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review 2017-07-03 14:27
Feelgood
Geschenkt: Roman - Daniel Glattauer

Dieser Roman von Daniel Glattauer ist der diametrale Gegenentwurf zur alarmistischen boulevardesken Xenophobie und Misanthropie der heutigen Welt – ein Alternativentwurf zu Mord, Totschlag, bösartigen, sensationsgeilen Menschen – quasi ein sehr modernes Märchen. Er ist durchaus ein wenig klischeehaft und auch rührend, aber ehrlich gesagt, der Autor hat bei mir wie auf Knopfdruck die richtigen Stellen gefunden, um Empathie und ein paar zerdrückte Tränchen zu erzeugen – ich bin entzückt! Und wir reden hier nicht von Romantik und schwülstigem Schmalz, was ich bis auf den Tod hasse, sondern von einer sich entwickelnden Vater-Sohn-Beziehung und spontaner Hilfe für die Ärmsten der Gesellschaft.

Worum geht es? Basis für diese Geschichte bildet eine wahre Begebenheit, in der 2011 in Braunschweig ein anonymer Wohltäter an unterschiedliche karitative und soziale Einrichtungen und an in Not geratene Privatpersonen mehrere höhere Geldbeträge gespendet hat. In diesem Roman werden ausgerechnet jene Institutionen und Personen ausgewählt, die ein versoffener abgehalfterter Journalist, der bei einem rechtspopulistischen Gratiszeitungs-Schmierblattl gelandet ist, als Kurzmeldungen in seinem Ressort Vermischtes & Soziales anspricht.

Weiters wird Journalist Gerold Plassek mit der Bärenaufgabe konfrontiert, erstens überraschend einen 14-jährigen Sohn zu akzeptieren und diesen zweitens auch noch jeden Nachmittag zu beaufsichtigen, da Mama ein halbes Jahr bei einem Hilfsprojekt von Ärzte ohne Grenzen in Afrika weilend, sich um den pubertierenden Fortpflanz nicht ausreichend kümmern kann. Hier beginnt nun das Märchen, der Vater Gerold (eigentlich Onkel, denn Papi ist sohnemannmäßig ungeoutet) baut doch ganz langsam liebevoll und sanft eine Beziehung zum Sohn auf, entwickelt sich plötzlich von einem versoffenen Versager zu einem verantwortungsvollen Menschen mit Rückgrat, der als Mensch, Mann, Vater, Freund und im Beruf seinen Dornröschenschlaf in der Agonie überwindet und zu einer erfolgreichen Persönlichkeit mutiert.

Ein bisschen Krimi ist auch in diesem Roman, aber diesmal gibt es im Paralleluniversum von Glattauer nicht ein heiteres Mörderraten mit zerstückelten Leichen, sondern der Leser und auch Gerold Plassek mit Sohn fahnden detektivisch nach Hinweisen und Indizien auf den edlen Spender. Die Auflösung ist übrigens auch sehr gelungen.

Und bei all dem ganzen Feelgood-Rausch kriegt man dann ganz sanft allmählich mit, dass eine gehörige Portion Medienkritik am Boulevard und Kritik an all jenen Menschen, die Hilfsbereitschaft als dummes Gutmenschentum vernadern, so en passant auch noch sehr ernsthaft – aber auch humorvoll transportiert werden.

Nach dem Roman Ewig Dein, der doch sehr stark polarisierte, ist es eigentlich sehr still um den Erfolgsautor Daniel Glattauer geworden, obwohl er weitere Romane wie diesen hier publiziert hat. Das finde ich sehr sehr schade.

Sprachlich ist zwar der gemächliche Formulierungsstil von Glattauer zu Anfang ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber er schwingt sich sowohl stilistisch als auch inhaltlich bald in fast schon humoristisch-philosophische Höhen auf.

 „Jedenfalls hatte sie mir im Vorfeld jede Freude auf unser erstes richtiges Rendezvous, genommen. Sie mochte ja was von Zähnen verstehen, aber in der Romantik war sie eine Versagerin.“

    „Wenn er mich zweimal mit Herr Plassek ansprach und dazwischen Atemgeräusche einlegte, als würde man ihm gerade ohne Narkose einen Luftröhrenschnitt verpassen, dann deutete das auf ein gravierendes Ereignis hin. Also kroch ich widerwillig in die Redaktion zurück.“


Fazit: Absolute Leseempfehlung von mir – dieser Roman zeigt, dass man nicht durch Leid, Mord, Totschlag, Blut, Schweiß und Tränen und böse Menschen waten muss, um großartige Literatur zu finden.

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review 2016-09-18 04:20
Passend zum Schulanfang die Pflichtlektüre vom Herrn "Oberlehrer" Glattauer ;-)
Best of Schule: Zum Weinen lustig, zum Lachen traurig - Niki Glattauer

Dieses Buch war wirklich ganz anderes, als ich es mir vorgestellt hatte, aber diesmal kann ich meine nicht erfüllten Erwartungen gar nicht negativ bewerten.

Am Anfang dachte ich mir: "Puh österreichische Schulpolitik, das ist wirklich nur für Lehrer und ein paar Politiker interessant, egal wie bemüht der Autor ist, sowas auch witzig rüberzubringen." Aber ich habe mich tatsächlich geirrt, es wurde immer spannender. Dabei beginnt der Autor mit dem üblichen Lehrergejammere über PISA und sich als Lehrender nicht messen lassen zu wollen, was auf den Universitäten schon seit Jahrzehnten kein Problem darstellt und mich immer wieder verwundert den Kopf schütteln läßt, legt aber dann sehr strukturiert und sachlich fundiert dar, warum die Messmethode bei uns irgendwie falsch angewendet wird. Am Ende darf der Leser sogar einen realen PISA Leseverständnistest absolvieren. Im Prüfungsbeispiel geht es tatsächlich um die Geschichte von Macondo aus Gabriel Garcia Marquez' Roman Hundert Jahre Einsamkeit, dessen komlexe blumige Sprache sicher für den Test des Leseverständnisses von Schüler Otto Normalverbraucher um 2-3 Stufen zu hoch gegriffen ist. Auch die Auswahl der Probanden in die PISA-Stichprobe ist bei uns wenig systematisch - eben typisch österreichisch.

Glattauer thematisiert und pointiert messerscharf auch den ewigen österreichischen Zankapfel der Gesamtschule versus der Segregation der geistigen "Eliten" bereits im Alter von 10 Jahren durch die Hauptschule und die AHS. Auch das Problem mancher Schulbezirke und Klassen von Schülern mit nicht Deutscher Muttersprache von 100% durch die Ghettobildung in der Stadtansiedlung und der Umstand, dass solche Kinder dann nicht wie im Idealfall fünf Sprachen sehr gut sprechen (Serbisch, Kroatisch, Deutsch, Englisch, 2. Fremdsprache) sondern eben gar keine Sprache beherrschen, wird ausführlich analysiert. Gewürzt werden diese ernsten Probleme mit Anekdoten live aus dem Schulalltag, passend zum jeweiligen Thema, was dieses Sachbuch ausgezeichnet auflockert.

Natürlich gibt es auch ausreichend Lehrer Selbstmitleid in diesem Buch, wie arm und ausgebrannt diese Menschen sind, die 3 Monate Urlaub im Jahr haben, im Alter recht gut verdienend frustriert auf die Pensionierung warten, aber Glattauer geht auch durchaus manchmal kritisch mit den Umständen um und erklärt auch in einigen Fällen sehr anschaulich die Gründe für diesen Frust.

Ich selbst bin ja diesbezüglich sehr kritisch eingestellt, denn ich durfte ja von 1997-2000 mehr als 1000 Lehrer im Fachgebiet Internet auf der Uni ausbilden und muss sagen, dass ich noch nie vorher als auch nachher derartig demotivierte, arbeitsscheue und lernunwillige Studentengruppen im Rahmen der Erwachsenenbildung gehabt habe. Als in einem Kurs zur Homepagegestaltung an der Schule eine Hausübung anstand, gab es jedesmal einen Aufstand - Sowas!  Von einem Lehrer eine Hausübung verlangen! Die prinzipielle Einstellung dieser Berufsgruppe, die unsere Kinder unterrichten sollte, zur Weiterbildung und dem lebenslangen Lernen war gelinde gesagt äußerst fragwürdig und zwar bedauerlicherweise beileibe nicht nur im Rahmen von Einzelfällen. Deshalb beurteile ich das Gejammere auch in diesem Buch etwas strenger, denn es nervt mich einfach extrem, da ich die dahinterstehende Einstellung auch live kennenlernen durfte.  

Fazit: Auf jeden Fall ist dieses Buch für Österreicher sehr relevant, spannend und informativ, ich habe keine Ahnung, ob dies auch für meine deutschen Buchfreunde gilt, denn ich hab die Befürchtung, dass die schulpolitischen Probleme und Spezifika tatsächlich hausgemacht österreichisch sind und für die deutsche Situation wenig Relevanz aufweisen.

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review 2015-09-13 09:30
Schulsatire und Konflikt auf dem Schlachtfeld des Mitteilungsheftes
Leider hat Lukas schon wieder ... - Verena Hochleitner,Niki Glattauer

„Leider hat Lukas schon wieder…“ ist die Fortsetzung des satirischen Erfolgsromans  „Leider hat Lukas..“ von Niki Glattauer, in dem ein geplagter freiberuflicher Künstler-Vater, der von seiner familienernährenden berufstätigen Frau mit den Schulagenden seines renitenten Sohnes beauftragt wird, mit den Lehrern kafkaesk skurril über das Mitteilungsheft des Kindes kommuniziert.

An der Situation hat sich nichts geändert, im Gegenteil,  sie ist eskaliert. Lukas ist noch fauler, noch pubertierender und hat sich eine Sprache zugelegt, die man kaum verstehen kann. Die Lehrer sind noch schikanöser und die schulische Laufbahn des Sohnes droht groteskerweise an einem zu spät abgesteppten Topflappen, der renitenterweise auch noch als Unterlage für die tägliche Leberkäsesemmel dient und somit zu schmutzig ist, um als korrektes Werkstück anerkannt zu werden, zu zerschellen. Inhaltlich dazu kommt noch, dass der Fortpflanz zum Klassensprecher gewählt wird, eine kleine Schulkrimigeschichte um abgezogene Handys und die Vermutung des Vaters, dass der Sohn schwul sei.

Sehr witzig ist, wie Papa WaWa (diesen Spitznamen hasst er) gleich einem Eiertanz alle diese Probleme: Lukas und seine Schulkalamitäten inklusive romantische Beziehung zu einem Jungen, Lehrer, Elternvertreter, Direktor, Krieg mit der Ehefrau, Krieg der Geschwister Lukas und Laura, etc… unter einen Hut zu bringen versucht – ständig Brände löschend, da beschwichtigend und dort intrigierend, manchmal auch mit klaren Ansagen. Am Ende stellt sich heraus, dass Vati tatsächlich ein Problem hat, anderen Menschen zuzuhören.

Was bereits im letzten Teil funktioniert hat, die stilistische Neuerung, wie die Personen im Roman über das Mitteilungsheft kommunizieren (ich glaub ja da hat er sich von seinem berühmten Bruder Daniel Glattauer inspirieren lassen, der einen der ersten E-Mail-Romane geschrieben hat), ist nun nicht mehr so innovativ und prickelnd. Damit geht der Roman den Weg vieler Fortsetzungen, die ein Erfolgskonzept nochmals aufwärmen. Das Sequel ist gut aber nicht mehr so genial. Bedauerlicherweise lässt das letzte Bild mit dem Mitteilungsheft von Laura befürchten, dass die "Suppe" erneut aufgewärmt wird, diesmal mit der Tochter.

Den grafischen Stil der Illustrationen mag ich noch immer nicht - prinzipiell finde ich die Idee mit den Zeichnungen hervorragend - aber das ist Geschmackssache.

Fazit: Vergnügliche Unterhaltung für alle Eltern, aber auch Lehrer könnten mal reinschauen

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review 2015-02-09 00:00
Love Virtually
Love Virtually - Daniel Glattauer i was reading this while i was waiting for my zipped files to be extracted(for work) and i didn't expect to finish this immediately. the concept of book is exchange of emails between Emmi and Leo which happens after a misleading email from Emmi then eventually started a little 'something' between them. i didn't expect that ending tho. it hurts me a little and it made me feel sad. but given their life circumstances, i also didn't expect a happy ending for both of them.
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review 2014-09-02 11:51
Forever Yours by Daniel Glattauer - Review.
Forever Yours - Daniel Glattauer, Jamie Bulloch

Hmm another love/hate book for me I seem to be in the middle of them!

The story was quite compelling - Judith meets a man seemingly randomly and he treats her really well and shows a lot of interest in her - she likes the attention but doesnt really feel the attraction he feels to her. This leads to all sorts of things but mostly a rather stalkish and intense relationship that was not good for either of them.

The first part of the book I really thought was terrific - even though I found the conversational style difficult to follow, whether that is a translation thing (as in lost in translation NOT a problem with the actual translator who as always has done a brilliant job) or whether it was just the way it was written I'm not sure but I had to re-read occasionally to make sure I understood the concept. That aside though it was an engaging read - mostly because I was absolutely unsure of the intentions of the characters.

Then if I'm honest the whole thing stopped making sense to me. I lost a lot of the relationship I'd developed, especially with Judith, who became annoying. I'm still not sure what I made of the ending either...

All in all I liked it, didnt LOVE it, but am intrigued enough to read another book from Daniel Glattauer because there is something there for sure, I'm just not sure what it is.

Happy Reading Folks!

 

**Source: Publisher review copy***

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