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review 2018-08-24 11:42
Hokuspokus, Fidibus!
Die Magischen Sechs - Mr Vernons Zauberladen - Neil Patrick Harris,Lissy Marlin,Kyle Hilton,Katrin Segerer
Vom Leseprobeneindruck und Cover bereits angetan, überzeugt mich auch die Geschichte vollauf - nicht nur, ist sie für ein Kinderbuch ziemlich spannend und einfach nur bezaubernd illustriert, die Rätsel machen das Buch zudem zu einem Unterhaltungsspaß vom Feinsten.
 
Auch der Schreibstil ist klasse - locker leicht und direkt an die Lesenden gewandt, zugleich aber nicht in Babysprache, wie Kinderfibeln das manchmal sind ("Anna steht am Baum. Jakob sitzt im Boot."). Stattdessen haben die 6 Freunde teilweise richtig berührende und tiefgreifende Einsichten, die der Autor gekonnt in schöne Worte packt.
 
Auch die Zaubertricks zum Erlernen bereichern das Buch und sind stets geschickt eingefügt, sodass die Spannung noch erhöht wird.
 
Was mich zudem begeistern konnte, war, wie bunt zusammengewürfelt die Truppe ist - diversity! Ein schwarzes adoptiertes Mädchen mit zwei Vätern, ein privilegierter fracktragender Junge, steppende Zwillinge mit viel Humor, eine Hermine im Rollstuhl und ein obdachloser Waise (?). BAMM! Und dann dieser Papagei - ich lach´mich schlapp xD "Wauwau, ich bin ein Kaninchen!" 
 
Auf die nächsten drei Bände bin ich mehr als gespannt, möchte ich doch mehr über Carters Eltern, Leilas Zeit im Waisenhaus, Zauberei und Magie, sowie Mr Vernons Smaragdring-Band erfahren!
 
 
 

FAZIT: Wunderbares Kinderbuch voller Magie, Freundschaft, bezaubernder Illustrationen und unterhaltsamer Rätsel - als Gesamtwerk absolut stimmig. Zudem liebe ich, wie bunt die Truppe zusammengewürfelt ist.

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review 2015-03-29 20:35
What the... ?!
What The Fact!: Völlig unnützes Wissen - Taddl & Ardy

 

 

 

 

 

Dieses kurzweilige Buch, oder eher Faktensammlung durfte ich Dank vorablesen und dem Ullstein Buchverlag  lesen. Dankeschön ;)

 

 

 

 

 

 

 


Titel: What the fact! - Völlig unnützes Wissen
Autor: Taddl und Ardy
Verlag: Ullstein
Genre: Humor
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 127
Reihe: /

  

 

Wusstest du, dass Walrosse einen Sonnenbrand kriegen können, der Erfinder von Zuckerwatte ein Zahnarzt war und Dumbledore schwul ist? Millionen Fans folgen Taddl und Ardy aufYouTube, wo sie eine verrückte Mischung aus lustigen, skurrilen und absurden Fakten präsentieren. In diesem Buch gibt es das Beste aus»What The Fact!« und»Did you know?« – und einen bunten Blumenstrauß an völlig neuen, komplett sinnlosen Fakten. Wusstest du, dass dieses Buch dich kreativ, stark und unbesiegbar machen wird?


 
Was mir an diesem Büchlein zuerst auffiel, war die tolle Innengestaltung - zumeist schwarz- weiß, unterbrochen von farbigen Bildern und einer Leiste, die aussieht wie bei einem Video, aber die Seitenzahlen angibt... super war auch die interessante Durchmischung - zu jedem Themengebiet gab es überraschende, bekannte und auch verrückte Fakten, unterbrochen mit noch verrückteren Geschichten von Taddl und Ardy.
 
"High Heels waren ursprünglich ein Kleidungsstück, das für Männer entworfen wurde. Frauen fingen an, diese zu tragen, um maskuliner zu wirken."
 
Leider war das Buch jedoch recht wenig strukturiert - es wäre viel besser gewesen, wenn die einzelnen Fakten thematisch sortiert gewesen wären :/
 
Ein weiterer Kritikpunkt ist die Unsachlichkeit - klar, die macht das Buch so unterhaltsam, aber wirklich erklärt oder beschrieben sind die Fakten nicht, lediglich wiedergegeben. Ich weiß, darum geht es in dem Buch auch gar nicht, und es heißt ja auch "Völlig unnützes Wissen", aber schade finde ich es trotzdem ;)
 
 
Einfach herrlich! Interessante, schockierende und unnütze Fakten & perfektes "Klugscheiß"- Material, xD Aber halt eben nur die reinen Fakten, ohne Beweis und Erklärung und ohne jegliche Strukturierung...
 
Das Cover hat mich jetzt nicht umgehauen, auch wenn es passend verrückt und modern gehalten wurde... doch die Innengestaltung ist genial!
 
Inhalt: 
Cover: 
 
 
Habt ihr schon mal ein solches Buch voller Fakten und interessanten, wenn auch unwichtigen Informationen gelesen?
 
"Jährlich werden 311 New Yorker von Ratten gebissen. 1519 New Yorker werden jedes Jahr von anderen New Yorkern gebissen."
 
 
 
Source: marys-buecherwelten.blogspot.de/2015/03/what-fact-vollig-unnutzes-wissen.html
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review 2015-03-25 16:55
Überraschend!
Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek: Roman - David Whitehouse,Dorothee Merkel

 

 

 

 

Dieses Buch wollte ich lesen, da mich die Idee eines reisenden Bücherbusses sehr interessiert hat. Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an vorablesen und den Tropen- Verlag!

 

 

 

 

 

 

 


Titel: Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek
Autor: David Whitehouse
Verlag: Tropen
Genre: Roman
Format: Hardcover
Seitenzahl: 314
Reihe: /
  

 


Bobby Nusku fristet seine Tage damit, Haare, Kleidungsstücke und weitere Spuren seiner verschwundenen Mutter zu sammeln und zu archivieren. Er fühlt sich im Haus seines grobschlächtigen Vaters und dessen wasserstoffblonder Freundin ziemlich einsam, besonders nachdem sein einziger Freund Sunny eines Tages wie vom Erdboden verschluckt ist. Die Freundschaft zum Nachbarsmädchen Rosa und ihrer Mutter Val, die Putzfrau in einem Bücherbus ist, gibt ihm Hoffnung und macht ihm Mut, sich gegen sein Schicksal aufzulehnen. Als alles drunter und drüber geht, machen sich Val, Rosa und Bobby gemeinsam mit dem sympathischen Outlaw Joe auf eine verrückte Reise mit Vals Bücherbus quer durch England. Im Gepäck haben sie nur das Nötigste: ihre Freundschaft und eine Menge guter Bücher.


Überraschung. Das ist so ziemlich das erste, dass mir zu diesem Buch einfällt. Überraschung, weil ich einen kurzweiligen Roman erwartet hatte, mit eher seichter Handlung und viel Humor. Überraschung, weil ich mit einem Roadtrip, voller Reisebeschreibungen und Orten gerechnet habe. Überraschung, weil ich auf ein eindeutiges Buch- "leichte Kost" eingestellt war...

Tja, nichts davon wurde war und trotzdem war das Buch... besonders, berührend, beeindruckend.
Zu Anfang war ich etwas befremdet von den Charakteren, ihrem Verhalten und ehrlich gesagt auch dem Schreibstil. Als ich dann verstanden habe, worum es wirklich geht und warum Bobby sich so merkwürdig verhält, war ich... schockiert. Von da an las sich das Buch dann recht gut, auch wenn es eben sehr eigen ist (nicht nur die Charaktere) und auch wenn keine meiner Erwartungen so richtig erfüllt wurde - ernstes und akutes Thema, mehr Vergangenheitsbewältigung denn Reise und viel Interpretationsspielraum - war ich doch sehr betroffen von den verschiedenen Schicksalen, wollte wissen, wie es weitergeht und ob ein "Happy End" überhaupt möglich ist...

Gut hat mir die Einbindung vieler Bücher gefallen und wie sehr diese das "reale" Leben beeinflussen können und Bobby so sehr ins Positive wandeln! Schade nur, dass sie mit den Büchern, ähhhhm... wenig pfleglich umgehen...

 


Ein überraschender Roman über Freundschaft, Liebe, die Bewältigung der Vergangenheit, Tod, Gewalt und Bücher, mit deutlich mehr Tiefe als erwartet!

Das Cover ist wunderschön, im Nachhinein betrachtet (aber auch auf den ersten Blick) unglaublich passend und angeraut, wie richtiges Papier.

Inhalt: 
Cover: 


Eine Reise mit einem Bücherbus, quer durch das Land, ohne Ziel und Plan... wäre das was für euch? Ich denke, es wäre ein großes Abenteuer, dass man nie wieder vergisst und viel von lernt!

 

 

 

Source: marys-buecherwelten.blogspot.de/2015/03/die-reise-mit-der-gestohlenen-bibliothek.html
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review 2015-03-14 00:32
Miranda Beverly-Whittemore - Bittersweet
Bittersweet - Miranda Beverly-Whittemore

Ev Winslow ist reich, beliebt und wunderschön. Alles, was ihre College-Zimmergenossin Mabel nicht ist. Umso mehr freut sich Mabel, als Ev sie einlädt, den Sommer mit ihr in Bittersweet zu verbringen, ihrem eigenen Ferienhäuschen auf dem Landsitz der Winslows in Vermont. Mabel genießt die windzerzausten Segeltörns, das mitternächtliche Schwimmen, Sommerfeste unterm Sternenhimmel, an dem ein Feuerwerk strahlt. Bevor sie weiß, wie ihr geschieht, hat sie alles, wovon sie je geträumt hat: Freunde, die erste Liebe, und zum ersten Mal in ihrem Leben das Gefühl, dazuzugehören. Doch auf die ungetrübten, flirrenden Tage fällt ein Schatten, als Mabel eine schreckliche Entdeckung macht, und sie entscheiden muss, ob sie aus dem Paradies vertrieben werden will – oder die dunklen Geheimnisse der Familie bewahrt, um endlich eine der ihren zu werden. Eine strahlende Familie, die das eigene Dunkel in den Abgrund reißen kann: Bittersweet erzählt von einer scheinbar idyllischen, glamourösen Welt und dem Wunsch einer Außenseiterin, Teil dieser Welt zu sein. Um jeden Preis.

 

 

 

Mabel ist mit einem Stipendium auf einer Eliteuniversität. Ihre Zimmergenossin ist die reiche und natürlich bildschöne Ev. Mabel, eher unscheinbar und etwas pummelig, möchte so sein wie Ev, möchte dazu gehören. Aber es dauert, bis Ev und sie auch Freundinnen werden und Ev Mabel bittet, mit ihr die Sommerferien auf dem Familenanwesen (oder besser gesagt im familieneigenen Urlaubsort) zu verbringen. Das diese wohlhabende und schöne Familie dunkle Geheimnisse hat, ist selbstredend. Und somit versprach das Buch, eine zwar irgendwie bekannte, aber dennoch unterhaltsame Geschichte bereit zu halten.

Bis zur Hälfte habe ich das Buch auch wirklich gerne gelesen. Danach wurde es immer mehr zu eine Art Verkehrsunfall: schrecklich, aber ich musste einfach weiter hingucken bzw weiterlesen.

Ein ganz großes Manko des Buches hat mich schon fast von Beginn gestört: Die Dialoge. Sie sind einfach furchtbar und werden immer furchtbarer im Laufe des Buches. So unnatürlich und gestelzt redet niemand. Ich hatte auch immer das Gefühlt, irgendwas verpasst zu haben innerhalb eines Gesprächs, weil die Figuren so sprunghaft und wage miteinander sprachen. Aber das hat mich bis zur Mitte des Buches nur peripher gestört. Zu sehr habe ich da noch Spaß beim Lesen gehabt. Mabel wandelt mit so großen Kinderaugen durch diese schöne reiche Welt, das man sich ihr gerne anschließt. Das sie selbst ein bescheidenes Elternhaus hat und das es da irgendein geheimnisvolles Unglück mit ihrem Bruder gab, ahnt man da schon. Mabel ist auch keine liebenswerte Person. Ich persönlich habe mit unsympathischen Hauptfiguren keine besonderen Probleme. Ich muss den Erzähler nicht mögen oder mich mit ihm identifizieren. Mabel ist in ihrem Neid, ihrer Wankelmütigkeit, ihrem Egoismus aber auch sehr real. In allen Problemen, die rund um Evs Familie auftauchen, denkt sie immer gleich, was es für sie und ihre Stellung in diesem Kreis bedeuten würde. Sie weiß auch, das sie nicht immer passend reagiert oder aus den falschen Gründen etwas empfindet. Das macht sie sehr real.

Mabel wird von einer von Evs Tanten auf das dunkle Familiengeheimnis angesetzt. Mabel scheut sich nicht, der Familie, die ihr so großzügig ihren Sommerurlaub finanziert, hinterher zu spionieren. Alle Personen bleiben schwer zu durchschauen, weil sie einfach so merkwürdig interagieren. Nach der Hälfte des Buches wird es leider immer merkwürdiger. Mabel und Ev sind ca 18 Jahre alt. Gerade Mabels Stellung zu anderen Personen in dem Buch wird stark überbewertet und wäre eher einer älteren Person angemessen. Allerdings verhalten sich die beiden aber doch eher wie 18jährige, besonders wenn es um Liebesdinge geht. Auch nimmt Mabel einen Flirt der 14jährigen Schwester von Ev extrem ernst. Mabels Position bzw ihre Wirkung auf die Familie werden nach der Hälfte geradezu unwahrscheinlich. Auch die ganze Situation in dem Urlaubsort ist eher märchenhaft. So reich wie die Familie ist, so ärmlich sind oft die Cottages. Es gibt nur ein Telefon in der ganzen Anlage und Handyempfang natürlich gar nicht. Zudem schlafen alle Beteiligten extrem viel. Wenn eine Person gerade nicht gebraucht wird, geht sie einfach zu Bett und fällt in einen tiefen Schlaf.

Fazit: die Geschichte verspricht zu Anfang viel. Auch finde ich die unsympathische Mabel sehr realistisch. Aber nach ca. der Hälfte des Buches kippt das Buch zusehends in Unglaubwürdige, alle bis dahin schon zu sehenden aber noch nicht entscheidenden Mängel treten immer stärker hervor und machen das Buch gegen Ende fast zu einem Märchen. Evt. ist es als Jugendroman angelegt und deswegen so schlicht aufgebaut. Dann hätte es aber so gekennzeichnet werden müssen und mich somit hätte warnen können. Diese ganze Familie, ihr Wohnsitz, alle Hundertdrölfzig urlaubende Verwandte, die Liebegeschichten, Mabels Stellung in der Geschichte machen das Ganze im Laufe des Buches zu einer sehr unwahrscheinlichen und realitätsfernen Angelegenheit. Bis ca. zur Hälfte habe ich mich, wie gesagt, noch relativ gut unterhalten gefühlt. Aber im letzte Viertel kippt den Buch derart ab ins Abstruse, das ich leider nicht mehr als 2 Sterne geben kann.

Der Titel "Bittersweet" bezieht sich übrigens auf Evs Cottage, das diesen Namen trägt.

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review 2015-02-11 23:59
Jonathan Evison - Umweg nach Hause
Umweg nach Hause: Roman - Jonathan Evison,Isabel Bogdan

Vielen Dank an Vorablesen für diesen Buchgewinn

 

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Ben geht’s nicht gut – weder persönlich noch finanziell. Nach einem Crashkurs in »häuslicher Pflege« heuert er bei Trevor an, einem zynischen Jugendlichen, der im Rollstuhl sitzt. Gemeinsam fahren sie mit dem VW-Bus quer durch die USA, um Trevs Vater zu besuchen – eine Reise voller skurriler Abenteuer beginnt. Ben hat einen schrecklichen Schicksalsschlag hinter sich und besitzt keinen Penny mehr, als er die Pflege von Trev übernimmt, der unheilbar krank ist. Sein Vater Bob, ein hoffnungsloser Tollpatsch, sucht gleich nach der Diagnose das Weite, was ihm in der Familie natürlich keiner verzeiht. Doch Ben fühlt mit dem verstoßenen und reuigen Vater und überzeugt Trev, im Auto von Washington State nach Salt Lake City zu fahren, um ihn zu besuchen. Auf dem Weg nehmen sie die Anhalterin Dot mit und kommen an den verrücktesten Sehenswürdigkeiten vorbei. Sie gabeln eine reifenwechselnde Schwangere auf, werden von einem Auto verfolgt, in dem ganz jemand anderes sitzt als vermutet, und lernen schließlich, dass man sich irgendwann seinen Problemen stellen muss. Ein bewegender Roman voller skurriler Situationskomik, der glücklich macht.

 

 

“Umweg nach Hause” ist ein phantastisches Buch. Phantastisch nicht in dem Sinne, das es phantastisch gut wäre, sondern das es eine phantastische, sprich unwirkliche Geschichte erzählt.

 

Ben hat durch einen schlimmen Unfall seine beiden Kinder verloren. In Folge dessen hat ihn seine Frau verlassen, die mit dem tragischen Verlust besser umgehen kann. Ben hat sich arrangiert, aber eigentlich ist er ohne seine Familie ein Versager. Er hatte schon in seiner Ehe keinen richtigen Job, seine Frau war die Ernährerin. Daran ist ja nichts auszusetzen. Aber im Grunde fühlt es sich deswegen elend. Und er fühlt sich natürlich an dem Tod seiner Kinder schuldig.

 

Einer seiner Jobs bringt in zu Trev, der an einer Muskelschwäche leidet und im Rollstuhl sitzt.Irgendwie brechen die beiden dann zu einem Roadtrip auf. Dabei lesen sie eine Anhalterin auf und treffen auf ein hochschwangeres Mädchen und ihren Freund. Alle landen bei Ben und Trev im Auto. So fahren sie quer durch die USA.

 

Der Klappentext verspricht diesen Roadtrip zu verrückten Sehenswürdigkeiten, wie z.B.das größte Loch oder Etagentoiletten. Der Trip beginnt aber erst nach ca. der Hälfte des Buches. Die Sehenswürdigkeiten, die vorher schon ein Thema waren, da Trev diese Dinge an einer Landkarte zu kartographieren pflegte, werden nur im Vorbeifahren abgehandelt. Das Buch verspricht da mehr als es hält. Im Grunde geht es um eine handvoll Egoisten, die um ihren eigenen Bauchnabel kreisen und nur so langsam irgendwie merken, das es andere Menschen gibt, die ebenfalls Probleme haben. Jeder einzelne suhlt sich in seinem Elend. So abstrakt die Figuren auch sind, diese Erkenntnis ist eine der wenigen wahren in dem Buch. Überhaupt ist dies ein merkwürdiges Buch. Es erzählt irgendwie eine wahllose Geschichte mit merkwürdigen Figuren. So etwas passiert nicht in real. Was das Buch dann zu einem Durchmarsch macht ist der lockere Erzählstil Der Autor kann wirklich gut schreiben. Er ist zugleich witzig und doch tiefgründig. Die Story ist auch OK, wenn sie auch über die ganze Zeit doch sehr konstruiert und unwirklich erscheint. So liest sich dieses Buch flott weg, ist aber eigentlich totales Zuckerwerk. Es ist gefällig und leicht zu konsumieren, hier und da ist ein guter und tiefgründiger Gedanke. Ein Feel-Good-Buch. Im Grunde erzählt es aber traurige Geschichten. Aber da es so absolut amerikanisch, so weltfremd und seltsam ist, packt es dann doch nicht wirklich. Die meisten Figuren nerven zudem. Ben ist nur weinerlich und absolut Ich-bezogen. Sogar seine Kinder nerven in den Rückblenden. Dot nervt. Trev nervt (jedenfalls zu beginn). Alle nerven irgendwie.

 

“Umweg nach Hause” ist vorgeschobene Tiefgründigkeit, die nett unterhält, aber absolut nicht realitätsnah ist. Man kann dieses Buch durchaus als tiefgreifendes, trauriges Buch begreifen. Der Kernpunkt ist durchaus zu erkennen. Trotzdem hat mich das Buch nicht wirklich berührt (außer bei dem schrecklichen Unfall von Bens Kindern). Vielleicht liegt mir auch die lockere Art nicht, mit der hier mit den Tragödien umgegangen wird. Mir erschien es etwas zu gewollt. Trotzdem mochte ich den Schreibstil des Autors sehr. Somit bin ich etwas hin und her gerissen und bleibe deswegen bei der Punktevergabe in der Mitte.

 

Source: lavendercoriander.wordpress.com
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