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review 2017-06-23 07:51
Ich schenk dir die Hölle auf Erden | Ellen Berg
170617 Ichschenkdir

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Inhaltsangabe (Amazon):

Viel Spaß in der Hölle!
So ein mieser Schuft! Als Carina entdeckt, dass Ehemann Sven sie betrügt, bricht ihre heile kleine Welt zusammen. Klar, Lust und Leidenschaft sind nach zehn Jahren Ehe und zwei Kindern auf der Strecke geblieben. Doch dass Sven mit seiner Neuen all die romantischen Highlights genießt, die sich Carina immer gewünscht hat, ist zu viel. Sie beschließt, ihn direkt in die Scheidungshölle zu schicken. Und die Neue gleich dazu. Soll sie ruhig merken, wie angenehm das Leben an Svens Seite ist, wenn seine Kinder sonntagmorgens Hockeytraining haben oder Brechdurchfall bekommen ... Während ihres Rachefeldzugs blüht Carina auf. Die Männer stehen Schlange – und plötzlich auch Sven. Was tun?

Meine Meinung:

 

- Vielen Dank an den Verlag und NetGalley.de für das Leseexemplar -

 

witzig, humorvoll, spannend

 

Nachdem die erste Urlaubslektüre für mich nur zufriedenstellend war, nahm ich mir das neue Buch von Ellen Berg vor, und ich muss sagen, dass mir dieses bisher von ihr am besten gefallen hat. Lag vielleicht vor allem am Kindermund eines 6jährigen, dem gelungenen Happy End und der Tatsache, dass ich mehrmals schallend lachen musste.

 

Das Cover wurde vom [@Mediabureau Di Stefano unter Verwendung einer Illustration von Gerhard Glück] gestaltet und passt vollkommen in die Reihe der vorhergehenden Bände, wenn dies auch alles Einzelromane sind mit unterschiedlichen Protagonisten und sieht sicherlich in einem Bücherschrank wunderschön aus. Ich selbst habe nur ein gedrucktes dieser Bücher, alle anderen sind digital.

 

Das Buch beginnt damit, dass Carina entdeckt, von ihrem “Bärchen” betrogen worden zu sein. Eine Welt bricht für sie zusammen, war die Welt doch bis dato für sie noch völlig in Ordnung. Doch zum Glück für sie steht sie nicht allein da, sondern hat eine Reihe von Freundinnen, die sich um sie sorgen und ihr helfen, aus der Situation im wahrsten Sinne des Wortes das Beste zu machen. Und wie sie es schafft, mit Coolness und Nonchalance ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen, wieder Zeit und Spaß zu haben, sich gleichzeitig aber auch um Familie, Nachbarschaft und nicht zuletzt ihre große Liebe zu kümmern, ist einfach fantastisch, zaubert ein Lächeln aufs Gesicht und lässt einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

 

Witzig, spitzig und in diesem Buch auch mit Aussprüchen zweier Kinder geschmückt, zum einem vom 6jährigen Benjamin und zum anderen einer altklugen 9jährigen, ist der Schreibstil der Autorin wie gehabt flüssig und humorvoll und nicht immer ganz ernst zu nehmen. Ich bewundere die individuell-witzige Schlagfertigkeit aller Charaktere, die da u.a. sind: Carina selbst, Jonas (ihr Mann), Leni, Wanda, Sybille, Betty (ihre Freundinnen), Benny und Melli (ihre Kinder) und Tom, ihr Fitnesstrainer, der gut für ihr Selbstwertgefühl ist, aber auch Chantal.

 

Im wahren Leben ist es natürlich nicht so, dass ein vormals wundervoller Mann im Laufe der Zeit zum absoluten Kotzbrocken mutiert und sich dann binnen kurzer Zeit in einem verständnisvollen Freund, aufopferungsvollen Vater und den Mann zum Verlieben wandelt, die Menschen ändern sich niemals im Wesen von Grund auf, aber in dieser humorvollen Geschichte passte das irgendwie.

 

Noch habe ich nicht so viele ihrer Bücher gelesen, aber dieses hat zu diesem Zeitpunkt wunderbar gepasst und mir sehr gut gefallen. Ich gebe 10/10 Punkte.

 

Zitate:

Eine wahre Freundin zieht dich nicht gleich wieder hoch, wenn du gefallen bist, erst mal lässt sie dich liegen und setzt sich dazu.
Pos. 1819, Kapitel 11

Läuft, dachte sie, zwar rückwärts und bergab, aber läuft.
Pos. 2421, Kapitel 15

“Weil Mama gesagt hat, Chantal ist krank, und du musst bei ihr wohnen, bis sie wieder gesund wird. Warum hat sie denn einen falschen Hals? Muss sie ins Krankenhaus?”
Pos. 4412, Kapitel 27

buch_u_027

 

Weitere Bücher der Autorin:

 

1. Du mich auch – beendet 22.06.2015 – 09/10 Punkte
2. Das bisschen Kuchen: (K)ein Diät-Roman
3. Den lass ich gleich an: (K)ein Single-Roman
4. Ich koch dich tot: (K)ein Liebes-Roman  - beendet 09.07.2015 – 07/10 Punkte
5. Gib’s mir Schatz: (K)ein Fessel-Roman
6. Ich will es doch auch: (K)ein Beziehungs-Roman
7. Zur Hölle mit Seniorentellern!: (K)ein Senioren-Roman
8. Alles Tofu, oder was?: (K)ein Koch-Roman
9. Mach mir den Garten, Liebling!: (K)ein Landlust-Roman
10. Alles Tofu, oder was?: (k)ein Koch-Roman
11. Blonder wir’s nicht: (k)ein Friseur-Roman – beendet 01.09.2016 – 08/10 Punkte
12. Ich schenk dir die Hölle auf Erden: (k)ein Trennungs-Roman – beendet 17.06.2017 – 10/10 Punkte

 

Ich schenk dir die Hölle auf Erden: (K)ein Trennungs-Roman - Ellen Berg 

Source: sunsys-blog.blogspot.de/2017/06/gelesen-ich-schenk-dir-die-holle-auf.html
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review 2017-06-19 13:19
Tiefgreifendes Thema in einer sehr einfühlsamen Geschichte, ehrlich und berührend.
Splitterleben - Jenna Strack
Cover:
David Tondl zeichnet sich für das Cover verantwortlich und präsentiert ein märchenhaftes Bild in einem sattem Blau. Ein wie im Wind tanzendes Mädchen schwebt vor einem blauen Himmel und Sterne glitzern am Firmament. Der Titel ist mittig in einer Bandzug-Schrift gehalten. Der Clou sind die Splitter, die vor allem von der rechten oberen Ecke sich über das Cover erstrecken und an einem gesprungenen Spiegel erinnern. Die ganze Kombination ist harmonisch und für mich sehr schön. Hat eher etwas aus dem Bereich Fantasy, das könnte einige Leser, die nach Covern ihre Bücher aussuchen vielleicht etwas verwirrend sein.
 
Handlung:
Die 17 jährige Mia lebt für ihren Sport, zu dem sie ihre erste große Schwärmerei Tobi gebracht hat. Sie ist die große Hoffnung und trainiert hart für ihren großen Traum, von ihrem Schwarm endlich ernst genommen und geliebt zu werden. Nach der gewonnen Qualifikation zu Deutschen Meisterschafft beginnt Tobi sich endlich für sie zu interessieren, doch bei einer Party bricht Mia quasi in seinen Armen zusammen. Durch die Diagnose einer seltenen und unheilbaren Krankheit, zerspringt ihr Leben im wahrsten Sinne des Wortes in viele kleine Splitter. Alles, wofür sie gekämpft und geträumt hat liegt wie ein Scherbenhaufen vor ihr. 
 
Buchlayout (eBook)
Die inhaltliche Gestaltung ist für ein eBook sehr ansprechend und hochwertig. Jedes Kapitel wird mit einem Song aus Mias Playlist im Untertitel begleitet. Die Kapitel selber tragen keine Ordnungsnummer sondern die Anzahl der Tage von Mias „zersplitterten Lebens“. Daneben rundet die Illustration eines indianischen Traumfänger die Kapiteleinleitung ab.
 
Idee / Plot
Was ist, wenn jemand unheilbar Krank ist, und unter qualvollen Schmerzen leidet, aber Du siehst es der Person nicht an? Sie ist nicht abgemagert wie zum Beispiel Krebspatienten kurz vor dem Tode, und hat sonst keinen körperlichen Makel wie zum Beispiel ein amputiertes Bein? Und doch lungert diese Person Tag ein Tag aus nur zu Hause rum und jammert bei jedem Schrittchen die sie schon alleine auf dem täglichen Gang zur Toilette macht? 
 
Hier wird ein ganz schwieriges und wichtiges Thema behandelt, welches Jenna Strack auf eine sehr feinfühlige und sanfte Art in einem Roman gepackt hat. Es gibt sie, die Patienten, die an einer schweren Krankheit leiden. Die vielleicht mit sich und ihrer Krankheit inzwischen im Reinen sind, aber der eigentliche Kampf vor der Haustüre stattfindet: Das Unverständnis und die Intoleranz der Umwelt, Freunde und Nachbarn. So lange man eine Krankheit nicht sieht, existiert sie nicht. 
 
"So langsam beschleicht mich das Gefühl, dass das Anstrengendste am Lupus nicht der Kampf des eigenen Körpers gegen sich selbst ist, sondern der Kampf gegen das fehlende Verständnis der anderen.“
 
Jenna Strack: „Splitterleben“, Pos. 1299 eBook (kindle Edition, 2017)
 
Dieses Buch war für die Autorin Jenna Strack ein Herzensprojekt, erzählt anhand eines jungen Mädchens, das auf dem Weg war ihre Träume zu verwirklichen und ihre Anerkennung über sportliche Erfolge definiert hat. Und dabei verlernt hat, wahre Freunde und wahre Bedürfnisse zu erkennen. Eine wunderbare Geschichte, die mir unter die Haut gegangen ist. Sie ist ein wichtiger Beitrag zu mehr Toleranz und Öffnung des eigenen Horizonts.  
 
 
Emotionen / Protagonisten
Mia ist ein sehr ehrgeiziges 17 jähriges Mädchen, das aber im Grunde schüchtern und unsicher ist. Sie trainiert hart und fiebert jedem Erfolg entgegen mit der Illusion damit näher an ihren Schwarm Tobi heranzukommen. Einerseits kann ich mich sehr gut in Mia hineinversetzen, ihre Verbissenheit ist aber manchmal schon sehr stoisch. Es ist ein langer Prozess, in dem sie begreifen muss, was wirklich mit ihr passiert. Ich fand sie einen tollen Charakter, der sehr willensstark war, aber auch manchmal etwas verbohrt. Sie erkennt erst spät, was wirklich wichtig im Leben ist:
 
"Ich hätte laufen sollen, um zu leben, und nicht leben, um zu laufen.“ 
Jenna Strack: „Splitterleben“, Pos. 49 eBook (kindle Edition, 2017)
 
Tobi, Nele und Tessa sind Mias Laufkameraden und ihre enge Freundschaft verbindet das harte Training und die Erfolge bei den Wettkämpfen. Tobi ist älter und studiert schon, ist aber extrem ehrgeizig auf seine Erfolge fokussiert. Er findet Mia auch erst wirklich interessant, als sie die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft schafft. Aber Mia ist so sehr in Tobi verliebt, dass sie seine Selbstverliebtheit akzeptiert. Er bleibt sehr arrogant und überheblich, vor allem nachdem Mia ihre Diagnose erhalten hat. Nele und Tessa versuchen zumindest Mia zu verstehen, begreifen aber nicht, was die Krankheit wirklich bedeutet:
 
"Meinst du nicht, dass du dir deine ›Krankheit‹ mittlerweile nur noch einbildest? Schon klar, es ist toll, so viel Aufmerksamkeit zu bekommen.“
 
Jenna Strack: „Splitterleben“, Pos. 103 eBook (kindle Edition, 2017)
 
In der Reha lernt Mia die resolute und toughe Anh kennen, die ich gleich in mein Herz geschlossen habe. Da sie schon lange mit der gleichen Krankheit kämpfen musste, findet Mia in Anh endlich die Freundin, die sie ohne große Erklärungen versteht. Mia ist herrlich frisch und kann auch recht sarkastisch sein und hat in dem Buch und in Mias Leben doch noch eine humorvolle Seite hineingebracht:
 
»Nein, ich wohne nur hier, weil meine Eltern sich die Studiengebühren für Hogwarts nicht leisten können«
 
Jenna Strack, „Splitterleben“, Pos. 2125 eBook (kindle Edition, 2017)
 
Die Mutter und der Bruder werden wenig erwähnt, obwohl das kindliche Unverständnis eines 10 Jährigen, warum die große Schwester nicht zur Schule muss, gut hervor kommt. Der Vater wird nur ganz am Anfang angedeutet, auch das angespannte Verhältnis zwischen Mia und ihm. Aber ich vermisse da das Familiengeflecht, und die Wandlung der Beziehungen innerhalb der Familie. Das kommt mir tatsächlich leider zu kurz und macht die Geschichte um die Person Mia nicht ganz rund. 
 
Handlungsaufbau / Spannungsbogen
Dieses tiefgründige Thema bedarf keine große Spannungsbogen und Showdowns. Es ist eine sanft erzählte Geschichte, die in sehr einfühlsame Art und Weise den Werdegang von Mia und ihrer Krankheit zeigt. Auch wenn im Grunde die Handlung vorhersehbar ist, ist man von Mias verzweifelten Kampf um Anerkennung gefesselt. Anerkennung zunächst im Sport und in der Liebe, aber dann um die eigene Akzpetanz ihrer Krankheit und bei ihren Freunden. In der Mitte zieht es sich für mich ein bisschen und wir lesen sehr viele Wiederholungen über ihren Selbstmitleid und ihrer Wut über das Nichterkennen ihrer Krankheit. Zum Ende hin hat es mich doch noch mal sehr ergriffen und zeigt vor allem, dass es in diesem Buch nicht um die Lovestory, oder um den Krankheitsverlauf geht, sondern um die Intoleranz der Mitmenschen. Und dass man manchmal von seinem angestrebten Weg abkommen muss um sein Ziel zu erreichen.
 
Szenerie / Setting
Die Umgebung beschreibt Jenna Strack unglaublich bildhaft und ausschmückend, aber genau passend ohne überschwänglich zu werden. Ich konnte mir die einzelnen Szenen sehr gut vorstellen und mich in Mia prima einfühlen. Es passt auch gut, dass Mia vor ihrer Diagnose Leistungssport betreibt, so wird die innere Dramatik klar und deutlich hervorgehoben. Es ist ein harter Lernprozess für Mia, nicht mehr an der Deutschen Meisterschaft teilnehmen zu können und sogar nie wieder auf den Leistungsstand zu kommen, den sie noch die Wochen vorher hatte:
 
"»Weil das die Vergangenheitsform ist. Ich mache Leistungssport. Wenn das hier vorbei ist, dann gehe ich wieder auf die Bahn. Dann mache ich da weiter, wo ich aufgehört habe.«“
 
Jenna Strack: „Splitterleben“, Pos. 131, eBook (kindle Edition, 2017)
 
Sprache / Schreibstil
Jenna Strack erzählt uns die Geschichte in der Ich-Perspektive aus Mias Sicht im Stil eines Tagebuches. Das gewählte Tempi des Präsens lässt uns direkt die Gefühle und Gedanken miterleben und hervorragend mitfühlen. Das ganze Buch ist flott gelesen, und zieht einen schnell in den Bann. 
 
Die Sprache ist unglaublich bildhaft, metaphernreich und die Autorin flechtet gekonnt sehr eingehende Weisheiten ein, die aber nicht belehrend wirken, sondern noch lange nachhängen.
 
So beschreibt sie sehr schön bildhaft, wie der Physiotherapeut in der Reha ihr im Gespräch erklärt, dass es sinnlos ist sein Ziele und Träume unbarmherzig zu erzwingen. Damit spielt er auf Mias eigene Nicht-Akzeptanz ihrer Krankheit an.
 
"Es kommt vor, dass man zielstrebig auf eine Tür zu rennt und einem erst klar wird, dass es die falsche ist, wenn man den Türknauf herunterdrückt und sie verschlossen ist. Man darf eine Tür nicht gewaltsam aufbrechen, nur weil man ursprünglich geplant hatte, hindurch zu gehen.“
 
Jenna Strack: „Splitterleben“ Pos. 127 eBook (kindle Edition, 2017) 
 
Fazit
 
Ohne erhobenen Zeigefinger aber ergreifend, ehrlich und direkt. Ein paar kleinere Schwächen, habe es aber gerne gelesen und kann es uneingeschränkt empfehlen kann. 
 
 
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review 2017-05-18 23:30
Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge | Ruth Hogan
170429 Mr.Peardews

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Inhaltsangabe (Amazon):

Vor vierzig Jahren hat Anthony das Liebespfand seiner Verlobten verloren. Am selben Tag ist Therese bei einem Unfall gestorben. Seitdem sucht Anthony Trost in den Dingen, die er auf der Straße findet. Sorgfältig archiviert er die Fundstücke in seinem behaglichen viktorianischen Haus. Zu jedem Gegenstand vermerkt er, wann und wo er ihn gefunden hat. Und zu einzelnen schreibt er kurze Erzählungen, die das Besondere in den verlorenen Dingen schildern.
Sein großes Ziel ist es, die Besitzer ausfindig zu machen und ihnen alles zurückzugeben. Vielleicht hat jemand für ihn Thereses Liebespfand aufgehoben? Doch diese große Aufgabe muss er an Laura übergeben. Seine junge Assistentin, der er mehr zutraut als sie sich selbst. Anthonys Testament zieht für Laura eine Reihe äußerst unerwarteter Begegnungen nach sich. Denn auch sie möchte etwas finden …

Meine Meinung:

 

Eine wunderschöne Geschichte, die von Liebe, Verlorenem, Gefundenem, dem Sammeln von Gegenständen, dem Trinken “der leckeren Tasse Tee”, Freundschaft und vielem mehr erzählt. Eingebettet sind jeweils kurze Geschichten zu den gefundenen Gegenständen, wem diese wohl gehört und wie sie sie verloren haben. Außerdem ist auch etwas übersinnliche Wahrnehmung enthalten und etwas Geisterhaftes, also Mysteriöses, allerdings nicht in dem Maße, dass es kitschig wirken würde. Ich muss sogar zugeben, dass ich ein paar Tränen verdrückt habe und kann daher mit Fug und Recht behaupten, dass mich dieses Buch wirklich beeindruckt und emotional berührt hat. Kaum zu glauben, dass es sich um ein Debüt handelt… 

 

Mir hat neben dem Cover, das mir sofort ins Auge fiel, der Schreibstil gefallen, so schön einfach und schnörkellos, außerdem natürlich der unübersehbare britische Touch. Die Figuren sind glaubhaft dargestellt, wachsen an ihren Aufgaben, und es macht einfach Freude, die beiden Handlungsstränge in der Vergangenheit und Gegenwart zu verfolgen, die kurzen Geschichten zu lesen und sich in dieses wunderschöne Haus zu denken

 

Auch die Schilderung der Alzheimer Krankheit hat mir gefallen, so schrecklich diese ist, denn sie deckt sich mit meinen Erfahrungen. Und so gebe ich die volle Punktzahl 10/10 Punkte und hoffe, künftig mehr von dieser Autorin lesen zu können.

Dieses Buch habe ich bereits Monate vor Erscheinen von NetGalley.de als Leseexemplar erhalten und so lange mit dem Lesen gewartet, bis es erscheinen sollte, da sehe ich, dass der Termin nach hinten verschoben wurde. Nun, jetzt habe ich es gelesen, stelle die Rezension aber erst zum Erscheinungstermin online. Das bin ich NetGalley und dem Verlag schuldig. – Allerdings fließt das gelesene Buch natürlich in meine April-Statistik ein. Logisch ;)

 

Zitate:

Laura hatte oft das Gefühl, sie hätte Katholikin sein sollen. Sie war so gut darin, Schuldgefühle zu haben.
Pos. 701, 9. Kapitel“

"Gott sei Dank bin ich nicht stinkreich, wenn es das mit einem Mädchen macht”, scherzte Eunice. “Und wie stinkreich genau?”
”Stinkend.”

Pos. 973, 13. Kapitel

“Wir können Ihnen keinen genauen Zeitpunkt angeben”, hatte die Frau vom Kundendienst Laura mitgeteilt, “aber wir können Ihnen ein Zeitfenster zwischen 10.39 Uhr und 15.14 Uhr nennen.”
Pos. 2060, 27. Kapitel

 

Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge – beendet 29.04.2017 – 10/10 Punkte

 

Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge: Roman - Cecily Ruth Hogan,Marion Balkenhol 

Source: sunsys-blog.blogspot.de
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review 2017-05-15 10:14
Schade - Feinfühlige Idee ohne große Gefühlsachterbahn
Ava - Vera Kerick Ava - Vera Kerick
Coverbild
Sehr schlicht und dezent ist das Cover. Es gefällt mir gut. Der einfarbige graue Hintergrund mit den einfachen Blumen und Blütenblättern ist schlicht. In der Mitte wird der Buchtitel "Ava", der Name der Protagonistin, nüchtern in einer Serifenlosen Schrift angezeigt. Es ist schnörkellos aber nett ein bisschen wie das gesamte Buch.
 
Handlung
Nach einer Operation kann Ava, die in der Kindheit durch eine Krankheit ertaubt ist, wieder hören. Sie ist in die große Stadt gezogen und in ihrem Beruf als Universität-Bibliothekarin recht erfolgreich. Nun möchte sie ihre große Jugendliebe Peter wieder sehen und trifft ihn auf einem Besuch bei ihrer Mutter in ihrem Heimatdorf. Doch ihre Schwärmerei wird durch ein einschneidendes Familiengeheimnis getrübt. Ava begibt sich in ein Karussell von Lügen, Geheimnissen und Gefühlen, immer auf der Suche nach der Erfüllung ihrer wahren Liebe.
 
Buchlayout (eBook)
Das gesamte Buch ist in 4 Teilen eingeteilt. Dabei sind sie aber sinngemäß nicht voneinander getrennt, so dass sich mir diese Einteilung nicht erschließt. Die einzelnen Kapitel sind angenehm in der Länge, Rückblenden und Perspektivenwechsel werden leider kaum optisch voneinander getrennt. Als Titel eines Kapitels erscheint nur die Zahl. Insgesamt ist das eBook einfach gehalten.
 
 
Idee / Plot:
Die Autorin greift ein sehr feinfühliges Thema auf, das jedem von uns bestimmt in dieser oder ähnlicher Form schon begegnet ist:  Wie viel darf und soll man den Menschen, die man liebt, an Wahrheit sagen, wann ist es berechtigt zu Lügen? Haben diese Menschen nicht immer das Anrecht auf Wahrheit? Wie egoistisch darf man sein, auf die Gefahr hin die Lieben dadurch zu verletzen? Diese Idee gefällt mir sehr gut und regt einen zum Nachdenken an. Gesunde Beziehungen bauen auf Kommunikation, Verständnis und Ehrlichkeit. 
 
Handlungsaufbau / Spannungsbogen
Der Handlungsaufbau ist sehr durchwachsen und es gibt kaum Spannungsmomente. Die Erzählung plätschert so dahin, obwohl es sehr viele Zeitsprünge und Perspektivenwechsel gibt. Es hätte ein spannendes Zusammenspiel werden können, mich verwirrt es aber eher. Trotzdem ist die gesamte Handlung vorhersehbar. Es gibt einen Plottwist ziemlich am Anfang, danach geht es aber eintönig weiter. Einen richtigen Höhepunkt kann ich nicht erkennen und das Ende war zu erwarten.
 
Szenerie / Setting
Von der Umgebung und den Personen bekomme ich leider nur sehr wenig mit. Es wird wenig bildlich beschrieben und ich kann sie mir kaum vorstellen. Die große Stadt, in der Ava lebt, wird nicht namentlich genannt. So dass man nicht einmal weiß, in welchem Teil von Deutschland sie sich befindet, um sich ein gewisses Bild vom Umfeld machen zu können. Genannt wird nur München in Bayern, wobei die dort lebenden Personen ziemlich stereotypisch dargestellt werden. Dornfeld, Avas Heimatdorf, liegt an der Ostsee.
 
Emotionen / Protagonisten
Es ist unheimlich schwer einen Zugang zu Ava und Peter zu finden. Ich kann auch nicht mal besondere Eigenschaften der Personen hervorheben, weil ich sie mir gar nicht richtig vorstellen kann.
 
Ava ist mit 8 Jahren ertaubt und musste in ein spezielles Internat. Sie lernte mit der Behinderung umzugehen und hat die Liebe zu den Büchern entdeckt. Ihre Jugendliebe Peter hat sie nie vergessen und es ist für sie ein richtiger Zwang ihn wieder zu sehen.
 
Ihre beste Freundin Helen, die sie im Internat kennengelernt hat, gibt ihr den meisten Halt. Helen ist nach Bayern gezogen und bekommt mit ihrem Ehemann Leopold ein Kind.
 
Peter aus ihrem Heimatdorf, scheint ein sehr netter Junge zu sein, und lernt Ava auf einem der traditionellen Dornfelder Sommerfeste kennen. Danach verschwindet er aus ihrem Leben.
 
Avas Mutter ist nach dem Tod ihres Mannes alleine und lebt nicht mehr im gleichen Dorf. Zu Ava hat sie zunächst ein sehr inniges Verhältnis, das durch einen Streit sehr getrübt wird.
 
Zu erwähnen sind noch David und Konstantin. David spielt nur eine periphere Rolle, bekommt aber sehr viel Raum, genauso wie Konstantin. Es gibt weitere Personen die mehr oder weniger im Roman vorkommen, die man meines Erachtens etwas mehr zurück nehmen hätte können, da sie dem Handlungsstrang nicht wirklich dienlich sind.
 
Sprache / Schreibstil
Die Sprache ist ausgereift und gut geschrieben, aber viel zu nüchtern und emotionslos. Zunächst ist die Geschichte als personaler Erzähler aus Avas Perspektive dargestellt. Dann  gibt es plötzlich einen Wechsel zwischen Ava und Peter. Teilweise hüpft man auch in wenigen Sätzen in den auktorialen Erzähler. 
Sehr viele Nebengeschichten werden über das ganze Buch hinweg aneinandergereiht aufgezählt, ohne einen tieferen Einblick in die Gefühlswelt zu bekommen. Es gibt so gut wie keine Metaphern, keine bildliche Ausschmückung.
 
Meine Meinung:
Der Aufbau des Romans finde ich nicht so glücklich. Im ersten Teil gibt es einen häufigen Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Dann eine ganze Weile nicht. Die Rückblenden in Avas Jugend kommen gar nicht mehr vor, dafür dann Rückblenden in die nähere Vergangenheit, und plötzlich wechselt die Erzählperspektive zwischen Ava und Peter. Da ist das Konzept des ganzen Buches meines Erachtens nicht ganz geglückt. 
Vor allem beim Perspektivenwechsel fehlt mir ein optischer Anhaltspunkt, um wessen Perspektive es sich gerade handelt. Man braucht erst mal 2-3 Sätze - die man auch mehrmals lesen muss - bis man begriffen hat, welche Perspektive es gerade ist. Da hätte man ruhig eben den Namen drüber schreiben, oder tatsächlich jedes Kapitel nur in einer Perspektive erzählen lassen können. Ebenfalls sind mir die Zeitsprünge dazwischen zu heftig und man muss sich mühselig zusammenreimen, wie viel Zeit vergangen ist, wann und wo man sich gerade befindet.
 
Sehr schade finde ich die Oberflächlichkeit und Nüchternheit, mit der diese Geschichte erzählt wird. Erzählerisch ist es mir zu mau, kein Prickeln, keine Gefühle, die unter die Haut gehen.
Es wird viel erzählt wie etwas gemacht wird, also Handlungen aneinandergereiht, aber ich weiß nicht einmal wie die Personen aussehen, sich fühlen, wie es riecht, wie was schmeckt... Da fehlt mir die bildliche Ausschmückung um mehr Bezug dazu zu bekommen und es selber nachempfinden zu können. Und deswegen ist es mir zu oberflächlich. Viele Verhaltensweisen und Handlungen der Personen kann ich so auch nicht nachvollziehen, sie bleiben mir einfach verschlossen. Und die meines Erachtens sehr wichtigen Stellen in dem Buch werden in dem ebenso eintönigen plänkelhaften Stil beschrieben. Eigentlich große Gefühlszenen werden so nebenbei in einer halben Seite abgehandelt. Hier hätte für mich das Kopfkino anspringen müssen, werde aber schnell enttäuscht, und dann wird munter eintönig weiter geplappert ohne bei mir einen tieferen Eindruck zu hinterlassen.
 
FAZIT:
Als einfache Lektüre ist es eine nette Geschichte, aber ohne Gefühlsachterbahn oder Emotionskarussell. Wer mehr Kopfkino erwartet wird mit diesem Buch enttäuscht sein.
 
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review 2017-03-25 05:54
Restart. Die Begegnung - Restart (1) | Mela Wagner

Autorin: Mela Wagner
Titel: Restart. Die Begegnung
Reihe: Restart (1)
Genre: Gegenwartsliteratur, Problembewältigung, Liebesroman 
gelesen als Leihgabe der Kindle-Leihbücherei von Amazon Prime
auf dem Kindle Paperwhite
Kindle-Edition: 418 Seiten, ASIN: B01LCDO1YY
auch als TB erhältlich: ISBN: 1503943321

 

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Inhaltsangabe (Amazon):

Die erste Liebe ist überwältigend, intensiv und stürmisch.

So ergeht es auch Leni und Paul. Bis zu jenem schicksalhaften Tag, an dem eine unerwartete Nachricht alles verändert. Sie treffen eine folgenschwere Entscheidung, die das junge Glück zerstört und den Kontakt abbrechen lässt.

Bei ihrem zehnjährigen Klassentreffen sehen sie sich wieder. Die Erinnerungen und Gefühle der Vergangenheit lassen sich nicht mehr ausblenden und drängen sich unaufhaltsam in ihr Leben. Was ist damals wirklich passiert? Was ist aus dem Mädchen geworden, in das sich Paul Hals über Kopf verliebt hat?

Leni versteckt sich hinter der Fassade der erfolgreichen Chefredakteurin eines internationalen Modemagazins. Doch die Mauern beginnen zu bröckeln und die Geschichte beginnt von neuem …

Meine Meinung:

problembeladen, aufwühlend, herunterziehend

 

Das Buch hat mir nicht geboten, was ich erwartet habe. Das Wort Restart im Genre Liebesromane beinhaltet die Implikation, dass es einen Neuanfang gibt, dass zwei Menschen, die sich aus den Augen verloren haben, wieder zueinander finden. Das habe ich erwartet.

 

Im weitesten Sinne hat diese Annahme sogar Bestand, denn Leni und Paul waren mit 17 Jahren ein Paar. Dann geschah etwas, das Leni eine folgenschwere Entscheidung treffen ließ (wobei ich immer noch der Meinung war, dass die Entscheidung nicht von ihr ausging, aber das werde ich nun nicht mehr erfahren). 10 Jahre sehen sie sich nicht. Und während des Lesens wird zunehmend klar, dass Leni seit 10 Jahren eine psychisch kranke Frau ist und sich erst jetzt Hilfe bei einem Therapeuten sucht, und das auch nur, weil ihr Mann seine einzig richtige, allerdings viel zu späte Anordnung trifft.

 

Leni hat bei allen psychischen Problemen, wie Depression, Manie, Magersucht etc. laut “HIER” geschrien. Ein Wunder, dass sie nach 10 Jahren Krankheit immer noch am Leben ist.

 

Da das Buch in der Ich-Form als Leni geschrieben ist, wird der Leser quasi in ihre Figur hineingezwungen. Und so durchlebte ich Dinge, die ich freiwillig nun wirklich nicht erleben möchte. Immer noch hatte ich die Hoffnung (ausgehend durch die durchweg sehr gute Beurteilung bei Amazon und Goodreads), irgendwann ein Happy End zu erfahren, aber als Christian Leni dann brutal schlug und diese seine Tat als verdient zu haben hinnahm und dann nach einem Krankenhausaufenthalt wohl auch zu ihm zurück ging, da konnte ich nicht mehr weiterlesen. 85 % habe ich ertragen, mehr ist nicht drin. Freiwillig tu ich mir das nicht an.

 

Dafür, dass ich zumindest 85 % durchgehalten habe, mich das Buch also schon irgendwie zu fesseln vermochte (immerhin wartete ich auf den richtigen Restart zwischen Paul und Leni und kein Zwischenspiel), gebe ich 03/10 Punkte. Nichts für mich! Ich mag mich nicht herunterziehen lassen.

 

Zitat:

“Er wollte mir keinen Grund nennen und da bin ich wütend geworden… und er auch. Ich habe ihn ‘Feigling’ geschimpft. Dann hat er mich geohrfeigt. Ich habe es verdient.
bei 85 %, Kapitel 19, Seite 354/417

 

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Bücher der Reihe:

 

1. Restart. Die Begegnung – abgebrochen 24.03.2017 – 03/10 Punkte
2. Restart. Heute wie damals

 

Restart - Die Begegnung - Mela Wagner 

Source: sunsys-blog.blogspot.de/2017/03/abgebrochen-restart-die-begegnung-mela.html
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