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review 2018-11-06 10:57
Überflüssiges Manifest gegen die Banalität
Sieben Nächte - Simon D. Strauss

Simon Strauß wurde 1988 in die kulturelle Elite Deutschlands hineingeboren. Sein Vater ist der populäre Autor und Dramatiker Botho Strauß, seine Mutter die Moderatorin und Autorin Manuela Reichart. Er studierte Altertumswissenschaften und Geschichte in Basel, Poitiers und Cambridge und promovierte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Bereits während seines Studiums arbeitete er als freier Journalist für die Baseler Zeitung, die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Allgemeine Zeitung, bei der er seit 2016 als Feuilleton-Redakteur im Theater-Ressort angestellt ist. 2017 veröffentlichte er seinen Debütroman „Sieben Nächte“ und löste damit eine hitzige Debatte aus. Das Buch unterstütze „die Agenda der Rechten“, wurde in der taz geurteilt. Als ich „Sieben Nächte“ zu lesen begann, wusste ich nichts von dessen Umstrittenheit. Ich wählte es aus, weil ich für eine Challenge ein Buch über die sieben Todsünden lesen sollte.

 

Sein 30. Geburtstag naht. 30 werden – bedeutet das nicht, erwachsen zu werden, erwachsene Entscheidungen zu treffen? Hausbau, Baumpflanzung, Familiengründung. Von den wilden Zeiten Abschied nehmen. Nur war er niemals wild. Er war niemals rebellisch. Sein Leben wird vorbei sein, bevor er jemals richtig lebte. Doch ein wenig Zeit bleibt ihm noch. Ein wenig Zeit, um alles nachzuholen. Er will seine letzte Chance nutzen, der Angst vor dem Erwachsenwerden ins Gesicht lachen. In sieben Nächten will er die sieben Todsünden begehen. Sieben Mal um sieben Uhr über die Stränge schlagen, habsüchtig, neidisch, wollüstig, hochmütig, träge, zornig und maßlos sein. Intensität spüren, bevor es zu spät ist. Bevor ihn die graue Gewohnheit einholt. Bevor er 30 wird.

 

Als ich nach der Lektüre von „Sieben Nächte“ von der darum kreisenden Debatte und der harschen Kritik, die sich Simon Strauß gefallen lassen musste, erfuhr und über das Buch nachdachte, kam ich zu dem Schluss, dass die unterstellte Lesart tatsächlich möglich ist. Es ist sehr männlich und sehr weiß. Das sollte niemanden überraschen, weil Strauß meinem Verständnis nach aus einem konservativen Umfeld stammt. Er ist vermutlich kein Rechtspopulist, aber sicher kein linker Revoluzzer. Letztendlich interessiert mich die ganze Aufregung allerdings nicht die Bohne, denn meiner Ansicht nach ist das Buch großer Murks. Da ich 1989 geboren wurde, sind Simon Strauß und ich Teil derselben Generation, doch da enden unsere Gemeinsamkeiten dankenswerterweise bereits. Ich fühle mich zutiefst beleidigt von der Aussage, „Sieben Nächte“ sei möglicherweise das Buch meiner Generation. Wisst ihr, was ich herauslas? Das pseudointellektuelle, selbstmitleidige Gejammer eines privilegierten jungen Mannes, der mit einem goldenen Löffel im Mund auf die Welt kam. Ich empfinde dieses Debüt als völlig überflüssiges Manifest, in dem Strauß seine kleinlichen Ängste vor Stillstand in seinem Leben schildert und sich darüber beklagt, offenbar niemals mutig, rebellisch, unangepasst und kreativ genug gewesen zu sein, um sich eine zufriedenstellende Identität zu erstreiten. Ich gestehe ihm seine Emotionen natürlich zu und ich kann verstehen, dass ihn die drohende nichtssagende Banalität seiner Existenz erschreckt. Ich halte ihn für einen Gefangenen seiner Wohlfühlzone. Doch ich kann nicht nachvollziehen, wieso er unfähig ist, etwas zu ändern und sein Leben aufregend, abwechslungsreich und lebendig zu gestalten. Der 30. Geburtstag ist nun wahrlich kein Todesurteil. Die sehr frühe Midlife-Crisis, die Strauß hier dokumentiert, wirkte auf mich unangebracht und vollkommen übertrieben. Wir leben in komplett unterschiedlichen Dimensionen. Ich glaube, er musste niemals kämpfen, niemals Dreck schlucken und wieder aufstehen. Seine nominell beeindruckende Biografie scheint eine kuschlig weiche Abfolge von Annehmlichkeiten gewesen zu sein, die einem festen Plan gehorchte. Er nahm niemals Umwege, Abkürzungen oder unebene Trampelpfade. Wer niemals kämpfen muss, findet auch nie heraus, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Sein diffuser Wunsch, Intensität und Leidenschaft zu erfahren, ist ungerichtet. Daher weiß er sich nicht anders zu helfen, als die sieben Todsünden auszuführen, um auszubrechen. Diese Taktik scheitert selbstverständlich kläglich, denn er weiß überhaupt nicht, was ihn berühren könnte und interpretiert die Sünden zahm und viel zu beherrscht. Er schlägt eben nicht über die Stränge, er wagt nichts. Mir wären da ganz andere Möglichkeiten eingefallen. Ihm fehlen Fantasie und der Kontakt zu seinem inneren Kind. Ich respektiere, dass Strauß ein sehr reflektierter Mensch ist. Viele seiner gesellschaftlichen Überlegungen, die er in „Sieben Nächte“ anstellt, enthalten eine Menge Wahrheit. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass er über das Wundersame, das Magische im Alltäglichen zu staunen vermag. Er ist ein ewig Suchender, der weder Zufriedenheit noch Glück findet, weil er dem konservativen Märchen des perfekten Lebenslaufs erlegen ist.

 

Ich bedauere Simon Strauß. Statt sich auf alles zu freuen, was ihn in seiner Zukunft erwartet, ängstigt ihn sein 30. Geburtstag. Er trauert der Idee einer Vergangenheit nach, die er niemals hatte. Ich hoffe sehr, dass seine Gefühle in meiner Generation nicht allzu verbreitet sind. Das wäre tragisch. Ich teile seine Sorgen glücklicherweise nicht. Ich fürchte mich nicht davor, 30 zu werden, denn ich begreife Erwachsenwerden völlig anders. Es ist ein nie endender Prozess; man ist nicht von heute auf morgen erwachsen. Es existiert keine Reifeprüfung. Ich kann über Strauß‘ egozentrische Identitätskrise nur den Kopf schütteln. Ich erkenne mich weder in ihm, noch in seinem „Problem“ wieder. „Sieben Nächte“ ist meiner Meinung nach die Dokumentation seiner emotionalen Taubheit und seiner Unfähigkeit, sich von gesellschaftlichen Normen zu befreien. Sein Leben war schnurgerade. Er erreichte bereits in jungen Jahren viel. Aber offenbar hat er nie gelebt.

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2018/11/06/simon-strauss-sieben-naechte
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text 2016-11-22 16:57
Jenseits der Dunkelwelt - Roman - Taschenbuch und Ebook

 

 

 

Der psychologische Roman entführt den Leser in die Welt einer inneren Zerreißprobe des verzweifelten Familienvaters Karl Sandhauser nach seiner wahren Bestimmung. Auf der Suche nach mehr Freiheit wird er zwischen familiären und beruflichen Alltagspflichten und Sehnsucht nach einem anderen Leben zerrieben. Für seine Ziele schreckt er auch vor Verbrechen nicht zurück und landet schließlich in der Psychiatrie. Dort begegnet er zwei geheimnisvollen Frauen, die ihn über die erweiterte Wirklichkeit aufzuklären beginnen und damit sein Wesen langsam verändern.

 

Alles was er nun plant und ausführt steht unter der Grenzmarkierung von Wahn und Wirklichkeit, Bewusstheit und Unbewusstem, Realität und Fiktion.
Ertrinkt er im Strudel der Ereignisse? Und steckt nicht in uns allen auch die Energie der Verzweiflung, die selbst vor Verbrechen nicht halt macht, wenn nur der innere Druck groß genug ist?

 

Restbestände der Taschenbuch-Ausgabe sind über die Homepage der Autorin zu beziehen: www.christa-schyboll.de

 

Ebook: Jenseits der Dunkelwelt - Ebook

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review 2016-10-05 00:00
Midlife Crisis
Midlife Crisis - Rob Rosen Book – Midlife Crisis
Author – Rob Rosen
Star rating - ★★★★☆
No. of Pages – 182

Cover – Good
POV – 1st person, one character
Would I read it again – Maybe

Genre – LGBT, Romance, Crime/Mystery, Midlife Crisis


** I WAS GIVEN THIS BOOK, BY THE AUTHOR/PUBLISHER, IN RETURN FOR AN HONEST REVIEW **
Reviewed for Divine Magazine


Midlife Crisis is that mix of all the things you're looking for in a pick-me-up book: Mystery, romance, sexy stuff and a good giggle. It certainly picked me up on a God-awful day.

I love a good who-dun-it, so the mystery aspect of this one really worked for me. Sure, parts of it were a little incredulous, but that was the whole fun of it. The book didn't take itself too seriously, so I as a reader didn't either. This was more your Miss Marple – someone stumbling into something they, on paper, shouldn't be stumbling into – rather than your Poirot, where a profession gets sucked into another case.

Jack was a hottie, with money, but a love-loser life. He had everything and nothing – great parents, who were a hoot, a great best friend, a good job/money and a nice home, but he didn't have love, luck or even the closure of a past love to keep him going. So began his adventure. And, boy, it was a doozie!

I don't want to give the plot away, but I will say that I loved all the main characters – Jack, his mother!, Monroe, Dave and even Bing. But it was really in the last 10-15% that you really saw their true colours shine through so bright. And that was brilliant too.

Down side? Well, this is an unedited and unformatted ARC, so I had some trouble reading it. There were a few editing issues – nothing that needed to really be taken into account for my rating, because I'm sure they'll be fixed before publication. The formatting was also negligible, since I knew going in that it was unformatted. I only mention it, because it was tiring trying to follow the story while there were a few spaces missing, so words blended together. BUT, this is nothing anyone needs to worry about; it's all the unedited/unformatted part and nothing that will appear in the published version.

So, why is it a 4 and not a 5? I can't honestly pin-point it. I had a good giggle and I was surprised by some of the mystery/crime resolutions – which rarely ever happens to me! – but I guess there was just something indefinable missing for me. Possibly that something that would make me read it again? I'm not sure. It feels like the kind of book you'd read and it stays with you, so re-reading isn't really necessary, if you know what I mean?

Overall, though, it was a well plotted, well written piece of slap-stick comedy, with enough romance, mystery/crime and slap-and-tickle (sorry, I couldn't help myself. It felt so appropriate!) to satisfy any reader of the genre.

~

Favourite Quote

“He wants us to go on a diet together. I promised to love, honor and cherish. There was no mention of a diet. I would've remembered such a thing.”

“Dave might've been quick, but no one was quicker than Ma. Ma knew when I was up to no good even before I was awake. Ma had my punishment figured out a week in advance.”
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review 2016-08-16 19:43
The things we do for love, the things we do for love...
Midlife Crisis - Rob Rosen

Like walking in the rain and the snow
When there's nowhere to go
And you're feelin' like a part of you is dying
And you're looking for the answer in his eyes.
You think you're gonna break up
Then he says he wants to make up.

The Things We Do For Love

by 10 CC (with a little editing from me)

 

Sometimes when I'm reading a book things just pop into my brain randomly and 10CC's song 'The Things We Do For Love' was one such thing as I read this book. I haven't read a lot by Rob Rosen but I have to admit I'm glad this was one of them. 

 

'Midlife Crisis' was both a mystery and a romance with a lot of tongue-in-cheek humor thrown in. Jack is 35 years old and his latest relationship has just ended so he's having a bit of a pity party when his friend Monroe stops by for some Coke (of the cola variety) and to dispense a bit of sage advice in the form of a walk down the memory lane of Jack's love life which culminates with the memory of Jack's first love who of course was also the one that got away...Bing O'Malley (hey, I did not name this guy, sadly someone thought his parents should be allowed to. What the hell, it worked for Bing Crosby, right?). It's with a great deal of determination that Jack decides to go back to his hometown of Ono, California and yes, it is pronounce oh-no! trust me it's appropriate. This is where his search for Bing and in many ways his journey to get his own life back on track begins.

 

While Jack may have been the main character in this story he definitely was not the only 'character' there was Jack's mother and his father but especially his mom. She was one unique individual, Chompers the dog, David the hospital nurse and former high school bully who it turns out was more in the closet than bully, there was of course Bing, Monroe and his husband Paul, and just for good measure lets add in a host of small town characters and more twist and turns than a piece of abstract art.

 

I loved that like most of us Jack's hindsight was considerably better than his foresight and he was fully aware of this and like most of us it was more than a little annoying at times. 

 

I'm not really sure how to explain the humor in this book, it was quirky and at times it was even a bit lame but in a rather entertaining way. It just really, really worked for me. I was totally entertained and amused from start to finish and yet there were a couple of things that didn't work too well for me and honestly I'm not going to delve into them because in the overall scheme of things they didn't spoil the book for me or take away from the entertainment factor so really not worth spending any time on. 'Midlife Crisis' is however, worth considering if you're looking for a romantic, mystery that tends to poke at life and love with a very tongue-in-cheek and totally irreverent attitude.

 

********************

A copy of 'Midlife Crisis' was graciously provided by the author in exchange for an honest review.

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review 2016-08-07 19:41
Men and sheds
A Shed of One's Own: Midlife without the Crisis - Marcus Berkmann

Witty, insightful, poignant and thought-provoking, for men of a certain age Marcus Berkmann's book provides a useful compass with which to navigate those twilight years, with humour rather than resignation, grace rather than grumpiness. Should be compulsory reading for all men with the potential to age predictably.

Source: www.goodreads.com/review/show/1521167368
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