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review 2017-08-30 04:49
Rezension | Nachtblau von Simone van der Vlugt
Nachtblau - Simone van der Vlugt,Eva Sch... Nachtblau - Simone van der Vlugt,Eva Schweikart

Beschreibung

 

Die junge Witwe Catrijn zieht es nach dem Tod ihres Mannes weg vom Dorf in die Stadt. In Amsterdam findet sie eine Anstellung als Haushälterin und als sie mit ihrem Dienstherren den großen Maler Rembrandt besuchen darf, ist ihre Begeisterung für die Kunst nicht länger zu unterdrücken. Jedoch holt sie ihre Vergangenheit ein, so dass Catrijn keinen anderen Ausweg sieht als nach Delft zu fliehen. In dem weit entfernten Städtchen findet sie Arbeit in einer Porzellanfabrik und beginnt mit dem Inhaber Evert das Porzellan mit exotischen Motiven zu bemalen. Die neuen Stücke sorgen für reisenden Umsatz und auch privat läuft es für Catrijn in eine rosige Zukunft, doch die Pest zwingt Catrijn zurück in ihre Heimat und damit in ihre Vergangenheit.

 

Meine Meinung

 

Der historische Roman „Nachtblau“ von Simone von der Vlugt handelt von dem bis heute berühmten holländischen Porzellan, auch „Delfter Blau“ genannt, das seit dem 17. Jahrhundert in Delft hergestellt wird. Das Buchcover ist mit hübschen Motiven versehen die gleich an das Porzellan erinnern und passt daher perfekt zu der Geschichte.

 

"Die Leute reden. So ist das nun einmal im Dorf, und auch darum will ich fort. Ich habe die Neugier der Leute und ihre Tratschereien gründlich satt." (Seite 9, epub Version)

 

Die Hauptprotagonistin Catrijn ist in ihren jungen Jahren bereits verwitwet und lebt als Bäuerin auf dem Land in De Rijp. Ihre großen Träume seit Kindertagen bestehen jedoch darin, vom Land in die verheißungsvolle Stadt zu ziehen und sich endlich ihrer Leidenschaft, dem Malen, widmen zu können. Simone van der Vlugt zeichnet ein realistische Bild über das bäuerliche Leben in einem niederländischen Dorf im 17. Jahrhundert. Mit der jungen Catrijn habe ich mich gleich verbunden gefühlt, denn an ihrer Stelle würde es mich auch aus der Enge des Dorfes, mit all seinen Sitten und Gebräuchen, hinaus in die Welt ziehen. Dies ist zu der damaligen Zeit allerdings kein leichtes Unterfangen für eine junge Frau – umso mehr habe ich Catrijns Mut und Entschlossenheit bewundert.

 

"Anfang Dezember gibt es bereits fünfzehn Manufakturen in unserer Stadt, und fast alle liegen an der Gheer, aufgereiht wie Perlen an einer Kette, die Läden zur Straße hin, die Werkstatträume dahinter." (Seite 251, epub Version)

 

Wie sich bald schon erahnen lässt, gestaltet sich Catrijns Vorhaben nicht so leicht wie gedacht. Das Schicksal legt ihr mehrfach Steine in den Weg und dann ist da auch noch der Balast der Vergangenheit den die junge Frau täglich mit sich trägt. Ihre Reise führt sie über Alkmaar direkt nach Amsterdam, dort erhält sie Arbeit als Haushälterin bei einer angesehenen Kaufmannsfamilie. Doch schon bald verschlägt sie das Schicksal nach Delft, wo sie eine Anstellung in einer Keramikmanufaktur erhält und gemeinsam mit dem Betreiber Evert die Idee zu den exotischen Malereien für das Delfter Porzellan erarbeitet.

 

Simone van der Vlugts konnte mich mit ihrem historischen Roman „Nachtblau“ durch einen gut recherchierten Hintergrund sowie den fein ausgearbeiteten Protagonisten überzeugen. Es fiel mir tatsächlich sehr schwer den Roman aus der Hand zu legen, da sich mit der Zeit ein schöner Spannungsbogen entwickelte und ich einfach mit Catrijn mitfiebern musste. Außerdem haben mir die eingewobenen historischen Ereignisse sehr gut gefallen. Einzig die Dramaturgie wurde mir an manchen Stellen etwas zu weit getrieben. Ansonsten könnte ich mir diesen Roman auch sehr gut in Filmform vorstellen, da der niederländische Hintergrund schon beim lesen sehr bildhaft daher kommt.

 

Sehr aufschlussreich war die Autorennotiz am Ende des Romans, in der die tatsächlichen historischen Ereignisse und Persönlichkeiten aufgezeigt werden.

Fazit

 

Ein farbenprächtiger historischer Roman, dessen Sog man sich nicht entziehen kann.

Source: www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-nachtblau-von-simone-van-der-vlugt
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review 2017-05-09 18:05
Rezension | Tanztee von Hendrik Groen
Tanztee: Das neue geheime Tagebuch des H... Tanztee: Das neue geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 85 Jahre - Hendrik Groen,Wibke Kuhn

Beschreibung

 

Der rüstige Rentner Hendrik Groen erzählte in seinem ersten Tagebuch „Eierlikörtage“ von seinem Dasein als Rentner in einem Amsterdamer Altersheim, seinen Freunden, und wie er gemeinsam mit ihnen den Alt-aber-nicht-tot-Club (Alanito) gründete. Hendrik und Co. sind nun etwas älter geworden, strahlen aber noch immer jede Menge Lebensfreude aus und so schildert Hendrik in „Tanztee“ die neusten Ereignisse und Veränderungen aus seinem Rentneralltag, erzählt von den Unternehmungen des Alanito Clubs und lässt ganz nebenbei seine Sicht auf die Welt einfließen.

 

Meine Meinung

 

Nach dem Erfolg von Hendrik Groen’s Tagebuch „Eierlikörtage“ folgt nun mit „Tanztee“ eine weitere Veröffentlichung eines Tagebuchs aus der Feder des niederländischen Rentners. Für ein rundes Gesamtbild ist es von Vorteil den Vorgängerband gelesen zu haben, es ist allerdings nicht unbedingt erforderlich da sich die Tagebucheinträge mit gegenwärtigen Ereignissen beschäftigen und der Fokus nur selten in die Vergangenheit geschwenkt wird.

 

Mit lebhafter und (selbst)ironischer Stimme betrachtet Hendrik seinen Alltag im Altersheim, von Arztbesuchen über Tischgespräche hin zu der ungewissen Zukunft des Altersheim selbst. Innen- und Außenpolitische Ereignisse sowie das Königshaus bleiben von Hendriks treffender Beobachtungsgabe nicht verschont. Im Vordergrund steht aber die Freundschaft zu anderen Senioren in seinem Umfeld und die gemeinsamen Unternehmungen des Alt-aber-nicht-tot-Clubs der frischen Wind in das Altersheim bringt.

 

"Und obwohl mir mein Vater das wunderbare Lebensmotto »Nicht ärgern, nur wundern« mitgegeben hat, kann ich einfach nicht aus meiner Haut und ärgere mich dumm und dämlich." (Seite 367)

 

Ich mag die Erzählungen des Rentners, der nichts weniger leiden kann als Gemecker und ewige Schwarzseherei unglaublich gerne. Gerade weil Hendrik Groen seine Erlebnisse so klar, authentisch und selbstkritisch darstellt, bekommt der Roman eine gewisse Tiefe und Emotionalität der man sich nicht entziehen kann. Die Palette reicht von ulkigen und fröhlichen Begebenheiten über ganz normale Probleme älterer Senioren bis zu traurigen, aber unausweichlichen, Ereignissen. Im Anbetracht dessen, dass Hendrik und seine Freunde am Ende ihres Lebens angekommen sind, und ein Todesfall nichts seltenes sondern etwas unausweichliches darstellt, kann man Hendriks positive Lebenseinstellung nur befürworten. Realistischerweise bekommt man nicht nur das Bild des rüstigen Rentners präsentiert, sondern auch das mögliche Schicksal der Demenzerkrankung wird angerissen sowie einige kleinere Unannehmlichkeiten und Zipperlein die das Alter so mit sich bringen.

 

„Tanztee“ ist ein Roman der nicht durch eine besondere Spannung lebt, sondern durch facettenreiche Alltagssituationen aus Hendriks außergewöhnlicher Sichtweise an Reiz gewinnen.

 

Fazit

 

Eine gelungener Folgeband voller Alltagskomik, Sarkasmus und Ironie.

Source: www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-tanztee-von-hendrik-groen
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review 2015-07-07 07:49
Mobbing aus Sicht des T├Ąters

Meine Meinung:
Einen ganz herzlichen Dank an Arena, für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

Die Aufmachung und Verarbeitung ist wie eigentlich immer, wirklich klasse. Schön griffig und vor allem, ganz satte Farben. Das mag ich sehr. Ebenso hat mich das Thema sehr interessiert, denn der Klappentext verriet mir, dass hier das Thema Mobbing im Vordergrund steht.

Der Schulalltag unterscheidet sich bei Jade kaum von dem, den wir alle mal erlebt haben. Entweder man gehört dazu, man gehört zu einer anderen Gruppe, oder eben nichts von beidem und schwimmt so im Fluss mit. Jade hingegen kann sich eigentlich nicht beklagen. Bis auf eine kurze Ausnahme, als ihre Freundinnen Babet und Nikki die Schule gewechselt haben, hat sie eigentlich immer irgendwo dazugehört.

Quinten ist dabei eine Konstante aus ihrer Vergangenheit, während Finn, ein Mädchen aus den Staaten, erst später hinzukommt und quasi die Lücke von Babet und Nikki schließt.

Als aber Zoë (wieder) auftaucht, wankt Jades Leben plötzlich gewaltig.

Dank ungeschönter Rückblicke lässt mich die Autorin sehen, was Jade, Babet und Nikki vor vier Jahren mit Zoë angestellt haben. Die absurden Ideen, wie sie dem schüchternen Mädchen zusetzen können, beginnen harmlos, doch von Rückblende zu Rückblende steigern sich diese Schikanen.

Und dennoch sehe ich mich damit konfrontiert, die Täterin eigentlich nicht wirklich unsympathisch zu finden, was sicherlich an dem aufwühlenden Innenleben liegt. Gleichsam möchte ich kein Mitleid empfinden. Weder gegenüber des Opfers, noch des Täters, egal in welcher Rolle sie sich aktuell empfinden.

Zoë handelt, meiner Meinung nach, komplett richtig. Zwar erfahre ich nicht, was in diesen vier Jahren ihren Wandel herbeigeführt hat, aber er ist eben geschehen und ich denke, ich würde ähnlich wie sie reagieren, wenngleich eine kleine Spur Zweifel bleibt.

Zweifel? Ja, denn sie ist nicht der klassische Täter, aber das bekomme ich am Ende dann nur allzu deutlich aufgezeigt.

Fazit:
Diese Geschichte braucht keine großen Ausschmückungen, keine verworrenen Stricke oder sonstige »special Effects«, sondern bedient sich einem einfachen Alltag und einem stets präsenten Thema: Mobbing. Dabei hat es die Autorin geschafft, beide Seiten, sowohl Opfer, als auch Täter, auf unterschiedliche Weisen darzustellen. Nichts geschönt, nichts verheimlicht. Das wiederum zwingt mich, auch noch für beide Seiten Verständnis aufzubringen – schauder.

Das einzige, was mir an dieser Geschichte nicht passen mag, ist das Ende. Plötzlich ist es da. Quasi auf dem Höhepunkt und zack, fällt der Vorhang, und es lässt mich unsicher zurück.

Das Thema hingegen, Alltag, Figuren, Rache und Hass, wurden sehr gut aufgegriffen und umgesetzt. Die Message hingegen zeigt sich nicht auf den ersten Blick. Was heißt, es ist kein Buch zum einfach »Runterlesen«, sondern ich muss es arbeiten lassen, um es wirklich ganz zu verstehen.

Von daher wirklich empfehlenswert.

Source: lesekatzen.blogspot.de/2015/07/rezension-denkzettel-wenn-dein-albtraum.html#more
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