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review 2017-04-02 22:38
Spannender Anfang, schwacher Ausklang
Anna Dressed in Blood - Kendare Blake

Anna Dressed in Blood ist bis Dato mein einziger Titelkauf. Diese vielsagende Zeile klang so verheißungsvoll, versprach Nervenkitzel vielleicht sogar Grusel, so dass ich nicht widerstehen konnte. Es klang nach Geheimnissen, Rache, Mordlust! Nun, teilweise hält das Buch was der Titel verspricht.

Der Roman startet genau so, wie es mir erhofft hatte. Ein junger Geisterjäger kommt in eine kleine Stadt in der ein verwunschenes Haus steht. Vor Jahrzehnten war dort ein Mädchen gestorben und ihr rachsüchtiger Geist spukt nun in dem alten Zuhause herum. Wer das Haus betritt überlebt es in der Regel nicht. Als Cas also ebendies tut, wird er von einem arg wütenden Geist im Empfang genommen.


Anna ist Anfangs einfach nur »der Geist«, von dem man erwartet, dass er da ist um die Lebenden zu ermorden. Im Laufe der Handlung lernt man jedoch nach und nach ihre ganze Geschichte kennen und die ist, bis hin zu ihrer letztlich Ermordung, ziemlich bitter. Da muss man doch erstmal schwer schlucken. Man kann gut nachvollziehen, wie ihre Erlebnisse diesen wütenden Geist aus ihr gemacht haben. Obwohl es sich bei Kendare Blakes Debütroman um ein Jugendbuch handelt, sind manche Beschreibung darin überraschend blutig und schonungslos. Zartbesaiteten wird das vielleicht nicht ganz so sehr gefallen, aber es ist immerhin eine Horrorgeschichte, da darf man nicht nur rosa Blümchen erwarten.

 

Leider verliert sich der starke Anfang ab der Mitte etwas, denn die Geschichte endet, wie in so vielen Jugendbüchern, in einer Liebesgeschichte und macht aus Anna wieder eine eher zarte Erscheinung. Immer noch nett, aber leider alles andere als spannend oder gar gruselig. Immerhin gibt es keine Dreiecksbeziehung mit boyfriend-issues, das hält den Nerv-Faktor erfreulicherweise in Grenzen. Der anfängliche Geisterspuk geht dabei dennoch fast vollständig verloren, weil Anna eben nicht mehr spukt und plötzlich wieder sehr menschlich und lebendig wirkt. Dafür taucht eine andere Gruselgestalt auf, so richtig überzeugen kann diese recht abstrakte Kreatur aber nicht mehr.

 

Anna Dressed in Blood ist ein Buch mit starkem Anfang und schwächelndem Ausgang. Bei dem genialen Titel hatte ich auf eine stärkere Wirkung gehofft, die sich zu Beginn des Romans auch andeutete, dann aber leider zugunsten der Romanze verebbte. Das Buch ist durchaus mal etwas anderes und wagt einen neuen Ansatz in der Jugendbuchsektion, der fade ausklang motiviert mich aber leider nicht die Nachfolger lesen zu wollen.

Source: moyasbuchgewimmel.de/rezensionen/titel/a/anna-dressed-in-blood
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review 2016-03-18 10:10
Großartige Krimi-Noir Science Fiction mit Endzeitcharakter!
Depth - Lev Ac Rosen

Für Privatdetektivin Simone Pierce hätte der aktuelle Auftrag reine Routine werden sollen: Einen untreuen Ehemann und eine attraktive Blondine in flagranti ertappen. Doch die Dinge kommen anders und alles andere als erfreulich. Als der zu beschattende Gatte plötzlich als Wasserleiche auftaucht und Simones Klientin verschwindet wird die Detektivin selbst zur Verdächtigen. Auf der Suche nach Beweisen die sie entlasten stolpert Simone über mörderische Kunstdiebe, die einem Schatz auf der Spur sind der unmöglich existieren kann.

 

 

It wasn’t the iconic skyline of the past – just the top, with wide plains of ocean between crumbling towers, and large boats floating low on the horizon, like a steel archipelago.
– One

 

Depth ist ein Roman wie ich ihn in dieser Form noch nicht gesehen habe. Der Autor kombiniert eine postapokalyptische Welt mit futuristischer Science Fiction und Elementen des Krimi-Noir.
Man schreibt ungefähr das Jahr 2200 (ganz genau wird es nicht genannt) und die Polarkappen sind aufgrund der Klimaerwärmung und Umweltverschmutzung geschmolzen. Als Folge daraus ist der Meeresspiegel angestiegen und hat einen Großteil der Kontinente geflutet. In Depth lernen wir den Handlungsort New York nun von einer erhöhten Position her kennen, wo alle einstigen Wolkenkratzer unterhalb des einundzwanzigsten Stockwerks geflutet sind und die Zugänge nur durch teils recht wackelige und rutschige Brückenkonstruktionen erreichbar sind.

Schon von der ersten Seite an zeigt sich der faszinierende Weltenbau dieses Romans, der durch gut durchdachte Details glaubhaft und sehr lebendig wird. Neben der plastischen Schilderung eines New Yorks das aus Gebäuderesten, Brücken und Booten besteht, ist vor allem interessant, dass die Technologie sich weiterentwickelt hat. Üblicherweise ist es in postapokalyptischen Szenarien ja doch eher der Fall, dass die Menschen ihr einst technologisches Wissen verloren haben. Hier aber gibt es Kameras die sich auf Kartengröße zusammenschrumpfen lassen, Generatoren die Energie aus Meeresalgen gewinnen oder Kleiderstoffe, die einen gegen das allgegenwärtige Salzwasser schützen. Neben dem technischen Fortschritt hat sich die Gesellschaft der USA, die als Weltmacht abgelöst wurde, dagegen menschlich deutlich zurückentwickelt. Auf dem übrig gebliebenen Festland haben sich religiöse Fanatiker durchgesetzt die nun ein patriarchalisches Regime der Prüderie führen. Verhütungsmittel sind verboten, Frauen haben eine strickte Kleiderordnung zu befolgen und Homosexualität endet im besten Fall in einem Erziehungslager, im schlechtesten Fall mit dem Tod – wobei man da streiten kann, was nun tatsächlich besser ist für die betroffene Person. New York liegt inzwischen aber so weit vom Festland entfernt, dass man die Gesetzte dort großzügig ignorieren kann und die Stadt ohnehin nicht mehr als Teil der USA sieht.

Wem der spannende Weltenbau mit all den tropfenden und schwappenden Details noch nicht reicht, der kann sich zusätzlich an vielfältigen und einnehmenden Charakteren erfreuen, die noch dazu Abstand nehmen von den üblichen Klischees. In Depth tauchen überraschend viele Frauen als Hauptfiguren auf, die sich für mein Empfinden sehr glaubhaft verhalten und weder übertrieben stark noch ermüdend hilfsbedürftig erscheinen. Allen voran betrifft das natürlich Privatdetektivin Simone die genauso lasterhaft wie ihre männlichen Kollegen sein kann, aber auch sehr gewissenhaft bei der Arbeit und ihren Prinzipien treu ist. Kurzum Simone ist einfach eine coole Protagonistin die im Verlauf der Handlung ungeplant auch immer mehr eigene nebulöse Details ihrer Vergangenheit aufdeckt.
Neben Simone gibt es einige Nebenfiguren die reichlich Unterhaltung und ein lebhaftes Geflecht von Interaktionen bieten. Eine Figur allerdings, Danny, hätte noch viel mehr eigene Geschichte verdient, was mich auf eine Fortsetzung hoffen lässt. Danny verdient sich seinen Lebensunterhalt als eine Art Wahrsager, die Wahrheit über seine Vergangenheit und darüber was er wirklich kann kennt aber nur Simone. Auch wenn der Roman in sich abgeschlossen ist bietet die Welt von Depth und die Figuren darin noch so viele Möglichkeiten für weitere Geschichten die ich unheimlich gerne lesen würde.

Depth ist ein Buch das mich überraschen und sofort in seine Welt hineinziehen konnte. Das einzige Manko ist eine kleine Logikfrage danach, weshalb nie jemand neugierig genug war die gefluteten Tiefen der Stadt zu erforschen. Tiefseetaucher und Höhlenforscher müssten doch eine gnadenlose Neugier dafür haben, welche Geheimnisse seit mindestens hundert Jahren dort unten vergraben liegen. Doch davon einmal abgesehen kann Depth nur dringend empfohlen werden. Wer sich in eine imposante Mischung aus Mystery, Krimi und dystopische Science Fiction begeben möchte kommt um Depth nicht herum.

Source: moyasbuchgewimmel.de/rezensionen/titel/d/depth
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review 2015-10-14 08:50
Schöne Ergänzung zur Buchreihe
The Queen's Army - Marissa Meyer

Ze’ev ist erst kürzlich 12 Jahre alt geworden und sollte sich seiner Kindheit erfreuen. Doch seit einer Weile schon wird er von den Handlangern der Königin beobachtet und er weiß, dass es kein Entkommen gibt, als sie eines Tages bei ihm zuhause auftauchen und mitnehmen.

 

 

They came at the end of the long night, when the manufacturing dome had not seen sunlight for almost two weeks.

 

Diese Kurzgeschichte ist die Vorgeschichte von Wolf, den wir in Scarletkennengelernt haben. In The Queen’s Army erfährt man nun wie er als Kind gegen seinen Willen von zuhause fortgezerrt und zu einem Soldaten der Königin ausgebildet wird. Ob man diese Episode vor oder nach Scarlet lesen möchte ist dabei jedem selbst überlassen. Sie enthält keine Spoiler auf die Handlung von Scarlet.

Königin Levana scheut vor nichts zurück um ihre Ziele durchzusetzen. Die Kinder werden nicht nur genetisch umgewandelt und dazu schmerzhaften Operationen unterzogen, sie werden auch wie Ware behandelt. Es gibt für diese jungen Menschen keinen Ausweg, kein Mitspracherecht, keine normale Kindheit. Halb Mensch halb Wolf werden sie in die Arena geworfen und müssen sich vom ersten Moment an in blutigen Kämpfen ihren Platz im Rudel erkämpfen. Wer zu schwach ist hat in jeder Hinsicht verloren.

Ze’ev hatte dabei einigermaßen Glück im Unglück. Bei ihm wurde nur eine teilweise Umwandlung durchgeführt, so dass er noch immer Herr seiner Gedanken ist und einen menschlichen Willen besitzt. Auch seine körperlichen Modifikationen sind gering im Vergleich zu dem, was den normalen Wolfssoldaten angetan wurde. Um nicht als solch eine Kreatur zu enden, fügt er sich schließlich in sein Schicksal und tut was von ihm verlangt wird, denn nur dann hat er eine Chance darauf in die Spezialeinheit der Königin aufgenommen zu werden und nicht noch mehr von sich selbst verlieren zu müssen. Er ist sich bewusst, dass er nur eine Marionette der Thaumaturgen und der Königin ist und er kann nur versuchen das beste aus einer ausweglosen Situation zu machen.

Die Geschichte ist nicht unbedingt eine leichte Kost. Im Vergleich zu den Hauptbüchern ist The Queen’s Army ganz schön umbarmherzig und erinnert mich schmerzlich an reale Machenschaften die in Teilen unserer Welt jeden Tag wirklich passieren. Es lässt einen durchaus bitter schlucken mitzuverfolgen wie aus Kindern Soldaten gemacht werden, in dem man sie immer wieder bricht und über Jahre unter Tage hält. Wie die Tiere, zu denen sie gemacht werden sollen.

The Queen’s Army ist eine wunderbare Ergänzung zu den Büchern der Lunar Chronicles, besonders wenn man Wolfs Charakter ins Herz geschlossen hat. Nachdem ihr seine Vorgeschichte kennt, werdet ihr ihn sicher noch mehr mögen und auch bedauern. Die Erzählung ist düster und macht einen traurig, aber auch sehr spannend und aufschlussreich. Für Fans der Serie ein Muss!

Bonus:
Die Kurzgeschichte wird von der Autorin kostenlos auf ihrer Website bereitgestellt.

Source: moyasbuchgewimmel.de/rezensionen/titel/q/the-queens-army
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