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review SPOILER ALERT! 2018-04-20 20:10
Unterwerfung von Michel Houellebecq

Es ist das Jahr 2022. In der Stichwahl der französischen Präsidentschaftswahlen befinden sich ein Kandidat des Front National und einer der Muslimischen Bruderschaft. Während das Land sich in den Grundfesten verändert, durchlebt der Erzähler Francois, ein Literaturprofessor, seine eigene Midlife Crisis.

 

Ganz ehrlich, schlussendlich war ich von der Lektüre dieses Romans enttäuscht. Gerade die interessanten Facetten, nämlich die Übernahme der westlichen Welt durch die Muslimischen Bruderschaft samt der Veränderungen, die dies in der Gesellschaft bringt, Stichwort Stellung der Frau, Bildungspolitik, Expansion, wird mehr in philosophischen Unterhaltungen gebracht als als Hauptaugenmerk. Die Midlife Crisis des Protagonisten samt seiner sexuellen Erfolge und Misserfolge entschädigt da keineswegs. Vor allem da das Ende des Charakters eigentlich vorgegeben ist - entweder er "unterwirft" sich einem System, das ihm an sich alle seine Probleme letztlich (vor allem die Partnerwahl) abnimmt, oder er bricht aus... und letzteres ist von Anfang an unwahrscheinlich.

 

Daher bleibt ein schaler Beigeschmack - aber vielleicht hab ich auch einfach die vielen philosophischen Untertöne und Ergüsse über das Römische Reich, das nun ganz schnell nachgebaut werden soll mit der Expansion der EU Richtung Nordafrika (hm, wie das geschieht, nachdem Frankreich nur ein Staat von vielen in der EU ist, und schließlich alle Mitgliedsstaaten Beitrittsgesprächen zustimmen müssten, bleibt offen), nicht verstanden...

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review SPOILER ALERT! 2018-03-26 18:37
Exodus von Leon Uris
Exodus: Das große Epos um die Gründung Israels (Taschenbuch) - Leon Uris

Leon Uris bettet die historischen Ereignisse rund um die Gründung des Staates Israel in einen umfangreichen Roman ein.

 

Kurz nach dem Ende des 2. Weltkrieges warten Tausende Juden in Lagern in Westeuropa und Zypern auf die Einreiseerlaubnis nach Palästina, das zu dem Zeitpunkt von Großbritannien besetzt ist. Da trifft die amerikanische Kinderkrankenschwester Kitty auf Zypern auf den jüdischen Agenten Ari, der plant, die Blockade vor Palästina mit einem Schiff voller jugendlicher Flüchtlinge zu brechen, und Kitty um Hilfe bittet. Damit nimmt die Geschichte ihren Lauf.

 

Das, was diesen Roman von der Durchschnittskriegsromanze abhebt, ist sicherlich die eindrückliche Schilderung der jüdischen Geschichte: von Ghettos und Pogromen bis hin zum Holocaust, Gaskammern und Internierungslagern *nach* der Befreiung. Dazu eine britische Regierung, die sich gar nicht mit Ruhm bekleckert, sondern Versprechen bricht rechts und links... alles nur des Zugangs zum Öl bzw Suezkanal. 70 Jahre später haben sich die politischen und wirtschaftlichen Interessen nicht so geändert, diese Nebenbemerkung sei erlaubt.

 

Dazu kommen die individuellen Schicksale von Aris Vater und Onkel, die aus Osteuropa Ende des 19. Jahrhunderts zu Fuß vor den Pogromen flüchten. Während Aris Vater Barak den Weg der Verhandlungen einschlägt, schließt sich der Onkel Akiba einer terroristischen Freiheitsbewegung an. Anhand ihrer Geschichte erzählt Uris die Entstehung der Kibbuze und schlußendlich die Gründung des Staates. Dann sind noch Dov Landau, ein polnischer Bursche, dessen gesamte Familie ermordet wurde und der nichts anderes als Ghetto und KZ kennt und dementsprechend wütend und desillusioniert im zypriotischen Lager landet und schließlich eines der Kinder von Aris Plan wird - genauso wie Karen, die das Glück hatte, rechtzeitig nach Dänemark geschickt zu werden, und so dem Holocaust entkam, die aber nun auf der Suche nach ihrem überlebenden Vater auch den Weg nach Palästina via Zypern und Aris Schiff sucht.

 

Ari selbst ist der typische Freiheitskämpfer, der Held mit Tiefgang sozusagen. An ihm im Einzelfall, aber sozusagen als Stellvertreter für die gesamte jüdische Gesellschaft, zeigt Uris die Formung des Charakters durch Verlust, Tod und Kampf: Nichts wird geschenkt, alles muss erkämpft werden (sei es durch Urbarmachung von Sümpfen oder Kampfhandlungen), und Schicksalsschläge werden ertragen und machen stärker. Genau diese Charakterisierung als absolut gut und die folgende Schwarz-Weiß-Malerei mit einfach nur abgrundbösen, verräterischen "Arabern", näher definiert wird da nicht, sie morden, rauben und vergewaltigen, haben keine Kultur, Hygiene oder sonstwie Wissen, und die Briten, die mit wenigen Ausnahmen auch einfach nur böse sind, ist mir zu wenig differenziert. Das mag grob geschichtlich stimmen, aber ein Roman lebt an sich von den Schattierungen, ganz besonders, wo's klare Fronten gibt.

 

Blass bleibt Kitty, die nicht-jüdische Kinderkrankenschwester, Mann und tote Tochter betrauernd (kein Zusammenhang mit dem Krieg), denn ganz erschließt sich mir ihre Motivation nicht. Zu Anfang ist sie richtiggehend von Karen besessen, in der sie sozusagen eine Art Tochterersatz sieht und die sie gleich nach Amerika adoptieren will. Dazu kommen ihre Argwohn gegenüber dem Fremden, Jüdischen. Nur wegen Karen und weil sie sich irgendwie zu Ari hingezogen fühlt, nimmt sie an dem Abenteuer der Überfahrt nach Palästina teil. Ihre Gefühle zu Ari aber kann sie nicht wirklich ausleben, weil der "nicht weint" und sie auch nicht zu brauchen scheint. Auch hier wünscht sie also eine Art von Abhängigkeitsverhältnis, das mir nicht wirklich gesund oder wie eine gleichberechtigte Partnerschaft erscheint. Und genau mit dieser Charakterisierung aber fällt die Wirkung der gezeigten Romanze flach.

 

Somit bleibt ein ausgezeichneter Eindruck der jüdischen Geschichte, und ja, aus diesem Teil kann man als Nicht-Jude definitiv viel erfahren, der Rest allerdings sackt doch ins Durchschnittliche ab. Schade.

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review SPOILER ALERT! 2018-03-05 19:43
Dictator by Robert Harris
Dictator (Book Three) - Robert Harris

This is the third part of Harris' Cicero series - and it doesn't make much sense without having read the previous 2 novels, Imperium and Lustrum since it picks up right where Lustrum left off and runs through the final 20 years of Cicero's life: his exile and return, Pompey vs Caesar, Caesar's dictatorship, Caesar's assassination, the 2nd triumvirate and the end of the republic.

 

"Raise, praise, and erase."

 

But as much as especially the second half  of Lustrum captivated me, this book rushed through major events - and unfortunately also showed that Cicero, in all his idealism, didn't really learn from past events. He again put faith in people who betrayed him and/or turned out to have quite different agendas. He again tried to manipulate events, not realizing that it was he that was manipulated. In that way much of what happens with Octavian and Marc Anthony - even the ill-thought through assassination of Caesar (which Cicero had no part in but sympathized with) -, didn't offer more than what history books teach. Frankly, in some parts, there's more introspection about Tiro than about Cicero. Granted, Tiro is the narrator, but the book is about Cicero.

 

So, yes, this is a good book, and it concludes this trilogy in an engaging manner - but the undisputed highlight remains Lustrum where the inner workings of politics are actually put to the stand, including democracy vs the rule of the mob vs the rule of one, and Cicero's personality as a politician and as a human-being is defined.

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review SPOILER ALERT! 2017-09-18 11:03
Lustrum by Robert Harris
Lustrum - Robert Harris

This is the second part of Harris's Cicero-trilogy. The author claims that you should be able to read this book independently, but in my opinion you should have at least some idea about the various alliances and enmities that made up "Imperium".

 

Lustrum spans 5 years, beginning at the eve of Cicero's 1-year consulship when a young slave, owned by Cicero's co-consul Hybrida, is found mutilated. What follows is a row of unholy alliances to thwart the attempt of overthrowing the republic by Catilina and his followers. While Cicero is hailed saviour of the republic, his adherence to the rule of law opens the door for the rise of the mob on the one side and Caesar's rule on the other, disregarding protocol and pushing through legislation via bribery and threats. The senate's power is on the decline, the government now consists of Caesar, Crassus and Pompey with narcissist Clodius ruling the mob. And Cicero has to flee into the night.

 

The last 100 pages or so quite honestly gave me the chills. Cicero might have thwarted the most overt attack on the republic during his consulship... but he couldn't prevent the slow decline, the rise of the mob and Caesar's usurping power. Everytime he thinks he has slain a monster, it grows back 7 more heads. And that's rather disquieting. Of course, Cicero's not without blame, either. He chose to rest on his laurels, he made pacts that later on bit him in the behind, he wasn't careful enough about whom to trust, and that's what leads to his fall from grace.

 

But the chilling sensation doesn't only come from the story itself, the tale of a corrupt republic that tears itself apart. No, rather than talking about the long lost Roman republic this novel feels damningly real in this age and time where we see mob-like movements on the streets and online, where we see demagogues taking control of that mob and pointing fingers (and the mob mindlessly following), where we see established parties stuck in corruption and self-annihilation, where we see so much anger, hatred and negative campaigning instead of enthusiasm and new ideas, where we see divide and conquer instead of unity and common ground. Sounds pretty relevant in the current climate to me.

 

Overall, a satisfying and thought-provoking novel - on to part 3.

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review SPOILER ALERT! 2017-09-17 12:04
Star Trek: Deep Space Nine: A Stitch in Time by Andrew J. Robinson
A Stitch in Time - Andrew J. Robinson

Stories about Cardassia and Garak have easily become my favourite part of TrekLit nowadays, so it was time to reread this excellent "autobiography".

 

Divided into 3 parts, A Stitch in Time sheds light on Garak's history, the way others always made decisions for him, the way loss and betrayal shaped his life more than loyalty and friendship. And it all starts at school where he meets life-long friends and equally life-long enemies, and the love of his life, Palandine, who indirectly causes his fall from power and exile on DS9.

 

This part is a fascinating glimpse into Garak's history with various characters (such as Dukat, the story behind "The Wire", Tain), Cardassian society as a whole, but also into the microverse of Garak and his family. Tolan Garak, the man he believed to be his father and who turned out to be his uncle, ultimately perhaps influenced his life more than Tain and his mother Mila. Because while Tolan only belonged to the frowned-upon service class he nevertheless was more independent from outside influence than upper-class men, including who Garak comes to be. It takes years for Garak to see that.

 

The second part are diary entries between "In the Pale Moonlight" and his departure for Cardassia which relay Garak's conflict (culminating in the panic attacks) between betraying Cardassia and ultimately saving it from the Dominion together with the Federation. It highlights the growing distance between Julian and him, and the anxiety just what Cardassia he'll be able to return to. What will be left? As a side story, he meets a friend of Ziyal's who turns out to be an agent of the Khon-Ma, assigned to kill him - a woman who survived the destruction of the shuttle back on Bajor that cost her family their lives and for which she holds Garak responsible (again see "The Wire").

 

Finally, the third part is set on post-war Cardassia. Garak has returned home, a world in perpetual twilight after the Dominion tried to exterminate the population, leaving over a billion dead, a world in ruins. He turns Tain's home into a memorial, a place where people can mourn and slowly move on. And for the first time in his life he finds himself able to choose his own path, meeting old friends and enemies and determining Cardassia's future.

 

In the end, Garak comes full circle, open to new ideas because he's learned to adapt due to his ever changing surroundings. And I think Tain would turn in his grave if he saw Tolan's influence prevail over his own, resulting in Garak's interest in the Oralian Way (even if also as a means to find his love Palandine after the war - BTW, curious how the later novels don't mention her but emphasize Garak's friendships with Bashir and Parmak)... but it's gratifying to see that all of Tain's machinations, his power and loyalty plays, his treating people like pawns on a giant chess board ultimately fail.

 

A highly recommendable book - and together with "The Never-Ending Sacrifice" maybe the key to understanding the Cardassian mindset.

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