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review 2017-03-21 21:09
Leise Töne und bescheidenes Glück
Der Herr der kleinen Vögel: Roman - Sabine Mangold,Yoko Ogawa

"Der Herr der kleinen Vögel" ist ein Buch der leisen Töne, der kleinen Dinge, des bescheidenen Glücks oder Unglücks. Der Leser wird eingeladen, zur Ruhe zu kommen und einer Geschichte zu lauschen, auf die man sich einlassen muss, die dann aber einen ganz eigenen poetischen Zauber entfaltet.

Behutsam erzählt Yoko Ogawa die ungewöhnliche Lebengeschichte zweier Brüder, die eine Faszination für Vögel und deren Gesang teilen, auch über den Tod des älteren hinaus. Ihre Namen werde im ganzen Buch niemals erwähnt (sie sind immer nur "der Ältere" und "der Jüngere"), und auch sonst verzichtet die Autorin weitgehend auf Etiketten.

Der ältere Bruder spricht schon seit seiner Kindheit ausschließlich in einer selbst erfundenen Sprache und braucht seine festen Rituale, um glücklich zu sein. Da kann man als Leser insgeheim spekulieren: Selektiver Mutismus? Autismus? Die Autorin verrät es uns nicht, aber das ist auch gar nicht nötig. Der jüngere Bruder findet ein wunderbares Bild: in seiner Vorstellung ist der Ältere der alleine Bewohner einer einsamen Insel, und nur sein Boot findet den Weg dorthin.

Die beiden leben fast vollkommen isoliert, ihr Leben richtet sich noch im Kleinsten nach den Ritualen des älteren Bruders. Sie essen immer das Gleiche, besuchen gemeinsam die Vogelvoliere des nahegelegenen Kindergartens und unternehmen ausgedehnte, metikulös geplante Weltreisen - Letzteres jedoch nur in ihrer Fantasie. Es ist eine Geschichte bedingungsloer Liebe, ruhig und ohne Pathos erzählt und dennoch bewegend.

Nach dem Tod des Älteren ist der Jüngere im Grunde sein ganzes restliches Leben auf der Suche nach dessen Insel. Auch, dass er die Pflege einer zu einem Kindergarten gehörenden Vogelvoliere übernimmt, obwohl er Angst vor Kindern hat, geschieht zunächst im Angedenken an seinen Bruder, entwickelt sich dann aber zu einer echten Liebe zu den Vögeln. Die Kinder nennen ihn daher "Herr der kleinen Vögel".

Die Geschichte hat in meinen Augen keinen ausgeprägten Spannungsbogen. Das Leben des Jüngeren ist meist eher ein stiller See denn ein bewegtes Meer. Menschen treten in sein Leben und verschwinden wieder, gute und schlechte Dinge passieren... All das sind nur Steine, die ins Wasser seines Sees fallen und für kurze Zeit Kreise ziehen. Manches bleibt gänzlich ungeklärt.

Diese Offenheit hat jedoch etwas beinahe Schwereloses, wie ein langer Tagtraum. Ich habe mich beim Lesen keineswegs gelangweilt. Yoko Ogawa findet wunderschön verträumte, zarte Worte. Ich habe immer wieder innegehalten, um mir einen Satz auf der Zunge zergehen zu lassen.

Der Jüngere ist mir sehr ans Herz gewachsen - er ist ein ruhiger Mensch mit einfachen, bescheidenen Wünschen. Sein Leben wirkt unspektakulär und sogar einsam, aber er findet auch immer wieder Erfüllung in den kleinen Dingen. Als ich das Buch zuschlug, hatte ich fast das Gefühl, einen alten Freund verloren zu haben.

Da die Brüder nur wenig mit anderen Menschen interagieren, bleiben die anderen Charaktere eher unvollständig. Manchmal wirken sie wie bloße Kulisse, während die Vögel lebendig und individuell geschildert werden - aber anders könnte diese Geschichte vielleicht gar nicht erzählt werden, und ich habe beim Lesen nichts vermisst.

Fazit:
"Der Herr der kleinen Vögel" ist ein wunderbares Buch, das sich nur schwer beschreiben lässt und an das man möglichst ohne Erwartungen herangehen sollte.

Die Handlung ist schnell zusammengefasst: Nach dem Tod der Eltern leben zwei Brüder ihr ganzes Erwachsenenleben zusammen, bis auch der Ältere schließlich stirbt. Da er Vögel über alles geliebt hat, bietet der Jüngere an, fortan kostenlos die Voliere des örtlichen Kindergartens zu betreuen. Manchmal geht er in die Bibliothek, um die Bibliothekarin scheu beobachten zu können, und im Park lernt er einen alten Mann kennen, der stets eine Grille in einer hübschen Holzschachtel mit sich herumträgt. Dann passiert etwas, was seinem Spitznamen "Herr der kleinen Vögel" einen unschönen Beigeschmack gibt, und schließlich begegnet er Menschen, die von sich behaupten, den Gesang der Vögel zu lieben, ihn in Wirklichkeit aber für ihre eigenen Zwecke ausnutzen.

Aber eigentlich kommt es gar nicht darauf an, was genau passiert. Für mich war es die schlichte Poesie der Worte, die mich verzaubert hat, und der Einblick in ein bescheidenes Leben, das die meisten Menschen wohl nicht als sonderlich glücklich bezeichnen würden, das aber dennoch seine schönen, erfüllenden Momente hat.

Source: mikkaliest.blogspot.de/2017/03/rezension-der-herr-der-kleinen-vogel.html
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text 2016-02-18 13:00
Cover Crush: The Housekeeper and the Professor by Yoko Ogawa

 Because no matter the book's summary blurb, author, or marketing, there's no doubt that many of us are drawn in by a pretty cover.  And the great ones are hard not to notice.  I'm admittedly not immune to wonderfully crafted book covers and have fallen prey to them time and time again.

 

Cover Crush is a feature originally thought up by Erin at Flashlight Commentary.  Every Thursday, she publishes a post featuring a book jacket/book cover that she really likes with a short commentary about it.  I discovered this weekly feature via It's a Mad Mad World here at Booklikes and decided to join in the fun!

 

***

 

I flip-flopped for the longest time before finally deciding which of my favorite covers to show case for my first Cover Crush post.  So here it is:

 

 

The cover for The Housekeeper and the Professor was always a personal favorite, ever since the day I walked by it in a store and just had to stop and look.  If there's a cover that definitely drew my attention out of the blue, this one would have been one of the best representatives.

 

The image gives me a sense of beauty and simplicity, even with all the complicated math equations and symbols floating around in the background--which, in a way, kind of reminds me of the professor in this book.  Math has become his life and the only grasp he has to reality and the only way he knows how to relate with anyone at all, ever since an accident left him with the short term memory of 80 minutes before everything starts over for him.

 

It's a beautifully sweet and simple story.  And this is a very beautifully sweet and simple cover illustration.

 

 

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review 2014-09-30 02:32
[REVIEW] The Housekeeper + The Professor by Yōko Ogawa
The Housekeeper and the Professor - Yōko Ogawa,Stephen Snyder

I had bought this book for one of my best friends on a trip to Germany. It always seemed weird to me that I had bought a Japanese book from a german bookstore but back then it was hard to find Japanese literature. My apprehension about this book grew when I read the back cover. It had to do with numbers. Oy. Math and I? We are sworn enemies. All throughout my entire career as a student I hated numbers with a passion. Never understood them, never followed the rationale behind them. To this day I cringe whenever someone mentions probabilities and matrices.

 

I didn’t know I could handle an entire book about a mathematician

 

I’m glad I gave it a go. It was a sweet, kind read. Nothing fussy, nothing angst-ridden, just this quiet sadness that permeates this world we inhabit for 180 pages. The professor cannot remember anything for more than 80 minutes. It’s really heartbreaking. However, seeing how the housekeeper and her son managed to connect with him through numbers was perfect and adorable. 

 

The ending did leave me a bit hanging. Maybe because I didn’t want it to end or maybe because it felt so abrupt. 

 

Whatever the case, if you’re looking for an endearing and easy read, this is the way to go.

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text 2014-09-29 22:57
Reading progress update: I've read 104 out of 180 pages.
The Housekeeper and the Professor - Yōko Ogawa,Stephen Snyder

My heart just dropped.

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text 2014-09-29 20:07
Reading progress update: I've read 56 out of 180 pages.
The Housekeeper and the Professor - Yōko Ogawa,Stephen Snyder

This relationship between the housekeeper, her son and the professor is so darn sweet, omg. I just want to go in the book and hug him. He'd probably find that weird though. 

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