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text 2018-05-08 17:02
Reading progress update: I've read 91 out of 196 pages.
Krankenzimmer Nr. 6. Erzählung Eines Unbekannten. - Peter Urban,Gerhard Dick,Ada Knipper,Anton Čechov

I needed a short break from all the materials and even the topic of my master thesis and what better to read in this case than Čechov?

 

I just finished Čechovs story Ward No. 6, which I can assure you is amazing!

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review 2018-01-07 08:37
Kafkaesk
Die Verwandlung: Eine Erzählung (Klassiker der Phantastischen Literatur) - Rolf Bächi, Franz Kafka

Als Gregor erwacht ist er plötzlich zum Käfer geworden. Es liegt auf der Hand, dass er sich nicht seinen täglichen Pflichten widmen kann, weil so etwas Haarsträubendes geschehen ist.

Dieser Klassiker der phantastischen Literatur erklärt auf wenigen Seiten, was unter dem Begriff ’kafkaesk’ zu verstehen ist. Kafka geht auf Lieblosigkeit, Pflichtgefühl und familiäre Zwänge ein und lässt seinen Protagonisten als Käfer dahinsiechen.

Vielleicht ist es unglaublich - es ist aber wahr, ich habe noch nie etwas von Franz Kafka gelesen. Ich hatte große Bedenken und noch viel mehr Respekt, mich diesem Werk zu widmen. Jetzt bin ich froh, dass ich es getan habe.

Gregor erwacht als Käfer in seinem Bett und wird gleich mit den versäumten Pflichten konfrontiert. Der Prokurist klopft schon an der Wohnungstür an, die Eltern und die Schwester wissen sich nicht zu helfen, und Gregor siecht als Käfer in seinem Bett vor sich hin.

Meine Ausgabe ist in drei Teile unterteilt, wobei sich der erste Abschnitt mit den kurzfristigen Konsequenzen der plötzlichen Verwandlung auseinandersetzt. Hier habe ich Tränen gelacht, weil ich die Idee des Käferleibs richtig witzig gefunden habe. Man stelle sich vor, dass man als Insekt erwacht und die größte Sorge ist, wie man zur Arbeit kommt? Damit hatte mich Kafka sofort bei der Stange, vor allem, als er dann noch die Bewegungsversuche des schwerfälligen Leibs beschreibt. 

Im zweiten Teil werden ernstere Töne angeschlagen, weil Gregors Familie in ihrem Sohn einen ärgerlichen Lebensumstand sieht. War er doch als angesehener Handlungsreisender stets für den Unterhalt der Familie verantwortlich, nützt er in seiner jetzigen Gestalt - als Ungeziefer -  kaum etwas.

Der Abschluss der Geschichte ist mir dann richtig unter die Haut gegangen und regt ordentlich zum Nachdenken an. 

An eine Interpretation wage ich mich nicht heran, weil das auch gar nicht mein Anspruch ist. Ich vermute, dass Kafka auf das Leben, Familie und Pflichten eingeht und dabei die Reduktion des Einzelnen auf seinen gesellschaftlichen Nutzen hervor streicht.

Mich hat Kafkas „Die Verwandlung“ jedenfalls überzeugt, auch wenn ich mir vieles nicht erklären kann. Es ist eine abgefahrene Geschichte, die vor Fantasie und Gesellschaftskritik strotzt und viele Emotionen anregt. Ich habe gelacht, gebangt, war traurig und ergriffen - was man bei knapp 100 Seiten erst einmal zustande bringen muss.

In diesem Sinn muss ich mich der geläufigen Meinung anschließen und meine, dass man Kafka gelesen haben muss. 

Source: zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at
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review 2017-04-29 19:15
Brisante Thematik schwach umgesetzt in zähen Geschichten
Die Geschichte der Bienen: Roman - Maja Lunde,Ursel Allenstein
Die Leseprobe zu „Die Geschichte der Bienen“ fand ich sehr interessant. Ich bin zwar kein Bienen-Experte, bin aber fasziniert von meinen Solitärbienen, die in meinem Bienenhotel ihre Brut ablegen. Deswegen habe ich mich sehr gefreut, dass ich bei vorablesen.de zum Rezensieren dieses Buches ausgewählt wurde.

Das Cover:

Auf dem Cover ist eine Biene zu sehen, die tot zur Seite gekippt auf dem Boden liegt. Schlichter und aussagekräftiger kann man wohl dieses Cover zu dieser Thematik gar nicht gestalten. Allein das da liegende, unschuldige Insekt hat mich schon sehr erschüttert. Mehr braucht und darf dieses Cover eigentlich gar nicht sagen, um so mehr steckt einfach dahinter. Es geht mir unter die Haut.

Die Handlung:
Maja Lunde erzählt in drei Erzählsträngen (Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft) jeweils die Geschichte von drei Protagonisten, die mehr oder weniger mit Bienen zu tun haben.

Nach einer schweren Depression, ausgelöst durch die Abweisung seines Mentors, schöpft der Wissenschaftler William 1852 neue Kraft und entwirft 1852 in England die Savage Stantard-Beute. Ein Bienenstock mit dem die Gewinnung des Honigs vereinfacht wird, ohne dass die Bienen wie beim Strohkorb sterben müssen. Durch diese Erfindung erhofft er sich wieder neue Anerkennung seines Mentors und seiner Familie, insbesondere seines verzogenen und abtrünnigen Sohnes Edmund.

2007: George ist Imker und besitzt seit Generationen in Ohio eine Honigfarm. Er lässt seine Bienen vor allem zur Honig-Produktion, aber auch zum Bestäuben der Obst- und Nutzpflanzen fliegen. Sein Sohn Tom studiert und möchte sich der Schreiberei widmen. Der griesgrämige George sieht dadurch die Zukunft seiner Farm bedroht und die Beziehung zu seinem Sohn droht noch mehr zu scheitern.

Tao kämpft 2098 in Sichuan mit den dystopischen Auswirkungen, die die radikale Ausrottung der Bestäuberinsekten in der Welt mit sich geführt hat. Alle Bienen und andere Blütenbestäuber sind verschwunden und die Nutzpflanzen müssen per Hand bestäubt werden. Bei einem Ausflug in die Obstplantagen mit ihrem Mann Kuan und ihrem 5 jährgen Sohn Wei-Wen passiert ein Unglück. Ihr Sohn bricht bewußtlos zusammen und wird ins Krankenhaus gebracht. Ab da beginnt für Tao die Odysse auf der Suche nach ihrem verschwunden Sohn.

Buchlayout / Haptik:

Die Gebundene Ausgabe kommt sehr einfach daher. Der Schutzumschlag ist aus einem etwas festeren Ökopapier. Die Biene auf dem Umschlag ist in Glanzlack gedruckt. Schön ist das gelbe Lesebändchen. Jedes Kapitel besitzt als Titel den Namen des Protagonisten, der ebenfalls noch mal in der Fußzeile auftaucht. So weiß man immer sofort, in welchem Handlungsstrang man sich gerade befindet.

Idee / Plott:

Spätestens, als das rätselhafte Massensterben der Bienen in unseren Medien schon vor Jahren behandelt wurde, ist das Bewusstsein aufgekommen für die Blütenbestäubenden Insekten als wichtigste und mächtigste Arbeitskraft der Massenproduktion unserer heutigen Zivilisation. Die Idee, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unserer Zivilisation mit der Biene als medienwirksamen Vertreter darzustellen, fand ich persönlich großartig. Auch die Überlegungen, was passiert, wenn tatsächlich alle Bestäuberinsekten verschwunden sind? Wie geht es mit uns und unserer Erde weiter?

Handlungsaufbau / Spannungsbogen:

Da die drei Stories immer in kleinen parallel laufenden Kapiteln erzählt werden, wechseln sich die Handlungen ab. Ist die eine ruhiger, so passiert gerade was in der anderen. Den Reiz des Buches macht tatsächlich diese Form aus. Leider wirkt dieser positive Effekt sich nicht auf die einzelnen Erzählungen aus. Alle Drei wirken für mich allein betrachtet eher zäh und sind an sich unspektakulär. Die Spannung wird nur durch den Wechsel angetrieben, da die meisten Kapitel mit einem Mini-Cliffhanger enden.

Emotionen / Protagonisten:

Williams Verhalten kann ich am allerwenigsten nachvollziehen. William wirkt wie ein geprügelter Knabe, der nach Aufmerksamkeit heischend seine Umwelt und Familie vergisst und ein unglaubwürdiges Verhalten an den Tag legt. Er erwischt seinen 16 jährigen Sohn beim Zechen und Herumhuren in den Gassen, und was macht er? Er läuft wie ein beleidigtes Kind in den Wald und heult sich dort aus.

Und dafür, dass Tao als (für die Zeit) hochbegabt gilt, ist sie mir viel zu unreflektiert und handelt unüberlegt.

Der Einzige, den ich noch am authentischsten fand, war George. Er ist zwar ein Grantler und kann mit dem Snobismus der „Gelehrten“ nichts anfangen. Seine Gefühle seinem Sohn gegenüber kann ich aber noch am meisten nachvollziehen.

Sprache / Schreibstil:

Alle 3 Protagonisten erzählen in der Ich-Perspektive im Präteritum, und auch entsprechend im Sprachstil der Handlungszeit. Bei Tao ist die Sprache abgehakt, schnörkellos und wird begleitet von kurzen Sätzen. Wilhelm hingegen hat eine altertümliche Sprache mit gestochenen, gehobenen Formulierungen. George hingegen spricht dem Jahr 2007 angemessen, direkt und ehrlich. Sprachlich ist es ansonsten insgesamt relativ einfach gehalten. Wenn ich mir da andere Werke anschaue, die mit viel mehr Raffinesse auch feine, leise Geschichten erzählen können, haut mich dieses hier nicht wirklich vom Hocker. Teilweise empfinde ich sie sogar eher berichtartig, und sehr emotionslos.

Meine Meinung:

Ich finde diese Unterscheidung zwischen den Zeiten und Protagonisten absolut passend und richtig ansprechend. Der Einstieg hatte mich gepackt und konnte ich mich mich zunächst in jede einzelne Geschichte gut einfühlen.

Trotzdem hatte ich dann aber ständig das Gefühl nach dem direkten Zusammenhang suchen zu müssen. Bei William und George kristallisierte sich die Gemeinsamkeit relativ früh heraus, Tao passte da lange Zeit nicht hinein.

Die Bienen-Thematik finde ich hier insgesamt viel zu mau. Erst kurz vor Schluß sitzt Tao in der Bibliothek und knallt uns anhand von Lehrfilmen die eigentliche "Geschichte der Bienen" in 2 Seiten vor den Latz, aber insgesamt so gefühllos. Da ist so viel Brennstoff drinnen, das hätte schon viel früher in Taos Geschichte und dem Leser serviert werden müssen. So wird es nur nebenbei „abgehandelt“ - schade.

Wahrscheinlich bin ich einfach mit einer zu hohen Erwartungshaltung an dieses Buch herangegangen. Ich hatte mir viel mehr Gesellschaftskritik und Dramatik erwartet. Aber im Grunde sind es nur drei parallel laufende Geschichten von Familien, mit ihren gekränkten Eitelkeiten und zwischenmenschlichen Problemen. Am Schluß taucht zwar der gemeinsamen Nenner auf, der ist aber meines Erachtens sehr dünn. Dabei sind alle drei Geschichten in ihrer Handlung so vorhersehrbar, dass es das ganze Buch für mich tatsächlich so zäh wie Honig macht. Einzig die Hoffnung, ob Wei-Wen noch lebt, hat mich angetrieben, das Buch zu Ende zu lesen.

Fazit:

Für mich enttäuschend, da ich nicht das gelesen habe, was mir durch Umschlag und Titel versprochen wurde. Zu wenig Dramatik, zu zähe Geschichten, zu einfacher Sprachstil. Das brisante Thema wurde mir hier zu flach und nebenbei angekratzt.
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review 2017-04-03 21:08
Kitty Kathstone 2 von Sandra Öhl
Kitty Kathstone Band 2 - Sandra Öhl Kitty Kathstone Band 2 - Sandra Öhl

Und das ist die Geschichte

Nach dem Kitty, Nora, Sir Larry und Villard mit Lysander zurück an die C.O.G. gekehrt sind müssen sie eine Untersuchung des V.I.P. über sich ergehen lassen. Das geheime Schriftstück, welches Kitty nun im Besitz hat schreckt einige Leute auf. Auch das auftauchen von Lysander wirft Fragen auf die beantwortet werden wollen und dazu schickt der V.I.P. die Furie Tisiphone in den Ring. Eine nicht mehr ganz junge Frau mit Jugendwahn und falscher Freundlichkeit. Doch schon bald überschlagen sich die Ereignisse ein erneutes mal und mit der Erholung nimmt es ein jähes Ende. Dieses mal begeben sich nicht nur Kitty und Nora auf den abenteuerlichen Weg, nein, inzwischen sind Alexander, Glade, Lysander wie auch Sir Larry, Villard und Victoria mitten drin und jeder versucht seine Interessen zu wahren.  Doch Kitty möchte einfach wissen welches Geheimnis es zu behüten gilt und warum es anscheinend etwas mit ihrer Familie zu tun hat.

 

Die Geschichte

Die Geschichte um Kitty ist nicht ganz neu, natürlich nicht aber es wartet mit einem Tiefgang auf, welcher nur selten zu finden ist in diesem Genre und in diesem Altersbereich. Schliesslich wird das Buch schon am 11 empfohlen, was ich sicher nicht schlimm finde aber ich denke, das die Geschichte etwas zu komplex ist und der philosophische Hintergrund ist sicher auch nicht ganz einfach zu verstehen. Aber wie schon der erste Band würde auch die Fortsetzung hervorragend umgesetzt. Langweile kommt nie auf, auch wenn ich am Anfang ein paar Probleme hatte rein zu kommen, lag aber daran das es schon ne Weile her war, über ein Jahr, als ich den ersten Teil gelesen hatte und erst mal wieder den Einstieg finden musste. War das aber passiert, gab kein halten mehr. Auch der Schreibstil war wie gewohnt fantastisch, ich mag den Humor der Autorin  und sie schafft es den Spannungsbogen bis zu letzt zu halten. Auch der Schluss hat es indisch, die letzten paar Seiten trieben mir dann doch paar Tränen in die Augen. Aber lest selber 

 

„Ich wünsche dir noch einen angenehmen Abend, Katharina Kathstone und ich möchte, dass du bis zu unserem nächsten Wiedersehen über folgenden Satz nachdenkst: Eine ruhige See hat noch nie einen guten Segler hervorgebracht.“

Der Drache Glacies

 

 

Prota- und Antagonisten & Co

Hach, auch dieses mal, sorry meine Lieben, komm ich ins schwärmen. Sandra Öhl hat einfach ein wirklich gutes Händchen uns die einzelnen Charakteren nahe zu bringen. Bei solch gut ausgearbeiteten Charaktere bin ich immer traurig das ich nicht zeichnen kann, denn ich sehe, fühle die Personen förmlich vor mir. Auch wenn mich dieses mal Kitty manchmal echt nervte, nur kurz zwischendurch, muss man sie und alle anderen Lieben. Nora ganz besonders. Das arme Ding.  Alle Protas entwickeln sich in dieser Geschichte. Für alle geht es um folgende Themen; Die eigenen Grenzen erkennen, die Wahrheit erkennen, das Gleichgewicht wahren, Vertrauen aber ganz wichtig sind dieses mal Hass und Vergebung.

 

Dieses mal erfahren wir auch mehr von Sir Larry’s Leben. Er erzählt immer wieder wie es dazu kam das er etwas mit Kitty und Victoria zu tun hat. Und auch für ihn sind die Themen Hass und Vergebung wichtig. Sie alle müssen erkennen was das alles auslösen kann, im Guten wie im Schlechten und dann die richtigen Entscheidungen zu treffen was nicht immer einfach ist.

Und natürlich haben wir in diesem Teil auch wieder einen Antagonist, in der For der Furie Tisiphone

So schafft es die Autorin auch die Emotionen zu transportieren. Man nervt sich über Kitty, man hat Mitgefühl für sie parat wenn es Zeit ist dafür, man ist sauer auf Victoria und lacht herzlich wenn Hildi, die stämmige Walküre mit ihrem Bayrisch auf Lysander tritt. 

 

 

Die Sache mit dem Text

Hier muss ich sagen, ich lese anders wenn ich ein eBook vor mir habe. Heisst, ich lese noch langsamer als sonst, es ist noch anstrengender als sonst schon. Nicht nur deswegen hab ich lieber Pint-Ausgaben. Aber der Schwierigkeitsgrad des Textes passte zum Genre, wenn auch etwas schwierig für Kids ab 11. Aber das kann man ja nicht so generell sagen. Aber ich hätte jetzt gesagt so ab 14/15 würde ich das Buch jetzt empfehlen.

Auch find ich die Kapitellänge gut passend, sie sind nicht alle gleich lang aber so wie es war, fand ich es gut. Auch der Wortschatz pass zur Geschichte, den Protagonisten und der Zielgruppe.

 

 

Und sonst noch

Das Cover ist wieder wunderschön. Denn es ist im gleichen Design gehalten nur das es dieses mal in einem frischen Türkis daher kommt, während der erste Teil in dunkel Blau gehalten war.

Schade ist einfach das der 2. Teil nur als eBook erscheint. Aber ich glaube wir Fans sind alle froh das der 2. teil überhaupt das Licht der Welt erblickte. Denn leider fand der erste Teil viel Zuwenig aufmerksam kein, was wirklich schade ist denn ich hab schon viele Bücher gelesen die mich nicht so gut unterhalten haben.

Für mich ist Kitty Kathstone 2 ebenso ein Highlight wie der erste Teil. Also, wer die Geschichte nicht kennt, der sollte sich den ersten Teil schnellst möglich lesen und gleich den 2. Teil nachschieben. Wer neugierig ist kann sich gerne noch meine Rezension zum ersten Teil nachlesen.

Ich freue mich schon jetzt auf den dritten Band auch wenn es noch eine ganze Weile dauern wird bis dieser erscheinen wird.

Und sollte die Autorin andere Bücher heraus bringen, werd ich sicher eine der Ersten sein, die sich diese reinzieht. Ich liebe ihren Schreibstiel genau so wie ihre Gedanken und die Fähigkeit den Geschichten einen Tiefgang mit spannenden Themen zu verpassen.

 

Erst wenn wir uns selbst in allen anderen Seins-Formen wiederkennen und diese ebenso in uns, erst dann werden wir fähig sein, die Balance wiederherzustellen, falls es dazu nicht schon längst zu spät ist.

 

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review 2017-03-18 13:53
Das halbe Leben - Junge Frauen erzählen von Susanne Schwager
Das halbe Leben: Junge Frauen erzählen - Susanna Schwager

Was uns in diesem Buch erwartet

Susanna Schwager hat mit diesem Buch ihren Zyklus abgeschlossen. In diesem 4. Band lässt sie junge Frauen zu Wort kommen, sie lässt sie einfach erzählen was ihnen grade in dem Moment durch den Kopf geht. Im Buch besucht die Autorin 8 Frauen im Alter von 21 – 39 Jahren.

 

Zum Inhalt

Das Buch ist jetzt keine Neuerfindung aber dennoch eine spannende umgesetzt. Denn Susanne Schwager ist da ganz unkonventionell heran getreten, denn es ist kein Interview so wie wir es kennen, sondern hat die Frauen einfach erzählen lassen. So frei Schnauze so zu sagen. Keine bestimmten Fragen wurden beantwortet sondern es sind einfach ausgesprochene Gedanken, Erinnerungen, Erkenntnisse und Vorstellungen.

Ich fand das wirklich sehr spannend. Denn die Erzählerinnen erzählten einfach die Dinge die ihnen grade wichtig waren, ohne von spezifischen Fragen der Autorin unterbrochen zu werden, es fliesst einfach.

Der Schreibstil ist etwas speziell aber für uns Schweizer sicher witzig und auch interessant. Denn Susanna Schwager nimmt immer wieder die Mundart-Ausdrücke mit rein. AmAnfang musste ich mich echt dran gewöhnen denn es ist doch sehr speziell, man strauchelt jedes mal wenn plötzlich ein Schweizerdeutscher Ausdruck da steht, aber nicht weil mans nicht versteht, sondern weil man grade so im Fluss ist und ehrlich, ich selber spreche zwar perfekt Züridütsch aber lesen und schreiben kann ich kaum. Auch SMS die ich bekomme in Mundart, man da nerv ich mich immer. Also sprechen, lesen und schreiben sind 2 verschiedene paar Schuhe. Aber ich mochte es dennoch sehr.

 

Ich glaube, wenn alles von dort, vom eigenen Herzen, vom Zentrum aus startet, egal was, wenn das gelingt, dann ist man erfüllt am Schluss, dann ist man im Reinen, vielleicht nicht im Blütenweissen, aber im Guten, weil im Warmen, und ich stelle mir vor, das macht, dass alles gut ist am Schluss und sich gelohnt hat, und man kann dann gehen und von der Bühne abtreten, aber das ist jetzt nicht der Punkt.

S. 42 – Steff la Cheffe

 

Die Erzählerinnen

Es sind bekannte und auch unbekannte, also für uns Schweizer auf alle Fälle. Wobei Steff la Cheffe konnten auch in Deutschland oder Österreich bekannt sein. Sie ist eine Schweizer Rapperin Beatboxerin, mit einem Vizeweltmeister Titel im Beatboxen (2009). Vielleicht kennt der ein oder andere auch Mona Vetsch, eine Schweizer Radiofrau und Moderatorin und Journalistin. nur mal 2 von 4 Bekannten Frauen der Schweiz.

Steff la Chefs hat mir am besten gefallen. Ich war doch sehr überrascht wie sehr sie auf dem Boden geblieben ist, sie hat, für mich, echt den Durchblick im Leben, weiss schon in jungen Jahren worauf es wirklich ankommt im Leben. Auch Mona Vetsch mochte ich sehr, sie ist mir schon immer sehr sympathisch gewesen. Egal ob im Radio oder Fernsehen, ich mag ihre quirlige Art. Und auch im Buch hier kommt diese gut rüber. Ich musste so oft schmunzeln.

Nicht das die anderen unsympathisch gewesen währen, nein, wirklich nicht! Alle 8 haben ihre eigene Geschichten und daraus natürlich ihre eigenen Einsichten. Alle rund um interessant und durchaus sehr sympathisch.

Hintergrundwissen zu den einzelnen Personen gibt es nicht. Es geht um diesen Moment, um die halbe Stunde vielleicht, wo die Autorin die Frauen einlädt etwas aus ihrem Leben zu berichten. Und ein Hintergrundwissen braucht es ja an sich nicht, denn einen kleinen Einblick gewähren uns ja die Frauen. Aber jede der Frau entscheidet selber was sie uns verraten mag und was im Verborgenen bleibt.

 

 

Die Sache mit dem Text

Wie gesagt, die einzelnen Ausdruck in der Mundart sind sicher für Nichtschweizer eine Herausforderung und sicher immer wieder mal einen Grund zum lachen, aber ich find es wirklich toll.

Die Kapitel sind angenehm in der Länge denn jedes Porträt fasst ca. 20 Seiten.

Das Buch ist im Blocksatz gedruckt und das find ich ja bekanntlich viel angenehmer als der Flattersatz. Und auch die Schriftart ist angenehm zu lesen.

 

 

Was gibts zu den Illustrationen zu sagen

In diesem Buch wurde der Maler und Zeichner Raoul Ris engagiert. Er porträtierte die 8 Frauen in einer schwarz-weiss-Zeichnung. Und das wirklich hervorragend. Die bekannten erkennt man gleich.

 

 

Und sonst noch

Das Cover find ich toll. Nicht nur weil es eben einen Erkennungswert hat, sondern weil es schlicht ist und doch künstlerisch mit den Porträts.

Ich muss ja gestehen, ich hab die anderen 3 Bände nicht gelesen aber ich werde sicher „Das volle Leben“ auch noch lesen. Hier erzählen 12 Frauen zwischen 70 und 80 etwas aus ihrem Leben. Vielleicht lese ich irgendwann mal noch die beiden anderen wo die Männer aus ihrem leben erzählen.

Wie ihr sicher schon gemerkt habt, ich kann euch das Buch nur empfehlen. Also sicher all jenen die auch mal Biografien der Erfahrungsberichte lesen. Denen wird das Buch sicher gefallen. 

 

Es gibt diesen permanenten Durch zur Lebensoptimierung. Alle reden davon, strudeln darin, in einem nie abklingenden Glückszwang. Und natürlich ist das, was das Glück wäre, nie das, was man hat. Es hört nie auf. Ich muss mich nur immer weiter für etwas entscheiden, und es nochetär nur noch schnell machen. (lacht)

S. 143 – Mona Vetsch

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