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review SPOILER ALERT! 2019-02-21 15:13
Das Lied der Krähen // Six of Crows!!!
Das Lied der Krähen: Roman (Glory or Grave, Band 1) - Michelle Reid,Leigh Bardugo

german and english review (not spoilerfree)

 

 

Inhalt: Ketterdam – pulsierende Hafenstadt, Handelsmetropole, Tummelplatz zwielichtiger Gestalten: Hier hat sich Kaz Brekker zur gerissenen und skrupellosen rechten Hand eines Bandenchefs hochgearbeitet. Als er eines Tages ein Jobangebot erhält, das ihm unermesslichen Reichtum bescheren würde, weiß Kaz zwei Dinge: Erstens wird dieses Geld den Tod seines Bruders rächen. Zweitens kann er den Job unmöglich allein erledigen …
Mit fünf Gefährten, die höchst unterschiedliche Motive antreiben, macht Kaz sich auf in den Norden, um einen gefährlichen Magier aus dem bestgesicherten Gefängnis der Welt zu befreien. Die sechs Krähen sind professionell, clever, und Kaz fühlt sich jeder Herausforderung gewachsen – außer in Gegenwart der schönen Inej …

 

Meine Bewertung: Noch nie war der Hype bei einem Buch so gerechtfertigt, wie bei diesem Buch. Es ist wirklich schon lange her, dass mich ein Buch gleich von Anfang an so begeistert hat.

 

Als allererstes muss ich sagen, dass ich zwar nicht der größte Fan von der Grischa Trilogie war, dass ich mich aber wirklich unheimlich gefreut habe, mit diesem Buch und der Reihe, wieder zurück in die Grischa Welt einzutauchen, denn ich finde sie einfach unheimlich spannend und interessant.

 

Als zweites muss ich anmerken, dass mir der Schreibstil der Autorin in diesem Band wirklich um einiges besser gefallen hat als bei den Grischa Büchern,

 

Dann kommen wir zu den Charakteren, denn über die habe ich eine ganze Menge zu sagen. MEINE KINDER. Ich liebe sie alle, sie sind alle so wunderbar vielschichtig. Natürlich sind mir andere schneller ans Herz gewachsen als andere aber am Ende des Buches, sind sie alle meine Kinder und ich will nur das Beste für jeden von ihnen.

 

Kaz. Er ist schon ein verdammter Schweinehund...aber ich liebe ihn. Ich finde ihn unheimlich spannend und interessant.

Inej. Mein Herz. Das Phantom hat sich sofort in mein Herz geschlichen als sie zum ersten Mal aufgetaucht ist.

Nina. NINA. Ich hab so viele heftige Gefühle wenn es um Nina geht. Mein Baby.

Jesper. Ich liebe den wunderbaren Idioten, der so viel Humor in die Runde bringt und immer einen Spruch auf den Lippen hat.

Wylan. Der kleine Welpe verdient eine heiße Tasse Tee und eine warme Decke um seinen Schultern, die ihm das Gefühl gibt, dass er etwas ganz besonderes ist und dass es Menschen gibt, die ihn wertschätzen können.

Und zu guter letzt Matthias. Wir hatten einen verdammt holprigen Start und seine Mordgedanken gegenüber Nina haben mich eine zeitlang extrem blind ihm gegenüber gemacht. Aber mit der Zeit ist er mir wirklich immer mehr ans Herz gewachsen, weil er wirklich so eine Wandlung hinter sich hat. ICH LIEBE SIE ALLE.

 

Da kommen wir gleich zu den Beziehungen in dem Buch und Mann, Mann, Mann, hab ich da noch mehr Gefühle allen und jeden gegenüber.

 

Kaz und Inej. Die Beziehung der Beiden ist wirklich so was von kompliziert und sowas von frustrierend  ABER HI, mein Name ist Nicole und ich lasse mir gerne von fiktiven Charakteren das Herz brechen. Kaz als Inej super schwer verletzt ist. Kaz und seine Gedanken und Wünsche wenn es um Inej geht. Inej, die gleichzeitig was viel besseres als ihn verdient hat. Kaz am Ende des Buchs. KAZ. INEJ. Ich war nicht auf die Beiden vorbereitet, ehrlich nicht.

 

Matthias und Nina. Wo wir gerade von komplizierten Beziehungen sind. Ich bin so froh, dass sie wirklich im Laufe des Buches wieder zueinander gefunden haben und Dinge klären und verzeihen konnten. Ich finde ja solche Beziehungen, die mit so viel Hass am Anfang beginnen, einfach unheimlich interessant, vor allem aber dann wenn sich mit der Zeit die Bilder des jeweils anderen verändern und sie zueinander finden können.

 

Und dann Jesper und Wylan. Ich mein, es ist Buch eins. Sie kennen sich noch nicht wirklich lange aber könnten sie mehr nach einem alten Ehepaar klingen??? Ich hoffe wirklich auf viel mehr Momente im nächsten Buch.

 

Allgemein die Beziehung zwischen allem und jeden in der Gruppe finde ich großartig. Besonders die Freundschaft zwischen den beiden Mädels. Mein Herz.

 

Am Ende muss ich sagen, dass ich die ganze Geschichte einfach nur total spannend und super interessant fand, dass es wirklich Spaß gemacht hat die Reise mit den Charakteren aufzunehmen. So lange bis nichts mehr spaßig war und es nur noch Schmerz gab. Schön fand ich auch, wie immer mal wieder Momente aus der Vergangenheit eingebaut wurden sind und wir so noch mehr über die Charaktere und wo sie herkommen erfahren konnten.

 

Außerdem hat mir jede noch so kleine Erwähnung über Genja oder Zoya unheimlich gefreut. Vor allem Genja, denn Genja war und ist mein absoluter Favorit in der Grischa Serie.

 

Hätte ich in der Bewertung öfter die Worte spannend und interessant verwenden können?

 

***

 

Summary: Ketterdam: a bustling hub of international trade where anything can be had for the right price - and no one knows that better than criminal prodigy Kaz Brekker. Kaz is offered a chance at a deadly heist that could make him rich beyond his wildest dreams. But he can't pull it off alone.

A convict with a thirst for revenge. A sharpshooter who can't walk away from a wager. A runaway with a privileged past. A spy known as the Wraith. A Heartrender using her magic to survive the slums. A thief with a gift for unlikely escapes. Six dangerous outcasts. One impossible heist. Kaz's crew is the only thing that might stand between the world and destruction - if they don't kill each other first.

 

My review: Never before was a hype so justified as it was with this book. It's been a hot minute since I was so excited about a book right from the start.

 

First things first, even though I wasn't the biggest fan of the Grisha trilogy, I was still super happy to go back into the Grisha world with this book and the whole series itself. I just love the world and think it's super exciting and interesting.

 

Secondly I have to say that I loved how much the writing has improved from the Grisha books.

 

And now, to the characters, cause I have lots of things to say about them. MY CHILDREN. I just love them all a lot, they are all so wonderfully multilayered. Of course some of them grew on me faster than others but at the end of they all are my children and I just want all the good things happening to them.

 

Kaz. What a piece of shit...BUT I LOVE HIM. I just think he is super interesting and fascinating.

Inej. My heart. The phantom sneaked her way into my heart the first time she showed up.
Nina. NINA. I have so many fierce feelings about Nina. My baby.

Jesper. I just love this wonderful idiot, who brings so much humor into the group and who seriously has some of the best lines.
Wylan. My little puppy deserves a hot cup of tea, a warm blanket around his shoulders that makes him feel like he's super special and that there are people that truly value him.
And lastly Matthias. We had a rough start, not gonna lie, his murderous thoughts when it came to Nina make me very blind to him. But with time he really grew on me cause he is the one that really grew a lot.

I JUST LOVE THEM ALL.

 

Now to the relationships in this book cause man, man, man, I have lots of feels about each and everyone of them.

 

Kaz and Inej. Their relationship is so freaking complicated and so frustrating on so many levens BUT HI, my name is Nicole and I love to get my heart torn to pieces by fictional characters. Kaz when Inej got really badly hurt. Kaz and this thoughts and his wishes when it comes to Inej. Inej, who at the same time really deserves so much better than him. Kaz at the end of the book. KAZ. INEJ. I wasn't prepared for these two at all, seriously.

 

Matthias and Nina. Talking about complicated realationships. I'm so happy that throughout the book they worked things out and really found back to each other again, that they could clear things up and could forgive. I just love the types of relationships that begin with so much hatred for one another, it's just super interesting when with time they really open up, understand each other better, grow and get together.

 

And of course Jesper and Wylan. I mean, it's book one. They don't know each other for that long and still, could they bicker more like a old married couple???? I just hope for way much interaction in the next book.

 

Overall I truly love the relationship each and everyone of the characters have with each other. Especially the friendship between the two girls. MY HEART.

 

At the end of it all, I have to say that I thought the story itself was super exciting and interesting, it was so much fun and such a joy to go on this journey with the characters. Until nothing was fun anymore and it was just pain. YOU KNOW. I also really loved the flashback moments, where we could find out so much more about these characters and where they are coming from.

 

Also, I truly enjoyed every little mention of Genja or Zoya. Especially Genja, cause she was seriously my favorite in the Grisha series.

 

Could I have used the words exciting and interesting even more in this review?

 
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text 2019-02-13 17:19
Reading progress update: I've read 351 out of 592 pages.
Das Lied der Krähen: Roman (Glory or Grave, Band 1) - Michelle Reid,Leigh Bardugo GOOD GOD!!!!
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review 2019-02-11 07:46
Diese Geschichte sollte sich niemand entgehen lassen!
Von Hoffnung getragen: Tage des Sturms (Band 2) - Ella Zeiss,Elvira Zeißler

Inhaltsangabe

Eine berührende und authentische Familiensaga über ein bislang wenig bekanntes Kapitel der Geschichte. 

Februar 1942: Die Neuigkeiten über den rasanten Vormarsch der Wehrmacht fegen wie ein Sturm durch die gesamte Sowjetunion. Harald Pfeiffer ist sechzehn, als er in das Zwangsarbeitslager in Tscheljabinsk einberufen wird. Während um ihn herum erwachsene Männer zu Hunderten sterben, kämpft er mit aller Macht ums Überleben.

Auch die zwanzigjährige Yvo Scholz kommt nach Kriegsende mit ihrer Mutter in die russische Industriestadt, auf der Suche nach ihrem Bruder Erich, der ebenfalls in das Arbeitslager verschleppt worden war.

Als sich die Pfade von Yvo und Harri kreuzen, ist es für beide Liebe auf den ersten Blick. Doch angesichts der Anfeindungen und Diskriminierungen, die ihnen als Deutsche noch immer begegnen, ist es für sie nicht leicht, sich eine neue Existenz aufzubauen. 

 

Meine Meinung

Gleich zu Beginn muss ich nochmal betonen, wie glücklich ich bin, dass ich zu diesen beiden Büchern der Autorin gegriffen habe. Und noch mehr freue ich mich, dass die beiden Teile der Reihe aktuell neu aufgelegt werden. Beide Bände werden einen ganz besonderen Platz in meinem Bücheruniversum bekommen.

 

Bereits mit dem ersten Band „Wie Gräser im Wind“ konnte mich die Autorin total für sich einnehmen. Dort haben mich vor allem das Setting, die Not und das Thema Zwangsumsiedlung in ihren Bann ziehen können.

 

Im zweiten Band ist es eindeutig das Wort Hoffnung.

Der Titel ist meiner Meinung nach sehr gut gewählt, denn in diesem finalen Band hoffen alle Charaktere auf lediglich eins: eine Zukunft.

Denn auch dieser Band ist durchzogen von Schrecken, Leid und Verlusten.

 

„Wie grausam, wie unnötig das doch war. Als hätte jemand es darauf abgesehen, Familien zu zerreißen…“ (S. 13)

 

Haben im ersten Band noch die Familienoberhäupter der Familien Scholz und Pfeiffer die Hauptrolle der Geschichte eingenommen, so sind es in diesem Teil deren Kinder. Harri und Yvo.

 

„Als Deutscher war er davon befreit, sein Land im Krieg verteidigen zu müssen.“

(S. 9)

 

Auch wenn Harri aus diesem Grund nicht in das Kriegsgeschehen einbezogen wurde, liegt plötzlich seine Einberufung in die Trudarmee vor ihm. Von dieser und auch von dem Zwangsarbeitslager in Tscheljabinsk habe ich noch nie etwas gehört. Umso dicker sind diese Themen markiert, denn ich möchte gerne mehr Literatur dazu lesen.

 

„Solange dieser Krieg tobte und vermutlich auch danach, würde man sie für all das büßen lassen, was Hitler und die Wehrmacht verbrochen hatten.“ (S. 80)

 

„Noch nie zuvor war sie so glücklich, ein Mädchen zu sein, wie in diesem Moment.“ (S. 87)

 

Yvo kann auf der anderen Seite dem Schrecken vorerst entkommen. Mit ihr erleben wir das Leben mit ihrer Mutter Anna. Den Verlust ihres Bruders Erich, welcher ebenfalls einberufen wird und der Frage nach dem Verbleib ihres geliebten Vaters.

Anhand von Yvo und Anna kann der Leser spüren, dass die Deutschen zu dieser Zeit keinen Anspruch hatten einen Ort, als Zuhause oder Heimat zu bezeichnen. Beide werden immer wieder umgesiedelt, bis auch ihr Weg sie nach Tscheljabinsk führt.

 

„Die Menschen, die man liebte, waren viel wichtiger als Häuser oder Land.“ (S. 103)

 

Packend waren für mich wieder die Szenen, in denen deutlich wurde, dass beide Familien Feinde im eigenen Land waren. Und das, weil sie Deutsche waren und Russland einen Krieg mit den Deutschen führte.

 

„Sie waren echte Deutsche, Landsleute, irgendwie.

Und doch waren sie Feinde,…“ (S. 126)

 

Emotional haben mich vor allem die Szenen in dem Arbeitslager und die Entwicklung der Familien mitgenommen. Kinder mussten bereits in zwölf Stunden Schichten enorme körperliche Arbeit leisten. Geplagt von Hunger und Krankheit, blieb einem nichts anderes übrig, als seine Bedürfnisse auf das Mindeste hinunter zuschrauben und zu kämpfen.

Vor allem Harri werde ich in vielen Szenen nicht vergessen.

Für mich ein ganz besonderer Mann mit einer unheimlich bewegenden Lebensgeschichte.

 

„Der Krieg und die Arbeitsarmee hatten von ihnen allen ihren Blutzoll gefordert.“ (S. 332)

 

Schreibstiltechnisch habe ich mich mit Ella Zeiss wieder sehr wohl gefühlt. Ich mag den Aufbau des Buches, zum Beispiel, dass man in jeder Überschrift eine Orts- und Zeitangabe hat. So habe ich mich immer sehr gut im Buch zurechtgefunden und wusste gleich in welchen Handlungsstrang es weitergeht.

Die Autorin fand durchweg die passenden Worte, um der Leserschaft die Lebens- und Liebesgeschichte ihrer Großeltern Yvo und Harri zu erzählen.

 

Auch wie die Autorin diese Geschichte zu einem Ende gebracht hat, war großartig.

Sie zog es nicht unnötig in die Länge, sondern machte zum Ende hin etwas größere Zeitsprünge, welche zu einem tollen Ende führen und mich als Leserin sehr glücklich und zufrieden zurückgelassen haben.

 

Mein Fazit

Für mich ist es sonst immer sehr schwierig Bücher zu bewerten, in denen es um eine private und persönliche Geschichte geht. Aber hier fällt es mir überhaupt nicht schwer. Ich bin der Autorin sehr dankbar, dass sie diese Geschichte nach langjähriger Arbeit für uns veröffentlicht hat.

Das Erbe ihrer Großeltern bleibt mir in ganz besonderer Erinnerung und es sind zwei Bücher, zu denen ich trotz des sehr bewegenden Themas immer wieder greifen würde. Absolute Leseempfehlung!

 

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review 2019-02-11 07:45
Kühle Atmosphäre mit vielen Emotionen
Wie Gräser im Wind: Tage des Sturms (Band 1) - Ella Zeiss,Elvira Zeißler

Inhaltsangabe

Eine berührende und authentische Familiensaga über ein bislang wenig bekanntes Kapitel der Geschichte. 

1930 wütet das Sowjetregime mit Enteignungen und Verhaftungen in den ehemals wohlhabenden deutschen Dörfern der Krim. Jeder, der noch Land oder Einfluss hat, schwebt in Gefahr. Wilhelm Scholz weigert sich, seinen letzten Grundbesitz an den Staat zu überschreiben. Mitten in der Nacht zerren bewaffnete Männer ihn, seine Frau Anna und ihre kleinen Kinder aus dem Haus. Die Familie wird in die eisige Wildnis des Hohen Nordens gebracht und Baumfällarbeiten zugeteilt. Inmitten von Hunger, Krankheit und klirrender Kälte kämpfen Anna und Wilhelm ums Überleben und um einen Platz in der neuen Weltordnung. Samuel Pfeiffer entgeht einem ähnlichen Schicksal nur durch eine rechtzeitige Flucht. In einer Nacht- und Nebelaktion verlässt er mit seiner Familie das Dorf und lässt alles zurück. Doch die Verschnaufpause währt nicht lang. Als deutscher Lehrer wird er immer wieder verfolgt und denunziert. Eine Odyssee von der Krim bis nach Baku beginnt… 

 

Meine Meinung 

Dieses Buch ist mir über einen gewissen Zeitraum immer wieder im Internet begegnet und bekam dann auch noch den Kindle Storyteller Award 2018.

Schnell war klar, diese Geschichte darf ich mir nicht entgehen lassen.

Dieses Buch ist Teil einer Reihe, welche zwei Bände beinhaltet.

 

Ella Zeiss schreibt hier eine Geschichte nieder, die mir aus mehreren Gründen nahe ging. Zum einen hat die Autorin einen persönlichen Bezug zur Geschichte, zum anderen bringt sie mir hier eine Thematik näher, welche nicht vollkommen an mir vorbei gegangen ist, aber mit welcher ich mich noch nie wirklich beschäftigt habe.

 

Anna und Wilhelm leben mit ihren zwei Kindern in einer deutschen Siedlung auf der Halbinsel Krim in der Sowjetunion. Ohne viel Ankommen konfrontiert uns die Autorin sofort mit viel Schrecken und Fassungslosigkeit.

Es ist eine Zeit des Verlustes.

Der Machtlosigkeit.

Als auch Wilhelms Familie umgesiedelt werden soll, eingepfercht wie Tiere in einen Waggon, ahnt man als Leser, dass dieses Buch viele solcher Momente mit sich bringen wird.

 

„Sie waren machtlos, der Obrigkeit auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.“

(S. 15)

 

In meiner Überschrift erwähne ich eine kühle Atmosphäre. Damit meine ich nicht, dass mich das Buch kalt lässt, sondern eher, dass es mich unheimlich fröstelte beim Lesen. Die Familie um Anna und Wilhelm wird in den tiefen Norden der Sowjetunion umgesiedelt. Schnee, Schnee und nochmals Schnee. Zudem kein Essen, eine grausame Unterkunft und die große Frage nach der Zukunft.

 

„Du darfst nur nie die Hoffnung aufgeben.“

(S. 92)

 

Ella Zeiss geht im Verlauf darauf ein, mit welchen Aufgaben die Menschen zu der Zeit konfrontiert waren. Die Männer mussten bei diesen Temperaturen körperlich hart arbeiten, um für weitere Menschen, die umgesiedelt werden sollten, neue Siedlungen zu bauen. Die Truppenführer schreckten zudem auch nicht davor zurück Frauen diese Arbeiten vollrichten zu lassen.

Kaum vorstellbar, aber wahr.

 

„Wissen ist Licht, Unwissen ist Dunkelheit.“

(Lenin, S.236)

 

Anna hat Glück und kann bei ihren Kindern bleiben. Aber auch hier kommt es zu Problemen. Immer mehr Menschen in den Baracken werden krank.

Eine Zeit des Bangens steht an. Als Leserin habe ich sehr schnell einen Bezug zu Anna und ihrem Mann Wilhelm gefunden. Beide werde ich als Kämpfer in Erinnerung behalten. Was dieses Ehepaar in dieser Geschichte durchmacht, ist kaum vorstellbar und dennoch herrschte durch weg ein spürbarer Zusammenhalt.

 

„Und doch hatte man ihnen ihre Identität nicht nehmen können, weder ihre Sprache noch ihre Lieder oder ihren Glauben.“ (S. 132)

 

Im zweiten Teil des Buches bringt Ella Zeiss eine weitere Familie in die Geschichte ein. Auch diese Familie um den Sohn Harri begleiten wir durch eine schreckliche Zeit. Niemand scheint mehr sicher zu sein. Die Familie trennt sich und als Leser wechselt man nun in der Perspektive beider Familien.

 

„Es gab keine Sicherheit mehr in dieser Welt, für keinen von ihnen.“ (S.181)

 

Emotional weiß ich nicht, wen dieses Buch nicht berühren sollte.

Man kommt nicht umhin, über diese Zeit und diese Situationen der angesprochenen Familien im Buch nachzudenken. Es hätten auch die eigenen Vorfahren sein können. Es war eine Zeit in der man einfach nicht wusste, wer Freund und Feind ist.

 

„Was auch geschieht, wir werden immer die Fremden sein, die anderen.

Die Deutschen oder die Sowjets, je nachdem, aus welcher Richtung man uns betrachtet.“ (S. 299)

 

Mein Fazit

Mit diesem Reihenauftakt trifft die Autorin nicht nur meinen Lesegeschmack, sondern auch einen ganz besonderen geschichtlichen Nerv.

In „Wie Gräser im Wind“ verbindet sie historische Realität mit vielen Themen, die dieses Buch zu etwas Besonderem machen.

Sie schreibt über Verlust, Trennung, Tod, aber auch über Liebe, Zusammenhalt und Hoffnung. Und genau dieses Wort ist es, welches mich im Titel zu Band 2 hoffen lässt, dass die Geschichte der beiden Familien einen guten Ausgang nimmt und mich nochmal so gut unterhält, wie Band 1 der Reihe.

 

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