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quote 2019-01-13 22:36
Erziehende Erwachsene leben möglichst häufig dasjenige gefühlsmäßige Verhalten im Umgang mit sich selbst, mit ihren Kindern und im Umgang mit anderen Menschen oder Gegenständen oder Ereignissen, das sie bei ihren Kindern und den späteren Erwachsenen als wertvoll wünschen. Wenn Erwachsene bei ihren Kindern jetzt und später Achtung, Wärme, Anteilnahme, einfühlendes Verstehen, Echtheit sowie Offenheit gegenüber ihrem eigenen Erleben wünschen, so ist eine der besten Bedingungen der Förderung dieser Vorgänge, daß sie diese selbst leben und von Kindern hierbei wahrgenommen werden. Nehmen dagegen Kinder und Jugendliche häufig bei Erwachsenen Mißachtung, Kälte, Härte, Verständnislosigkeit, Fassadenhaftigkeit und geringe Offenheit gegenüber ihrem eigenen Erleben wahr, so werden sie diese gefühlsmäßigen Vorgänge vermehrt lernen. Erziehende Erwachsene bemühen sich durch entsprechende Aktionen um gefühlsmäßig angemessenes Verhalten von Personen in Fernsehen, Filmen, auf Werbeplakaten. Heute nehmen Kinder und Jugendliche in diesen Medien häufig Profitstreben, Prestigedenken, Luxus u.ä. wahr. In Zeitschriften oder auf Plakaten wird für Nikotin-und Alkoholgebrauch geworben. Mit einem hohen Aufwand werden hier Millionen von Menschen zu einem gefühlsmäßig unangemessenen Verhalten beeinflußt. Wir sollten dies nicht schweigend hinnehmen.
Erziehungspsychologie. Begegnung Von Person Zu Person - Anne-Marie Tausch,Reinhard Tausch

Kap 2; 9%

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quote 2019-01-12 07:27
Selbst wenn Erwachsene meinen sollten, Geringschätzung, Gewalt, Mißachtung, Härte oder Verständnislosigkeit seien unmittelbarer „wirksam“, sie fördern dadurch bei Jugendlichen Härte, Mißachtung und Egoismus. Erwachsene selbst sind so eine nicht versiegende Quelle des Lernens von unerwünschtem aggressivem Verhalten für Kinder und Jugendliche. [...]
Erwachsene bemühen sich um eine erhebliche Verminderung von unsozialem aggressivem Verhalten in Fernsehen, Filmen, Zeitungen, Büchern, Plakaten. Die häufige und oft ausführliche Darbietung von aggressiven und kriminellen Akten in amerikanischen und zum Teil in deutschen Filmen und im Fernsehen, aus naiver Unkenntnis der Auswirkungen, aus Profitstreben oder aus Gleichgültigkeit, fördert in starkem Maße das Wahrnehmungslernen von aggressivem, unsozialem und kriminellem Verhalten.
Erziehungspsychologie. Begegnung Von Person Zu Person - Anne-Marie Tausch,Reinhard Tausch

Kap 2; 8%

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quote 2019-01-12 06:59
In der Erziehung kann prosoziales Verhalten wesentlich durch Wahrnehmungslernen gefördert werden, und zwar in folgender Weise: Erzieher und Lehrer verhalten sich gegenüber Kindern und Jugendlichen überwiegend prosozial. Leben sie die förderlichen zwischenmenschlichen Dimensionen und die Grundwerte menschlichen Zusammenlebens ihnen gegenüber, dann fördern sie erheblich das prosoziale Wahrnehmungslernen der Kinder. Erzieher und Lehrer behandeln also Kinder mit Achtung-Wärme-Anteilnahme. Sie bemühen sich, die innere Welt der Kinder zu verstehen und ihnen zuzuhören. Sie sind echt und fassadenfrei. Sie gewähren den Jugendlichen weitgehend Selbstbestimmung, engen sie nicht durch Dirigismus, Kontrolle und Lenkung ein. Sie fördern die psychische und körperliche Leistungsfähigkeit der Kinder und Jugendlichen. So können Kinder und Jugendliche häufig prosoziales Verhalten ihrer Lehrer und Erzieher wahrnehmen und lernen. Zugleich erfahren sie unmittelbar die befriedigenden Auswirkungen eines solchen Verhaltens.

Erzieher und Lehrer behandeln dritte Personen häufig prosozial und werden dabei von den Kindern wahrgenommen. Kinder sehen etwa ihre Eltern oder Lehrer im häufigen Einsatz für andere benachteiligte beeinträchtigte Personen, für Hilfesuchende oder Kranke. Sie sehen sie bei der Tätigkeit f ü r andere Menschen, in der Ehe, in Gruppen, in Institutionen. Sie sehen sie bei der Hilfe für intellektuell, emotional oder sozial benachteiligte Kinder. Kinder nehmen dann Erwacbsene mit geringer Egozentrik, geringem Luxus, geringem Profitstreben sowie geringem Prestigeverhalten wahr. Bedeutsam sind auch die wahrnehmbaren Lebensziele der Erwachsenen: Bestehen diese in fast ausschließlicher egozentrischer Fürsorge für das eigene Wohlergehen oder bestehen diese in deutlichen prosozialen Tätigkeiten f ü r andere?

Erzieher bemühen sich, daß Kinder und Jugendliche häufig andere Personen mit prosozialem Verhalten wahrnehmen. Sie ermöglichen ihnen Kontakt mit derartigen Personen, sie ermöglichen ihnen den leichten Zugang zu entsprechenden Büchern, Filmen oder Fernsehsendungen.

Erzieher ermöglichen Jugendlichen häufig Situationen, in denen diese pro-soziales Verhalten leben können. Dies geschieht etwa durch die Ermöglichung häufiger Kleingruppenarbeit in und außerhalb der Schule, Ermöglichung der Tutortätigkeit älterer Schüler für jüngere oder für intellektuell benachteiligte Schüler.

Erzieher bemühen sich um die Bekanntmachung prosozialen Verhaltens. Denn oft ist prosoziales Verhalten von Menschen wenig auffällig. Meist wird darüber weit weniger berichtet als über unsoziales aggressives Verhalten. Von zehntausenden prosozialen Hilfeleistungen und Aktivitäten wird in Zeitungen und im Fernsehen weniger berichtet als über eine einzige Gewalttätigkeit.
Erziehungspsychologie. Begegnung Von Person Zu Person - Anne-Marie Tausch,Reinhard Tausch

Kap. 2; 7%

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quote 2019-01-12 06:52
Die Auswirkungen der Wahrnehmung sprachlicher Darstellungen des Verhaltens legt die nachfolgende Untersuchung nahe. Sie zeigt ferner die Abhängigkeit des Wahrnehmungslernens davon, ob das wahrgenommene prosoziale Verhalten einer Person erfolgreich oder erfolglos ist. Kinder hörten ein Radioprogramm über die Verhinderung von Meutereien in einer Weltraumrakete durch einen Leiter. Eine Gruppe hörte eine Version, in welcher der gruppenorientierte sozialintegrative Leiter erfolgreich war und der autoritäre Führer erfolglos. Andere Kinder hörten die entgegengesetzte Version: Der gruppenorientierte sozialintegrative Leiter versagte und der autoritäre machtorientierte Leiter meisterte das Problem. Bei der Befragung bevorzugten Kinder jeweils den erfolgreichen Leiter. Sie begründeten dies mit seinen Charaktereigenschaften. Kooperativ-sozialintegratives oder autoritär-machtorientiertes Verhalten wurde als erstrebenswert und positiv angegeben, wenn sie einen Führer mit derartigen Eigenschaften als erfolgreich wahrgenommen hatten
Erziehungspsychologie. Begegnung Von Person Zu Person - Anne-Marie Tausch,Reinhard Tausch

Kap 2; 6%

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quote 2019-01-12 06:50
Unter Wahrnehmungslernen ist kein bewußtes Nachahmen zu verstehen, auch kein sog. Reflektieren über das wahrgenommene Verhalten. Es ist kein bewußtes willentliches Anstreben eines Vorbildes oder das Kopieren einer Rolle. Deshalb ist der Begriff Wahrnehmungslernen angemessener als die Begriffe Imitationslernen, Identifikationslernen, Nachahmungslernen.
Erziehungspsychologie. Begegnung Von Person Zu Person - Anne-Marie Tausch,Reinhard Tausch

Kap. 2; 6%

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