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review 2017-12-13 11:01
Er ging Zigarettenholen
Frankenstein - Mary Shelley

„Frankenstein“ (Untertitel: „The Modern Prometheus“) von Mary Shelley ist meiner Meinung nach Pflichtlektüre, interessiert man sich für Fantastik- und Science-Fiction-Literatur. 1818 anonym erstveröffentlicht, entwickelte es sich zu Shelleys bekanntestem Werk, das die Pop-Kultur wie kein zweites prägte. Die damals 18-jährige Autorin wurde von einem Albtraum inspiriert, der sie 1816 heimsuchte, während sie in Begleitung ihres Ehemannes Percy Bysshe Shelley und ihrer Stiefschwester Claire Clairmont Lord Byron in Genf besuchte. Bis heute ist umstritten, welche Einflüsse Mary Shelleys Traum auslösten, es scheint jedoch sicher, dass der in der Gruppe diskutierte Galvanismus ein entscheidender Faktor war. Für mich spielt es letztendlich keine Rolle, warum Shelley die Geschichte des Wissenschaftlers Victor Frankenstein niederschrieb – ich freue mich einfach, dass ich sie 200 Jahre später lesen kann.

 

Von Kindesbeinen an wird Victor Frankenstein von seinem unstillbaren Verlangen nach Erkenntnissen getrieben. Sein Wissensdurst ist grenzenlos. Er trachtet danach, die Geheimnisse von Leben und Tod zu entschlüsseln. Als Student in Ingolstadt profitiert er von den jüngsten Ergebnissen der modernen Forschung des 19. Jahrhunderts. Erfüllt von fieberhaftem Ehrgeiz gelingt ihm, wozu nur Gott fähig sein sollte: die Belebung toten Fleisches. Berauscht erschafft Frankenstein die unheilige Kopie eines Menschen. Doch seine Schöpfung entpuppt sich als abstoßend, monströs. Angewidert von der Frucht seiner Arbeit wendet sich Frankenstein ab. Die Ablehnung seines pervertierten Kindes wird ihm zum Verhängnis, denn das Monster weigert sich, seine Zurückweisung zu akzeptieren. Verbunden durch gegenseitigen Hass beginnen Schöpfer und Schöpfung einen tödlichen Tanz, der sie bis ans Ende der Welt führt.

 

„Frankenstein“ von Mary Shelley gilt als der erste Science-Fiction-Roman der Geschichte. Es ist immer schwierig, einen Klassiker, der so großen Einfluss auf Literatur und Kultur hatte, zu rezensieren. Oberflächlich scheint „Frankenstein“ lediglich der Unterhaltung zu dienen; erst in der Tiefe offenbaren sich zahlreiche elementare Themen, die sich um die zentrale Schöpfungsgeschichte des namenlosen Monsters herumranken. Dadurch entsteht eine verblüffende Ambiguität, die eine gradlinige Einteilung in Gut und Böse strikt verweigert. Die psychologisch konsequente, realistische Konstruktion der Protagonisten erlaubt der Geschichte, weit über diese engen Dimensionen hinauszuwachsen. „Frankenstein“ enthüllt sich als Tragödie dunkelster Couleur, die unausweichlich fatal enden muss. Ich war in vielerlei Hinsicht von der Lektüre überrascht. Am meisten erstaunte mich, dass ich Victor Frankenstein seinem Monster vorzog. Ich bin vom Gegenteil ausgegangen. Ein Grund ist sicher die Ich-Perspektive des ehrgeizigen Wissenschaftlers, doch diese Erklärung genügt nicht, um meine Schwierigkeiten mit dem Monster zu determinieren. Obwohl ich den Status der Kreatur als einsame, enttäuschte und verlassene Schöpfung anerkenne und objektiv Mitgefühl empfinde, stieß mich ihre aggressiv-explosive Seite ab. Das Monster ist kein rehäugiger, sanfter Galan, es wird von Zorn und Rachsucht beherrscht. Selbstverständlich sind diese Gefühle gerechtfertigt, aber die Verbissenheit, mit der es eine tödliche Fehde mit Frankenstein provoziert, erschien mir kleingeistig, selbstzerstörerisch und seines intellektuellen Potentials nicht würdig. Anstatt die Zurückweisung seines Schöpfers als Chance zu interpretieren und seine miserable Existenz eigenständig zu verbessern, reagiert es jähzornig und gewalttätig, wenn seine plumpen, ungelenken Versuche, Kontakt mit der Gesellschaft aufzunehmen, scheitern und versteift sich auf die widerwärtig egoistische und gewissenlose Idee, Frankenstein schulde ihm eine Gefährtin. Als dieser ablehnt, gewinnt der obsessive Hass des Monsters auf seinen Schöpfer die Oberhand. Aufgrund dieser Negativentwicklung war ich nicht in der Lage, mich dem Monster emotional zu nähern. Das heißt jedoch nicht, dass ich Victor Frankenstein als Opfer betrachte. Von Arroganz geblendet und frei von Demut schwingt er sich eigennützig zum Schöpfer auf, leugnet seine menschliche Fehlbarkeit, die ihm erst der erschreckende Anblick seiner Schöpfung vor Augen führt. Er bereut, dass er keinen Menschen nach seinem Abbild formen konnte. Er bereut nicht, sich überhaupt an der Schöpfung vergangen zu haben. Er ist sich bis zum Ende keiner Schuld bewusst, spricht sich von jeglicher Verantwortung frei und weigert sich, sein Versagen hinsichtlich seiner bizarren Elternrolle einzugestehen. Mit seiner gleichgültigen Grausamkeit verdammt er das Monster und sich selbst unwiderruflich. Die Sünde, seine Schöpfung im Stich zu lassen, ist unverzeihlich. Victor Frankenstein ist ein Vater, der Zigarettenholen ging und nie zurückkehrte.

 

Mary Shelley war ihrer Zeit weit voraus. Nicht nur literarisch, als Begründerin eines komplett neuen Genres, sondern auch gesellschaftsphilosophisch. „Frankenstein“ ist eine anregende Diskussion des Rechts auf Leben, der Position des Individuums in der Gesellschaft und des Grabens zwischen Schöpfer und Schöpfung. Obwohl Mary Shelley keine überragende Autorin war, kaschierte sie ihre Schwächen elegant und wirkungsvoll, indem sie sich hinter ihrer Geschichte völlig zurücknahm und ihren Figuren bescheiden das Rampenlicht überließ. Für mich war die Lektüre interessant und wertvoll, weil sie mir die ursprüngliche Form der Legende des Victor Frankenstein fernab von verfälschten Verfilmungen näherbrachte, die Erzählung, die der historische Beginn der Science-Fiction war. Ich hoffe, dass Mary Shelley im Jenseits beobachten kann, wie viel sie für die (weibliche) Literatur getan hat und sich daran erfreut, dass ihr Roman, der einst einem Albtraum entsprang, 200 Jahre nach seinem Erscheinen noch immer gelesen wird.

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2017/12/13/mary-shelley-frankenstein
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review 2017-12-13 09:22
Burning Through Their Eyes by Eugene Knigh
Burning Through Their Eyes - Eugene Knig... Burning Through Their Eyes - Eugene Knight

Burning Through Their Eyes by Eugene Knight is a thriller/science fiction book that was a fast, interesting book to read. I was mesmerized. I gave it four stars only because of the grammatical errors, typos and homonyms. This did not reflect on the quality of the author's writing.

 

Toby, his wife and twin sons have their life interrupted by a kidnapping of one of their infant sons. It's related to his job at the University that is controlled by the NSA. It's a disturbing story about mind manipulation.

 

I received a complimentary copy from Createspace and NetGalley. That did not change my opinion for this review.

 

Link to purchase: https://www.amazon.com/gp/product/1544691130

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text 2017-12-13 01:10
Reading progress update: I've read 200 out of 336 pages.
A Christmas Carol and Other Christmas Writings - Charles Dickens,Michael Slater

Never make bargains with phantoms.

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review SPOILER ALERT! 2017-12-13 00:18
16 Tasks of the Festive Season: Square 8 - Las Posadas: A Christmas House Party, the Murderous Way
Murder for Christmas - Francis Duncan,Geoffrey Beevers
Murder for Christmas - Francis Duncan

Book themes for Las Posadas: Read a book dealing with visits by family or friends.

 

Christmas house parties were definitely "a thing" with the Golden Age mystery writers -- small wonder since they are, in essence, nothing but a seasonal subspecies of the subgenre that, perhaps, has come to be more synonymous with Golden Age detective fiction than any other subgenre: the country house mystery.  So it's no surprise that Francis Duncan, who published some 20 mystery novels between the 1930s and the early 1950s, but who was quickly and thoroughly forgotten after his books had fallen from favor,* turned to the subject as well, sending his amateur detective (and retired tobacconist) Mordecai Tremaine to the English countryside to attend the Christmas party of wealthy Benedict Grame.  But what begins like a true-blue Dickensian Christmas extravaganza, with Grame doing his level best to mime the likes of Samuel Pickwick and Mr. Fezziwig (Father Christmas / Santa Claus suit, presents on the Christmas tree, and all), in due course inevitably turns into a ghastly crime scene.  The victim is Grame's closest associate; a man whom some, but by far not all of those present seem to have a reason to dislike, but who to Tremaine seemed decidedly more "on the level" than some of the other guests, who had exhibited an unexplicable tension even before, and whose nerves now seem to resemble bow strings a fraction of a second before breaking point.

 

Few of the party's guests actually struck me as likeable -- but while I would have been quite happy to live with this in and of itself (which is, after all, par for the course of the average country house mystery), the solution 

makes clear that Duncan's real purpose here seems to have been to turn Christmas (particularly the Dickensian Christmas clichés) on its (or their) head, and the final reveal in the book's last pages contains a brutal about-face,which

(spoiler show)

considerably marred my enjoyment of the story, even if I had seen parts of it coming and my early suspicion as to the murderer's identity (though not their motive) turned out to be correct.

 

I own a print edition of this book, which I did pull for reference purposes on occasion, but I primarily listened to the deligihtful unabridged audio recording narrated by Geoffrey Beevers, who finds just the right tone for each situation and character.

 

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

 

* As the Guardian reports, even his publisher no longer knew anything about him when Murder for Christmas was undusted and became a surprise revival hit -- it took for the author's children to see the book at their local Waterstone's to become aware of the publisher's appeal for information and get in touch with them.

 

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text 2017-12-12 23:48
Reading progress update: I've listened 376 out of 990 minutes.
Children of Time - Adrian Tchaikovsky,William Henry Hudson

The debate on its purpose and meaning – on the lesson that the arrival of such a prodigy was intended to teach – lasted for generations, over the whole span of the creature’s long life and beyond. Its behaviour was strange and complex, but it seemed mute, producing no kind of gesture or vibration that could be considered an attempt at speech. Some noted that when it opened and closed its mouth, a cleverly designed web could catch a curious murmur, the same that might be felt when objects were pounded together. It was a vibration that travelled through the air, rather than across a strand or through the ground. For some time this was hypothesized as a means of communication, provoking much intelligent debate, but in the end the absurdity of such an idea won out. After all, using the same orifice for eating and communication was manifestly too inefficient. The spiders are not deaf, exactly, but their hearing is deeply tied into their sense of touch and vibration. The giant’s utterances, all the frequencies of human speech, are not even whispers to them.

 

The spiders are awesome. They also see value in preserving ecological diversity.

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