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review 2017-08-14 17:11
Radikal böser Dracula-Roman
SHIFTERS - Radikal böse - John Pelan,Edward Lee

Bestialische Morde geschehen in San Francisco. Bisswunden deuten auf Kannibalismus hin. Doch Captain Jack Cordesman ist dank einiger roter Haare am Tatort der blutigen Wahrheit auf der Spur.

Bei „Shifters. Radikal böse“ handelt es sich um eine großartige, moderne Dracula-Adaption. Meiner Meinung nach liegt das Hauptthema eindeutig beim Vampirismus, wobei die zugehörigen Elemente wie unerklärliche Wollust sowie Begierde, die Faszination der Dunkelheit und die makellose Schönheit des unstillbaren Blutdursts etwas extremer vertreten sind.

Zu Beginn werden etliche Figuren eingeführt, was mir zuerst die Orientierung in der Geschichte erschwert hat. Grob gesehen sind wohl diese Charaktere am wichtigsten:

Es gibt die rothaarige Frau von vollkommener Schönheit, die episodenhaft von ihrer Existenz berichtet. Dabei geht sie auf ihre Vergangenheit genauso wie auf ihre Gegenwart ein und gerade zu Beginn fiel es schwer, sie einzuordnen.

Locke ist ein distanzierten Dichter, der sein Herz an eine Frau verloren hat und nun mit seinem Liebeskummer kämpft. 

Und natürlich gibt es Captain Jack Cordesman, den Ermittler, der meinem Gefühl nach nur eine Nebenfigur ist. Er beschäftigt sich mit den großen Philosophen und ist ein gestandener Cop.

Daneben werden zahlreiche Randfiguren eingeführt, die relativ rasch wieder verschwinden. Trotzdem haben allesamt Tiefe bekommen und jede einzelne davon hat auf mich glaubwürdig gewirkt.

Die vielen Perspektivenwechsel lassen den Leser im Dunkeln tappen, allerdings bringen sie eine faszinierende Dynamik und Anspannung in die Handlung rein, wodurch ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. 

Wermutstropfen sind für mich die poetischen Abschnitte, die bei Locke immer wieder in den Vordergrund rücken. Seinen Gedichten wird viel Raum gegeben und ich bin ein Mensch, der mit Poesie nicht viel anfangen kann.

Der mystische Rahmen um den Vampirismus wird in all seinen Facetten beschrieben. Hier sind etliche Hardcore-Szenen dabei, die sich zarte Gemüter nicht antun dürfen. Oft ist es sexy, gespenstisch und so richtig ekelhaft. 

„Sie erschufen Dinge, die uns bis hinab in unsere primitivsten Gene Angst machten.“ (S. 338 - 339)

Cordesmans Ermittlungen holen einen immer wieder in die Realität zurück, während man bei den anderen Abschnitten in eine dunkle, blutige Welt abdriftet. Das finde ich sehr gelungen beschrieben, weil ich es gern mag, wenn die Realität auf das Außergewöhnliche trifft.

Einige Entwicklungen waren mir zu philosophisch angehaucht oder sind mir zu schnell aus der Handlung entschwunden. Trotzdem es ist ein Vampir-Roman mit Hand und Fuß, der mich mit seiner radikal bösen Stimmung von Anfang an gefangen hat.

Alles in allem lässt sich „Shifters. Radikal böse“ extrem gut lesen und hat einen Horror-Splatter-Schliff vom Feinsten. Demzufolge kann ich es an Horror- , Splatter- und Vampir-Freunde absolut weiterempfehlen.

Source: zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at
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text 2017-07-26 11:36
Erster Satz | Kai Erik: Das böse Buch
Das böse Buch: Thriller - Kai-Erik Peiponen,Thorsten Alms

Während der dreißig Jahre, die Mickel Backman an der Åbo Akademie gelebt und gelehrt hatte, war der Etat für das Literaturwissenschaftliche Institut ständig gekürzt worden. 

 

Die schlechte Wirtschaftslage hatte die ganze Universität in Mitleidenschaft gezogen, aber ganz besonders die kleinen Institute und die weichen Fächer. Als Hochschullehrer hatte sich Mickel vor dem Fakultätsrat den Mund darüber fusselig geredet, dass dieser Abbau zu einer Oberflächlichkeit führte, die den Sinn und Zweck der Literaturwissenschaften aushöhlte. Alle hörten zu und nickten und murmelten Zustimmung, aber der Druck zu mehr Effektivität und schnelleren Abschlüssen kam von oben und nahm kein Fach aus. 

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review 2017-04-26 19:31
Ein böser Spannungsroman
Ich bin böse: Psychologischer Spannungsroman - Ali Land,Sonja Hauser

Milly ist 15 und wird in einer Pflegefamilie untergebracht. Ihre wahre Identität muss verborgen bleiben, weil ihre Mutter eine Serienmörderin ist und diese dank Milly gefasst werden konnte. Die Gerichtsverhandlung steht bevor und Milly kämpft mit ihrem schlechten Gewissen, weil sie sich selbst die Schuld an den Todesfällen gibt. Gleichzeitig wird ihr das Leben von Phoebe - der leiblichen Tochter der Pflegeeltern - so richtig schwer gemacht. Doch Phoebe weiß nicht, dass auch Milly böse sein kann …

Im Vordergrund steht Protagonistin Milly und wie sie sich an einem Start in ein normales Leben versucht. Der Prozess der Mutter steht bevor und sie setzt alles daran, so gut wie möglich vorbereitet zu sein. Dabei strebt sie danach, ihren Platz in der Welt zu finden und tut sich aufgrund ihrer Vorgeschichte etwas schwer, mit anderen Menschen umzugehen.

Milly ist sehr speziell. Sie ist bei einer Serienmörderin aufgewachsen und hat damit zutun, ein „normaler“ Mensch zu werden. Ihren redlichen Bemühungen zum Trotz macht ihr Pflegeschwester Phoebe das Leben sehr schwer, weil sie ein Biest ist, wie man ihm nicht begegnen will.

Zickenterror, Mobbing und Schikane stehen fortan auf Millys Tagesordnung, doch keiner weiß, dass sie die Tochter einer Serienmörderin ist, die schon schlimmere Dinge als dieses pubertäre Verhalten ertragen hat.

Milly hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Sie ist eine Protagonistin, die durch ihr authentisches Wesen vom ersten Augenblick an neugierig macht. Man nimmt an ihren Gedanken und Gefühlen teil, merkt, wenn sie sich überfordert fühlt oder nicht so recht weiß, wie sie sich verhalten soll. Außerdem sieht man, dass Milly ihr schlechtes Gewissen quält und trotzdem lässt sie sich nicht in die Karte schauen.

Diese Sicht schafft eine unterschwellige Angespanntheit, weil man zwar Millys Perspektive einnimmt, sie sich jedoch direkt an ihre Mutter wendet. Dabei wird zwischen direkter und indirekter Ansprache gewechselt, was zwar etwas gewöhnungsbedürftig aber dennoch sehr faszinierend ist. Denn Milly spricht ihre Mutter immer wieder direkt an und gibt oft nur dezente Hinweise, was vor dem Aufenthalt in der Pflegefamilie geschehen ist. So dauert es sehr lange, bis man sämtliche Puzzleteile zu einem Gesamtbild vereint, was von Anfang bis Ende die Spannung hält. 

Zudem erhält man Einblicke in diese Pflegefamilie, der man eigentlich kein Kind anvertrauen würde. Warum ich zu diesem Urteil komme, sollte aber beim Lesen selbst entdeckt werden.

Abstriche gibt es nur, weil mir manche Situationen zu unspektakulär waren, von denen ich mir mehr Informationen und Aufschluss erwartet hatte. Zwar ist der Roman trotzdem sehr gelungen, aber bei bestimmten Szenen hätte ich mir doch ein bisschen mehr Aufklärung gewünscht.

Das Ende ist wahnsinnig gut. Obwohl es nicht besonders überraschend kam, hat Millys Geschichte einen runden Abschluss gefunden, der mich richtig begeistert hat.

Ali Land hat meiner Meinung nach einen außergewöhnlichen Spannungsroman geschrieben, der den Leser von Anfang bis Ende fesseln kann. Wer sich schon einmal gefragt hat, wie es den Kindern von Serienmördern ergeht, ruhige Spannung und einen interessanten Erzählstil mag, hat mit „Ich bin böse“ einen Pageturner gefunden, der bestimmt noch viele Leser für sich einnehmen wird. 

Source: zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at
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review 2017-04-25 18:09
AB Negative
AB Negative - Kevin P Thornton,Robert Bose,Shona Jayne Barnard,R. Overwater,Al Onia,S.G. Wong,Brent Nichols,Axel Howerton,Axel Howerton,Susan Calder,Therese Greenwood,Randy McCharles,Sharon Wildwind,Dwayne E. Clayden,Janice Macdonald

A solid little collection of short stories in the mystery and noir genres.  I have the pleasure of being familiar with several of the authors because of a writers & readers conference that I attend here in Calgary each August. 

 

With short stories, I often find myself wishing that they were longer and more detailed—several of these stories would, in my opinion, have been better suited to novel-length works, or at least novellas.  As with most short story collections, some appealed to me more than others.

 

It was refreshing to read stories set in my home province and, in some cases, in my own city.  I also give kudos for the very clever title of the volume (AB is the abbreviation for Alberta, dovetailing nicely with the blood group).

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review 2017-03-05 12:54
Welchen Einfluss hat die Genetik
Ich bin böse: Psychologischer Spannungsroman - Ali Land,Sonja Hauser

Inhaltsangabe

Die 15-jährige Milly wächst schwer traumatisiert in einer Pflegefamilie auf. Eine neue Identität soll alle Spuren zu ihrer Vergangenheit verwischen. Denn Milly ist die Tochter einer Serienmörderin. Und diese konnte nur gefasst werden, weil Milly der Polizei entscheidende Hinweise gegeben hatte. Jetzt wird ihrer Mutter der Prozess gemacht, und Milly wird plötzlich von Gewissensbissen heimgesucht. In ihrer Pflegefamilie findet das Mädchen keine Unterstützung, um diese schwere Zeit zu überstehen – im Gegenteil: Phoebe, die leibliche Tochter, hasst Milly von ganzem Herzen und versucht mit allen Mitteln, ihr das Leben so schwer wie möglich zu machen. Und damit weckt sie in Milly eine verborgene Seite. Eine böse Seite. Denn Milly ist die Tochter ihrer Mutter...

 

 

Meine Meinung 

Dieses Thema ist nicht neu in der Buchwelt und dennoch interessiert es mich immer wieder. Optisch erscheint das Buch recht unauffällig, auf den zweiten Blick mag ich es aber wirklich sehr. Der Klappentext brauchte für mich persönlich nur das Wort Serienmörderin und schon war der Plan gefasst, dass ich es unbedingt lesen möchte.

 

Den Roman habe ich mit einigen anderen Bloggerkolleginnen gelesen und nehme dies als positiven Effekt mit, denn dieser Roman hat sich unheimlich gut gemacht, um sich mit anderen auszutauschen und zu diskutieren. Man bekommt durch andere Meinungen immer nochmal einen anderen Blick auf das Buch, so war es auch hier.

 

An vorderster Stelle steht natürlich die junge Milly, welche einen großen Schritt getan hat, sich gegen ihre Mutter gestellt hat und diese der Polizei überlieferte.

Ein Hilfeschrei!

Der große Prozess gegen ihre Mutter steht bevor und Milly versucht sich so gut, wie es geht darauf vorzubereiten. Im Verlauf des Buches und das macht es spannend, fragt man sich allerdings die ganze Zeit, ob Milly diesen Schritt immer noch für richtig hält oder diesen bereut. Immer wieder spricht sie zu ihrer Mutter oder teilt ihre Gedanken mit ihr.

Das gesamte Buch wird aus Millys Perspektive erzählt, somit war ich ihr während des Lesens auch immer am nähesten. Ihr Charakter ist geheimnisvoll, irritierend, beeinflussend und überraschend.

Ihre größte Angst ist es, trotz neuer Identität, neuer Familie und einem damit verbundenen neuen Leben so zu werden wie ihre Mutter, eine Mörderin.

 

Nach einem längeren Aufenthalt in einer Klinik hofft sie in der Familie des Psychologen Mike Hilfe und Halt zu bekommen, doch die Eingewöhnungsphase verläuft alles andere als glatt.

Mike scheint Milly nicht nur aus Nächstenliebe bei sich aufzunehmen, seine Frau Saskia ist mit sich überhaupt nicht im Reinen und deren Tochter Phoebe intrigiert sowohl zu Hause, als auch in der Schule gegen Milly.

Doch Milly will kein Opfer sein.

 

Zeigt Milly Seiten, die der ihrer Mutter ähneln?

Oder kann sie sich aus diesem Teufelskreis Genetik entwinden?

 

Bei „Ich bin böse“ handelt es sich um einen psychologischen Spannungsroman und hier trifft es die Autorin auf den Kopf. Es ist ein Roman mit einem guten, aber eher unterschwelligen Spannungsbogen. Hier erwartet einen also genau das, was draufsteht.

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Ein Punkt, der für viele Leser wichtig ist, so auch für mich ist der Schreibstil. Ali Land versuchte hier ihre ganz eigene Note reinzubringen, was manch einem Leser mit Sicherheit gefällt. Mich selbst brachte vor allem der häufige Wechsel zwischen direkter und indirekter Rede immer wieder aus dem Lesefluss und es kam zu Abrissen von Gedankengängen.

 

Mein Fazit

Mit „Ich bin böse“ erschafft die Autorin ein besonderes Buch, welches ein interessantes Thema, eine tiefgründige Protagonistin und einen spannenden Verlauf mit sich bringt. Zudem macht Ali Land die Leser sehr neugierig auf ihre literarischen Inspirationen, wie „Herr der Fliegen“ von William Golding oder auch „Die Wespenfabrik“ von Iain Banks.

 

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