logo
Wrong email address or username
Wrong email address or username
Incorrect verification code
back to top
Search tags: Deutschland
Load new posts () and activity
Like Reblog Comment
show activity (+)
review 2017-02-05 17:50
Dürfen wir wirklich Gott spielen?
Helix: Sie werden uns ersetzen - Marc Elsberg,Simon Jäger,Deutschland Random House Audio

Inhalt:

Wer den perfekten Menschen will, verliert irgendwann die Kontrolle über Gut und Böse... Der US-Außenminister stirbt bei einem Staatsbesuch in München, bei der Obduktion erscheint auf seinem Herzen ein seltsames Zeichen. In Brasilien, Tansania und Indien entdecken Mitarbeiter eines Chemiekonzerns Pflanzen und Tiere, die es eigentlich nicht geben kann. Zur gleichen Zeit wenden sich Helen und Greg an eine Kinderwunschklinik in Kalifornien. Der Arzt macht ihnen Hoffnung, erklärt sogar, er könne die genetischen Anlagen ihres Kindes verbessern. Er erzählt ihnen von einem privaten Forschungsprogramm, das bereits an die hundert "sonderbegabter" Kinder hervorgebracht hat. Doch dann verschwindet eines dieser Kinder - und alles deutet auf einen Zusammenhang mit den merkwürdigen Ereignissen überall auf der Welt... (Quelle: randomhouse.de)

 

Meine Meinung:

Das der Autor gern mit den Ängsten seiner Leser spielt und uns gern den Fortschrittsspiegel vorhält, dürfte wohl inzwischen hinlänglich bekannt sein. Trotzdem überrascht es mich immer wieder, wie er immer wieder ein Thema findet, das noch beängstigender ist. Die Industrie und Medizin erklärt uns immer wieder wie gut die Manipulation des Erbgutes ist, ob bei Pflanzen, Tieren oder auch Menschen. Doch wo sind die Grenzen? Wer darf davon profitieren? Wann wird das Ganze zur Waffe oder wie weit, darf man zum Schutz der eigenen "Familie" gehen? Mit dieser Geschichte gibt uns der Autor einen kleinen Einblick in das, was vielleicht schon ist oder sein könnte. Firmen die Jagd auf Gene machen, weil man damit Profit machen kann. Ärzte, die "moderne" Menschen designen. Die schlauer sind als der "normale" Mensch, die stärker sind und schneller wachsen. Designtet Viren, die nur bestimmte Menschen angreifen und auch töten. Wo sind die Grenzen? Wer will diese ziehen? Und wer will diese Überwachen? Marc Elsberg erzählt 3 Geschichten, die durch ein Thema miteinander verbunden sind und die im Laufe der Story immer mehr miteinander verwoben sind, bis der Knoten so fest ist, das man ihn nicht mehr lösen kann. Dabei zeigt er beide Seiten der Medaille. Den Nutzen, aber auch die Risiken. Wenn man Viren so modifizieren kann, das nur noch die Anführer der feindlichen Seite getötet werden, dann brauchen nicht mehr tausende von Soldaten in sinnlosen Kriegen sterben. Doch wer entscheidet, wer der Feind ist? Wer sterben muss? Wenn wir die Pflanzen und Tiere in ihrem Erbgut so manipulieren können, das sie weniger Wasser und Nährstoffe brauchen, das sie weniger anfällig für Krankheiten und Wettereinflüsse sind - das wäre doch gut? Doch wer profitiert davon. Konzerne, die ihr Saatgut für viel Geld verkaufen, die selbst entscheiden, wie viel Fortschritt sie uns verkaufen, damit sie immer wieder nachlegen können, wenn die Patente auslaufen? Den die Ärmsten dieser Welt, die davon tatsächlich profitieren könnten, können sich das nicht leisten. Heute schon kontrollieren wir in einigen Ländern bei Invitro-Befruchtungen das Erbgut und wenn dort bestimmte Anlagen zu finden sind, dann bekommt das Embryo nie die Chance ein Kind zu werden. Oder es muss genetisch zu seinem kranken Geschwisterchen passen, um Stammzellen, Knochenmark oder dergleichen spenden zu können. Wie weit ist es da noch sich sein Traumerbgut zusammenzustellen, wie bei Kauf eines Autos. Und wer bekommt diese Kinder, nur die Elite, die heute mit Geld ihren Nachkommen zahlreiche Vorsprünge verschafft oder alle Menschen, das uns dann zum genetischen Ausschuss degradiert. All diese Szenarien hat der Autor zu einer Geschichte gestrickt, die mit Hoffnung beginnt und im Schrecken endet. Die Story ist zu großen Teilen sehr Spannend, doch gelegentlich verliert sich der Autor auch etwas in den Details. Wer nur an dem Thriller interessiert ist, könnte sich dann schon in Lesefluss gestört fühlen, doch wen auch die Hintergründe - das wieso und weshalb - interessiert ist, der wird begeistert sein. Die Protagonisten, begleiten den Leser praktisch von der ersten bis zur letzten Seite. Bei ihnen finden sich die "unschuldigen" Opfer wie Helen und Greg, die auf Grund guter Absichten in ihre persönliche Hölle geraten. Bei diesen hat der Autor geschafft, die Freude, die Angst, den Zwiespalt und auch die Konsequenzen sehr gut dargestellt. Man kann sich mit ihnen identifizieren und man fragt sich, wie würde man selbst, in einer solchen Situation entscheiden. Doch dann sind da auch die eher plakativ gehalten "Bösewichte" wie zum Beispiel die Ärzte, die Gott spielen und die Konzerne, die nur an ihre Aktienkurse und Patenteinnahmen denken. Ob es wirklich so einfach ist, weiß ich nicht. Und dann sind das die Menschen, dazwischen wie Politiker oder auch designtet Kinder/Teenager, die glauben, das sie allein Wissen, was für der Rest der Menschen das richtige ist und wenn es dann schiefgeht, die Hände in Unschuld waschen oder den Endschlag befehlen, um alles unter den Teppich zu kehren. Das ist schon ziemlich viel für eine Geschichte, doch der Autor hat sich Zeit gelassen - ganze 921 Minuten oder 648 Seiten. Und er hat das alles, für Laien wie mich, die ihr Halbwissen auf Film, Fernsehen und Internet haben, auch schlüssig und trotzdem interessant dargestellt. Dabei lässt er den Film zwar nicht vergessen das er sich eher um einen Blockbuster handelt, aber immer mit dem kleinen Männchen im Hinterkopf - was wäre wenn ? Helix ist der 3. Roman des Autors, den ich gelesen habe. "Blackout" hat mich damals total gepackt und ich hab mir anschließend eine riesen Vorrat an Kerzen zugelegt. "Zero" war zwar auch interessant, aber doch recht zäh umgesetzt. Doch mit "Helix" bin ich jetzt dieser gefesselt und überzeugt. Und ich bin schon gespannt, was sich der Autor als nächstes einfallen lässt. Fazit: Extrem spannend und realistisch hat Marc Elsberg einige Folgen aufgezeigt, wenn der Mensch Gott spielt. So verbindet man Wissenschaft und Thrill gekonnt.

Source: schnuffelchensbuecher.blogspot.de/2017/01/marc-elsberg-helix-sie-werden-uns.html
Like Reblog Comment
show activity (+)
review 2017-01-25 19:53
Die Wanderhure - Die Wanderhuren-Reihe (1) | Iny Lorentz
170124 Wanderhure

Autoren: Iny Lorentz
Titel: Die Wanderhure
Reihe: Die Wanderhure (1)
Genre: Historischer Roman
Verlag: Knaur [ April 2005]
TB: 607 Seiten, 10,99 €, ISBN: 3426629348
(ich habe vor Jahren noch 8,95 € dafür bezahlt)
HC: 608 Seiten, 19,99 €, ISBN: 3426661128
Kindle-Edition: 608 Seiten, 9,99 €, ASIN: B004WPHQUQ
auch als ungekürztes Hörbuch bei Audible erhältlich
gelesen im Lesesessel vom SuB

 

klick zu Amazon.de

 

Klappentext:

Die grausame Welt des Mittelalters und der Kampf einer Frau um ihr persönliches Glück.

Konstanz im Jahre 1410: Als Graf Ruppert um die Hand der schönen Bürgerstochter Marie anhält, kann ihr Vater sein Glück kaum fassen. Er ahnt nicht, dass es dem adeligen Bewerber nur um das Vermögen seiner künftigen Frau geht und dass er dafür vor keinem Verbrechen zurückschreckt. Marie und ihr Vater werden Opfer einer gemeinen Intrige, die das Mädchen zur Stadt hinaus treibt. Um zu überleben, muss sie ihren Körper verkaufen. Aber Marie gibt nicht auf…

Meine Meinung:

 

Wir schreiben das Jahr 1410, eine finstere Zeit, nicht nur in Deutschland. Frauen hatten damals absolut keine Rechte, waren auf einen Mann angewiesen und ohne einen solchen Beschützer Freiwild. Wie man in diesem Buch erfahren kann, gab es einige Schurken, die sich mit List und Tücke, Intrigen und Verrat an keusche Bürgerstöchter heranmachten und sie so ins Verderben stürzten.

 

Was mich besonders schockiert hat ist, dass niemand der Aussage einer Frau Glauben schenkte, sondern einfach Hörensagen hinnahm und aufgrund von falschen Indizien endgültige Urteile gesprochen wurden, die nicht selten die Menschen ins Unglück stürzten. Man freute sich, einen Mord möglichst rasch aufzuklären, egal, ob der vermeintliche Mörder ein unbescholtener Bürger war oder nicht. Hauptsache, man hatte einen Schuldigen. Außerdem war sich jeder selbst der Nächste und suchte, andere zu Fall zu bringen, um sich deren Güter zu bemächtigen. Selbst Kirchenmänner waren auf ihren eigenen Vorteil bedacht, und das älteste Gewerbe der Welt florierte.

 

Als Marie angeklagt, vergewaltigt und misshandelt wird, bleibt ihr nach dem Urteilsspruch nichts anderes übrig, als ihren Körper zu verkaufen, um zu überleben. In diesem Buch erfahren wir viel über ihre Gefühlswelt, ihren Werdegang und ihren Hass, ihre Pläne und auch ihre Großherzigkeit.

 

Dass sich am Ende plötzlich alles zum Guten wendet und sogar aus Marie wieder eine ehrbare Frau macht, kam mir denn doch etwas zu holterdipolter und ein bisschen märchenhaft vor.

 

Alles in allem las sich das Buch gut. Teilweise konnte ich in die Geschehnisse eintauchen und die Zeit vergessen. Der Schreibstil ist dem Mittelalter angemessen, die Eckdaten wurden gut recherchiert und in die Geschehnisse eingewoben. Wer Historische Romane ohne Beschönigungen mag, liegt bei dem Autoren-Ehepaar auf jeden Fall nicht falsch.

 

Ich gebe 08/10 Punkte für den ersten Band der Reihe.

 

Zitat:

Erwartungsvolles Raunen begrüßte den Richter, seine Beisitzer und den Gerichtsschreiber. Den vier Mönchen folgte Magister Ruppertus mit seinen Zeugen. Die meiste Aufmerksamkeit aber lenkte Hunold auf sich, der Marie wie ein Kalb am Strick hinter sich herzog.
Kapitel VII, Seite 67

 

Bücher der Reihe (Histo-Couch):

 

1. Die Wanderhure – beendet 24.01.2017 – 08/10 Punkte
2. Die Kastellanin
3. Das Vermächtnis der Wanderhure
4. Die Tochter der Wanderhure
5. Töchter der Sünde
6. Die Rache der Wanderhure
7. Die List der Wanderhure

 

Wanderhure - I. Lorentz 

Source: sunsys-blog.blogspot.de/2017/01/gelesen-die-wanderhure-iny-lorentz.html
Like Reblog Comment
show activity (+)
review 2017-01-15 05:47
Brilliante Analyse des gnadenlosen Ökosystems Gymnasium
Spieltrieb - Juli Zeh

Dieses Buch handelt von einer Jugend-Generation, die man mir näher erklären muss, weil sie sich für mich sehr mysteriös gebärdet. Schon als ich das erste Mal kurz in Dawson's Creek hineingeschaut habe, war mir bewußt, dass oben genannte Kohorte so völlig anders ist, als meine Generation: Wie altkluge vorzeitig vergreiste Jodas stolpern sie von Weltschmerz gepeinigt, permanent philosophierend und gehirnwichsend ununterbrochen Jeden zitierend, der nur irgendwie etwas Gescheites gesagt hat, durch ihre Teenagerzeit, anstatt einfach raus aus ihren vordefinierten Innenräumen zu gehen und zu leben. Auch ich habe in meiner Teenagerzeit die relevanten Philosophen und Psychologen gelesen und verstanden, für mich waren sie aber alternde Männer, die mir damals sehr wenig zu sagen hatten, da ich mehr mit meinem Leben und dem Überleben beschäftigt war. Auch die relevanten Filme, psychologischen Grundlagen und Sozialtheorien habe ich verschlungen und auch ab und an diskutiert, aber tatsächlich nur gelegentlich. In einer Zeit der 80er, als einem jeden Tag die Atombombe auf den Schädel fallen konnte, also die Bedrohung nicht im Fernsehen virtuell hinter den Butzenglasscheiben, sondern sehr real war, versuchten wir jeden Tag so zu leben, als sei es unser letzter gewesen. Also Aktion statt permanente Reflexion nicht getaner Taten.

 

Juli Zehs Teenager schalten nun im Vergleich zu den Dawson's Creek Kids auch noch den Turbo ein, denn der ewige Weltschmerz und prinzipiell alle Gefühle sind mittlerweile auch passé, es regiert nurmehr eine analytische Eiseskälte, unendliche Gleichgültigkeit und grenzenlose Misantropie, sie glauben an Nichts und sind die UrUrenkel der Nihilisten. Lediglich die Herumphilosophiererei und das Gehirnwichsen sind geblieben.

 

"Auch wenn Sie selbst verdammt jung sind, liegt doch etwas zwischen uns, das gemeinhin eine Generation genannt wird, obwohl man es besser einen zeitgeistlichen Tapetenwechsel nennen sollte. Ihr Geburtsjahr mag mit einer Neunzehn-Sieben beginnen, vielleicht sogar mit einer Neunzehnsechs, während ich der Achter Serie angehöre, eine späte Acht, beinahe schon eine Neun.[...]

 

Auf dem Gebiet des Seelischen gibt es nichts, das ein Psychologe den Vertretern meiner Generation erzählen könnte. Wir kennen die Funktionsweisen von Traumata. Wir wissen, was Projektionen, Minderwertigkeitsgefühle und Schuldkomplexe sind. Wir kennen Ödipus und Elektra, haben Freud, Adler, Jung und Psychologie heute gelesen... [...]

 

Wir sind der banalen und kleinkrämerischen Reglementierungen müde, die uns bei Strafe zwingen, ein Licht an unser Fahrrad zu schrauben, mit dem Rauchen bis zum sechzehnten Lebensjahr zu warten und unsere Autos für zwei Euro pro Stunde in ein Kästchen zu stellen, das irgendjemand fein säuberlich auf den Boden gemalt hat, während wenige Flugstunden entfernt ganze Welten verbrennen, vertrocknen, ersaufen, explodieren, verbluten."

 

Juli Zeh führt den Leser durch diese fremde Welt wie ein erfahrener Antropologe, der sein Geschäft in der Verhaltensforschung mit Tieren gelernt hat. Fast scheint es so, als sei der Roman eine Form der Raubtierrudelbeobachtung in der Serengeti, um das Ökosystem der Ernst Bloch-Schule detailliert und brilliant zu analysieren. Das macht Freude, erklärt jeden der Hauptprotagonisten - Lehrer wie Schüler inklusive aller Beziehungen und Machtverhältnisse so erschöpfend tiefgehend und logisch in nahezu allen Facetten, teilweise auch in solchen, an die ich als Leserin noch gar nicht gedacht habe.

 

Dann kommt dramaturgisch perfekt inszeniert auch noch das mittelhübsche, aber sehr interessante männliche Arschloch in der Person des neuen Mitschülers Alev ins Spiel, das jedem intelligenten Teenagermädchen komplett den Verstand raubt und das wie selbstverständlich das bisher eingespielte soziale Geflecht der Schule komplett durcheinanderwirbelt. Ohne Moral und Skrupel, aber auch nicht komplett bösartig, sondern eher so wie ein Kind einem Käfer die Beine ausreißt, nur um zu sehen, was passiert, werden sozialwissenschaftliche und psychologische Experimente im Feldversuch durch Elemente der Spieltheorie inkl. Gefangenendilemma an den lebenden Probanden der Schule durchgeführt. Das menschliche Schachspiel wird Zug zum Zug aufgestellt, um gleich einem D-Zug fatalistisch und auch sehenden Ausges dem ultimativen Abgrund menschlicher Untiefen und der finalen Katastrophe zuzusteuern.

 

Manipulation, Verführung, Sex, Erpressung, Macht, Mißbrauch von Schutzbefohlenen hier entsteht die Täter-Opfer-Umkehr nicht als Ausrede für Straftaten von Erwachsenen, sondern ist tatsächlich der ultimative Sündenfall der Jugendlichen. Oh so würden die Teenager dies auf keinen Fall bezeichnen, aber ich als alte Vettel darf mit meinen antiquierten Moralbegriffen der 60er-Jahre Geborenen auf jeden Fall derart urteilen, muss ich sogar - ich unbrauchbares gefühlsduseliges, moralinsaures Relikt dieser längst überholten Vergangenheit ;-).

 

Die Sprache dieses Romans hat mich fast am meisten begeistert. Juli Zeh schüttelt die wundervollen knackigen Metaphern nur so aus dem Ärmel und formt sie sogar mitunter zu großartigen Aphorismen.

 

• Gott ist Jurist. Er schafft Regeln und überläßt die Umsetzung anderen.

 

• Etwas Neues stand im Begriff zu beginnen, und Smutek freute sich darüber wie ein Masttier über die frische Luft, während es zum Schlachter geführt wird.

 

• Das Geräusch einer ins Schloss krachenden Tür im unteren Stockwerk trat dem Zauber des Augenblicks den Schemel weg.

 

Als mein Mann das Buch vor einem Jahr gelesen hat, meinte er, dass es ihm ein bisschen zu lang und zu langatmig war. Anfangs konnte ich das nicht verstehen, aber ca. auf Seite 400 musste ich ihm dann für kurze Zeit doch zustimmen. Manchmal übertrieb es die Autorin mit dem gemächlichen Aufbau der Figuren und Hintergründe, indem einfach viel zuwenig passierte und das Tempo total aus der Geschichte herausgenommen wurde. Eine Kürzung des Romans von 50-70 Seiten hätte dem Plot ohne Qualitätsverlust wesentlich mehr Drive und Rasanz gegeben. Das ist aber Jammern auf allerhöchstem Niveau.

 

Fazit: Absolute Leseempfehlung von mir!

Like Reblog Comment
review 2017-01-03 14:39
Ein Stück Geschichte Polens
Die Frau des Zoodirektors: Eine Geschichte aus dem Krieg - Bibiana Beglau,Deutschland Random House Audio,Diane Ackerman Inhaltsangabe Eine wahre und rührende Geschichte Während der Zweite Weltkrieg tobt, wird der Warschauer Zoo Schauplatz einer dramatischen Rettungsaktion, die über 300 Juden vor dem sicheren Tod bewahrt. Jan und Antonina Zabinski, der Zoodirektor und seine Frau, schmuggeln Juden aus dem Warschauer Ghetto auf das brachliegende Zoogelände, wo sie die Todgeweihten in den leeren Tierkäfigen vor den Nazis verstecken und ihnen damit das Leben retten. Eine wahre Geschichte aus dem besetzten Warschau des zweiten Weltkriegs. Meine Meinung Im Großen und Ganzen geht es in dieser Geschichte um das Ehepaar Zabinski. „Die Frau des Zoodirektors“ nimmt hier den Titel ein, weil viele Erfahrungen und Geschehnisse ihren Tagebüchern entnommen wurden. Für mich weist dieses Hörbuch drei positiv zu nennende Punkte auf. Ich liebe wahre Geschichten, vor allem wenn sie in die Richtung Weltkriegsgeschehen gehen und noch mehr liebe ich es, wenn sie nicht im Dunkel n bleiben, sondern erzählt werden. Die Familie Zabinski stellte zu dieser Zeit wohl eine besondere Familie da, die man, sobald man von ihnen gehört hat, sie so schnell nicht wieder vergessen wird. Der Zoo in Warschau war mir bis dato unbekannt und auch die Taten der Familie sind bisher an mir vorbeigegangen. Als Besitzer des zoologischen Gartens in Warschau musste das Ehepaar mit ansehen, wie der 2. Weltkrieg ausbricht und seinen Lauf nimmt. Schlimm ist, was den vielen polnischen Menschen widerfährt, aber noch schlimmer für die Zabinskis war zunächst der Punkt, wie sie die hilflosen Tiere vor diesem Grauen beschützen sollen. Antonia, Jan und ihr Sohn Ryszard bezeichnen ihre Bemühungen und Sorgen weniger als Tierliebe, sondern als Berufung. Dieser Punkt kam im Hörbuch sehr gut herüber. Vor allem der kleine Ryszard wächst in einer grausamen Zeit auf und die Verantwortung für die Tiere gab ihm sehr viel. Die Charaktere und deren Darstellung haben mir gefallen. Ich denke, dass jede Person mit ihren Eigenarten realitätsgetreu beschrieben wurde. Den Mut, den diese Familie aufgebracht hat, muss man erst einmal haben. Es gab viele erschreckende Momente, aber auch einige Momente voller Herzblut. Sie haben gekämpft und Gutes vollbracht. Eine wahre Geschichte, die man sich vor allem als Tierliebhaber nicht entgehen lassen sollte. ____________________________________________________________ Das Kriegsgeschehen aus der polnischen Sicht war gut geschildert, aber hier habe ich zum ersten Mal bedauert zum Hörbuch zu greifen. Denn ich habe schnell gemerkt, dass ich Kriegsgeschehen gerne sehr detailliert betrachte. Durch die gekürzte Fassung sind hier meiner Meinung nach nur die wichtigsten Fakten zur Sprache gekommen. In den gekürzten Teilen vermute ich allerdings weitere schreckliche Erlebnisse und Situation, welche bei mir eventuell Emotionen hervorgerufen hätten. Das Hörbuch hat dies nämlich leider nicht gekonnt. Zum einen empfand ich die Sprecherin wenig empathisch und Emotionen kamen nur schwerlich herüber. Zum anderen vermute ich in der ungekürzten Version bzw. dem Buch viele weitere wissenswerte Erlebnisse der Familie Zabinski. Mein Fazit Das gekürzte Hörbuch ist eine Empfehlung, wenn man einfach seinem Allgemeinwissen etwas Gutes tun möchte und mehr über diese Familie und ihre Taten erfahren möchte. Wer sich gleichzeitig bei dieser Thematik Details und Emotionen wünscht, sollte eher zum Buch greifen. Um für mich einen Vergleich zu haben, möchte ich irgendwann nochmal die gebundene Ausgabe lesen.
More posts
Your Dashboard view:
Need help?