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review 2019-01-12 12:46
Der Ruf des Kuckucks - Cormoran Strike (1) | Robert Galbraith
CormoranStrike1
Autor: Robert Galbraith (J. K. Rowling)Titel: Der Ruf des KuckucksReihe: Cormoran Strike (1)Übersetzer: Wulf Bergner, Christoph Göhler, Kristof KurzGenre: Detektiv-Roman, KrimiVerlag: Random House Audio, [30.11.2013]Sprecher: Dietmar WunderHörminuten [963 Minuten], ungekürztauch im eBook-, TB- und HC-Format erschienenWhispersync for Voice verfügbarhier: gehört über die Audible-Appklick zu Amazon.deklick zu Audible.de

Inhaltsangabe (Audible):

Das Krimi-Ereignis, über das die Welt spricht!

Als das berühmte Model Lula Landry von ihrem schneebedeckten Balkon im Londoner Stadtteil Mayfair in den Tod stürzt, steht für die ermittelnden Beamten schnell fest, dass es Selbstmord war. Der Fall scheint abgeschlossen. Doch Lulas Bruder hat Zweifel - ein Privatdetektiv soll für ihn die Wahrheit ans Licht bringen.

Cormoran Strike hat in Afghanistan körperliche und seelische Wunden davongetragen, mangels Aufträgen ist er außerdem finanziell am Ende. Der spektakuläre neue Fall ist seine Rettung, doch Strike ahnt nicht, was die Ermittlungen ihm abverlangen werden. Während er immer weiter eindringt in die Welt der Reichen und Schönen, fördert Strike Erschreckendes zutage und gerät selbst in große Gefahr...

Ein fesselnder, einzigartiger Kriminalroman, der die Atmosphäre Londons eindrucksvoll einfängt - von der gedämpften Ruhe in den Straßen Mayfairs zu den versteckten Pubs des East Ends und dem lebhaften Treiben Sohos. "Der Ruf des Kuckucks" ist das hochgelobte Krimidebüt von J.K. Rowling, geschrieben unter dem Pseudonym Robert Galbraith, in dem sie mit Cormoran Strike einen ungewöhnlichen Ermittler präsentiert.

©2013 Blanvalet Verlag (P)2013 Random House Audio

Meine Meinung:

 

Angenehm überrascht bin ich vom Krimi-Debüt der Harry Potter-Autorin J. K. Rolling unter dem Pseudonym Robert Galbraith.

 

Ganz besonders gefreut habe ich mich über die Komplexität der Story mit dem Nebenstrang über die Aushilfe Robin Ellacott und den heruntergekommenen Cormoran Strike. Während des Romans gibt es auch immer wieder Rückblenden in Cormorans Leben, und wir können quasi hautnah erleben, was für eine Beobachtungsgabe er besitzt, die er hervorragend anzuwenden versteht. Doch auch Robin glänzt mit einem ganz besonderen schauspielerischen Talent in einer Boutique, so dass sie an Informationen gelangt, ohne dass die Verkäuferinnen es bemerken.

 

Allerdings weist das Hörbuch einige Längen auf und nimmt erst wirklich am Ende rasant an Fahrt zu einem fantastischen Showdown zu. Hier hätte man wirklich etwas kürzen können. Dennoch hat mir das Hörbuch sehr gefallen, und Dietmar Wunder zeigt einmal mehr, was alles in ihm steckt und wie gekonnt er jeder Figur eine eigene Stimme verleihen kann.

 

Aufgerundet gebe ich daher 09/10 Punkte für den Debütroman und bin auf die Folgebände gespannt. Band 2 gibt es schon im eBook-Format auf meinem Kindle, daher werde ich dieses lesen und erst ab Band 3 weiter hören.

 

 

Bücher der Reihe:

 

1. Der Ruf des Kuckucks – beendet 10.01.2019 – 09/10 Punkte
2. Der Seidenspinner
3. Die Ernte des Bösen
4. Weißer Tod

 

Der Ruf des Kuckucks - Robert Galbraith 

Source: sunsys-blog.blogspot.com/2019/01/gehort-der-ruf-des-kuckucks-robert.html
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review 2019-01-08 07:03
Book2movierezension - Das finstere Tal
Das finstere Tal - Thomas Willmann

Book2moviechallenge 2019
Kategorie 3: ein Film/Buch aus dem Genre Krimi/Thriller:

Das Buch habe ich erstmals 2011 auf der Frankfurter Buchmesse gelesen, ich glaube sogar, das war mein erstes Rezensionsexemplar überhaupt. Es hat mich auf jeden Fall restlos begeistert. Als der Film in die Kinos kam, wollte ich ihn unbedingt als Open Air Veranstaltung im Juni sehen. Leider war es aber damals so saukalt, dass ich mich nicht überwinden konnte, draußen vor der Filmbar der der Donau-Uni mehr als eine Stunde mit einer Decke auszuharren, das war mir dann zu blöd. Als die DVD-rauskam, habe ich sie mir sofort gekauft, sie dann in ein Regal gestellt und bis zum Start der Book2moviechallenge 2019 total vergessen. Ich bin froh, dass ich all das nun nachgeholt habe und das Buch im Schnelldurchlauf nochmals überflogen bin.  

Zum Buch: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Sterne
An meiner ursprünglichen Bewertung hat sich nichts geändert, also lassen wir die Originalrezi von 2011 wirken und so stehen beziehungsweise fügen nur ein bisschen Inhalt hinzu, um Buch und Film perfekt vergleichen zu können.

Wow! Der letzte Satz des Nachwortes ist wirklich bezeichnend und charakterisiert treffend den grenzgenialen Genre-Mix: Ludwig Ganghofer trifft Sergio Leone.

Verpackt in die Enge und Bedrohlichkeit eines anspruchsvollen Heimatromans mitten in den Bergen wird dieses Buch perfekt nach und nach mit den Handlungssträngen eines guten Italo-Westerns vermischt. Die Motive des dem Showdown vorausgehenden Dramas sind nicht durch das Western-Genre, sondern durch die Gesetzmässigkeiten und Grausamkeiten des Lebens in abgeschiedenen Bergtälern geprägt. Die finale Abrechnung findet jedoch im Stile des Westens "Auge um Auge - Zahn um Zahn" statt.

Die Sprache dieses Werkes ist wunderbar und fabuliert episch breit die dumpfe Gefahr und die sich zum Leser neigenden drohenden Berggipfel mit ihrer Enge und Unausweichlichkeit nahezu herbei. Man sitzt in diesem Dorf, der -gemeinschaft in den Regeln und der Engstirnigkeit gleichermaßen in der Falle und fiebert dem unabwendbaren Ende entgegen.

Der Amerikaner Greider kommt Ende des 19. Jahrhunderts als Gast und Maler in ein abgeschiedenes Bergdorf in den Alpen. Nach und nach entpuppt er sich als Rächer, der mit der Dorfgemeinschaft abrechnet, um das Verbrechen an seinen Eltern zu tilgen. Im Dorf ist vieles seit Jahrzehnten im Argen: Machtmissbrauch, Gewalt, Ius primae noctis, Vertuschung, Mord, Folter und Totschlag unter  Billigung der Dorfelite gehören zur Lebensrealität, mit der Greider nach und nach aufräumt.

So jetzt hoffe ich, dass ich nicht zuviel verraten habe.

Fazit: Unbedingt lesen! Sowohl für Fans von dunklen Geschichten als auch für Literaturfreunde.

Der Film: 4,5 Sterne aufgerundet auf ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Der Film steigt nicht so wie das Buch allmählich, sondern von Anfang an ganz punktgenau in die Bildsprache des Westerns ein. Obwohl die Handlung in den Südtiroler Bergen spielt, wurde das Western-Genre sofort in einer konsistenten Mischung aus Western und Heimatfilm umgesetzt: Die Pferde, die Gewehre, die Attitüde der Schauspieler, die Hüte (es gibt keinen einzigen Almseppelhut) und auch die sehr international anmutende Musik verorten den Film in diesem kongenialen Genremix, der keine Sekunde irgendwie unhistorisch oder unecht wirkt. Irgendwie hat man das Gefühl, dass die Alpen schon immer ein bisschen was von Western hatten. Zum Genremix des Buches zwischen Ludwig Ganghofer und Sergio Leone möchte ich bezüglich des Films auch noch einen gehörigen Schuss Quentin Tarrantino hinzufügen, um den modernen visuellen Stil vor allem bei den Gewaltszenen und dem Einsatz von Sound komplett abzudecken.

Die Filmusik und der Sound sind übrigens eine eigene Kategorie für sich. Die Soundtrack Songs klingen sehr amerikanisch, sind aber allesamt aus Österreich. Sehr gefallen hat mir der Titelsong von Clara Luzia Sinnerman und How dare you von den Steaming Satellites, sie könnten genausogut auch Quentin Tarantinos Opus Kill Bill oder Django Unchained begleiten. Aber auch die Soundeffekte, das Orchester aus Mostar, die dumpfen Hörner und die bedrohlichen Trommeln sind punktgenau eingesetzt und determinieren das Grauen und die Enge der Berge.

Eine kleine Änderung im Film-Drehbuch gegenüber der literarischen Vorlage hat mir besonders gut gefallen. Greider ist nicht mehr Maler, das lässt sich im Medium Film nicht so gut umsetzen, sondern eine Technologiestufe weiter. Er ist Daguerrotypist, einer der ersten Fotografen, der mit der neuen Technologie in die Berge kommt. Das Metronom wurde auch optisch kongenial in Szene gesetzt, indem es die Belichtungszeit misst zudem wird die Daguerrotypie von den Dorfbewohnern als Spiegel mit Gedächtnis bezeichnet.

Ansonsten ist optisch alles grandios umgesetzt. Die Berge, die Enge, der Regen, der Dreck, der Schnee, die Düsternis, die Armut, die harte Arbeit, die sich auf den verbrauchten Gesichtern der Dorfbevölkerung spiegelt, die Ausweglosigkeit, die Gewalt der Herrschenden, die bigotte Unterstützung der Verbrechen und der feudalen fundamentalistischen Machtstrukturen durch die katholische Kirche.

Die Schauspieler sind allesamt großartig, Tobias Moretti spielt sich zwar wieder mal selbst, aber da seine Figur ein Arschloch darstellt, kann er das brilliant, aus Erwin Steinhauer in der Rolle des bigotten Pfarrers haben sie fast einen Helmut Qualtinger gemacht, das ist grandios, die Luzi ist wundervoll und zuallerletzt auch noch die authentisch besetzte Rolle des Greiders durch den großartigen englischen Schauspieler Sam Reiley, der den Rächer so genial spielt und mit seiner knappen mit englischem Akzent gefärbten Sprache auch noch punktgenau verkörpert.

Bei der Sprache muss ich auch noch ein bisschen genauer ansetzen. Fast alle Schauspieler haben sich bemüht, das Tirolerische zumindest in Ansätzen rüberzubringen, in diesem Film gibt es keinen Mischmasch aus Wiener, Steirer, Niederösterreicher und Bayerndialekt - Hauptsache irgendwie Süddeutsch oder Österreichisch, bei dem es mich immer irritiert reißt, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass die Leute den Unterschied nicht hören können. Hier möchte ich auch mal der deutschen Schauspielerin Paula Beer in der Rolle der Luzi meine Hochachtung zollen. Die hat sich so perfekt ins Tirolerische hineingetigert, dass nur einheimische Ohren einen Unterschied werden feststellen können.

So aber nun muss ich noch den halben Punkt erklären, den ich bei aller Lobhudelei ausgerechnet in den letzten 10 Minuten des Filmes noch abziehen musste. Der Showdown von Greider und Brenner an dessen Krankenlager ist so ein typischer Hollywood Scheißdreck. Kennt Ihr das? Da ist die Rache schon eiskalt angerichtet, die Situation für das zukünftige Opfer ausweglos, die Puffe geladen, schussbereit der Finger am Abzug und dann labern Täter und potentzielles Opfer ewig lang rührselig herum wechseln auch noch bedeutungsschwangere Blicke und man denkt sich augenrollend: "Du Trottel drück doch ab, bevor noch was dazwischenkommt." James Bond laviert sich auch oft noch aus ausweglosen Situationen heraus, weil die Bösewichte ewig lang labern, sich rechtfertigen und nie zu einem Ende kommen. Das war eben im Film um einen Tick zu hollywoodesk, bedeutungsschwanger und langatmig.

Hab dann auch noch im Buch nachgelesen. Da wurde das Finale trotz des letzten Täter-Opfer Gesprächs und der Rechtfertigung auf vier Buchseiten kurz und knackig abgehandelt. Zumal im Buch auch noch die Motive von Brenner für die Verbrechen der Vergangenheit aufgedeckt werden, was im Film bedauerlicherweise total unter den Teppich gekehrt wurde.
"Weil ich bleiben wollt'! Weil ich alles sein sollt', ich!"
Dieser sehr philosophische Ansatz des Buches über den aussichtslosen männlichen Kampf gegen die Vergänglichkeit des Lebens bleibt dem Cineasten leider komplett verwehrt.

Fazit Film: Ein absoluter Blockbuster, und zudem von extrem hoher Qualität.

Fazit Buch gegen Film.
Im Fotofinish geht das Buch mit einem hauchdünnen Vorsprung eines Wimpernschlages über die Zielgerade. Wäre das etwas verpatzte Finale nicht gewesen, hätte ich sogar dem Film den Vorzug gegeben.

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review 2019-01-04 13:58
Einzeltätertherorie? - Mord an Kaiserin Sisi
Sisis letzte Reise: Historischer Kriminalroman (Historische Romane im GMEINER-Verlag) - Uwe Klausner

Dieser historische Roman von Uwe Klausner ist diametral entgegengesetzt zu vielen Krimis, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Der Krimiplot wurde vom Autor sensationell spannend konzipiert, indem Fakten und Fiktion außergewöhnlich gekonnt miteinander verwoben werden.

 

Kaiserin Elisabeth wurde also am Genfersee von einem wirren Einzeltäter, Luigi Lucheni, einem Anarchisten durch einen Feilenstich ins Herz ermordet, als sie den Raddampfer nach Caux betreten wollte.

 

Der fiktive Protagonist Cesare Monteverdi, Redakteur der Tribune de Genève, ist vor Ort, um die Kaiserin zu fotografieren und lichtet per Zufall ein kurzes Gespräch des Chefs der Kriminalpolizei mit dem Attentäter ab. Fortan sind die Polizei und viele andere hinter ihm her, um ihm das Foto abzuluchsen. Nun stellt der Autor zwei gegensätzliche Theorien in den Raum, die natürlich beide sehr plausibel sind. Will die Polizei ihren atemberaubenden Dilettantismus vertuschen, da sie ja für die Sicherheit der Kaiserin verantwortlich war und den Attentäter nicht als Gefahr erkannt hat oder hält, indem die Polizei sogar ins Verbrechen involviert war, die Einzeltätertheorie nicht mehr? In einem sehr spannenden Finale inklusive Showdown wird diese Frage sehr geschickt von Cesare Monteverdi und seinem Freund, dem Privatdetektiv Auguste Beaulieu, aufgeklärt.

 

Leider ist die Figurenentwicklung auch entgegengesetzt zu anderen typischen Krimis außergewöhnlich schwach ausgeprägt. Durch die wirklich extrem rasanten Perspektivenwechsel, der vielzähligen unterschiedlichen Figuren, die wahrscheinlich den Stil des Krimis – ein Mittelding aus historischer Reportage und Roman – unterstützen sollen, ist die Story erstens sehr zerrissen, und die handelnden Personen bleiben mangels intensiverer nachhaltigerer Fokussierung farb- und substanzlos. So ergeben sich erstens ein sehr sprunghafter „unflüssiger“ Erzählstil, der den Rezipienten durch die Sichtweisen von zahllosen Personen permanent aus der Kern-Geschichte wirft und eine recht laue Identifikation mit den eigentlichen Protagonisten, die man einfach zu wenig kennenlernt. Schade, denn hätte der Autor zumindest in der Figurenentwicklung von Auguste bzw. Cesare und deren Gegenspielern etwas mehr Zeit und Mühe in der Konzeption verwendet, wäre ein grandioses Werk herausgekommen. Historische Reportage und Korrektheit hin oder her Mitfiebern und identifizieren muss sich der Leser in einem historischen Krimi schon. So ein neutraler Abstand passt allenfalls gut zu einem Sachbuch.

 

Fazit: Trotz der stilistischen Mühsamkein und mangelnder Figurenentwicklung gebe ich tendenziell schon eine kleine Leseempfehlung vor allem für Leute, die sich für Geschichte interessieren, denn der Plot ist wie gesagt grandios. Wie sagt schon das im Roman zitierte alte österreichische K&K Sprichwort, das auch 1:1 auf diesen Roman anzuwenden ist:

Se non e vero – e ben trovato. (Wenn es nicht wahr ist, ist es gut erfunden“)

 

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review 2018-12-30 10:40
Die Gefährlichkeit von Männersticken
Stick oder stirb! Kommissar Seifferheld ermittelt (HAYMON TASCHENBUCH) - Tatjana Kruse

Ja, Ihr habt richtig gelesen, Ex-Kommissar Siggi Seifferheld leitet eine Männerstickgruppe im Knast und kommt dadurch in ärgste Kalamitäten, als er und sein Hund von einem russischen Mafiaboss entführt werden.

 

Die Autorin hat ein Faible, kuriose Figuren zu zeichnen, ungewöhnliche Hobbies zu kreieren, die alten Männern in der Pension gegen die Langeweile einfallen und ihre Protagonisten in total groteske Situationen zu bringen, um sich dann gemeinsam mit dem Leser auch noch an der aufkommenden Verzweiflung köstlichst zu laben. Das hat mir an diesem Regionalkrimi richtig gut gefallen, wie auch die von anderen gesammelten und zusätzlich selbst erfundenen Zitate. Also sprachlich wie humoristisch war der Roman sehr ansprechend.

 

Zum Beispiel wird der Hund zwecks Tarnung von den relativ netten Entführern, weil er ja Gassi gehen muss und in dem kleinen Ort nicht erkannt werden soll, statt erschossen komplett kahlgeschoren.

Oder auch die Szenen der Seifferheldschen Ehe sind höchst vergnüglich:

So war die Ehe: Eben noch romantisches Kuscheln auf Augenhöhe, gleich darauf die hierarchische Kampf-Ansage von Amazonenkönigin an Toyboy, wer hier die Hosen anhatte. […] Siggi seufzte und sah an sich hinunter. Der Revoluzzer in ihm fiel in sich zusammen. Er musste sich endlich angewöhnen, unter seinem Morgenmantel lange Hosen zu tragen. Feinrippträger waren bei Verbalattacken klar im Nachteil.

Auch die brutale Wahrheit wird sehr humoristisch in knackige Zitate verpackt:

Man sieht sich immer zweimal im Leben. Außer Menschen, denen man Bücher geliehen hat, die lösen sich einfach in Luft auf.

Wie Ihr seht, fliegen die Wuchteln sehr tief* in diesem Roman. Wenn ich es persönlich vergleichen möchte, würde ich sagen, dass Kruses Roman um Klassen witziger ist als Rita Falks Eberhofer-Reihe (ich glaub jetzt muss ich mich virtuell vor einigen in Sicherheit bringen ;-) und um eine Nuance schlechter als Jörg Maurers frühe Werke. Die späteren muss ich erst lesen, aber sie liegen schon bei mir zu Hause.

 

Der Krimiplot ist wie bei vielen dieser Regionalkrimis leider nicht sehr spannend, recht absehbar und durchsichtig. Aber wer eine vergnügliche leichte Lektüre sucht, wird wahrscheinlich begeistert sein.

 

Fazit: Witzig.

 

* Wuchtl kommt im Österreichischen aus dem Fußballerischen und ist ein gekonnt platzierter Schuss. Im Humoristischen sitzt der Gag bzw. das witzige Wortspiel punktgenau.

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review 2018-12-16 11:51
Ostseesühne - Pia Korittki (9) | Eva Almstädt
181215 Korittki9
Autorin: Eva AlmstädtTitel: OstseesühneReihe: Pia Korittki (9)Genre: KriminalromanVerlag: Lübbe Audio, [15.04.2014]Sprecherin: Anne MollHörminuten: [602 Minuten], ungekürztauch im eBook- und TB-Format erschienenWhispersync for Voice verfügbarhier: gehört über die Audible-Appklick zu Amazon.deklick zu Audible.de

Inhaltsangabe (Audible):

Im Feuerlöschteich auf einem Bauernhof entdeckt ein Postbote eine halb verweste männliche Leiche. Von den Bewohnern des Hofes, einem Ehepaar und ihrem 16-jährigen als zurückgeblieben geltenden Sohn, fehlt jede Spur. Pia Korittki übernimmt die Ermittlungen - und findet heraus, dass vor Jahren ein merkwürdiges Gerücht im Dorf kursierte, dem jedoch nie jemand nachgegangen ist: Auf dem Hof soll damals ein Mädchen gefangen gehalten worden sein...

©2014 Bastei Lübbe (P)2014 Lübbe Audio

Meine Meinung:

 

Eine sehr interessante Story mit mehreren Wendungen, beruflichen wie privaten Nackenschlägen und einem Spannungsbogen, der kaum Tiefen zu erreichen scheint. Eva Almstädt skizziert einmal mehr ein Dorfleben, das Geheimnisse birgt, Entschlossenheit und Zusammenhalt.

 

Da wird ein Mann in einem Feuerlöschteich entdeckt, der schon längere Zeit dort zu liegen scheint. Eine Identifizierung ist anfangs kaum möglich. Doch es bleibt nicht bei der einen Leiche, und als Pia über die Wahrheit stolpert, wird dies ihr fast zum Verhängnis.

 

Spannung pur. Für mich eine der besten Krimi-Serien, die vertont wurde. Und entgegen der Meinung manch anderer Hörer gefällt mir Anne Moll als Sprecherin ausgezeichnet. Ich kann daher guten Gewissens 09/10 Punkte vergeben und freue mich schon auf den nächsten Band.

 

 

Bücher der Reihe:

 

1. Kalter Grund – beendet 16.07.2017 – 09/10 Punkte
2. Engelsgrube – beendet 07.08.2017 – 09/10 Punkte
3. Blaues Gift – beendet 22.09.2017 – 08/10 Punkte
4. Grablichter – beendet 14.10.2017 – 08/10 Punkte
5. Tödliche Mitgift – beendet 30.11.2017 – 08/10 Punkte
6. Ostseeblut – beendet 20.02.2018 – 09/10 Punkte
7. Düsterbruch – beendet 16.05.2018 – 08/10 Punkte
8. Ostseefluch – beendet 21.07.2018 – 07/10 Punkte
9. Ostseesühne – beendet 15.12.2018 – 09/10 Punkte
10. Ostseefeuer
11. Ostseetod
12. Ostseejagd
13. Ostseerache
14. Ostseemorde

 

Ostseesühne (Pia Korittki 9) - Eva Almstädt 

Source: sunsys-blog.blogspot.com/2018/12/gehort-ostseesuhne-eva-almstadt.html
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