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review 2018-06-17 09:15
Vom tollwütigen Monsterhund
Cujo: Roman - Stephen King

Der Bernhardiner Cujo ist ein gutmütiges Ungetüm, das keiner Fliege etwas zu leide tut. Aber eines Tages wird er mit einem teuflischen Virus infiziert und wird zum blutdürstigen Monster, das um sich herum alles in Fetzen reisst.

"Cujo" ist ein Horror-Roman von Stephen King und hat schon richtig Kult-Status erreicht. Viel zu lange habe ich mir Zeit gelassen, um zu diesem Roman zu greifen. Ich habe die Seiten regelrecht inhaliert!

Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist der Bernhardiner Cujo. Cujo ist ein richtig großer Hund, der dafür mit einer großen Portion Gutmütigkeit gesegnet ist. Von seiner Familie wird er geliebt, von Nachbarn und Bekannten wird sein freundliches Wesen geschätzt. Kurz gesagt, wer Tiere mag, muss Cujo einfach lieben! 

Seine Geschichte wird vor allem mit dem Schicksal zweier Familien verknüpft. Cujo selbst gehört der Sharp-Familie an, die aus seinem Jungen, der Frau und dem Mann besteht. Hier werden vor allem die Erzählstränge um die Frau und ihren Sohn in den Vordergrund gestellt, weil so manch unglückselige Fügung sich für andere als Glück entpuppen wird.

Hauptsächlich wird aber von Donna, Vic und dem kleinen Tad erzählt. Denn diese Familie wird eine sehr intensive Erfahrung mit Cujo haben, die ganz Castle Rock erschüttern wird. 

Wer King kennt, weiß, dass er reichlich Hintergrundinformationen zu den Figuren liefert. Wobei gerade in diesem Roman ein kleines Rädchen das andere dreht, und viele minimale Ereignisse zum Fiasko führen. Ich mag diesen detaillierten Stil sehr gern, denn King greift gekonnt auf, wie wir Menschen ticken. Er dreht und wendet uns, und zeigt, das in jedem etwas Böses steckt. 

Etliche Abschnitte werden aus Cujos Perspektive erzählt. Man fühlt, wie sehr er seinen Jungen mag, man spürt, dass er dem Mann gefallen will, und freut sich, wenn er gut gelaunt über die Felder rennt.

Doch dann geschieht das Unglück und Cujo wird mit einem infernalischen Tollwut-Virus infiziert. Auf seine lebensfrohe Art, legt sich ein blutgetränkter Schleier, der ihn zu einem zerfleischenden Monster macht. Zuerst fühlt er unstillbaren Durst, gegen den es keine Abhilfe gibt. Die Sonne brennt ihm in den Augen, weil die Krankheit an ihm nagt. Cujo weiß in seiner Verzweiflung nicht, wie ihm geschieht. Je weiter die Infektion fortschreitet, desto verzerrter und bösartiger wird seine Sichtweise, obwohl er eigentlich nur allen gefallen will.

Damit hat mich die Geschichte mitten ins Herz getroffen. Es ist für mich immer schwierig zu verkraften, wenn Tieren Unrecht widerfährt, weil sie es eben nicht verstehen können. Ein Tier vertraut seinen Besitzern das eigene Leben an und kann (wahrscheinlich) nicht nachvollziehen, warum es ungerecht behandelt wird. Dieses natürliche Unverständnis gibt mir zu knabbern, weil es doch zeigt, dass Tiere Schutzbefohlene des Menschen sind. 

Trotz des ernsten, gesellschaftskritischen Hintergrunds ist „Cujo“ ein Horror-Roman und mit dem tollwütigen Riesenhund hat Stephen King erneut einen einwandfreien Schocker kreiert. Er spielt mit den Gefühlen des Lesers auf mehreren Ebenen. Man möchte Cujo lieb haben, ihn streicheln und mit ihm spielen. Aber dann wendet sich das Blatt, und der Wohlfühl-Hund wird zum blutrünstigen Splatter-Element. 

Meiner Meinung nach ist Stephen Kings „Cujo“ ein wahnsinnig guter Horror-Roman, der ganz ohne mysteriöse Aspekte auskommt und sich am Grauen der Realität bedient. Daher vergebe ich das Prädikat „lesenswert“. 

Source: zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at
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review 2018-06-16 16:59
Lea Coplin: Nichts ist gut. Ohne dich.
Nichts ist gut. Ohne dich.: Roman - Lea ... Nichts ist gut. Ohne dich.: Roman - Lea Coplin

Die Geschichte dreht sich um Jana und Leander. Und um einen Unfall, der im Zentrum von allem zu stehen scheint. Vor sechs Jahren ist Janas Bruder tödlich verunglückt. Am Steuer saß Leander. Der als einziger weiß, was geschehen. Der schweigt. Und aus Janas Leben verschwunden ist. Bis er nach sechs Jahren auf einmal wieder vor ihr steht.

 

Es geht um die Vergangenheit, die ihre Spuren hinterlässt, in Gegenwart und Zukunft. Es geht um Schuld und um Verlust. Um Familie und Verantwortung. Und ein wenig auch darum, wer wir sind und was wir mit unserem Leben anfangen wollen.

Die Sprache ist angenehm zu lesen: flüssig, weder extravagant noch gewollt jugendsprachlich, die wörtliche Rede authentisch. Erzählt wird in der Ich-Perspektive, abwechselnd aus Janas und Leanders Sicht. Dies gibt beiden gleichermaßen eine Stimme und hält damit die Geschichte in der Waage. Denn vieles zwischen ihnen wird nicht ausgesprochen, wird verschwiegen, nur angedeutet, versteckt. Durch die wechselnde Sichtweisen bekommt erhält man von beiden Seiten einen Blick auf die ungesagten Worte.
Trotz der Innensicht, die durch die Ich-Perspektive gegeben ist, hat Janas Handeln mich teilweise überrascht. Es schien mitunter gegensätzlich und war für mich nicht immer nachvollziehbar. Andererseits: Menschen sind nicht immer logisch, manchmal schwanken wir zwischen zwei Polen, manchmal tun wir das einen und sagen das andere, manchmal wissen wir selber gar nicht was wir wollen.
Teilweise hatte ich auch Mühe, das Bild von ihr, das aus ihren Worten entsteht mit dem Bild, das ihre Handlungen malen, in Deckung zu bringen. Beispielsweise sagt sie an zwei Stellen, dass sie Leander hasst, sonst spürt man aber nichts davon. Vielmehr scheint es das Gegenteil zwischen den beiden zu sein.
Diese Anziehung war mir ein wenig zu plötzlich, ein wenig zu schnell, schließlich war Jana noch ein Kind, als sie sich das letzte Mal gesehen haben, und Leander wie ein großer Bruder für sie.
Trotzdem: die Liebesgeschichte war sehr schön dargestellt, mit all ihren Umwegen. Denn schließlich steht der Umfalls zwischen ihnen. Ein Unfall, der nicht nur das Leben von Janas Bruder beendet hat, sondern auch zwei Familien hat zerbrechen lassen. Und sowohl für Jana als auch für Leander ist der jeweils andere eine beständige Erinnerung an diese einen Tag vor sechs Jahren, und für alles, was er nach sich zog.
Menschen sind nicht immer ehrlich, zwischenmenschliche Beziehungen nicht geradlinig, das wird hier sehr deutlich.
Trotz, oder vielmehr gerade durch diese kleinen Kritikpunkte kommt natürlich die innere Zerrissenheit der Charaktere zum Tragen.
Ein wenig besser als in Jana konnte ich mich in Leander hineinversetzten, dessen Handeln mir nachvollziehbarer erschien.
Die Bilanz aber ist in jedem Falle positiv: zwei (zweifellos interessante) Protagonisten, die wunderbar ergänzt werden durch die Nebencharakteren, individuell und schön ausgearbeitet.

Auch das Ende hat mir sehr gefallen: nicht zu glücklich, nicht zu traurig, sondern gerade ein bisschen hoffnungsvoll.

Und zum Titel: Er ist wunderschön. Und trifft die Geschichte genau.

Alles in allem ein wunderschöner, emotionaler Roman, der trotz kleinerer Kritikpunkte absolut zu empfehlen ist.  

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review 2018-06-16 16:42
Rezension: Ohne ein einziges Wort von Rosie Walsh
Ohne ein einziges Wort: Roman - Rosie Wa... Ohne ein einziges Wort: Roman - Rosie Walsh,Stefanie Retterbush

Die Geschichte beginnt mit einem wunderschön gestalteten Cover: Blau- und Grüntöne und Vergissmeinnicht, die gleich einen inhaltlichen Bezug darstellen: es ist ein viel zu heißer Sommertag, an dem Sarah auf Eddie trifft. Es ist eine einzige Woche, die sie zusammen verbringen. Und obwohl sie sich eigentlich gerade erst nach siebzehn Jahre Ehe getrennt hat, obwohl sie in den USA lebt und nur zu Besuch in England ist, obwohl sie ihn kaum kennt ist Sarah sicher, dass sie ihn wiedersehen will, wird, muss. Aber er meldet sich nicht. Er bricht zu seinem Urlaub auf, verspricht noch auf dem Weg zum Flughafen von sich hören zu lassen – aber nichts. Verzweifelt beginnt Sarah Nachricht über Nachricht zu verfassen. Und gleichzeitig muss sie mit ihrer eigenen Vergangenheit kämpfen, mit Erinnerungen, die sie nicht loslassen, die sie nie loslassen werden.

 

Sarah ist eine sympathische Protagonistin, hin- und hergerissen, unsicher, verzweifelt, verliebt und trotzdem stärker, als sie selber glaubt. Und auch wenn es ungewöhnlich, ja übertrieben scheint, dass sie so verzweifelt verliebt ist in jemanden, den sie sieben Tage gekannt hat: genau diese Meinung teilt auch Sarah, die in der ich-Perspektive erzählt, dass sie sich selber nicht versteht. Und genau dadurch wurde die Geschichte für mich wieder authentisch, nachvollziehbar.
Neben Sarah gibt es auch noch ihre beiden besten Freunde, Tommy und Jo. Ganz unterschiedlich, wunderbar charakterisiert und beide mit ihrem eigenen Päckchen, was sie zu tragen haben. Und dennoch sind sie für Sarah da.

Denn es ist nicht einfach nur eine Liebesgeschichte, es geht um viel mehr. Es geht um Verantwortung, um Familie, um Tod und Schuld. Um Depression, um Mobbing. Darum, was die richtige Entscheidung ist.
Die Sprache ist locker, flüssig und vor allem angenehm zu lesen. So wird die ernste Thematik geschickt aufgelockert. Es gibt auch humorvolle Passagen und vor allem der kleine Sohn von Sarahs bester Freundin lässt einen immer wieder schmunzeln.

Im Roman wechseln sich Gegenwart und Vergangenheit ab, mal wird aus der einen Zeitebene erzählt, mal aus der anderen. Die sieben Tage, die Sarah und Eddie gemeinsam verbracht haben, sind verstreut in die Erzählung der Gegenwart geflochten, in der Eddie verschwunden ist und sich nicht meldet. Dazwischen Erinnerungen und neben dem Erzählten auch Briefe und die Nachrichten, die Sarah an Eddie schreibt.
So entsteht erst nach und nach ein Bild von Sarah, von ihrer Geschichte und von Eddies Geschichte. Überhaupt dauert es länger als erwartet, bis man den Grund für Eddies Verschwinden erfährt. Aber so kann man selber darüber nachdenken, Verbindungen ziehen, zu Schlüssen kommen, die sich als falsch erweisen. Einige überraschende Wendungen machen die Geschichte sehr spannend, und man kommt nicht umhin erstaunt zu sein, wenn (wohl voreilig) gezogenen Schlüsse sich in das Gegenteil verwandeln.

Insgesamt ein wunderschöner Roman, in dem neben einer großen Liebesgeschichte auch Tod, Schuld und Verantwortung sehr wesentlich zum Tragen kommen.

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text 2018-06-14 12:40
Kombination von Liebe und Tragödie
Ohne ein einziges Wort: Roman - Rosie Wa... Ohne ein einziges Wort: Roman - Rosie Walsh,Stefanie Retterbush

Was ist bloß geschehen?

Diese Frage dominiert insbesondere am Anfang des Buches. Sarah hat ihren Traummann gefunden, zumindest glaubt sie das. Sie verbringen eine wunderbare und unglaubliche Woche miteinander... und dann, nachdem Eddie auf Urlaub gewesen ist, herrscht Funkstille. Was ist bloß geschehen? Sie waren sich doch einig, dass sie das ganze fortführen wollen - von beiden Seiten aus.
Hat Sarah etwas falsch gemacht? Was ist passiert?

Der Schreibstil im Buch ist flüssig und gut zu lesen - so fliegt man nur durch die Seiten. Die Protagonisten finde ich toll skizziert und gut gelungen - man kann sich wirklich gut in Sarah hineinversetzen. Dass im Laufe des Buches, abwechselnd aus der Sicht von Sarah und Eddie erzählt wird, macht das ganze für mich besonders interessant. Toller Erzählstil.

In diesem Buch gibt es eine Kombination aus Liebe, Romantik und Tragödie. Dadurch wurde beim Lesen das Buch für mich zu einer wunderbaren Unterhaltung - man wird direkt in diese interessante Geschichte hineingezogen. Ich dann dieses Buch absolut weiterempfehlen.

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review 2018-06-12 21:44
Als noch die Apartheid in Südafrika herrschte
Summ, wenn du das Lied nicht kennst: Roman - Bianca Marais,Heike Reissig,Stefanie Schäfer

Südafrika in den 1970er-Jahren: Durch einen Gewaltakt verliert die neunjährige Robin Conrad, die zuvor eine behütete Kindheit in einem Vorort von Johannesburg hatte, ihre Eltern. Sie kommt zu ihrer Tante Edith, die mit dem Kind aber überfordert ist. Als Kindermädchen beschäftigt sie Beauty Mbali. Die farbige, gebildete Xhosa-Frau hat auf der Suche nach ihrer 17-jährigen Tochter Nomsa ihr Heimatdorf verlassen. In unruhigen Zeiten entwickelt sich zwischen Robin und Beauty eine innige Beziehung. Doch dann trifft das Mädchen eine Entscheidung mit Folgen…

„Summ, wenn du das Lied nicht kennst“ ist der bewegende Debütroman von Bianca Marais über die Wirren des Schüleraufstands in Soweto und die Auswirkungen der Apartheid.

Meine Meinung:
Der Roman besteht aus 58 Kapiteln, die abwechselnd in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Robin und der von Beauty erzählt werden. Dieser Aufbau funktioniert sehr gut.

Der Schreibstil ist angenehm, flüssig, anschaulich und einfühlsam. Viel wörtliche Rede macht den Roman lebhaft. Mir fiel es leicht, in die Geschichte einzutauchen.

Mit Robin und Beauty gibt es zwei Hauptprotagonistinnen, die sich in mehreren Punkten wie Hautfarbe und Alter sehr stark unterscheiden. Die Charaktere sind vielschichtig und mir ans Herz gewachsen. Ihre Gedanken und Gefühle ließen sich gut nachvollziehen. Vor allem Beauty war mir schon nach wenigen Seiten sympathisch.

Inhaltlich konnte mich der Roman sehr beeindrucken. Die Zeit und Umstände der Apartheid führt die Autorin sehr eindringlich vor Augen. Dabei geht es um gesellschaftliche Probleme der damaligen Zeit, die sich auf erschütternde Weise im Alltag in Südafrika niederschlagen: Rassenhass, Homophobie, Antisemitismus, weitere Vorurteile, Gewalt und einiges mehr. Ich fand es sehr interessant, etwas über die Aufstände und diese Zeit insgesamt zu erfahren. Dabei merkt man deutlich die gründliche Recherche. Verknüpft werden diese Aspekte mit menschlichen Themen und Schicksalsschlägen wie Tod, aber auch Liebe und Freundschaft. Der Roman ist dadurch sowohl unterhaltsam und emotional sehr bewegend als auch eine lehrreiche Lektüre, die aufwühlt und zum Nachdenken anregt.

Ein Pluspunkt sind die Landkarte und ein Glossar. Lesenswert ist auch das Nachwort der Autorin.

Die Aufmachung des Romans ist sehr hochwertig. Das schlichte, aber liebevoll gestaltete Cover ist sehr hübsch. Auch der Titel, der sich stark am Original („Hum If You Don’t Know The Words“) orientiert, gefällt mir gut.

Mein Fazit:
„Summ, wenn du das Lied nicht kennst“ von Bianca Marais ist ein empfehlenswerter Roman, der mich begeistern und berühren konnte. Die Geschichte wird bei mir noch eine Weile nachklingen.

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