logo
Wrong email address or username
Wrong email address or username
Incorrect verification code
back to top
Search tags: Krimi
Load new posts () and activity
Like Reblog Comment
show activity (+)
review 2020-05-13 12:11
*Würg! Glorifizierung von verlogenem Heimatidyll und von Fremdenfeindlichkeit
Letzter Jodler - Herbert Dutzler

Im Prinzip gibt es zwei Arten von Regionalkrimis: Die erste verherrlicht total unkritisch den Aspekt der Regionalität und kommt mit dieser „wir sind wir“- eigentlich im Dialekt „mir san mir“-Mentalität daher, die alles Nicht-Regionale, Nicht-Originäre und Fremde ausgrenzt, beziehungsweise abwertet. Die zweite Art kritisiert diese Mentalität, indem sie sich drüber lustig macht oder sogar sehr böse die Finger in die Wunden der undifferenzierten Mikro-Xenophobie und der prinzipiellen Ablehnung von Neuem legt.

Erstere Art von solchen Krimis bringt mich genauso wie die menschlich-ländlichen Vertreter dieser Mentalität einfach zum Kotzen. Diese Blut- und Boden-Philosophie, die gut versteckt in einem Regionalpatriotismus fröhliche Urständ feiert und bei der man meinen könnte, seit 1945 haben wir Leute vom Land (ich wohne auch dort) so gar nix dazugelernt.

Gedacht habe ich, dass dieser Roman humorvoll eigentlich die zweite Art von Regionalkrimi bedient, in dem er augenzwinkernd die volkstümliche Musik auf die Schippe nimmt. Bekommen habe ich aber eine Rückkehr, eine Restauration einer Haltung, die auch noch völlig unironisch präsentiert wird, die das Brauchtum und die eigentliche originäre ursprüngliche Volksmusik als einzig identitätsstiftende Unterhaltungsform auf dem Land verherrlicht. Lieber Herr Dutzler, da ist mir die koksende musikalische Partie vom Musikantenstadel, obwohl ich sie sehr schwer aushalte, beim Arsch lieber, als diese selbstbeweihräuchernden auf Autochtonie pochenden Volksmusiker, die auch noch völlig unkritisch und liebevoll, als Prototyp eines Ausseers dargestellt werden.

Dabei kenne ich die Gegend und auch die Leute persönlich sehr gut, bin ich doch in Bad Ischl zur Schule gegangen, meine beste Freundin aus der Schulzeit und Jahrzehnte darüber hinaus war aus dem Ausseerland, und da das eben nur einen Rutsch über den Pötschenpass ist, war ich fast jedes zweite Wochenende bei ihr zu Besuch. Auch in der Ausseer Community, die es nach Wien zum Studieren oder Arbeiten verschlagen hat, war ich dank der Freundin lange Zeit bestens integriert. Und in diesem Konglomerat an Ausseern gäbe es sehr viel einmal witzig zu hinterfragen und zu kritisieren. Zum Beispiel diese noch immer von den Einheimischen praktizierte bekloppte Unterscheidung zwischen geborenen Ausseern, die im engen Dorf ohne Weitsicht zwischen den Bergen eingeklemmt ohne irgendeine kurze Horizonterweiterung steckengeblieben sind, dann die nach Wien zum Studium oder der Arbeit ausgewanderten geborenen Ausseer, die von den Steckengebliebenen doch tatsächlich als Verräter beschimpft werden (ich war live drei Mal bei so einem eskalierenden Streit dabei), die Weanaseer, jene Wiener die sich in Aussee einen Zweitwohnsitz erstanden haben, die Fremden, also meist Ausländer, oftmals Deutsche und Menschen aus denNachbarländern, die der Liebe oder des Jobs wegen in Aussee arbeiten und wohnen und die Touristen, denen man Heimatidylle vorspielt und die fürs Geldbeschaffen und das wirtschaftliche Überleben (leider) notwendig sind.

In diesem Roman wird ausschließlich der steckengebliebene Ausseer, der auch noch gegen alles andere wettert und sich in seiner Mikro-Fremdenfeindlichkeit suhlt, als typischer Ausseer in seiner Ablehnung von allem Neuen auf einen Sockel gestellt. Das geht sogar so weit, dass sogar Musiker, die mit neuen Strömungen experimentieren, als Verräter angeprangert und als unsympathische Figuren gezeichnet sind. Mehr stereotyp und schablonenhaft und a bisserl als Lokalpatriotismus, Brauchtum und Ursprünglichkeit förderndes angehauchtes rechtes Gedankengut geht eh nimma.

Und da gäbe es noch viel mehr in Aussee an Brauchtum auf die Schippe zu nehmen. Einmal und nie wieder habe ich mich in die Höhle des Löwen ins Ausseer Bierzelt gewagt. Soviel Sex, Familiendrama, Streit, Gewalt und widerliches männliches Balzverhalten, gefördert durch massiven Einsatz des Katalysators Bier und Zirbenschnaps auf so wenig Quadratmetern kannst als Autor nicht einmal in der Fiktion erfinden. Obwohl ich von Bad Ischl und auch aus Ebensee Vieles gewohnt war, ist mir dort wirklich alles vergangen.

Ach ja die feschen, selbtsverständlich gefälligen Figuren der Madln und Frauen, die natürlich allesamt zumindest gelegentlich Tracht oder trachtig angehauchte Kleidung tragen, (gibt ja in diesem Band fast nix anderes) werden dann auch noch über die Ursprünglichkeit und Korrektheit ihrer Dirndltracht (das bezieht sich tatsächlich auf das Tal und die dort übliche Farbe von Kleid und Schürze) definiert und kritisiert. Ich weiß, dass es so etwas schon lange gab und habe es als Kind selbst und als Jugendliche an anderen auch erlebt, da ich mich ab meinem elften Lebensjahr auf Grund der wahrgenommenen Ausgrenzungen überhaupt weigerte, Dirndl zu tragen. Aber nun ist ein neues Jahrtausend angebrochen und auch auf dem Land sollten wir endlich einmal mit dieser (Mikro-)Fremdenfeindlichkeit aufhören. Vor allem in Tourismusgebieten wäre das schon angebracht. Aber was erzähle ich denn, im Rahmen der Corona-Krise trat diese unschöne Fratze des menschlich total hässlichen Ausseers wieder zu Tage. Die vier Bürgermeister der Ausseer Gemeinden haben alle Zweitwohnsitzinhaber mit Security ausforschen lassen und ihnen ausgerichtet, dass sie zu Hause am Hauptwohnsitz bleiben müssen, denn sie wären unerwünscht im Ausseerland. Sie forderten von der Bundesregierung sogar eine Totalschließung ihrer Region. dass sie quasi nur für Einheimische errreichbar wäre, was auf Grund der wenigen Covid-Fälle gesetzlich überhaupt nicht möglich war. Den widerlichen Brief, den tatsächlich alle vier Bürgermeister unterschrieben haben, möchte ich Euch nicht vorenthalten. https://www.derstandard.at/story/2000...
Also ich habe keinen Zweitwohnsitz dort, aber ich weiß, in welche fremdenfeindlichen Gemeinden, die es wagen, sogar Gäste aus anderen Bundesländern zu bashen, ich nach Öffnung des Tourismus nach der Krise, mein Geld sicher nicht mehr hintragen werde.

Kein Wunder, dass des Ermittlers, Inspektor Gasperlmaiers Frau, sich in diesem Band auf eine Weltreise verzogen hat. Ich hätte auch schleunigst Fersengeld gegeben und wäre aus dieser Heimatidyll- und Brauchtumshölle geflüchtet.

Aber nun weg vom Sentiment und den unterschwellig vermittelten Botschaften durch die Figurenentwicklung hin zum Plot des Krimis. Außer dass ich mich bei jeder Figur geärgert habe und die von mir irrtümlich und fälschlich erwartete Ironie nie finden konnte, war das Setting auch ziemlich langweilig. Ja es gab ein paar Verdächtige, aber das Finale war wenig überraschend. Fast schon schablonenhaft bediente der Autor das persönliche Eifersuchtsmotiv, das zwar schlüssig war, aber das habe ich eben schon tausend Mal genauso vorgesetzt bekommen ohne irgendeine innovative Variation oder eine Mini-Überraschung in der Story.

Fazit: Vom Krimiplot her unterdurchschnittlich aber nicht ganz schlecht, von den Figuren, der Botschaft und der Stimmung her eine regelrechte Katastrophe – ergibt in Summe leider einen sehr schlechten Roman. Dieses hier dargestellte Ausseerland kann mir gestohlen bleiben. By the way, ich kenne und schätze einige - eigentlich sogar viele - Menschen dort, die den im Krimi präsentierten Figuren diametral entgegengesetzt sind: weltoffen, modern und menschenfreundlich.

Like Reblog Comment
review 2020-05-08 14:04
Asklepios (Sehr gut)
Asklepios - Charlotte Charonne Asklepios - Charlotte Charonne

Charlotte Charonne

Asklepios

Edition Krimi

 

Autor: Charlotte Charonne wurde in der Nähe des Kölner Doms geboren. Nach dem trockenen Studium der Betriebswirtschaftslehre tauchte sie in die bunten Wellen der Werbung ein und arbeitete in verschiedenen internationalen Werbeagenturen. 2002 wehte der Wind sie in das ‚Land des Lächelns‘, wo sie bis 2010 in Pattaya lebte. 2006 lockte sie das Fernstudium ‚Das Lyrische Schreiben‘. Seitdem wurden ihre Gedichte und Kurzgeschichten in zahlreichen Anthologien veröffentlicht. Von 2013 bis 2018 lebte sie mit ihrer Familie in Shanghai und kehrte schließlich zurück an den Dom. (Quelle: Edition Krimi)

 

Die Eltern Sophie und Paul, geben ihre Tochter Emma, bei der Oma ab, damit sie sich einen schönen Abend machen können. Emma spielt im Garten auf der Schaukel, während ihre Oma mit dem Kochen beschäftigt ist. Als sie Emma ruft und keine Antwort erhält, schaut die Oma im Garten nach. Doch von Emma fehlt jede Spur. Wenig später, findet man Emma tot auf und auch den Mörder kann man fassen. Nach seiner Haftstrafe wird dieser wieder freigelassen, verschwindet kurz darauf allerdings spurlos.

 

Der Thriller Asklepios von Autorin Charlotte Charonne wird in 52 Kapitel (plus Prolog und Epilog) erzählt und ist in mehrere Teile unterteilt. Zusätzlich zu der Angabe des Kapitels, bekommt der Leser auch noch eine zeitliche Information, welche recht hilfreich ist, da sich die Handlung über mehrere Jahre zieht. 

Der Prolog befördert den Leser direkt in die Handlung, ohne das man weiß, worum es gerade wirklich geht (dies wird im Laufe des Buches allerdings klar). Hier wird der Leser schon gleich zu Beginn motiviert, dass Buch weiterzulesen. Auch die Stimmung, ist gleich zu Beginn eher düster/kühl gehalten, was im weiteren Verlauf, besonders in den Folterszenen immer wieder zu spüren ist. Gerade die Interaktion des Entführers mit seinem Opfer, ist der Autorin gut gelungen. Man kann kaum Gefühle heraushören, wenn sie jeden ihrer Eingriffe erklärt. Eben diese Erklärungen sind es auch, die dem Leser die Eingriffe so verständlich wie möglich erklären. Dadurch muss man kein Mediziner sein, um diese Szenen und deren Folgen, verstehen zu können. Bei den Eingriffen selbst, ist der Leser meistens nicht dabei. Hierdurch ist der Thriller nicht gerade blutig, was allerdings weniger schlimm ist.

Gefühle werden allerdings dann geweckt, wenn die Eingriffe und ihre Folgen, erklärt werden. Hier habe ich mit dem Opfer mitgelitten, obwohl er selbst kein Heiliger ist (für manche Leser, wird er diese Eingriffe sicherlich auch verdient haben).

Neben den Szenen der Entführung bekommen wir auch einen Einblick in die Polizeiarbeit. Hier gabe es zumindest an einer Stelle, für mich eine Fragwürdige Situation, wo es um die Befragung eines Zeugen ging. Hier haben die Polizisten etwas merkwürdig gehandelt, was allerdings mit der Autorin geklärt werden konnte.

Die Ermittler, werden von der Autorin im Laufe der Handlung, auch mit Leben gefüllt. So bekommt man neben den Arbeitsmethoden, auch einen Einblick, in das Privatleben. Allerdings ist hier noch einiges an Luft nach oben, ich konnte noch kein 100 % “Verhältniss” mit den beiden aufbauen,  weshalb ein Wiedersehen mit den Ermittlern ein Muss ist. Für einen weiteren Band spricht ebenfalls das Ende, denn dieses ist doch recht offen gestaltet und lädt zu weiteren Bänden ein. 

 

Cover: Das Cover von Asklepios ist weiß gehalten und wirkt ein wenig dreckig an den Rändern des Buches. Weiß ist bekannt als Farbe der Ärzte/Medizin und das passt zum Inhalt des Buches. 

Der Titel des Buches steht mittig auf dem Cover und hebt sich, durch seine schwarz-rote Farbe, perfekt vom Hintergrund ab. Auch der Titel passt perfekt zum Inhalt des Buches und hätte nicht besser gewählt werden können (Asklepios als Gott der Heilkunst). Getrennt wird der Titel durch den Äskulapstab, welcher ebenfalls für die Medizin steht. Unter dem Titel sieht man noch ein Skalpell, an welchem Blut klebt, welches schon auf den Untergrund tropft. Sobald man das Buch liest, wird man merken, wofür dieses genutzt wurde.

Das Cover ist sehr einfach gehalten und sticht kaum ins Auge, was aber keinesfalls negativ zu bewerten ist. Das, was man nämlich sieht, passt gut zum Inhalt des Buches. Hier ist weniger, eben mehr.

 

Fazit: Charlotte Charonne erzählt in ihrem Thriller “Asklepios” eine Story, die mich wirklich gefesselt hat. Besonders die Folterszenen, haben es mir dabei angetan und wurden wirklich gut erzählt. Durch den tollen und leicht zu lesenden Schreibstil der Autorin habe ich das Ende vom Buch, recht schnell erreicht. Hier war ich enttäuscht, denn ich hätte gerne mehr gelesen. Allerdings bleibt so die Vorfreude, auf weitere Bände der Reihe.

Von mir bekommt “Asklepios” 5/5 Sterne.

 

Klappentext: Ein grausamer Mörder. Ein Gott der Heilkunst. Eine perfide Therapie. Als die fünfjährige Emma entführt und ermordet wird, zerbricht das Leben ihrer Familie. Nur schwer finden sich die Angehörigen mit Emmas Tod ab. Jahre später wird ihr Mörder aus dem Gefängnis entlassen, kurz danach verschwindet er spurlos. Wurde er entführt? Hat er wieder ein Mädchen in seiner Gewalt? Die Kommissare Ruby und Spike versuchen, die Lügen und Geheimnisse rund um den Fall zu durchschauen. Doch während das Ermittlerduo noch die Fäden entwirrt, befindet sich Emmas Mörder schon in der Hand von Asklepios, dem Gott der Heilkunst … (Quelle: Edition Krimi)

 

Autor: Charlotte Charonne

Titel: Asklepios

Verlag: Edition Krimi

Genre: Thriller

Seiten: 348

Preis: Taschenbuch: 13,00 // eBook: 8,99

Erstveröffentlichung: 2019

ISBN: 978-3946734697

Like Reblog Comment
show activity (+)
review 2020-04-11 08:10
Todeskuss mit Zuckerguss - Flavia de Luce (10) | Alan Bradley
200408 Flavia10
Autor: Alan BradleyTitel: Todeskuss mit ZuckergussReihe: Flavia de Luce (10)Übersetzer: Katharina Orgaß, Gerald JungGenre: Jugendbuch, KrimiVerlag: Penhaligon Verlag, [24.06.2019]eBook: ASIN: B07K26FGD7, [321 Seiten]auch erschienen im HC- und TB-Formathier: gelesen auf dem Fire HD und dem iPhonevia Skoobe – vielen Dank! klick zu Amazon.deklick zu Thalia.de

Inhaltsangabe (Amazon):

Ein Mord in aller Tortenstille ...
Die zwölfjährige Chemikerin und Spürnase Flavia de Luce hat gemeinsam mit Dogger, dem treuen Diener der Familie, ein Detektivbüro gegründet. Doch rechnen die beiden nicht damit, dass ihr erster Fall ausgerechnet auf der Hochzeit von Flavias Schwester Feely auf sie wartet. Nach einer turbulenten Zeremonie mit einem vermissten Trauzeugen soll das Anschneiden der riesigen, wunderschön verzierten Torte einer der Höhepunkte der Feier werden. Doch kaum hat die Braut das Messer angesetzt, erklingt ein markerschütternder Schrei – denn aus dem ersten Tortenstück ragt ein abgetrennter Finger …

Meine Meinung:

 

Flavia de Luce, ein 12jähriges Genie, auf Gifte spezialisiert und mit einem detektivischen Talent ausgestattet, gründet mit ihrem Freund und Buttler der Familie, Dogger, ein Detektivbüro. Bevor überhaupt ihre erste Kundin zu ihnen stößt, findet Flavia ausgerechnet auf der Hochzeit ihrer Schwester Feely einen abgetrennten Finger in der Hochzeitstorte.

 

Die Ermittlungsarbeit beginnt, und es ist eine Freude, Flavia und Dogger über die Schultern zu schauen und mit ihnen zusammen aufzudecken, was vor ihrer aller Augen geschieht.

 

Das Buch kommt dieses Mal ohne die Spitzen von Flavias Schwestern aus. Nur Undine zeigt, dass sie eine wahre de Luce ist und bringt einiges durcheinander.

 

Alan Bradleys Humor ist auch hier wieder wunderbar schräg und schwarz und lässt uns Leser das Buch vor Entzücken kaum aus der Hand legen. Gewohnt schaurig schön und wunderbar leicht zu lesen. Ganz mein Geschmack.

 

Inzwischen ist der Autor bereits über 80 Jahre alt, und es gibt das Gerücht, dies sei der letzte Band der Reihe. Das wäre sehr schade. Mich hat diese Reihe in ihren Bann gezogen. Für Band 10 gebe ich die volle Punktzahl.

 

200408 Flavia10

 

Bücher der Reihe:

 

  1. Mord im Gurkenbeet – beendet 13.12.2011 – 10/10 Punkte
  2. Mord ist kein Kinderspiel – beendet 01.01.2012 – 09/10 Punkte
  3. Halunken, Tod und Teufel – beendet 14.01.2012 – 09/10 Punkte
  4. Vorhang auf für eine Leiche – beendet 21.09.2013 – 08/10 Punkte
  5. Schlussakkord für einen Mord – beendet 26.02.2014 – 10/10 Punkte
  6. Tote Vögel singen nicht – beendet 07.11.2014 – 09/10 Punkte
  7. Eine Leiche wirbelt Staub auf – beendet 06.02.2017 – 10/10 Punkte
  8. Mord ist nicht das letzte Word – beendet 27.07.2018 – 10/10 Punkte
  9. Der Tod sitzt mit im Boot – beendet 20.07.2018 – 10/10 Punkte
  10. Todeskuss mit Zuckerguss – gelesen 08.04.2020 – 10/10 Punkte

 

 

 

Todeskuss mit Zuckerguss - Alan Bradley 

Source: sunsys-blog.blogspot.com/2020/04/gelesen-todeskuss-mit-zuckeruss-alan.html
Like Reblog Comment
review 2020-03-23 15:51
Pilger und Mörder (Gut)
Pilger und Mörder: Odo und Lupus, Kommissare Karls des Großen - Fünfter Roman - Robert Gordian

Robert Gordian

Pilger und Mörder

dotbooks

 

Autor: Robert Gordian (1938–2017), geboren in Oebisfelde, studierte Journalistik und Geschichte und arbeitete als Fernsehredakteur, Theaterdramaturg, Hörspiel- und TV-Autor, vorwiegend mit historischen Themen. Seit den neunziger Jahren verfasste er historische Romane und Erzählungen. (Quelle: dotbooks Verlag)

 

Als Odo und Lupus, den Ort ihres neuen Auftrages erreichen, müssen sie feststellen, dass Bischof Pappolus ermordet wurde. Diesen sollten die zwei eigentlich aufsuchen, da er sich nicht bischöflich verhalten haben soll. Unter Verdacht, den Mord begangen zu haben, steht der jüdische Kaufmann Tobias. Interessiert mischen sich Odo und Lupus unter die Zuschauer und verfolgen die Verhandlung. Auch das Urteil, obwohl für beide klar ist, dass es nicht stimmen kann, nehmen beide so hin. Nach der Verhandlung beziehen Odo und Lupus das Heim des Getöteten und erleben dort einen Streit zwischen den Angestellten.

 

Die Handlung des historischen Krimis “Pilger und Mörder” umfasst insgesamt 12 Kapitel und ist, wie für die Reihe üblich, wie ein Bericht zu lesen. Die Kapitelüberschriften sind dabei neutral gehalten. Hier wäre schön gewesen, wenn man die Information über Ort und Zeit mit hinzugefügt hätte. Im Buch gibt es nämlich durchaus Zeitsprünge, die allerdings auch aus dem Text heraus zu erkennen sind, wodurch das Zeitgefühl zu keiner Zeit verloren geht.

Der Autor nimmt sich nicht viel Zeit und kommt direkt zu dem, was den Leser das ganze Buch über beschäftigen wird, dem Mordfall. Hier wird selbst dem ungeübtesten Krimileser schnell klar, dass der erste Verdacht keinesfalls stimmen kann. Hier hangelt sich das Buch von Robert Gordian dann die gesamte Handlung, von Verdächtigen zu verdächtigen. Alle Beweggründe hierfür, sind gut und schlüssig im Buch erklärt. Das bedeutet allerdings auch, dass einem im Laufe der Handlung, einige Charaktere begegnen werden. Hier findet man am Ende des Buches, ein kleines Verzeichnis, dass alle Charaktere und eventuell auftauchende Fremdwörter, übersichtlich erklärt.  

Man wird schnell merken, dass obwohl eigentlich zwei Protagonisten vorhanden sind, eigentlich nur einer der Protagonisten versucht, den Fall zu lösen. Denn die gesamte Story über, übernimmt Lupus einen Großteil der Ermittlungen. Dies wird aus der Handlung heraus, allerdings recht gut erklärt, weshalb man sich an keinem Punkt darüber wundert, dass Odo nicht sonderlich viel beiträgt. 

Wie oben schon erwähnt, kommt die Erzählung nicht ohne Zeitsprünge aus (anfangs noch Tage, zum Ende hin werden es sogar Wochen). Nach einem der Zeitsprünge, wird die Ermittlung, nachdem sie scheinbar geruht hat, wie aus dem Nichts wieder aufgenommen. Hier hätte alles ruhig etwas “runder” ablaufen und beschrieben werden dürfen.

Das Ende des Buches, wird nicht für jeden Leser sonderlich zufriedenstellend sein. Gerade im Hinblick darauf, dass es um Mord geht. Auch die Stimmung, ändert sich hier wieder und wird versöhnlicher und ein wenig humorvoller.

 

Cover: Schon beim ersten Blick auf das Cover von “Pilger und Mörder” fällt auf, dass es gestaltungstechnisch zu den anderen Covern der Reihe, passt. Die Hintergrundfarbe bei diesem Band, ist blau. Auf diesem Hintergrund befindet sich der Titel des Buches, welcher zur Epoche passend gestaltet ist. 

Unter diesem Bereich befindet sich ein Bild, das die beiden Protagonisten des Buches zeigen. Außerdem sehen wir im Hintergrund der beiden, ein Gebäude, das an eine Stadt oder ein Kloster erinnert. Beides würde zum Inhalt des Buches passen. 

Das Cover macht auf mich einen stimmigen Eindruck und reiht sich gut, in die bisherigen Bücher ein.

 

Fazit: Insgesamt ist “Pilger und Mörder” das fünfte Buch der Reihe um Odo und Lupus. Für mich persönlich, war dieses Buch das zweite, dass ich aus der Reihe gelesen habe. Dem Autoren gelingt es, den Leser in die damalige Zeit zu versetzen. Zusammen mit den Protagonisten löst man dann einen Mordfall, der leider an manchen Stellen, recht vorhersehbar ist. Am Ende kommt es allerdings, wie für einen Krimi wichtig, zu einem schlüssigen Ende. 

Von mir bekommt “Pilger und Mörder” 4/5 Sterne.

 

Klappentext: Das Frankenreich im späten 8. Jahrhundert. Zunächst sieht alles so aus, als wäre es nur ein harmloser Auftrag für Odo und Lupus. Die Kommissare Karls des Großen sollen einen Bischof aufsuchen, dessen Lebenswandel wenig gottgefällig zu sein scheint. Doch sie kommen zu spät: Der Würdenträger ist ermordet worden. Verdächtigt wird ein jüdischer Kaufmann, der bereits so gut wie verurteilt ist. Während Odo sich einer gefährlichen Liebschaft widmet, kommen Lupus Zweifel an der Schuld des Angeklagten – und mit seinen Ermittlungen löst er eine Lawine aus … (Quelle: dotbooks Verlag)

 

Autor: Robert Gordian

Titel: Pilger und Mörder, Odo und Lupus, Kommissare Karls des Großen

Verlag: dotbooks

Genre: Krimi

Seiten: 224

Preis: eBook: 5,99

Erstveröffentlichung: 1997

ISBN: 978-3955202583

Like Reblog Comment
show activity (+)
review 2020-02-12 06:51
Zu viel langweilige repetitive Polizeirealität in der Fiktion
Des Träumers Verderben - Heidi Emfried

Sehr habe ich mich auf den zweiten Krimi mit Inspektor Leo Lang von Heidi Emfried gefreut, war doch ihr Debütroman Die Akte Kalkutta eine sehr positive Überraschung für mich. Leider operiert die Autorin mit nahezu demselben Plotkomponenten wie ihm vorhergehenden Roman der Reihe.

Dieses exzessive Auswalzen vom Suchen, Strukturieren und Bewerten jedweder winzigkleinen Spur war bei einer unbekannten Leiche, die in keinem System ist und auch sonst nicht identifiziert werden konnte, wie bei der Akte Kalkutta erstens sehr innovativ, weil noch nie so gelesen und zweitens auch auf Grund von fehlenden Hinweisen auf das Opfer auch absolut notwendig.

 

Im Fall des Mordes an einem Mitglied der Wiener High Society, in dem man die Verdächtigen infolge des Mikrokosmoses leicht identifizeren kann, weil Wien bekanntlich ein Dorf ist und die Reichen und Mächtigen eigentlich in Folge des Umstandes, dass sie fast ausschließlich untereinander Beziehungen knüpfen, total überschaubar sind, ist es einfach nur eine recht langweilige Wiederholung des erprobten Konzeptes, das zudem nicht gut auf den vorliegenden Fall passt. Versteht mich nicht falsch, mir ist schon klar, dass täglich abgearbeitete Excel-Listen mit jedem potenziellen Verdächtigen inklusive Alibi und Motiv und einer Farbbewertung inklusive Ersatzlisten mit noch nicht verfolgten Spuren wahrscheinlich der realen Polizeiarbeit mehr entsprechen, als diese Kiberer, die immer so ein Bauchgefühl haben, dem nachgehen und damit fast ausschließlich richig liegen. ABER ich würde ja auch nicht gerne jedes Wurschtradl genau analysiert bekommen wollen, das der Kommissar Rex gefressen hat. Hey, das hier ist Fiktion, da darf man auch Langweiliges kürzen, Repetitives straffen und mitunter auch weglassen. Lähmende echte Polizeirealität ist nur insofern als Konzept interessant, als sie erstmalig beschrieben wird, beim zweiten Mal ist sie das nimmermehr.

So plätschert der Plot so vor sich hin, keine innovativen Ideen, kein Pep, kein spannender Drive, keine aktuellen wissenschaftlichen Bezüge wie in ihrem Erstlingsroman. Moment! Ja, da gibt es das eingeführte Thema Gender Studies, Gleichberechtigung in der Sprache, Sexismus im Alltag, das durch die Figur der jungen Praktikantin Alithia eingeführt wird, die als Nichte des Innenministers und Studentin der Gender Studies dem Polizeiteam von Leo Lang aufs Aug gedrückt wurde. Sie wird ursprünglich aber leider als ein so ein klischeehafter Typ geschildert, sogar noch ein bisschen pubertierend (Hä? auf der Uni) und sich lähmend trotzig emanzenhaft gerierend, der dann auch noch durch die Polizeipraxis, den Fall und durch das Team Mores gelehrt wird und die sich letztendlich kompromissbereit in die bestehenden Hierarchien und Strukturen fügt. Echt jetzt? Das ist so schablonenhaft, so wie sich ein klischeehafter alter weißer Mann ein derartiges nerviges rotziges Emanzlein vom Uni-Institut Gender Studies vorstellen würde. Dabei ist die Realität enorm vielfältiger, da gibt es auch in diesem Fachgebiet einige witzige intelligente Feministinnen, die ich auch persönlich kenne und die mit brilliantem Humor, beißender Ironie und entwaffnenden Vergleichen operieren, anstatt wie die Figur Alithia (wahrscheinlich eine Namensanalogie zu Attila dem Hunnenkönig) wild und unsicher und misogyn um sich schlagend mit Emanzenphrasen durch die Gegend werfen und letztdendlich ihre Ziele nicht vertreten, sondern sich kleinlaut fügen, um final doch der Gruppe zu gefallen. Genau, erst auf Krawall und Konfrontation gebürstet und dann umgedreht. Ist das die Botschaft? Es wäre schön gewesen, wenn die Autorin ihre Emanzenschablonen der 80er-Jahre (junge unsichere agressive Emanze, die sich noch selbst finden muss/ versus alte hässliche, spassbefreite, untervögelte, beziehungsunfähige Emanze, die ihr Leben ohne Mann weggeworfen und verschwendet hat - mehr Protoypen gabs nicht) in der Lade gelassen hätte und eine moderne junge, intelligente und auch humorvolle Feministin geschildert hätte, die es heute zu Hauf gibt und die tatsächlich dem Team um Leo Lang ein paar wichtige Dinge beigebracht hätte. Konflikte im Team würzen zwar normalerweise einen Krimiplot aber dieses konstruierte Emanzen-Schattenfechten ist nur platt, stereotyp unschön und leider langweilig.

Ach ja die Auflösung des Falls ist auch recht mau. Die Vermutungen des Teams bezüglich Motivlage haben sich zwar bestätigt, die konkrete Person des Täters stellt sich aber dann nicht so vordergründig heraus. Insofern war das der einzige Mini-Faktor, der nicht allseits bekannt und vorhersehbar war.

Fazit: Das war diesmal definitiv kein Krimi für mich.

More posts
Your Dashboard view:
Need help?