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review 2013-10-06 19:27
Claire Winter - Die Schwestern von Sherwood
Die Schwestern von Sherwood - Claire Winter

Klappentext von der Verlagsseite:

Eine geheime Botschaft, eine verbotene Liebe, eine tödliche Schuld

1948: Die angehende Journalistin Melinda kämpft im Nachkriegsberlin ums tägliche Überleben, als sie von einem anonymen Absender ein rätselhaftes Paket erhält. Die Bilder einer mystischen Moorlandschaft und eine ungewöhnliche Schachfigur führen die junge Frau nach England, zu einem geheimnisvollen alten Herrenhaus. Dort stößt Melinda auf die dramatische Liebesgeschichte zweier Schwestern im letzten Jahrhundert, die sehr viel mehr mit ihrem eigenen Leben zu tun hat, als sie zunächst ahnt …

England 1881: Nach vielen entbehrungsreichen Jahren hat es Elisabeth Sherwood zusammen mit ihrem Mann John zu Geld und einem wunderbaren Anwesen in Devon gebracht. Nun sollen ihre Töchter Cathleen und Amalia ihr die Türen zur besseren englischen Gesellschaft öffnen. Als Amalia nach einer schweren Scharlacherkrankung taub wird, richtet die Mutter all ihren Ehrgeiz auf Cathleen und arrangiert eine Heirat mit Lord Edward Hampton, Sohn einer verarmten Aristokratenfamilie. Auch Amalia kennt den jungen Lord. Sie begegnet ihm häufig im einsamen Dartmoor, wo sie ausgedehnte Spaziergänge unternimmt und stundenlang malt. Zwischen den beiden entspinnt sich eine leidenschaftliche Liebesbeziehung. Dann verschwindet Amalia plötzlich. Sie sei im Moor tödlich verunglückt, heißt es. Edward und Cathleen heiraten, doch ihre Familien sind gezeichnet von dem Unglück, das mit dem Verlust Amalias über sie hereingebrochen ist, und von der Schuld, die ein jeder von ihnen auf sich geladen hat …

 

Autoreninfo von der Verlagsseite:

Claire Winter studierte Literaturwissenschaften und arbeitete einige Jahre als Journalistin, bevor sie entschied, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sie liebt es, in fremde Welten einzutauchen und hat schon immer eine Schwäche für die mystischen Landschaften Englands und Schottlands gehabt. Die Autorin lebt heute in Berlin.

 

Erster Satz:
Es waren nur wenige Bilder von damals im Kopf.

 

Inhalt:

Melinda, eine junge Deutsche mit englischen Wurzeln, lebt im Nachkriegs-Berlin 1948. Die Stadt ist noch ausgebombt und sie lebt zur Untermiete bei einem älteren Ehepaar. Während sie versucht ihr Leben nach der Trennung von ihrem Verlobten in geordnete Bahnen zu bekommen, erhält sie ein ominöses Paket ohne Absender. Es enthält Bilder von einer unwirklichen Landschaft, Liebesbriefe eines jungen Mannes und eine rote Schachfigur. Sie wundert sich, wer ihr so ein Paket zukommen lässt und macht sich auf eine Reise in die Vergangenheit.
In Dartmoor 1881 erkrankt Amalia an Scharlach und verliert ihr Gehör. Ihre Mutter, Elizabeth Sherwood sieht durch die Taubheit ihrer Tochter, den Weg in die bessere Gesellschaft für sich und ihrer Tochter Cathleen versperrt. So ist fortan Cathleen der ganze Stolz der Familie und wird als sie alt genug ist in die Gesellschaft eingeführt. Amalia hingegen verbringt ihre Zeit nun mit Spaziergängen ins Moor und dort lernt sie einen jungen Mann kennen und lieben. Aber bei einem heftigen Unwetter kommt Amalia im Moor ums Leben.

 

Aufbau:

Die Hardcover-Ausgabe beginnt mit einem Prolog und  147 kurzen Kapiteln, hinzu kommt eine Danksagung und Anmerkungen der Autorin. Des weiteren findet man im Innenteil des Hardcovers eine Landkarte von Mitteleuropa in der Nachkriegszeit.

 

Meinung:
Die Optik des Buches zieht den Leser direkt in den Bann. Das Cover ist sehr stimmig gehalten. Das alte Herrenhaus, Efeu, einen Brief in alter Schrift und Blüten geben einen ersten Eindruck vom Inhalt des Buches. Ich konnte es daraufhin gar nicht mehr erwarten in die Geschichte einzutauchen. Ein weiteres Highlight erwartete mich dann beim Aufklappen des Buchdeckels auf der Innenseite befindet sich eine Landkarte von Mitteleuropa nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Deutschland ist in die vier Besatzungsszonen eingeteilt und alle wichtigen Orte der englischen Handlung findet der Leser auf der Karte wieder.

Neben den optischen Highlights besticht es durch die Art des Erzählens. Der allwissende Erzähler erzählt in zwei verschiedenen Erzählsträngen zum einen die Geschichte von Amalia und Cathleen im Jahr 1881 und den darauf folgenden Jahren und zum anderen Melindas Suche nach dem Ursprung des Pakets und die Hintergründe dazu im Jahr 1948 und folgende. Die wechselnden Erzähl- und damit auch Zeitsprünge geben dem Leser einen guten Einblick in das Geschehen und man ist immer ein Stückchen weiter als Melinda, die vieles erst noch erfahren muss.

Gerade wie Claire Winter Amalias Situation und den Weg beschreibt den sie als taubes Mädchen bzw. als junge Frau gehen muss, hat mich sehr berührt. Die Art und Weise wie Amalia sich mit Cathleen verständigt, ist ein erster Weg zur Zeichensprache, die sie allerdings im Beisein ihrer Eltern immer wieder unterdrücken muss, da sie für diese einfach nur befremdlich wirkt und sie es für schwachsinnig halten. Ihnen wäre es lieber, wenn sie Lippenlesen lernen würde und versuchen würde zu sprechen. Aber dies ist für Amalia der Horror. In genau diesen Punkten ist mir Elizabeth Sherwood, die aus armen Verhältnissen stammt, und ihr Mann John unsympathisch. Für sie ist Amalia nur ein Makel, der sie auf dem Weg in die bessere Gesellschaft behindert. Das dies mit einiger Sicherheit damals auch der Fall gewesen sein mag, ist aber nicht der alleinige Grund dafür, dass sich der ansässige Landadel schwer mit den Sherwoods tut. Denn man merkt viel zu sehr wie sie sich anbiedern und etwas besseres sein zu wollen, dabei aber in den Augen des Landadels ihre Herkunft verbessern. Elizabeth Sherwood erkennt dies aber nicht und schmiedet weiter ihre Ränke. Auch mit John Sherwood konnte ich im Laufe der Handlung nicht viel anfangen, ein Lebemann, der durch harte Arbeit zu viel Geld gekommen ist, aber zu Hause ganz unter dem Scheffel seiner Frau steht und ihr alles überlässt. Die einzige Person neben Amalia, die ich bei den Sherwoods ins Herz geschlossen habe, ist Cathleen, die nun ihrerseits die überzogenen Ansprüche der Mutter erfüllen muss. Sie ist eine herzensguter Mensch und versucht ihrer Schwester Amalia, mit der sie ein inneres Band verbindet bei zu stehen.  Dann wäre da noch ein weiterer wesentlicher Charakter aus der Vergangenheit: Lord Hampton. Ein Lebemann mit einiger Sicherheit, der aber auch sein Herz an die junge Amalia verliert und sich nur schweren Herzens den Widrigkeiten des Lebens unterwirft. Er leidet darunter und dies merkt man auch als Leser.
Claire Winter gelingt es ohne weiteres den Leser durch die gute Darstellung ihrer Protagonisten in den Bann zu ziehen, man leidet und man liebt mit den Charakteren.

Neben dem historischen Erzählstrang gibt es wie bereits erwähnt einen weiteren mit Melinda im Jahr 1948. Auch dieser ist gut durchdacht, man erfährt einiges über das Leben in Deutschland nach dem Krieg. Die Einquartierung der Ausgebombten bei fremden Menschen, die Lebensmittelknappheit, die zerstörten Straßen, die Besatzungsmächte und die Anfänge der Berlin Blockade.
Gerade diese bildhafte Beschreibung der Zeit machte es mir leicht der Handlung zu folgen, teilweise hatte ich das Gefühl durch das zerbombte Berlin zu laufen oder mich mit Melinda in der Zeitungsredaktion bzw. in der britischen Kommandantur zu befinden.
In diesen unsicheren Zeiten macht sich Melinda auf die Spur des Pakets. Sie bekommt die Möglichkeit einen Journalistenlehrgang in London zu machen und kommt so nach und nach auf die Spur des Pakets. Die Recherche und die Schwierigkeiten, die in England und im Dartmoor auftreten haben stückweit schon Krimicharakter und war sehr gut gemacht.

Beide Handlungsstränge laufen aufeinander zu und durch die ständigen Wechsel bleibt es spannend, wie oft ich bereits dachte, so muss es gewesen sein und das ist jetzt die Lösung, kann ich gar nicht mehr sagen. Immer wieder setzte Claire Winter noch eins drauf und somit blieb die Spannung bis zum Schluss erhalten.

 

Fazit

“Die Schwestern von Sherwood” ist ein spannender historischer Roman, der durch den bildhaften Erzählstil von Claire Winter und einen spannend konstruierten Handlung begeistert.

 

Buchinfo:
Claire Winter – Die Schwestern von Sherwood
Hardcover 576 Seiten
Diana-Verlag 2013
ISBN-13: 978-3-453-29140-9
Preis: 19,99  €

Source: woerterkatze.wordpress.com/2013/07/09/claire-winter-die-schwestern-von-sherwood
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review 2013-05-26 00:00
The People's Will - Jasper Kent The fourth in the Danilov Quintet series by Kent.You will have to strap your extra memory cells on for this because it is packed full of names, dates and places set in Russia. That means at least triple names for every character or reference to a person in history. At times I thought this was to the detriment of the story, because the reader spends half their time reading one name after the other, and I am sure first names would have sufficed after a few chapters.Then the who is related to whom and family friends saga, which also took up a good quarter of the book.Hidden in the midst of all this is a vampire story linked to the historical events of the group called the People's Will. The group that planned and succeeded in the assassination of Alexander II of Russia. I should say that the vampire story is one that has taken place over the last four parts of the series and the various characters are linked to different events throughout history. This one just happens to enfold around the events of the group The People's Will.As I mentioned before, I felt there was far too much explaining of who is what to whom and why. It burdened down the vampire plot, which had its moments, especially when it came to escape and survival techniques of the vampire. This was also the case when it came to the secondary plot of the assassination. It just sank into obscurity amongst all the explanations about subsequent family relationships.I would like to read a Kent without the main focus being who is and instead I would prefer what is. I received a free copy of this book via Netgalley.
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review 2010-10-16 00:00
Selections from James Boswell's Life of Samuel Johnson - James Boswell,R.W. Chapman Okay, this is probably close enough to the edition I read on DailyLit. I understand and appreciate this biography's historical import in terms of the way biographies are constructed, just as I appreciate the ways in which Proust, Joyce, Stein, and Woolf altered the shape and focus of the novel. However, I find that I love neither Boswell, who seems to be a sycophantic toady, nor Johnson, so many of whose bon mots are merely forms of insult and aspersion. This quickly wore on me and soon became unbearably tedious. I'd have preferred to read much more about Johnson's construction of the dictionary, a still-topical subject that has a great advantage over obscure, class-riddled jibes at the expense of many, many other people. Let us not refer to male privilege, pray let us not.
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review 2010-02-06 00:00
A Life of Picasso: The Prodigy, 1881-1906 - John Richardson Let me try to be a bit more coherent.

First, there is a nice on-line collection of Picasso's complete works (and much, much more) at this site:
http://picasso.tamu.edu/

The first volume of this biography covers the years 1881-1906 (but really goes through 1907): Picasso's youth, his early years in Paris, Blue Period, Rose Period, the remarkable sojourn at Gósol -- his dealings with Apollinaire, Alfred Jarry (who Picasso actually did not ever meet), the Steins, Matisse -- and his passion (via Paco Durrio) for Gauguin and El Greco. These are the years of Fernande Olivier, his first mistress. The book, which runs to near 500 large, beautifully pages, must contain well over 2,000 photos -- mainly of Picasso's many drawing, paintings, sculptures, sketchbooks -- but also of the works of those who influenced him. The photographs are integrated into Richardson's text such that the book is, in effect, a prolonged meditation on the origins of Modern Art. One can "see", for example, through the juxtaposition of photographs, the influence of an El Greco or of a particular landscape on this or that work of Picasso's. It is thus a fabulous book -- at least for one, like myself, who knows so little about the topic.

There are times, as I said earlier, when Richardson seems to engage in the biographical fallacy. His discussion of "La Vie", for instance, focuses on Picasso's use of the head of Casagemas (the friend of Picasso's youth who committed suicide) in the final version, in place of his own (which had appeared in the earlier sketches) --- and gives an interpretation of a biographical interpretation of the picture which is clearly erroneous.

image
(La Vie. 1903. Oil on Canvass. Cleveland Museum of Art)

In fact, the picture shows a woman in the four seasons of her life: Spring (on the left), Summer (w/ child, on the right); deep Autumn and t hen Winter (death) on the top and bottom -- in the manner (as Richardson does help to point out) of a Tarot reading. Richardson, I think, does not recognize that the same woman is depicted throughout. Likewise, in the Saltimbanques, he does not see that the four male figures groped on the left are really two -- Picasso in his maturity and in his youth (on the far right of this grouping), and a mature (and younger) el Tio Pepe (in the center). As with La Vie, one can see it in the eyes… Assuming this is correct, the girl with her back to the viewer (in the lefthand grouping) is presumably the Fernande of the portrait (on the far right) as a young girl. In all of this, one sees Picasso's growing obsession with death.

image
(The Saltimbanques. 1905. Oil on Canvass. National Gallery of Art, Washington DC)


What I found most striking in all of these photos -- and what I had not understand about Picasso -- was that he was first and foremost a master of drawing -- a draughtsman -- and that everything else is secondary. In fact, in commenting on Matisse's remarkable La Bonheur de Vivre and the Fauve use of color -- Picasso says perceptively that he (Picasso) always used color as an additive -- that he began with drawings, and then added the color like salt into a soup…; but that Matisse began with color, that was in search of form ("I've mastered drawing and am looking for colour; you've mastered colour and are looking for drawing" (I.417).

The most serious drawback is that none of the prints in this volume are in color. I have purchased both a paperback AND a hardbound edition -- and neither have color. The hardbound edition of vol. III DOES have some color plates -- but for vols. I and II, the paperback is adequate.

Unfortunately, Richardson does not use the standard catalogue numbers, and so one must look them up simply by year. I have found one marvelous sketch in the book [1900:], from a private collection, which I cannot locate on the website: a self-portrait of Picasso in a raincoat, carrying easel and brushes, but looking like a gangster with a submachine gun…. and bearing the inscription "Paulus Ruiz Picasso Pictor en misere humane"





(In reading this book, the first thing I noticed were its flaws. In dealing with the painter's early life, I felt that there was a certain lack of depth and nuance...; the author seems often to be guilty of the biographical fallacy. But as I continued reading, I began to feel the power of the subject taking shape... and form... and to see the character of the painter deepening before my eyes.... as he matures.

More importantly..., the writing itself is in some respects almost secondary -- as the book is adorned, on every page -- with anywhere from 2 or 3 to 5 or 6 different plates, mostly (but not exclusively) of Picasso's. These plates are integrated into the text -- not simply tossed onto the pages as random 'daubs' -- so that the narrative and the artistic development grow and expand in a fascinatingly interconnected fashion....

I am learning much not only about Picasso and his art - but about fin-de-siecle Spain, the Paris of Apollinaire and Modigliani and Gertude Stein... about impressionism, expressionism, surrealism... and, of special interest to me, about the development and 'mentalité' of the WWI generation -- many of whom moved from the avant-garde to the political right (like Salmon, Max Jacobs) -- and only a relatively few of whom ended up as committed anti-fascists. Picasso was one of those few..., and what it is that inoculated him is quite curious, indeed.)
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