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review 2017-09-18 17:51
Die Kinder
Die Kinder: Thriller - Wulf Dorn Die Kinder: Thriller - Wulf Dorn

€ 16,99 [D] inkl. MwSt. 

 

€ 17,50 [A] |  CHF 22,90* 

(* empf. VK-Preis) 

 

Paperback, KlappenbroschurISBN: 978-3-453-27094-7

 

NEU 

 

Erschienen: 04.09.2017 

 

 

Auf einer abgelegenen Bergstraße wird die völlig verstörte Laura Schrader aus den Trümmern eines Wagens geborgen. Im Kofferraum entdecken die Retter eine grausam entstellte Leiche. Als die Polizei den Psychologen Robert Winter hinzuzieht, wird dieser mit dem rätselhaftesten Fall seiner Karriere konfrontiert: Die Geschichte, die Laura Schrader ihm erzählt, klingt unglaublich. Doch irgendwo innerhalb dieses Wahnkonstrukts muss die Wahrheit verborgen sein. Je weiter Robert vordringt, desto mehr muss er erkennen, dass die Gefahr, vor der Laura Schrader warnt, weitaus erschreckender ist als jeder Wahn.

Meine Meinung:

Nachdem ich vor einigen Monaten "Kalte Stille" von Wulf Dorn gehört habe, war ich sehr gespannt auf die Neuerscheinung dieses Autoren. Freundlicherweise wurde mir das Buch vom Heyne Verlag zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt. 

Das Cover gefällt mir sehr gut, vor allem dieses düstere Erscheinungsbild, es passt einfach zum Titel. 

Der Einstieg in das Buch ist mir sehr gut gelungen, es ist auch direkt sehr spannend angefangen und ich wollte einfach nur wissen, was Laura Schrader genau zugestoßen ist. 

Der Schreibstil war sehr flüssig, ist bin sehr zügig durch das Buch gekommen.

Ich muss aber sagen, dass das Buch circa nach der Hälfte in eine Richtung gegangen ist, die mir gar nicht gefallen hat. Meiner Meinung nach ist es ins Fantasy/Übersinnliche abgedriftet. Da ich einen Thriller erwartet hatte, war ich dementsprechend enttäuscht, da Fantasy auch gar nicht mein Genre ist. 

Das Ende hat mir auch nicht so wirklich gefallen, mir sind zu viele Fragen offen geblieben. 

Alles in allem konnte mich das Buch leider nicht so ganz begeistern und überzeugen. Es war an einigen Teilen schon sehr spannend, aber die Richtung, die das Buch genommen hat, war einfach nicht so mein Geschmack. Von daher gibt es von mir 3,5 Sterne.  

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review SPOILER ALERT! 2017-07-22 14:26
Die Stadt der besonderen Kinder // Hollow City !!!
Die Stadt der besonderen Kinder: Roman (Die besonderen Kinder) - Ransom Riggs,Silvia Kinkel

German and english review

 

Am Anfang war ich von dem zweiten Buch wirklich absolut nicht begeistert, ich habe zwar ziemlich schnell wieder in den Schreibstil und zurück in die Welt gefunden aber irgendwie hat sich am Anfang alles unheimlich gezogen und es wollte garnicht laufen. Zur Mitte und dann zum Ende hin, hat es sich dann aber Gott sei Dank gegeben.

 

Inhalt: Mit Müh und Not konnten Jakob und die besonderen Kinder aus der Zeitschleife, der Insel Cairnholm, vor ihren Feinden fliehen. Nun sind sie im England der 1940er Jahre gestrandet, immer noch verfolgt und ohne Beistand von Miss Peregrine, die sich nicht mehr in ihre Menschengestalt verwandeln kann. Um Miss Peregrine zu retten, brauchen die Kinder eine andere Magierin. Gerüchteweise lebt eine in London, und so machen sie sich auf den gefährlichen Weg in die zerbombte Stadt. Dort angekommen, finden sie schließlich Miss Wren und glauben schon, gerettet zu sein. Doch ausgerechnet hier, in ihrer vermeintlichen Zuflucht, erwartet sie der größte Verrat.

 

Ich fand die Reise der Kinder wirklich spannend und voller Action, sie sind ja wirklich ständig in eine neue Katastrophe gestolpert und haben es trotzdem immer wieder irgendwie raus geschafft. Besonders schön fand ich es auch, dass wir andere, neue besondere Kinder kennenlernen konnten, selbst wenn wir von dem ein oder anderen nicht wirklich viel hatten. Leider.

 

Gerade zum Ende gab es wunderbare Wendungen, die ich zwar habe kommen sehen, die aber trotzdem wirklich gut gemacht waren und die die Geschichte eindeutig nochmal richtig spannend gemacht haben. Bin auf jeden fall sehr auf das dritte Buch gespannt, dass ich aber leider noch nicht zu Hause habe. Bald. BALD!!!

 

***

 

In the beginning, I wasn't really into this book. I got back into the writing and the whole world super fast, but I still had so many problems in the beginning, where every thing just seemed to drag on. Towards the middle and the end, things picked up, thankfully.

 

Summary: September 3, 1940. Ten peculiar children flee an army of deadly monsters. And only one person can help them—but she’s trapped in the body of a bird.

The extraordinary journey that began in Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children continues as Jacob Portman and his newfound friends journey to London, the peculiar capital of the world. There, they hope to find a cure for their beloved headmistress, Miss Peregrine. But in this war-torn city, hideous surprises lurk around every corner. And before Jacob can deliver the peculiar children to safety, he must make an important decision about his love for Emma Bloom. Like its predecessor, this second novel in the Peculiar Children series blends thrilling fantasy with vintage photography to create a one-of-a-kind reading experience.

 

I loved the journey they kids had to take, it was exciting and full of action, these little idiots stumbled from one disaster into the next and still always got out of things. I especially loved all the different and new peculiar children we met on their way, sadly we didn't have much time with any of them.

 

Towards the end, there were some great twists and turns, that I actually saw coming a mile away BUT that made the story really interesting and thrilling. Now, I'm really excited to read the third book in the series, that I don't have at home yet but SOON.

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review 2017-05-27 07:03
Rezension | Die Kinder Húrins von J. R. R. Tolkien
Die Kinder Húrins - Alan Lee,J.R.R. Tolkien,J.R.R. Tolkien,Hans J. Schütz

Beschreibung

 

Im Ersten Zeitalter von Mittelerde, tausende Jahre vor dem Ringkrieg, gelangt Morgoth an die Macht und ein Krieg gegen die Elben und Edain beginnt. Nach einer schrecklichen Schlacht wird Húrin von Morgoth gefangen genommen und seine gesamte Familie mit einem Fluch belegt.

 

Das Schicksal führt Húrins Sohn Túrin schon in jungen Jahren zu den Elben. Dort wächst er zu einem stolzen jungen Mann heran, der seinen Mut schon bald im Kampf gegen die böse Macht Morgoths und den Drachen Glaurung unter Beweis stellt.

 

Meine Meinung

 

Die Geschichter über „Die Kinder Húrins“ nimmt für J. R. R. Tolkien einen großen Stellenwert ein, jedoch wurde sie zu seinen Lebzeiten weder fertig gestellt, noch veröffentlicht. Sein Sohn Christopher hat sich dem Vermächtnis seines Vaters angenommen und die bestehenden Fragmente zu einer fortlaufenden Geschichte zusammengefügt und ergänzt. Ein Vorwort erläutert die Zusammenhänge sowie die zeitliche Einordnung der Geschichte, außerdem sind Anhänge mit Stammbäumen, einem Namensverzeichnis und einer Karte beigefügt, die das Werk komplettieren.

Die Erzählkunst Tolkiens weicht in „Die Kinder Húrins“ etwas von dem detailreichen Stil, wie wir ihn aus „Der Hobbit“ und „Der Herr der Ringe“ kennen ab.

 

Mich erinnert Tolkiens Schreibstil hier sehr stark an eine Sage oder Legende, denn Tolkiens Sprache ist sehr altertümlich gehalten, zudem betrachtet man die Geschichte mit größerem Abstand zu Protagonisten und Plot, so dass man keinen direkten Zugang zu den einzelnen Figuren erhält und das Geschehen wie aus der Vogelperspektive betrachtet.

 

Die heroische Geschichte über das Geschlecht der Beor und den Krieg gegen die dunkle Macht Morgoths hat mich von der ersten Seite an gefesselt und auf eine spannende Reise durch das erste Zeitalter Mittelerdes, etwa 6500 Jahre vor dem Ringkrieg, mitgenommen. Im Mittelpunkt steht Túrin, der Sohn von Morwen und Húrin, sowie die Entwicklung in Beleriand. Ganze Städte werden von Morgoth vernichet und Túrins Schicksal ist der Kampf gegen diesen mächtigen Feind. Als Elbenfreund und großer Krieger macht er sich in den unterschiedlichsten Gegenden Beleriands einen Namen. Doch der Fluch von Morgoth überschatten sein mutiges und stolzes Wesen mit einer dunklen Seite.

 

Nachdem ich erst kürzlich „Der Hobbit“ und „Der Herr der Ringe“ nochmals gelesen hatte, habe ich es sehr genossen meine Füße nun wieder auf Mittelerdes Boden setzten zu können und einen umfangreicheren Einblick in die ersten Tage und Schlachten zu erhalten. In meinen Augen eignet sich die Geschichte vor allem für Tolkien Fans die tiefer in die Vorgeschichte Mittelerdes eintauchen möchten. Einem Neuleser würde ich daher empfehlen, zuerst mit den beiden genannten Werken zu beginnen.

 

Fazit

 

Eine Sage aus dem ersten Zeitalter Mittelerdes die eine Bereicherung für jeden Tolkien-Fan ist!

Source: www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-die-kinder-hurins-von-j-r-r-tolkien
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review 2017-05-27 06:53
Habsburgischer Ehepoker
Maria Theresias Kinder - Hanne Egghardt

Maria Theresias Geburtstag jährt sich heuer zum dreihundersten Mal. Anlässlich dieses Jubiläums beschäftigen sich zahlreiche Dokumentationen z.B. auf 3Sat und Bücher wie dieses mit der interessanten Grande Dame der österreichischen bzw. europäischen Geschichte.

Als Österreicherin habe ich mich natürlich im Geschichtsunterricht sehr ausführlich mit der ganzen Familie beschäftigen müssen, ich bin mir aber nicht sicher, ob die Biografie und die geschichtliche Bedeutung der Dynastie der Habsburger auch in Deutschland so ausführlich thematisiert wurde, wie bei uns.

Dieses Buch analysiert detailliert treu des Mottos Maria Theresias „Tu felix Austria nube“ (Du glückliches Österreich heirate) das "Rohmaterial" der Regentin  - im wahrsten Sinne des Wortes - nämlich ihre Kinder, die anstatt Kriege zu führen, in ganz Europa zwecks politischer Bündnisse und Friedensstiftung - oftmals auch gegen den Willen des Heiratskandidaten - regelrecht verschachert wurden. Sechzehn Kinder hatte die Regentin, die ihren Mann zum Kaiser krönen ließ, obwohl sie ja die eigentliche Kaiserin war, als Unterpfand ihrer politischen Ränkespiele zur Verfügung, elf davon überlebten die Kindheit.

Sehr detailliert mit vielen kaum bekannten Quellen beschreibt die Autorin zuerst kurz die Biografie von Maria Theresia und anschließend den Lebenslauf eines jeden einzelnen Kindes. Obwohl ich schon sehr viel wusste, wurden mir dennoch sehr viele Neuigkeiten vermittelt, die mir in der Schulzeit nicht dargelegt wurden (wen wunderts ;-).

Da wäre beispielsweise die erste Gattin des späteren Kaisers Joseph II, Isabella von Parma, die Joseph innig liebte, die jedoch dem weiblichen Geschlecht und vor allem auch Josefs Schwester mehr als zugetan war. Ganz Wien zerriss sich über die Lesbe das Maul, nur der angetraute Gatte Josef bekam oder wollte anscheinend nix mitbekommen. Auch mit ein paar anderen Mythen über den angeblichen Reformkaiser der Aufklärung, räumt dieses Sachbuch auf. Josef war planlos und unausgegoren in seinen Konzepten und Reformvorhaben. Alle Visionen wurden erst von seinem Bruder und anschließendem Kaiser Leopold nach dem Tode Josefs innerhalb kürzester Zeit auf den Boden der Tatsachen gebracht und erfolgreich umgesetzt. Vor allem das positive Bild des in Österreich sehr verehrten Josefs hat mir die Autorin nachhaltig zertrümmert. Ich wusste zwar bereits, dass er sich Marie Antoinette gegenüber schäbig verhalten hatte, und es unterließ, sie zu retten, da er den revolutionären Ideen der Franzosen anhing, aber dass er sich gegenüber allen Geschwistern als Erstgeborener mit allen Privilegien aus Narzissmus und Eifersucht gleichermaßen schäbig verhalten hat, war mir völlig unbekannt. Wann immer eines seiner Geschwister im Rampenlicht stand, startete Josef eine Vernichtungsintrige. Seine Sünden reichten vom Klau von kleinen Erbschaften zur Existenzsicherung der Geschwister – er hatte ohnehin als Haupterbe fast alles vom Kuchen abbekommen – bis zur Verweigerung der Aufnahme seiner Geschwister, die als Flüchtlinge vor Napoleon in Österreich um Asyl ansuchten. Viele durften das Land nicht betreten, denn offensichtlich hatte er Angst, dass ihm die Show gestohlen wird.

"Der kleine Josef wurde von den Eltern und vom Kammerpersonal regelrecht hofiert und verwöhnt. Glücklich machte ihn das nicht. Sobald er sprechen konnte, wurde "I mog ned" zu seinem Lieblingssatz."

So geht es weiter in grandiosen Enthüllungen ausführlichst Kind für Kind, lediglich über die Enkelin von Maria Karolina, die Frau von Napoleon, hätte ich als wichtige historische Persönlichkeit noch gerne ein bisschen mehr gelesen.

So großartig der Inhalt dieses Sachbuchs zu verzeichnen ist, so katastrophal ist der strukturelle Aufbau des Werkes. Da jeder Lebenslauf von Maria Theresias Kindern solitär konzipiert wurde, strotzt das Sachbuch nur so von völlig entbehrlichen Redundanzen. Der Gemahl Maria Theresias ist gefühlte 17 Mal gestorben (obwohl die Anzahl natürlich Blödsinn ist, da ein paar Kinder nicht lange überlebt haben) und auch andere Ereignisse werden immer wiedergekäut. Aber nicht nur die Redundanzen stören sehr, sondern auch der korrekte historische zeitliche Ablauf bzw. die zeitliche Einordnung gehen dem Leser komplett verloren, da bei jedem Kind mit der Geburt die Geschichte von vorne begonnen wird. Ich habe zwar keine Ahnung, wie man dieses Problem hätte besser lösen können, denn das Buch lebt davon, die Kinder Maria Theresias einmal einzeln und intensiver zu betrachten und gerät damit natürlich in einen Zielkonflikt mit einem korrekten biografischen Ablauf, in dem alle Kinder auf einmal und ihre Lebensereignisse entlang einer korrekten Zeitschiene aufgebaut sind.

Fazit: Inhaltlich wundervoll, über die strukturellen Schwächen muss man hinwegkommen. Alle, denen die konkrete zeitliche Einordnung der Ereignisse nicht so wichtig erscheint, werden eine helle Freude an diesem Sachbuch haben. Die Geschichte, die Gschichtln und Anekdoten eignen sich sowohl für Neulinge, die die Habsburger näher kennenlernen möchten, als auch für Kenner der Materie.

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review 2017-03-31 10:15
Vin: Revolutionärin, Superheldin, einzigartiges Schneeflöckchen
Krieger des Feuers - Brandon Sanderson,Michael Siefener

Der Oberste Herrscher ist tot. Die Skaa sind befreit und zum ersten Mal in der langen Geschichte des Letzten Reiches erhält das Volk Selbstbestimmung. Elant Wager arbeitet als neuer Herrscher fieberhaft daran, Freiheit und Gerechtigkeit in den Gesetzen des Reiches zu verankern, unterstützt von der Nebelgeborenen Vin und Kelsiers alter Mannschaft. Leider brachte die Revolution Unsicherheit und Instabilität mit sich. Gierig drängt der Adel in die Lücke, die der Oberste Herrscher hinterließ. Wölfen gleich reißen sie sich um die Macht und bedrohen Luthadel. Kaum ist die neue Ära geboren, müssen Elant und seine Verbündeten sie bereits verteidigen. Doch nicht nur machthungrige Adlige und Armeen bedrängen das Reich. Die Asche fällt immer dichter, der Nebel hält sich länger und länger. Es häufen sich Berichte, dass der Nebel die Menschen krankmacht und in einigen Fällen sogar tötet. Vin lassen die letzten Worte des Obersten Herrschers keine Ruhe: „Indem ihr mich tötet, verdammt ihr euch selbst“. Was hat der alte Tyrann gemeint? Kannte er Geheimnisse, von denen sein Volk nichts ahnt? Die Revolution sollte die Welt verbessern – besiegelte sie stattdessen ihren Untergang?

 

Von „Kinder des Nebels“ war ich enttäuscht. Ein Grund dafür war der Mangel an Hintergrundinformationen. Ich hatte das Gefühl, Brandon Sanderson würde mich absichtlich an der Nase herumführen und äußerst viel zurückhalten. In „Krieger des Feuers“ ist er freigiebiger was die Geschichte des Letzten Reiches betrifft. Demzufolge gefiel mir der zweite Band der „Mistborn“ – Reihe wesentlich besser. Sanderson erklärt, inwiefern die ursprüngliche Prophezeiung die Machtübernahme des Obersten Herrschers direkt bedingte und ermöglichte. Die starren Funktionsweisen des Letzten Reiches unter seiner eisernen Regentschaft schälen sich klarer heraus und verdeutlichen, warum Elant, Vin und ihre Verbündeten große Schwierigkeiten haben, dem Volk die neue Ordnung schmackhaft zu machen. Elant ist ein Idealist, ein Charakter, der sich dem Motto der Französischen Revolution, „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“, mit glühender Leidenschaft angeschlossen hätte. Sein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn ist liebenswürdig, stellt ihn bezüglich der Zukunft des Reiches jedoch vor arge Probleme. Er versucht, einen krassen Wechsel von Absolutismus zu Demokratie durchzusetzen. Das konnte nicht funktionieren. Ich war beeindruckt, wie realistisch Brandon Sanderson die Folgen des Todes des Obersten Herrschers schildert. Selbstverständlich ist das Volk, Adel wie Skaa gleichermaßen, von Elants Veränderungen verängstigt und verunsichert. Ihre ganze Welt wird auf den Kopf gestellt; alles, woran sie glaubten, hat plötzlich keine Gültigkeit mehr. Selbstbestimmung müssen sie erst erlernen. Sie sind nicht das erste Volk, das auf den Tod seines tyrannischen Diktators kopflos und panisch reagiert, statt die neugewonnene Freiheit zu preisen. Elant braucht lange, um zu verstehen, dass seine Untertanen noch nicht bereit sind, die Demokratie zu umarmen und in dieser Zeit des Wandels einen starken Anführer brauchen, der ihnen Hoffnung und Stabilität vermittelt. Als er es begreift, durchlebt er eine interessante Entwicklung vom Idealisten zum Realisten. Er sieht ein, dass das Beste für das Volk nicht automatisch dem entspricht, was das Volk will. Ich denke, diese Erkenntnis beweist sein Potential zu einer verlässlichen Führungspersönlichkeit, das nicht einmal Kelsier besaß. Kelsier inspirierte die Menschen, doch er war zu egoistisch, um zu führen. Es überraschte mich, dass seiner alten Mannschaft und vor allem Vin Kelsiers negative Eigenschaften und Schwächen durchaus bewusst sind. Ich hätte nicht gedacht, dass sie ihn objektiv beurteilen können und Vin sich keinerlei Illusionen hinsichtlich seines Charakters hingibt. Natürlich vermisst sie ihn dennoch sehr, weil sie sich allein der Aufgabe stellen muss, sich selbst zu finden und zu definieren, wer sie sein möchte. Sie ist deutlich gereift seit „Kinder des Nebels“ und ging mir erfreulicherweise weniger auf die Nerven, obwohl ich ihre persönliche Unsicherheit als anstrengend empfand. Ihre Selbstfindungsmission ist ein existenzieller Baustein von „Krieger des Feuers“, aber deshalb musste Sanderson nicht dauernd wiederholen, dass sie ihre Vergangenheit als Straßenkind, ihre Zeit als Adlige und ihre Identität als Nebelgeborene nicht unter einen Hut bekommt. Ich leide nicht an Vergesslichkeit. Ich muss nicht ständig an ein und denselben Fakt erinnert werden. Außerdem fand ich ihre übermenschlichen Fähigkeiten unglaubwürdig und übertrieben. Vin, die Superheldin, die so viel mächtiger ist als alle anderen Allomanten. Das einzigartige Schneeflöckchen. Könnte ich definieren, warum Vin so unbesiegbar ist, wäre ich vielleicht eher geneigt gewesen, ihre Überlegenheit zu akzeptieren, doch da Sanderson hierauf nicht näher eingeht, ging mir eine Frage nicht aus dem Kopf: wieso ist diese dürre, kleine Person so verdammt mächtig?

 

„Krieger des Feuers“ lag mir definitiv besser als „Kinder des Nebels“. Nicht nur habe ich das Gefühl, nun begriffen zu haben, wieso die Welt, in der die Reihe spielt, so funktioniert, wie sie funktioniert, all das politische Taktieren des zweiten Bandes kam mir auch unbestritten entgegen. Ich empfand ihn als ausgeglichener und erwachsener. Es geht nicht länger darum, die bestehende Ordnung in Brand zu stecken, sondern etwas Neues entstehen zu lassen. Nichtsdestotrotz ist „Krieger des Feuers“ keineswegs langweilig oder trocken. Die Action kommt nicht zu kurz und es warten noch diverse Geheimnisse darauf, im nächsten Band gelüftet zu werden. Ohne zu viel zu verraten: die Prophezeiung ist weniger unschuldig und hoffnungsvoll, als wir bisher angenommen haben. Vielleicht war der Oberste Herrscher nicht der gnadenlose Tyrann, den Kelsier in ihm gesehen hat. Vielleicht ist er gar nicht der wahre Bösewicht der Geschichte.

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2017/03/31/brandon-sanderson-krieger-des-feuers
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