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review 2019-05-26 07:24
Moderner Feminismus für Jedermensch: intelligent, witzig und authentisch
Untenrum frei - Margarete Stokowski

Kann ich ein aktuelles Feminismusbuch Männern und Frauen gleichermaßen empfehlen? Ja, seit Kurzem kann ich das, nämlich dieses. Margarete Stokowski hat mit ihrem Werk in leichter Form – ich meine hier den sprachlichen Ton, der LeserInnen die Inhalte abseits von gelernten Feminismustheorien und Vorwissen leicht rezipieren lässt und beileibe nicht leichtgewichtige Inhalte – einen ausgezeichneten Beitrag zu diesem Thema abgeliefert.

 

Locker, flockig, persönlich, witzig und sehr intelligent bringt uns die Autorin episodenhaft die strukturellen und angelernten Probleme des Feminismus nahe, spickt diese aber mit belegten Hintergrundinformationen und Quellen und würzt sie zudem mit eigenen Erfahrungen. Großteils werden Sozialisationsmuster von der frühesten Kindheit an über die Pubertät bis ins Erwachsenenalter identifiziert – aber nicht anklagend, sondern wahrhaftig und manchmal sogar augenzwinkernd – sehr klug, aber nicht belehrend präsentiert. Dabei nimmt sie nicht nur die Männer, sondern auch die Frauen in die Pflicht, an dieser Veränderung mitwirken zu müssen. So geht Feminismus at its best.

Dieser leichte witzige Umgangston mit dem Thema liegt vielleicht auch daran, dass Stokowski sich – so wie ich persönlich – erst sehr langsam, nach und nach zu einer Feministin entwickelt hat, wie sie im Vorwort ihre Position genau darlegt. Das macht sie herrlich unradikal, unkompliziert, aber doppelt so glaubwürdig, wenn sie trotzdem humorvoll, aber unbeirrbar die richtigen Themen anschneidet, mit einem Augenzwinkern die Finger in die Wunden legt und sich sogar selbst eingesteht, dass sie sich in der Vergangenheit oft hat unterbuttern lassen.

 

Im Kapitel Kindheit und Jugend geht es selbstverständlich um die Sozialisation, die die Muster von Benachteiligung bereits so früh zementiert, dass sie uns gar nicht auffallen. Die Fakten sind ohnehin bekannt, aber sie liegen nun alle gleichzeitig auf dem Tisch, werden wirklich gut präsentiert und die Zusammenhänge detailliert aufgezeigt.

Besonders herausheben möchte ich die tiefgründigen Analysen über das falsche Bild von Körper und Sexualität, das Jugendzeitschriften beiden Geschlechtern und später Frauenzeitschriften vollends ruinös vermittelten. In diesem Fall hätte die Generation Internet nun durchaus einen Startvorteil und Informationsvorsprung, den sie zu nutzen wissen könnte, würde sie die richtigen Kanäle frequentieren.

Vielleicht kommt die Wut, die ich heute auf Frauenzeitschriften und vermeintliche Sexratgeber habe, auch daher, dass ich für solches Zeug bis zu meinem achtzehnten Lebensjahr so viel Geld ausgegeben habe. Es wäre wahrscheinlich sogar besser und sogar gesünder gewesen, das komplette Geld für Drogen auszugeben.

Dieser knackige provokative Ausspruch der Autorin ist angesichts Bulimie, Magersucht und Ritzen, im Gegensatz zur relativen „Harmlosigkeit“ von Marihuana in der Pubertät durchaus mal eines kurzen Gedankens wert. Und Margarete Stokowski weiß, wovon sie spricht, hat sie doch selbst dies auch durchgemacht, erzählt authentisch und ungeschminkt von ihren Problemen.

Solange wir damit beschäftig sind – und wir wollen sagen nachhaltig damit beschäftigt sind -, panisch zu wenig zu essen […] solange wir uns Schminktipps im Internet ansehen und uns nach Cellulite abtasten, haben wir den Sieg nicht verdient in der Schlacht – um was eigentlich? Weltherrschaft, okay, dann halt, aber – Was ziehe ich da an? Ich kann da nicht hin. Ich kann diese Weltherrschaftssache nicht machen, wenn ich nicht mal weiß, wie man sich zu solchen Gelegenheiten korrekt und dennoch weiblich kleidet.

Keine Sorge, wenn ihr nun aufgrund meiner bisherigen Zitate glaubt, Stokowski nähme nur die Frauen in die Pflicht und hätte unter dem Deckmantel des Feminismus ein antifeministisches Buch geschrieben, seid Ihr auf dem Holzweg. Nein, sie greift ganz klar auch männliche Verhaltensweisen beziehungsweise starre, bestehende Hierarchien auf und montiert diese witzig ab.

Wenn ein System oder eine Hierarchie erst einmal etabliert ist, gibt es tausend Möglichkeiten, sie zu rechtfertigen. Da der Ist-Zustand irgendwie geworden ist, findet man für ihn auch immer Begründungen. Sich auf die Steinzeit zu stützen, oder das, was man von den Flintstones über sie weiß – ist praktisch, denn die Vergangenheit hat ja offensichtlich schon mal funktioniert. Als die Vergangenheit war, ist die Welt nicht untergegangen. Bei der Zukunft weiß man das nicht.

:D Ein gutes Verfahren, diesem Totschlagargument zu begegnen, ist es, in dem Zusammenhang mal diese Strategie bis zum Ende mit dem Gesprächspartner durchzuspielen, dann auch alle anderen Errungenschaften der modernen Welt zu negieren (z.B. konkret auf das Mobiltelefon in der Hand des Gegenübers zu verweisen, dies anzusprechen), den Bewahrungsgedanken laut und humorvoll fortzuspinnen, zu pervertieren und uns allesamt gleich geistig wieder zurück zu den Affen auf die Bäume zu schicken.

 

Dass Stokowski bei dieser populärwissenschaftlichen Präsentation durch die lockere Tonalität und den Blick über den Tellerrand der Disziplinen manchmal vom Hundertsten ins Tausendste kommt, ist natürlich auch vorprogrammiert. Einige Männer, die ich kenne, allesamt ohnehin Feministen, haben die mangelnde Struktur des Buchs kritisiert. Sie haben zwar Recht, aber ich glaube, sie sind auch nicht die Zielgruppe. Diese Spezies haben wir ohnehin schon an unserer Seite, in der Forderung um Teilhabe, Geschlechtergerechtigkeit und Minderheitenförderung. Für ein Sachbuch im Rahmen des Feminismus ist dies meiner Meinung nach aber die perfekte Strategie, nicht so sehr die Struktur, sondern Leichtigkeit, Humor und Spannung bei diesem Thema zu forcieren, damit der Inhalt möglichst breit rezipiert werden kann. Sind die Feministinnen ohnehin schon seit der zweiten Welle der Bewegung in den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts als humorlose Emanzen verschrien, kann mit so einer Präsentation vielleicht einmal für Otto oder Ottilie Normalverbraucher von der Ablenkung durch Kritik bezüglich Form und Humor abgesehen werden. Vielleicht dringen somit endlich mal die Inhalte und die Ideen durch diesen Schutzwall ins Hirn hinein. Insofern ist nämlich dieses Buch wirklich ein bisschen anders als die klassischen Werke zu dem Thema (wie Beauvoir, Schwarzer und Konsorten), die ich selbstverständlich jedem zu lesen empfehle, was auch Frau Stokowski in ihrem historischen Abriss den LeserInnen so ganz nebenbei vorschlägt. Bei strukturiertem, todernst präsentiertem Feminismus verdrehen sogar oft Frauen die Augen.

 

Bis kurz vor Ende des Buches hat mich also die nicht so präsente Struktur des Werks überhaupt nicht gestört, aber der Schluss verpufft total, es fehlt einfach die Klammer, der Abschluss, auch deshalb, weil die aufgestellte optimistische Prämisse zudem auch noch bewiesenermaßen empirisch falsch ist.

Die Idee, dass Frauen unveräußerliche Rechte haben, lässt sich nicht mehr so leicht aus den Köpfen vertreiben. Es sind die Ideen, die nicht mehr in den Krug zurückzubringen sind.

Ein kurzer Blick in das Geschichtsbuch belehrt uns bedauerlicherweise eines Besseren. Schon mal was von der Iranischen Revolution 1978/79 gehört? – Noch nicht lange her. Wir sollten uns also nicht nur für ein Vorantreiben des Feminismus einsetzen, sondern auch verhindern, dass die Uhr zurückgedreht wird und wir wieder aus dem öffentlichen Leben ins Haus entsorgt werden. Eine Art von Gilead (Margaret Atwood) ist gar nicht so weit weg von uns, im Iran schon seit fast vier Jahrzehnten und mehreren Generationen reinstalliert, bei den Taliban war das Intermezzo zwar vorübergehend, aber so etwas kann immer wieder passieren. Dieser Kritikpunkt ist aber aus meiner Sicht Jammern auf sehr hohem Niveau.

 

Fazit: Ein wirklich großartiges Buch zum Einstieg in die Ideen und Konzepte des Feminismus. Könnten sogar NichtfeministInnen lesen, ohne dass ihr Gehirn explodiert oder der Humor Harakiri begeht.

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review 2019-01-06 20:10
Nicht überzeugt
Das Mädchen mit den zwei Blutgruppen: Un... Das Mädchen mit den zwei Blutgruppen: Unglaubliche Fallgeschichten aus der Medizin . Erweiterte Neuausgabe - Martina Frei

In diesem Buch findet man eigne ganze Sammlung von skurrilen Fällen aus der Medizin.

Wie schon bei dem Buch "Die Frau mit den 48 1/2 Krankheiten", liest sich dieses Buch zwar gut und einfach, aber es fehlt an Humor. Die wirklich kurzen Geschichten sind lieblos zusammengestellt und bleiben oberflächlich. Mir fehlt die Tiefe.

Ich hatte mir einfach mehr Medizin gewünscht, aber darauf wird sehr wenig eingegangen, man will den Leser schließlich nicht überfordern.

Keine Leseempfehlung.

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review 2019-01-05 14:38
Nicht überzeugt
Die Frau mit den 48 1/2 Krankheiten: Neu... Die Frau mit den 48 1/2 Krankheiten: Neue unglaubliche Fallgeschichten aus der Medizin - Martina Frei

In diesem Buch findet man ein Ansammlung von unglaublichen Fallgeschichten.
Einige klingen so ausgedacht, dass sie einfach wahr sein müssen.

Dadurch, dass die Autorin leicht verständlich und ohne unnötiges Fachvokabular schreibt, kann man dem Buch gut folgen und der Inhalt bleibt durch seine Absurdität auch hängen.
Obwohl die Texte leicht zu verstehen sind, gefällt mir der Schreibstil nicht so gut. Ich hätte mir diesem Thema und nach diesem Klappentext einfach ein wenig mehr Humor gewünscht.

Am Ende des Buches steht ein Quiz, hat der Leser gut aufgepasst und kann nun selbst absurde Diagnosen stellen? Die Idee gefiel mir gut.

Was mich an diesem Buch gestört hat, war die Masse von Fällen. Dafür sind sie wirklich so kurz gehalten. Ich hätte mir mehr Qualität und weniger Quantität gewünscht.

Keine Leseempfehlung.

Ich habe das Buch von NetGalley bereitgestellt bekommen und bedanke mich herzlich dafür.

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review 2018-01-19 13:38
Böser Krimi
Böses Kind: Der erste Fall für Kommissar Henry Frei - Martin Krist

In Berlin wird gemordet und ein Opfer wird gekreuzigt aufgefunden. Kriminalkommissar Frei und seine Kollegin Albers ermitteln in diesem Fall.
Währenddessen ist Suses Tochter Jacqueline spurlos verschwunden. Hat das Mädchen etwas mit den Morden zutun? Ist sie ein Opfer? Oder hängt sie einfach nur mit Freunden ab?

Martin Krists „Böses Kind“ ist einer der besten Krimis, die ich in letzter Zeit gelesen habe. 

Die Ausgangslage ist genial und der Roman wird auf zwei Haupt-Ebenen erzählt. Im Vordergrund steht Suse mit ihrer Situation als alleinerziehende Mutter. Sie hat drei Kinder, fühlt sich absolut überfordert und plötzlich fehlt von ihrer ältesten Tochter Jacqueline jede Spur. Ist der Teenager nur wieder einmal ausgebüchst? Oder hat Suse berechtigterweise ein ungutes Gefühl?

Die zweite Ebene beschäftigt sich mit dem Ermittlungsteam Frei und Albers in sehr angenehmer Form. Krist arbeitet die Ereignisse chronologisch ab, versieht sie mit Uhrzeiten und geht mit den Beamten ihren Alltag durch. Dieser nüchterne Stil hat mir außerordentlich gut gefallen, weil sich der Autor damit auf das Wesentliche konzentriert. Zwar zeigt er auch kleine Einblicke in ihr Privatleben, dennoch bleibt er in erster Linie am Fall dran, womit man bei mir immer punkten kann.

Henry Frei und Louisa Albers stehen als ermittelnde Polizisten abseits vom Klischee. Sie sind weder geschieden, noch Alkoholiker oder hängen mit ihrem Familien- oder Freundeskreis persönlich im Fall drin. Natürlich haben sie ihre Eigenheiten, die sie individuell machen, doch es bleibt im glaubwürdigem und nachvollziehbaren Bereich. Man kann sich einfach zurücklehnen und den Fall ‚genießen‘ - den Krist exzellent einfädelt hat.

Eigentlich glaubt man zu wissen, was geschehen ist. Ständig winkt Krist mit einer möglichen Lösung des Falles vor der Nase herum. Man glaubt, ihn durchschaut zu haben, während man sich plötzlich auf einem ganz anderen Weg bewegt. Diese Änderungen kommen langsam, sie schleichen sich in die Story rein, während man eine Vermutung nach der anderen abhaken kann.

Gleichzeitig fasziniert mich Krist mit seiner realitätsnahen Erzählweise. Ich war noch nie in Berlin. Es ist eine absolut fremde Stadt für mich, und trotzdem habe ich den Eindruck, als ob ich dort gewesen bin. Er beschreibt soziale Problemfelder, das Lebensgefühl, das die Berliner haben, und wie trist Deutschlands Hauptstadt für manche ist. 

Der Schluss kam sehr abrupt. In einem Moment hat man die Aufklärung des Falls erreicht und im nächsten ist tatsächlich das Buch zu Ende. Ich fand es befremdlich und habe mich überrumpelt gefühlt. Dennoch hat’s mir gefallen, weil es mal etwas anderes als endlose Epiloge ist.

Meiner Ansicht nach hat Martin Krist mit „Böses Kind“ einen richtig bösen Krimi geschrieben, der durch den realistischen Stil sehr besonders ist. Fazit: Wer Krimis mag, wird Krist lieben.

Source: zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at
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review 2017-12-08 16:28
Henry Frei - der Neue
Böses Kind: Der erste Fall für Kommissar Henry Frei - Martin Krist

Inhaltsangabe

JEDE LÜGE HAT IHREN PREIS. DIESE WIRD DICH TÖTEN.
Ein Mord mitten in der Hauptstadt. Das Opfer wurde erschlagen und gekreuzigt. Kriminalkommissar Henry Frei und sein Team ermitteln.
Suse, heillos mit ihren Kindern überfordert, seit ihr Mann sie verlassen hat, ist in Panik: Ihre Tochter Jacqueline ist verschwunden. Die alarmierte Polizei glaubt der Mutter kein Wort.
Wo ist Jacqueline? Wer zieht seine blutige Spur durch Berlin? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

 

Meine Meinung 

Martin Krist überrascht mich immer wieder mit seiner Ideenvielfalt.

Gerne würde ich diesen Autor mal eine Woche in seinem Alltag begleiten, schauen, wie er lebt und arbeitet und vor allem WIE ihm ständig diese neuen Ideen kommen.

Diese Aussage beziehe ich nicht nur auf die Fälle an sich, sondern Herr Krist ist für mich „der Meister der verbindenden Reihen“. Nachdem ich mich bereits in seine Bücher um David Gross und Paul Kalkbrenner eingelesen habe, war ich zunächst sehr überrascht mit „Böses Kind“ auf einen neuen Namen zu stoßen. Kriminalkommissar Henry Frei.

 

Nun ist der erste Fall gelesen und man kann es gar nicht in Worte fassen, aber der Autor ist ein Wunderwerk der Autorenkiste. Regelmäßig erscheinen neue Thriller aus seiner Feder. Ich würde bei drei verschiedenen Ermittlern mit der Zeit sowas von den Überblick verlieren, aber nicht Martin Krist.

Gekonnt schafft er es auch bei Henry Frei einen völlig eigenständigen, gut durchdachten und ausgearbeiteten Charakter zu erschaffen. Wenn ein Team in einem Thriller nicht passt, geht für mich das Licht schon beinahe aus. Da kann der Fall noch so spannend sein. An die Seite von Frei setzt der Autor die frisch gebackene Mutter Louisa Albers. In Kombination mit Frei gefiel sie mir sehr gut und das Team weist sowohl ergänzende, als auch völlig gegensätzliche Merkmale auf. Da freue ich mich schon sehr auf ein Wiedersehen.

Wie schon bei David Gross und Kalkbrenner möchte ich unbedingt mehr von Henry Frei erfahren. Interessant fand ich wieder den persönlichen Aspekt und Einblick in das Privatleben des Ermittlers. Seine Tochter steckt in einem schwierigen Alter und schwärmt gerade für den ersten Freund und sein Sohn hat das Asperger-Syndrom, eine Form des Autismus. Als Ergotherapeutin danke ich an dieser Stelle für das Wort Ergotherapie im Buch und für die sehr realitätsnahe Darstellung des Alltags mit einem autistischen Kind.

 

Wie zu erwarten, setzt uns der Autor nicht nur einen Fall oder eine Perspektive vor die Nase, sondern will die Gehirnzellen jedes Lesers zum Nachdenken motivieren.

Allein schon den Prolog wusste ich nirgends hinzustecken, dennoch bleibt er durch gekonnt eingesetzte Szenen immer im Hinterkopf.

Dann wäre da Suse, die dreifache Mutter, welche total überfordert ist. Nicht nur der kleine Hund Tapsi, nein, auch ihre 14 jährige Tochter Jacqueline ist verschwunden und Suse weiß sich keinen Rat, wo sie sein könnte.

Und dann wäre da noch der Mord an einer Frau in einem Hotel, der anfänglich gar keine allzu große Bedeutung zu haben scheint.

 

Das Krist der Meister der Verflechtungen ist, zeigt er in diesem Buch dadurch, dass wir auf einige bekannte Namen, wie Sackowitz oder Wittpfuhl treffen. Der Mann hat wirklich Großes vor, daher freue ich mich auf jegliche weitere Bucherscheinung.

 

Auch wenn Martin Krist immer wieder mit neuen Charakteren und Ideen auftrumpft, bleibt eins gleich: der Pageturner-Modus.

Man fliegt durch kurze, gekonnt in Szene gesetzte Kapitel förmlich durch dieses Buch. Zu erwähnen ist, dass fast jedes Kapitel einen Cliffhanger hat. Der Meister der Cliffhanger also auch noch. Hier einen Stopp einzulegen, ist als Thriller-Fan schon echt schwer.

 

Zum Fall selbst möchte ich gar nicht allzu viel verraten.

Mir gab er wieder sehr viele Rätsel auf, die erst am Ende zum Licht fanden.

Und wie er den Fall, inklusive Spannung wieder nach vorne trieb war wieder super.

 

Das berüchtigte Ende. Wie immer böse. Da heißt es nur Abwarten und Tee trinken.

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Puh, der Teil unter dem Strich fällt mir hier gar nicht so leicht in Worte zu fassen.

Einerseits ist der Punkt, den ich an dieser Stelle ansprechen möchte mein kleines Highlight, aber auch der Punkt, zu dem mir in dem Reihenauftakt etwas gefehlt hat. Und zwar trägt das Buch nicht nur die Überschrift „Böses Kind“, sondern man findet auch den Schriftzug „Alanna“ auf dem Cover wieder. Im Buch wird dieser Name mit einem alten Vermisstenfall in Verbindung gebracht. Da Henry Frei eine Verbindung zum Fall hat, kam mir dies zu kurz. Ein Blick auf Band 2 zeigt mir, dass auch dort wieder Alanna auftaucht. Die Geschichte ist also eindeutig noch nicht erzählt. Da der Name im Buch für mich einen zu kurzen Part einnahm, fehlt mir an dieser Stelle etwas. Ich bin aber umso gespannter, wie ich in der Hinsicht auf Band 2 reagiere.

 

Mein Fazit

Martin Krist schafft es wieder mich für seine Charaktere und seinen Fall einzunehmen. Auf elektronischer Basis gelesen besteht hier fast die Gefahr eines wunden Fingers, aber das sollte man in Kauf nehmen.

Der kleine fehlende Wink im Buch macht es für mich nicht perfekt, aber alle Krist-Fans und die, die es noch werden möchten, kann ich „Böses Kind“ wärmstens empfehlen.

 

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