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review 2018-09-22 07:31
Ich.Liebe - Hamburg Sequence (2) | Thariot

180918 IchLiebeA

Autor: Martin Langner (Thariot)Titel: Ich.LebeReihe: Hamburg Sequence (3)Genre: Sci-Fi, Wissenschafts-ThrillerVerlag: CreateSpace Independent Publishing Platform, [10.12.2015]Kindle-Edition: 449 Seitengelesen auf dem Kindle Paperwhiteauch im TB-Format erschienenklick zu Amazon.de

Inhaltsangabe (Amazon):

Hamburg 2037: Lisa XIII öffnet die Augen. Sie ist anders. Sie will leben. Und ist bereit dafür zu kämpfen.
Alex kehrt nach drei Jahren in die Stadt zurück. Niemand kann allein gegen die ganze Welt kämpfen.
Dr. Agnes Gutter konnte als CEO von Better Life seit den mysteriösen Ereignissen vor drei Jahren vieles zum Besseren wenden. Nur ein Projekt entzieht sich noch ihrer Kontrolle.
Zu viel Naivität, zu viel Profitgier und zu viel Ignoranz. Es hätte verhindert werden können.

Meine Meinung:

 

Was für eine Fantasie, was für eine Vorstellungskraft, was für ein Talent, dies alles in Worte zu fassen, mit extrem hoher Spannung zu versehen und der breiten Öffentlichkeit zum Verschlingen für wirklich wenig Geld anzubieten! Ich bin immer wieder überwältigt und fasziniert, freue mich auf Fortsetzungen, neue Bücher und Reihen und komme von diesem wunderbaren Autor nicht mehr los.

 

In Band 2 der Trilogie gibt es nun neben Alex Baringhaus noch eine Frau, die ganz besondere Fähigkeiten hat. Doch, was genau ist sie? Und wen muss man tatsächlich fürchten? Da sich die befehlenden Stellen darüber nicht ganz im Klaren sind, beginnt eine Hetzjagd, doch mit was für Konsequenzen! Der Spannungslevel ist nie ganz unten, doch nimmt er dennoch während der Story noch rasant zu, so dass ich das Buch wirklich nicht aus der Hand legen wollte.

 

Ich kann die Trilogie uneingeschränkt jedem empfehlen, der auf Wissenschafts-Thriller in naher Zukunft steht. Von mir gibt es natürlich wieder die volle Punktzahl – 10/10 Punkte.

 

Zitat:

Da war ein Licht, das langsam größer wurde. Zuerst noch schüchtern, um einen Moment später ihr gesamtes Blickfeld auszufüllen. Das gefiel ihr, sie griff danach, ohne es fassen zu können. Sie lachte, gleich würde sie es erneut probieren.
Begehren, I. Lisa III., Erste Sätze

180918 IchLiebeB

 

Bücher der Reihe Instabil von Sam Feuerbach & Thariot:

 

- Instabil. Die Vergangenheit ist noch nicht geschehen – beendet 03.12.2017 – 11/10 Punkte
- Instabil. Die Gegenwart ist nur ein Kartenhaus – beendet 14.12.2017 – 11/10 Punkte
- Instabil. Die Zukunft ist Schnee von gestern – beendet 25.05.2018 – 10/10 Punkte

 

Weitere Bücher von Sam Feuerbach & Thariot:

 

- Echtzeit-Trilogie – beendet 07.07.2018 – 10/10 Punkte

 

Weitere Bücher von Sam Feuerbach:

 

Die Krosann-Saga in 6 Bänden (noch nicht gelesen)

Der Totengräbersohn: Buch 1 – gelesen 26.02.18 – 08/10 Punkte
Der Totengräbersohn: Buch 2 – gelesen 13.04.18 – 10/10 Punkte
Der Totengräbersohn: Buch 3 – gelesen 20.04.18 – 11/10 Punkte
Der Totengräbersohn: Buch 4 – soll 2018 erscheinen

 

Weitere Bücher von Thariot:
Genesis-Reihe:

 

1. Genesis. Die verlorene Schöpfung – beendet 24.01.2016 – 11/10 Punkte
2. Genesis. Brennende Welten – beendet 15.03.2016 – 10/10 Punkte
3. Genesis. Post Mortem – beendet 21.04.2016 – 11/10 Punkte
4. Next Genesis – beendet 19.07.2016 – 10/10 Punkte

 

Solarian-Reihe:

 

- 2227 Extinction: Phase 1 – beendet 06.05.2018 – 10/10 Punkte

1. Solarian. Tage des Aufbruchs – beendet 30.07.2016 – 08/10 Punkte
2. Solarian. Tage der Asche – beendet 14.08.2016 – 10/10 Punkte
3. Solarian. Tage der Stille – beendet 08.09.2016 – 10/10 Punkte
4. Solarian. Tage der Rache – beendet 03.11.2016 – 10/10 Punkte
5. Solarian. Tage der Suche – beendet 06.05.2017 – 10/10 Punkte
6. Solarian. Tage der Ewigkeit – beendet 25.06.2017 – 10/10 Punkte

 

Hamburg Sequence

 

1. Ich.Lebe – beendet 13.09.2018 – 10/10 Punkte
2. Ich.Liebe – beendet 18.09.2018 – 10/10 Punkte
3. Ich.Sterbe

 

Ich.Liebe. (Hamburg Sequence 2) - Thariot 

Source: sunsys-blog.blogspot.com/2018/09/gelesen-ichliebe-thariot.html
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review 2018-09-15 12:24
Ich.Lebe - Hamburg Sequence (1) | Thariot

180913 IchLebe

Autor: Thariot (Martin Langner)Titel: Ich.LebeReihe: Hamburg Sequence (1)Genre: Sci-Fi, Wissenschafts-ThrillerVerlag: CreateSpace Independent Publishing Platform, [03.03.2015]Kindle-Edition: 408 Seiten, ASIN: B00TCJOEPCgelesen über die Prime-Bibliothekauf dem Kindle Paperwhiteklick zu Amazon.de

Inhaltsangabe (Amazon):

Hamburg 2034: Alex liebt Farben, Bewegung und Emotionen. Er hat alles dafür gegeben, sich für den Studiengang »Bildende Künste« einzuschreiben. Eine Fehlentscheidung, so seine Professorin, die ihm empfiehlt ein technisches Studium in Erwägung zu ziehen.
Wegen seiner Freundin nimmt Alex an einer Testreihe für logische Puzzles teil. Er hasst Mathematik, aber die Bezahlung ist lukrativ und die Aufgabe ist lächerlich einfach. Eine Entscheidung mit Folgen.
Sieben Jahre zuvor: Dr. Olaf Baringhaus hat aus Liebe zu seiner Frau seine Seele an die Wissenschaft verkauft. Heute ist Zahltag. Sie liegt im Sterben und sein Sohn redet schon lange nicht mehr mit ihm.
Zu viel Gier, zu viel Macht und zu viel Dummheit. Seine militärischen Auftraggeber hätten Dr. Baringhaus nicht in die Enge treiben sollen. Es ging um weit mehr als seine Karriere.

Meine Meinung:

 

Wer Lust auf einen Wissenschafts-Thriller in naher Zukunft hat, der zudem in Hamburg spielt, sollte sich die Trilogie von Thariot um Alex Baringhaus nicht entgehen lassen. Thariot gehört seit einiger Zeit ohnehin zu meinen favorisierten Autoren. Mich interessieren seine Themen, mir gefällt die Umsetzung, und ich liebe die Spannung, die in jedem seiner Bücher rasant zunimmt und schlussendlich nahezu explodiert.

 

So geht es mir auch mit dem ersten Buch dieser Reihe, das ich mir zunächst über die Kindle-Bibliothek als Prime-Mitglied leihen konnte. Band 2 landete dann unweigerlich sofort gekauft auf meinem Kindle, und Band 3 wird in Kürze folgen, denn es ist nahezu unerträglich, nicht Tag und Nacht lesen zu können, um die Story in seiner Gänze aufzusaugen.

 

Ich möchte der Story hier nichts vorweg nehmen, in der Inhaltsangabe steht ohnehin schon genug, und letztendlich sagt meine volle Punktvergabe eigentlich schon genug aus. Ich liebe auch diese Reihe und kann sie jedem wärmstens empfehlen.

 

10/10 Punkte – was sonst? 

 

Zitat:

“Wissen Sie, warum ich Sie habe durchfallen lassen?”, fragte sie auf eine nahezu unerträglich mütterliche Art.
”Weil ich zu blöd bin?” Ales sah sie an, ihr schmales Gesicht mit Brille hatte vor hundert Jahren bestimmt einmal gut ausgesehen.
”Nein.”
III. Bildergeschichten, Seite 42/404, bei 9 %

180913 IchLebeB

 

Bücher der Reihe Instabil von Sam Feuerbach & Thariot:

 

- Instabil. Die Vergangenheit ist noch nicht geschehen – beendet 03.12.2017 – 11/10 Punkte
- Instabil. Die Gegenwart ist nur ein Kartenhaus – beendet 14.12.2017 – 11/10 Punkte
- Instabil. Die Zukunft ist Schnee von gestern – beendet 25.05.2018 – 10/10 Punkte

 

Weitere Bücher von Sam Feuerbach & Thariot:

 

- Echtzeit-Trilogie – beendet 07.07.2018 – 10/10 Punkte

 

Weitere Bücher von Sam Feuerbach:

 

Die Krosann-Saga in 6 Bänden (noch nicht gelesen)

 

Der Totengräbersohn: Buch 1 – gelesen 26.02.18 – 08/10 Punkte
Der Totengräbersohn: Buch 2 – gelesen 13.04.18 – 10/10 Punkte
Der Totengräbersohn: Buch 3 – gelesen 20.04.18 – 11/10 Punkte
Der Totengräbersohn: Buch 4 – soll 2018 erscheinen

 

Weitere Bücher von Thariot:

 

Genesis-Reihe:

 

1. Genesis. Die verlorene Schöpfung – beendet 24.01.2016 – 11/10 Punkte
2. Genesis. Brennende Welten – beendet 15.03.2016 – 10/10 Punkte
3. Genesis. Post Mortem – beendet 21.04.2016 – 11/10 Punkte
4. Next Genesis – beendet 19.07.2016 – 10/10 Punkte

 

Solarian-Reihe:

 

- 2227 Extinction: Phase 1 – beendet 06.05.2018 – 10/10 Punkte

1. Solarian. Tage des Aufbruchs – beendet 30.07.2016 – 08/10 Punkte
2. Solarian. Tage der Asche – beendet 14.08.2016 – 10/10 Punkte
3. Solarian. Tage der Stille – beendet 08.09.2016 – 10/10 Punkte
4. Solarian. Tage der Rache – beendet 03.11.2016 – 10/10 Punkte
5. Solarian. Tage der Suche – beendet 06.05.2017 – 10/10 Punkte
6. Solarian. Tage der Ewigkeit – beendet 25.06.2017 – 10/10 Punkte

 

Hamburg Sequence

 

1. Ich.Lebe – beendet 13.09.2018 – 10/10 Punkte
2. Ich.Liebe
3. Ich.Sterbe

 

Ich.Lebe. (Hamburg Sequence 1) - Thariot 

Source: sunsys-blog.blogspot.com/2018/09/gelesen-ichlebe-thariot.html
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review 2018-09-04 13:39
Und nu? Wer hat Opa wirklich verraten?
Sechs Koffer: Roman - Maxim Biller

Maxim Billers jüdischer Generationenroman steht auf der Longlist für den deutschen Buchpreis. Zentrales Thema der beschriebenen Mischpoche ist, wer aus der Familie den Großvater – also den Taten* Schmiel Grigoriewitsch – beim KGB denunziert hat, was zu dessen Hinrichtung führte. Quasi als Beiwerk zu dieser Kernfrage werden sehr viel Historisches, die Verlorenheit der Diaspora, jüdische Identität, Familiengeheimnisse, Zank, Neid, Beschuldigungen und Liebesgeschichten vermittelt und das auch noch aus vielen Perspektiven – nämlich aus der Sicht der unterschiedlichen Familienmitglieder beleuchtet.

 

Jetzt stellt sich natürlich die Einserfrage, ob ich finde, dass die Nominierung gerechtfertigt ist. Zuerst möchte ich aber ausholen, warum ich glaube, das Buch neutraler bewerten zu können als viele andere. Mir ist als Österreicherin ehrlich gesagt der deutsche Literaturbetrieb nicht ganz so geläufig. Ich kenne weder die Verleger noch die intellektuellen Kritiker in den deutschen Zeitungen und im Fernsehen (bis auf Dennis Scheck), insofern habe ich Maxim Biller bisher weder gesehen noch gehört noch gelesen. Ich kann also den Roman abseits der Person Biller bewerten, ohne dass die Persönlichkeit des Autors in meine Beurteilung einfließt. Weiters liebe ich jüdische Familiengeschichten, habe vor allem ein Faible für Amoz Oz, Edgar Hilsenrath und André Kaminski, als 10-jährige habe ich schon alle Satiren von Ephraim Kishon verschlungen.

 

Tja, und nun kommt die Antwort auf die zuvor formulierte Einserfrage, und die lautet: Ich bin am Ende – nämlich auf der letzten Seite der Geschichte – einfach nicht so begeistert, wie ich es ursprünglich gedacht und eigentlich gehofft habe. Aber beginnen wir mit den Pluspunkten des Romans.

 

Er ist nicht so episch breit und ausladend, wie viele andere jüdische Romane. Maxim Biller beweist, dass auch auf knapp 200 Seiten sehr viel und auch ausreichend tief eine komplexe Familienstory und jüdische Identität transportiert werden kann. Insofern ist dieser kurze Roman recht innovativ. Auch die unterschiedlichen Sichtweisen der Familienmitglieder, von denen jeder Einzelne einen Ausschnitt der Ereignisse vermittelt, haben mir ausnehmend gut gefallen.

 

Sprachlich und philosophisch ist die Geschichte sowieso großartig. So rüttelt einer der jugendlichen Protagonisten sehr ungestüm am Säulenheiligen der deutschen Literatur, Bert Brecht, das ist mutig und sehr witzig.

Ich las zum vierten, fünften Mal denselben Satz – „In großen Zeiten stören Leute wie ich das harmonische Bild“ – ich dachte was für eine kokette Scheiße und dann machte ich Etties kleine rote Nachttischlampe aus … .

… und macht sich als 15-jähriger zwischendurch auch mal sehr kluge Gedanken, wie er in der Situation der Generation seiner Eltern bei einem Verhör durch den aufgebauten Druck der kommunistischen Organe wirklich reagiert hätte.

Onkel Dima hatte Recht. Ich war ein kleiner gemeiner Berija, ein Besserwisser, ein eingebildeter, ahnungsloser Teenager, dessen größte Sorge es war, dass er von seinem Vater nicht beim Rauchen erwischt wurde und dass seine Mutter nicht die Taschentücher unter seinem Bett fand, mit denen er sich nach dem Onanieren abwischte […]. Was hätte ich, dachte ich, damals eigentlich an Dimas Stelle oder an der Stelle meiner Eltern getan? Wäre ich geblieben, wäre ich geflohen, hätte ich selbst meine engsten Freunde und Verwandte verraten, wenn die Kommunisten mich erwischt hätten?

Bedauerlicherweise verweigert Maxim Biller mir als Leserin die zentrale Kernfrage der Familie, den Ausgangspunkt des Romans und im Prinzip das aufgelöste Rätsel am Ende der Geschichte. Immer wenn es brenzlig wird, blendet er weg. Die Stasiakte von Onkel Dima wird nicht fertiggelesen und – was noch viel schlimmer ist – der Brief von Natalia, der alles klären soll, wird weder fertiggelesen, noch in dem Interview besprochen. Und das Gemeinste ist der letzte Satz des Romans, denn alle, wirklich alle Figuren im Buch wissen letztendlich wer den Taten* verraten hat, nur der Leser tappt düpiert im Dunkeln und kann sich sein Ende selbst konzipieren.

„Nein, das verstehe ich eigentlich nicht“, sagte die Moderatorin höflich und plötzlich sehr streng, und dann erzählte ihr Jelena, wie es wirklich gewesen war.

Ich finde so ein Stilmittel als Abschluss weder innovativ noch philosophisch, sondern nur schlechte Arbeit. Das ist so hundsgemein, das habe ich mir als Leserin einfach nicht verdient, dass mir, nachdem ich mich mit den Figuren angefreundet und mit ihnen gelitten habe, die Auflösung des Falls – das Geheimnis der Familie – so schändlich vorenthalten wird. Da fühle ich mich wirklich verarscht, vor allem, weil ich persönlich manisch Plot orientiert bin.

 

Fazit: Gute Geschichte mit einem wirklich scheußlich konstruierten Ende.

 

*Tate = Vater jiddisch

 

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review 2018-08-22 07:26
Gestrandet - Mama Carlotta ermittelt (2) | Gisa Pauly

180821 MamaCarlotta2a

Autorin: Gisa PaulyTitel: GestrandetReihe: Mama Carlotta ermittelt (2)Genre: humorvoller KriminalromanVerlag: Piper ebooks, [20.08.2012]Kindle-Edition: 308 Seiten, ASIN: B00901AVKOauch im TB- und gek. HB-Format erschienenhier: gelesen auf dem Kindle Paperwhiteklick zu Amazon.de

Inhaltsangabe (Amazon):

Kommissar Erik Wolf steht vor einem Rätsel: Warum wurde Magdalena Schilling so gewaltsam umgebracht? Zumal der Hauptverdächtige Mathis Schilling, der Neffe der Toten, ein perfektes Alibi hat. Zu allem Überfluss findet sich am nächsten Tag im versiegelten Haus des Opfers eine weitere Leiche. Mamma Carlotta, Eriks italienische Schwiegermutter, die wieder einmal auf der norddeutschen Ferieninsel zu Besuch ist, mischt sich unverzüglich in die Ermittlungen ein – schließlich handelt es sich bei der zweiten Toten um ihre nette Reisebekanntschaft aus dem Flugzeug … In Gisa Paulys humorvollem Sylt-Krimi treffen zwei Temperamente aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Meine Meinung:

 

Genau die richtige Lektüre für den Sommer, denn es handelt sich um den zweiten Band der Reihe um eine italienische Schwiegermutter, die auf Sylt heimlich ermittelt. Humorvoll geschrieben, mit so manchen Wendungen und viel Lokalkolorit gespickt, macht das Lesen doppelt Spaß. Locker und leicht, nichts Tiefsinniges, aber dennoch die absolut gegensätzlichen Temperamente einer Italienerin und eines Norddeutschen herausarbeitend. Herrlich!

 

Ich kann auch das zweite Buch empfehlen und gebe 08/10 Punkte.

 

Zitat:

Waren es Hände, die das Buschwerk zerteilten? Oder doch nur eine Maus, die sich ihren Weg bahnte?
Sie kam nicht dazu, auch nur eine dieser Fragen zu beantworten. Denn plötzlich legte sich eine Hand auf ihre Schulter. Eine warme, breite, kräftige Männerhand.
Pos. 1422/4020, bei 35 %

180821 MamaCarlotta2b

 

Bücher der Reihe:

 

1. Die Tote am Watt – beendet 09.11.2014 – 08/10 Punkte
2. Gestandet – beendet 20.08.2018 – 08/10 Punkte
3. Tod im Dünengras
4. Flammen im Sand
5. Inselzirkus
6. Küstennebel
7. Kurschatten
8. Strandläufer
9. Sonnendeck
10. Gegenwind
11. Vogelkoje
12. Wellenbrecher

 

Gestrandet: Ein Sylt-Krimi (Mamma Carlotta 2) - Gisa Pauly 

Source: sunsys-blog.blogspot.com/2018/08/gelesen-gestrandet-gisa-pauly.html
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review 2018-08-19 10:50
Don't bogart that Kugelfisch my friend
Die lustige Tierwelt und ihre ernste Erforschung - Helmut Höge

Das ganze Jahr 2018 warte ich nun schon auf ein Sachbuch, das mich so richtig zu begeistern vermag, et voilá – hier ist es.

 

Der Autor Helmut Höge erzählt Geschichtln und kuriose biologische Fakten rund um die Tierwelt von A wie Ameisen bis zu Z wie Zitteraale. Dabei holt er auch durchaus recht weit aus, über den Tellerrand des biologischen Fachgebiets übermäßig hinausgehend, gleich einem grandiosen Reihumschlag in Politik, Soziologie, Psychologie, Technik, Feminismus, Film, Fernsehen … . Dieser sehr breite Zugang zur Biologie ist kurios, kurzweilig und total wundervoll! So geht Bio! Meine Güte, hätte ich jemals einen Biologielehrer von der Qualität und dem Witz des Autors gehabt und nicht so langweilige Schnarchnasen, dann wäre das wahrscheinlich mein Lieblingsfach geworden.

 

Er schildert zum Beispiel, dass die Ameisen- und Termitenforschung seit jeher Gegenstand politischer Vereinnahmung war, sowohl in der nationalsozialistischen, kommunistischen als auch kapitalistischen Welt. Je nachdem welches System gerade herrschte, wurde das Sozialverhalten der Insekten mit dem politischen System verglichen.

Die Mathematiker entwickelten inzwischen ANT-Algorithmen, die in der Logistik, der Kriegsführung und so weiter zum Einsatz kommen. Wenn Amazon Bücher mit der Bemerkung empfiehlt, „Kunden, die diesen Artikel gekauft haben … kauften auch …“, dann war da so ein Ameisen-Algorithmus am Werk, den der Konzern so weiterentwickeln will, dass er Waren auswählt, die einem derart gut gefallen könnten, dass Amazon sie sogleich zustellt – ohne dass man sie bestellt hat.

Kommt Euch das nicht von irgendwoher bekannt vor? Aus Marc-Uwe Klings dystopischem Roman Qualityland, den ich heuer hier auf dem Blog schon besprochen habe.

 

Aber nicht nur die Viecherl werden alphabetisch abgearbeitet, sondern auch ein paar Verhaltensweisen quer durch alle Tiergattungen. Im Kapitel Berauschen wird man sehr vergnüglich mit den Drogenproblemen von ganzen Arten konfrontiert. So brechen Kängurus, Wallabys und Schafherden in Australien in Mohnplantagen ein, in Indien fallen die opiumsüchtigen Papageien und Antilopen über die Schlafmohnfelder her, schwedische Elche haben schwere Alkoholprobleme, Rentiere lieben psychedelische Pilze und die Igel sind nach mit Bier getränkten Nacktschnecken süchtig, da Hobbygärtner mit Bierfallen ihr Gemüse biologisch gegen die Schnecken schützen. Den Vogel schießen aber sowieso die Delfine ab. Diese nehmen, um sich zu berauschen, einen Kugelfisch, den sie so lange quälen, bis er sein Gift – Tetrodotoxin – absondert. In einer Fernsehsendung in Österreich Was gibt es Neues (so ähnlich wie Genial daneben) habe ich sogar gehört, dass sie diesen Kugelfisch reihum gehen lassen. Da bekommt das Lied „Don‘t bogart that joint (Kugelfisch), my friend“ eine ganz neue tierische Bedeutung.

 

Die vom Autor beschriebenen Kuriositäten reißen einfach nicht ab. In Ägypten gibt es tatsächlich schon länger die Sitte, einen lebenden Skarabäus, der mit Edelsteinen verschönert ist, an einer Kette als Schmuck zu tragen. Das Tier wird vom Besitzer gehegt und gefüttert. Ich habe sowas bisher nur einmal in einem Castle-Krimi mit Kakerlaken gesehen und dachte, das sei so eine degenerierte New Yorker Idee und Mode. So, jetzt höre ich aber auf zu schwärmen und zu spoilern, es gibt noch genug zu entdecken in diesem Buch.

 

Letztendlich kommen wir aber zum einzigen Wermutstropfen dieses Sachbuchs: Es hat nur knapp 160 Seiten und ist vom Format her total winzig, ergo ist man bedauerlicherweise in einem Nachmittag locker durch.

 

Fazit: Wundervoll, geistreich, humorvoll, großartig, bewusstseinserweiternd … aber zu kurz, zu kurz, zu kurz. Lieber Helmut Höge! Bitte setzen Sie sich hin und schreiben noch viel mehr dazu. Ich will mehr!!! Am besten gleich im Umfang, Gewicht und Format von Brehms Tierleben.

 

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