großartig und überraschend gefühlvoll!
Like Reblog Comment
show activity (+)
review 2017-03-14 18:50
Der Himmel über den Black Mountains | Alexandra Zöbeli
170314 BlackMountains

Autorin: Alexandra Zöbeli
Titel: Der Himmel über den Black Mountains
Genre: Liebesroman, Gegenwartsliteratur
Verlag: Forever, [13.01.2017]
Kindle-Edition: 420 Seiten, 4,99 €, ASIN: B01NBRKGI8
hier: Leseexemplar von NetGalley.de 
gelesen auf dem Kindle Paperwhite
Screenshot vom iPad mini

 

klick zu Amazon.de

 

Inhaltsangabe (Amazon):

Seit Jahren hatte Emma keinen Kontakt mehr zu ihrer Tante Milly. Jetzt ist Milly tot und hinterlässt ihrer einzigen Nichte nicht nur eine Menge Geld, sondern auch ihre Farm am Fuße der Black Mountains an der Grenze zu Wales. Allerdings darf Emma ihr Erbe erst antreten, nachdem sie ein Jahr zur Probe auf der Farm gelebt hat. Ihr Job in London erfüllt sie nicht wirklich, und in letzter Zeit hat sie mehr und mehr das Gefühl ihr Freund wird niemals diese eine Frage stellen. Also wagt Emma das Abenteuer und haucht der alten Farm neues Leben ein. Unterstützung erhält sie dabei nicht nur von den Nachbarn und dem gutaussehenden Tierarzt Ben, sondern auch dem smarten Polizisten Jack. Bald schon sprühen die Funken zwischen den beiden. Doch Jack hütet ein Geheimnis, dass sie beide in größte Gefahr bringen könnte…

Meine Meinung:

 

Mich hatte auf Anhieb nicht nur das Cover sofort für sich eingenommen, sondern auch der Titel. Der Name der Autorin sagte mir bis dahin nichts, aber die Inhaltsangabe überzeugte mich, das Buch lesen zu wollen.

 

Mit ihrem lockeren, charmanten Schreibstil schrieb sich Alexandra Zöbeli sofort in mein Herz, ich tauchte in die Geschichte ein und fühlte mich zuhause, geborgen und mit einer Sehnsucht erfüllt, die mich zum Träumen anregte.

 

Auch, wenn manche Nebencharaktere nicht weiter ausgearbeitet waren – die Protagonisten meinte ich schon bald zu kennen. Irgendwann dachte ich auch, Susanne müsste noch einmal auftauchen und irgendetwas breittratschen, aber namentlich kam sie in der zweiten Hälfte dann doch nicht mehr vor.

 

Emma lebte als Stadtkind in London und war nur als Kind vor vielen Jahren auf dem Land und hatte Kontakt zu Tieren. Umso faszinierender empfand ich ihre Natürlichkeit, mit den unterschiedlichsten Tieren umzugehen. Sofort entstand zwischen Tier und Mensch eine tiefe Vertrauens-Beziehung, so war es keine Überraschung mehr, dass sie ihr Erbe annehmen und zusammen mit den Nachbarinnen einen Gnadenhof mit Teestube und Verkaufsmöglichkeit von Wolle und Gestricktem aufbauen würde.

 

Bis dahin war ich völlig eins mit der Autorin und der Story und hätte 09/10 Punkte gegeben, aber dann wob sie eine Art Krimi-Episode hinein, die alles andere als glaubwürdig war. Das hätte für mich nicht zu sein brauchen, mir hat die Story ohne dem viel besser gefallen. So sank mein Enthusiasmus-Pegel doch um 2 Punkte.

 

Von mir gibt es somit 07/10 Punkte.

 

buch_u_027

Zitat:

Am Donnerstag trafen die Strickfrauen eine nach der anderen in Emmas Küche ein. Da sie noch keine Tische und Stühle in ihrer künftigen Teestube hatte, mussten sie die Versammlung da abhalten. Henny Penny saß noch immer in ihrer Kiste, doch das Stimmengewirr beeindruckte sie nicht sonderlich.
7. Kapitel

Bücher der Autorin:

 

- Ein Bett in Cornwall
- Ein Ticket nach Schottland
- Die Rosen von Abbotswood Castle
- Der Himmel über den Black Mountains – beendet 13.03.2017 – 07/10 Punkte

 

Der Himmel über den Black Mountains: Roman - Alexandra Zöbeli 

Source: sunsys-blog.blogspot.de/2017/03/gelesen-der-himmel-uber-den-black.html
More posts
Your Dashboard view:
Need help?