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review 2016-09-02 05:55
Abschlusskampf in Hamburg
Phoenix - Kinder der Glut: Dystopie | Science Fiction (German Edition) - Ann-Kathrin Karschnick,Timo Kümmel

Aufgepasst! Es handelt sich um den Abschlussband der Phoenix-Trilogie.

Die Menschen sollen von den Saiwalo befreit werden - darin sieht die Phoenix Tavi ihre Mission. So oft sie dafür schon gestorben ist, sie wird es immer wieder tun, bis sie ihre Lieben in Sicherheit wissen kann.

Der Abschlussband von Ann-Kathrin Karschnicks Phoenix-Trilogie schließt sofort an den 2. Band an. Tavi wurde von ihrem Geliebten, dem Cupido Leon, und der Hexe Katharina getrennt, und findet sich in einer Zelle wieder. Während sie nach einer Fluchtmöglichkeit sucht, treten Leon und Katharina eine aufregende Reise nach Hamburg an.

Die Ereignisse von Paris haben die gesamte Bevölkerung aufgewühlt. Die Umbruchstimmung ist greifbar und fast bis zum Zerreissen gespannt. Selbst den Saiwalo ist klar, dass sie nicht länger der Unruhe im Land zusehen können. Hier thematisiert die Autorin auf eindrucksvolle Weise, wie Zeiten der Veränderung in die Gänge kommen. Sie zeigt, wie sie sich langsam anbahnen, explosionsartig eskalieren und sich schallwellenartig über die Bevölkerung ausbreiten.

Wie auch in den vorhergehenden Bänden stehen die Charaktere im Vordergrund. Tavi, die jahrtausendealte Phoenix, Leon, ein Jungspund von einem Cupido, der kürzlich noch ein Mensch gewesen ist, und Katharina, die emphatische Hexe, die nicht nur den Leser vor Rätsel stellt.

Allen drei Figuren hat die Autorin mit ihrem Können Leben eingehaucht. Besonders gut hat mir gefallen, dass man mehr über Tavis Vergangenheit erfährt. Während der ersten beiden Bände gab es zwar Andeutungen und man hat Vermutungen angestellt, aber erst jetzt lässt sie den Vorhang fallen und zeigt uns, wer Tavi einst als Mensch gewesen ist. 

Nichtsdestotrotz habe ich mir mit Tavis Temperament, dieser schäumenden Wut und ihrem hitzigen Gemüt schwer getan. Es sind Charakterzüge, die mir nicht sympathisch waren, was dennoch interessant zu lesen ist.

Leon, der Cupido, hat meiner Ansicht nach seine Mitte gefunden. Als Mensch ist er eher gefühlskalt und zurückhaltend gewesen. Im letzten Teil haben ihn von allen Seiten her die Gefühle übermannt. Nun hat er seine Balance gefunden, und sich zu einer angenehmen Wesensart weiterentwickelt.

Die Hexe Katharina bleibt über den ganzen Abschlussband hin rätselhaft. Sie kommt und geht, lässt sich nicht in die Karten schauen und sich und die anderen von ihren Visionen leiten. Aber zum Ende hin erfährt man, was sie wirklich angetrieben hat.

Mein Lieblingscharakter ist die Nebenfigur Eleazar, auch wenn der steinalte Phoenix, objektiv betrachtet, die wenigsten Sympathiepunkte anzubieten hat. Er ist ein eher schmieriger Kerl, augenscheinlich ein gefährlicher Opportunist, dem man nur bedingt vertrauen sollte. Trotzdem mag ich seine raue Art sehr gern. Sie holt die anderen Figuren auf den Boden der Tatsachen zurück, wenn sie sich in ausufernde Theorien verlieren, und hat mich oft zum Schmunzeln gebracht, weil er so unverblümt die Wahrheit sagt.

Die Handlung war interessant und meiner Meinung nach nicht vorhersehbar. Es war spannend zu verfolgen, in welche Richtung sich die Ereignisse entwickeln, welche Ziele angestrebt werden und die Gründe für manches Handeln zu erfahren. Einige Entwicklungen sind mir persönlich zu schnell gegangen und man hat sich meinem Empfinden nach zu oft auf Nebenschauplätzen aufgehalten. Am Ende haben sie zwar insgesamt wieder Sinn ergeben, aber stellenweise waren mir diese Abschnitte etwas zu langatmig zu gestaltet.

Insgesamt war der Abschlussband eine außergewöhnliche Leseerfahrung, durchzogen von fantastischen Figuren, nebelhaften Unterdrückern und aufgepeppt durch eine Prise Teslapunk.

Für mich war es ein äußerst gelungener Genremix und ich glaube, dass Fantasy- und Steampunk-Freunde mit Ann-Kathrin Karschnicks Phoenix-Trilogie viel Freude und schöne Lesestunden haben werden.

 


Die Phoenix-Trilogie:
1) Phoenix. Tochter der Asche 
2) Phoenix. Erbe des Feuers 
3) Phoenix. Kinder der Glut

Source: zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at
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review 2016-08-11 08:17
Teslapunk in Paris
Phoenix - Erbe des Feuers - Ann-Kathrin Karschnick,Timo Kümmel

Es handelt sich um den 2. Band der Phoenix-Trilogie.

Tavi und Leon sind auf der Flucht. Die Ereignisse in Hamburg lassen sie vor den Saiwalo fliehen und Leon ahnt nicht, warum Tavi ausgerechnet Paris als Reiseziel wählt.

In Paris treiben aber nicht die Saiwalo sondern die Seelenlosen ihr Unwesen. Es ist ein abscheulicher Krieg zwischen Menschen und Seelenlosen entbrannt, während mittendrin eine Mordserie beginnt, die Tavi unbedingt aufklären will.

Im Gegensatz zum 1. Teil nimmt dieser Band typischere dystopische Züge an. In Paris ist ein richtiger Krieg entflammt, in dem die Seelenlosen gegen die Herrschaft der Saiwalo aufbegehren, allerdings gegen die Menschen kämpfen, weil sie sich nicht anders zu helfen wissen.

Das Interesse von Tavi und Leon liegt eher an der Mordserie. Wer steckt dahinter und was hat sie mit der Herrschaft der Saiwalo zutun?

Die erste Hälfte des Buches war nicht ganz nach meinem Geschmack. Hier treten die Fantasyelemente um die „Seelenlosen“ in den Vordergrund. Denn die Seelenlosen sind fantastische Wesen, die wir aus Märchen und Mythen kennen und die von der Autorin auf faszinierende Weise in diesen Genre-Mix eingewoben sind. Es gibt natürlich Phoenixe und Cupidos, Hexen und Zauberer, aber auch Dämonen aller Art, die sich in Paris zu einer Armee zusammengeschlossen haben.

Zwar bietet die Autorin einen interessanten Einblick in diese Wesenschaft, stellt mir persönlich allerdings die verschiedenen Auren zu sehr in den Vordergrund, was mit der Zeit das Interesse bremst. Es gibt Auren in sämtlichen Farben und Schattierungen, die immer wieder thematisiert und sehr genau beschrieben werden. Während Leon ständig damit beschäftigt ist, diverse Auren zu entschlüsseln, ist es Tavi, die ihre Aura immerzu unterdrückt. Die Auren sind überall und was zu Beginn noch ein farbenprächtiges Detail war, ist mit der Zeit zu einer matten Wiederholung verkommen.

Weniger gefallen hat mir außerdem Leons Entwicklung. Hatte ich es im 1. Teil noch mit einem „gestandenen“ Mann zutun, hat er sich in seiner Existenz als Cupido fast schon ins Gegenteil verkehrt. Es wird gedrückt, gefühlt, gespürt und als Cupido hat er es oft mit einem Gefühlschaos zutun, dem er erst einmal Herr werden muss.

Aber nach der Hälfte hatte mich die Autorin endlich wieder an der Hand. Denn plötzlich nahm die Handlung an Schwung auf, es kam zu unvorhergesehenen Wendungen und wirklich gemeinen Entwicklungen, die mich durch die Seiten getrieben haben. Ich war fassungslos, habe mich gefreut und konnte nicht glauben, was sich hier abgespielt hat. 

Außerdem geht man dem Experiment von 1913 auf den Grund, was zwar noch nicht vollständig gelüftet ist, dennoch auf weitere Erkenntnisse im Abschlussband hoffen lässt.

Mit dem 2. Teil der Phoenix-Trilogie schickt Ann-Kathrin Karschnick den Leser nach Paris - die Stadt der Liebe und Gefühle - und genauso emotional wird die erste Hälfte des Romans beschrieben. Danach stürmt man durch spannende Wendungen einem Showdown entgegen, der einen vor ganz und gar neue Erkenntnisse stellt und damit die Neugier auf den Abschlussband weckt.

 

 

Die Phoenix-Trilogie:
1) Phoenix. Tochter der Asche [Rezension lesen]
2) Phoenix. Erbe des Feuers
3) Phoenix. Kinder der Glut

 

© NiWa

Source: zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at
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review 2016-06-14 07:21
Teslapunk in Hamburg
Phoenix - Tochter der Asche - Ann-Kathrin Karschnick

Hamburg in einer anderen Welt. 1913 erschütterte ein fehlgeschlagenes Experiment Europa, 150 Jahre später geht ein Mörder in der Stadt um.
Leon ist mit den Mordermittlungen betraut und trifft dabei auf die rätselhafte Tavi, die er für die Mörderin hält.

Obwohl dieses Buch als Dystopie angepriesen wird, handelt es sich meiner Meinung nach eindeutig um Fantasy, genauer gesagt um Steampunk, und ganz genau um Teslapunk.

Eindeutiges Fantasyelement sind hier die Wesen, die es seit dem misslungenen Experiment sehr häufig gibt, aber die bereits davor existiert haben: Hexen, Magier, Cupidos und natürlich Phoenixe sind anzutreffen, die von den Saiwalo - einer gesichtslosen Elite - unterdrückt und ausgerottet werden.

Wie im Steampunk üblich hat sich die Technik anders als in der Realität entwickelt, sie wird aber nicht von Dampf sondern von Strom betrieben, wo wir bei Tesla sind.

Schauplatz der Geschichte ist Hamburg, hier geht ein Mörder um, obwohl die regierenden Saiwalo dank ihres strengen Regimes, kaum Morde zu verzeichnen haben.

Das Hamburg dieser Welt ist grau, düster und ausgelaugt. Die Saiwalo sind nicht nur dabei, die „seelenlosen“ Fantasywesen zu vernichten, sondern die gesamte Menschheit zu unterdrücken. So ist die Stadt in sich zerfallen, Häuser werden nicht in Stand gehalten und die Menschen gehen ihren alltäglichen Verpflichtungen gegenüber der Regierenden nach.

Aber wenn man meint, dass diese herrschenden Wesen als Bedrohung wahrgenommen werden, denkt man falsch. Viele Menschen glauben daran, dass sie durch sie vor größerem Unheil bewahrt werden. Und der Ermittler Leon ist einer von ihnen.

Leon ist gehor- und strebsam, hält sich aus Ärger raus und peilt seine Beförderung an. Gleichzeitig ist er ein sympathischer Charakter, der sich aufgrund seiner Vergangenheit zu diesem fügsamen Menschen entwickelt hat, und unbedingt den Mörder fangen will.

Tavi ist eine Phoenix. Ein altes Wesen, das sich unter der menschlichen Maske vor ihren Verfolgern - den Saiwalo - verbirgt und dabei als Tatverdächtige ins Visier von Leon gerät. Dabei will auch sie den Mörder zur Strecke bringen.

Der Einstieg in die Geschichte ist mir schwer gefallen und bis zuletzt fehlte es mir an Orientierung. Diese Welt ist unserer so fremd, dass man nicht so genau weiß, wie man Ereignisse deuten oder Figuren einschätzen soll. Hier bringt die Autorin allerdings immer gut Hintergrundinformationen ein, sofern sie für die weitere Handlung notwendig sind. Einerseits wurde dadurch meine Neugier und mein Interesse angefacht, andrerseits habe ich mir gewünscht, mehr über die Gesetzmäßigkeiten zu erfahren, weil ich so doch oft das Gefühl hatte, dass es mir an Durchblick fehlt.

Von den Figuren bin ich besonders angetan. Ich war sehr überrascht, aber auch froh, dass es zur Abwechslung tatsächlich mal Erwachsene sind, die man durch eine düstere, niedergedrückte Welt begleitet. Leon und besonders Tavi sind dem Teenie-Alter längst entwachsen, was für mich eine willkommene Abwechslung war.

Die Handlung konzentriert sich auf die Mordermittlung, die im Grunde kaum erwähnenswert ist, weil sie zwar den Weg vorgibt aber nicht die Geschichte prägt. Denn im Vordergrund steht eben diese Welt, in der man Phoenixe, Hexen, Magiern, Cupidos und anderen Wesen dieser Art begegnet, die sich verstecken und oft sogar fliehen müssen und in einer Art Untergrund leben. Zudem kommt noch die Unterdrückung der Menschen, die nicht einmal auf die Idee kommen, sich gegen Ausgangssperren, rationierte Lebensmittel, baufällige Wohnkomplexe oder zu wenig Kleidung zu wehren.

Die Geschichte wird im Wechsel aus der Ich-Perspektive von Leon und Tavi erzählt, was dem Ganzen zusätzlich Dynamik verleiht. Denn auf diese Weise erhält man nicht nur mehrere Blickwinkel auf die Mordermittlungen sondern auch zwei Sichtweisen auf diese Welt und die Herrschaft der Saiwalo, was mir richtig gut gefallen hat.

„Phoenix. Tochter der Asche“ ist ein Trilogie-Auftakt, den ich sehr gerne gelesen habe. Die freudlose Atmosphäre, die Unterdrückung der Menschen, die einzigartigen Fabelwesen mit ihren magischen Kräften und natürlich Tavi und Leon, haben mich Seite für Seite fasziniert, nur leider hat mich meine Orientierungslosigkeit manchmal auch irritiert.

Ich glaube, dieses Buch ist für Steampunk- und Fantasyfreunde die richtige Lektüre, die Hamburg unter der Herrschaft der Saiwalos erkunden möchten, gemeinsam mit Fabelwesen auf Mörderjagd gehen wollen und Interesse an einer Welt haben, die von Strom und Magie geprägt ist, und in der Phoenixe seit Jahrtausenden unter der Menschheit leben.

 

Die Phoenix-Trilogie:
1) Phoenix. Tochter der Asche
2) Phoenix. Kinder der Glut
3) Phoenix. Erbe des Feuers

 

© NiWa

Source: zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at
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review 2016-01-08 12:26
spannend und actionreich, mit interessanten Antihelden
RACK: ein Steampunk-Thriller - Ann-Kathrin Karschnick

Rack ist ein heruntergekommener Detektiv, welcher in der (fiktiven) Stadt Victoria in England mit seinem schwarzen 16jährigen Assistenten Theo auf der Suche nach lukrativen Aufträgen ist, weil ihnen wieder mal Geld für die Miete fehlt. Als er eine junge Frau dabei beobachtet, wie sie ein verdächtiges Päckchen unter einer Kutsche anbringt, überschlagen sich die Ereignisse...

"Rack" ist eine spannende, kurzweilige und actionreiche Krimi-Geschichte, vergleichbar mit einer Episode aus einer TV-Serie. Ich habe sie innerhalb von etwa 3 Stunden gelesen. Die Ich-Perspektive wechselt jeweils zwischen Rack und seinem Assistenten Theo, was dem Ganzen noch mehr Vielfalt und neue Blickwinkel gibt.
Steampunk-Elemente sind hier z.B. Aeronauten und Luftschiffe, eine spezielle gesellschaftliche Ordnung mit Gilden und besondere Gadgets, die elegant in die Handlung miteinflochten werden.
Rack selbst hat ein mysteriöses Geheimnis, welches an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden soll :)
Die Autorin Ann-Kathrin Karschnick hat sich übrigens von der amerikanischen Krimi-Serie "Leverage" inspirieren lassen, in der ein sehr bunt zusammengewürfeltes Team aus Anti-Helden gemeinsam Fälle löst.
Am Ende des 1. Teils bleiben einige Fragen offen, so dass man gespannt sein darf auf die Fortsetzung.

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review 2015-12-29 22:08
Spannende Teslapunk Dystopie
Phoenix - Tochter der Asche - Ann-Kathrin Karschnick

Ein totalitäter Überwachungsstaat, erbaut auf Ruinen. Eine Verfolgte mit einer geheimnisvollen Vergangenheit und ein Ermittler, der zu ihren Gegner zählt, da er das System unterstützt – mit diesem konfliktgeladenen Szenario beginnt „Tochter der Asche“.
Die Autorin schreibt in der dritten Person sehr lebendig, mitreißend und anschaulich die Gefühle, Gedanken, Wahrnehmungen und Motivationen ihrer beiden so gegensätzlichen Protagonisten, so dass man sich sehr gut in beide hineinversetzen kann.

 

Bald gerät der geneigte Leser hinein in eine düstere Urban Science Fantasy mit Hexen, Dämonen, unsterblichen Wesen und den geisterhalften Saiwalo, die nun in Europa die Herrschaft übernommen haben. Zugleich entwickelt sich ein spannender Krimi, bei dem die Protagonistin Tavi als Verdächtige erscheint und den Ermittler Leon vom Gegenteil überzeugen muss. Die besondere Chemie zwischen diesen beiden Charakteren würde ich im positiven Sinne als „explosiv“ bezeichnen.

 

„Tochter der Asche“ ist kein Steampunk Roman der klassischen Art, denn er spielt nicht im 19. Jahrhundert. Hier wird ein eine alternative reality beschrieben, die im Jahr 2033 spielt – also in einer nahen Zukunft, jedoch mit Weiterentwicklungen der elektrischen Erfindungen und Entdeckungen Nicola Teslas. Hier gibt es Waffen, die Strom verschießen, Gyrokopter und so manches andere technische Gadget.
Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten…

Nur so viel noch: Der Roman gehört zu den Gewinnern des Deutschen Phantastik-Preises und das zu recht :)

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