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review 2015-12-29 22:02
Dampfend-spannende Kurzgeschichten
Voll Dampf: Fiktionale Steamgeschichten - Frank Hebben,Thorsten Küper,Matthias Falke,Peter Hohmann,Peer Bieber,Jan-Tobias Kitzel,André Wiesler,Marco Ansing,André Skora,Ingo Schulze

Rezension
Das Vorwort stammt von der Raum-Zeit-Kapelle Drachenflug und wirft einen generellen Blick auf die Steampunk Szene, bevor es sich den Autoren zuwendet, die von allen Künstlern die meiste Freiheit haben, wie der Drachenflieger Freiherr von Dunkelfels feststellt.

 

Den Auftakt der Anthologie bildet eine ungewöhnlichen Geschichte von einem Bühnenmagier und seinem ganz besonderen Kraken: „Valerius von Arbogast und sein fabelhafter Krakun“ von Thorsten Küper. Hierin taucht nicht nur Charles Darwin, Begründer der Evolutionstheorie, in einem völlig unerwarteten Zusammenhang auch, sondern auch eine andere historische Persönlichkeit, aus der Zunft der Schriftsteller – mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, weil ich sonst spoilern würde.

 

„Die spektakuläre und heldenmütige Entführung der originalgetreuen Lokomotive Emma“ (Matthias Falke) handelt von einer ganz besonderen Lokomotive in einem Science-Fiction-Setting.

 

„Mach mal Dampf“ von André Wiesler spielt in einem Kriegszenario, welches an den 1. Weltkrieg erinnert. Der Protagonist, ein deutscher Soldat, wird Zeuge, wie ein gewaltiger französischer Kampfroboter (eine Art Mech, wie man ihn aus „Battletech“ und ähnlichen Szenarien kennt) in die Schlacht eingreift.

 

„Träum weiter“ (Peter Hohmann) handelt von Preußen im deutschen Kaiserreich, die gegen Rebellen kämpfen und ein mehrstöckiges, monströses Luftschiff gebaut haben. Doch dann kommt alles anders als erwartet, wie der Anti-Held, ein Journalist, am eigenen Leib erfahren muss.

 

Auch in „Volldampf zu den Sternen“ (Marco Ansing) ist ein Reporter der Protagonist. In Form von Zeitungsberichten, in denen er sich auch direkt an seine Leserinnen und Leser wendet, beschreibt er turbulente eigene Erlebnisse in Hamburg im Jahr 1899, bei denen er es mit seltsamen „Metallmännern“ zu tun bekommt. Und das ist erst der Anfang…

 

Die Geschichte „Schwarzfall“ von Frank Hebben beschreibt eine Gesellschaft, die völlig abhängig geworden ist von der Elektrizität des Herrn Tesla. Diese Geschichte wird nicht aus der Perspektive eines oder zweier Protagonisten geschildert, sondern eher aus der Vogelperspektive eines unbeteiligten Beobachters, was sie aber nicht minder dystopisch macht.

 

In „Ein Gott über den Wolken“ (Achim Zien) erkundet eine Expeditionsgesellschaft im Auftrag ihres Kaisers (eines fiktiven Reiches) einen Gebirgszug auf der Suche nach Rohstoffen und finden ein gestrandetes Luftschiff. Was sie darin finden, verschlägt ihnen den Atem – und macht Lust auf ein längeres Abenteuer in dieser fiktiven Welt.

 

„Blechschicksal“ (Jan-Tobias Kitzel) erzählt einen überraschenden Steampunk Krimi in London mit mechanischen Tieren, anderen automatischen Wesen und einem Helden der etwas anderen Art.

 

„Natürliche Auslese“ von Peer Bieber beschreibt eine Alternative Reality in den 1900er Jahren, in der die politischen und religiösen Verhältnisse in Großbritannien, aber vor allem auch in Südamerika etwas anders sind, als wir es aus der Geschichte kennen. Diese Story wird aus der Sicht eines Polarforschers beschrieben. Auch hier tauchen historische Persönlichkeiten ein, z.B. der norwegische Polarforscher Fridtjof Nansen.

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review 2015-08-18 11:20
Made in Germany
Von Feuer und Dampf: Spiegelwelten 2 - Nina Horvath,Simone Edelberg,Gerd Scherm,Stefan Cernohuby
Hatte ich ja schon im VideoSuB angesprochen. Wieder ein LBM-Schätzchen.
Dies ist schon die überarbeitete Version der Anthologie und wie es sich gehört, werde ich kurz auf jede der von 16 Autoren (darunter auch der Herausgeber) gestifteten Geschichten eingehen. Der Prolog (von Torsten Sträter - der Slam-Poet und Kabarettist) ist selbst eine kleine Geschichte und spielt in Dortmund. Liest sich schon mal hervorragend an und da ich selbst gebürtige Pott-Bewohnerin bin, hab’ ich Erik gleich fest ins Herz geschlossen. Erik ist Zauberkünstler und besteigt zum ersten Mal in seinem Leben einen (kleinen) Zug um seine Karriere in Berlin zu beginnen.

Berlin
Saubere Arbeit - Charlotte Engmann
Eine sehr schöne kurze Hinwendung. Ein winziger Einblick in die Großstadt in der Eliza den Ballon Montgolfière besteigt und die Aussicht über Berlin bis hin zur Dampfwäscherei genießt. Das Ende war mehr als kurios und sehr still!
Mit Begleitung - Oliver Hohlstein
Ihr kennt alle eine der ersten Aufnahme der Kinematographie - diesen Zug der die Zuschauer erschreckt, weil er auf einen zukommt? So wie heute fliegende Messer in 3D? Darum geht es hier: um den richtigen Schnitt der Filmrolle. Aus einem mir nicht näher bekannten Grund wird auch noch einmal die Wäscherei erwähnt und bei ‚Rosenbaum & Söhne‘ eine Brennnadel gekauft.
Der Rosenbaum-Golem - Gerd Scherm
Der Offizier aus Geschichte 2 machte einen Witz über das Elefantentor - welches hier nun feierlich eingeweiht wird. Auch der schon einmal erwähnte Kriminalkommissar Feldner darf erneut auftreten. Denn eine der Weißkopf N27-Flugzeuge der Aeronauten Staffel der Kaiserlichen Adler Ritter ist in das Kamelgehege des Tierparks abgeschmiert und anschließend explodierte der Dampfkessel.
Der Puppenspieler - Felix Woitkowski
Gustav war ebenfalls am Elefantentor und hat dort mit seiner Marionette versucht ein paar Pfennig zu verdienen. Er wurde aber des Platzes verwiesen. Nachts arbeitet er für ‚Rosenbaum & Söhne' als Wachmann. Sein Leben ändert sich jedoch, als Alexej - der unheimlich eloquente Mann von Welt in sein Leben tritt. Begleitet wird diese Geschichte auf einem Dampforchester.

Wien
Die Weltmaschine - Andreas Gruber
Schöne Seitenhiebe auf England und ihr Maß aller Dinge des Zeitalters. Österreich-Ungarn hält sich für viel toller. Moritz geht seine Post und Depeschen durch, darunter ein Flugblatt welches vor einer drohenden Eiszeit droht. Als ob dies sein größtes Problem wäre neben den ominösen ‚Erdbeben‘ und eingestellter Zahlungsmittel und Mahnungen. Aber um schwarze Löcher zu erschaffen nimmt dieser Wissenschaftler so einiges in Kauf.
Die Sache mit Valentin - Claudia Hornung
Max lebt mit anderen streunenden Kindern bei Agnes in der Theaterrequisite. Doch während Wien mehrere grollende Erdbeben heimsuchen zerfällt ihre kleine zusammen gewürfelte Familie Stück für Stück.
Die neue Eiszeit - Nina Horvath
Unbekannte Langzeitfolgen durch Rußpartikel in der guten Wiener Luft? Was kann man dagegen unternehmen? Na erstmal einen Aufstand proben, denkt sich Leopold, der Student. Emese steht als Tochter eben jener Dampfbetriebe auf der anderen Seite und hat ihren Platz in der Welt noch nicht so ganz gefunden.
Das Dampftaxi - Stefan Cernohuby
Andreas Binder, eben jener Taxifahrer aus der Geschichte zuvor, auch der Stern vom Dampftaxi von vor 2 Geschichten, wird aufgegriffen und rundet die ganz Atmosphäre der Wiener Geschichten ab. Vorgegriffen wird allerdings nach München, nicht nach Hamburg.

Halbzeit:
Gegen Ende des 19.Jahrhunderts wurde das Oktoberfest übrigens vorverlegt in den September, in wie weit also hier korrekt recherchiert ist, kann ich jetzt nicht 100% sagen. Aber generell habe ich stichprobenartig (zB bei der Enthüllung des Elefantentors) gesuchmaschint und kann sagen, dass es mir sehr gefällt wie ordentlich hier in allen Geschichten gearbeitet worden ist. Hervorragend auch, dass die Geschichten sich gegenseitig beeinflussen. Schade finde ich jedoch, Erik’s Plakat/ Erik in Person nirgends zu erspähen. Platz wäre hier und dort dafür gewesen und hätte alles NOCH schöner abgerundet. Weiter fällt mir auf, dass es nur wenige bis gar keine stilistischen Unterschiede gibt. Alles fühlt sich gleich interessant an und gibt einen wie erwarteten Einblick in eine alternative Entwicklung.

Hamburg
Exotische Intrigen - Sylke Brandt
Nach all den Geschichten die irgendwie unaufgelöst erscheinen und von denen man denkt: Oh, was passiert damit denn jetzt - haben wir es diesmal mit einem Sonder Ermittler Duo beiderlei Geschlechts zu tun, welche einer penetranten Nachtblühende Orchidaceae auf die Schliche kommen, die im Schlafzimmer des Herrn von Porst nach Geheimnissen delikater Art trachtet.
Kesselchen - Philipp Bobrowski
Ich hab es ja wirklich noch NIE mit Autorennen gehabt. Und da sind Kesselchen dann auch keine Option für mich. Und das Fräulein von Paapen schon gar nicht! Geht das hier auch zu Tee-ee? NEIN, lasst vom Tee lieber die Finger. Das Ende kam mir viel zu nachgereicht und abgehackt daher.
Die Luft der Freiheit - Chris Schlicht
Das sind doch mal Jungs die in jeden Steampunk gehören. Luftschiffkapitän: Brantrup und Ingenieur: Thure! Das war eine Super-Rache-Aktion, die Marianne sich da ausgedacht hat, auch wenn in der Kürze einfach alles viel zu glatt lief. Auf Nach Wien - oder zurück?

München
Minimale Chancen - Michael Wozonig
Lotti lebt scheinbar mitten im Schrottplatz und soll einen SpringHeeledJack basteln. Eine Herausforderung: Nicht nur für die Tüftlerin, sondern auch für ihren Auftraggeber Bruno. Der nach überstandenen Verletzungen glatt mal nach England eingeladen wird.
Raketen und Revoluzzer - Damian Wolfe
Das Fräulein Lotti auf der Wiesn, Zeppelin gucken. Nur gucken? Nicht doch! Denn da ist ja noch Xaver und das Katastrophen-Feuerwerk.
Der Automaten-Imbiss - Marco Ansing
Wir bleiben weiterhin auf der Wiesn und erwarten den Kaiser, zünftig an einem Hendlstand nebst Brezn. Es geht um einen Mord, Äffchen, eine Komissarin und Wunderwerke der Technik.
Das Trambahnritzenreinigungsweiberl - Simone Edelberg
Die letzte Geschichte rutscht dann mal fort vom Festplatz und kümmert sich um die Belange der Damen. Die schlichtweg Angst um ihre Anstellungen haben und in den Streik treten.

Fazit:

 
Das macht hier für jeden Autor circa 10 bis 20 Seiten Platz um ihre Aussage und ihre Vorstellung des deutsch-sprachigen Szenerien zu platzieren. Das ist wirklich nicht viel um mit ihren Alternativen zu überzeugen. Die zwei schönsten Titel in dieser Anthologie sind: „Kesselchen“ und „Das Trambahnritzenreinigungsweiberl“.
Meine Favoriten vom Inhalt her sind aber:
„Exotische Intrigen“ und der „Prolog".

Wobei das echt schwer ist, sich auf EINE festzulegen in diesem Fall, da sie miteinander verknüpft sind und zusammen hängen! Das ist schon ein beachtliches Stück Leistung. Sehr schade aber, dass es am Ende nur ein Nachwort und keine ausklingende Geschichte gab. Ich hätte Erik gern noch einmal gesehen um das ganze Buch in einen Umschlag zu fassen. Wie schon im Zwischenstopp erwähnt, hätte es sich auch einfach angeboten ihn überall mal auftauchen zu lassen, aber ich hab’ ihn leider nicht gesehen - wenn er denn da war. Zum Cover möchte ich sagen, es sieht im Internet wesentlich ansprechender aus als in der gedruckten Ausgabe. Ich finde der Titel geht unter, ebenso wie die kleinen Bildchen in den Ecken. Zu herausstechend ist das ‚Kreuz‘ mitsamt der ‚Rundung‘ in der Mitte.

Klar ist aber eins: In Deutschland gibt es viele wundervolle Ecken um im Steampunk-Bereich anzusetzen! Das sollte wirklich mal mehr genutzt werden! London kann ja jeder *zwinker*. Und hier ist alles dabei: Ermittler, Luftschiffe, Zeitsprünge, Tüftler und Dampf. So wie es sich gehört! Mal haargenau aus der Historie gemopst oder angelehnt, mal ihrer Zeit voraus gegriffen oder mit ein bisschen Weiterentwicklung gemixt. Ein Hoch auf die Phantasie! Die Autoren haben hier alle zusammen eine sehr gute Leistung abgeliefert. Da in einer Sammlung aber nicht alles immer den Geschmack trifft:
Source: lesekatzen.blogspot.de/2015/06/rezension-von-feuer-und-dampf.html
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