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review 2016-08-26 13:27
Die dunklen Schatten der Träume
The Diviners - Die dunklen Schatten der Träume -

New York, Ende der 20er-Jahre. Die USA ist den Diviners verfallen. Während sich im Untergrund das Böse zusammenbraut, drängen immer mehr übernatürlich begabte Personen in den Schein der Öffentlichkeit. Natürlich ist Evie O’Neill vorne dabei, die es sich mit ihrem Geltungsdrang nicht nehmen lässt, ganz New York mit ihren Kräften zu bezaubern und nebenher von einer Party zur nächsten hetzt.

Es handelt sich um Band 2 der Diviners-Reihe von Libba Bray. Während mich der Reihenauftakt nur mäßig für sich einnehmen konnte, habe ich diesmal so richtig begeistert das Buch zugeklappt.

Die Autorin hat ein außerordentlich komplexes Werk geschaffen, in dem sie sehr viele Themen kombiniert und mich mit einem rundherum stimmigen Bild auf der Stelle mitreissen konnte, sodass ich das Buch kaum weglegen konnte. 

Im Vordergrund stehen die aus Teil 1 bekannten Mystery-Elemente, die diesmal erweitert wurden. Gleichzeitig werden gesellschaftliche Wertvorstellungen, die Einwanderungsproblematik und die Ausgrenzung von Randgruppen thematisiert.

Erzählerischer Rahmen sind die Golden Twenties. Hier zeigt die Autorin ein atemberaubendes Talent, den Leser in diese Zeit zu versetzen. Nicht nur, dass man sich das New York dieser Zeit bildhaft vorstellen kann, sondern man bekommt sogar ein Gefühl dafür, was die Menschen damals bewegt hat. Denn mit der ersten Seite findet man sich im Flair dieser Zeit wieder: ausufernde Partys, Aufbruchsstimmung und der alles übergreifende Hang zur Maßlosigkeit sind genauso vertreten wie die moralischen Grenzen, weil sich zwar langsam viele Wertvorstellungen wandeln, doch trotzdem weit vom gegenwärtigen Niveau entfernt sind.

Hier nimmt Libba Bray die Beziehungsebene rein. Dabei hat es mir wahnsinnig gut gefallen, dass die Autorin nicht auf die Kitschdrüse drängt, sondern diese Beziehungen als Spiegel der 20er-Jahre darstellt. Zum Beispiel gibt es eine weiße Frau und einen schwarzen Mann sowie zwei Männer, auf die - realistisch betrachtet - in dieser Zeit keine hoffnungsvolle Zukunft wartet.

Dieser 2. Teil der Diviners ähnelt erneut einem Krimi und beinhaltet daher einen Fall, den es zu lösen gilt. Das Übernatürliche hat sich im New Yorker Untergrund zusammengedrängt und eine mysteriöse Schlafkrankheit treibt in der Stadt ihr Unwesen, was u.a. zu einer Quarantäne in China Town führt. Die Ereignisse rund um diese Erkrankung sind sehr spannend und faszinierend aufgebaut und ich habe bisher von keinem ähnlich verarbeiteten Thema gelesen. Die Mystery-Elemente kommen dabei nicht zu kurz. Dabei muss ich zugeben, dass ich mich diesmal einige Male richtig gegruselt habe, als ich mich im albtraumhaften New Yorker Untergrund befand und von abscheulich geratenen Wesen bedroht wurde.

Die meisten handelnden Figuren sind bereits aus dem 1. Band bekannt. Allerdings ist Evie O’Neill - diese unangenehme Person, die einem ordentlich auf die Nerven geht - nicht mehr ganz so sehr im Vordergrund. Diesmal nehmen Theta und Henry die Rollen der Protagonisten ein, die beide sehr sympathische Charaktere sind und sich neben der beruflichen Tätigkeit in einem Varieté ihrer Vergangenheit stellen.

Libba Bray lässt den Leser in das historische New York versinken. Sie zeigt auf damalige Innovationen, aus denen nichts geworden ist, und lenkt den Blick auf interessante Gebäude, die sich im Lauf der Zeit verändert haben oder abgebrannt sind. Ich mag es, wie sie einen nostalgischen Blick auf Gebäude, Personen und Ereignisse wirft und gleichzeitig der Geschichte Spannung gibt.

Mit den 2. Band von „The Diviners“ konnte mich Libba Bray nicht nur überzeugen, sondern es ist ein Buch, das mich so richtig begeistert hat. Ausgezeichnet erarbeitete Figuren, eine spannende Handlung, der alles umschließende historische Flair und die wirklich gruseligen Mystery-Elemente haben mich durch das Buch getragen und haben meine Vorfreude auf den nächsten Band angeheizt.

 


The Diviners - die Reihe:
1) The Diviners. Aller Anfang ist böse 
2) The Diviners. Die dunklen Schatten der Träume

 

© NiWa

Source: zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at
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review 2016-05-31 08:08
Guten Schlaf und böse Träume.
Das Haus der bösen Träume: Roman - F.R. Tallis,Kirsten Borchardt

50er-Jahre. James Richardson ist Psychiater und tritt eine Stelle in einer Privatklinik mitten in der Einöde an. Hier arbeitet er für Dr. Maitland, einen der renommiertesten Vertreter seines Fachs und überwacht unter anderem den Schlafraum, wo im Rahmen eines Experiments kranke Frauen im künstlichen Tiefschlaf von ihren psychischen Störungen genesen sollen. Oder steckt etwas anderes dahinter?

Dr. Richardson nimmt die Stellung in der Privatanstalt an und dieses alte Gemäuer liegt inmitten einer einsamen Gegend. Es ist umgeben von Morast, Sumpf und Feldern, wie es für Nervenheilanstalten oft üblich ist. In dieser Abgeschiedenheit konzentriert er sich auf seine berufliche Tätigkeit. Aber auch das Gebäude an sich sorgt schon für schauriges Gruselambiente. Hier sind nur das wenige Personal und die Patienten anzutreffen, wodurch die düstere Stimmung durch die spürbare Ruhe verstärkt wird. Diese unheimliche Stille wird zusätzlich durch den Schlafraum bis zum Zerreissen getrieben. Dabei handelt es sich um jenen Raum, der für das neueste Experiment von Dr. Maitland dient und in dem einige Patientinnen im künstlichen Schlaf liegen.

Der Autor lässt Richardson und den Leser erst einmal in der Klinik ankommen und diese Ruhe fühlen. Längere Zeit über geschieht nicht viel, jedoch mag ich es, wenn ich mich zuerst gemeinsam mit den Figuren mit der neuen Situation vertraut machen kann und sich dabei langsam die Stimmung der Geschichte aufbaut. Je besser Richardson die Abläufe in der Klinik kennt, umso mehr kommen bei ihm Zweifel auf. Er zweifelt nicht nur an dem fragwürdigen Experiment, das sein renommierter Vorgesetzter durchführt, sondern auch an dessen Absichten und der Integrität dahinter, und außerdem sogar an seiner eigenen geistigen Gesundheit.

Denn nach und nach häufen sich mysteriöse Ereignisse, die Richardson schaudern und den Leser gruseln lassen.

Bei diesem Buch ist vor allem der historische Rahmen bemerkenswert, weil er großteils auf die psychologischen bzw. psychiatrischen Richtungen und ihre damaligen Erkenntnisse beruht. Es ist immer wieder interessant, wenn wissenschaftliche Entwicklungen aufgegriffen und als Grundlage eines Romans ausgearbeitet werden. Hier dienen die unterschiedlichen Ansätze der Schulmedizin bzw. Psychiatrie und jene der Freudianer (Psychoanalyse) als Basis, die mit den üblichen Mysteryelementen zu einem  ansprechenden Schauerroman verbunden sind.

Der Schreibstil ist entsprechend nüchtern und hat auf mich distanziert gewirkt, was der Erzählung dennoch nicht geschadet sondern eher einen gewissen Reiz sowie Authentizität verliehen hat.

Das Ende hat mich sehr überrascht, denn der Autor drückt dem Leser ein Paradoxon in die Hand, das man im Nachhinein noch etliche Male drehen und wenden kann, ohne letztendlich zu einem überzeugenden Schluss zu kommen.

Damit ist „Das Haus der bösen Träume“ mit allen Elementen ausstaffiert, die eine schön-schaurige Gruselgeschichte braucht. Eine Psychiatrie in der Einöde, ein einsamer junger Wissenschafter und ein Keller voll schlafender Frauen, die eine mysteriöse Atmosphäre umgibt. Trotz des ruhigen Stils habe ich dieses Buch recht gern gelesen, mich im stillen Schlafraum gegruselt, mit Dr. Richardson über die Experimente nachgedacht und danach noch über das Ende gegrübelt, das mir zu guter Letzt einen richtigen Schauer beschert hat.

 

© NiWa

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review 2016-03-25 12:35
Böse Träume
Basar der bösen Träume - Friedrich Sommersberg,Jan Buss,Julian Haefs,Urban Hofstetter,Stephen King,Johann Christoph Maass,Jürgen Langowski,Gunnar Kwisinski,Kristof Kurz,Bernhard Kleinschmidt,Karl-Heinz Ebnet,Wulf Bergner,Friedrich Mader,Jürgen Bürger,Ulrich Blumenbach,Gisbert Hae

In „Basar der bösen Träume“ sind insgesamt 20 Kurzgeschichten des Horromeisters vereint, an denen man als Kingleser auf jeden Fall seine Freude hat.

Es sind die üblichen Themen, die King verarbeitet: Ehe, Tod, Liebe, das Unbekannte und den Weltuntergang. Mit diesen Elementen spricht er tiefverborgene Ängste an, die uns oft bewegen, die wir aber selten in unser Bewusstsein lassen.

Zum Beispiel in den Geschichten „Die Düne“ und „Mister Sahneschnitte“ ist der Tod zu Gast. Hier werden Phänomene angesprochen, die man sich kaum vorzustellen wagt bzw. die man vielleicht sogar schon selbst erlebt hat und für die es keine rationale Erklärung gibt. 

Auf die Ehe und die Liebe stößt man häufig, wenn man Kings Geschichten liest. „Moral“ ist eine davon, in der King die Zerbrechlichkeit der Ehe in den Vordergrund rückt und wie sehr unvorhergesehene Ereignisse eine Verbindung stören können. „Ein bisschen angeschlagen“ habe ich persönlich als die stärkste Geschichte von allen empfunden, weil sie tiefverwurzelte Ängste hervor gezerrt hat und mich ihr Schrecken bis jetzt nicht losgelassen hat. Dabei weiß man von Vornherein wie sie enden wird, und trotzdem hat sie einen Nachhall, den ich noch immer beim Einschlafen spüren kann.

Das Unbekannte begegnet dem Leser in vielen Geschichten in diesem Band. Sei es ein böser kleiner Junge, der aus dem Nichts erscheint oder ein pinker Kindle, der ungeahnte Pforten öffnet. Hier spielt Stephen King mit den Möglichkeiten der Fantasie und jagt dem Leser einen Schauer über den Rücken, weil die Frage „Was wäre wenn ..?“ im Raum stehen bleibt.

Die Apokalypse und die damit verbundene Verzweiflung bildet in der letzten Kurzgeschichte „Sommerdonner“ einen würdigen Abschluss. Auch hier zeigt der Meister sein Talent, die Seele des Lesers mit eiskalten Fingern zu berühren und ihn damit einer nicht vorhandenen Kälte auszusetzen.

Einige Geschichten sind gut, andere sind besser und manche haben mir weniger gefallen. In diesem Werk sind auch zwei Gedichte veröffentlicht, mit denen ich leider gar nichts anfangen konnte.

Besonders gut hat mir der Aufbau dieses Sammelbands gefallen, weil es fast so ist, als ob man dem Autor gegenüber sitzt und er einem selbst von seinen Alpträumen erzählt. Vor jeder Geschichte erhält man einen kurzen Einblick, wie er überhaupt erst darauf gekommen ist, er spricht den Leser direkt an und man merkt seine Freude daran, dass seine Werke nach wie vor gelesen werden:

„Und noch etwas will ich euch mitteilen: wie froh ich darüber bin, lieber treuer Leser, dass wir beide immer noch da sind. Cool, oder?“ (S. 7; Vorbemerkung)

Der Meister des Horrors hat mit dieser Kurzgeschichtensammlung eine Auswahl böser Träume geschaffen, aus denen man mitten in der Nacht nass vor Angstschweiß hochschreckt und gierig nach Atem ringt, und die ich dem geneigten Kingleser nur empfehlen kann.

 

© NiWa

Source: zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at
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review 2016-02-27 13:47
Silber I
Silber - Das erste Buch der Träume: Roman - Kerstin Gier

Traum oder Realität?

Dieses Buch war ein Geschenk, was nicht auf meiner Wunschliste stand.
Aber da ich Jugendbüchern gegenüber ziemlich offen bin, war ich natürlich auch gespannt, was mich erwartet.

Olivia und ihre Schwester Mia kamen schon in der ganzen Welt herum. Sie sind in den verschiedensten Ländern zur Schule gegangen, da ihre Eltern entsprechende Berufe haben.
Nun möchte Livs Mutter sesshaft werden, denn die Eltern haben sich vor einiger Zeit getrennt, und die Mädels sollen bei ihrer Mutter leben.
Olivias Mutter hat jemand Neues kennengelernt, der in London lebt. Schnell wird klar, dass es ernst ist zwischen den beiden und schon wird davon gesprochen, zusammen zu ziehen. Doch der neue Lebenspartner hat ebenfalls Kinder...

Kaum in London angekommen, träumt Olivia einen seltsamen Traum von vier unbekannten Jungs, an einem Ort, wo sie noch nie war, und einem Ritual, an so etwas sie niemals glauben würde.
Da selbst ihr das zu viel Zufall auf einmal ist, versucht sie, zu begreifen, was genau diesen Traum ausgelöst haben könnte und was hinter dem Traum steckt.
Und prompt begegnet sie diesen vier unbekannten Jungs in echt...

Ich kam mit Liv gleich klar. Sie hat eine tolle, leicht zynische Ader, die mir gefällt.
Sie ist sehr realistisch, findet für alles eine Lösung und gewisse Situationen zieht sie in ihrem Kopf so ins Lächerliche, dass ich nur noch lachen konnte.
Die Autorin schaffte es, trotz meiner anfänglich kritischen Einstellung, mich immer mehr in ihren Bann zu ziehen, sodass ich zum Ende hin nicht abgeneigt bin, an der Trilogie dranzubleiben.
Ihr Schreibstil ist flüssig und der Roman ließ sich wie einen Jugendroman lesen.

Das Cover ist seltsam-schön. Der Hintergrund ist schwarz, im Vordergrund wirkt es verspielt und verschnörkelt. Die wichtigsten Aspekte sind auf dem Cover abgebildet, wie z.B. die Tür zu Olivias Träumen, und eine Eidechse, die diese Tür bewacht.
Wenn Liv träumt, werden diese Szenen kursiv dargestellt.

Fazit:
Nach anfänglichen Schwierigkeiten packte mich der Jugendroman doch noch. Ich vergebe vier von fünf Sternen und bin dem zweiten Teil nicht abgeneigt.

Silber-Trilogie:
1. Das erste Buch der Träume
2. Das zweite Buch der Träume
3. Das dritte Buch der Träume

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