logo
Wrong email address or username
Wrong email address or username
Incorrect verification code
back to top
Search tags: Krimi
Load new posts () and activity
Like Reblog Comment
show activity (+)
review 2017-05-14 13:46
Mord auf Steirisch
Steirerpakt: Sandra Mohrs siebter Fall (Kriminalromane im GMEINER-Verlag) - Claudia Rossbacher

In Anbetracht der Tatsache, dass die steirischen Krimis von Claudia Rossbacher mit der Ermittlerin Sandra Mohr unter dem Label Landkrimis (Trailer hier) nun alle nach und nach verfilmt werden sollen, habe ich mir ihren neuesten Roman wieder genauer angeschaut.

Der Beginn war schon mal ganz nach meinem Geschmack - sehr skurril: So ähnlich wie beim Wolf Haas sitzt auf dem alten Präbichl-Sessellift ein Toter, der zudem auch noch semifachmännisch seines Skrotums beraubt wurde.

Sowohl die steirische Region inklusive Wetterkapriolen und das soziale Gefüge der eingeborenen, etwas sonderbaren Bergbevölkerung als auch aktuelle Tourismusprobleme, wie die Einstellung des alten Sesselliftes inklusive Unterstützergruppe auf Facebook und teilweise an Korruption grenzende Verflechtung der Lift-Betreiber mit der Lokalpolitik, werden erstens gut dargestellt und zweitens von der Autorin perfekt in die Dramaturgie des Krimis eingewoben.

Die aus dem Landeskriminalamt der Hauptstadt Graz stammenden Ermittler Sandra Mohr und Sascha Bergmann haben alle Hände voll damit zu tun, überhaupt irgendwas Substantielles aus der Dorfgemeinschaft herauszubekommen, was zu Anfang des Romans ein wundervolles Spannungsfeld erzeugt. Nachdem der Tote endlich als ein vor Jahrzehnten nach Kanada ausgewanderter Sohn des Ortes identifiziert wird, passiert leider gar nix. Alle, inklusive der Gerichtsmediziner des LKA, der sich auch als ehemaliger Dorfbewohner entpuppt, mauern derart, dass über weite Strecken der Geschichte nicht das kleinste Fitzelchen eines Hinweises weder bei den Ermittlern noch beim Leser ankommt. So komplett ganz ohne Spuren mag der Plot einer realistischen Polizeiarbeit in einer derartigen Umgebung zwar sehr nahekommen, aber mein lustiges Mörderraten wurde mir somit völlig vergällt. Hey, das ist ein Roman, ich hätte gerne hier mehr Fiktion, mehr Spuren und mehr Tempo, denn Realität genossen. Am Ende, als endlich einer die Mauer des Schweigens durchbricht, ging es mir dann gar zu schnell mit der Auflösung des Falles.

Für die Damen in dieser Runde, die bei Krimis von weiblichen Autoren etwas Romantikfaktor erwarten, ist auch ein klitzekleines bisschen gesorgt. Sandra Mohr ist wieder Single, flirtet, macht sich beziehungstechnische Gedanken über ihren Chef und hängt auch noch ein bisschen im Tränenerstickungsmodus ihrem Ex-Freund nach. Bei mir rollen sich ob des Wortes romantisch und dieser Gefühlsduselei zwar gleich die Zehennägel auf, aber was soll's, das weibliche Zielpublikum erwartet anscheinend immer ein paar schmalztriefende Szenen und hat anscheinend nie ein Problem mit der Ambivalenz der Figuren:  beinharte(r) Politzist(in) – vs. romantisches Sensibelchen. Gar so schlimm wie in vielen anderen Romanen war dann diesmal die Diskrepanz auch nicht, insofern konnte ich es gerade noch ertragen. :-)

Fazit:Guter regionaler Krimi - aber kein sehr guter - mit Stärken in der Beschreibung von Land und Leuten. Eben nicht schlecht für die Landkrimi-Reihe, wenn man beim Plot und der Äktschn* noch a bissal auf das Gas drückt.

*frei nach der steirischen Eiche Arnold Schwarzenegger … Action auf Steirisch

Like Reblog Comment
show activity (+)
review 2017-05-11 20:03
Feuernacht - Dóra Guðmundsdóttir (5) | Yrsa Sigurðardóttir
170511 Feuernacht

Autorin: Yrsa Sigurðardóttir
Titel: Feuernacht
Reihe: Dóra Guðmundsdóttir (5)
Übersetzerin: Tina Flecken
Genre: Island-Krimi
Verlag: Argon Verlag [23.06.2014]
Spieldauer: [781 Minuten], ungekürzt
Sprecherin: Christiane Marx
gehört über die Audible-App
auch als eBook und TB verfügbar

 

klick zu Amazon.de
klick zu Audible.de

 

Inhaltsangabe (Audible):

Jakob, ein junger Mann mit Down-Syndrom, soll einen Brand in seinem Behindertenheim gelegt haben, bei dem fünf Menschen ums Leben kamen. Er lebt inzwischen in einer Psychiatrischen Einrichtung für Straftäter, zusammen mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jósteinn. Ausgerechnet der engagiert die Reykjavíker Anwältin Dóra Guðmundsdóttir, weil er Jakobs Unschuld beweisen will. Bald erhält sie kryptische SMS, Angehörige legen ein verdächtiges Verhalten an den Tag und eine junge Mutter glaubt, dass ihr Sohn von seinem toten Kindermädchen heimgesucht wird. Eine heiße Spur führt die Anwältin schließlich ins isländische Justizministerium.

©2011 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main. Aus dem Islandischen von Tina Flecken. Die isländische Originalausgabe erschien 2009 unter dem Titel "Horfðu á mig" im Verlag Veröld, Reykjavík. 2009 Yrsa Sigurðardóttir. (P)2014 Argon Verlag GmbH

Meine Meinung:

 

Obwohl ich eine Aversion gegen Eis und Schnee, ja Kälte schlechthin habe (bin halt ne Frierhippe), lese oder höre ich unheimlich gern Krimis, die in den nordischen Regionen spielen, vor allem, wenn sie so gut eingelesen werden, wie die isländischen Krimis von Christiane Marx. Ich ziehe den Hut vor so viel Sprachtalent. Selbst die behinderten Menschen in diesem Buch spricht sie so glaubhaft, dass man sie bildlich vor sich sieht.

 

Die Idee zu diesem Buch ist ebenfalls etwas Besonderes, denn all die verschiedenen Spuren, die so unscheinbar sie scheinen mögen, immer mal wieder auftauchen, ergeben am Ende ein rundes Ganzes. Es ist ein Vergnügen, die Anwältin bei ihrer Arbeit zu erleben, hier unterstützt von ihrem deutschen Freund, und im Gegenzug nicht zu begreifen, dass sie sich nicht längst eine andere Sekretärin gesucht hat. Man hätte doch sicherlich mit dem Vermieter einig werden können…

 

Was allerdings die Spannung angeht, so dümpelt sie lange einfach vor sich hin und nimmt fast erst im letzten Drittel wirklich an Fahrt auf. Es gab auch einige Aussagen, die mich schon viel früher als Dóra auf Ideen gebracht haben, worum es sich handeln könnte, wenn ich auch das gesamte Ausmaß noch nicht überblicken konnte.

 

Wie in all ihren Büchern lässt sie auch hier wieder das Übernatürliche zu, wenn es auch mehr oder weniger eine Randerscheinung bleibt, denn es geht ja in erster Linie darum, den Brand des Behindertenheims aufzuklären.

 

Mir hat das Hörbuch gut gefallen. Ich gebe 07/10 Punkte für den 5. Band der Reihe.

 

07-10

 

Bücher der Reihe:

 

  1. Das letzte Ritual – rezensiert am 26.12.2012 – 07/10 Punkte
  2. Das gefrorene Licht – beendet 28.11.2014 – 07/10 Punkte
  3. Das glühende Grab – beendet 11.08.2015 – 06/10 Punkte
  4. Die eisblaue Spur – beendet 07.06.2016 – 07/10 Punkte
  5. Feuernacht – beendet 11.05.2017 – 07/10 Punkte
  6. Todesschiff

 

Feuernacht (Dóra Guðmundsdóttir 5) - Argon Verlag,Christiane Marx,Yrsa Sigurðardóttir 

Source: sunsys-blog.blogspot.de/2017/05/gehort-feuernacht-yrsa-sigurardottir.html
Like Reblog Comment
show activity (+)
review 2017-05-05 13:06
Genialer Weltraumkrimi!
Six Wakes - Mur Lafferty

Holla die Waldfee! – was hat mich Six Wakes von Mur Lafferty gepackt! So eine geniale Mischung aus spannendem Weltraumabenteuer und Mord-Mystery! Das war wie ein besseres Cluedo im Weltall, bei dem sich die Ereignisse rasch entwickeln. Ich sage es gleich: dieses Buch habe ich in zwei Tagen durch gesuchtet und falls es bis hierher noch nicht klar war: ich bin richtig begeistert!

 

Ich weiß gar nicht worüber ich mich als erstes freuen soll. Das Buch beginnt mittendrin im Geschehen. Man steht, wie die Besatzung der Dormire, unerwartet im verstörenden Chaos aus Blut und Mord. Zusammen mit den Figuren gräbt sich der Leser durch temporeiche Szenen, durch die Probleme, die so ein Erinnerungsverlust mit sich bringt, Intrigen und natürlich einen Haufen Fragen. Dadurch macht die Geschichte schon vom ersten Moment an neugierig und entfaltet sich mit jedem Kapitel und jedem neuen Einblick mehr. Manchmal sind es Szenen der gegenwärtigen Ereignisse, manchmal sehr alte Erinnerungen der Besatzungsmitglieder, die uns die Autorin da präsentiert. Alles ist geschickt miteinander verworben und vielschichtig wie die Lagen einer Zwiebel. Besonders spannend fand ich die ganzen Verknüpfungen, die sich nach und nach ergeben, und die Hinweise, die man nachträglich erkennt.

 

Das Buch wechselt dabei zwischen den verschiedenen Perspektiven der sechs Klone und deckt schrittweise Teile ihrer Vergangenheit auf. Aber auch die gesamte politische Situation zwischen Menschen, Klonen und Splittergruppen innerhalb beider Parteien, bei denen man manchmal bewusst im Unklaren gelassen wird wer nun gegen wen arbeitet, wird auf diese Weise zum großen Ganzen gemacht. Es ist ein durchweg spannend bleibendes Puzzle, das die Autorin hier abliefert. Zu keiner Zeit hatte ich dabei das Gefühl den Faden zu verlieren, da jede Figur eine ihr ganz eigene Erzählstimme hat. Bei wechselnden Perspektiven gleich doppelt gut und wichtig. Ich muss außerdem gestehen, so unliebsam sich auch mancher der Protagonisten verhält, ich habe sie jeden für sich lieben gelernt. Alle verbergen sie etwas voreinander, aber auch vor dem Leser, und mit jedem Stück das ich mehr über sie erfahren habe, sind sie mir weiter ans Herz gewachsen. Besonders Hiro, der Pilot, und IAN, die KI des Schiffes, haben es mir angetan. Denn obwohl die Figuren in einer wirklich miesen Lage sind, versäumen es Hiro und IAN nicht ab und an für eine Prise Humor zu sorgen.

 

Während normale Krimis oft etwas simpel gehalten sind, fährt Six Wakes fast schon schwere Kaliber auf und flicht nebenbei ethische und philosophische Fragen ein. Was macht die Seele eines Menschen aus? Was seine Persönlichkeit? Wie viel Mensch ist man als Klon noch, wenn die eigene Persönlichkeit zu einem lesbaren und veränderbaren Code geworden ist? Wenn es nicht einmal mehr den Tod zu fürchten gibt? Die Problematik eine Antwort darauf zu finden, wurde geschickt in Erlebnisse verpackt und ich habe mich mehrfach dabei ertappt mir all die höchst komplizierten Fragen selbst zu stellen. Es ist erstaunlich wie verzwickt die Dinge werden können, und wie erschreckend, wenn bestimmte Möglichkeiten und Fähigkeiten in den falschen Händen landen.

 

Was mir gleich zu Beginn positiv aufgefallen ist, ist die Vielfalt der Figuren. Die Crew der Dormire setzt sich aus allerlei Nationalitäten und auch körperlich deformierten Personen zusammen, die ganz selbstverständlich zurechtkommen. Es war erfrischend auch mal eine körperlich behinderte Figur zu haben, die sich zudem völlig natürlich in die Gruppe einfügt. Das Klon-Konzept in Six Wakes ist überhaupt ganz anders ausgebaut als man es üblicherweise aus solchen Szenarien kennt und lohnt sich wirklich zu erkunden.

 

Kurz gesagt: Ein absoluter Spaß für alle Mystery-Fans, der gleichzeitig nichts von Seiten der SciFi vermissen lässt. Dieser Roman bekommt eine deutliche Leseempfehlung und gehört zu den Büchern von denen ich mir dringend wünsche, dass sie auch ins Deutsche übersetzt werden. Leider dürfte die Geschichte wieder so ungewöhnlich und vielschichtig sein, dass sich kaum ein deutscher Verlag herantrauen wird. Wer das Glück hat englischsprachige Bücher lesen zu können, der darf sich Six Wakes nicht entgehen lassen.

Source: moyasbuchgewimmel.de/rezensionen/titel/s/six-wakes
Like Reblog Comment
show activity (+)
review 2017-05-01 13:43
Flavia de Luce 8 - Mord ist nicht das letzte Wort von Alan Bradley
Flavia de Luce 8 - Mord ist nicht das letzte Wort: Roman - Alan Bradley,Gerald Jung

Wie, was und wer?

 

Ach, wie lange musste ich auf einen weiteren Flavia de Luce - Band warten? Lange, viel zu lange nach meinem Geschmack und noch schlimmer, ich muss jetzt wieder ewig warten!!! 

Denn der neue Band ist schwupdiwups schon ausgelesen und eigentlich möchte ich sofort wissen, wie geht es weiter mit meinen Freunden auf Buckshaw!

 

Aber der Reihe nach...

Ander als viele andere Autoren gelingt es Alan Bradley, dass seine Reihe um die 12-jährige, zugegeben neunmalkluge und nerdige Flavia im ländlichen England der 50er Jahre immer spannender und nicht langweiliger wird. Da können sich andere mal ein paar Scheibchen abschneiden. 

Im neuen Band ist Flavia wieder zurück aus dem "Exil" des kanadischen Internets und erwartet eigentlich ein großes Begrüßungskomitee, aber nix da... keiner scheint sie so recht vermisst zu haben von der de Luce-Sippe, denn Colonel de Luce ist schwer krank und die Sorge um ihn, treibt alle um. Da braucht es schon eine Leiche, um die Spürnase Flavia abzulenken und auf andere Gedanken zu bringen. 

 

Der Fall war ganz schön verzwickt, aber letztlich passend und es machte Spaß, gemeinsam in Wohnungen herumzuschnüffeln, Aufflüge nach London zu machen oder Leute auszufragen. Flavia hat es echt drauf! 

Das Ende, also das Buchende, ist hingegen nicht so erbaulich und lässt den geneigten Leser nach einer Fortsetzung gieren.

 

Es gibt 5 von 5 Sternen für eine tolle, unterhaltsame und Chemikalien reiche Lektüre!!!

 

 

Like Reblog Comment
show activity (+)
quote 2017-05-01 13:29
Dabei sind die traumlosen Nächte manchmal die schlimmsten, weil man aus ihnen zurückkehrt, ohne zu ahnen, wo man war und was man getan hat.
Flavia de Luce 8 - Mord ist nicht das letzte Wort: Roman - Alan Bradley,Gerald Jung

Flavia de Luce 8 - Mord ist nicht das letzte Wort von Alan Bradley, Seite 330.

More posts
Your Dashboard view:
Need help?